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Die Erfindung betrifft ein Magnetventil mit einem Ventilkörper, wobei in dem Ventilkörper ein mit einem Dichtelement verschließbarer Ventilsitz, zu dem ein in dem Ventilsitzkörper vorliegender Einlasskanal führt, mindestens ein in einen das Dichtelement zumindest bereichsweise aufnehmenden Fluidraum des Magnetventils mündender Auslasskanal und ein das Dichtelement zumindest bereichsweise umgebendes Strömungsleitelement vorgesehen sind, und wobei eine zumindest bereichsweise gekrümmte Strömungsleitfläche des Strömungsleitelements dazu ausgebildet ist, durch den Einlasskanal in das Magnetventil einströmendes Fluid in Richtung des Auslasskanals zu führen, wobei eine Durchströmungsrichtung des Einlasskanals einer Durchströmungsrichtung des Auslasskanals entgegengerichtet ist, und die Strömungsleitfläche auf einer dem Dichtelement abgewandten Seite des Strömungsleitelements in einem in Richtung des Auslasskanals gekrümmten Bereich im Wesentlichen tangential zu einem Oberflächenbereich der Innenwand des Ventilkörpers endet und das Strömungsleitelement auf seiner dem Dichtelement zugewandten Seite ein freies Ende aufweist, das ebenfalls in Richtung des Auslasskanals gekrümmt ist. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Fahrerassistenzeinrichtung.
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Stand der Technik
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Magnetventile der eingangs genannten Art sind aus dem Stand der Technik bekannt. Derartige Magnetventile, beispielsweise stromlos geschlossene 2/2-Magnetventile oder auch stromlos offene 2/2-Magnetventile, können beispielsweise in ABS-, TCS- oder ESP-Systemen eingesetzt werden. Derartige Magnetventile weisen einen Ventilsitz auf, welcher mit einem Dichtelement verschließbar ist. Das Dichtelement ist dazu zumindest zwischen einer Schließstellung und einer Freigabestellung verlagerbar. In der Schließstellung ist das Dichtelement derart angeordnet, dass es den Ventilsitz abdeckt und damit verschließt. In der Freigabestellung liegt das Dichtelement beispielsweise beabstandet von dem Ventilsitz vor, so dass Fluid durch den Ventilsitz hindurchtreten kann. In der Schließstellung ist das Magnetventil für das Fluid undurchlässig, während dieses in der Freigabestellung durch das Magnetventil hindurchströmen kann. Das Dichtelement ist zumindest bereichsweise in dem Fluidraum des Magnetventils angeordnet. Auch der Ventilsitz kann in einer Wand des Fluidraums vorliegen. In den Fluidraum mündet zudem der mindestens eine Auslasskanal, wobei eine permanente Fluidverbindung zwischen dem Fluidraum und dem Auslasskanal vorliegen kann. Über einen Einlasskanal kann dem Magnetventil Fluid zugeführt werden, wobei dieses über den Einlasskanal zu dem Ventilsitz hingeführt wird. Liegt das Dichtelement in der Freigabestellung vor, so kann das Fluid durch den Ventilsitz hindurch in den Fluidraum gelangen und anschließend über den Auslasskanal aus diesem abgeführt werden.
