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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entriegeln von klappbaren,
am Boden anscharnierten Seitenwänden von Kästen
bzw. Behältern, von denen die beiden gegenüberliegenden
Stirnwände mit den benachbarten Seitenwänden verriegelbar sind
und die Entriegelung durch eine Hubbewegung eines bügelartig
ausgebildeten Stellgliedes erfolgt, das federnd vorgespannt in Ausnehmungen
von Versteifungsrippen an den Außenflächen der
Stirnwände angeordnet und geführt ist, wobei dem
Stellglied an seinen beiden außen liegenden, nach oben
in Hubrichtung vorkragende Bügelenden aufweisenden Enden
Bewegungs-Umlenkungsmittel zugeordnet sind, die die beim Anheben
des Stellgliedes vertikale Bewegung in eine die Seitenwände
entriegelnde horizontale Bewegung umlenken, wobei Entriegelungsstege
in die Stirnwände eingerastete, federzungenartige Riegelmittel
der Seitenwände beaufschlagen und aus ihrem die Stirnwände
klammernden Rastsitz drücken, Gegenstand nach Patent ...
Patentanmeldung-Nr. 10 2008 060 913.7.
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Durch
den Gegenstand der obigen Hauptanmeldung lassen sich die von beispielsweise
durch das
DE 91 13 549.4
U oder
DE
101 37 328 B4 bekannt gewordenen Behältern auftretenden
Nachteile vermeiden, indem eine Systemtrennung ermöglicht wird,
bei der die Verriegelung durch die in zu den Stirnwänden
benachbarten Seitenwänden vorgesehenen, auf eine Federvorspannung
des bügelartigen Stellgliedes nicht angewiesenen Riegelmittel
stets gewährleistet wird. Aufgrund der vorgeschalteten
Bewegungsumlenkung kommt das Stellglied nur zum Entriegeln, nicht
aber auch zum Verriegeln zur Wirkung.
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Es
lässt sich damit in jedem Fall die Funktionalität
des Behälters mit zusammenklappbaren bzw. -faltbaren Wänden
sicherstellen, weil selbst bei Bruch oder Beschädigung
der Einhandbügel-Entriegelungsmechanik die Verriegelung
der hochgestellten Wände unverändert aufrecht
erhalten bleibt. Die uneingeschränkte Funktionalität
gilt gleichermaßen für das Entriegeln zum Zusammenklappen
der Behälterwände, denn die Verriegelung lässt
sich auch ohne die Einhandbügel-Entriegelungsmechanik individuell
von Hand aufheben. Hierzu braucht lediglich von außen auf
die Stirnwände geschlagen zu werden, so dass die Riegelmittel
der Seitenwände aus dem Rastsitz herausgleiten.
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Solche
Falt- bzw. Klappbehälter kommen zum Kommissionieren von
unterschiedlichen Waren in Lagerregalen und externer Logistik zum
Einsatz. Die Lagerregale weisen mehrere Regalebenen auf, in denen
die Kommissionierbehälter gelagert werden. Dabei können
zwar die Behälter der unteren bis mittleren, auf Sichthöhe
angebrachten Regalebenen von einer Bedienperson gut eingesehen werden.
Dadurch kann einerseits frühzeitig erkannt werden, wie viel
Inhaltsgut noch im Behälter vorhanden ist. Andererseits
lässt sich ohne Schwierigkeiten in die Behälter
fassen, um Inhaltsgut zu entnehmen oder die Behälter mit
Inhaltsgut zu befüllen. Die Behälter, die sich in
der Regalebene in den oberen Höhen befinden, können
von der Bedienperson meist jedoch nur schlecht eingesehen werden.
Aufgrund der hohen Behälterwand wird zudem ein Eingreifen
in den Behälter zusätzlich erschwert. Diese Bedingungen
haben dazu geführt, dass in vielen Regalsystemen die obersten
Regalebenen oftmals nicht mit Behältern bestückt
werden. Vielmehr erfolgt eine Verteilung über die Breite
der mittleren bis unteren Regalebenen, womit sich die Wege für
eine Bedienperson automatisch verlängern, die Produktivität
sinkt und zudem mehr Regalbreite benötigt wird.
