-
Die
Erfindung bezieht sich auf eine optische Anordnung zum Beeinflussen
der Ausbreitungsrichtung von Licht. Sie ist in einer ersten Ausführungsform
insbesondere dazu geeignet, aus unterschiedlichen, sich zeitlich
verändernden Richtungen eingestrahltes Licht zu bündeln
und konzentriert auf die Empfangsfläche einer Photozelle
umzulenken. In einer zweiten, hierzu alternativen Ausführungsform
ist die Erfindung bevorzugt zur Streuung oder Homogenisierung des
von einer flächigen Lichtquelle abgestrahlten Lichtes anwendbar.
-
Die
erste Ausführungsform ist beispielsweise im Zusammenhang
mit Photovoltaiksystemen von Interesse, bei denen das im Tagesverlauf
aus unterschiedlichen Richtungen einstrahlende Sonnenlicht konzentriert
auf Solarzellen gerichtet wird, um die Energieeffizienz der Solarzellen
zu erhöhen.
-
Die
Erzeugung von elektrischer Energie aus Sonnenlicht mit Hilfe von
Photovoltaiksystemen ist nach heutigem Stand der Technik mit weniger
umweltschonenden Systemen zur Energiegewinnung aus Aufwands- und
Kostengründen nicht wettbewerbsfähig, da das Silizium
als Ausgangsmaterial bei der Herstellung der Solarzellen verhältnismäßig
teuer ist. Deshalb besteht unter anderem ein Ziel der Forschung
und Entwicklung auf diesem technischen Gebiet darin, Methoden zu
finden, die den Ertrag derzeit üblicher Solarzellen erhöhen.
-
Diesbezüglich
sind bereits Anordnungen entwickelt worden, die das Sonnenlicht
konzentriert auf Solarzellen richten.
-
Die
Konzentration erfolgt beispielsweise mit Hilfe von Spiegeln oder
Linsen, die den Solarzellen in Einstrahlrichtung vorgeordnet sind
und das Sonnenlicht bis zu 1000fach verstärkt auf die Solarzellen richten.
-
Bei
derart hochkonzentrierenden Anordnungen wird jedoch vorwiegend nur
dasjenige Sonnenlicht in Strom umgewandelt, das in Richtung der
Normalen der Empfangsfläche der Solarzelle, also nur im Einfallslot,
auf die Solarzelle trifft. Da sich die Einfallsrichtung aber mit
dem Sonnenstand ändert, muß die Solarzelle der
Sonne so nachgeführt werden, daß die Richtung
der Normalen auch mit sich änderndem Sonnenstand stets
oder möglichst lange der Richtung zur Sonne entspricht,
da sonst der Effekt nicht wirksam wird, der mit der Konzentration
beabsichtigt ist.
-
Im
Stand der Technik sind Nachführeinrichtungen bekannt, die
allerdings so material- und kostenaufwendig sind, daß die
Energiebilanz den Aufwand für die Nachführung
nicht rechtfertigt.
-
Eine
bevorzugte Entwicklungsrichtung besteht deshalb darin, Photovoltaiksysteme
zu schaffen, bei denen das Sonnenlicht trotz stetiger Veränderung
des Sonnenstandes auch ohne eine aufwendige Nachführeinrichtung
fortgesetzt konzentriert und in Richtung des Einfallslotes auf die
Solarzelle gerichtet ist.
-
Dies
wird beispielsweise mit so genannten optischen Nachführeinrichtungen
erreicht. Eine solche Nachführeinrichtung ist in
US 20030015233 A1 beschrieben.
Sie umfaßt eine Kollektorlinse, eine Solarzelle und ein
Linsenarray. Das Linsenarray ist zwischen der Kollektorlinse und
der Solarzelle angeordnet und hat die Aufgabe, die von der Kollektorlinse gesammelte
und teils fokussierte Strahlung konzentriert im Einfallslot auf
die Solarzelle zu richten.
