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Stand der Technik
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Ventils, insbesondere eines Kraftstoffeinspritzventils einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs, bei dem eine Hilfsgröße in Abhängigkeit mindestens einer elektrischen Betriebsgröße eines eine Komponente des Ventils, insbesondere eine Ventilnadel, antreibenden elektromagnetischen Aktors erhalten und auf das Auftreten eines vorgebbaren Merkmals hin untersucht wird.
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Die Erfindung betrifft ferner ein Steuergerät zum Betreiben eines derartigen Ventils.
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Verfahren und Vorrichtungen der vorstehend genannten Art werden üblicherweise dazu verwendet, um Informationen über einen Betriebszustand des Ventils zu erlangen. Besonders wichtige Betriebszustandsänderungen wie beispielsweise ein Übergang von einem Öffnungszustand in einen Schließzustand sind zumindest in einigen Betriebsarten bzw. -punkten herkömmlicher Einspritzventile aus Extrema eines zeitlichen Verlaufs der Hilfsgröße ableitbar.
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Insbesondere bei geringen Ansteuerdauern und/oder geringen Ventilhüben des Ventils ist jedoch die Auswertegenauigkeit der herkömmlichen Verfahren oftmals unzureichend.
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Offenbarung der Erfindung
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Demgemäß ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und ein Steuergerät der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, dass eine präzisere Auswertung und die Erlangung von Informationen über einen Betriebszustand auch bei geringen Ventilhüben des Ventils möglich sind.
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Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eine das Betriebsverhalten des elektromagnetischen Aktors charakterisierende Referenzgröße ermittelt wird, dass die Hilfsgröße in Abhängigkeit von der Referenzgröße modifiziert wird, um eine modifizierte Hilfsgröße zu erhalten, und dass die modifizierte Hilfsgröße auf das Auftreten des vorgebbaren Merkmals hin untersucht wird.
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Untersuchungen der Anmelderin haben ergeben, dass eine derartige, erfindungsgemäße Aufbereitung der Hilfsgröße eine besonders präzise Auswertung ermöglicht, wodurch insbesondere auch bei geringen Ansteuerdauern beziehungsweise Ventilhüben eine große Auswertegenauigkeit hinsichtlich der Erkennung von Betriebszustandsänderungen des Ventils gegeben ist.
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Besonders vorteilhaft wird einer Erfindungsvariante zufolge ein zeitlicher Verlauf einer Aktorspannung oder eines Aktorstroms als die mindestens eine elektrische Betriebsgröße zur Bildung der Hilfsgröße verwendet, das bedeutet, ein zeitlicher Verlauf einer elektrischen Spannung, die an einer Magnetspule des elektromagnetischen Aktors anliegt oder ein zeitlicher Verlauf des durch die Magnetspule fließenden Stroms.
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Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass unabhängig von der spezifischen Bildung der Hilfsgröße (z. B. über Aktorspannung und/oder Aktorstrom) stets ein erster Signalanteil der Hilfsgröße vorhanden ist, der aufgrund der magnetischen und elektrischen Eigenschaften des Magnetkreises des elektromagnetischen Aktors generiert wird, und ein zweiter Signalanteil, der durch eine Bewegung von Elementen des Magnetkreises und damit durch die Veränderung von Geometrieparametern des Magnetkreises generiert wird.
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In solchen Betriebsbereichen, in denen sich der Magnetanker als bewegliche Komponente des Magnetkreises nur verhältnismäßig wenig weit (tatsächlicher Hub wesentlich geringer als maximaler Nennhub) bzw. schnell bewegt, sinkt der Anteil des durch die Ankerbewegung generierten Signals an der Hilfsgröße, während der erste Signalanteil der Hilfsgröße, der aufgrund der magnetischen und elektrischen Eigenschaften des Magnetkreises des elektromagnetischen Aktors generiert wird, im wesentlichen gleich bleibt.
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Dadurch wird das Auffinden eines vorgebbaren Merkmals in der Hilfsgröße bei herkömmlichen Verfahren erschwert.
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Unter Verwendung der erfindungsgemäßen Referenzgröße, die bevorzugt den erste Signalanteil der Hilfsgröße nachbildet, der aufgrund der magnetischen und elektrischen Eigenschaften des Magnetkreises des elektromagnetischen Aktors generiert wird, kann somit vorteilhaft gezielt der besonders interessierende zweite Signalanteil, der durch eine Bewegung von Elementen des Magnetkreises und damit durch die Veränderung von Geometrieparametern des Magnetkreises generiert wird, ausgewertet werden.
