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Die
Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von Holzfaserwerkstoffen
sowie Holzfaserwerkstoffe aus Holzfasern, welche nach Plastifizierung
von Holz gewonnen werden und eine verringerte Emission an flüchtigen
organischen Verbindungen (VOC), insbesondere aliphatische und aromatische
Aldehyde, insbesondere Hexanal und Furfural aufweisen.
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Holzfaserwerkstoffe
sind z. B. sog. mitteldichte Faserplatten (medium density fibreboard,
MDF-Platten), hochdichte Faserplatten (high density fibreboard,
HDF-Platten), Faser-, Faserdämmplatten, die aus Holzfasern
durch Verpressen mit oder ohne Bindemittel gefertigt werden. Diese
Holzwerkstoffe werden in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt.
In Deutschland werden für derartige Holzwerkstoffe vorwiegend
Kiefer und. Fichte verwendet, während nur bis etwa 15%
Laubhölzer zum Einsatz kommen.
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Holzfaserplatten
werden gewöhnlich in einem kontinuierlichen Prozess produziert.
Zerkleinertes Holz (Hackschnitzel) wird gewaschen, optional vorgewärmt
und in einem Kochaggregat auf Temperaturen bis zu 200°C,
entsprechend 16 bar Druck, plastifiziert. Danach gelangen diese
Hackschnitzel in einen Refiner, wo sie zwischen Mahlscheiben zerfasert
und über ein Metallrohr, die sogenannte Blowline, ausgetragen
werden. Hierbei wird ein Teil des Wassers als Dampf ausgetragen,
so dass die Holzfasern teilweise trocknen. Gleichzeitig kann hier
die Aufgabe von Bindemitteln erfolgen. In der Hauptsache sind dies
Harnstoff-Formaldehyd-Harze, Harnstoff-Melamin-Formaldehyd-Harze
oder auch Isocyanate, welche zusammen mit weiteren Zusatzstoffen aufgebracht
werden. Die Holzfasern durchlaufen anschließend einen Trockner.
Anschließend erfolgt die Aufgabe der genannten Bindemittel.
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Die
beleimten Holzfasern werden zu Matten (oder auch Faservlies) geschüttet,
teilweise bei Umgebungstemperatur vorverdichtet und anschließend
in beheizten Pressen zu Platten verpresst.
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Zunehmend
beeinflussen neben den physikalisch-mechanischen Eigenschaften dieser
Werkstoffe auch wohnhygienische Parameter die Einsatzmöglichkeiten
der Werkstoffe maßgeblich. Dies trifft insbesondere auf
Produkte zu, die im Innenraum eingesetzt werden. Dazu gehören
z. B. „klassische” Holzwerkstoffe für Trennwände
im Hausbau und Innenraum, Produkte für den Fußbodenbereich,
für Möbel und Paneele oder auch Dämmstoffe
aus Holzfasern.
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Grundlage
für die wohnhygienische Bewertung derartiger Produkte sind
die unter genormten Bedingungen (DIN ISO 16000 Teil 9 bis
11 in Verbindung mit ISO 16000 Teil 3 und 6)
ermittelten Konzentrationen an flüchtigen organischen Verbindungen
(VOC).
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Die
Bewertung dieser VOC kann als Summenparameter (Gesamtkonzentration
an VOC, TVOC) erfolgen und es darf in Abhängigkeit freiwilliger
Vereinbarungen (Umweltzeichen und andere Gütesiegel) eine
bestimmte Konzentration an VOC nicht überschritten werden.
Des Weiteren sind „gefährliche” Stoffe,
zu denen insbesondere die CMT-Stoffe der Kategorie 1 und 2 gehören,
auszuschließen. Seit Oktober 2004 wird die Emission aus
Bauprodukten nach dem AgBB-Schema auf Grundlage von NIK-Werten (niedrigst
interessierende Konzentration) toxikologisch bewertet. Eine Überschreitung
des toxikologischen Grenzwertes führt zu einer Nichtzulassung
von zulassungspflichtigen Bauprodukten oder aber zu einer Einschränkung
des Vertriebs derartiger Holzwerkstoffe im zur Zeit noch nicht zulassungspflichtigen
Bereich. Beispielsweise emittierte ein entsprechend AgBB-Kriterien
geprüfter Holzfaserdämmstoff nach 28 Tagen Prüfdauer
noch Furfural in Höhe von 57 μg/m3.
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Alle
Hölzer enthalten die Hauptbestandteile Cellulose, Lignin
und Hemicellulosen sowie Nebenbestandteile in geringeren Mengen,
wie Terpene, Salze und Lipide, zu denen die Fettsäuren
bzw. deren Ester gehören.
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Die
Mengenverhältnisse sind bei einzelnen Hölzern
unterschiedlich und die Zusammensetzung der Hemicellulosen ist insbesondere
zwischen Nadel- und Laubhölzern verschieden. Die Hemicellulosen
enthalten wechselnde Mengen an Acetylgruppen, welche sowohl sauer
als auch basisch hydrolysierbar sind. Dieser Prozess führt
zur Bildung von Essigsäure bei unterschiedlichen Prozessen.