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In
der Praxis sind zusammenklappbare bzw. -faltbare Behälter
bekannt, mit denen sich diese Nachteile vermeiden lassen, indem
eine Kommissionieröffnung vorgesehen wird. Dazu ist nahezu
eine gesamte Stirnwand, abgesehen von einer umlaufenden Einrahmung,
um ihre Scharniere als Klappe in Richtung vom Behälter
wegweisend aufschwenkbar. Dabei treten dann allerdings wieder andere
Nachteile auf. Denn die nach vorne hin weggeschwenkte bzw. aufgeklappte
Stirnwand kann eine Lichteinheit des Regalsystems ver- bzw. überdecken,
und außerdem ist nicht auszuschließen, dass sich
die Stirnwand bzw. Klappe beim Transport öffnet, so dass
die Gefahr besteht, dass sich der Behälter bei der Beförderung
auf einem automatischen Transportsystem verklemmt.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Behälter
zu schaffen, der unter Ausnutzung und Beibehaltung der Vorteile
des Gegenstands der Hauptanmeldung gleichzeitig eine allen Belangen
entsprechende Entnahmeöffnung ohne die beschriebenen Nachteile
der diesbezüglich bekannten Behälter bereit stellt.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass das Stellglied in einem Schiebewandelement angeordnet ist,
das in einem nach oben offenen Wandausschnitt der Stirnwand in sich
auf der Stirnwand fortsetzenden Seitenführungen des Wandausschnitts
in senkrechter Richtung parallel zur Stirnwand in eine den Wandausschnitt
verschließende oder diesen freigebende Position verschiebbar
ist, und wobei die mit den Bügelenden des Stellglieds zusammenwirkenden
Bewegungs-Umlenkungsmittel bei Verschiebebewegungen des Schiebewandelementes
in ihrer Einbaulage in der Stirnwand seitlich benachbart zu dem
Wandausschnitt verbleiben. Das Schiebewandelement kann somit mindestens
zwei unterschiedliche Positionen einnehmen, nämlich in der
oberen Endlage den Wandausschnitt ausfüllend und die Stirnwand
bzw. den Behälter damit verschießend. Zum anderen
eine untere Endlage, in der der Wandausschnitt und damit der ungehinderte
Zugang zum Behälterinneren freiliegt, so dass selbst bei
einem in einer oberen Regalebene abgestellten Behälter
eine freie Einsicht gewährleistet und ein leichter Eingriff
zum Inhaltsgut ermöglicht wird.
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Wenn
sich das Schiebewandelement in der unteren Endlage, d. h. mit freiem
Zugang zum Behälterinneren, befindet, wird erfindungsgemäß ein
unerwünschtes Zusammenlegen des Behälters in jedem Fall
verhindert. Denn das Stellglied hat keinen Kontakt mit den benachbart
zu dem Wandausschnitt in der Stirnwand verbleibenden Entriegelungselementen,
womit die Funktion als Sicherungsverschluss uneingeschränkt
erfüllt wird. Wenn hingegen der Behälter zum Leertransport
zusammengefaltet werden soll, braucht lediglich das Schiebewandelement
in die obere, den Wandausschnitt ausfüllende Endlage verschoben
zu werden. Denn im Bewegungsablauf des Hochschiebens gelangt das
Einhandgriff-Stellglied mit seinen Bügelenden automatisch
in Berührung mit den stirnwandseitigen Entriegelungselementen,
so dass deren Verriegelung bzw. Rastsitz mit den Stirnwänden
durch ein Hochziehen allein des Stellgliedes aufgehoben wird und
in der Folge alle Behälterwände um ihre Scharniere
nach innen eingeklappt werden können.
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Nach
einer bevorzugten Ausführung der Erfindung sind die Bügelenden
jeweils mit einem in vertikaler Richtung schräg verlaufenden
Betätigungssteg ausgebildet, die in komplementäre,
schräg verlaufende U-Profilführungen von links-
und rechtsseitig in der Stirnwand angeordneten Entriegelungselementen
eingreifen. Bei der Handbetätigung des Stellgliedes, nachdem
sich das Schiebewandelement in der oberen Endlage befindet, gleitet
einhergehend mit dieser Hubbewegung der Betätigungssteg
der Bügelenden selbsttätig in dem U-Profil nach
oben bzw. es verschieben sich diese Teile relativ gegeneinander,
wodurch das Entriegelungselement horizontal nach außen
parallel zu den die Stirnwände in einem Teilbereich schürzenartig überlappenden
Längswänden bewegt wird. Über die sich
gegeneinander verschiebenden Schrägflächen des
Betätigungssteges und der U-Profilführung des
Entriegelungselementes, wobei dieser Eingriff einer Feder-Nut-Verbindung entspricht,
erfolgt die Bewegungsumlenkung von der vertikalen Stellgliedbewegung
in die horizontale, auf die Seitenwand gerichtete Bewegung des Entriegelungselementes,
so dass in der Folge die Verriegelung zwischen den Stirnwänden
und den Längswänden aufgehoben wird.