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Eine besonders effiziente Auswertung ergibt sich einer weiteren vorteilhaften Erfindungsvariante zufolge dann, wenn die Referenzgröße mittels eines Modells erhalten wird, das ein dynamisches Verhalten des elektromagnetischen Aktors, insbesondere seines Magnetkreises, nachbildet.
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Besonders vorteilhaft kann hierzu einer weiteren Erfindungsvariante zufolge vorgesehen sein, dass das Modell einen zeitlichen Verlauf der mindestens einen elektrischen Betriebsgröße und/oder der Hilfsgröße nachbildet, insbesondere wie er sich ohne eine Bewegung einer bewegbaren Komponente (z. B. Magnetanker) des elektromagnetischen Aktors ergibt.
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Alternativ oder ergänzend kann die Referenzgröße in Abhängigkeit der mindestens einen elektrischen Betriebsgröße erhalten werden, besonders bevorzugt aus solchen Werten der mindestens einen elektrischen Betriebsgröße, wie sie sich in einer Betriebsart des elektromagnetischen Aktors ergeben, in der sich keine Bewegung einer bewegbaren Komponente (z. B. Magnetanker) des elektromagnetischen Aktors ergibt. Die Werte der mindestens einen elektrischen Betriebsgröße werden hierzu bevorzugt während einer besonderen Ansteuerung des elektromagnetischen Aktors messtechnisch erfasst. Die besondere Ansteuerung, beispielsweise gekennzeichnet durch eine verhältnismäßig geringe Ansteuerdauer, stellt vorteilhaft sicher, dass trotz der Ansteuerung nicht bereits eine Ankerbewegung eintritt.
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Eine weitere sehr vorteilhafte Erfindungsvariante sieht vor, dass die modifizierte Hilfsgröße dadurch erhalten wird, dass die Referenzgröße subtrahiert wird von der Hilfsgröße, was besonders geringe Anforderungen an ein das erfindungsgemäße Verfahren ausführendes Steuergerät beziehungsweise eine darin enthaltene Recheneinheit stellt.
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Es ist einer weiteren vorteilhaften Erfindungsvariante zufolge ferner möglich, dass eine Differenz zwischen der Hilfsgröße und der Referenzgröße dividiert wird durch die Hilfsgröße und/oder die Referenzgröße, um die modifizierte Hilfsgröße zu erhalten.
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Die erfindungsgemäße Referenzgröße kann einer weiteren sehr vorteilhaften Erfindungsvariante zufolge nach ihrer Ermittlung gespeichert werden, so dass sie für eine zukünftige Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verfügung steht und nicht stets neu ermittelt werden muss.
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Als eine weitere Lösung der Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung gemäß Patentanspruch 14 angegeben.
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Von besonderer Bedeutung ist die Realisierung des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens in Form eines Computerprogramms, das auf einem elektronischen und/oder optischen Speichermedium abgespeichert sein kann, und das von einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung z. B. für eine Brennkraftmaschine ausführbar ist.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.
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In der Zeichnung zeigt:
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1 eine schematische Darstellung einer Brennkraftmaschine mit mehreren erfindungsgemäß betriebenen Einspritzventilen,
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2a bis 2c schematisch eine Detailansicht eines Einspritzventils aus 1 in drei unterschiedlichen Betriebszuständen,
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3 ein vereinfachtes Flussdiagramm einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens,
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4 schematisch einen zeitlichen Verlauf eines Ansteuerstroms für ein erfindungsgemäß betriebenes Ventil,
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5 einen zeitlichen Verlauf einer aus einer elektrischen Betriebsgröße des Ventils aus 2a erhaltenen Hilfsgröße sowie erfindungsgemäß daraus abgeleitete Größen, und
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6 ein Funktionsdiagramm zur Implementierung einer Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens.
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Eine Brennkraftmaschine trägt in 1 insgesamt das Bezugszeichen 10. Sie umfasst einen Tank 12, aus dem ein Fördersystem 14 Kraftstoff in ein Common-Rail 16 fördert. An dieses sind mehrere elektromagnetisch betätigte Einspritzventile 18a bis 18d angeschlossen, die den Kraftstoff direkt in ihnen zugeordnete Brennräume 20a bis 20d einspritzen. Der Betrieb der Brennkraftmaschine 10 wird von einer Steuer- und Regeleinrichtung 22 gesteuert beziehungsweise geregelt, die unter anderem auch die Einspritzventile 18a bis 18d ansteuert.
