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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung,
welche eine ausführbare Kommunikationsprotokollbeschreibung
verwenden, um beispielsweise eine Datenverbindung bereitzustellen.
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Hintergrund der Erfindung
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Das
OSI-Schichtmodell oder OSI-Referenzmodell (Open System Interconnection
Reference Model) ist ein Schichtenmodell der internationalen Standardisierungsorganisation
(ISO), welches eine Designgrundlage für Kommunikationsprotokolle
darstellt. Das OSI-Referenzmodell (Open System Interconnection Reference
Model) beschreibt, wie Informationen von einer Softwareanwendung
in einer Vorrichtung durch ein Netzmedium zu einer Softwareanwendung
in einer anderen Vorrichtung übertragen werden.
Das OSI-Referenzmodell ist ein konzeptionelles Modell, welches aus
sieben Schichten gebildet ist, welche jeweils spezielle Netzfunktionen
spezifizieren. Das OSI-Modell teilt die Aufgaben, welche einen Informationstransport
zwischen Netzvorrichtungen betreffen, in sieben kleinere besser
verwaltbare Aufgabengruppen. Eine Aufgabe oder eine Gruppe von Aufgaben
ist jeder Schicht des OSI-Modells zugeordnet. Die oberste Schicht
ist die Anwendungsschicht, welcher die Darstellungsschicht, die
Sitzungsschicht, die Transportschicht, die Vermittlungsschicht,
die Datensicherungsschicht und die physikalische Übertragungsschicht
folgen. Jede Schicht ist einigermaßen in sich abgeschlossen,
so dass die den einzelnen Schichten zugeordneten Aufgaben unabhängig realisiert
werden können.
Dies ermöglicht, dass
die Lösungskonzepte,
welche von einer Schicht angeboten werden, aktualisiert werden können, ohne die
anderen Schichten ungünstig
zu beeinflussen. Standardkommunikationsmodelle, welche konzeptionell
auf dem OSI-Modell
basieren, umfassen TCP/IP, SS7 (Signalisierungssystem Nr. 7), AppleTalk,
SNA (Systems Network Architecture), DSL (Digital Subscriber Line),
UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) usw.
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Jede
Schicht eines Kommunikationsmodells ist durch eine spezielle Struktur
und ein entsprechendes Protokoll definiert. Die Struktur bestimmt,
wie Informationen in einer bestimmten Schicht angeordnet oder organisiert
werden und wird häufig
als Dateneinheit oder Data Unit bezeichnet. Zum Beispiel werden Informationen
als Rahmen in der Datensicherungsschicht (Data Link Layer, als Pakete
in der Vermittlungsschicht (Network Layer), als Segmente oder Datagramme
in der Transportschicht (Transport Layer) und als Daten in der Sitzungsschicht
(Session Layer), der Darstellungsschicht (Presentation Layer) und
der Anwendungsschicht (Application Layer) in dem OSI-Modell organisiert.
Die eigentliche Kommunikation wird durch Verwendung der Kommunikationsprotokolle
ermöglicht.
Im Zusammenhang mit einer Datenkommunikation ist ein Protokoll eine
formale Gruppe von Regeln und Vereinbarungen, welche einen Informationsaustausch über ein
Kommunikationsmedium steuern. Ein Protokoll realisiert die Funktionen
von einer oder mehreren der OSI-Schichten.
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Bei
einer Datenkommunikation unterscheiden sich die Schichtstrukturen
und Schichtprotokolle häufig
von Kommunikationsstandard zu Kommunikationsstandard. Nachfolgend
wird der Begriff „Kommunikationsstandard” auch kurz
als „Standard” bezeichnet
werden. ATM-Zellen (Asynchroner Transfermodus) verwenden beispielsweise
eine andere Rahmenstruktur mit anderen Führungsbits (Headerbits) als
Ethernetrahmen. Von daher verwenden Ethernet und ATM nicht das gleiche
Protokoll für
die Rahmenverarbeitung. VDSL-Standards (Very High Bitrate DSL, DSL
mit sehr hohen Bitraten) verwenden andere Rahmenstrukturen als ADSL-Standards
(Asymmetrisches DSL). 3GPP (Partnerprojekt der dritten Generation)
verwendet eine andere Rahmenstruktur als WLAN (Wireless Local Area
Network, Drahtloses lokales Netz). Weiterhin können unterschiedliche Standards,
welche von unterschiedlichen Standardisierungsorganisationen bereitgestellte
werden, unterschiedliche Protokolle oder Strukturen verwenden.
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Um
konform zu einem speziellen Kommunikationsstandard, wie z. B. ATM,
Ethernet, WLAN, 3GPP-Standards wie z. B. UMTS (Universal Mobile Telecommunications
System) oder LTE (Long Term Evolution) usw., zu sein, sind herkömmliche
Kommunikationsvorrichtungen derart ausgestaltet, dass sie zu den
Strukturen und Protokollen, welche dem Standard zugeordnet sind,
passen, d. h. sie unterstützen die
Strukturen und Protokolle. Die Struktur und das Protokoll, welche
einer einzelnen Schicht des Standards zugeordnet sind, sind standardisiert
und im Voraus bestimmt. Zum Beispiel weist das PPPoE (Point-to-Point
Protocol over Ethernet, ein Punkt-zu-Punkt Protokoll über Ethernet)
eine Rahmenstruktur mit vorbestimmten Feldern auf, wie z. B. eine
Quelladresse und eine Zieladresse, einen PPPoE-Kopf (PPPoE Header), eine PPP ID, eine
Nutzlast usw. Die unterschiedlichen Felder sind an bestimmten Stellen
innerhalb eines PPPoE-Rahmens angeordnet. Die Standardisierung der
Strukturen und Protokolle eines Kommunikationsstandards stellt eine
Kompatibilität
und Interoperabilität über unterschiedliche
Vorrichtungsplattformen hinweg sicher.
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Ein
Verwenden von Standardstrukturen und Protokollen, um ein Kommunikationsmodell
zu realisieren, begrenzt jedoch die Möglichkeit der Kommunikationsvorrichtungen,
ihre Leistungsfähigkeit
sich ändernden
Betriebsbedingungen im Feld anzupassen. Zum Beispiel können bestimmte
Kanalgegebenheiten eine optimalere Rahmenstruktur und/oder ein optimaleres
Protokoll für
die Datensicherungsschicht rechtfertigen als diese von der Standardrahmenstruktur
und/oder dem Standardprotokoll der Datensicherungsschicht bereitgestellt
werden. Höhere Schichten
des Kommunikationsstandards können auch
von optimaleren Strukturen und Protokollen in Anbetracht anderer
Betriebsbegebenheiten profitieren. Die Leistungsvorteile, welche
mit optimaleren Schichtstrukturen und Protokollen in Verbindung
stehen, sind jedoch nicht mit herkömmlichen Kommunikations vorrichtungen
erreichbar, da die Vorrichtungen nur eine geringe oder keine Flexibilität in der
Art und Weise, wie ihre Schichtstrukturen und Schichtprotokolle
realisiert sind, um einen bestimmten Kommunikationsstandard zu unterstützen, aufweisen. Eine
Verwendung verhältnismäßig fester
Strukturen und Protokolle, um einen Kommunikationsstandard zu realisieren,
verhindert, dass Vorrichtungen effizientere Strukturen und Protokolle
realisieren, wenn Betriebsbedingungen derartige Änderungen rechtfertigen. Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, die zuvor beschriebenen
Probleme zu lösen
und eine flexiblere Datenkommunikationsprotokollhandhabung zu erreichen.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Diese
Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung
durch ein Verfahren nach Anspruch 1 und eine Vorrichtung nach Anspruch
9 gelöst.