Daneben entstehen auch relevante Mengen an Ameisensäure,
welche eine 10-mal stärkere Säure ist als die
Essigsäure.
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Die
Entstehung von Furfural (NIK-Wert 20 mg/m3)
findet ausgehend von den Hemicellulosen in einem mehrstufigen, durchgehend
sauer katalysierten Prozess statt.
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Im
ersten Schritt werden die Hemicellulosen zu den Einfachzuckern hydrolysiert,
so daß also Pentosen (C5-Zucker – Xylose,
Arabinose) sowie Hexosen (C6-Zucker – Glucose,
Mannose, Galactose, Rhamnose) sowie Uronsäuren (Glucuronsäure,
Galacturonsäure) entstehen. Bei der sauer katalysierten
Wasserabspaltung aus Pentosen, Uronsäuren und Hexosen entstehen
Furfural bzw. Hydroxymethylfurfural (HMF).
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Mit
zunehmender Temperatur und zunehmender Zeitdauer bildet sich verstärkt
Furfural aus den Pentosen des Holzes. Die Reaktion ist sauer katalysiert,
hängt also vom pH-Wert sowie vom Säurebildungsvermögen,
also z. B. vom Acetylgruppengehalt, ab.
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Ausgewählte
Holzarten wie Kiefer, Birke, Linde oder Pappel enthalten höhere
Mengen Fettsäureester, die bei der Herstellung von Produkten
zu Aldehyden und organischen Säuren abgebaut werden können,
ohne dass dies durch Veränderung von technologischen Parametern
verhindert werden kann. Eigene Untersuchungen haben ergeben, dass
z. B. in Birke 2315 mg/kg, Linde 7544 mg/kg oder Kiefer 5807 mg/kg
an Fettsäuren enthalten sein können. Ausserdem
zeigen sich größere Schwankungen der Gehalte an
Fettsäuren und Triglyceriden in Abhängigkeit vom
Standort, Baumalter, Höhenabschnitt des Einzelbaumes sowie
zwischen Kern- und Splintholz.
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Beide
Verbindungsklassen, Aldehyde und organische Säuren, sind
geruchsintensiv. Beim Verbraucher fallen Produkte mit erhöhter
Emission an geruchsintensiven Verbindungen negativ auf, es kommt
zu Reklamationen und auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen,
allein durch den Geruch. Die Geruchsschwellen können bei
diesen Verbindungen bei 20 μg/m3 und
darunter liegen.
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Holzwerkstoffe,
die insbesondere Furfural, gesättigte und ungesättigte
Aldehyde, organische Säuren und andere geruchsintensive
Verbindungen emittieren, sind schwer absetzbar.
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Aus
DE 10 2004 050 278
A1 ist ein Verfahren zur Herstellung von hellen oder weißen
Holzwerkstoffen durch Bleichen bekannt, bei dem wässrige,
5 bis 40 Gew.%ige Holzfaserdispersionen kontinuierlich in Gegenstromtürmen
bei Temperaturen von 90 bis 150°C und Drücken
bis zu 3 bar mit wässrigen Lösungen oder Dispersionen
der Bleichmittel behandelt werden. Dabei wird in Gegenwart von Komplexbildnern,
wie EDTA, gearbeitet, um den Abbau der Bleichmittel durch Übergangsmetallionen
zu vermeiden.
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Insbesondere
bei MDF-/HDF-Platten wird die Gleichung während der Plattenherstellung
vorgenommen. Die Bleichmittel werden den Hackschnitzeln im Vorerwärmer
oder im Kocher zugegeben. Dabei werden auch Komplexbildner zugesetzt.
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DE 696 28 900 T2 beschreibt
ein Konservierungsverfahren von Sperrholz und Spanplatten gegen
Verfall und Schimmel, bei dem Komplexbildner in die Klebemittel
oder Klebemittelverbindung eingemischt werden.
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DE 28 18 320 A1 offenbart
ein Verfahren zur Behandlung von Holzhackschnitzeln, bei dem die
Holzhackschnitzel vor einer Delignifizierungs- oder Defibrierungsbehandlung
mit einer Lösung imprägniert werden, die Komplexbildner
sowie Alkali und ein Mittel zur Reduktion von Schwermetallen enthält.
Dabei wird ein Teil der Imprägnierungslösung vor
der Delignifizierungs- oder Defibrierungsbehandlung abgeschieden.
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Bekannt
sind Verfahren zur Verminderung der VOC-Emissionen. aus Holz und
Holzwerkstoffen.
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DE 33 44 239 C2 offenbart
den Einsatz von Ammoniumcarbonat [(NH
4)
2CO
3], -hydrogencarbonat [NH
4HCO
3], Harnstoff,
Thioharnstoff, Melamin und Dicyandiamid zur Verminderung der Emission
von Formaldehyd aus Spanplatten.
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WO 2006/039914 A1 beschreibt
den Einsatz von Alkalihydroxiden (speziell von NaOH), Alkalicarbonaten
(speziell von Na
2CO
3),
Alkalisulfiten (speziell von Na
2SO
3), Alkaliphosphaten (speziell von Na
3PO
4), Mischungen
der vorgenannten Verbindungen sowie von Ammoniakgas (NH
3)
zur Verminderung der Emissionen von VOC aus Holzwerkstoffen, vor
allem aus OSB. In den praktischen Beispielen gelingt eine Verminderung der
Terpenabgabe, bei Kernholz auch eine gewisse Verminderung der Abgabe
von Produkten der oxidativen Fettsäurespaltung (Aldehyde).