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Die 2a bis 2c zeigen schematisch das Einspritzventil 18a gemäß 1 in insgesamt drei verschiedenen Betriebszuständen. Die weiteren in 1 abgebildeten Einspritzventile 18b, 18c, 18d weisen eine entsprechende Struktur und Funktionalität auf.
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Das Einspritzventil 18a weist einen elektromagnetischen Aktor auf, der eine Magnetspule 26 und einen mit der Magnetspule 26 zusammenwirkenden Magnetanker 30 besitzt. Der Magnetanker 30 ist so mit einer Ventilnadel 28 des Einspritzventils 18a verbunden, dass er bezogen auf eine in 2a vertikale Bewegungsrichtung der Ventilnadel 28 mit einem nichtverschwindenden mechanischen Spiel relativ zu der Ventilnadel 28 bewegbar ist.
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Dadurch ergibt sich ein zweiteiliges Massensystem 28, 30, welches den Antrieb der Ventilnadel 28 durch den elektromagnetischen Aktor 26, 30 bewirkt. Durch diese zweiteilige Konfiguration wird die Montierbarkeit des Einspritzventils 18a verbessert und ein unerwünschtes Zurückprellen der Ventilnadel 28 bei dem Auftreffen in ihrem Ventilsitz 38 wird verringert.
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Bei der vorliegend in 2a veranschaulichten Konfiguration wird das axiale Spiel des Magnetankers 30 auf der Ventilnadel 28 durch zwei Anschläge 32 und 34 begrenzt. Zumindest der in 2a untere Anschlag 34 könnte jedoch auch durch einen Bereich des Gehäuses des Einspritzventils 18a realisiert sein.
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Die Ventilnadel 28 wird von einer Ventilfeder 36 wie in 2a abgebildet mit einer entsprechenden Federkraft gegen den Ventilsitz 38 im Bereich des Gehäuses 40 beaufschlagt. In 2a ist das Einspritzventil 18a in seinem geöffneten Zustand gezeigt. In diesem geöffneten Zustand wird der Magnetanker 30 durch eine Bestromung der Magnetspule 26 in 2a nach oben bewegt, so dass er unter Eingreifen in den Anschlag 32 die Ventilnadel 28 gegen die Federkraft aus ihrem Ventilsitz 38 herausbewegt. Dadurch kann Kraftstoff 42 von dem Einspritzventil 18a in den Brennraum 20a (1) eingespritzt werden.
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Sobald die Bestromung der Magnetspule 26 durch das Steuergerät 22 (1) beendet wird, bewegt sich die Ventilnadel 28 unter Einwirkung der von der Ventilfeder 36 ausgeübten Federkraft auf ihren Ventilsitz 38 zu und nimmt den Magnetanker 30 mit. Eine Kraftübertragung von der Ventilnadel 28 auf den Magnetanker 30 erfolgt hierbei wiederum durch den oberen Anschlag 32.
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Sobald die Ventilnadel 28 ihre Schließbewegung mit dem Auftreffen auf dem Ventilsitz 38 beendet, kann sich der Magnetanker 30, wie in 2b abgebildet, aufgrund des axialen Spiels in 2b nach unten weiterbewegen, bis er, wie in 2c veranschaulicht ist, an dem zweiten Anschlag 34 anliegt.
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Erfindungsgemäß wird das nachfolgend unter Bezugnahme auf das Flussdiagramm gemäß 3 beschriebene Verfahren durchgeführt, um besonders präzise Informationen über einen Betriebszustand bzw. eine Betriebszustandsänderung des Einspritzventils 18a zu erhalten.
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In einem ersten Schritt 100 des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine elektrische Betriebsgröße des elektromagnetischen Aktors 26, 30 (2a), vorliegend beispielsweise die Aktorspannung, die an der Magnetspule 26 des Aktors anliegt, erfasst. Dies kann in an sich bekannter Weise durch in das Steuergerät 22 (1) integrierte Messtechnik erfolgen. In Abhängigkeit der Aktorspannung u wird sodann, ebenfalls in Schritt 100, eine Hilfsgröße m (5) gebildet.
