DE102009055895A1 - Reibungskupplung - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft eine Reibungskupplung mit einer Gegendruckplatte und einer zu dieser axial begrenzt verlagerbaren, von einem gezogenen Hebelsystem beaufschlagten Anpressplatte zur Herstellung eines Reibeingriffs gegenüber Reibbelägen einer Kupplungsscheibe, wobei abhängig vom Verschleiß eine Nachstellung der Reibungskupplung mit einem Nachjustieren des Hebelsystems erfolgt.
- Reibungskupplungen mit Nachstelleinrichtungen sind bekannt. So kann eine derartige Nachstelleinrichtung beispielsweise kraftgesteuert erfolgen. Hier wird eine infolge eines Verschleißes ungünstige Entwicklung der Anpresskraft eines die Anpressplatte der Reibungskupplung beaufschlagenden, von einem Betätigungssystem am radial inneren Umfang gezogenen Hebelsystems, beispielsweise einer Tellerfeder, erfasst und abhängig von der Anpresskraft eine Nachstellung bewirkt. Alternativ kann ein bei Verschleiß der Reibbeläge der Kupplungsscheibe auftretender Fehlabstand zwischen Kupplungsgehäuse und dem Hebelsystem ermittelt und abhängig von einem Fehlabstand korrigiert werden. Zur Korrektur werden dabei zwischen der Anpressplatte und dem Hebelsystem angeordnete Ausgleichsmittel wie Rampensysteme oder Gewinde verdreht. Infolge von Vibrationen oder Masse- und Trägheitseinflüssen kann eine ungewünschte Verdrehung eine Über- oder Unterkompensation verursachen.
- Aufgabe der Erfindung ist daher eine in den Öffnungszustand gezogene Reibungskupplung mit einer robusten, einfach herzustellenden und justierbaren Nachstelleinrichtung vorzuschlagen.
- Gelöst wird die Aufgabe durch eine Reibungskupplung, die zumindest aus einem Kupplungsgehäuse mit einer drehfest und axial begrenzt zu diesem verlagerbaren Anpressplatte besteht, die von einem sich am Kupplungsgehäuse radial außen abstützenden und von einem Betätigungssystem in Öffnungsrichtung der Anpressplatte gezogenen Hebelsystem gegenüber einer am Kupplungsgehäuse fest angeordneten Gegendruckplatte unter Verspannung von Reibbelägen einer Kupplungsscheibe axial verlagerbar ist, wobei in Abhängigkeit von einer Änderung eines Abstands zwischen Gegendruckplatte und Anpressplatte ein Formschluss zwischen einer Verdreheinrichtung, die ein zwischen Anpressplatte und dem Hebelsystem angeordnetes Rampensystem zum Ausgleich eines bei Verschleiß auftretenden Fehlabstands zwischen Anpressplatte und Hebelsystem verdreht, und einer Steuereinrichtung, die die Verdreheinrichtung mittels des Formschlusses steuert, erfolgt und die Verdreheinrichtung mittels der Steuereinrichtung bei einer Verlagerung der Anpressplatte in Richtung Hebelsystem, beispielsweise beim Öffnen der Reibungskupplung, verdreht wird.
- Auf diese Weise erfolgt zum einen eine Kompensation eines Verschleißes bei sich öffnender Reibungskupplung im Gegensatz zu Nachstelleinrichtungen, bei denen die Steuereinrichtung oder andere Speicherbauteile wie Energiespeicher oder Wegsensoren während oder vor dem Öffnen der Reibungskupplung einen ermittelten Verschleißabstand beziehungsweise Fehlabstand zwischenspeichern und beim Schließen der Reibungskupplung die Steuereinrichtung abhängig von dem zwischengespeicherten Wert den Fehlabstand kompensiert. Zum anderen tritt die Steuereinrichtung erst in wirksamen Kontakt mit der Verdreheinrichtung, wenn tatsächlich ein Verschleiß festgestellt wurde. Es können daher unnötige Fehlerquellen zur Beeinflussung der Verdreheinrichtung durch die Steuereinrichtung ausgeschlossen werden.