-
In
US 5,877,874 ist ebenfalls
eine Einrichtung zur Konzentration von Solarstrahlung auf eine Solarzelle
beschrieben. Die Sammlung und Konzentration des Sonnenlichtes erfolgt
hier mit Hilfe eines holographischen Planarkonzentrators, bestehend aus
einer planparallelen, hochtransparenten Platte und mindestens einem
holographisch-optischen Film, der auf eine Oberfläche der
Platte aufgebracht ist. Der holographisch-optische Film weist eine
Vielzahl von diffraktiv wirkenden optischen Strukturen auf, die
den Einfall des Sonnenlichtes so beeinflussen, daß dieses
unter einem Winkel, der möglichst wenig vom Einfallslot
abweicht, auf eine oder mehrere Solarzellen trifft.
-
Diese
Konzentrator-Photovoltaiksysteme sind immer noch zu aufwendig und
zu teuer, so daß es damit nicht gelingt, die Effizienz
wesentlich zu erhöhen. Insbesondere Einrichtungen, bei
denen Hologramme zur Richtungsänderung der Solarstrahlung verwendet
werden, erreichen nicht die Effizienz herkömmlicher, mit
Spiegeln oder Linsen arbeitender Konzentratoren. Hologramme verstärken
das auf die Solarzellen treffende Licht lediglich um einen Faktor 10,
während mit klassischen Systemen Faktoren zwischen 100
und 1000 erreicht werden. Hinzu kommt, daß die Kosten für
holographische Systeme ebenfalls verhältnismäßig
hoch sind.
-
Die
zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen
optischen Anordnung ist insbesondere zur Streuung von Licht bzw.
zur Homogenisierung der Intensität des von einer flächigen
Lichtquelle abgestrahlten Lichtes nutzbar. Mit dieser Ausführungsform
wird eine gleichmäßige Leuchtdichte bei einer Licht
abstrahlenden Fläche erzielt, wie dies zum Beispiel im
Zusammenhang mit Projektionseinrichtungen wünschenswert
ist.
-
Die
bekannten, über verhältnismäßig
gute Homogenisierungseigenschaften verfügenden LCD-LED-Panels,
Lichttunnel oder sonstigen Licht streuenden optischen Einrichtungen
genügen höheren Ansprüchen nicht.
-
Davon
ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine optische
Anordnung zum Beeinflussen der Ausbreitungsrichtung von Licht zu schaffen,
welche die Nachteile des Standes der Technik weitestgehend überwindet.
-
Erfindungsgemäß umfaßt
eine optische Anordnung der vorgenannten Art
- – mindestens
eine durch zwei sich parallel gegenüber liegende Großflächen
und umlaufende Schmalflächen begrenzte Platte aus einem
transparenten Material, das im Vergleich zu einem umgebenden Medium
optisch dichter ist, wobei
- – eine der beiden Großflächen als
Grenzfläche für den Übergang des Lichtes
aus dem umgebenden Medium in die Platte oder umgekehrt aus der Platte
in das umgebende Medium vorgesehen ist,
- – die zweite Großfläche mit einer
nach innen reflektierenden Fresnel-Struktur versehen ist, und
- – die Platte zu einer Lichtquelle so ausgerichtet ist,
daß das von der Lichtquelle abgestrahlte Licht durch die
Grenzfläche hindurch in die Platte eintritt, innerhalb
der Platte von der Fresnel-Struktur so zur Grenzfläche
zurück reflektiert wird, daß es innerhalb der Platte
durch Totalreflexion bis zu mindestens einer der Schmalflächen
fortgeleitet wird und dort austritt, oder die Platte zu einer Lichtquelle
so ausgerichtet ist, daß das von der Lichtquelle abgestrahlte
Licht durch mindestens eine der Schmalflächen in die Platte
eintritt, innerhalb der Platte durch Totalreflexion zu der Fresnel-Struktur
geleitet wird, von dieser zu der Grenzfläche hin reflektiert
wird und infolge dessen durch die Grenzfläche in das umgebende
Medium austritt.