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Im einfachsten Fall kann die Hilfsgröße m identisch sein zu der Aktorspannung. Die Hilfsgröße m kann jedoch auch ganz allgemein als Funktion der Aktorspannung und/oder des Aktorstroms durch die Magnetspule 26 erhalten werden. Eine Filterung sowie weitere geläufige Verfahren der Signalverarbeitung können ebenfalls verwendet werden, um die Hilfsgröße m aus der Aktorspannung und/oder dem Aktorstrom zu erhalten.
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In einem nachfolgenden Schritt 110 wird eine Referenzgröße mref (5) ermittelt, die das Betriebsverhalten des elektromagnetischen Aktors 26, 30 charakterisiert.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Referenzgröße mref mittels eines Modells 200 (6) erhalten, das ein dynamisches Verhalten des elektromagnetischen Aktors 26, 30, insbesondere seines Magnetkreises, nachbildet. Besonders vorteilhaft kann hierzu vorgesehen sein, dass das Modell 200 einen zeitlichen Verlauf der mindestens einen elektrischen Betriebsgröße (Aktorspannung, Aktorstrom) und/oder der Hilfsgröße m nachbildet, insbesondere wie er sich ohne eine Bewegung einer bewegbaren Komponente – vorliegend des Magnetankers 30 – des elektromagnetischen Aktors ergibt.
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Nachfolgend wird in Schritt 120 des erfindungsgemäßen Verfahrens die Hilfsgröße m in Abhängigkeit von der Referenzgröße mref modifiziert, um eine modifizierte Hilfsgröße mmod (5) zu erhalten.
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Die auf die vorstehend beschriebene Weise modifizierte Hilfsgröße mmod weist Untersuchungen der Anmelderin zufolge eine besonders starke Korrelation mit wichtigen Betriebszustandsänderungen des Ventils 18a auf und ist daher optimal geeignet zum Auffinden solcher Betriebszustandsänderungen.
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Insbesondere ist es durch die Bildung der modifizierten Hilfsgröße möglich, mit großer Präzision einen hydraulischen Schließzeitpunkt des Ventils 18a zu ermitteln, zu dem die Ventilnadel 28 ihre Schließlage im Bereich der Spritzlöcher bzw. des Ventilsitzes 38 erreicht.
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4 zeigt schematisch einen beispielhaften zeitlichen Verlauf eines Ansteuerstroms I für den elektromagnetischen Aktor 26, 30 (2a) des Ventils 18a während einer Ansteuerung für eine Kraftstoffeinspritzung.
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Um ein schnelles Öffnen des Ventils 18a ausgehend von seinem Schließzustand zu t = t0 zu ermöglichen, wird der Ansteuerstrom I von dem Zeitpunkt t0, der dem Ansteuerbeginn entspricht, von dem Wert I = 0 bis auf den Boosterstrom Iboost erhöht. Der Boosterstrom Iboost ist zu dem Zeitpunkt t1 erreicht. Bis zu dem darauf folgenden Zeitpunkt t2 wird der Boosterstrom aufrechterhalten.
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Zu dem Ende t2 der sogenannten Boosterphase, die zwischen dem Zeitpunkt t0 und dem Zeitpunkt t2 liegt, kann davon ausgegangen werden, dass das Ventil 18a seinen Öffnungszustand erreicht hat. Um das Ventil auch für Zeitpunkte t t2 weiter geöffnet zu halten, wird der Ansteuerstrom I nun nicht auf Null sondern auf den sog. Haltestrom Ih reduziert.
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Der Haltestrom Ih wird gemäß 4 bis zu dem Zeitpunkt t3 aufrechterhalten. Die Zeitdifferenz t3 – t0 definiert hierbei die gesamte elektrische Ansteuerdauer ET des Ventils 18a bzw. seines elektromagnetischen Aktors 26, 30.
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Zu dem Ende der Ansteuerdauer ET, d. h. ab t = t3, wird der elektromagnetische Aktor 26, 30 von dem Steuergerät 22 nicht mehr mit einem Ansteuerstrom bzw. einer entsprechenden Ansteuerspannung beaufschlagt, so dass sich der noch bestehende Ansteuerstrom den Induktionsgesetzen folgend schließlich bis zu dem Zeitpunkt t4 zu Null abbaut.