- Unter Hebelsystem ist eine Hebeleinrichtung zu verstehen, die sich unter Ausbildung eines der als gezogene Kupplung ausgeführten Reibungskupplung einarmigen Hebels an dem Kupplungsgehäuse abstützt, wobei der Hebel gegen das Gehäuse axial mittels eines oder mehrerer Energiespeicher verspannt ist, um eine Anpresskraft gegenüber der Anpressplatte aufbringen zu können, wodurch diese unter Ausbildung eines Reibeingriffs mit den Reibbelägen einer Kupplungsscheibe mit einer Gegendruckplatte, die als Einmassenschwungrad oder als Sekundärteil eines Zweimassenschwungrads ausgebildet sein kann, axial verspannt wird.
- In vorzugsweiser Ausgestaltung kann das Hebelsystem als Tellerfeder ausgebildet sein, die mittels eines radial äußeren Kraftrands als Energiespeicher dient und radial innen mittels Tellerfederzungen von einem Betätigungssystem axial betätigt wird, indem dieses die Tellerfederzungen zum Öffnen der Reibungskupplung gegen sich zieht. Zur Rückstellung der Anpressplatte während eines Ausrückvorgangs mit nachlassender Anpresskraft sind zwischen dem Kupplungsgehäuse und der Anpressplatte axial der Anpresskraft entgegenwirkende Energiespeicher wie Blattfedern vorgesehen, die die Anpressplatte in Richtung Kupplungsgehäuse bei nachlassender Anpresskraft während des Ausrückvorgangs der Reibungskupplung verlagern. Gemäß dem erfinderischen Gedanken wird zumindest ein Teil der Rückstellkraft dieser Energiespeicher zur Nachstellung der Reibungskupplung verwendet, wobei diese entsprechend für diesen Vorgang dimensioniert werden.
- Die Verdreheinrichtung kann dabei auf der Anpressplatte aufgenommen sein, beispielsweise kann eine Blechhalterung mit der Anpressplatte vernietet sein, mittels derer die Verdrehein richtung aufgenommen ist. Die Verdreheinrichtung kann in der Weise ausgestaltet sein, dass eine axial von der Steuereinrichtung auf die Verdreheinrichtung übertragene Kraft mittels eines Getriebes in eine in Umfangsrichtung auf das Rampensystem wirkende Kraft umgelenkt wird. Vorteilhafterweise kann die Verdreheinrichtung eine verdrehbar auf der Anpressplatte aufgenommene Spindel sein, die von der Steuereinrichtung angetrieben wird und eine Spindelmutter aufnimmt, die in ein ringförmig ausgestaltetes Rampensystem formschlüssig eingreift. Das Rampensystem kann dabei beispielsweise ein Rampenring mit axial ausgebildeten, über den Umfang verteilten Rampen sein, der mit an der Anpressplatte korrespondierend angeformten oder angebrachten Gegenrampen in Wechselwirkung tritt, so dass die axiale Höhe bei Verdrehung der Rampen in Richtung der gegenläufigen Rampensteigungen von Rampenring und Gegenrampen zunimmt. Der Rampenring kann für einen formschlüssigen Eingriff der Spindelmutter eine der Anzahl von Eingriffsmitteln entsprechende Anzahl von Ausnehmungen aufweisen, mit denen die Eingriffsmittel einen Formschluss bilden. Dabei können die Eingriffsmittel an der Spindelmutter vorgesehene, beispielsweise aus dem Material dieser ausgeformte, kalottenartige, ballige oder ähnlich geformte Profile sein, die in die Ausnehmungen verschwenkbar eingreifen, so dass sich bei einer linearen Verlagerung der Spindelmutter entlang der Spindel die Profile der von diesen in einem Kreisbogen verdrehten Ausnehmungen entsprechend in den Ausnehmungen verschwenken beziehungsweise mit einem Radialspiel in den Ausnehmungen verlagern können. Dabei können die Profile einen Außenradius aufweisen, der an eine kreisbogenförmige Ausbildung der Ausnehmungen und an die relative Verdrehung von Spindelmutter und Rampenring angepasst sind, so dass sich diese gegeneinander formschlüssig und ohne Spiel gegeneinander bei einem Nachstellvorgang verdrehen. Es hat sich gezeigt, dass zwei mit zwei Profilen in Wechselwirkung tretende Ausnehmungen vorteilhaft sein können, wobei die Profile auch an dem Rampenring und die Ausnehmungen an der Spindelmutter vorgesehen sein können. Es versteht sich, dass die Spindelmutter auf der Spindel gegen Verdrehung gesichert verlagert wird. Die Steigung des Gewindes der Spindel und der Spindelmutter sind so ausgebildet, dass die Steuereinrichtung selbsthemmend wirkt. Andererseits kann die Steigung des Gewindes an den gewünschten Verdrehwinkel des Rampenrings angepasst werden, um den dieser bei einem Nachstellvorgang verdreht werden soll.