-
In
einer ersten Ausführungsform dieser Anordnung ist an mindestens
einer der Schmalseiten eine Photozelle vorgesehen, und die Grenzfläche
ist der Lichtquelle so zugewandt, daß die Lichteinfallsrichtung
mit der Normalen der Grenzfläche Winkel in einem Bereich ±φ1
einschließt. Bei jedem der Winkel φ1 in diesem
Bereich ±φ1 wird das Licht beim Eintritt in die
Platte zum Einfallslot hin gebrochen, es tritt unter einem von φ1
abhängigen Winkel φ2 in die Platte ein. Die Fresnel-Struktur
reflektiert das Licht unter einem Winkel φ3 so zur Grenzfläche
zurück, daß es an der Grenzfläche total
reflektiert und innerhalb der Platte durch Totalreflexion zu der
Schmalseite hin fortgeleitet wird, an der die Photozelle angeordnet
ist.
-
Dabei
kann die Lichtquelle ihre Position zeitlich ändern, wodurch
die Lichteinfallsrichtung mit der Normalen der Grenzfläche
einen sich in zeitlicher Folge ändernden Winkel φ1
einschließt, der in dem bereits genannten Bereich ±φ1
liegt. Die Größen der Winkel φ2 und φ3
sind in Abhängigkeit von der Größe des
jeweils aktuellen Winkels φ1 verschieden.
-
Der
Winkel φ1 liegt vorzugsweise innerhalb eines Bereiches
von –45 grd bis +45 grd. In Abhängigkeit davon
liegt der Winkel φ2 in einem Bereich von –25.9
grd bis 25.9 grd und der Winkel φ3 in einem Bereich von
0.001 grd bis 55.2 grd, wobei φ3 = 0.001 grd einen streifenden
Einfall des Lichtes auf die Grenzfläche bedeutet.
-
In
einer zweiten Ausführungsform ist an mindestens einer der
Schmalseiten eine Lichtquelle angeordnet, und das von der Lichtquelle
abgestrahlte Licht tritt durch diese Schmalseite in die Platte ein.
Innerhalb der Platte wird das Licht durch Totalreflexion fortgeleitet,
trifft dabei auf die Fresnel-Struktur und wird von dieser unter
verschiedenen Richtungen, die mit der Normalen der Grenzfläche
Winkel in einem Bereich ±φ2 einschließt,
so zur Grenzfläche zurück reflektiert, daß das
Licht durch die Grenzfläche hindurch tritt, dabei vom Einfallslot
weg gebrochen wird und infolge dessen in verschiedene Richtungen,
die mit der Normalen der Grenzfläche Winkel in einem Bereich ±φ1
einschließen, gestreut aus der Platte austritt.
-
Die
planparallele Platte besteht beispielsweise aus Glas mit einer Brechzahl
im Bereich n = 1.47 bis 1.75, während das umgebende Medium
Luft oder ein anderes, im Vergleich zu diesem Glas optisch dünneres
Medium mit ebenfalls einer Brechzahl n ≈ 1 ist. An der
Stelle von Glas kann selbstverständlich auch ein anderes
Material, etwa Kunststoff, verwendet werden, sofern es die beschriebenen
optischen Voraussetzungen erfüllt.
-
Im
Rahmen der Erfindung liegt die Verwendung der ersten Ausführungsform
der optischen Anordnung zum Umlenken und Konzentrieren des aus der
sich im Tagesverlauf stetig ändernden Richtung einfallenden
Sonnenlichtes auf eine Solarzelle. Ebenfalls eingeschlossen in die
Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemäßen
optischen Anordnung in Einfallsrichtung des Sonnenlichtes mehrfach hintereinander.
-
Mit
einer solchen Mehrfachanordnung aus übereinander geschichteten
und dabei durch Lufträume voneinander getrennten Glasscheiben
ist der Aufbau eines kompletten Solarkraftwerkes möglich.
-
An
Stelle der mehrfach übereinander geschichteten Scheiben
kann auch eine einzelne dickere Scheibe verwendet werden, die auf
der der Grenzfläche gegenüber liegenden Fläche
treppenförmig abgestuft und in den einzelnen Stufen mit
verspiegelten, reflektierenden Fresnel-Strukturen versehen ist, wie
weiter unten näher erläutert wird.