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In der Freigabestellung ist das Dichtelement üblicherweise über dem Ventilsitz angeordnet, so dass es oder ein mit ihm verbundener Magnetanker durch das durch den Ventilsitz strömende Fluid angeströmt wird. Zudem zeigt die Strömungsrichtung des einströmenden Fluids häufig von dem Auslasskanal fort, so dass das Fluid zunächst in dem Fluidraum abgebremst wird, bevor es in den Auslasskanal einströmen kann. Dabei kann es auch vorkommen, dass das Fluid in Bereiche zwischen dem Magnetanker und einem Gehäuse des Magnetventils gelangt. Sowohl die Anströmung des Dichtelements und/oder des Magnetankers durch das einströmende Fluid als auch das zwischen Magnetanker und Gehäuse eindringende Fluid haben Einfluss auf die Verlagerbarkeit des Dichtelements, da durch das Fluid eine zusätzliche axiale Kraft auf das Dichtelement beziehungsweise auf den mit dem Dichtelement verbundenen Magnetanker aufgebracht wird. Dies kann unter Umständen die Stellgüte des Magnetventils negativ beeinflussen. Dies rührt daher, dass diese zusätzliche Kraft das Kräftegleichgewicht zwischen einer Rückstellkraft eines Federelements und einer zum Verlagern des Dichtelements dienenden Magnetkraft, welche an dem Magnetanker angreift, sowie einer bei der Auslegung des Magnetventils berücksichtigten Druckkraft des Fluids beeinflusst. Dies ist insbesondere bei Magnetventilen der Fall, bei welchen eine Mündung des Auslasskanals in den Fluidraum neben dem Ventilsitz angeordnet ist, so dass das Einströmen des Fluids durch den Ventilsitz und das Ausströmen durch den Auslasskanal in entgegengesetzte Richtungen erfolgt.
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Grundsätzlich wäre es vorteilhaft, wenn anstatt der in axialer Richtung auf das Dichtelement beziehungsweise den Magnetanker wirkenden zusätzlichen Kräfte lediglich rotationssymmetrische Radialkräfte auftreten würden, weil diese ohne Einfluss auf das axiale Kräftegleichgewicht sind. Aus diesem Grund kann ein Strömungsleitelement vorgesehen werden, welches eine Strömungsleitfläche aufweist, mit welcher einströmendes Fluid in Richtung des Auslasskanals umgelenkt beziehungsweise zu diesem hingeführt wird. Die Strömungsleitfläche ist dabei zumindest bereichsweise gekrümmt, vorteilhafterweise in Richtung des Auslasskanals.
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Ein derartiges Magnetventil ist beispielsweise aus der
DE 198 02 464 A1 bekannt. Diese zeigt ein hydraulisches magnetbetätigtes Ventil mit einem im Gehäuse des Magnetventils angeordneten Leitkörper für Druckmittel, der von einem Schließkörper durchdrungen ist und einen mit einem Ventilsitz druckmittelleitend in Verbindung stehenden Ringkanal mit wenigstens einer umfangsseitigen Auslassöffnung des Ventilgehäuses von einem Betätigungsmittel des Ventils enthaltenden Raum abtrennt. Dabei soll der Leitkörper stirnseitig am Ventilkörper anliegend an diesem abgestützt sein und den mündungsseitigen Ventilsitz umrissübergreifende Leitkanäle aufweisen, welche abströmseitig in den Ringkanal münden.
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Weiterhin ist aus dem Stand der Technik die Druckschrift
DE 101 08 492 A1 bekannt. Die beschreibt ein Koaxialventil, bei welchem die mit dem Ende des rohrförmigen Ventilschließkörpers zusammenwirkende Ventilsitzfläche nicht eben auszugestalten, sondern von der ebenen Form abweichend. Insbesondere wird vorgesehen, die Ventilsitzfläche auf einer Kegelfläche oder Kugelfläche anzuordnen.
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Schließlich offenbart die Druckschrift
DE 198 02 464 A1 ein Ventil, das in seinem rohrförmigen Ventilgehäuse einen Leitkörper für Druckmittel aufweist, welcher zwischem einem Ventilkörper mit einem hohlkegelförmigen Ventilsitz und einem Raum des Ventilgehäuses angeordnet ist, in dem Betätigungsmittel des Ventils aufgenommen sind. Der von einem Schließkörper des Ventils durchdrungene Leitkörper trennt den Raum von einem druckmittelleitend mit dem Ventilsitz in Verbindung stehenden Ringkanal mit umfangsseitigen Auslassöffnungen des Ventilgehäuses ab. Der Leitkörper ist stirnseitig am Ventilkörper anliegend an diesem abgestützt und hat den Ventilsitzumriss übergreifende Leitkanäle, welche abströmseitig in den Ringkanal einmünden. Das Stirnende des mit dem Ventilsitz zusammenwirkenden Schhließkörpers ist ein Kugelabschnitt, der scharfkantig in den zylindrischen Schaft des Schließkörpers übergeht. Mit dem Leitkörper wird der aus dem Ventilsitz austretende Druckmittelstrahl in den Ringkanal abgeleitet, sodass Strömungsinstabilitäten weitgehend ohne Einfluss auf den Raum des Ventils sind.