Die abhängigen
Ansprüche
definieren bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung werden Daten von einer ersten Kommunikationsvorrichtung zu
einer zweiten Kommunikationsvorrichtung gemäß einer oder mehrerer Kommunikationsschichtfunktionen
eines Kommunikationsstandards, welcher zumindest eine Datensicherungsschichtfunktion
aufweist, übertragen.
Eine ausführbare
Beschreibung von zumindest einer neuen Datensicherungsschichtfunktion
wird in der ersten Kommunikationsvorrichtung erzeugt. Zumindest
die Datensicherungsschichtfunktion des Kommunikationsstandards wird durch
die neue Datensicherungsschichtfunktion in der ersten Kommunikationsvorrichtung
ersetzt.
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Die
Datensicherungsschicht wird auch als Sicherungsschicht, Abschnittssicherungsschicht, Verbindungssicherungsschicht,
Verbindungsebene oder im Englischen Data Link Layer bezeichnet und bezeichnet
die Schicht 2 des OSI-Schichtenmodell.
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Aufgrund
des Lesens der nachfolgenden detaillierten Beschreibung und aufgrund
des Betrachtens der beigefügten
Zeichnungen wird der Fachmann zusätzliche Eigenschaften und Vorteile
erkennen.
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Kurzbeschreibung der Zeichnungen
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1 stellt
eine Ausführungsform
von Kommunikationsvorrichtungen dar, welche über ein Kommunikationsnetz
verbunden sind.
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2 stellt
eine Ausführungsform
von Kommunikationsvorrichtungen dar, welche über ein DSL-Kommunikationsnetz
verbunden sind.
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3 stellt
eine Ausführungsform
von Kommunikationsvorrichtungen dar, welche über ein UTRAN-Kommunikationsnetz
verbunden sind.
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4 stellt
eine Ausführungsform
eines programmierbaren Protokollprozessors dar, welcher in Kommunikationsvorrichtungen
enthalten ist.
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5 stellt
eine Ausführungsform
eines Verfahrens zum Einrichten und Aufrechterhalten einer Verbindung
zwischen Kommunikationsvorrichtungen dar.
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6 stellt
eine weitere Ausführungsform
eines programmierbaren Protokollprozessors dar, welcher in Kommunikationsvorrichtungen
enthalten ist.
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Detaillierte Beschreibung
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Nachfolgend
werden exemplarische Ausführungsformen
beschrieben. Die Ausführungsformen behandeln
einen flexibleren Ansatz, um eine Datenkommunikation zu realisieren.
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1 stellt
eine Ausführungsform
einer Hauptkommunikationsvorrichtung 100 dar, welche über ein
Kommunikationsnetz 120 kommunikativ mit einer Anforderungskommunikationsvorrichtung 110 gekoppelt
ist. Das Kommunikationsnetz 120 kann drahtgebunden, drahtlos
oder eine Kombination von beiden sein. Die Anforderungsvorrichtung 110 sendet Anforderungen
an die Hauptvorrichtung 100 für eine Überarbeitung und kann eine
beliebige Art einer drahtgebundenen oder drahtlosen Vorrichtung
umfassen, welche in der Lage ist, mit der Hauptvorrichtung 100 zu
kommunizieren. Die Anforderungsvorrichtung 110 kann z.
B. ein Telekommunikationsmodem oder eine Telekommunikationsverwaltungseinheit
in Verbindung mit einem Telekommunikationsmodem, ein Schreibtischcomputer
oder ein tragbarer Computer, ein Server, ein Router, eine netzwerkfähige tragbare
elektronische Vorrichtung, wie z. B. ein Mobilfunktelefon, ein Smartphone,
eine tragbare Medienabspielvorrichtung, ein PDA usw., oder eine
beliebige andere Art einer elektronischen Vorrichtung sein, welche
für eine
Netzkommunikation geeignet ist. Die Hauptvorrichtung 100 kann
eine beliebige Art einer drahtgebundenen oder drahtlosen Vorrichtung sein,
welche auf Anforderungen reagiert, welche von der Anforderungsvorrichtung 110 empfangen
wurden, und kann ebenso ein Schreibtischcomputer oder tragbarer
Computer, ein Server, eine netzwerkfähige tragbare elektronische
Vorrichtung, wie z. B. ein Mobilfunktelefon, ein Smartphone, eine
tragbare Medienwiedergabeeinrichtung, ein PDA usw., oder eine beliebige
andere Art einer elektronischen Vorrichtung sein, welche für eine Netzkommunikation geeignet
ist.
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Die
Vorrichtungen 100, 110 stehen über das Netz 120 durch
Einrichten einer Verbindung gemäß einem
drahtgebundenen oder drahtlosen Kommunikationsstandard, wie z. B.
xDSL (wobei x für
eine beliebige Art von DSL steht), ATM, Ethernet, WLAN, 3GPP, usw.,
miteinander in Verbindung. Jede Kommunikationsvorrichtung 100, 110 unterstützt einen bestimmten
Kommunikationsstandard, indem sie eine oder mehrere Kommunikationsschichten 130, welche
von dem Standard gefordert werden, realisiert.
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Die
Vorrichtungen 100, 110 können z. B. die sieben Schichten
des OSI-Modells oder eines beliebigen anderen Modells, welches dem
Kommunikationsstandard zugeordnet ist, realisieren. Jede Schicht weist
eine wohl definierte standardisierte Struktur und ein wohl definiertes
standardisiertes Protokoll auf, welche zusammen steuern, wie Informationen über den
gesamten Kommunikationsstapel 130 organisiert und verarbeitet
werden. Die Standardschichtstrukturen und Protokolle ermöglichen,
dass die Vorrichtungen 100, 110 eine Kommunikationsverbindung
untereinander in einer reproduzierbaren und wohl gesteuerten Art
und Weise einrichten. Die Standardschichtstrukturen und Protokolle
bieten jedoch nur eine geringe oder keine Flexibilität in der
Art und Weise, wie Schichtfunktionen definiert werden, da die Strukturen
und Protokolle standardisiert sind.