-
Auf
diese Weise wird der Ertrag derzeit üblicher Solarzellen
so weit erhöht, daß mit einer geringeren Anzahl
von Solarzellen mehr elektrische Energie gewonnen wird als bisher
im Stand der Technik möglich. Mit den Fresnel-Strukturen
wird ein deutlich besserer Wirkungsgrad erzielt als mit den aus
dem Stand der Technik bekannten Hologrammstrukturen.
-
Anstelle
einer vergleichsweise großen Anzahl teurer Solarzellen
kann beispielsweise ein Hausdach mit preiswerten Glasscheiben bestückt werden,
die das Sonnenlicht aufsammeln, aufgrund ihrer Ausrichtung relativ
zur Sonne mittels der Fresnel-Struktur umlenken und dann konzentriert
auf eine geringere Anzahl Solarzellen richten. Damit ergibt sich
eine besonders kostengünstige Lösung.
-
In
einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die der Sonne zugewandte Grenzfläche
der Platte mit einer Schicht versehen, die IR-Strahlung reflektiert. Damit
wird das Eindringen dieser Strahlung in die Platte vermieden und
somit eine unerwünscht hohe Erwärmung der Solarzelle
verhindert. In weiterführenden Ausgestaltungen kann die
abgespaltene IR-Strahlung nutzbringend zur Warmwasserbereitung oder
Gebäudeheizung verwendet werden.
-
Der
auf diese Weise mit der erfindungsgemäßen Anordnung
im Vergleich zum Stand der Technik erreichte Vorteil wird insofern
noch weiter verstärkt, als auch diffuses Sonnenlicht innerhalb
des bereits angegebenen Winkelbereiches von etwa –45 grd
bis +45 grd aufgesammelt werden kann, was besonders bei Anwendung
in nördlicheren Breitengraden Vorteile bietet.
-
Im
Rahmen der Erfindung liegt die Verwendung der zweiten Ausführungsform
als flächige Lichtquelle, die bezüglich seiner
Intensität homogenisiertes Licht abstrahlt.
-
Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In den zugehörigen Zeichnungen
zeigen
-
1 den
prinzipiellen Aufbau der erfindungsgemäßen Anordnung
in der ersten Ausführungsform bei Verwendung zum Umlenkung
und Konzentrieren von Sonnenlicht auf eine Solarzelle, hier der Übersichtlichkeit
halber mit lediglich einer Glasscheibe und einer Solarzelle,
-
2 ein
Beispiel für die in die Glasscheibe nach 1 eingebrachte
und sich über einen Bereich B erstreckende Fresnel-Struktur
und zugleich ein Beispiel für den Verlauf der Strahlung
außerhalb und innerhalb der Glasscheibe,
-
3 den
prinzipiellen Aufbau nach 1 in einer
Mehrfachanordnung von Glasscheiben, die in Einstrahlrichtung des
Sonnenlichtes hintereinander angeordnet sind,
-
4 die
Mehrfachanordnung nach 3 bei Ausrichtung der Einstrahlfläche
der Glasscheiben bei veränderter Einstrahlrichtung,
-
5 die
Darstellung analog zu 2, jedoch bei der Einstrahlrichtung
gemäß 4,
-
6 bis 10 die
Mehrfachanordnung nach 3 bei verschiedenen, jeweils
vom Sonnenstand vorgegebenen Einstrahlrichtungen,
-
11 eine
Mehrfachanordnung von Glasscheiben in Einstrahlrichtung des Sonnenlichtes
hintereinander, wobei im Unterschied zu den Darstellungen in 1, 3 und 6 bis 10 Solarzellen
an beiden schmalseitigen Austrittsenden der Glasscheiben vorgesehen
sind,
-
12 eine
Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung
mit einer Glasscheibe, die an unterschiedlichen Bereichen in unterschiedlichen
Dicken ausgeführt und dort jeweils mit einer Fresnel-Struktur
versehen ist,
-
13 eine
Mehrfachanordnung von Glasscheiben, die wie in 12 gezeigt
ausgebildet sind,
-
14 beispielhaft
einen zur Darstellung in 2 alternativen Strahlungsverlauf
bei Verwendung einer Fresnel-Struktur mit einem Flankenwinkel ε =
21 grd bei gleicher Brechzahl des Glases von n = 1.5178,
-
15 den
prinzipiellen Aufbau der erfindungsgemäßen Anordnung
in der zweiten Ausführungsform bei Verwendung zum Umlenken
und Streuen oder Homogenisieren des von einer an mindestens einer
der Schmalseiten angeordneten Lichtquelle abgestrahlten Lichtes
und damit zur Erzielung einer von einer Fläche ausgehenden
homogenen Leuchtdichte.