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Offenbarung der Erfindung
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Demgegenüber weist das Magnetventil mit den in Anspruch 1 genannten Merkmalen den Vorteil auf, dass eine weiter verbesserte Strömungsführung des in den Fluidraum einströmenden Fluids erreicht wird. Dabei ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass eine Durchströmungsrichtung des Einlasskanals einer Durchströmungsrichtung des Auslasskanals entgegengericht ist, und dass die Strömungsleitfläche auf einer dem Dichtelement abgewandten Seite des Strömungsleitelements in einem in Richtung des Auslasskanals gekrümmten Bereich im Wesentlichen tangential zu einem Oberflächenbereich der Innenwand des Ventilkörpers endet und das Strömungsleitelement auf seiner dem Dichtelement zugewandten Seite ein freies Ende aufweist, das ebenfalls in Richtung des Auslasskanals gekrümmt ist.
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Die Strömungsleitfläche soll also in zumindest einem Bereich in Richtung des Auslasskanals gekrümmt sein, um das Fluid in dessen Richtung umzulenken. Um nachteilige Effekte des Strömungsleitelements auf das Fluid beziehungsweise die Fluidströmung zu vermeiden, ist dieser möglichst derart ausgebildet, dass keine unstetigen Übergänge zwischen dem Strömungsleitelement und dem zumindest einem Oberflächenbereich der Innenwand des Ventilkörpers vorliegen. Das Strömungsleitelement liegt also derart an der Innenwand des Ventilkörpers an, dass ein Übergang ohne Sprünge gewährleistet ist, damit die Strömung des Fluids in Richtung des Auslasskanals nicht beeinträchtigt wird. Zu diesem Zweck ist die Strömungsleitfläche in einem mit der Oberfläche der Innenwand in Kontakt stehenden Ende so ausgebildet, dass sie tangential zu der Oberfläche beziehungsweise zu dem Oberflächenbereich der Innenwand verläuft. Das Strömungsleitelement ist dabei in dem Fluidraum des Magnetventils angeordnet und beispielsweise an dem Ventilkörper befestigt. Beim Einströmen des Fluids durch den Ventilsitz greift das Fluid nunmehr an dem Strömungsleitelement beziehungsweise dessen Strömungsleitfläche an, so dass die zusätzlichen Kräfte von dem Strömungsleitelement aufgenommen und an den Ventilkörper abgeführt werden, so dass die Krafteinwirkung auf den Magnetanker und/oder das Dichtelement verringert wird.
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Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Strömungsleitelement in dem Fluidraum oberhalb der Mündung des Auslasskanals angeordnet ist. Durch diese Anordnung des Strömungsleitelements wird eine effektive Führung des Fluids hin zu dem Auslasskanal erzielt. Beispielsweise ist der Auslasskanal zumindest bereichsweise in axialer Richtung in dem Magnetventil ausgebildet. Das Strömungsleitelement ist dann entgegen der in dem Auslasskanal zu erzielenden Strömungsrichtung in dem Fluidraum vorzusehen.