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Nachdem
die Kommunikationsverbindung zwischen den Vorrichtungen 100, 110 eingerichtet
ist, kann die Hauptvorrichtung 100 auf der Grundlage von
tatsächlichen
Betriebsbedingungen, welche von der Hauptvorrichtung 100 oder
der Anforderungsvorrichtung 110 festgestellt wurden, oder
auf der Grundlage anderer Gegebenheiten oder Parameter, wie sie später detaillierter
beschrieben werden, bestimmen, ob eine optimalere Struktur und/oder
ein optimaleres Protokoll in einer der Kommunikationsschichten 130 realisiert
werden kann. Demzufolge halten die Vorrichtungen 100, 110 nicht
immer die gleichen Standardschichtstrukturen und Protokolle über die
gesamte Zeit, während
die Verbindung aktiv ist, aufrecht. Stattdessen kann die Hauptvorrichtung 100 flexibel
einige oder alle Schichtverarbeitungsfunktionen, welche beim Unterstützen der
Kommunikationsverbindung ausgeführt
werden, modifizieren oder sogar ersetzen, wenn Betriebsbedingungen
dies rechtfertigen. Gemäß einer
Ausführungsform
ist die neue oder modifizierte Schichtstruktur und das neue oder modifizierte
Schichtprotokoll nicht mehr konform zu einem Kommunikationsstandard,
d. h. sie können eine
proprietäre
Struktur oder ein proprietäres
Protokoll aufweisen. Es könnte
z. B. festgestellt werden, dass eine Konfiguration eines Protokolls,
welche nicht konform zu dem Kommunikationsstandard ist, geeigneter
ist, z. B. indem eine Datensicherungsschicht bereitgestellt wird,
welche nicht konform zu den Datenkommunikationsstandards ist. Die
modifizierte Schichtstruktur oder das modifizierte Protokoll können z.
B. alle in den Kommunikationsstandards spezifizierten Funktionen
verwenden, aber das Fehlerkorrekturschema durch eine andere Art
oder eine andere Konfiguration eines Fehlerkorrekturschemas ersetzen,
wenn festgestellt wird, dass das modifizierte Fehlerkorrekturschema
eine bessere Übertragungsleistung
bereitstellt.
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Gemäß einer
Ausführungsform
bestimmt die Hauptvorrichtung 100 auf der Grundlage von
tatsächlichen
Betriebsbedingungen eine sogenannte Adhoc-Kommunikationsschichtstruktur
und/oder ein sogenanntes Adhoc-Kommunikationsschichtprotokoll, d.
h. eine Kommunikationsschichtstruktur eigens zu diesem Zweck und/oder
ein Kommunikationsschichtprotokoll eigens zu diesem Zweck. Jede
neue Schichtverarbeitungsfunktion besteht eigens zu diesem Zweck,
d. h. sie besteht ad hoc, indem die Funktion keine Standardfunktion
ist, sondern stattdessen auf die spezielle Kommunikationsumgebung
zugeschnitten ist, in welcher die Hauptvorrichtung 100 und die
Anforderungsvorrichtung 110 arbeiten. Eine Adhoc-Datensicherungsschichtfunktion
ermöglicht
z. B., dass Daten zwischen der Hauptvorrichtung 100 und
der Anforderungsvorrichtung 110 übertragen werden, und kann
ferner ermöglichen,
dass Fehler, welche in der physikalischen Schicht auftreten können, erfasst
und möglicherweise
korrigiert werden. Die Hauptvorrichtung 100, die Anforderungsvorrichtung 110 oder
andere Vorrichtungen können
die Datenrate, eine Kanalqualität,
eine Bitfehlerrate (BER) und/oder weitere Variablen, welche mit
der Kommunikationsverbindung in Verbindung stehen, messen. Diese
Information kann verwendet werden, um zu bestimmen, ob eine optimalere
Datensicherungsschichtrahmenstruktur und/oder ein optimaleres Datensicherungsschichtprotokoll
realisiert werden können
statt der Standarddatensicherungsstruktur und/oder dem Standarddatensicherungs schichtprotokoll,
welche verwendet wurden, um die Kommunikationsverbindung anfänglich einzurichten.
Gemäß einer
Ausführungsform
kann eine kürzere
Rahmenlänge
vorteilhaft sein, wenn die BER hoch ist oder die Kanalqualität schlecht
ist. Alternativ oder zusätzlich kann
ein robusteres CRC-Protokoll (Cyclic Redundancy Check, Zyklische
Redundanzprüfung)
oder eine andere Art eines Fehlerprüfprotokolls gegenüber dem
Standardfehlerprüfprotokoll,
welches in der Datensicherungsschicht verwendet wird, bevorzugt werden.
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Weitere
Schichten 130 des Kommunikationsstandards können für eine Verbesserung
auf der Grundlage von Betriebsbedingungen, wie z. B. der Art, Qualität und/oder
Zuverlässigkeit
der Anwendung, welche von den Vorrichtungen ausgeführt wird, untersucht
werden. Zum Beispiel weisen VoIP-Anwendungen (Voice over IP, Sprachübertragung über das
Internetprotokoll) eine geringe Verzögerungstoleranz auf und Bankanwendungen
weisen hohe Sicherheitsanforderungen auf. Diese Arten von Betriebsbedingungen
sowie weitere können
berücksichtigt
werden, wenn bestimmt wird, ob eine oder mehrere der Standardschichtstrukturen
und/oder Standardschichtprotokolle, welche von den Vorrichtungen 100, 110 realisiert
werden, zu verändern
oder zu ersetzen sind. Ein Ersetzen von Standardschichtfunktionen
durch optimalere Schichtfunktionen kann eine Vorrichtungsleistung
erhöhen,
eine Vorrichtungszuverlässigkeit
verbessern, einen Leistungsverbrauch verringern usw. Die Entscheidung,
Standardschichtfunktionen zu ersetzen, kann auch auf den Fähigkeiten
der Anforderungsvorrichtung 110, z. B. der Bandbreite,
der Speichergröße, der
Prozessorgeschwindigkeit und/oder der Architektur usw. der Anforderungsvorrichtung 110 basieren.
