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Technisches Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine zweiteilige und bimaxilläre Schnarch-
und Apnoeschiene (nachstehend auch als intraorale Protrusionsschiene bezeichnet)
zur Behandlung des Schnarchens und/oder der obstruktiver Schlafapnoe
(nächtliche Atemstillstände).
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Stand der Technik
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Das
obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist regelmäßig durch
Schnarchen und Atemstillstände
(Apnoes) während
des Schlafes und klinisch in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit
bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer
Symptome und Folgeerkrankungen (z. B. Bluthochdruck) gekennzeichnet.
Beim Apnoiker liegt generell eine Blockade (Obstruktion) der oberen
Atemwege vor, meist schwingt zusätzlich
das Weichteilgewebe (Gaumensegel, etc.) infolge der muskulären Erschlaffung
des Körpers
im Schlaf flatternd im Sog der Atemluft, was zu dem als Schnarchen
bekannten Geräuschen
führen
kann.
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Schnarch-
und Apnoeschienen sind nach dem Stand der Technik bereits in unterschiedlichen Ausführungsformen
bekannt. Es handelt sich hierbei um herausnehmbare Zahnschienen
aus Kunststoff, die kieferorthopädischen
Apparaturen oder sog. Knirscherschienen ähneln. Sie werden korrekter
als intraorale Protrusionsschienen oder Unterkieferprotrusionsschienen
bezeichnet, die nur während
des Schlafes im Mund getragen werden und die Unterkieferlage, die
Zungenlage sowie andere Weichteile beeinflussen und in einer vorderen
Position (= Protrusion) halten (u. a. bekannt durch
US5462066A und
EP1203570B1 ). Dadurch wird insbesondere
bei Rückenlage
des Patienten ein Zurückfallen
des Unterkiefers und der anhängenden
Weichteile verhindert. Daraus resultieren eine Vergrößerung des
Rachenraumes mit freiem Atemweg während des Schlafes und eine
gesunde nächtliche
Atmung ohne Atemaussetzer und ohne Schnarchen.
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Aktuell
werden folgende Unterkieferprotrusionsschienen zur zahnärztlichen
Behandlung von Schnarchen und Schlafapnoe klassifiziert: Nach der Anzahl
der Bestandteile: einteilige oder zweiteilige Schienen. Nach der
Art der Befestigung am Kiefer: unimaxillär (Befestigung nur im Unterkiefer)
oder bimaxillär
(Befestigung im Unterkiefer und Oberkiefer). Somit gibt es z. B.
die Konstellation einer einteiligen und unimaxillären oder
die einer zweiteiligen und bimaxillären Protrusionsschiene.
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Aus
den Druckschriften
DE
102 162 42 C1 und
DE 20 2008 016 373 U1 sind zweiteilige, bimaxilläre Schnarch-
und Apnoeschienen, insbesondere zur Behandlung von Schnarchen und/oder
obstruktiver Schlafapnoe durch Vorverlagerung des Unterkiefers bekannt.
Diese weisen eine Oberkieferschiene und eine Unterkieferschiene
auf, die beidseitig über gelenkig
an den Schienen angeordneten sekundär verlaufenden Bügeln/Vorschubstäbe (außerhalb
der Zahnreihen) miteinander verbunden sind, wobei in
DE 20 2008 016 373 U1 jeder
Vorschubstab mit seinem einen Ende an der Oberkieferschiene und
mit seinem anderen Ende an der Unterkieferschiene gelenkig gelagert
ist, so dass im Tragezustand der Schiene bei einer Mundöffnung der
Unterkiefer eines Benutzers gegenüber dem Oberkiefer nach vorne geschoben
ist.