-
In 1 ist
für die erfindungsgemäße Anordnung beispielhaft
eine Scheibe S aus Glas mit der Bezeichnung Bk7 vorgesehen, das
bei Licht der Wellenlänge 546 nm eine Brechzahl n = 1.5187
hat. Die Scheibe S weist eine Dicke d = 20 mm auf und ist so zur
Einfallsrichtung E von Sonnenlicht L ausgerichtet, daß die
Einfallsrichtung E mit der Normalen N der Einstrahlfläche
an der Scheibe S, die zugleich die Grenzfläche G zwischen
dem Glas und dem umgebenden Medium definiert, einen Winkel φ1
= ±0 grd einschließt. Das umgebende Medium ist
in diesem Fall Luft mit der von der jeweiligen atmosphärischen Bedingung
abhängigen Brechzahl n ≈ 1.
-
Vorzugsweise
entspricht diese Situation und die Ausrichtung der Scheibe S dem
Stand der Sonne im Zenit. Das Sonnenlicht L tritt hierbei durch
die Grenzfläche G hindurch unter gleich bleibender Richtung
und damit gleichem Winkel φ2 = ±0 grd in die Scheibe
S ein.
-
Die
der Grenzfläche G parallel gegenüber liegende
Fläche der Scheibe S ist mit einer sich über einen
Bereich B erstreckenden Fresnel-Struktur versehen. Die Fresnel-Struktur
reflektiert das in die Scheibe S eindringende Sonnenlicht L zur
Grenzfläche G zurück, wobei die Reflexionsrichtung
mit der Grenzfläche G einen Winkel φ3 = 25 grd einschließt. Der
Winkel bzw. die Reflexionsrichtung ist mit dem Flankenwinkel ε der
Fresnel-Struktur festgelegt, der in dem hier gewählten
Beispiel 32,5 grd betragen soll.
-
Der
Winkel φ3 weicht vom Grenzwinkel der Totalreflexion so
weit ab, daß das Licht an der Grenzfläche G in
die Scheibe S zurück reflektiert und innerhalb der Scheibe
S durch Totalreflexion fortgeleitet wird und schließlich
auf eine Solarzelle Z trifft, die an einem schmalseitigen Austrittsende
der Scheibe S angeordnet ist.
-
Die
auf diese Weise mit der Solarzelle Z gewonnene Menge an elektrischer
Energie ist um ein Vielfaches höher als bei direkter, ungebündelter
Einstrahlung des Sonnenlichtes L auf dieselbe Solarzelle Z.
-
Aus 2 ist
die in die Glasscheibe eingebrachte, sich über einen Bereich
B erstreckende sägezahnförmige Fresnel-Struktur
mit dem hier beispielhaft gewählten Flankenwinkel ε =
32,5 grd ersichtlich. Zugleich dient diese Darstellung der Verdeutlichung
des Verlaufs der Strahlung außerhalb und innerhalb der
Scheibe S.
-
Der
Winkel φ1, den die Einfallsrichtung E mit der Normalen
N der Einstrahlfläche der Scheibe S einschließt,
beträgt hier, wie oben bereits beschrieben, ±0
grd. In Abhängigkeit davon beträgt gemäß der
Funktion φ2 =
arcsin(sinφ1/n) mit n der
Brechzahl der Winkel φ2 ebenfalls ±0 grd. Die
Fresnel-Struktur ist hier so ausgeführt, so daß sich
gemäß der Funktion φ3 = 90 grd – (2·ε – φ2) der Winkel φ3 = 25 grd ergibt,
der zur Totalreflexion an der Grenzfläche G führt.