- Zur Vermeidung eines unbeabsichtigten Verdrehens der Spindel und damit einer unerwünschten Nachstellung der Reibungskupplung infolge von Vibrationen und dergleichen können entsprechende Mittel vorgesehen sein. Beispielsweise können mehrere, zueinander in Umfangsrichtung versetzte Klinken vorgesehen sein, wobei eine die Spindel antreibt und die andere das Zurückdrehen der Spindel verhindert. Alternativ oder zusätzlich kann an der Spindel eine Bremsvorrichtung vorgesehen sein, die in vorteilhafter Weise zwar die Rückdrehung der Spindel verhindert aber in Nachstellrichtung kein oder nur ein geringes Reibmoment ausbildet. Hierzu können Freiläufe oder dergleichen vorgesehen sein. Weiterhin kann eine Bremsvorrichtung vorgesehen werden, die kein zusätzliches Reibmoment an der Spindelachse ausbildet, indem die Reibfläche über den Umfang der Spindel so verteilt wird, dass sich die achsbezogen Reibmomente aufheben.
- Zur Steuerung der Verdrehung durch die Steuereinrichtung treten Steuereinrichtung und Verdreheinrichtung im Nachstellfall formschlüssig miteinander in Wechselwirkung. Dabei ist es von Vorteil, wenn die Steuereinrichtung am Kupplungsgehäuse befestigt ist, so dass während der Montage das Kupplungsgehäuse mit Hebelsystem und Steuereinrichtung und die Anpressplatte mit Rampensystem als voneinander unabhängige Module teilmontiert werden können. Beim Zusammenbau der beiden Module wird dann die Verdreheinrichtung mit der Spindel und dem an dieser drehfest angeordneten Antriebsrad mit der Steuereinrichtung mit einem Steuerteil in Anlagekontakt gebracht. Hierzu weist das Antriebsrad ein Umfangsprofil auf, beispielsweise am Außenumfang oder einem axial abgesetzten kleineren Radius über den Umfang verteilte Zähne, die zur besseren Ausbildung eines Formschlusses mit der Steuereinrichtung sägezahnartig von der Anpressplatte wegweisend ausgebildet sein können. In das Umfangsprofil greift im Falle der Nachstellung eine an der Steuereinrichtung vorgesehene Klinke ein, die zur Nachstellung in Richtung Anpressplatte verlagert wird und das Antriebsrad antreibt, damit die Spindel verdreht und die Spindelmutter axial auf der Spindel verlagert, die wiederum den Rampenring gegenüber der Anpressplatte um den sich aus den darauf abgestimmten Übersetzungen um einen vorgegebenen Betrag verdreht und für einen axialen Ausgleich des durch Abrieb der Reibbeläge und/oder weitere Effekte wie beispielsweise Setzen der Reibbeläge oder anderen Bauteilen der Reibungskupplung entstandenen Fehlabstand sorgt. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Klinke der Steuereinrichtung unter Vorspannung mit dem Umfangsprofil des Antriebsrads in Kontakt gebracht wird. Weiterhin kann von Vorteil sein, wenn das Modul mit der Anpressplatte bereits auf die zu verwendende Kupplungsscheibe vorjustiert wird.