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Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Strömungsleitelement formschlüssig, kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig an dem Ventilkörper befestigt ist. Prinzipiell kann das Strömungsleitelement beliebig befestigt werden. Bevorzugt ist jedoch zumindest eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Strömungsleitelement und Ventilkörper vorgesehen, welche zum Beispiel durch Einpressen des Strömungsleitelements in den Ventilkörper realisiert ist. Alternativ kann auch zumindest eine formschlüssige Verbindung zwischen Strömungsleitelement und Ventilkörper vorgesehen sein. Diese ist beispielsweise über einen Absatz an dem Strömungsleitelement realisiert, welcher mit einem weiteren Absatz an dem Ventilkörper zusammenwirkt, um die auf das Strömungsleitelement wirkenden Kräfte an den Ventilkörper abzuführen. Zusätzlich kann eine stoffschlüssige Verbindung vorgesehen sein, um das Strömungsleitelement an dem Ventilkörper zu halten. In einer solchen Ausführungsform ist die formschlüssige Verbindung also lediglich dazu vorgesehen, die auf das Strömungsleitelement wirkenden, von dem Fluid erzeugten Kräfte, auf den Ventilkörper aufzubringen, so dass die stoffschlüssige Verbindung weniger belastet ist.
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Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass auf der dem Dichtelement zugewandten Seite des Strömungsleitelements ein freies Ende des Strömungsleitelements von dem Dichtelement weg zeigt. Unter dem freien Ende ist ein Bereich des Strömungsleitelements zu verstehen, welches im Querschnitt gesehen stegförmig von einem Grundkörper des Dichtelements weg ragt beziehungsweise sich in den Fluidraum hinein erstreckt. Insbesondere wenn sich die Strömung des Fluids beim Einströmen in den Fluidraum nicht an dem Dichtelement anlegt, kann eine Ausführungsform vorgesehen sein, bei welcher das freie Ende von dem Dichtelement weg zeigt. Beispielsweise kann das freie Ende dabei in Richtung des Auslasskanals geneigt beziehungsweise gekrümmt sein und so die Führung des Fluids in dessen Richtung übernehmen. Dabei kann das freie Ende derart zu dem Dichtelement positioniert sein, dass nur eine geringe Menge oder kein Fluid zwischen Dichtelement und dem freien Ende hindurchströmen kann.
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Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Strömungsleitelement das Dichtelement vollständig umgreift und dabei einen gleichbleibenden Querschnitt aufweist. Das Strömungsleitelement ist demnach ringförmig ausgebildet, weist also eine Kreisform und eine mittige Aufnehmung für das Dichtelement auf. Dabei ist es vorgesehen, dass der Querschnitt des Strömungsleitelements über den Umfang beziehungsweise Umfangsverlauf einen konstanten beziehungsweise gleichbleibenden Querschnitt besitzt. Auf diese Weise kann eine besonders gleichmäßige Führung des Fluids hin zu dem Auslasskanal erreicht werden. Insbesondere ist es nicht vorgesehen, das Dichtelement im Bereich des Auslasskanals mit einem anderen Querschnitt zu versehen als in anderen Bereichen.
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Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Dichtelement zumindest bereichsweise konisch ausgebildet ist, wobei es sich in Richtung des Ventilsitzes verjüngt. Prinzipiell kann das Dichtelement beliebig ausgestaltet sein. Um eine möglichst geringe Angriffsfläche für das in den Fluidraum einströmende Fluid auszubilden, ist das Dichtelement bevorzugt jedoch konisch und verjüngt sich dabei in Richtung des Ventilsitzes, so dass dem Fluid ein vergleichsweise geringer Strömungswiderstand entgegengesetzt wird. Auf diese Weise kann die Dichtlippe stets zuverlässig an der Dichtfläche anliegen, unabhängig davon, ob sich das Dichtelement in der Freigabestellung oder der Schließstellung befindet. Selbstverständlich ist auch eine teilweise konische und teilweise zylindrische Ausbildung des Dichtelements möglich. Bevorzugt ist dabei das Dichtelement unterhalb und/oder oberhalb der Dichtfläche konisch und im Bereich der Dichtfläche zylindrisch ausgebildet.