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Dazu
sind nach einem Vorschlag der Erfindung die Entriegelungselemente
ausgehend von ihrer die Betätigungsstege aufnehmenden U-Profilführung
mit einem bzw. einer sich daran horizontal anschließenden
Entriegelungssteg bzw. -zunge versehen, der bzw. die jeweils in
den Eckbereichen der angrenzenden Längswände ausgebildete,
gegen die Stirnwände vorspringende und in diese eingerastete Federzungen
beaufschlagt. Zur Entriegelung der Stirnwände werden die
Federzungen beim vertikalen Anheben des Stellgliedes und der damit
einsetzenden Bewegungsumlenkung der Entriegelungselemente durch
die Entriegelungsstege bzw. -zungen horizontal nach außen
gedrückt. Die somit entriegelten Stirnwände lassen
sich anschließend über ihre mit dem Boden des
Kastens bzw. Behälters verbundenen Scharniere nach innen
auf die Bodenfläche umklappen und danach die Längswände
darüber klappen.
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Nach
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der horizontale Entriegelungssteg
auf seiner oberen und seiner unteren Stegfläche mit einem
Federarm ausgebildet, wobei sich die Federarme in horizontaler und
in vertikaler Richtung an Versteifungsrippen innerhalb der Stirnwand
abstützen. Die im Übergangsbereich zwischen der
U-Führung des Entriegelungselementes und dem Entriegelungssteg
angeformten Federarme bewirken beim Loslassen des bügelartigen
Stellgliedes aufgrund der beim vorhergehenden vertikalen Betätigen
des Stellgliedes durch die Verformung der Federarme aufgebauten
Rückstellkräfte eine selbsttätige Rückführung
des Entriegelungselementes mit Entriegelungssteg in die Ausgangsposition
vor der Entriegelung.
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Ein
vorteilhafter Vorschlag der Erfindung sieht vor, dass das Schiebewandelement
eine an seinem unteren Ende ausgeformte, flexible Grifftasche aufweist,
die mit einem in das Behälterinnere gerichteten Überstand
ausgebildet ist, der sich in der den Wandausschnitt verschließenden
Position auf die horizontale Stirnkante des Wandausschnitts legt.
Solange der nach einer Ausgestaltung der Erfindung von unten nach
oben sich keilförmig verjüngend ausgebildete Überstand
mit seiner unteren, breiten Keilfläche auf der Stirnkante
aufliegt, wird die den Wandausschnitt verschließende Lage
gesichert.
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Wenn
dann eine Bedienungsperson an der vorteilhaft über außenliegende
Vertikalschlitze mit Luft in dem Schiebewandelement angeordneten Grifftasche
zieht, kommt der Überstand von der horizontalen Stirnkante
frei, so dass sich das Schiebewandelement parallel zur Stirnwand
in eine gewünschte Position verschieben lässt.
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Die
Erfindung sieht einen oberhalb der Grifftasche etwa in der Mitte
zwischen den Vertikalschlitzen angeordneten, die maximale Bewegungsfreiheit der
Grifftasche bei Zugbeaufschlagung festlegenden Steg vor. Die Grifftasche
kann damit nicht überdehnt werden, denn der Steg, der sich
mit seiner oberen Endkante dann an das Schiebewandelement anlegt, blockiert
ein weiteres Wegziehen der Grifftasche.
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Wenn
vorzugsweise dem Überstand in der nach unten verschobenen
Endlage des Schiebewandelementes in der Stirnwand eine Aufnahme
zugeordnet ist, in der der Überstand Platz findet, wird
nicht nur vermieden, dass der Überstand dauernd unter Spannung
steht, d. h. permanent nach vorne gedrückt wird, sondern
das Schiebewandelement kann sich auch nicht unerwünscht
in eine andere Position verlagern, z. B. wenn der Behälter über
Kopf gehalten wird oder durch Erschütterungen beim Transport auf
automatischen Förderstrecken.
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Nach
einem Vorschlag der Erfindung sind in Höhe der der Stirnkante
des Wandausschnitts aufliegenden Fläche des Überstands
auf der Innenseite des Schiebewandelementes orthogonal zu den Vertikalschlitzen
linienförmig verlaufende Erhebungen vorgesehen. Diese verhindern,
dass das durch Ziehen an der Grifftasche von der horizontalen Stirnkante
des Wandausschnitts freigekommene Schiebewandelement frei beweglich
nach unten gleitet. Zum Verschieben wird die geringe, einen minimalen
Widerstand bietende Erhebung überwunden.