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Die
Ursprungsgeräte
stammen aus dem Jahr 1982 (Esmarch Orthese nach Meier-Ewert), die
seinerzeit noch ein einteiliger Monoblock, der beide Kiefer fest
umfasste und fixierte, so dass keine freie Unterkieferbeweglichkeit
gegeben war. Neuere Schienen und aktuell dominierend sind zweiteilige
und bimaxilläre
Protrusionsschienen. Neueste Entwicklungen gehen in Richtung einteilige
und unimaxilläre Schiene
(SchäfLa),
die beim Normal- und Kopfbiß besser
geeignet sind, da die vertikale Bißsperrung in diesen Fällen geringer
ist als bei zweiteiligen und bimaxillären Protrusionsschienen. Unter
den zweiteiligen und bimaxillären
gibt es bisher nur eine Schienenart, die H-UPS, die durch eine frontal
offene Gestaltung des Schienenkorpus eine maximal reduzierte vertikale
Bißsperrung
in der Front mit Schneide zahnkontakt ermöglichen. Die Frontzahnbereiche sind
in dem Sinne „offen”.
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Die
Verbindung wird z. B. bei der bereits patentierten H-UPS mit zwei
Metallverbindern bewerkstelligt. Dagegen haben alle anderen zweiteiligen Schienen
das grundsätzliche
Kennzeichen, dass der Kunststoffkörper durchgängig auf den jeweiligen Kiefern
aufliegt und „frontal
geschlossen” sind.
Der entscheidende Vorteil der frontal offenen, zweiteiligen Protrusionsschienen
ist, dass beim sog. Tiefbiß durch
die Vermeidung dieses frontalen Kunststoffanteils die sog. vertikale
Bisssperrung massiv reduziert werden kann, was der sog. Compliance
(= Akzeptanz der Schiene durch den Patienten) deutlich verbessert wird.
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Alle
zweiteiligen Schienen sind dadurch sehr verschiedenartige technische
Zusatzelemente (lösbar)
miteinander verbunden und sichern auf diese Weise die Unterkiefervorstellung.
Der Hauptvorteil dieser Protrusionshaltelemente bei Schnarch- und Apnoeschiene
zweiteiligen Protrusionsschienen ist, dass eine direkte Veränderung
der Protrusionsstellung des Unterkiefers bzw. eine schrittweise
allmähliche
Vorverlagerung des Unterkiefers (= Titration) ermöglicht wird.
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Bei
einteiligen Schienen, wie z. B. die SchäfLa-Schiene, wird durch ein
am Schienenkörper
integriertes Halteschild, der auf dem Unterkiefer befestigt wird,
das am Oberkiefer anliegt, verhindert, dass der Unterkiefer im Schlaf
und insbesondere in Rückenlage
des Patienten zurückfallen
kann.
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Im
Unterschied zu einteiligen Schienen haben alle zweiteiligen und
bimaxillären
Protrusionsschienen den Nachteil, dass mit dem Erfordernis dieser
speziellen technischen Protrusionshalteelemente der Kostenaufwand
größer ist.
Außerdem
ist naturgemäß die Befestigung
(= Retention) in beiden Kiefern erforderlich; der sog. Retentsionsbedarf
ist also größer.
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Der
gravierendste Unterschied zwischen „frontal offenen” und „frontal
geschlossenen zweiteiligen und bimaxillären Schienen besteht darin,
dass mit „frontal
offenen” Schienen
eine geringe sog. vertikale Bißsperrung
zwischen Ober- und Unterkiefer erreichbar ist. Dies ist für die Schienenauswahl
sowie für
die Compliance im Einzelfall ausschlaggebend. Die vertikale Bißsperrung
im distalen, also hinteren Seitenzahnbereich bei „frontal
geschlossenen” Schienen
kann 8–9
mm und mehr betragen. Bei „frontal
offener” Gestaltung
kann diese Bisssperrung auf ca. 4 mm begrenzt werden, da infolge
des fehlenden frontalen Kunststoffanteils ein direkter Schneidezahnkontakt
erreichbar ist. Dies ist insbesondere beim sog. Tiefbiß regelmäßig der
Fall.