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Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Strömungsleitelement als Spritzteil, insbesondere aus Kunststoff, ausgebildet ist. Auf diese Weise ist eine einfache, schnelle und kostengünstige Herstellung des Strömungsleitelements möglich. Bevorzugt besteht das Strömungsleitelement dabei aus einem Kunststoff. Bei der Ausbildung des Strömungsleitelements als Spritzteil ist es beispielsweise auf einfache Weise möglich, eine Verrippung, also mindestens eine Rippe, zur besseren Kraftaufnahme bei gleichzeitig werkstoffgerechter Ausbildung des Strömungsleitelements herzustellen.
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Die Erfindung betrifft weiterhin eine Fahrerassistenzeinrichtung, insbesondere ABS-, TCS- oder ESP-Einrichtung, mit mindestens einem einen Ventilkörper aufweisenden Magnetventil gemäß den vorstehenden Ausführungen.
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Die Erfindung wird im Folgenden anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert, ohne dass eine Beschränkung der Erfindung erfolgt. Es zeigen:
- 1 einen Querschnitt einer ersten Ausführungsform eines Magnetventils mit einem Strömungsleitelement,
- 2 eine Detailansicht eines Ventilkörpers des Magnetventils mit dem Strömungsleitelement, und
- 3 einen Querschnitt einer weiteren Ausführungsform des Magnetventils.
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Die 1 zeigt einen Querschnitt eines Magnetventils 1, welches in einer externen Einrichtung 2, welche hier lediglich angedeutet ist, angeordnet ist. Das Magnetventil 1 besteht aus einem Ventilkörper 3 mit einem Gehäuse 4, in welchem ein Magnetanker 5 axial beweglich gelagert ist. In einem unteren Bereich weist der Ventilkörper 3 ein Verschlusselement 6 auf, welches dicht an dem Gehäuse 4 gehalten ist. In dem Verschlusselement 6 beziehungsweise dem Ventilkörper 3 ist ein Einlasskanal 7 vorgesehen, welcher zu einem Ventilsitz 8 des Magnetventils 1 führt. Der Ventilsitz 8 ist dabei von dem Verschlusselement 6 beziehungsweise dem Ventilkörper 3 ausgebildet. Der Ventilkörper 3 weist ebenfalls mindestens einen Auslasskanal 9 auf. In der vorliegenden Ausführungsform sind vier Auslasskanäle 9 vorgesehen.
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Die Richtung der Durchströmung des Einlasskanals 7 ist durch den Pfeil 10 und die Richtung der Durchströmung durch die Auslasskanäle 9 durch die Pfeile 11 angedeutet. Es wird deutlich, dass die Strömungsrichtungen gemäß der Pfeile 10 und 11 in jeweils entgegengesetzte Richtungen zeigen. In der 1 ist nur ein Ausschnitt des Magnetventils 1 gezeigt. Es ist daher nicht unmittelbar erkennbar, dass es grundsätzlich für eine radiale Zuströmung geeignet ist. Zu diesem Zweck weist es Einlassanschlüsse auf, welche auf einer Mantelfläche, also nicht auf einer Stirnfläche, angeordnet sind. Dagegen sind Auslassanschlüsse (hier nicht dargestellt) mit den Auslasskanälen 9 verbunden, welche eine Abströmung aus dem Magnetventil 1 in axialer Richtung (bezogen auf eine Längsachse 12 des Magnetventils 1) erlauben.
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Das Magnetventil 1 weist ein Dichtelement 13 auf, welches mit dem Magnetanker 5 wirkverbunden ist. Das Dichtelement 13 kann also mittels des Magnetankers 5 verlagert werden. Dabei ist eine Verlagerung zwischen zumindest einer Schließstellung und einer Freigabestellung (wie in 1 dargestellt) vorgesehen. In dem Ventilkörper 3 ist ein Fluidraum 14 ausgebildet, vorzugsweise zwischen dem Verschlusselement 6 und dem Magnetanker 5 beziehungsweise dem Gehäuse 4. Der Fluidraum 14 steht in permanenter Strömungsverbindung mit den Auslasskanälen 9. Eine Strömungsverbindung zu dem Einlasskanal 7 ist durch eine Verlagerung des Dichtelements 13 in dessen Freigabestellung möglich. Befindet sich also das Dichtelement 13 in seiner Dichtstellung, so ist eine Strömungsverbindung zwischen Einlasskanal 7 und Auslasskanal 9 unterbrochen. Das Magnetventil 1 ist demnach für das Fluid undurchlässig. Wird dagegen das Dichtelement 13 zumindest teilweise in Richtung seiner Freigabestellung verlagert, so wird es aus dem Ventilsitz 8 herausbewegt und somit die Strömungsverbindung zumindest teilweise freigegeben. Demnach kann Fluid durch den Einlasskanal 7 und nachfolgend durch den Ventilsitz 8 in den Fluidraum 14 einströmen, um nachfolgend durch die Auslasskanäle 9 aus diesem ausgebracht zu werden.