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Eine
weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Schiebewandelement über
seine gesamte Höhe nach innen offene, voneinander beabstandete
Führungskanäle aufweist, in deren Verlängerung
auf der Außenseite der Stirnwand bis zu deren Fussende
reichende, in die Führungskanäle eingreifende
Vertikalrippen ausgebildet sind. Hierdurch werden die den Wandausschnitt
begrenzenden Seitenführungen unterstützt und Verkantungen
verhindert, die beispielsweise durch Erschütterungen beim automatischen
Förderstreckentransport hervorgerufen werden können.
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Eine
bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, dass die
Seitenführungen der Stirnwand am oberen Ende des Wandausschnitts
mit einander zugewandt jeweils einem schulterartigen Trageversatz ausgebildet
sind, der von unten her offene Hohlräume aufweist, in die
in der angehobenen Endstellung des Schiebewandelementes an dessen
oberen Eckbereichen hochstehend angeformte Schiebewandnasen eintauchen.
Beim Transport beladener Behälter, die dazu an den Handgriffen
in den Schiebewandelementen der Stirnwände erfasst werden,
lässt sich damit eine optimierte Krafteinleitung und -verteilung
sowie Statik erreichen.
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Nach
einer Ausgestaltung der Erfindung ist eine Seitenführung über
einen Teilabschnitt unterhalb des Wandausschnitts mit einem Rücksprung ausgebildet.
In diesen einen taschenartigen Freiraum bereitstellenden Rücksprung
kann das mit dem Stellglied vormontierte Schiebewandelement einseitig eingesetzt
und danach in Gegenrichtung auch in die gegenüberliegende
Seitenführung eingefügt werden.
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Es
wird vorgeschlagen, dass die Seitenführungen und das Schiebewandelement
mit Plombenöffnungen versehen sind, die in der angehobenen Endlage
des Schiebewandelementes zur Anbringung einer Plombe fluchtend verlaufen.
Diese Verplombung ermöglicht einen Diebstahlschutz.
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Nach
einem andere Vorschlag der Erfindung ist das Schiebewandelement
zur Aufnahme von Montageköpfen des Stellgliedes mit Kreuzschlitzausnehmungen
versehen. Die somit unterschiedlichen Öffnungsweiten erlauben
das Einstecken der hakenförmigen Montageköpfe,
verhindern danach aber, dass diese selbsttätig aus den
Ausnehmungen heraustreten können. Ist der Behälter
zusammengelegt und soll dann von einem Roboter automatisch aufgestellt
werden, können die Kreuzschlitzausnehmungen gleichzeitig
als Eingriffmöglichkeit für den Roboter dienen,
um die Stirnwand aufzurichten.
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Weitere
Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung eines in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels der Erfindung. Es zeigen:
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1 einen
erfindungsgemäßen Behälter mit aufgerichteten
und verriegelten Seitenwänden in einer perspektivischen
Gesamtansicht von einer Stirnwand her gesehen, wobei in beiden Stirnwänden ein
Schiebewandelement angeordnet ist, das mit einem Stellglied einer
Einhandbügel-Entriegelungsmechanik versehen ist;
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2 als
Einzelheit der 1 in einer perspektivischen
Vorderansicht eine Behälter-Stirnwand, am Kopfende im Längsschnitt;
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3 die
Stirnwand der 2 mit nach unten verschobenem,
die Behälter-Entnahmeöffnung freigebendem Schiebewandelement;
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4 in
einer perspektivischen Stirnwand-Ansicht den kompletten Behälter
mit in der vorderen Stirnwand freier Entnahmeöffnung und
in die untere Endlage verschobenem Schiebewandelement;
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5 in
einer Vorderansicht als Einzelheit das Schiebewandelement ohne Bestückung
mit dem Stellglied der Einhandbügel-Entriegelungsmechanik, von
der Außenseite her gesehen;
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6 das
mit der Einhandbügel-Entriegelungsmechanik bestückte
Wandschiebeelement in einer perspektivischen Ansicht von der Innenseite
her gesehen;
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7 eine
perspektivische Teilansicht des Behälters, wobei die Stirnwand
im Bereich einer Seitenführung des Wandschiebeelements
längsgeschnitten dargestellt ist; und
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8 als
Einzelheit eine Stirnwand mit dem Wandschiebeelement in der oberen
Endlage, von der Innenseite her gesehen.