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Frontal
geschlossene, zweiteilige Protrusionsschienen haben generell eine
zu große
vertikale Bisssperrung, die teilweise auch technisch, d. h., schienenbedingt
ist. Dies hat erhebliche negative Konsequenzen für die Belastung des Kauorgans
bei Daueranwendung, verursacht mehr ungewollte Nebenwirkungen und
ist mit einer reduzierten Compliance (Akzeptanz durch den Patienten)
verbunden.
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Mit
der H-UPS wurde versucht, diesen kardinalen Nachteil durch frontal
offene Schienengestaltung zu vermeiden. Da jedoch bei ihr nur ein äußerer Metallverbinder
zwischen den jeweiligen Schienenhälften vorgesehen ist, geht
das zu Lasten der Stabilität
der Schiene selbst. Auch ist der Schienenhalt bei der H-UPS in Fällen mit
einer ungünstigen
Zahnform dadurch unzureichend, da der Schienenhalt allein durch
die Seitenzähne
erbracht werden muß,
die allein für
die Schienenfriktion zur Verfügung
stehen.
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Darstellung der Erfindung
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Schnarch-
und Apnoeschiene zu schaffen, die der protrusiven Lagesicherung
des Unterkiefers im Schlaf und besonders in Rückenlage des Patienten bei
der Therapie des Obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms (OSAS) dient,
einer Volkskrankheit mit einer Häufigkeit
von 2–4%
der Bevölkerung.
Damit sollen Blockaden (Obstruktionen) im mittleren Rachenraum vermieden
bzw. aufgehoben, das für
die Atmung erforderliche Luftvolumen vergrößert/normalisiert und die respiratorischen
Werte des Schlafapnoikers grundsätzlich
und dauerhaft verbessert werden.
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Erfindungsgemäß wird die
voranstehende Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Schnarch- und Apnoeschiene
sind in Unteransprüchen
angegeben.
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Bei
der vorliegenden Erfindung handelt es sich um eine neuartige zweiteilige,
bimaxilläre
und frontal offene Protrusionsschiene, die nachstehend als „BußLa” bezeichnet
wird. Die BußLa
ist nur mit einer einzigen, bereits bekannten und patentierten Protrusionsschiene
vergleichbar, mit der H-UPS. Beide, H-UPS und BußLa, sind zweiteilig, bimaxillär, frontal offen
und der aus Kunststoff bestehende Schienenkorpus beider Schienen
(1, 2) erfaßt
an seiner Unterseite die Zähne
(Parodontien = Zahnhalteapparat) beider Kiefer.
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Die
Zähne beider
Kiefer werden bei der BußLa
durch die abnehmbaren Schienenkörper
(1, 2) im Seitenzahnbereich körperlich umfasst. Der Unterkiefer
wird in eine Protrusion gebracht. Metallische Verbindungsstege (3)
sorgen für
die Kopplung beider Schienen und sichern diese Protrusionsstellung
des Unterkiefers. Der Unterkiefer bleibt dabei trotzdem weitestgehend
frei beweglich.
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Im
Unterschied zur H-UPS handelt es sich bei der BußLa jedoch um eine Konstruktion,
die folgende Neuheiten und Weiterentwicklungen aufweist.
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Die
Verbindung der jeweiligen Schienenhälften erfolgt durch ein äußerst stabiles
Metallgrundgerüst
im Oberkiefer (8) und im Unterkiefer (9). Frontal werden
diese Metallverbinder nicht – wie
bei der H-UPS – auf
der Zahnaußenseite,
sondern an der Zahninnenseite angebracht. Durch diese Stabilitätssteigerung
wird erreicht, dass:
- 1: die Kraftverteilung
auch tatsächlich
auf allen Parodontien gleichmäßig verteilt
wird und die Überlastung
einzelner Zähne
dadurch ausgeschlossen wird,
- 2: der wichtigste Nebenwirkung von Protrusionsschienen (Zahnbewegungen
und Zahnstellungsänderungen
infolge der Kraftübertragung)
auf diese Weise entscheidend entgegen gewirkt wird,
- 3: die Akzeptanz der Schienen insgesamt auch durch die unauffällige, innenseitige
Anbringung der Verbinder und speziell durch die deutlich reduzierte
vertikale Bißsperrung
entscheidend verbessert wird,
- 4: die Akzeptanz der Schiene durch den Patienten durch die vergleichsweise
zu anderen zweiteiligen Schienen sehr grazile Bauweise deutlich
besser wird.