- Nach dem erfinderischen Gedanken erfolgt ein Formschluss zwischen Steuereinrichtung und Verdreheinrichtung erst, wenn ein zu kompensierender Verschleiß vorliegt. Dies erfolgt, indem der Formschluss zwischen die Klinke der Steuereinrichtung und Umfangsprofil des Antriebsrads in Abhängigkeit vom Abstand zwischen Kupplungsdeckel und Anpressplatte, also wegabhängig, hergestellt wird. Dabei wird die Steuereinrichtung mit der Klinke axial positioniert am Kupplungsdeckel aufgenommen, während sich das Antriebsrad der Verdreheinrichtung axial mit zunehmendem Verschleiß von der Klinke entfernt. Der Abstand zwischen Klinke und Antriebsrad ist dabei so ausgelegt, dass bei Abwesenheit von Verschleiß die Klinke am Außenumfang des Umfangprofils unter Vorspannung anliegt und bei einer Entfernung der Anpressplatte axial über eine Profilkante, beispielsweise einen Zahnkopf, hinaus bewegt wird, so dass die Klinke auf den Profilgrund, beispielsweise den Zahngrund einrastet, so dass sich in Bewegungsrichtung auf die Anpressplatte zu ein Formschluss zwischen Klinke und Umfangsprofil bildet. Wird die Reibungskupplung nun geöffnet, das heißt, die Anpresskraft des Hebelsystems vermindert, verlagert sich infolge der Rückstellkraft der Blattfedern die Anpressplatte und damit die Verdreheinrichtung mit Spindel und Antriebsrad gegen die Klinke, wodurch infolge des Formschlusses das Antriebsrad verdreht und das Rampensystem verdreht wird. Bei nicht eingerasteter Klinke gleitet diese bei jedem Ausrückvorgang am Außenumfang entlang. Die Energiespeicher zwischen Anpressplatte und Kupplungsgehäuse sind dabei so ausgelegt, dass bei einer Verlagerung der Anpressplatte in die ausgerückte Position der Reibungskupplung die in das Antriebsrad eingerastete Klinke bei einem Blockieren des Antriebsrads in Richtung Ausrückposition mitgenommen wird. Hierzu ist die Klinke gegenüber dem Gehäuse axial elastisch aufgenommen, so dass die Reibungskupplung selbst bei blockierter Nachstelleinrichtung sicher geöffnet werden kann.
- Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel kann die Steuereinrichtung aus einem endseitig mit dem Kupplungsgehäuse verbundenen, in Richtung der Anpressplatte elastischen und vorgespannten Federelement mit einer Klinke gebildet sein. Dabei ist die Federkonstante des Federelements so ausgebildet, dass das Federelement bei einer Rückstellung der Anpressplatte unter gewöhnlichen Bedingungen im Nachstellfall für eine Verdrehung des Antriebsrads sorgt, jedoch bei noch nicht möglicher Verdrehung beispielsweise infolge noch in Reibeingriff befindlicher Reibbeläge entgegen seiner Federkonstante elastisch verspannt wird, was zu einer Erhöhung der Vorspannung und einer Rückverlagerung der Klinke führt. Sobald das Rampensystem verdrehbar wird, wird die erhöhte Vorspannung abgebaut und das Antriebsrad angetrieben und damit das Rampensystem verdreht. Dabei hat sich gezeigt, dass das Federelement in vorteilhafter Weise in seiner ursprünglichen Position vorgespannt gegen einen axialen Anschlag positioniert wird, der die Klinke an einer reproduzierbaren Position festlegt. Zumindest durch Abstimmung der Steifigkeit des Federelements, der zum Verdrehen des Rampensystems notwendigen Kraft beziehungsweise der Steifigkeit der zwischen der Anpressplatte und dem Kupplungsgehäuse wirksamen Energiespeicher kann damit bei einer Entspannung der Anpresskraft des Hebelsystems – also bereits beim Öffnen der Reibungskupplung – und bei Vorliegen von Verschleiß erzielt werden, dass die in Formschluss mit dem Umfangsprofil stehende Klinke ein Verdrehen des Antriebsrads sicher bewirkt wird, auch wenn bei anfangs klemmender Nachstellung zuerst das Federelement die Energie zur Nachstellung zwischenspeichert.