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In 1 ist
ein aus vier Seitenwänden 2 bis 5 bestehender
Behälter 1 dargestellt. Sowohl die beiden Längswände 2, 3 als
auch die beiden Stirnwände 4, 5 sind
nach innen auf den Behälterboden 6 klappbar angeordnet.
Am unteren Ende der Stirnwände 4, 5 sind
dazu Scharniere 7 bzw. Scharnierelement angeformt (vergleiche
hierzu 8), über die die Stirnwände 4, 5 in
den entsprechende Scharnieraufnahmen besitzenden Behälterboden 6 eingesteckt
werden können. Auch die Längswände 2, 3 sind
an ihrem unteren Rand mit entsprechenden Scharnieren 7 versehen,
die zum Einstecken in komplementäre Scharnierhälften
des Behälterbodens 6 dienen. Hierbei sind die
Scharniere der Längswände 2, 3 höher
angeordnet als die Scharniere 7 der Stirnwände 4, 5, damit
sich die Längswände 2, 3 auf
die zuvor auf den Behälterboden 6 geklappten Stirnwände 4, 5 aufklappen
lassen.
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Die
Eckbereiche der Längswände 2, 3 sind jeweils
mit die Endabschnitte der Stirnwände 4, 5 geringfügig überlappenden,
schürzenartigen Abkantungen bzw. Flanschen 8 ausgebildet.
In aufrechter Stellung legen sich die Stirnwände 4, 5 vom
Behälterinneren aus gegen die Flansche 8 an, wobei
sie von an den Flanschen 8 nach innen eingerollt ausgebildeten Rastschalen 23,
die gegenüberliegende, rippenartige Gegenrastmittel der
Stirnwände 4, 5 umklammern, positioniert
werden (vgl. auch 4).
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Im Übergangsbereich
zwischen den Längswänden 2, 3 und
den Flanschen 8 sind gegen die Stirnwände 4, 5 vorspringende
Federzungen 10 ausgebildet (vgl. 4), die
aus den Flanschen 8 bzw. den Längswänden 2, 3 ausgespart
sind. Beim Hoch- bzw. Aufklappen der Stirnwände 4, 5 werden
diese durch die in der Folge zurückschnappenden Federzungen 10 mit
den Längswänden 2, 3 respektive
den Flanschen 8 automatisch verriegelt.
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Die
Stirnwände 4, 5 sind mit von der Behälteroberseite
ausgehenden, sich über eine Teillänge nach unten
erstreckenden Wandausschnitten 24 (vgl. die 3, 4 und 8)
ausgebildet. In den Wandausschnitt 24 begrenzenden, sich
bis zum Fussende der Stirnwände 4, 5 fortsetzenden
Seitenführungen 25a, 25b ist ein Schiebewandelement 26 angeordnet,
das sich parallel zur Stirnwand 4, 5 in eine den
Wandausschnitt 24 verschließende oder als Entnahmeöffnung
mit Zugang zum Behälterinnern freigebende Position (3, 4)
verschieben lässt.
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Hierzu
ist an den Außenflächen der mit horizontal vorspringenden
Versteifungsrippen 11 und mit vertikal vorspringenden Versteifungsrippen 12 versehenen
Schiebewandelemente 26 jeweils ein Stellglied 13 angeordnet,
welches als bügelartiges Griffelement ausgebildet ist.
Dieses sich im Wesentlichen über die Länge des
Wandausschnitts 24 zwischen den Seitenführungen 25a, 25b erstreckende
Stellglied 13 weist vertikal nach oben vorkragende Bügelenden 15 auf
(vgl. 5 und 6), die in Freiräumen
zwischen den Versteifungsrippen 11 angeordnet und mit Eingriff
in die Seitenführungen 25a, 25b von diesen
gehalten sowie darin auch in Pfeilrichtung 14, also in
Hub- bzw. Bewegungsrichtung, geführt werden.
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An
seinen beiden Bügelenden 15 ist das Stellglied 13 mit
einem in vertikaler Richtung schräg verlaufenden Betätigungssteg 16 ausgebildet.
Die Betätigungsstege 16 greifen ihrerseits jeweils
in komplementäre, schräg verlaufende U-Profilführungen 17 eines
rechts- und linksseitig neben dem Wandausschnitt 24 in
den Stirnwänden 4, 5 angeordneten Entriegelungselementes 18 ein.