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5 zeigt einen zeitlichen Verlauf des Nadelhubs h der Ventilnadel 28 (2a), wie er sich während einer Ansteuerung gemäß dem vorstehend beschriebenen Ansteuerstromverlauf I, vergleiche 4, bei sehr kleinen elektrischen Ansteuerdauern ET ergibt.
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Bei solchen Ansteuervorgängen, bei denen eine verhältnismäßig geringe Ansteuerdauer ET beziehungsweise ein verhältnismäßig geringer maximaler Ventilhub h gegeben ist, weist die Hilfsgröße m üblicherweise keine unmittelbar auf sehr einfache Weise auswertbaren Merkmale auf, um den tatsächlichen hydraulischen Schließzeitpunkt ts (5) zuverlässig festzustellen. Zu dem tatsächlichen Schließzeitpunkt ts weist die erfindungsgemäß betrachtete Hilfsgröße m vorliegend eine nichtverschwindende Krümmung auf, nicht jedoch ein beispielsweise auf einfache Weise zu detektierendes lokales Extremum.
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Die Darstellung der in 5 gezeigten Größen ist nicht maßstabsgerecht. Insbesondere kann die Hilfsgröße m zu dem Zeitpunkt ts tatsächlich einen noch weitaus weniger signifikanten Verlauf aufweisen, als es der vorliegenden Abbildung der 5 entspricht.
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Demgemäß wird unter Anwendung des erfindungsgemäßen Prinzips eine Referenzgröße mref gebildet, um eine effiziente Auswertung der Hilfsgröße m zu ermöglichen.
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Eine erfindungsgemäße Modifikation der Hilfsgröße m mittels der Referenzgröße mref führt auf die modifizierte Hilfsgröße mmod, die wie aus 5 ersichtlich ein ausgeprägtes lokales Minimum Min zu dem Schließzeitpunkt ts aufweist.
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Demnach ermöglicht die erfindungsgemäße Bildung der Referenzgröße mref und die anschließende Modifikation der Hilfsgröße m in Abhängigkeit der Referenzgröße mref, wodurch eine modifizierte Hilfsgröße mmod erhalten wird, vorteilhaft eine einfache Auswertung der Hilfsgröße m beziehungsweise der modifizierten Hilfsgröße mmod auf das Vorhandensein einer Betriebszustandsänderung wie den vorstehend beschriebenen Schließvorgang des Ventils 18a.
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Untersuchungen der Anmelderin zufolge hat sich das erfindungsgemäße Prinzip insbesondere bei verhältnismäßig kurzen Ansteuerdauern ET sowie verhältnismäßig geringen maximalen Nadelhüben h als besonders zuverlässig erwiesen.
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Bei den vorstehend beschriebenen Größen Hilfsgröße m, Referenzgröße mref, modifizierte Referenzgröße mmod handelt es sich bevorzugt um einen entsprechenden zeitlichen Verlauf der betreffenden Größen. Bei einer Ausführung des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens mit Hilfe einer digitalen Signalverarbeitung ist die Abtastrate für die entsprechenden Größen m, mref, mmod entsprechend der gewünschten Präzision hinreichend hoch zu wählen.
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Eine rechnerisch besonders wenig aufwändige Bildung der modifizierten Hilfsgröße mmod ist dadurch gegeben, dass die Referenzgröße mref von der Hilfsgröße m subtrahiert wird.
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Es kann erfindungsgemäß ferner vorgesehen sein, dass eine Differenz erhalten wird aus den Größen m, mref, die ihrerseits dividiert wird durch die Hilfsgröße m und/oder die Referenzgröße mref, um die modifizierte Hilfsgröße mmod zu erhalten, z. B.: mmod = (m – mref)/m.
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6 zeigt beispielhaft ein Blockdiagramm einer Rechenstruktur zur Ermittlung der erfindungsgemäßen modifizierten Hilfsgröße mmod. Mittels des erfindungsgemäßen Modells 200 wird die Referenzgröße mref aus der Aktorspannung u gebildet.
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Die Hilfsgröße m wird mittels des Funktionsblocks 201 – vorliegend ebenfalls in Abhängigkeit der Aktorspannung u – erhalten.