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Die
Hauptkommunikationsvorrichtung 100 überträgt die neue Schichtinformation
zu der Anforderungsvorrichtung 110 für eine Realisierung. Die Anforderungsvorrichtung 110 bestimmt,
ob sie die neue Schichtstruktur und/oder das neue Schichtprotokoll
unterstützen
kann und zeigt dies der Hauptvorrichtung 100 an. Als Antwort
darauf ersetzt die Hauptvorrichtung 100 zumindest Teile
der Standardschichtverarbeitungsfunktionen, welche in der Hauptvorrichtung 100 realisiert
sind, durch neue Schichtverarbeitungsfunktionen in Abhängigkeit
der Anforderungsvorrichtung 110, welche eine Akzeptanz
der neuen Schichtinformation bestätigt. Die Vorrichtungen 100, 110 setzen
die Kommunikation unter Verwendung der neuen Schichtstruktur(en)
und/oder Schichtprotokoll(le) fort, wodurch eine Vorrichtungsleistung
angesichts tatsächlicher
Betriebsbedingungen optimiert wird. Die Entscheidung, eine oder
mehrere Schichten 130 eines Kommunikationsstandards zu
ersetzen oder zu modifizieren sind, kann während eines Aufbaus oder einer
Initialisierungszeit, während
die Kommunikationsverbindung eingerichtet wird, oder kurz danach
getroffen werden. Die Entscheidung, eine oder mehrere Schichtfunktionen
zu verändern oder
zu ersetzen, kann gelegentlich wieder auftreten, während die
Verbindung aktiv bleibt, um geänderten Betriebsbedingungen,
wie z. B. einer geänderten BER,
Datenrate, Kanalqualität
usw., Rechnung zu tragen. Die Betriebsbedingungen, welche gemessen werden,
um Schichtverarbeitungsentscheidungen zu treffen, können mit
einer beliebigen Schicht des Kommunikationsstandards in Verbindung
stehen, welche z. B. von der physikalischen Schicht (Phys. Übertragung)
zu der Anwendungsschicht bei dem OSI-Modell reichen.
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Bestimmte
Kommunikationsstandards, wie z. B. DSL, ermöglichen eine verhältnismäßig direkte Vorrichtungskommunikation
in einer sicheren Netzumgebung. Andere Kommunikationsstandards,
wie z. B. Ethernet, WLAN, usw., verwenden Zwischenstellennetzknoten 140,
um eine Verbindung zwischen der Hauptkommunikationsvorrichtung 100 und
Anforderungsvorrichtungen 110 zu ermöglichen. Diese Zwischenstellenknoten 140 realisieren
Standardschichtverarbeitungsfunktionen, um anfänglich die Verbindung einzurichten.
Demnach überträgt die Hauptvorrichtung 100 auch
jegliche neue Schichtinformation zu den Zwischenstellenknoten 140,
welche die Verbindung unterstützen.
Gemäß einer
Ausführungsform
werden eine oder mehrere Standardschichtver arbeitungsfunktionen
in der Hauptvorrichtung 100 in Abhängigkeit davon ersetzt, ob
die Anforderungsvorrichtung 110 und jeder Zwischenstellenknoten 140 eine
Akzeptanz einer neuen Schichtverarbeitungsinformation bestätigen. Dies
stellt sicher, dass ein zuverlässiger
Kommunikationspfad über
die gesamte physikalische Verbindung einschließlich der Zwischenstellenknoten 140 aufrechterhalten
wird.
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Gemäß einer
Ausführungsform
realisieren die Zwischenstellenknoten 140 nicht den gesamten Schichtenstapel,
welcher von der Hauptvorrichtung 100 und der Anforderungsvorrichtung 110 realisiert wird.
Die Zwischenstellenknoten 140 müssen nicht immer Daten in den
oberen Schichten des Kommunikationsstandards verarbeiten. Gemäß einer
Ausführungsform
sind einer oder mehrere der Zwischenstellenknoten 140 LAN-Vorrichtungen
(Local Area Network, Lokales Netz), welche auf der physikalischen Schicht
und der Datensicherungsschicht des Kommunikationsmodells arbeiten
und eine Kommunikation über
die verschiedenen LAN-Medien definieren. Gemäß einer weiteren Ausführungsform
sind einer oder mehrere der Zwischenstellenknoten 140 WAN Vorrichtungen
(Wide Area Network, Weitverkehrsnetz), welche auf den unteren drei
Schichten des Kommunikationsmodells arbeiten und eine Kommunikation über verschiedene
Weitverkehrsmedien definieren. Gemäß noch einer anderen Ausführungsform
sind einer oder mehrere der Zwischenstellenknoten 140 Leitvorrichtungen,
sogenannte Routingvorrichtungen, welche für einen Informationsaustausch
zwischen Leitstellen, sogenannten Routern, derart zuständig sind,
dass die Router den geeigneten Pfad für einen Netzverkehr auswählen können.
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Detaillierter
betrachtet weist jede Kommunikationsvorrichtung 100, 110 und
jeder Zwischenknoten 140 (falls er vorhanden ist) einen
oder mehrere programmierbare Protokollprozessoren 150, 160, 170 zum
Ausführen
der unterschiedlichen Schichten 130 eines Kommunikationsstandards
auf. Die Protokollprozessoren 150, 160, 170 sind
derart programmierbar, dass die Vorrichtungen 100, 110 und
die Zwischenstellenknoten 140 Schichtverarbeitungsfunktionen
in einer flexiblen Art und Weise auf der Grundlage tatsächlicher
Betriebsbedingungen realisieren können, während eine zuverlässige Kommunikation
aufrechterhalten wird. Auf diese Art und Weise können unflexible und starre
Standardschichtverarbeitungsfunktionen einfach verändert oder
durch optimalere Funktionen gänzlich
ersetzt werden, wenn die Betriebsbedingungen dies rechtfertigen.
Die programmierbaren Protokollprozessoren 150, 160, 170 können eine
beliebige Art einer Logikvorrichtung sein, welche in der Lage ist,
einen Code auszuführen, welcher
ausgestaltet ist, Schichtverarbeitungsfunktionen zu realisieren.
Die programmierbaren Prozessoren 150, 160, 170 können einen
Mikroprozessor, einen digitalen Signalprozessor, eine programmierbare
Logik oder eine beliebige Art einer programmierbaren Vorrichtung
umfassen. Die programmierbaren Protokollprozessoren 150, 160, 170 können in
Hardware, Software, Firmware oder einer beliebigen Kombination daraus
realisiert werden.
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Gemäß einer
Ausführungsform
weist jede Kommunikationsvorrichtung 100, 110 und
der Zwischenstellenknoten 140 (falls er vorhanden ist)
mindestens einen programmierbaren Protokollprozessor 150, 160, 170 zum
Ausführen
der Funktionen auf, welche mit der physikalischen Schicht und der
Datensicherungsschicht eines Kommunikationsstandards in Verbindung
stehen. Ein weiterer Protokollprozessor kann vorgesehen sein, um
die Funktionen auszuführen,
welche mit der Vermittlungsschicht (Network Layer) des Kommunikationsstandards
in Verbindung stehen. Weitere Protokollprozessorkonfigurationen sind
in Abhängigkeit
der berücksichtigten
Applikation(en) und des unterstützten
Kommunikationsstandards oder der unterstützten Kommunikationsstandards
möglich.
Die Protokollprozessoren 150, 160, 170 können ferner,
falls gewünscht,
mehrere Kommunikationsstandards unterstützen, z. B. WiFi und WLAN,
WLAN und 3GPP, usw., wodurch sowohl eine drahtgebundene als auch
eine drahtlose Kommunikation mit den Vorrichtungen 100, 110 ermöglicht wird.