Die Entriegelungselemente 18 sind ausgehend von ihrer die
Betätigungsstege 16 aufnehmenden U-Profilführungen 17 mit
einem sich daran in horizontaler Richtung anschließenden
Entriegelungssteg 19 versehen. Die Entriegelungsstege 19 werden
in Ausnehmungen der vertikalen Versteifungsrippen 12 der
Stirnwände 4, 5 in horizontaler Richtung
geführt und beaufschlagen bei einem nachfolgend noch näher
beschriebenen Entriegelungsvorgang die gegen die Stirnwände 4, 5 vorspringenden
Federzungen 10.
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Das
längs des unteren Randes eines üblichen Handgriffs 20 des
Schiebewandelementes 26 geführte und gehaltene
Stellglied 13 ist federnd vorgespannt, wozu links- und
rechtsseitig am Stellglied 13 aufeinander zu gerichtete
Federlaschen 21 vorgesehen sind. Diese Federlaschen 21 stützen
sich mit ihren freien Enden gegen eine horizontale Versteifungsrippe 11 des
Schiebewandelementes 26 ab bzw. sind darin eingehakt.
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Das
in den 5 und 6 als Einzelheit dargestellte
Schiebewandelement 26 besitzt eine durch Freimachungen
in Form von Vertikalschlitzen 27 flexibel gestaltete Grifftasche 28,
die an ihrer innenliegenden Seite (6) mit einem
sich von unten nach oben keilförmig verjüngenden Überstand 29 ausgebildet
ist. Dieser legt sich in der den Wandausschnitt 24 verschließenden,
angehobenen Endlage des Schiebewandelementes 26 mit seiner
Keilunterseite 30 auf die horizontale Stirnkante 31 des
Wandausschnitts 24. Durch Unterfassen der bzw. Eingreifen
in die Grifftasche 28 kann diese nach vorne gezogen und
der Überstand 29 damit von der Stirnkante 31 weggezogen
werden, so dass sich das Schiebewandelement 26 danach in
seine den Wandausschnitt 24 freigebende, untere Endlage
verschieben lässt. An der Außenseite des Schiebewandelementes 26 verläuft
ein in der Mitte zwischen den Vertikalschlitzen 27 vorgesehener,
von der Oberkante der Grifftasche 28 ausgehender Steg 44 mit
etwa der Länge der Vertikalschlitze nach oben. Dieser ermöglicht
einen die Flexibilität der Grifftasche 28 beschränkenden
Anschlag und begrenzt deren Bewegung nach vorne. Die Grifftasche
kann somit nicht überdehnt werden.
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Zur
Unterstützung der Seitenführungen 25a, 25b bei
Verschiebebewegungen sind an dem Schiebewandelement 26 nach
innen offene, nutförmige Führungskanäle 32 vorgesehen,
in deren Verlängerung auf der Außenseite der Stirnwände 4, 5 bis
zu deren Fussenden reichende Vertikalrippen 33 ausgebildet
sind, die in die Führungskanäle 32 eingreifen. Dem Überstand 29 ist
in der unteren Endlage des Schiebewandelementes 26 in der
Stirnwand eine Aufnahme 34 zugeordnet. Der Überstand 29 bzw.
die Grifftasche 28 steht damit nicht dauernd unter Spannung,
wodurch sich Materialermüdungserscheinungen vermeiden lassen.
Weiterhin verhindert die Aufnahme 34, dass bei einem über
Kopf gehaltenen Behälter 1 das sich in der unteren
Endlage befindende Schiebewandelement 26 selbsttätig
in die obere Endlage fällt. Zudem lässt sich dadurch
vermeiden, dass sich das Schiebewandelement 26 auf automatischen Förderstrecken,
wie in automatischen Kleinteilelagern üblich zum Einsatz
kommend, durch Erschütterungen hoch schiebt oder verkantet.
Einem Verkanten wirken außerdem die Führungskanäle 32 mit
den in diese eingreifenden Vertikalrippen 33 entgegen.
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Das
Schiebewandelement 26 weist an seinen oberen Eckbereichen
hochstehend angeformte, als Stifte ausgebildete Schiebewandnasen 35 auf, die
in der angehobenen Endstellung des Schiebewandelementes 26 in
Hohlräume bzw. Öffnungen der Seitenführungen 25a, 25b der
Stirnwand 4, 5 benachbart zu dem Wandausschnitt 24 eintauchen
(vgl. 2). Hierzu sind die Stirnwände 4, 5 an
beiden Hochkantseiten des Wandausschnitts 24 mit jeweils einem
schulterartigen, einander zugewandt etwas in den Wandausschnitt 24 hineinragenden
Trageversatz 36 versehen (vgl. auch 8), der
gleichzeitig auch einen Bestandteil der Seitenführungen 25a, 25b darstellt.