- Es hat sich weiterhin gezeigt, dass es vorteilhaft sein kann, wenn der Weg einer Nachstellung, während die Reibungskupplung geöffnet wird, begrenzt wird. Auf diese Weise kann ein definierter Nachstellweg vorgegeben werden. Besonders vorteilhaft ist, wenn dieser Weg in Abhängigkeit von einem zurückgelegten Weg des Hebelsystems abhängig gemacht wird. Dabei kann in vorteilhafter Weise bei Überschreiten eines bei der Entspannung des Hebelsystems von diesem zurückgelegten, vorgegebenen Weg das Federelement von dem Hebelsystem entgegen der Richtung zur Anpressplatte mitgenommen werden. Damit wird die Einwirkung des Federelementes mittels der Klinke bei Überschreiten des Weges sofort gestoppt. Ein weiterer Vorteil der Aufhebung des Nachstelleingriffs ist bei klemmender oder schwer gängiger Verdreheinrichtung und/oder Rampensystem eine Überbeanspruchung der Blattfedern, die zu einer unterbleibenden oder verminderten Verlagerung der Anpressplatte beim Öffnen der Reibungskupplung führen könnte. Im einfachsten Fall einer derartigen Wegbegrenzung der Nachstellung kann ein sich aufstellendes Hebelteil auf das Federelement axial einwirken und dieses axial entgegen der Richtung zur Anpressplatte mitnehmen. Hierzu kann an dem Hebelteil und/oder an dem Federelement eine Anlagefläche oder ein Anschlag ausgebildet sein. Ein weiteres Ausführungsbeispiel kann vorsehen, dass das Hebelsystem nach Überschreiten des Wegs in Anlagekontakt mit einem zweiten Anschlag tritt, wobei erster und zweiter Anschlag voneinander in einem vorgegebenen Abstand beabstandet sind, so dass durch Mitnahme des zweiten Anschlags der erste Anschlag für das Federelement axial mitgenommen wird und damit das an dem ersten Anschlag liegende Federelement. Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn die beiden Anschläge auf einem gegenüber dem Kupplungsgehäuse axial entgegen der Wirkung eines Energiespeichers verlagerbaren Bauteils angeordnet sind. Dieser Energiespeicher kann wiederum das Federelement sein, so dass mit einer geringen Anzahl von Bauteilen beide Anschlagsfunktionen, beziehungsweise die Steuereinrichtung samt deren Wegbegrenzung darstellbar sind. Alternativ kann der Energiespeicher durch eine Tellerfeder gebildet sein, die axial zwischen dem Kupplungsgehäuse und dem Federelement angeordnet ist.
- Die Anordnung der Verdreheinrichtung kann radial innerhalb einer Anlagefläche des Hebelsystems wie Tellerfeder an der Anpressplatte erfolgen, wobei die Anlagefläche der Rampenring sein kann. Auf diese Weise kann die Verdreheinrichtung radial innerhalb des Rampenrings in einem Bereich angeordnet werden, die keinen zusätzlichen Bauraum im Bereich der Befestigung der Anpressplatte an dem Kupplungsgehäuse erfordert.
- Die Erfindung wird anhand des in der einzigen Figur dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
- Die Figur zeigt einen Teilschnitt eines Ausführungsbeispiels einer Reibungskupplung
1 längs deren Drehachse2 , wobei nur eine Hälfte mit der Nachstelleinrichtung3 dargestellt ist. Die Reibungskupplung1 ist aus einem Kupplungsgehäuse4 gebildet, in dem eine Anpressplatte5 mittels in diesem Schnitt nicht ersichtlichen Energiespeichern wie Blattfedern drehfest und axial verlagerbar aufgenommen ist. Weiterhin ist in dem Kupplungsgehäuse4 ein Hebelsystem6 als Tellerfeder7 aufgenommen, die radial innen Tellerfederzungen8 aufweist, die von einem nicht dargestellten Betätigungs- wie Ausrücksystem axial verlagert werden. Die Reibungskupplung1 ist eine gezogene Reibungskupplung, die bei einer Beaufschlagung der Tellerfederzungen8 durch Ziehen dieser in Richtung einer feststehenden Komponente des Ausrücksystems ausgerückt wird. Hierzu ist die Tellerfeder7 mittels eines Drahtrings9 am Kupplungsgehäuse abgestützt und gegen die Anpressplatte5 axial verspannt, so dass die Anpressplatte gegen die nicht dargestellte Gegendruckplatte, die Teil eines Einmassenschwungrads oder einer Sekundärmasse eines geteilten Schwungrads sein kann, unter Zwischenlegung der