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Vorteile der Erfindung
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Die
BußLa
weist zu allen zweiteiligen und bimaxillären Protrusionsschienen Allgemein
und zur H-UPS im Besonderen folgende Vorteile auf:
- – geringste
praktisch mögliche
vertikale Bißsperrung
mit 0 mm in der Frontzahnregion (direkter Schneidzahnkontakt),
- – höchste mechanische
Stabilität
durch integrierte Metallgerüste
(8, 9),
- – beste
Compliance (Akzeptanz) und Langzeitnutzbarkeit durch insgesamt grazile
Gestaltung und infolge dieser geringen vertikalen Bißsperrung,
- – geringste
Nebenwirkungsrate insbesondere durch die direkte Anlage der Metallgerüste 8, 9 an der
Innenflächen
der Zähne
und durch die Verblockung der beiden Kiefer-/Schienenhälften bzw. der
Zähne.
Insbesondere den ungewollten Zahnbewegungen durch die Krafteinleitung
wird erfolgreich entgegen gewirkt.
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Beschreibung der Herstellung
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Hochpräzise Superhargipsmodelle
(Oberkiefer 6, Unterkiefer 7) werden nach Silkonabformungen des
Zahnarzt vom Gebiß des
Patienten individuell gefertigt. Die beschliffenen Gipsmodelle werden nach
einer vom Zahnarzt angelieferten Protrusionsbißnahme in einem Gelenksimulator
(= Artikulator) zu einander in die erforderliche Position gebracht
und fixiert. Die Zahnreihen und Zähne werden in einem sog. Parallelometer
vermessen und so der sog. Zahnäquator
festgelegt und angezeichnet. Unterhalb dieses Äquators werden untersichgehende
Bereiche mit Wachs ausgeblockt. Die Bereiche, die später den Kunststoff
mit den Metallretentionen verbinden, werden ebenfalls ausgeblockt.
Die Gipsmodelle 6, 7 werden in einer Silikonform
dubliert und in einer feuerfesten Masse (sog. Einbettmasse) ausgegossen.
Aus diesen Modellen 6, 7 wird mittels Wachs die
Form der späteren
Metallgrundgerüste 8, 9 modelliert.
Auf diese Modellation wird eine Einbettung ebenfalls aus feuerfester
Masse vorgenommen. Durch ein in der Zahntechnik übliches gußtechnisches Verfahren wird die
Metallgrundgerüste 8, 9 in
eine Stahllegierung überführt. In
den Bereichen Oberkiefereckzähne
und Unterkiefermolaren werden die Gewindehülsen (Oberkiefer-Gewindehülse 4,
Unterkiefer-Gewindehülse 5)
aufgelötet,
mit denen später
die Verbindungsstangen 3 – ebenfalls aus einer Stahllegierung individuell
gegossenen – mittels
Schrauben befestigt werden. Der Retentionsteil der Zähne umschließt die Metallkonstruktion
vom seitlichen Schneidezahn bis zu den letzten Molaren in einem
Kunststoff durchsichtig oder farbig mittels Polymerisation in einem Drucktopf.
Eine Hochglanzpolitur aller Materialien und eine glatte Adaptation
aller Kauflächen
zueinander gewährleistet
eine einwandfreie Funktion der intraoralen Protrusionsschiene.