Der Trageversatz 36 unterstützt die Verteilung
des Kraftflusses beim Handhaben des Behälters 1 unter
Belastung vom Schiebewandelement 26 in die Stirnwand 4, 5,
die somit stabilisiert wird. Es werden nicht nur die beim Tragen
des Behälters auftretenden Zugkräfte aufgenommen,
sondern auch der beim Stapeln mehrerer Behälter auf- bzw. übereinander
auf den Behälteroberrand auftretende Druck.
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Das
Schiebewandelement 26 weist weiterhin parallel voneinander
beabstandete Kreuzschlitzausnehmungen 37 auf, in die sich
hakenförmige Montageköpfe 38 des bügelartigen
Stellgliedes 13 zu dessen Vormontage an dem Schiebewandelement 26 einfügen
lassen (vgl. 6). Das mit den Montageköpfen 38 in
die Kreuzschlitzausnehmungen 37 eingesteckte Stellglied 13 kann
nicht herausfallen.
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Das
Schiebewandelement 26 ist außerdem mit Plombenöffnungen 39 versehen,
denen in den Seitenführungen 25a, 25b der
Stirnwand 4, 5 zur Anbringung von Plomben 40 (vgl. 7)
in der angehobenen Endlage des Schiebewandelementes 26 entsprechende
Plombenöffnungen 41 (vgl. 4) zugeordnet
sind. Bei in einer Regalebene mehreren übereinander stehenden
befüllten Behältern bietet die Verplombung einen
Diebstahlschutz. Denn Unbefugte können nicht ohne weiteres
das Schiebewandelement 26 in die geöffnete, untere
Endlage mit freiem Zugang zum Behälterinneren verschieben.
Das würde vielmehr das vorherige, ohne Aufmerksamkeit zu verursachen
nicht durchzuführende Entfernen der Plombe 40 erfordern.
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Zum
Einbau des Schiebewandelementes 26 in die Stirnwand 4, 5 ist
eine der Seitenführungen 25a, 25b mit
einem Rücksprung 42 ausgebildet, wie in 7 an
der Seitenführung 25a zu erkennen. Dieser Rücksprung 42 bietet
in der Seitenführung 25a einen taschenartigen
Freiraum, in den sich das Schiebewandelement 26 einseitig
mit seinem der Seitenführung 25a zugewandten Führungsprofil
einstecken lässt. Das Schiebewandelement 26 kann
danach mittels einer entgegen gerichteten Bewegung mit seinem anderen
Führungsprofil in die andere Seitenführung 25b eingerastet
werden, womit das Schiebewandelement 26 beidseitig von
den Seitenführungen 25a, 25b aufgenommen
wird. Der Rücksprung 42 erstreckt sich nur über
eine begrenzte Länge der Seitenführung 25a,
was gewährleistet, dass das Schiebewandelement 26 in
den beiden Endlagen oder auch in Zwischenpositionen ohne Spiel in
den Seitenführungen 25a, 25b gehalten
wird. Bei Schiebebewegungen des Schiebewandelementes 26 reduzieren außerdem
die in den Führungskanälen 32 des Schiebewandelementes 26 aufgenommenen
Vertikalrippen 33 der Stirnwand 4, 5 Toleranzen
und unterstützen das Verhindern von Verkantungen.
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In
der die Wandausschnitte 24 des Behälters 1 verschließenden
Endlage der Schiebewandelemente 26 liegt der keilförmige Überstand 29 auf
der horizontalen Stirnkante 31 der Stirnwände 4, 5 auf. Zum
Freimachen eines Wandausschnitts 24 wird die Grifftasche 28 nach
vorne gezogen, bis sich der Überstand 29 von der
Stirnkante 31 entfernt hat. Damit das Schiebewandelement 26 nicht
selbsttätig sogleich in die untere Endlage gleitet, sind
beidseitig der Grifftasche 28 sich in Höhe der
Keilunterseite 30 orthogonal zu den Vertikalschlitzen 27 erstreckende, rippenartige,
nur gering vorspringende Erhebungen 43 vorgesehen (vgl. 6).