Reibbeläge der nicht dargestellten Kupplungsscheibe verspannt wird. Hierdurch bildet sich ein Reibschluss zwischen den Reibbelägen, Anpressplatte und Gegendruckplatte, die Reibungskupplung1 ist geschlossen. Die Tellerfeder7 beaufschlagt die Anpressplatte5 über die Anlagefläche12 des zu der Verdreheinrichtung10 der Nachstelleinrichtung3 gehörigen Rampensystems mit dem Rampenring11 , der über den Umfang verteilte Rampen13 aufweist, die an zu diesen komplementären Gegenrampen14 der Anpressplatte5 aufliegen, so dass bei einem Verdrehen des Rampenrings11 gegenüber der Anpressplatte5 der Abstand zwischen Anpressplatte5 und Anlagefläche12 vergrößert wird. Der Rampenring11 der Verdreheinrichtung10 wird von einer nicht gezeigten Spindel angetrieben, die mit dem Antriebsrad15 fest verbunden ist. Hierzu wird die Spindel fest in einem an der Anpressplatte5 angeordneten Halter aufgenommen und in einer Spindelmutter verdreht, die zum Ausgleich der Relativbewegung zwischen der linear gebildeten Spindel gegenüber dem in Umfangsrichtung verdrehten Rampenrings gelenkig an dem Rampenring11 aufgenommen ist und diesen bei einer Verdrehung der Spindel beziehungsweise des Antriebsrad15 antreibt. - Die Steuereinrichtung
16 wird von dem Federelement17 gebildet, das am radial verlaufenden Deckelteil des Kupplungsgehäuses4 angebracht ist und ein axial abgebogenes Teil, das die Klinke18 bildet, aufweist, die gegen das Antriebsrad15 radial verspannt ist. Der zwischen dem Deckelteil und dem Federelement17 angeordnete axial wirksame Energiespeicher wie Tellerfeder19 spannt das Federelement17 gegen den Anschlag20 vor. Der Anschlag20 be grenzt den Weg des vorgespannten Federelements17 in Richtung Anpressplatte5 und wird durch einen Bolzen21 oder Niet25 gebildet, der das Federelement17 und die Tellerfeder19 durchgreift und mittels eines Kopfs22 den Anschlag20 für das Federelement17 bildet. An seinem anderen Ende ist der Bolzen21 axial begrenzt gegen einen Anschlag23 verlagerbar im Kupplungsgehäuse4 aufgenommen, so dass bei einer Beaufschlagung des Kopfes22 durch eine Anlagefläche24 der Tellerfeder7 bei einem großen Ausrückweg der Reibungskupplung1 der Bolzen21 axial entgegen der Vorspannkraft der Tellerfeder19 und des Federelements17 verlagert wird, wodurch diese mitgenommen wird und eine gegebenenfalls stattfindende Nachstellung beendet wird. Das Federelement17 und die Tellerfeder19 sind radial außerhalb des Bolzens21 fest und verdrehgesichert mittels des Niets25 aufgenommen. - Die Klinke
18 , die eine entsprechende, beispielsweise zwischen zwei Tellerfederzungen8 vorgesehene Ausnehmung der Tellerfeder7 durchgreift, weist an ihrem freien Ende ein oder mehrere axial abgestufte Eingriffsbereiche26 auf, die in das Außenprofil27 des Antriebsrads15 eingreifen. Bei mehreren, vorzugsweise zwei axial unterschiedlich langen Eingriffsprofilen26 , deren Längenunterschied beispielsweise innerhalb einer Teilung des Außenprofils27 eingestellt ist, wird ein verringerter Verdrehwinkel des Antriebsrads15 bewirkt, wodurch bei einer ausreichend groben Ausführung des Außenprofils eine genauere Nachstellung ermöglicht wird. Das Außenprofil27 ist vorzugsweise als Sägezahnung ausgebildet. - Nachfolgend wird die Funktion der Reibungskupplung
1 samt Nachstellung erläutert. Die Figur zeigt die Reibungskupplung1 im geschlossenen Zustand. Die Tellerfeder7 verspannt über die Anlagefläche12 die Anpressplatte5 gegenüber der nicht dargestellten Gegendruckplatte. Werden vom nicht dargestellten Betätigungssystem die Tellerfederzungen8 in Richtung des Pfeils28 verlagert, wird die Vorspannung der Tellerfeder7 an der Anlagefläche12 gelöst und die Anpressplatte5 folgt durch die Entspannung der im geschlossenen Zustand der Reibungskupplung1 vorgespannten Blattfedern, mittels derer die Anpressplatte5 drehfest an dem Kupplungsgehäuse4 aufgenommen ist, der Bewegung der Tellerfeder7 an der Anlagefläche. Dabei verlagert sich auch das Antriebsrad15 gegenüber dem Kupplungsgehäuse4 . In gleichem Maße wird im nichtnachstellenden Zustand der Reibungskupplung1 die Klinke18 axial verlagert, indem der Kopf22 des Bolzens21 von der Tellerfeder7 mitgenommen wird, so dass keine eine Nachstellung bewirkenden Relativbewegung zwischen dem Außenprofil27 und dem Eingriffsprofil26 entsteht. - Tritt an den Reibbelägen der Kupplungsscheibe axialer Verschleiß auf, verlagert sich die Anpressplatte