In jedem Fall führen
die programmierbaren Protokollprozessoren 150, 160, 170 Standardschichtstruk turen
und Standardschichtprotokolle aus, um eine anfängliche Verbindung zwischen
der Hauptkommunikationsvorrichtung 100 und der Anforderungskommunikationsvorrichtung 110 einzurichten.
Eine oder mehrere der Standardschichtstrukturen und ein oder mehrere
der Standardschichtprotokolle können
modifiziert oder durch ein oder mehrere Adhoc-Schichtstrukturen
und/oder ein oder mehrere Adhoc-Schichtprotokolle auf der Grundlage
von Betriebsbedingungen ersetzt werden, nachdem die Verbindung eingerichtet
ist. Die Standardschichtstrukturen und/oder die Standardschichtprotokolle
können
ferner modifiziert oder durch neuere standardisierte Schichtstrukturen
und/oder Protokolle ersetzt werden, welche nicht verfügbar waren,
als die Vorrichtungen 100, 110 entwickelt und
hergestellt wurden, wie z. B. Nachfolger von bestimmten Protokollen.
Demzufolge können
neuere standardisierte Kommunikationsprotokollschichten realisiert
werden, wenn sich Standards entwickeln, ohne die Vorrichtungen 100, 110 neu
zu entwickeln.
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2 stellt
eine Ausführungsform
einer Hauptstelleneinrichtung 200 (CO, Central Office)
dar, welche über
ein DSL (Digital Subscriber Line) Kommunikationsnetz 220 mit
einem Modem 210 kommunikativ gekoppelt ist. DSL ist eine
Technologiefamilie, welche eine digitale Datenübertragung über die Drähte eines lokalen Telefonnetzes
bereitstellt. DSL-Standards bestimmen, wie sich Informationen von
einer Softwareapplikation in dem DSL-Modem 210 durch das
Netzmedium zu einer Softwareapplikation in der Hauptstelleneinrichtung 200 bewegen. Die
Hauptstelleneinrichtung 200 und das DSL-Modem 210 weisen
beide mindestens einen programmierbaren Protokollprozessor 230, 240 zum
Ausführen
einer Standard-DSL-Schichtverarbeitung derart auf, dass eine Verbindung
zwischen den Vorrichtungen 200, 210 eingerichtet
werden kann. Gemäß einer Ausführungsform
weisen die programmierbaren Protokollprozessoren 230, 240 die
zusätzliche
Flexibilität auf,
mindestens einen Teil der Funktionen der Standard-DSL-Datensicherungsschicht 232/242,
welche in den Vorrichtungen 200, 210 ausgeführt werden, durch
eine neue Adhoc-Datensicherungsstruktur oder neue Adhoc-Datensicherungsstrukturen und/oder
ein neues Adhoc-Datensicherungsprotokoll oder
neue Adhoc-Datensicherungsprotokolle
auf der Grundlage von tatsächlichen
Betriebsbedingungen zu modifizieren oder zu ersetzen. Die neuen
Adhoc-Datensicherungsschichtfunktionen ermöglichen, dass Daten zwischen
den Vorrichtungen 200, 210 übertragen werden, und können ferner
die Erfassung und möglicherweise
eine Korrektur von Fehlern ermöglichen,
welche in der physikalischen Schicht auftreten können. Gemäß einer weiteren Ausführungsform
weisen die programmierbaren Protokollprozessoren 230, 240 ferner
die zusätzliche
Flexibilität
auf, Standard-DSL-Schichtfunktionen,
welche über
und unter der Datensicherungsschicht 232, 242 ausgeführt werden,
z. B. in der physikalischen Schicht 250, 260 oder
in Schichten 270, 280 über der Datensicherungsschicht,
zu modifizieren oder auszutauschen.
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Gemäß einer
Ausführungsform
kann ein Teil oder die gesamte Datensicherungsfunktionalität der Standard-DSL-Datensicherungsschicht 232, 242, wie
durch die gestrichelten Linien angezeigt, von den programmierbaren
Prozessoren 230, 240 verändert oder ersetzt werden.
Eine Datensicherungsleistung wird von Kanalzuständen und Datenverlusten beeinflusst.
Dementsprechend werden unterschiedliche Standard-CRC-Schemata bereitgestellt,
um einen Bereich von Zuständen
zu behandeln. Ferner sind unterschiedliche Standardrahmengrößen typischerweise
verfügbar,
um einen Bereich von Kanalzuständen
und Datenverlustszenarios zu behandeln. Beispielsweise werden längere Rahmengrößen erlaubt, wenn
die Kanalbedingungen gut sind und eine BER gering ist. Umgekehrt
werden kürzere
Rahmengrößen verwendet,
wenn die Kanalbedingungen schlecht sind und eine BER hoch ist. Die
programmierbaren Protokollprozessoren 230, 240 können die Rahmengröße (Struktur)
und/oder einen CRC-Algorithmus (Protokoll) über die standardisierten Grenzen hinaus
verändern,
wodurch den Vorrichtungen 200, 210 eine zusätzliche
Flexibilität
bereitgestellt wird, um eine Leistungsfähigkeit auf der Grundlage von Kanalzuständen und/oder
einer BER weiter zu verbessern. Die programmierbaren Proto kollprozessoren 230, 240 können sogar
einen anderen Fehlererfassungsalgorithmus als CRC ausführen. Ferner
gibt es die Tendenz, dass Fehlerprüfprotokolle und andere Protokolle
typischerweise in mehreren Schichten eines Kommunikationsstandards
ausgeführt
werden. Zu viel Redundanz von dieser Art kann die Leistung verschlechtern.
Die programmierbaren Protokollprozessoren 230, 240 können eine
unnötige
Redundanz verringern, indem die Menge von Fehlererfassungsfunktionen
und/oder anderen Funktionen, welche in unterschiedlichen Schichten
ausgeführt
werden, derart verringert werden, dass diese Funktionen nur in einigen
wenigen Schichten oder einer einzelnen Schicht in Abhängigkeit
von Betriebsbedingungen und Vorrichtungsanforderungen ausgeführt werden. Diese
zusätzliche
Flexibilität
ermöglicht
den Vorrichtungen 200, 210, Adhoc-Schichtverarbeitungsfunktionen
auszuführen,
welche auf die Kommunikationsumgebung, in welcher die Vorrichtungen 200, 210 arbeiten,
zugeschnitten sind, oder neuere standardisierte Funktionen, welche
für die
Vorrichtungen 200, 210 zuvor nicht erhältlich waren,
auszuführen.
Obwohl das oben genannte auf die Datensicherungsschicht gerichtet
ist, ist besonders zu erwähnen,
dass weitere Ausführungsformen
die gleichen beschriebenen Vorgänge
und die gleiche Flexibilität
für andere Schichten,
z. B. die physikalische Schicht (PHY) oder spezielle Teilschichten,
z. B. höhere
Teilschichten der physikalischen Schicht usw., bereitstellen können.