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WO 2006/032267 A1 beschreibt
u. a. den Einsatz von alkalischen Verbindungen sowie von Antioxidantien
für die Herstellung emissionsgeminderter OSB aus fettreichen
Nadelhölzern. Zielstellung ist die Verminderung der Emission
an Produkten des Fettsäureabbaus.
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WO 2006/039914 A1 beschreibt
den Einsatz von Alkalihydoxiden, Alkalicarbonaten, Alkalisulfiten,
Alkaliphosphaten, Mischungen der vorgenannten Verbindungen sowie
von gasförmigem Ammoniak zur Verminderung der Emissionen
von VOC aus Holzwerkstoffen, vor allem aus OSB.
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DE 10 2006 020 612
A1 stellt den Einsatz einfach ungesättigter Verbindungen
(Ene) in Verbindung mit Katalysatoren der Diels-Alder-Reaktion dar.
Durch bestimmte Kombinationen wird hier eine Verminderung der Abgabe
von Terpenen erreicht, indem diese zu einem wesentlichen Teil über
die Diels-Alder-Reaktion zu höhermolekularen und damit
praktisch nicht-flüchtigen Verbindungen reagieren. Für
diesen Zweck werden zusätzlich Phenol, Resorcin sowie deren
Vorkondensate mit Formaldehyd (inklusive Mischungen) eingesetzt.
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CA 2034952 C beschreibt
den nachträglichen Schutz von Holzoberflächen
gegen lichtinduzierten Abbau. Der Schutz wird dadurch erreicht,
dass auf eine Grundierung eine Beschichtung aus einem Kunstharz aufgetragen
wird, das sterisch gehinderte Phenole enthält. Nach einer
Ausführungsform kann die Grundierung aus einem in einem
organischen Lösungsmittel gelösten phenolischen
Antioxidans bestehen.
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DE 3911 091 A1 offenbart
eine Imprägnierlösung, welche im Holz oder Zellstoff
vorhandene organische Säuren, Formaldehyd und andere Aldehyde
neutralisiert oder abbindet und die eine Hydrophobierung der Holzoberfläche
bewirkt.
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Die
Neutralisation der organischen Säuren hat den Sinn, Korrosion
von Metallen, die mit Holz/Holzwerkstoffen zusammen verarbeitet
werden, zu verhindern. Die Behandlung ist für Hölzer
gedacht, die zur Herstellung von Verpackungsmitteln eingesetzt werden.
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DD 257 607 A1 offenbart
ein Verfahren zum chemischen Färben von Furnieren mit Sodalösung.
Bei diesem Verfahren wird Furnier, welches aus gedämpftem
Holz durch Wässern und Trocknen hergestellt wird, mit alkalischen
Lösungen wie Natriumcarbonatlösung bei erhöhter
Temperatur im Tauchverfahren gefärbt.
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DE 3 787 967 T2 betrifft
ein Verfahren zum Schützen von Holz, insbesondere zur Vermeidung
von Fleckenbildung und Fäulnis sowie Erhöhung
der Feuerfestigkeit. Dies wird erreicht, indem das Holz mit einer
Lösung, die mindestens Natriumcarbonat und Natriumborat
enthält, oberflächlich behandelt wird.
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US 3,282,313 A betrifft
ein Verfahren zur Plastifizierung von getrocknetem Vollholz. Dabei
wird das Holz mit flüssigem oder gasförmigem Ammoniak
behandelt. Ammoniak bewirkt ein Aufbrechen von Wasserstoffbrückenbindungen
in den Polysacchariden des Holzes, was zur Plastifizierung des Holzes
führt.
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DD 284 836 A5 offenbart
ein Verfahren zur Herstellung und Anwendung eines phenolischen Wirkstoffes
zur Behandlung von mykologisch gefärbten Hölzern.
Zur Herstellung des Wirkstoffes werden Rindenextrakte mit Industrieenzymen
behandelt. Der Wirkstoff ist ein aus Rinden hergestelltes Holzschutzmittel.
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Die
bisher bekannten Verfahren sind insbesondere zur Verminderung des
Furfuralgehaltes von Holzfaserwerkstoffen aus Holzfasern unzureichend.
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Aufgabe
der Erfindung ist deshalb die Bereitstellung von Holzfaserwerkstoffen
mit verringerter Emission von VOC, insbesondere mit verminderter
Abgabe an Furfural sowie verminderter Abgabe von Aldehyden aus dem
oxidativen Abbau von Fettsäuren und Fettsäureestern.