5 weiter auf die Gegendruckplatte zu, so dass auch die Tellerfeder7 weiter in diese Richtung verlagert wird. Infolgedessen läuft das Federelement17 auf den Anschlag20 des Bolzens21 auf und wird in seinem Axialweg begrenzt. Dadurch kommt es zu einer axialen Relativbewegung zwischen dem Eingriffsprofil26 und dem Antriebsrad15 . Infolgedessen schnappt beim Schließen der Reibungskupplung1 entgegen der Richtung des Pfeils28 das im normalen Zustand auf dem Außenumfang des Außenprofils27 gleitende Eingriffsprofil26 in eine Zahnlücke29 ein und bildet einen Formschluss mit dem Außenprofil in Richtung des Pfeils28 . Beim nächsten Öffnen der Reibungskupplung1 bewirkt der Formschluss von Eingriffsprofil26 und Außenprofil27 ein Verdrehen des Antriebsrads15 und damit eine Verdrehung der drehfest an dieses gekoppelten Spindel, die ihrerseits eine Verlagerung der Spindelmutter und damit des Rampenrings11 um einen vorgegebenen Winkelbetrag bewirkt, so dass die Rampen13 und Gegenrampen14 den verschleißbedingten Abstandsverlust zwischen Gegendruckplatte und Anpressplatte5 ausgleichen. Hierbei kann eine Nachstellung während der Öffnung der Reibungskupplung1 in einfacher Weise unter geringen Kräften erfolgen, da der Rampenring11 gegenüber der Tellerfeder7 weitgehend entlastet ist. - Die federnde Aufhängung des Federelements
17 ist dabei so steif ausgestaltet, dass unter gewöhnlichen Betriebsbedingungen der Reibungskupplung1 eine Verdrehung des Antriebsrads15 sichergestellt ist. Zur Vermeidung einer Schädigung der Reibungskupplung1 und insbesondere der Nachstelleinrichtung3 wird bei einem Blockieren des Antriebsrads15 das Federelement17 entgegen der Wirkung der Tellerfeder19 axial verlagert. -
- 1
- Reibungskupplung
- 2
- Drehachse
- 3
- Nachstelleinrichtung
- 4
- Kupplungsgehäuse
- 5
- Anpressplatte
- 6
- Hebelsystem
- 7
- Tellerfeder
- 8
- Tellerfederzungen
- 9
- Drahtring
- 10
- Verdreheinrichtung
- 11
- Rampenring
- 12
- Anlagefläche
- 13
- Rampe
- 14
- Gegenrampe
- 15
- Antriebsrad
- 16
- Steuereinrichtung
- 17
- Federelement
- 18
- Klinke
- 19
- Tellerfeder
- 20
- Anschlag
- 21
- Bolzen
- 22
- Kopf
- 23
- Anschlag
- 24
- Anlagefläche
- 25
- Niet
- 26
- Eingriffsprofil
- 27
- Außenprofil
- 28
- Pfeil
- 29
- Zahnlücke
Claims (19)
- Reibungskupplung (
1 ) zumindest bestehend aus einem Kupplungsgehäuse (4 ) mit einer drehfest und axial begrenzt zu diesem verlagerbaren Anpressplatte (5 ), die von einem sich am Kupplungsgehäuse (4 ) radial außen abstützenden und von einem Betätigungssystem in Öffnungsrichtung der Anpressplatte (5 ) gezogenen Hebelsystem (6 ) gegenüber einer am Kupplungsgehäuse (4 ) fest angeordneten Gegendruckplatte unter Verspannung von Reibbelägen einer Kupplungsscheibe zum Öffnen und Schließen der Reibungskupplung (1 ) axial verlagerbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit von einer Änderung eines Abstands zwischen Gegendruckplatte und Anpressplatte (5 ) ein Formschluss zwischen einer Verdreheinrichtung (10 ), die ein zwischen Anpressplatte (5 ) und dem Hebelsystem (6 ) angeordnetes Rampensystem zum Ausgleich eines bei Verschleiß auftretenden Fehlabstands zwischen Anpressplatte (5 ) und Hebelsystem (6 ) verdreht, und einer Steuereinrichtung (16 ), die die Verdreheinrichtung (10 ) mittels des Formschlusses steuert, erfolgt und die Verdreheinrichtung (10 ) mittels der Steuereinrichtung (16 ) bei sich öffnender Reibungskupplung (1 ) verdreht wird. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdreheinrichtung (10 ) durch eine verdrehbar auf der Anpressplatte (5 ) aufgenommene Spindel gebildet wird, die von einer Steuereinrichtung (16 ) angetrieben wird und eine verdrehgesicherte Spindelmutter aufnimmt, die in einen ringförmig ausgestalteten, gegenüber an der Anpressplatte (5 ) angeordneten Gegenrampen (14 ) verdrehbaren Rampenring (11 ) formschlüssig eingreift. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Spindel und Spindelmutter eine selbsthemmende Steuereinrichtung (16 ) bilden. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindelmutter gelenkartig verschwenkbar in den Rampenring (11 ) eingreift. - Reibungskupplung (