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Wie bereits beschrieben, kann im einfachsten Fall die Hilfsgröße m identisch sein zu der Aktorspannung u. In diesem Fall kann auf den Funktionsblock 201 verzichtet werden. Die Hilfsgröße m kann jedoch auch ganz allgemein als Funktion der Aktorspannung u und/oder des Aktorstroms I durch die Magnetspule 26 erhalten werden. Eine Filterung sowie weitere geläufige Verfahren der Signalverarbeitung können ebenfalls verwendet werden, um die Hilfsgröße m aus der Aktorspannung und/oder dem Aktorstrom zu erhalten.
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Die Referenzgröße mref und die Hilfsgröße m selbst werden dann dem Differenzbildner 202 zugeführt, der hieraus die Differenz m – mref ermittelt. Aufgrund der erfindungsgemäßen Eigenschaften der Referenzgröße mref gibt die am Ausgang des Funktionsblocks 202 erhaltene Differenz m – mref im wesentlichen einen Signalanteil der Hilfsgröße m wieder, wie er sich aufgrund der Ankerbewegung des Magnetankers 30 (2A) ergibt.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann diese Differenz daher direkt als eine auf ein interessierendes Merkmal, z. B. ein lokales Minimum Min (5), hin zu untersuchende modifizierte Hilfsgröße mmod verwendet werden.
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Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Referenzgröße mref anstelle des Modells 200 (6) direkt in Abhängigkeit mindestens einer elektrischen Betriebsgröße wie z. B. der Aktorspannung u oder dem Aktorstrom I erhalten, und zwar aus solchen Werten dieser Größen(n) u, I, wie sie sich in einer Betriebsart des elektromagnetischen Aktors 26, 30 ergeben, in der sich keine Bewegung der bewegbaren Komponente, d. h. vorliegend des Magnetankers 30 des elektromagnetischen Aktors 26, 30 ergibt.
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Hierzu kann der elektromagnetische Aktor 26, 30 beispielsweise gezielt so angesteuert werden, dass sich nicht bereits eine Aktorbewegung ergibt. Dies wird beispielsweise durch eine hinreichend kurze Ansteuerdauer ET erreicht. Während der Ansteuerung werden die Werte der mindestens einen elektrischen Betriebsgröße u, I messtechnisch erfasst, um fortan als Referenzgröße mref im Sinne des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet zu werden.
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Besonders vorteilhaft kann die erfindungsgemäß ermittelte Referenzgröße mref auch nach ihrer Ermittlung 110 (3) für eine zukünftige Verwendung gespeichert werden, so dass eine stets neue Ermittlung nicht erforderlich ist.
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Obwohl das erfindungsgemäße Verfahren vorzugsweise zum Auffinden von Merkmalen Min verwendet wird, die mit herkömmlichen Verfahren nicht ermittelbar sind, können generell auch andere, einfacher detektierbare Betriebszustandsänderungen unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ermittelt werden, was eine einheitliche Auswertung und einen entsprechend geringen Aufwand mit sich bringt.
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Die alternierende Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit anderen Detektionsverfahren zur Erkennung weiterer Merkmale der Hilfsgröße m ist ebenfalls denkbar.
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Das erfindungsgemäße Prinzip ist unabhängig davon anwendbar, ob die das interessierende Merkmal Min aufweisende Hilfsgröße m mittels einer analogen oder digitalen Signalverarbeitung erhalten wird oder unter Durchführung an sich bekannter Signalverarbeitungsprozesse bzw. Aufbereitungen wie z. B. Filterung, Differenzierung, Integration. In solchen Fällen ist lediglich sicherzustellen, dass das Modell 200 mit den eingesetzten Signalverarbeitungsprozessen korrespondierende Verarbeitungsschritte nachbildet, damit die modellbasiert erhaltene Referenzgröße mref zu der auszuwertenden Hilfsgröße m passt.
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Dasselbe gilt für die Erfindungsvarianten, bei denen anstelle einer modellbasierten Ermittlung der Referenzgröße mref die Referenzgröße mref aus messtechnisch erhaltenen Größen u, I ermittelt wird.
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Bei den Erfindungsvarianten, bei denen die Referenzgröße mref aus messtechnisch erhaltenen Größen u, I ermittelt wird, ist es ferner besonders wichtig, dass bei der Ansteuerung des Aktors 26, 30 zur Ermittlung entsprechender Messwerte der Größen u, I für die Bildung der Referenzgröße mref der Aktor bzw. das Ventil 18a einen sicher geschlossenen Zustand aufweist, um nicht durch die Ankerbewegung generierte Signalanteile als Bestandteile der Referenzgröße mref zu erhalten.