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Erfindungsgemäß wird
die Aufgabe durch ein Verfahren zur Herstellung von Holzfaserwerkstoffen
mit verringerter Emission an flüchtigen organischen Verbindungen
(VOC) gelöst, bei denen Holz zerkleinert, gereinigt, das
so zerkleinerte Holz unter Druck und Temperatur plastifiziert und
im Refiner zerfasert wird und anschließend die Holzfasern
beleimt und verpresst werden, wobei das unzerkleinerte und/oder
das zerkleinerte Holz mit einer Formulierung, die mindestens eine
Verbindung zur Einstellung eines neutralen bis basischen pH-Wertes
und mindestens einen Komplexbildner enthält, kontaktiert
wird, wobei die Verbindungen zur Einstellung eines neutralen bis
basischen pH-Wertes ausgewählt sind aus Alkali- und Erdalkalicarbonaten,
Alkali- und Erdalkalibicarbonaten, -phosphaten, -dihydrogenphosphaten,
-hydrogenphosphaten, -oxiden, -hydroxiden, und -silikaten und wobei
die Komplexbildner ausgewählt sind aus mehrwertigen und
polyfunktionellen Carbonsäuren, Aminomethylcarbonsäuren,
Aminomethylphosphonsäuren und deren Verbindungen, EDTA, DTPA
EGTA, EDDS und deren Salzen, Polyphenolen, Tanninen, Aminosäuren,
Peptiden, Proteinen, Polycarboxylaten, Phosphaten, Polyphosphaten,
Phosphonsäuren, Polyphosphonaten, phosphatierten, phosphonylierten,
sulfatierten und sulfonierten Polymeren.
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Außerdem
kann die Formulierung Antioxidantien zum zusätzlichen Oxidationsschutz
von Fetten enthalten. Antioxidantien sind dabei phenolische Verbindungen
und Reduktone, speziell Extrakte von Rinden, Hölzern und
anderen Teilen gerbstoffhaltiger Pflanzen, 2,6-Di-tert-butyl-4-methylphenol
(BHT), Butylhydroxyanisol (BHA), Gallussäure, Salzen und
Estern der Gallussäure, z. B. Propylgallat, Octylgallat,
Decylgallat Ascorbinsäure und ihre Salze, Isoascorbinsäure
und ihre Salze, 2,3-Dihydroxy-2-cyclopentenon (Reduktinsäure) aber
auch Hydroxypropandial.
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Für
die Herstellung der erfindungsgemäßen Holzfaserwerkstoffe
werden keine bleichenden, delignifizierenden, oxidierenden oder
reduzierenden Chemikalien eingesetzt. Weiterhin erfolgt kein Abpressen
flüssiger Formulierung vor der Plastifizierung des Holzes
bzw. der Holzhackschnitzel.
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Erfindungsgemäße
Holzfaserwerkstoffe sind mitteldichte Faserplatten (medium density
fibreboard, MDF-Platten), Holzfaserplatten, Faserdämmplatten
aber auch Holzfaserformteile.
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Bevorzugt
werden die Holzfaserwerkstoffe hergestellt aus Kiefer-, Fichte-,
Birke- und/oder Pappelhölzern, besonders bevorzugt aus
Kiefer-, Birke- und Pappelhölzern.
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Nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich Holzfaserwerkstoffe
aus Kiefer-, Fichte- Birke-, oder Pappelhölzern herstellen,
welche eine verminderte Abgabe an Furfural sowie keine erhöhten
oder sogar verminderten Emissionen an Abbauprodukte von Fettsäuren
und Fettsäureestern aufweisen.
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Die
erfindungsgemäßen Holzfaserwerkstoffe weisen keinen
Fehlgeruch auf. Fehlgeruch bedeutet dabei einen Geruchseindruck,
der in der Regel als unangenehm empfunden wird und zur Produktablehnung
oder zu Irritationen führt.
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Die
erfindungsgemäßen Holzfaserwerkstoffe aus plastifizierten
fettsäureesterhaltigen Hölzern oder Holzpartikeln
sind dadurch charakterisiert, dass der Holzfaserwerkstoff keinen
durch Furfural und durch Abbauprodukte der Fettsäureester
und Fettsäuren, wie Propanal, Hexanal, Nonanal, 2-Octenal,
2-Heptenal, 2-Decenal, Octanal, Propionsäure, Buttersäure
oder Hexansäure verursachten Fehlgeruch aufweist, dass
der Holzfaserwerkstoff nach 28 Tagen Prüfdauer unter AgBB-
oder Natureplus®-Prüfbedingungen
keine ungesättigten Aldehyde aus dem Abbau der Fettsäureester
und Fettsäuren in einer Konzentration größer
5 μg/m3 sowie kein Furfural in
einer Konzentration größer 10 μg/m3 emittiert und Gesamtemissionen an Aldehyden
aufweist, die unterhalb von 20 μg/m3 liegen,
und dass der Holzfaserwerkstoff Komplexbildner in einer Konzentration
von mindestens 0,1 mg/g enthält.
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Zusätzlich
kann der Holzfaserwerkstoff Antioxidantien in einer Konzentration
von mindestens 0,1 μg/g Ascorbinsäureäquivalenten
enthalten.
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Erfindungsgemäße
Holzfaserwerkstoffe sind mitteldichte Faserplatten (medium density
fibreboard, MDF-Platten), Holzfaserplatten, Faserdämmplatten
aber auch Holzfaserformteile.