1 ) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindel ein Antriebsrad (15 ) aufweist, das zumindest ein Außenprofil (27 ) aufweist, in das die Steuereinrichtung (16 ) bei vorliegendem Verschleiß mittels einer vorgespannten Klinke (18 ) zu einer Verdrehung des Antriebsrads (15 ) formschlüssig eingreift. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei nicht vorhandenem Verschleiß ein Eingriffsprofil (26 ) der Klinke (18 ) außerhalb des Außenprofils (27 ) geführt wird. - Reibungskupplung (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (16 ) am Kupplungsgehäuse (4 ) befestigt ist. - Reibungskupplung (
1 ) nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (16 ) aus einem endseitig mit dem Kupplungsgehäuse (4 ) verbundenen, in Richtung der Anpressplatte (5 ) elastischen und vorgespannten Federelement (17 ) mit einer Klinke (18 ) gebildet ist. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinke (18 ) radial gegenüber dem Außenprofil (27 ) verspannt ist. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Federelement (17 ) in Richtung Anpressplatte (5 ) an einem ersten Anschlag (20 ) abstützt. - Reibungskupplung (
1 ) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steifigkeit des Federelements (17 ), die zum Verdrehen des Rampenrings (11 ) notwendige Kraft und die Steifigkeit der zwischen der Anpressplatte (5 ) und dem Kupplungsgehäuse (4 ) wirksamen Energiespeicher so aufeinander abgestimmt sind, dass bei einer Entspannung der Anpresskraft des Hebelsystems (6 ) und einer bei Verschleiß in Formschluss mit dem Außenprofil (27 ) stehenden Klinke (18 ) ein Verdrehen des Antriebsrads (15 ) bewirkt wird. - Reibungskupplung (
1 ) nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überschreiten eines bei der Entspannung des Hebelsystems (6 ) von diesem zurückgelegten, vorgegebenen Wegs das Federelement (17 ) von dem Hebelsystem (6 ) entgegen der Richtung zur Anpressplatte (5 ) mitgenommen wird. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Hebelsystem (6 ) nach Überschreiten des Wegs in Anlagekontakt mit einem zweiten Anschlag (23 ) tritt, wobei erster und zweiter Anschlag (20 ,23 ) voneinander in einem vorgegebenen Abstand beabstandet sind. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Anschläge (20 ,23 ) auf einem gegenüber dem Kupplungsgehäuse (4 ) axial entgegen der Wirkung eines Energiespeichers verlagerbaren Bolzen (21 ) angeordnet sind. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Energiespeicher das Federelement (17 ) ist. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Energiespeicher durch eine axial zwischen Kupplungsgehäuse (4 ) und Federelement (17 ) angeordnete Tellerfeder (19 ) gebildet ist. - Reibungskupplung (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Hebelsystem (6 ) eine Tellerfeder (7 ) ist. - Reibungskupplung (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das radial außen am Kupplungsgehäuse (4 ) mittels einer Abstützfläche abstützende Hebelsystem (6 ) auf dem der Abstützfläche gegenüber liegenden Seite die Anpressplatte (5 ) an einer Anlagefläche (12 ) beaufschlagt und radial innerhalb der Anlagefläche (12 ) die Verdreheinrichtung (10 ) vorgesehen ist. - Reibungskupplung (
1 ) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (17 ) an seinem Außenumfang am Kupplungsgehäuse (4 ) befestigt und radial innerhalb zwischen den beiden Anschlägen (20 ,23 ) am Bolzen (21 ) axial begrenzt verlagerbar ist.
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