-
Die
Breite des Bereiches B ist zu begrenzen, damit das Licht nach der
Reflexion an der Grenzfläche G auf möglichst wenige
gleichgerichtete Flanken der Fresnel-Struktur trifft, was in einem
unerwünscht hohem Maße zu einer Veränderung
des Winkels φ3 und damit zu weniger Energieertrag an führen
würde.
-
3 zeigt
eine im Vergleich zu 1 erweiterte Ausgestaltung der
erfindungsgemäßen Anordnung. Es sind hier sechs
Scheiben S1 bis S6 parallel übereinander gelegt und dabei
relativ zur Einfallsrichtung E des Sonnenlichtes L ebenso ausgerichtet
wie die einzelne Scheibe S in 1. Jede
der Scheiben S1 bis S6 weist einen mit einer Fresnel-Struktur versehenen
Bereich B auf, wobei die Bereiche B von Scheibe S1 bis hin zur Scheibe
S6 um diesen Betrag B zueinander versetzt sind. Jeweils zwischen
zwei übereinander liegenden Schreiben S1 bis S6 ist ein Luftspalt
vorgesehen.
-
Auch
die in 3 dargestellte Situation einschließlich
der Ausrichtung der Scheiben S1 bis S6 entspricht, wie auch schon
in 1, dem Stand der Sonne im Zenit. Weicht der Sonnenstand
vom Zenit ab, ergeben sich Situationen wie nachfolgend erläutert.
-
Tritt
das Sonnenlicht, wie in 4 dargestellt, unter einem Winkel φ1
= –30 grd in die Scheiben S1 bis S6 ein, ergeben sich entsprechend
der o. g. Funktionen φ2 = –19,2 Grd und φ3
= 5,8 grd. Zur Erläuterung zeigt 5 den prinzipiellen
Verlauf der Strahlung außerhalb und innerhalb der Scheibe
S bis zu deren Auftreffen auf die Solarzelle Z.
-
Im
Verlaufe des sich weiter verändernden Sonnenstandes ergeben
sich Situationen wie beispielhaft in 6 und 7 dargestellt.
Tritt das Sonnenlicht wie in 6 unter
einem Winkel φ1 = –20 grd in die Scheiben S1 bis
S6 ein, bilden sich die Winkel φ2 = –13.0 grd
und φ3 = 12.0 grd. Bei dem in 7 dargestellten
Winkel φ1 = –10 grd nähert sich die Sonne
bereits dem Zenit; es ergeben sich dabei Winkel φ2 = –6.6
grd und φ3 = 18.4 grd.
-
In 4, 6 und 7 sind
Situationen dargestellt, in denen die Sonne den Zenit noch nicht erreicht
hat. In jeder dieser Situationen ist trotz der Abweichung der Einstrahlrichtung
E von der Normalen N das von den Scheiben S1 bis S6 gesammelte und
umgelenkte Sonnenlicht L konzentriert auf die Solarzelle Z gerichtet,
da das Sonnenlicht L mit dem Eintritt in die Scheibe S1 zum Einfallslot
hin gebrochen wird und dadurch unter einem sich mit dem Sonnenstand
veränderndem Winkel φ2 in jede der Scheiben S1
bis S6 eindringt, was zur Folge hat, daß das Sonnenlicht
L in jeder der Scheiben S1 bis S6 unter einem sich wiederum in Abhängigkeit
vom Sonnenstand ändernden Winkel φ3 zur Grenzfläche
G an der jeweiligen Scheibe S1 bis S6 zurück reflektiert, an
der jeweiligen Grenzfläche G total reflektiert, innerhalb
der betreffenden Scheibe S1 bis S6 durch Totalreflexion fortgeleitet
wird und schließlich auf die an den schmalseitigen Austrittsenden
der Scheiben S1 bis S6 angeordnete Solarzelle Z trifft.
-
In 8 bis 10 ist
eine Auswahl an Situationen dargestellt, bei denen die Sonne den
Zenit überschritten hat. So betrachtet 8 die
Situation bei einem Winkel φ1 = 10 grd; in Abhängigkeit
davon ergeben sich φ2 = 6.6 grd und φ3 = 31.6
grd. In 9 ergeben sich in Abhängigkeit
von einem Winkel φ1 = 20 grd für φ2 =
13 grd und für φ3 = 38 grd. In 10 beträgt
der Winkel φ1 = 30 grd, in Abhängigkeit davon
betragen φ2 = 19.2 grd und φ3 = 44.2 grd.