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Bevorzugt
bestehen die Holzfaserwerkstoffe aus Kiefer-, Fichte-, Birke- und/oder
Pappelhölzern, besonders bevorzugt aus Kiefer-, Birke-
und Pappelhölzern.
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Abbauprodukte
der Fettsäureester sind insbesondere organische Säuren
wie Propion-, Butan- und Hexansäure sowie Aldehyde wie
Propanal, Butanal, Pentanal, Hexanal, Heptanal, Octanal, Nonanal,
2-Butenal, 2-Octenal, 2-Heptenal, 2-Decenal oder 2-Octenal. Diese
Abbauprodukte der Fettsäureester und Fettsäuren
verursachen einen Fehlgeruch. Die Geruchsschwellen liegen bei den
gesättigten Verbindungen bei 20 μg/m3 und
darunter. Ungesättigte Aldehyde, wie z. B. 2-Octenal, 2-Decenal,
2-Heptenal oder 2-Nonenal setzen die erfindungsgemäßen
Holzfaserwerkstoffe maximal in einer Summenkonzentration von 5 μg/m3 frei.
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Derzeit
wird die Holzplastifizierung bei höheren Temperaturen (> 150°C) und
damit höheren Aufschlussdrücken (> 5 bar) vorgenommen,
da sich auf diese Weise der Einsatz an mechanischer und damit elektrischer
Energie im Refiner verringern lässt. Dieses hat aber den
Nachteil, dass die beschriebenen Abbaureaktionen beschleunigt ablaufen
und mithin vor allem die Entstehung von Furfural gefördert
wird. Diesem Umstand wird durch die Erfindung entgegen gewirkt.
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Nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die entrindeten
Hölzer und/oder Hackschnitzel mit einer Formulierung, die
mindestens eine Verbindung zur Einstellung eines neutralen oder
alkalischen pH-Wertes und mindestens einen Komplexbildner enthält,
kontaktiert.
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Nach
einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird bei der Plastifizierung
bei einem Druck von 8 bis 16 bar und einer Temperatur von 160 bis
205°C gearbeitet.
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Erfindungsgemäß enthält
die Formulierung Verbindungen zur Einstellung eines neutralen bis
basischen pH-Wertes mit einer Konzentration von 0,1 bis 50 g/kg
Holz bzw. Holzhackschnitzel, bevorzugt 1 bis 10 g/kg sowie Komplexbildner
mit einer Konzentration von 0,01 bis 50 g/kg Holz bzw. Holzhackschnitzel,
bevorzugt 0,1 bis 5 g/kg. Zusätzlich kann die Formulierung
Antioxidantien bzw. Radikalfänger in einer Konzentration von
0,01 bis 50 g/kg, bevorzugt von 0,1 bis 5 g/kg Holz bzw. Holzhackschnitzel
enthalten.
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Erfindungswesentlich
bezüglich der Vermeidung der Entstehung von Furfural und
den Aldehyden aus dem Fettsäureabbau ist eine gemeinsame
Applikation einer alkalisch reagierenden Verbindung und einer komplexierenden
Chemikalie oder zusätzlich mit einem Antioxidationsmittel
auf den Ausgangsstoff Holz oder Holzhackschnitzel bei neutralem
bis basischem pH-Wert.
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Die
Formulierung kann in fester Form, also z. B. als pulverförmiges
Produkt oder aber als flüssige Formulierung, vorzugsweise
in wässriger Lösung, appliziert werden. Eine Applikation
als Feststoff kann in sehr unterschiedlicher Weise erfolgen, so
z. B. durch Einblasen in technische Einrichtungen oder durch Aufstreuen, z.
B. auf Fördereinrichtungen.
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Eine
Applikation als flüssige Formulierung kann ebenfalls in
sehr unterschiedlicher Weise erfolgen, so z. B. durch Auf-, Einschütten,
Versprühen, Vernebeln, Tauchen, Spritzen, Fluten, mit und
ohne Anwendung von Überdrücken oder auch Einpressen,
vor allem in Anlagen, welche unter Überdruck betrieben
werden.
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Die
Kontaktierung erfolgt dabei unbedingt vor, spätestens aber
während der Plastifizierung des Holzes, also z. B. in Lagerungseinrichtungen
für die Holzhackschnitzel (Bunker o. ä.), auf
Fördereinrichtungen, in Zuführeinrichtungen des
Kochers.
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Da
die Teilschritte der Furfuralbildung, Hydrolyse von Polysacchariden
und Dehydratisierung, sauer katalysiert werden, wird durch Zugabe
von alkalisch reagierenden Verbindungen der pH-Wert, zumindest temporär,
in Richtung einer neutralen oder basischen Reaktion verschoben.
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Die
Erhöhung des pH-Wertes hat den positiven Nebeneffekt der
Verringerung des Herauslösens von Schwermetallionen der
Metalle Eisen, Nickel und Chrom aus den Anlagenteilen des Kochers
sowie des Refiners und einer dadurch verringerten Umsetzung ungesättigter
Fettsäuren bzw. deren Ester mit Sauerstoff zu Aldehyden
und Säuren.