Diese bilden einen das selbsttätige Verrutschen verhindernden,
minimalen Widerstand. Dieser lässt sich durch einen geringen Kraftaufwand überwinden,
so dass sich das Schiebewandelement 26 anschließend
manuell kontrolliert in die untere Endlage bzw. in eine Zwischenposition verschieben
lässt. Dabei gleiten die Betätigungsstege 16 der
Bügelenden 15 des Stellgliedes 13 aus
den U-Profilführungen 17 des Entriegelungssteges
bzw. der Entriegelungszunge 19 der in der Stirnwand verbleibenden
anderen Teile des Bewegungs-Umlenkungsmittels heraus.
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Zum
erneuten Verschließen des Wandausschnitts 24 braucht
das Schiebewandelement 26 lediglich nach oben gezogen zu
werden, und sobald der Überstand 29 die horizontale
Stirnkante 31 des Wandausschnitts 24 überwunden
hat, wobei sich gleichzeitig die Bügelenden 15 des
Stellgliedes 13 mit ihren schräg verlaufenden
Betätigungsstegen 16 wieder in die U-Profilführung 17 des
Bewegungs-Umlenkungsmittels einfädeln, nimmt der Überstand 29 automatisch
seine über die Stirnkante 31 kragende und das
Schiebewandelement 26 in Position haltende Lage ein.
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Sollen
hingegen die Behälterwände zusammengefaltet werden,
was zum Einklappen der Stirnwände 4, 5 auf
den Behälterboden 6 das Entriegeln der Rastverbindung
mit den Längswänden 2, 3 voraussetzt,
wird in der geschlossenen Endlage der Schiebewandelemente 26 das
Stellglied 13 mit den Händen angehoben (in Pfeilrichtung 14 von 1 nach
oben). Der von der U-Profilführung 17 aufgenommene
Betätigungssteg 16 gleitet dann nach oben, womit
einhergehend das Entriegelungselement 18 mit dem Entriegelungssteg 19 horizontal
in Richtung der Federzungen 10 umgelenkt wird. In der Folge
werden die Federzungen 10 nach außen gedrückt
und die Stirnwände 4, 5 werden entriegelt.
Mit dem Loslassen des Stellgliedes 13 wird dieses durch die
Rückstellkraft der vorgespannten Federlaschen 21 selbsttätig
nach unten in die Ausgangslage gedrückt. Gleichzeitig erfolgt
damit über ober- und unterhalb des Entriegelungselementes 18 angeformte, sich
an vertikalen Versteifungsrippen 12 abstützende Federarme 22 im
Zusammenspiel mit den Federlaschen 21 des Stellgliedes 13 eine
automatische Rückführung der Entriegelungsstege 19,
so dass die Stirnwände beim neuerlichen Aufklappen bzw.
Hochstellen selbsttätig in die Rastverbindung mit den Federzungen 10 einschnappen.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Behälter/Kasten
- 2
- Längswand
- 3
- Längswand
- 4
- Stirnwand
- 5
- Stirnwand
- 6
- Behälterboden
- 7
- Scharnier
- 8
- Flansch
(Abkantung)
- 9
-
- 10
- federzungenartiges
Riegelmittel/Federzunge
- 11
- horizontale
Versteifungsrippe
- 12
- vertikale
Versteifungsrippe
- 13
- Stellglied
- 14
- Hubrichtung
- 15
- Stellglied-/Bügelende
- 16
- Betätigungssteg
(ein Teil eines Bewegungs-Umlenkungsmittels)
- 17
- U-Profilführung
(ein anderes Teil eines Bewegungs-Umlenkungsmittels)
- 18
- Entriegelungselement
- 19
- Entriegelungssteg/-zunge
- 20
- Handgriff
- 21
- Federlasche
- 22
- Federarm
- 23
- Rastschale
- 24
- Wandausschnitt
- 25a,
25b
- Seitenführung
- 26
- Schiebewandelement
- 27
- Vertikalschlitz
- 28
- Grifftasche
- 29
- Überstand
- 30
- Keilunterseite
- 31
- Stirnkante
- 32
- Führungskanal
- 33
- Vertikalrippe
- 34
- Aufnahme
- 35
- Schiebewandnase
- 36
- Trageversatz
- 37
- Kreuzschlitzausnehmungen
- 38
- Montageköpfe
- 39
- Plombenöffnung
(des Schiebewandelementes)
- 40
- Plombe
- 41
- Plombenöffnung
(der Stirnwand)
- 42
- Rücksprung
- 43
- Erhebung
- 44
- Steg
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 9113549
U [0002]
- - DE 10137328 B4 [0002]