-
Es
sind die Winkel φ1 und φ2 immer dann positiv,
wenn das Sonnenlicht aus dem ersten Quadranten der Zeichenebene
auf die Grenzfläche G einfällt.
-
In
die Erfindung eingeschlossen sind auch Ausgestaltungen wie beispielhaft
in 11 dargestellt. Hierbei sind beide schmalseitigen
Enden der Scheiben S1 bis S6 als Austrittsenden für das
gebündelte Sonnenlicht vorgesehen und dort jeweils Solarzellen
Z angeordnet. Die Fresnel-Strukturen sind innerhalb der Scheiben
S1 bis S6 jeweils symmetrisch zu einer Achse A positioniert, so
daß sich bei parallel zur Normalen N einfallendem Sonnenlicht
L auch ein von der Achse A ausgehender symmetrischer Strahlungsverlauf
in den Scheiben S1 bis S6 ergibt. Mit sich veränderndem
Sonnenstand entstehen beidseitig der Achse A die mit den Darstellungen
in 1, 3, 4 und 6 bis 10 vergleichbaren Situationen.
-
Es
sei ausdrücklich betont, daß die Anzahl von sechs
Scheiben in den vorbeschriebenen Ausgestaltungen lediglich beispielhaft
gewählt worden ist. Eine größere oder
auch geringere Anzahl liegt selbstverständlich im Rahmen
der Erfindung. Ebenso Ausgestaltungen, bei denen mehrere der in 11 gezeigten
Anordnungen nebeneinander liegen. Mit solchen Anordnungen wird eine
im Vergleich zu der Ausführung nach 1 noch höhere
Energieeffizienz erzielt.
-
Weitere
Ausgestaltungen ergeben sich mit Anordnungen, bei denen anstelle
von übereinander gelegten Scheiben Glas- oder Kunststoffplatten
verwendet werden, die, wie in 12 und 13 dargestellt,
als Ganzes ausgeführt sind. Diese Platten sind an der unteren,
das heißt der Grenzfläche G gegenüberliegenden
Seite treppenartig abgestuft. Die einzelnen Stufen entsprechen bezüglich
ihrer Positionierung, Ausdehnung und Beschaffenheit den Bereichen
B in den bereits oben beschriebenen Ausgestaltungen und sind mit
verspiegelten, nach innen reflektierenden Fresnel-Strukturen versehen.
Diese Ausgestaltungen haben insofern technologische Vorteile, als
an Stelle von mehreren dünnen Einzelscheiben eine dickere
Einzelscheibe verwendet wird. Die Herstellung der Treppenform kann
also in nur einem einzigen Fertigungsschritt erfolgen, z. B. durch
Reaktionsgießen, Heißprägen oder Kaltpressen,
wodurch die Herstellung stark vereinfacht und preiswert ist.
-
Konkrete
Ausgestaltungen sind sowohl analog zu den Darstellungen in 1, 3, 4 und 6 bis 10 denkbar,
mit spiegelsymmetrischem Aufbau, wie beispielhaft in 12 dargestellt, oder
auch mehrfach aneinander gereiht wie in 13 gezeigt.
Durch solche Aneinanderreihungen können beliebig große
Solarkonzentratoren bereitgestellt werden.
-
Bei
den bisher beschriebenen Ausgestaltungen sind Fresnel-Strukturen
mit einem Flankenwinkel ε = 32,5 grd vorgesehen. Ergänzend
dazu zeigt 14 beispielhaft einen alternativen Strahlungsverlauf
bei Verwendung einer Fresnel-Struktur mit einem Flankenwinkel ε =
21 grd bei gleicher Brechzahl des Glases von n = 1.5178. Wie hier
ersichtlich, ist für den Winkel φ1 ein sehr weiter
Bereich von –45 grd bis +45 grd möglich.