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Die
Bildung von Essig- und Ameisensäure kann hierdurch beschleunigt
werden, wodurch es zu einem Verbrauch an alkalisch reagierenden
Chemikalien infolge Salzbildung mit den genannten Säuren
kommt. Die Uronsäuren an den Hemicellulosen entfalten ebenfalls
eine Pufferwirkung. Sie sind teilweise mit Methanol verestert, was
bei Hydrolyse zur Freisetzung der Uronsäuren führt.
Weitere, Säuren bildende Prozesse können stattfinden.
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Die
ungesättigten Fettsäuren der Holzhackschnitzel
können aufgrund der Anwesenheit von Schwermetallionen mit
Sauerstoff reagieren. Diese Reaktion führt zum oxidativen
Abbau der ungesättigten Fettsäuren und letztlich
zur Bildung flüchtiger Aldehyde und auch Säuren.
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Um
diesen Prozess zu unterbinden, werden Schwermetalle komplexierende
Verbindungen zugesetzt, wodurch das Emissionsniveau an Aldehyden
aus dem Fettsäureabbau trotz Alkalieinsatz dem Holzfaserstoff ohne
Chemikalienzusatz entspricht bzw. darunter liegt.
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Als
alkalische Verbindungen werden Alkali- und Erdalkalicarbonate, Alkali-
und Erdalkalibicarbonate, -phosphate, -dihydrogenphosphate, hydrogenphosphate,
-oxide, -silikate eingesetzt. Bevorzugt sind dabei Natriumhydroxid,
Natriumcarbonat, Natriumbicarbonat, Ammoniumhydroxid, Ammoniumcarbonat,
Ammoniumbicarbonat, Calciumoxid, Calciumhydroxid, Calciumcarbonat,
Calciumbicarbonat.
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Als
Komplexbildner können folgende Verbindungen eingesetzt
werden:
- – Mehrwertige und polyfunktionelle
Carbonsäuren, wie z. B. Citronensäure und Citrate
sowie polymere Citronensäure-Derivate, Weinsäure
und Tartrate einschließlich polymerer Derivate, Zuckersäuren
(monomere, oligo- und polymere), z. B. Gluconsäure, Glucuronsäure,
Glucarsäure, Polyglucuronsäure, Gellan, Pektine,
Alginate, halbsynthetische carboxylgruppenhaltige Polysaccharidderivate
wie Carboxymethylcellulosen oder Carboxymethylstärken.
- – Aminomethylcarbonsäuren und ähnliche
Verbindungen, auch oligomere und polymere Varianten, vor allem aber
Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) und ihre Salze, wie
z. B. Dinatrium-ethylendiamin-tetraacetat (Na2EDTA,
Natriumedetat), Tetranatrium-ethylendiamin-tetraacetat (Na4EDTA), Calcium-dinatrium-ethylendiamin-tetraacetat
(CaNa2EDTA, E 385), Dieethylentriaminpentaessigsäure
(DTPA) und ihre Salze, Nitrilotriessigsäure (NTA), Ethylenglykol-bis(aminoethylether)-N,N'-tetraessigsäure
(EGTA), Ethylendiamindibernsteinsäure (EDDS), Iminodibernsteinsäure
Natriumsalz (IDS Na-Salz).
- – Aminomethylphosphonsäuren (AMPA) und ähnliche
Verbindungen, auch oligomere und polymere Varianten, vor allem aber
Hexaethylendiamin-tetra-methylenphosphonsäure (HDTMP),
Ethylendiamin-tetra-methylenphosphonsäure (EDTMP), Amino-tris-methylenphosphonsäure
(ATMP), Ethylendiamin-tetra-methylenphosphonsäure (DTPMP),
Amino-tris-methylenphosphonsäure (NTMP), Glyphosat (N-(Phosphonomethyl)glycin),
Aminomethylphosphonsäure (AMPA).
- – Polyphenole/Tannine verschiedener Herkunft, auch
in chemisch modifizierter Form.
- – Aminosäuren/Peptide/Proteine
- – Aminosäuren, Peptide und Proteine sind in
der Lage, Schwermetalle zu komplexieren. Einige Organismen produzieren
zu diesem Zweck spezielle metallbindende Proteine, welche reich
an SH-Gruppen sind, also viele Cystein-Reste enthalten, z. B. die
Metallothioneine.
- – Polyasparaginsäure, chemisch modifizierte
Aminosäuren, Peptide und Proteine.
- – Polyamine, wie z. B. Polyethylenimin (PEI), Polyvinylamin
(PVA) und deren Derivate, vor allem die Carboxymethylderivate. Aminogruppenhaltige
Polysaccharide/-derivate wie deacetyliertes Chitin (Poly-2-aminodesoxyglucose)
oder Chitin selbst sowie die entsprechenden Monomere, einschliesslich
chemisch modifizierte Formen, vor allem veretherte, veresterte,
alkylierte und oxidierte Varianten.
- – Polyphosphonate, Polyphosphate, Phosphonsäuren,
z. B. 1-Hydroxyethan-(1,1-diphosphonsäure) (HEDP), Phosphonobutantricarbonsäure
(PBTC), anorganische Phosphate, z. B. Meta-, Di-, Tri- und Polyphosphate,
z. B. Pentanatriumtriphosphat.