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Um die Strömung des Fluids in dem Fluidraum 14 zu verbessern, ist das Strömungsleitelement 15 vorgesehen. Dieses weist eine Strömungsleitfläche 16 auf, mittels welcher das Fluid, welches durch den Ventilsitz 8 in den Fluidraum 14 gelangt, in Richtung der Auslasskanäle 9 geführt wird. Die Strömungsleitfläche 16 ist dabei in zumindest einem Bereich 17 in Richtung des Auslasskanals 9 gekrümmt. Es ist vorgesehen, dass das Strömungsleitelement 15 beziehungsweise dessen Strömungsleitfläche 16 in diesem Bereich 17 tangential zu einem Oberflächenbereich 18 einer Innenwand 19 des Ventilkörpers 3 beziehungsweise dessen Verschlusselement 6 endet. Auf diese Weise ist ein stetiger Übergang zwischen der Strömungsleitfläche 16 in den Oberflächenbereich 18 und damit eine saubere Führung der Strömung sichergestellt. Dies bedeutet vorallem, dass keine Sprünge zwischen dem Oberflächenbereich 18 und der Strömungsleitfläche 16 vorliegen, welche dem Fluid einen erhöhten Strömungswiderstand entgegensetzen und eine ungünstige Verwirbelung des Fluids bewirken würde.
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Das Strömungsleitelement 15 ist in der hier dargestellten Ausführungsform oberhalb von Mündungen 20 der Auslasskanäle 9 angeordnet. Das Strömungsleitelement 15 weist auf seiner dem Dichtelement 13 zugewandten Seite ein freies Ende 21 auf. Dieses freie Ende 21 zeigt von dem Dichtelement 13 weg, womit die Strömungsleitfläche 16 in diesem Bereich ebenfalls auf den Auslasskanal 9 zu gekrümmt ist. Diese Ausführungsform ist für einen durch Pfeile gekennzeichneten Strömungsverlauf 22 besonders geeignet. Bei diesem tritt das Fluid aus dem Ventilsitz 8 im Wesentlichen in radialer Richtung nach außen zeigend aus. Das bedeutet, dass das Fluid zunächst radial nach außen strömt und dabei über den Auslasskanal 9 beziehungsweise dessen Mündung 20 hinweg tritt. Bedingt durch die Innenwand 19 des Ventilkörpers 3 wird das Fluid nach oben abgelenkt und überströmt, soweit es den Bereich 17 erreicht hat, die Strömungsleitfläche 16. Dabei ist es, wie bereits vorstehend festgehalten, vorteilhaft, wenn die Strömungsleitfläche 16 sich stufenlos an den Oberflächenbereich 18 der Innenwand 19 anschließt, da auf diese Weise keine Turbulenzen oder Strömungsverluste des Fluids verursacht werden.