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3 stellt
eine Ausführungsform
einer Funkbasisstation 300 dar, welche über ein drahtloses terrestrisches
UMTS-Funkzugriffsnetz
(UMTS Terrestrial Radio Access Network, UTRAN) 320 kommunikativ
mit einer Benutzereinrichtung 310, wie z. B. einem mobilen
Handgerät,
gekoppelt ist. UTRAN ist ein Teil der 3GPP-Familie von drahtlosen
Kommunikationsstandards und kann viele Verkehrsarten von echtzeitleitungsvermittelten
Daten bis hin zu IP-basierten paketvermittelten Daten übertragen.
Die Basisstation 300 und die Benutzereinrichtung 310 führen jeweils verschiedene
Funkprotokolle, wie z. B. MAC (Media Access Control, Mediumzugriffssteuerung),
RLC (Ra dio Link Control, Funkverbindungssteuerung), PDC (Packet
Data Convergence, Paketdatenzusammenführung), BMC (Broadcast/Multicast
Control, Sammelruf-/Mehrfachrufsteuerung) und RRC (Radio Resource
Control, Funkressourcensteuerung) derart aus, dass die Vorrichtungen 300, 310 über das
drahtlose UTRAN-Netz 320 kommunizieren können. Der programmierbare
Prozessor 330, welcher in der Basisstation 300 enthalten
ist, führt
Standardfunkfunktionen aus, wie z. B. ein Puffern, ein Segmentieren und
Zusammenführen,
eine RLC-Header-Verarbeitung (RLC-Kopf-Verarbeitung) und eine Verschlüsselung.
Der programmierbare Prozessor 340, welcher in der Benutzereinrichtung 310 enthalten
ist, führt entsprechende
Standardfunkfunktionen aus, wie z. B. eine Entschlüsselung,
ein Puffern, eine RLC-Header-Verarbeitung und ein Wiederzusammensetzen. Standardfunkfunktionen
wie diese und weitere ermöglichen
den Vorrichtungen 300, 310 eine anfängliche
Kommunikationsverbindung über
das drahtlose UTRAN-Netz einzurichten.
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Die
programmierbaren Protokollprozessoren 330, 340 weisen
die zusätzliche
Flexibilität
auf, zumindest einen Teil der Standardfunkschichtfunktionen zu modifizieren
oder durch eine oder mehrere Adhoc- oder neuer standardisierte Funkstrukturen und/oder
Protokolle zu ersetzen. Die programmierbaren Protokollprozessoren 330, 340 können ferner
die zusätzliche
Flexibilität
aufweisen, zumindest einen Teil der Standardschichtfunktionen, welche über und/oder
unter der Funkschicht ausgeführt
werden, z. B. in der physikalischen Schicht 350, 360 oder
in Schichten 370, 380 über der Funkschicht, zu verändern oder
zu ersetzen. Gemäß einer
Ausführungsform
bestimmen Betriebsbedingungen, wie z. B. Kanalbedingungen, eine
BER und/oder eine Datenrate, ob eine der Standardfunkfunktionen
modifiziert oder durch Adhoc-Strukturen und/oder Protokolle ersetzt wird.
Beispielsweise kann ein Adhoc-Paketkompressionsalgorithmus
implementiert werden. Ein Adhoc-Übertragungswiederholungsalgorithmus und/oder
ein Adhoc-Umordnungsalgorithmus
können ferner
auf der Grundlage der Verfügbarkeit
von Basisstationsressourcen und/oder einer Übertragungsverbindungsqualität implementiert
werden. Redundanz kann in den unterschiedlichen Funkfunktionen vermieden
werden, wenn dies die Bedingungen erlauben, z. B. indem ein Verschlüsseln in
der MAC- oder RLC-Teilschicht ausgeführt wird, aber nicht in beiden,
wie es im Standard üblich
ist. Zusätzlich
können
zuvor bestehende Standardschichtfunktionen durch neuere standardisierte
Funktionen ersetzt werden, wenn sich Kommunikationsstandards entwickeln.
In jeder dieser Ausführungsformen
zur Schichtmodifikation oder Schichtersetzung führen die programmierbaren Protokollprozessoren 330, 340 die
neuen Funktionen aus, um eine zuverlässige und stabile Kommunikation
sicherzustellen.
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4 stellt
eine Ausführungsform
eines programmierbaren Prozessors dar, welcher in der Hauptvorrichtung 100 und
der Anforderungsvorrichtung 110 enthalten ist. Jeder programmierbare
Prozessor 400, 410 weist eine Steuerung 402, 412 zum Verwalten
eines allgemeinen Betriebs und einen Sende-/Empfangsschaltkreis 404, 414 zum
Ausführen
einer physikalischen Signalisierung auf. Jeder programmierbare Prozessor 400, 410 weist
ferner eine Protokollmaschine 406, 416 auf, welche
als Hardware, Software, Firmware oder einer Kombination daraus realisiert
ist. Die Protokollmaschinen 406, 416, z. B. eine
Java-Maschine oder dergleichen, führen Standardkommunikationsschichtfunktionen
aus, um eine anfängliche
Kommunikationsverbindung zwischen den Vorrichtungen 100, 110 einzurichten. Die
Protokollmaschinen 406, 416 verändern einen Teil
oder alle der Standardschichtfunktionen oder ersetzen einen Teil
oder alle der Standardschichtfunktionen durch neue Funktionen auf
der Grundlage von Betriebsbedingungen, wie zuvor beschrieben. Der Prozess,
um zu bestimmen, ob eine Schichtfunktion zu modifizieren oder zu
ersetzen ist, kann bei der Hauptprotokollmaschine 406 der
Hauptsteuerung 402 oder einer anderen Logik, welche in
der Hauptvorrichtung 100 enthalten ist oder in Verbindung
mit der Hauptvorrichtung 100 steht, liegen oder kann außerhalb
der Hauptvorrichtung 100 angeordnet sein, z. B. durch ein
abgesetztes Softwareprogramm.
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Auf
jeden Fall weist die Hauptprotokollmaschine 406 eine ausreichende
Flexibilität
auf, um neue Schichtfunktionen auszuführen.