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Kurzbeschreibung der Zeichnungen
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Weitere
Ziele, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten
der erfindungsgemäßen Schnarch- und
Apnoeschiene ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels
anhand der Zeichnung.
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1 die
Bußla
geöffnet
in der Draufsicht;
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2 die
Bußla
geöffnet
in der Seitenansicht links;
-
3 die
Bußla
geöffnet
in der Seitenansicht rechts;
-
4 diverse
Ansichten des Verbindungssteges.
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Ausführung der Erfindung
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1 zeigt
die erfindungsgemäße Schnarch-
und Apnoeschiene, die BußLa
geöffnet
in der Draufsicht, bestehend aus
- – einem
Metallgrundgerüst 8, 9:
frontal freiliegender Teil des Metallgrundgerüstes) und (seitlich jeweils
im Kunststoff eingebetteter Teil des Metallgrundgerüstes),
- – einem
ummantelnden Schienenkorpus im Oberkiefer 1 und dem Unterkiefer 2 beidseits
angebrachten Gewindehülsen 4, 5 für die Verbindungsstege 3.
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2 zeigt
neben den ummantelnden Schienenkörpern
(Oberkiefer-Schienenkörper 1 Oberkiefer-Schienenkörper 2)
und den auf den mittels Schrauben 10, 11 auf den
Hülsen 4, 5 linksseitig befestigten
Verbindungssteg 3. Auf Modellen im Oberkiefer 6 und
Unterkiefer 7 wurden die Schienenkörper 1, 2 aufgesetzt.
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3 zeigt
die erfindungsgemäße Schnarch-
und Apnoeschiene analog 2 nur rechtsseitig und in der
gleichen nummerischen Beschriftung.
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4 zeigt
verschiedene Perspektiven des Verbindungssteges, da dieser anguliert,
d. h. in sich verdreht, ist. Die Stege 3 werden mit Schrauben 10, 11 auf
den Gewindehülsen 4, 5 verschraubt
und fixiert.
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Bei
der BußLa
handelt es sich um eine Konstruktion, die folgende technischen und
konstruktionsbedingten Neuheiten und Weiterentwicklungen aufweist.
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Die
Verbindung der jeweiligen Schienenhälften erfolgt durch ein äußerst stabiles
Metallgrundgerüst 8, 9.
Frontal verläuft
dieses Metallgrundgerüst
im körperlichen
Kontakt zur Zahninnenseite an den Oberkiefer- und Unterkieferzähnen und
wird nicht – wie
bei der H-UPS – auf der
Zahnaußenseite.
Durch diese Stabilitätssteigerung
wird erreicht, dass:
- 1: die Kraftverteilung
auf tatsächlich
auf allen Parodontien gleichmäßig verteilt
wird, da der Seitenzahnbereich vom jeweiligen Schienenkorpus 1, 2 aus
Kunststoff und die Frontzahnbereiche direkt durch das die auf der
Innenseite der Zähne
anliegende Metallgerüste 8, 9 erfasst
und verblockt werden. Diese Verbindung zwischen beiden Schienenkörpern 1, 2 im
Oberkiefer 6 und Unterkiefer 7 liegt im Gegensatz
zur H-UPS also direkt und körperlich
auf den Innenseiten der Frontzähne
an und dient nicht allein der Verbindung der jeweiligen Schienenhälften sondern
auch der optimalen Kraftverteilung und – übertragung auf möglichst
alle vorhandenen Zähnen
und der Stabilisierung der Protrusionsschiene in seiner funktionellen
Einheit.
- 2: der wichtigste Nebenwirkung von Protrusionsschienen (Zahnbewegungen
und Zahnstellungsänderungen
infolge der Kraftübertragung)
auf diese Weise entscheidend entgegen gewirkt wird, da das interne
Oberkiefer-Metallgrundgerüst 8 und Unterkiefer-Metallgrundgerüst 9 und
der ummantelnde Kunststoff 1, 2 alle Zähne beider
Kiefer umfassen und miteinander verbinden bzw. verblocken.