-
Mit
der Verwendung erfindungsgemäßen optischen Anordnung
auf diese Weise wird das aus einer sich stetig ändernden
Richtung einfallende Sonnenlicht allein mit optischen Mitteln umgelenkt
und gebündelt auf eine Photozelle gerichtet; eine mechanische
Einrichtung zur Nachführung der Photozelle zur deren Ausrichtung
auf die jeweilige Lichteinfallsrichtung ist nicht erforderlich.
-
15 zeigt
den prinzipiellen Aufbau der erfindungsgemäßen
Anordnung in der zweiten Ausführungsform, und zwar zum
Homogenisieren des von der Grenzfläche G einer Scheibe
S abgestrahlten Lichtes.
-
Wie
aus 15 ersichtlich, tritt das von einer Lichtquelle
Q abgestrahlte Licht in die Scheibe S ein und wird innerhalb der
Scheibe S durch Totalreflexion fortgeleitet, wobei die verschiedenen,
chaotisch verteilten Ausbreitungsrichtungen des Lichtes, von denen
hier der Übersichtlichkeit halber nur einige dargestellt
sind, mit der Grenzfläche G Winkel im Bereich ±φ3
einschließen.
-
In
diesen Ausbreitungsrichtungen trifft das Licht auf die Flanken F
einer verspiegelten Fresnel-Struktur mit beispielsweise einem Flankenwinkel ε =
32,5 grd und wird von den Flanken F zur Grenzfläche G zurück
reflektiert. Da das Licht unter verschiedenen Ausbreitungsrichtungen
auf die Flanken F trifft, sind auch die Reflexionsrichtungen chaotisch verschieden
und vom jeweiligen Winkel φ3 abhängig. Von der
hier ebenfalls sägezahnförmigen Fresnel-Struktur
ist in 15 der Übersichtlichkeit
halber lediglich eine Flanke F dargestellt.
-
Aufgrund
des vorgegebenen Flankenwinkels ε schließen die
Reflexionsrichtungen mit der Normalen N der Grundfläche
G Winkel φ2 ein, die in Bezug auf die Grenzfläche
G die Bedingung der Totalreflexion nicht erfüllen, so daß das
Licht durch die Grenzfläche G hindurch aus der Scheibe
S austritt. Beim Übergang in das die Scheibe umgebende
weniger dichte Medium werden die Reflexionsrichtungen, außer
der jeweils parallel zur Normalen N verlaufenden Reflexionsrichtung,
von der Normalen N weg gebrochen, so daß sich das Licht
außerhalb der Scheibe S in den mit R bezeichneten Richtungen
mit chaotischer Verteilung ausbreitet.
-
Die
in 15 beispielhaft dargestellten wenigen Richtungen
R schließen in Abhängigkeit von dem jeweiligen
Winkel φ2 bzw. φ3 mit der Normalen N einen Winkel φ1
ein. Der Winkel φ1, den die Richtungen R bei dem Flankenwinkel ε =
32,5 grd einnehmen können, liegt analog zu der anhand 2 erläuterten
Ausführungsform im Bereich von etwa –30 grd bis
etwa +30 grd, wobei auch hier der Winkel φ1 bei Ausbreitungsrichtung
im ersten Quadranten der Zeichenebene positiv ist.
-
Die
Strahlung verläuft innerhalb und außerhalb der
Scheibe S bei der Ausführungsform nach 15 im
Vergleich zu der Ausführungsform nach 2 in
umgekehrter Richtung, wobei jedoch im wesentlichen dieselben physikalischen
Gesetzmäßigkeiten gelten. Aus diesem Grund sind
auch die Ausgestaltungen nach 1 bis 14 im übertragenen Sinn
zur Homogenisierung bzw. zur Erzielung einer von der Grenzfläche
G ausgehenden homogenen Leuchtdichte nutzbar.
-
Bezugszeichenliste
-
- A
- Achse
- E
- Einfallsrichtung
- F
- Flanke
- G
- Grenzfläche
- L
- Sonnenlicht
- N
- Normale
- Q
- Lichtquelle
- R
- Richtungen
- S,
S1 bis S6
- Scheiben
- Z
- Solarzelle
- φ1, φ2, φ3
- Winkel
- ε
- Flankenwinkel
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - US 20030015233
A1 [0009]
- - US 5877874 [0010]