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Über die Strömungsleitfläche 16 wird das Fluid in Richtung des freien Endes 21 des Strömungsleitelements 15 geführt. Weil dieses von dem Dichtelement 13 weg zeigt und die Strömungsleitfläche 16 vielmehr wiederum in Richtung der Auslasskanäle 9 gekrümmt ist, wird das Fluid in Richtung der Auslasskanäle 9, wie durch den Strömungsverlauf 22 verdeutlicht, umgelenkt. Auf diese Weise wird zumindest teilweise verhindert, dass das Fluid mit hoher Strömungsgeschwindigkeit auf den Magnetanker 5 oder Bereiche des Dichtelements 13 auftrifft und so unerwünschte Kräfte auf diese aufprägen. Stattdessen wird die Kraft auf das Strömungsleitelement 15 aufgebracht und, da dieses an dem Ventilkörper 3 befestigt ist, in diesen eingeleitet. Aus diesem Grund umgreift das Strömungsleitelement 15 vorteilhafterweise das Dichtelement 13 vollständig. Dabei soll das Strömungsleitelement 15 einen gleichbleibenden Querschnitt, nämlich wie in der 1 angedeutet, aufweisen. Durch das Anordnen des Strömungsleitelements 15 in dem Fluidraum 14 wird verhindert, dass das Fluid unzulässige Kräfte auf den Magnetanker 5 beziehungsweise das Dichtelement 13 aufbringt. Somit wird das Schaltverhalten des Magnetventils 1 deutlich verbessert.
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Die 2 zeigt einen Bereich des Ventilkörpers 3 beziehungsweise des Verschlusselements 6 und des Strömungsleitelements 15. Dabei wird deutlich, dass sowohl der Ventilkörper 3 als auch das Strömungsleitelement 15 jeweils eine Stufe 23 beziehungsweise 24 aufweisen. Die Stufen 23 und 24 greifen ineinander ein, um eine Abstützung des Strömungsleitelements 15 in axialer Richtung nach oben an dem Ventilkörper 3 zu realisieren. Auf diese Weise ist eine formschlüssige Befestigung des Strömungsleitelements 15 an dem Ventilkörper 3 realisiert. Zusätzlich ist eine stoffschlüssige Befestigung vorgesehen, beispielsweise über eine Klebung.
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Die 3 zeigt eine weitere Ausführungsform des Magnetventils 1. Der Aufbau dieser Ausführungsform ist ähnlich der in 1 gezeigten. Insofern sei grundsätzlich auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen. In dem Fluidraum 14 des Magnetventils 1 liegt jedoch ein anderer Strömungsverlauf 22 vor als bei der Ausführungsform der 1. Da Fluid tritt hier nicht radial aus dem Ventilsitz 8 aus, sondern legt sich derart an das Dichtelement 13 an, dass ein nahezu axialer Verlauf (bezogen auf die Längsachse 12) vorliegt. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, ist das das freie Ende 21 des Strömungsleitelements 15 zu dem Dichtelement 13 hin geneigt. Zusätzlich ist an dem freien Ende eine Dichtlippe 25 vorgesehen, welche mit einer Dichtfläche 26 des Dichtelements 13 zusammenwirkt. Die linke Hälfte der 3 zeigt dabei eine Ausführungsform des Magnetventils 1, bei welcher das Dichtelement 13 im Bereich der Dichtfläche 26 konisch ausgebildet ist, wobei es sich in Richtung des Ventilsitzes 8 verjüngt.
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Auf der rechten Seite der 3 ist eine alternative Ausführungsform gezeigt, bei welcher das Dichtelement 13 im Bereich der Dichtfläche 26 zylindrisch ist. Bei letzterer Ausführungsform wird gewährleistet, dass die Dichtlippe 25 stets in Dichtkontakt mit der Dichtfläche 26 steht, unabhängig von einer Stellung des Dichtelements 13. Mittels der Dichtlippe 25 und der Dichtfläche 26 kann verhindert werden, dass die zumindest mit einer axialen Strömungskomponente aus dem Ventilsitz 8 austretende Fluid zwischen dem Strömungsleitelement 15 und dem Dichtelement 13 hindurchtreten und so auf den Magnetanker 5 eine Strömungskraft aufprägen kann. Auf diese Weise wird das Schaltverhalten des Magnetventils 1 deutlich verbessert. Dies ist sowohl für die Ausführungsform der 1 als auch für die Ausführungsformen der 3 der Fall.