- 3: die Reparaturanfälligkeit
infolge der Metallgrundgerüste
(8, 9) durch Reduktion der Bruchgefahr massiv
sinkt,
- 4: die Compliance durch die vergleichsweise zu anderen zweiteiligen
Schienen sehr grazile Bauweise deutlich besser wird. Das hat seine
Ursachen darin, daß die
BußLa
alle für
eine gute Complian ce erforderlichen Charakteristik auf: für den Unterkiefer
gewährleistet
ist eine freie Mundöffnung
und Seitwärtsbewegung,
eine geringe Mundraumeinengung durch die Schiene selbst und damit
durch einen hohen Tragekomfort insgesamt. Nebenwirkungen auch im
Kiefergelenkbereich sind somit sehr selten, jedenfalls geringer als
bei allen anderen zweiteiligen und frontal geschlossenen Protrusionsschienen
mit deutlich größerer vertikaler
Bisssperrung.
- 5: individuell gegossenen Verbindungsstege 3 über Schrauben 10, 11 auf
den dafür
vorgesehenen Gewindehülsen 4, 5 mit
den Metallgrundgerüsten 8, 9 stabil
verbunden werden.
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Eine
Besonderheit ermöglicht
hierbei im besonderen Maße
die gute Seitwärtsbeweglichkeit
des Unterkiefers: die Bohrungen an den Enden des gegossenen Verbindungssteges 3 können rund,
aber auch oval gestaltet werden. So wird entsprechend den individuell
vorliegenden Kontaktbeziehungen zwischen beiden Kiefern bzw. deren
Zähne zueinander
erreicht, daß diese
Bewegungsfreiheit (individuell) angepaßt (modelliert und gegossen)
werden kann. Die Verbindungsstege 3 lassen somit Bewegungen
in allen Dimensionen zu, von einer Ausnahme abgesehen: die Retralverlagerung
des Unterkiefers (mit Verengung der oberen Atemwege) wird ausnahmslos
und zuverlässig
verhindert.
- 6: die unerwünschte und dem Therapieziel
zuwider laufende Verengung im Rachenbereich durch Zurückfallen
des Unterkiefers und bei Mundöffnung
wird vor allem durch die grundsätzlich
geänderte
Anordnung der Stege 3 gewährleistet: die Stegbefestigung
erfolgt im Oberkiefer mittels Schrauben 10, 11 im
vorderen Zahnbereich des Oberkiefers 6 (zumeist im Eckzahnbereich)
und im Unterkiefer 7 im hinteren Bereich (an den Backenzähnen). Damit
wird auch in Rückenlage
verhindert, daß bei
Mundöffnung
der Unterkieferwinkel zu einer Obstruktion führt, da konstruktionsbedingt
der Unterkiefer durch die beidseits lateral angebrachten Stege 3 in
diesem Fall nach vorne zieht.
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- 1
- Schienenkorpus
Oberkiefer
- 2
- Schienenkorpus
Unterkiefer
- 3
- Verbindungssteg
zwischen Oberkiefer und Unterkiefer
- 4
- Gewindehülse Oberkiefer
am Metallgrundgerüst
- 5
- Gewindehülse Unterkiefer
am Metallgrundgerüst
- 6
- Oberkiefer-Gipsmodell
(analog einem Oberkiefer)
- 7
- Unterkiefer-Gipsmodell
(analog einem Unterkiefer)
- 8
- Metallgrundgerüst Oberkiefer
- 9
- Metallgrundgerüst Unterkiefer
- 10
- Schraube
auf Hülse
des Metallgrundgerüstes im
Metallgrundgerüst
des Oberkiefers
- 11
- Schraube
auf Hülse
des Metallgrundgerüstes im
Metallgrundgerüst
des Unterkiefers