- – Anorganische und organische Polymere, welche anionische
Gruppen tragen oder aber in wässrigen Medien zu Anionen
dissoziierende Gruppen tragen. Beispiele sind phosphatierte oder
sulfatierte Polysaccharide, z. B. phosphatierte oder sulfatierte
Stärke, Cellulose, Hemicellulosen. Weitere Beispiele sind
Polymere, die Sulfonsäure- oder Phosphonsäurereste
enthalten.
- – Ionenaustauscher, Zeolithe, synthetische Silikate,
Bentonite.
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Mischungen
und Kombinationen der vorgenannten Einsatzstoffe sind ebenso eingeschlossen.
Die Anzahl an kombinierten Einsatzstoffen sowie deren Mischungsverhältnisse
unterliegen keiner Einschränkung.
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Bevorzugt
sind EDTA, DPTA, die Gruppe der AMPA und die Aminophosphonate.
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Die
verwendeten Chemikalien können als Feststoffe, als Lösungen,
bevorzugt wässrig, eingesetzt werden. Die Konzentrationsverhältnisse
richten sich nach der Holzart, der Anforderung an das Endprodukt
und weiteren Randbedingungen, z. B. Preis. Sie können in
einem sehr breitem Bereich zueinander liegen.
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Wässrige
Lösungen werden im Bereich von 0,01% bis zur jeweiligen
Sättigungskonzentration eingesetzt, bevorzugt bei höherer
Konzentration, um den Energieaufwand für nachfolgende Trocknungsprozesse gering
zu halten.
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Anhand
nachfolgender Ausführungsbeispiele wird die Erfindung näher
erläutert:
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Ausführungsbeispiel 1
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30
kg frische Hackschnitzel der Holzart Kiefer werden in einem offenen
Gefäß mit 2 Liter einer wässrigen Lösung
von 150 g NaOH und 50 g EDTA (Dinatriumsalz) beaufschlagt und durchmischt.
Anschließend werden diese vorbehandelten Hackschnitzel
in den Kocher eingeschleust, wo die Plastifizierung des Holzes bei
15 bar Aufschlussdruck (entsprechend etwa 200°C) betrieben
wird. Die Verweilzeit beträgt 4 min, was ein industrietypischer
Wert ist. Der anschließende Mahlvorgang im Refiner ist
dagegen von sehr kurzer Dauer.
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Der
feuchte Holzfaserstoff wird über eine Blasleitung (engl.
Blowline) transportiert und dabei getrocknet. 2 Proben des getrockneten
Holzfaserstoffes (jeweils 47 g) werden für die Emissionsprüfung
in Drahtkäfige (Abmaße 20 × 10 × 6
cm) eingefüllt. Die so erzielte Materialdichte beträgt
3,9 kg/m3.
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Ausführungsbeispiel 2
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30
kg frische Hackschnitzel der Holzart Kiefer werden in einem offenen
Gefäß mit 2 Liter einer wässrigen Lösung
von 150 g NaOH beaufschlagt und durchmischt. Anschließend
werden diese vorbehandelten Hackschnitzel in den Kocher eingeschleust,
wo die Plastifizierung des Holzes bei 15 bar Aufschlussdruck (entsprechend
etwa 200°C) betrieben wird. Die Verweilzeit beträgt
4 min, was ein industrietypischer Wert ist. Der anschließende
Mahlvorgang im Refiner ist dagegen von sehr kurzer Dauer.
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Der
feuchte Holzfaserstoff wird über eine Blasleitung (engl.
Blowline) transportiert und dabei getrocknet. 2 Proben des getrockneten
Holzfaserstoffes (jeweils 47 g) werden für die Emissionsprüfung
in Drahtkäfige (Abmaße 20 × 10 × 6
cm) eingefüllt. Die so erzielte Materialdichte beträgt
3,9 kg/m3.
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Ausführungsbeispiel 3
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30
kg frische Hackschnitzel der Holzart Kiefer werden in einem offenen
Gefäß mit 2 Liter einer wässrigen Lösung
von 150 g NaOH beaufschlagt und durchmischt. Anschließend
werden diese vorbehandelten Hackschnitzel in den Kocher eingeschleust,
wo die Plastifizierung des Holzes bei 15 bar Aufschlussdruck (entsprechend
etwa 200°C) betrieben wird. Die Verweilzeit beträgt
4 min, was ein industrietypischer Wert ist. Der anschließende
Mahlvorgang im Refiner ist dagegen von sehr kurzer Dauer.
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Der
feuchte Holzfaserstoff wird über eine Blasleitung (engl.
Blowline) transportiert und dabei getrocknet. 2 Proben des getrockneten
Holzfaserstoffes (jeweils 47 g) werden für die Emissionsprüfung
in Drahtkäfige (Abmaße 20 × 10 × 6
cm) eingefüllt. Die so erzielte Materialdichte beträgt
3,9 kg/m3.