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Gemäß einer
Ausführungsform
werden die neuen Schichtfunktionen unter Verwendung einer ausführbaren
Beschreibung der neuen Funktionen beschrieben. Der Begriff „ausführbare Beschreibung”, wie er
hierin verwendet wird, kann ein Code sein, welcher bereit für eine Ausführung ist
(z. B. ein ausführbarer
Code), ein Code, welcher eine abschließende Kompilierung oder eine
Interpretationsstufe benötigt,
bevor er ausgeführt
wird (z. B. ein Byte Code), ein Code in einer Auszeichnungssprache
(ein sogenannter Mark-Up Language Code), wie z. B. HTML, XML, usw.,
oder eine beliebige Darstellung, welche ausgeführt werden kann, um eine oder
mehrere neue Kommunikationsschichtfunktionen von den programmierbaren
Prozessoren 400, 410 auszuführen. Gemäß einer Ausführungsform
führen
die Protokollmaschinen 406, 416 die ausführbare Beschreibung
aus, um neue Schichtfunktionen auszuführen. Der Code kann direkt
in den Vorrichtungen 100, 110 ausgeführt werden
oder ohne Modifikationen interpretiert werden. Alternativ kann der
Code als eine Spezifikation verwendet werden, welche in einen äquivalenten
Code transformiert (d. h. übersetzt) wird,
welcher auf der jeweiligen Rechenplattform ausführbar ist.
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Gemäß einer
Ausführungsform
ist der ausführbare
Code unabhängig
von der Plattform oder dem Betriebssystem, welche in den Vorrichtungen 100, 110 verwendet
werden. Gemäß einer
Ausführungsform
ist der Code ein Programm, welches auf jeder von mehreren unterstützten Hardware-/Betriebssystemplattformen
läuft.
Mit anderen Worten ist es gemäß einer
Ausführungsform
dem einmal geschriebenen Programm möglich, entweder durch Kompilieren
des geschriebenen Codes oder durch direktes Ausführen des geschriebenen Programms überall zu
laufen. Somit kann das Programm von jeder der Vorrichtungen 100, 110 unabhängig von
der Hardware und dem Betriebssystem, welche von der Vorrichtung 100, 110 verwendet
werden, ausgeführt werden.
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Gemäß einer
Ausführungsform
kann der ausführbare
Code auf einer virtuellen Maschine, wie z. B. einer Virtuellen Java-Maschine laufen.
Gemäß dieser
Ausführungsform
läuft somit
ein virtuelles Maschinenprogramm, wie z. B. ein virtuelles Java-Maschinenprogramm,
auf dem Prozessor der Vorrichtungen 100, 110,
um die Vorrichtung unabhängig
von dem speziellen Betriebssystem und der speziellen Hardware zu
machen. Das virtuelle Maschinenprogramm, welches auf dem Prozessor
läuft,
ist in der Lage, den ausführbaren
Code zu interpretieren. Somit ist bei dieser Ausführungsform
der ausführbare Code
kein Maschinencode, sondern ein virtueller Maschinencode, wie z.
B. ein Java Byte Code ähnlich
zu einem Maschinencode, aber dafür
gedacht, von der virtuellen Maschine interpretiert zu werden. Die
virtuelle Maschine kann standardisierte Bibliotheken verwenden.
Gemäß einer
Ausführungsform
kann der Maschinencode, welcher von der virtuellen Maschine auf
der Grundlage des virtuellen Maschinencodes erzeugt wird, oder Maschinencode
von häufig
verwendeten Teilen des Programms in einem Zwischenspeicher, einem
sogenannten Cache, gepuffert werden oder gespeichert werden, und
kann in weiteren Sitzungen verwendet werden, um das Programm oder Teile
des Programms ohne den zusätzlichen
Aufwand (Overhead) einer virtuellen Maschine direkt als direkt ausführbares
Programm laufen gelassen zu werden.
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Während die
gesamte Datenverarbeitung von zumindest der Datensicherungsschicht
auf der Grundlage des ausführbaren
Codes in Ausführungsformen
in Software ausgeführt
werden kann, können weiterhin
andere Ausführungsformen
eine Kombination von Hardware und Software aufweisen. Somit können in
diesen Ausführungsformen
Hardwarekomponenten, welche über
die Hardware für
einen allgemeinen Vielzweckprozessor oder einen speziellen Prozessor
(wie z. B. einen digitalen Signalprozessor) hinausgehen, zusätzlich zu
dem Prozessor vorgesehen werden, um eine Verarbeitung in Hardware
auszuführen,
welche grundlegend für
ein Datenkommunikationsprotokoll ist. Eine derartige Verarbeitung kann
grundlegende Analysefunktionen oder Teile da von, grundlegende Sicherheitsfunktionen
oder Teile davon, grundlegende Fehlerschutzfunktionen oder Teile
davon aufweisen. Da nur eine Grundverarbeitung des Protokolls in
Hardware realisiert wird, ist die Datenverarbeitung, welche auf
der ausführbaren
Beschreibung basiert, weiterhin flexible und änderbar.
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5 zeigt
eine Ausführungsform
eines Verfahrens zum Erzeugen einer ausführbaren Beschreibung einer
Kommunikationsschichtfunktion, zum Übertragen der ausführbaren
Beschreibung zu der Anforderungsvorrichtung 110 und zum
Ausführen
der Beschreibung in der Hauptvorrichtung 100 und der Anforderungsvorrichtung 110,
um die neuen Netzfunktionen auszuführen. Nur für veranschaulichende Zwecke
zeigt 5, wie eine ausführbare Beschreibung einer neuen
Datensicherungsstruktur und/oder eines neuen Datensicherungsprotokolls
erzeugt, übertragen
und ausgeführt
wird. Die ausführbare
Beschreibung kann jedoch für
eine beliebige Schicht eines Kommunikationsstandards angefertigt
werden.
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Nachdem
eine anfängliche
Verbindung zwischen den Kommunikationsvorrichtungen 100, 110 eingerichtet
ist (Schritt 1), wird die Qualität
der Verbindung z. B. durch Sammeln einer BER, einer Kanalqualität, einer
Datenrate und/oder weiterer Informationen, welche die Verbindung
betreffen, beurteilt (Schritt 2). Wie in 4 gezeigt,
können
die Informationen von der Hauptvorrichtung 100 oder von
der Anforderungsvorrichtung 110 gesammelt werden und über die
Verbindung zu der Hauptvorrichtung 100 zurückgesendet
werden. Die Hauptsteuerung 402 und/oder die Protokollmaschine 406 analysieren
die Verbindungsinformation, um zu bestimmen, ob einige der Datensicherungsschichtfunktionen
modifiziert werden können
oder durch optimalere Funktionen ersetzt werden können (Schritt
3). Wenn dies zutrifft, bildet die Hauptsteuerung 402 und/oder
die Protokollmaschine 406 eine ausführbare Beschreibung einer neuen
Datensicherungsschichtrahmenstruktur und/oder eines neuen Datensicherungsschichtprotokolls,
wie es zuvor hierin beschrieben wurde (Schritt 4). Alternativ kann
die ausführbare
Beschreibung außerhalb
der Hauptvorrichtung 100 gebildet werden und zu der Hauptvorrichtung 100 zur
Ausführung
heruntergeladen werden (Schritt 4). Auf jeden Fall überträgt die Hauptvorrichtung 100 die
ausführbare
Beschreibung zu der Anforderungsvorrichtung 110 unter Verwendung
der Standarddatensicherungsschichtstruktur und des Standarddatensicherungsschichtprotokolls
(Schritt 5). Gemäß einer
Ausführungsform
wird die ausführbare
Beschreibung zu der Anforderungsvorrichtung über einen Datenkanal der Kommunikationsverbindung übertragen.
Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
wird ein Steuersignalkanal 420 der Verbindung verwendet,
um die ausführbare
Beschreibung zu der Anforderungsvorrichtung 110 gemäß den Standarddatensicherungsstrukturen
und Standardsicherungsprotokollen zu übertragen.
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Auf
jeden Fall empfängt
und extrahiert die Anforderungsvorrichtung 110 die ausführbare Beschreibung
(Schritt 6). Die Steuerung 412 und/oder die Protokollmaschine 416 der
Anforderungsvorrichtung bestimmen, ob die ausführbare Beschreibung fehlerfrei
ist und ob die Protokollmaschine die Datensicherungsschichtrahmenstruktur
und/oder das Protokoll, welche von der ausführbaren Beschreibung dargestellt
werden, realisieren kann. Gemäß einer Ausführungsform
kompiliert und/oder interpretiert die Steuerung 412 und/oder
die Protokollmaschine 416 der Anforderungsvorrichtung in
Abhängigkeit
der Art der ausführbaren
Beschreibung die ausführbare
Beschreibung und/oder führt
die ausführbare
Beschreibung aus, um diese Bestimmung durchzuführen (z. B. wird ausführbarer
Code ausgeführt,
Byte Code während
oder vor einer Ausführung
kompiliert und/oder interpretiert, usw.). Die neue Datensicherungsschichtrahmenstruktur
und/oder das Protokoll werden in der Anforderungsvorrichtung implementiert,
wenn sie unterstützt
werden und fehlerfrei sind (Schritt 7). Die Anforderungsvorrichtung 110 sendet eine
Nachricht an die Hauptvorrichtung 100, welche anzeigt,
ob die neue Datensicherungsschichtrahmenstruktur und/oder das neue
Datensicherungsschichtprotokoll erfolgreich in der Anforderungsvorrichtung 110 implementiert
wurden (Schritt 8). Wenn dies von der Anforderungsvorrichtung 110 nicht
bestätigt
wird (NACK), setzen die Vorrichtungen 100, 110 ihre
Kommunikation unter Verwendung der Standardschichtfunktionen fort.
Wenn dies von der Anforderungsvorrichtung 110 bestätigt wird
(ACK), implementiert die Hauptvorrichtung 100 die neue
Datensicherungsschichtrahmenstruktur und/oder das neue Datensicherungsschichtprotokoll
durch Kompilieren, Interpretieren und/oder Ausführen der ausführbaren Beschreibung
(Schritt 9). Die Hauptvorrichtung 100 kann eine optionale
Bestätigungsmeldung
(ACK) zu der Anforderungsvorrichtung 110 senden, welche
anzeigt, dass die neue Datensicherungsschichtfunktion oder die neuen
Datensicherungsschichtfunktionen in der Hauptvorrichtung 100 implementiert
wurden (Schritt 10). Alternativ wird keine Bestätigungsmeldung (ACK) zu der
Anforderungsvorrichtung 110 gesendet. In beiden Ausführungsformen
implementiert die Anforderungsvorrichtung 110 auch die
neue Datensicherungsschichtstruktur und/oder das neue Datensicherungsschichtprotokoll
durch Ausführen
der ausführbaren
Beschreibung (Schritt 11). Demzufolge implementieren beide Vorrichtungen 100, 110 die neue
Schichtfunktion oder die neuen Schichtfunktionen und beginnen eine
Kommunikation gemäß dieser
Funktion oder dieser Funktionen über
die zuvor bestehende Verbindung (Schritt 12). Anderenfalls setzen
die Vorrichtungen 100, 110 die Kommunikation unter
Verwendung der Standardfunktionen fort.
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6 zeigt
eine weitere Ausführungsform der
programmierbaren Prozessoren 600, 610, welche
in der Hauptvorrichtung 100 und der Anforderungsvorrichtung 110 enthalten
sind. Jeder programmierbare Prozessor 600, 610 weist
eine Steuerung 602, 612, einen Sende-/Empfangsschaltkreis 604, 614 und
eine Protokollmaschine 606, 616 wie zuvor beschrieben
auf. Gemäß dieser
Ausführungsform greifen
die Protokollmaschinen 606, 616 auf eine entsprechende
Protokollauswahllogik 620, 630 wie z. B. eine
Nachschlagetabelle zu, um zu identifizieren, welche der ein oder
mehreren vorbestimmten Adhoc-Schichtstrukturen und/oder welche der
ein oder mehreren vorbestimmten Protokolle von den Kommunikationsvorrichtungen 100, 110 implementiert werden
sollen. Die Protokollauswahllogik 620, 630 speichert
oder hat einen Zugriff auf mehrere vorbestimmte Adhoc-Schichtstrukturen
und/oder Protokolle. Wenn festgestellt wird, dass eine oder mehrere der
vorbestimmten Strukturen und/oder eines oder mehrere der vorbestimmten
Protokolle optimaler als eine Standardstruktur und/oder ein Standardprotokoll sind,
wird die Standardstruktur und/oder das Standardprotokoll durch die
optimalere Lösung
ersetzt. Die Anforderungsvorrichtung 110 kann benachrichtigt
werden, welche vorbestimmte Adhoc-Schichtstruktur oder welche vorbestimmten
Adhoc-Schichtstrukturen und/oder welches vorbestimmte Protokoll
oder welche vorbestimmten Protokolle zu implementieren sind, indem
ein Index oder eine andere Art einer Kennzeichnung zu der Anforderungsvorrichtung 110 gesendet
wird. Gemäß einer Ausführungsform
wird der Index oder die Kennzeichnung zu der Anforderungsvorrichtung 110 über einen Datenpfad
der Kommunikationsverbindung übertragen.
Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
wird der Index oder das Kennzeichen zu der Anforderungsvorrichtung 110 über einen
Steuersignalkanal 640 der Kommunikationsverbindung übertragen.
In beiden Fällen
bestimmt der Index oder das Kennzeichen welche Adhoc-Schichtstruktur oder
welche Adhoc-Schichtstrukturen und/oder welches Adhoc-Protokoll
oder welche Adhoc-Protokolle von der Auswahllogik 630 der
Anforderungsvorrichtung zu wählen
sind und von der Protokollmaschine 616 der Anforderungsvorrichtung
zu implementieren sind.
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Unter
Berücksichtigung
der obigen Variationen und Anwendungen sollte es klar sein, dass
die vorliegende Erfindung weder durch die vorhergehende Beschreibung
beschränkt
ist noch durch die beigefügten
Zeichnungen beschränkt
ist. Stattdessen ist die vorliegende Erfindung nur durch die nachfolgenden
Ansprüche
und ihre rechtlichen Äquivalente
beschränkt.