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Ausführungsbeispiel 4
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30
kg frische Hackschnitzel der Holzart Kiefer werden in einem offenen
Gefäß mit 2 Liter einer wässrigen Lösung
von 150 g NaOH und 50 g EDTA (Dinatriumsalz) sowie mit 10 g fein
gepulvertem BHT beaufschlagt und durchmischt. Anschließend
werden diese vorbehandelten Hackschnitzel in den Kocher eingeschleust,
wo die Plastifizierung des Holzes bei 15 bar Aufschlussdruck (entsprechend
etwa 200°C) betrieben wird. Die Verweilzeit beträgt
4 mm, was ein industrietypischer Wert ist. Der anschließende
Mahlvorgang im Refiner ist dagegen von sehr kurzer Dauer.
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Der
feuchte Holzfaserstoff wird über eine Blasleitung (engl.
Blowline) transportiert und dabei getrocknet. 2 Proben des getrockneten
Holzfaserstoffes (jeweils 47 g) werden für die Emissionsprüfung
in Drahtkäfige (Abmaße 20 × 10 × 6
cm) eingefüllt. Die so erzielte Materialdichte beträgt
3,9 kg/m3.
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Die
nach Ausführungsbeispielen 1–4 hergestellten Holzfasern
werden in der beschriebenen Ausführung entsprechend
DIN
ISO 16000-3,
DIN ISO 16000-6 und
DIN
ISO 16000-9 bis
DIN ISO 16000-11 geprüft: Prüfbedingungen:
| Luftwechsel | 1 |
| Temperatur | 23°C |
| Luftfeuchte | 50% |
| Kammervolumen | 0,1
m3 |
| Probenahme | nach
1, 3, 7, 14 und 21 Tagen auf TENAX® |
| Analytik | mittels
GC-MS |
Ergebnisse
| Variante | 1(NaOH +
EDTA) | 2(NaOH) | 3(–) | 4(NaOH +
EDTA + BHT) |
| | Probe
1 | Probe
2 | Probe
1 | Probe
1 | Probe
1 | Probe
2 | Probe
1 | Probe
2 |
| Probenahmetag | Furfural
[μg/m3] |
| 1 | 5 | 10 | 8 | 7 | 15 | 13 | 5 | 9 |
| 3 | 3 | 5 | 2 | 3 | 17 | 5 | 4 | 5 |
| 7 | 3 | 2 | | | 6 | 3 | 2 | 3 |
| 14 | 0 | 3 | 1 | 4 | 6 | 6 | 1 | 2 |
| 28 | 1 | 1 | 1 | 2 | 6 | 4 | 0 | 2 |
| Probenahmetag | Hexanal
[μg/m3] |
| 1 | 1 | 3 | 17 | 85 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 3 | 0 | 1 | 58 | 43 | 0 | 0 | 0 | 1 |
| 7 | 1 | 0 | | | 1 | 0 | 1 | 0 |
| 14 | 0 | 1 | 6 | 9 | 1 | 2 | 0 | 0 |
| 28 | 1 | 1 | 4 | 3 | 1 | 1 | 0 | 0 |
-
Bei
Beispiel 3 (ohne Zusätze) emittiert deutlich mehr Furfural
aus dem Holzfaserstoff als bei Einsatz von Alkalien (Beispiele 1,
2 und 4).
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Beispiel
2 (nur NaOH) führt daneben zu deutlich erhöhter
Emission an Aldehyden aus dem oxidativen Abbau von Fetten und Fettsäuren.
Stellvertretend werden die Emissionswerte für das Hexanal,
den bei weitem überwiegend gebildeten Aldehyd, angegeben.
Daneben werden Aldehyde mit sehr niedrigen NIK-Werten gebildet,
z. B. 2-Octenal, 2-Butenal und andere ungesättigte Aldehyde.
Die, absolut gesehen, geringen Emissionswerte dieser Aldehyde bedingen
naturgemäß größere Messfehler,
weshalb das Hexanal ein zuverlässigerer Indikator ist.
-
Bei
Beispiel 1 wird zusätzlich zum Alkali das EDTA-Dinatriumsalz
verwendet, was zu einer starken Unterdrückung der Aldehydbildung
führt.
-
Bei
Beispiel 4 wird zusätzlich zum Alkali das EDTA-Dinatriumsalz
sowie der Radikalfänger BHT verwendet, was von allen 4
Ausführungsbeispielen die stärkste Unterdrückung
der Aldehydbildung aus dem Fettsäureabbau zur Folge hat.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 102004050278
A1 [0016]
- - DE 69628900 T2 [0018]
- - DE 2818320 A1 [0019]
- - DE 3344239 C2 [0021]
- - WO 2006/039914 A1 [0022, 0024]
- - WO 2006/032267 A1 [0023]
- - DE 102006020612 A1 [0025]
- - CA 2034952 [0026]
- - DE 3911091 A1 [0027]
- - DD 257607 A1 [0029]
- - DE 3787967 T2 [0030]
- - US 3282313 A [0031]
- - DD 284836 A5 [0032]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - DIN ISO 16000
Teil 9 bis 11 [0006]
- - ISO 16000 Teil 3 und 6 [0006]
- - DIN ISO 16000-3 [0075]
- - DIN ISO 16000-6 [0075]
- - DIN ISO 16000-9 [0075]
- - DIN ISO 16000-11 [0075]