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DE102009031268A1 - Analysieren von Bewegungen von Objekten - Google Patents

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DE102009031268A1
DE102009031268A1 DE102009031268A DE102009031268A DE102009031268A1 DE 102009031268 A1 DE102009031268 A1 DE 102009031268A1 DE 102009031268 A DE102009031268 A DE 102009031268A DE 102009031268 A DE102009031268 A DE 102009031268A DE 102009031268 A1 DE102009031268 A1 DE 102009031268A1
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DE
Germany
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coordinate system
movement
acceleration
motion
measured values
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Ceased
Application number
DE102009031268A
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English (en)
Inventor
Gerald Bieber
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Fraunhofer Gesellschaft zur Foerderung der Angewandten Forschung eV
Original Assignee
Fraunhofer Gesellschaft zur Foerderung der Angewandten Forschung eV
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Publication date
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Priority to DE102009031268A priority Critical patent/DE102009031268A1/de
Priority to PCT/EP2010/003859 priority patent/WO2011000519A1/de
Priority to EP10732851A priority patent/EP2449345A1/de
Publication of DE102009031268A1 publication Critical patent/DE102009031268A1/de
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    • G01MEASURING; TESTING
    • G01CMEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C22/00Measuring distance traversed on the ground by vehicles, persons, animals or other moving solid bodies, e.g. using odometers, using pedometers
    • G01C22/006Pedometers

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  • Remote Sensing (AREA)
  • Measurement Of The Respiration, Hearing Ability, Form, And Blood Characteristics Of Living Organisms (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Analysieren von Bewegungen von Objekten, insbesondere von Gegenständen, Personen oder anderen Lebewesen, wobei Beschleunigungsmesswerte bezüglich drei orthogonal zueinander verlaufenden Achsen eines ersten Koordinatensystems (x, y, z) vorliegen und wobei: - die Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) in ein zweites Koordinatensystem (x', y', z') transformiert werden (Einrichtungen 10, 12), - für die Transformation in das zweite Koordinatensystem (x', y', z') aus den Bechleunigungsmesswerten (A1, A2, A3) die Richtung eines Gravitationsfeldes ermittelt wird, in dem die Bewegung stattfindet oder stattgefunden hat (Einrichtung 10), - die Richtung des Gravitationsfeldes als die Richtung einer ersten Achse (x') des zweiten Koordinatensystems (x', y', z') gewählt wird, - die Richtung einer zweiten Achse des zweiten Koordinatensystems (x', y', z') aus einem Vergleich der Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) oder daraus abgeleiteter Bewegungsinformation einerseits mit vorhandener Information (Speicher 11) über eine andere Bewegung oder über einen Bewegungstyp andererseits ermittelt wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Analysieren von Bewegungen von Objekten. Bei den Objekten handelt es sich insbesondere um Personen oder andere Lebewesen. Es kann sich bei den Bewegungsobjekten jedoch auch um Gegenstände handeln.
  • Die Erfindung betrifft ferner eine entsprechende Vorrichtung zum Analysieren von Bewegungen von Objekten, ein Computerprogramm, das ausgestaltet ist, das Verfahren zum Analysieren von Bewegungen von Objekten auszuführen, wenn es auf einem Computer oder Computersystem ausgeführt wird, und einen Datenträger, auf dem das Computerprogramm gespeichert ist, so dass es in den Arbeitsspeicher des Computers oder Computersystems ladbar ist oder direkt auf dem Datenträger von dem Computer oder Computersystem lesbar und ausführbar ist.
  • DE 10 2005 004 086 A1 beschreibt ein Gerät zur Ermittlung von Bewegungen. Das Gerät erfasst mittels mehrerer Bewegungssensoren die Bewegungen im Raum. Die Messwerte mindestens einer Bewegungsdimension werden mit den Messwerten mindestens einer anderen Bewegungsdimension verrechnet. Eine Drehgeschwindigkeitsmessung wird mit einer linearen Beschleunigungsmessung kombiniert. Drei lineare Beschleunigungsmessungen werden kombiniert, um Beschleunigungen in drei korrigierte Raumrichtungen umzurechnen.
  • Wie in der Druckschrift erwähnt wird, ist eine solche Umrechnung, d. h. eine Transformation der Beschleunigungsmesswerte aus dem Koordinatensystem der Messvorrichtung in ein korrigiertes Koordinatensystem nützlich, um die Beschleunigungssensoren beliebig an dem Bewegungsobjekt anbringen zu können. Auch gemäß der vorliegenden Erfindung wird eine solche Transformation vorgenommen. Insbesondere wenn die Beschleunigungssensoren an einer Person angebracht werden, ist es schwierig, die Richtungen der Koordinatenachsen der Sensoren mit geeigneten Richtungen in Bezug auf die Person auszurichten. Die drei Richtungen, die in Bezug auf die Person meist von Interesse sind, sind die Richtungen vorne bzw. hinten, links bzw. rechts und oben bzw. unten. Die letzt genannte Richtung stimmt meist mit der Richtung der Gewichtskraft überein, die im Gravitationsfeld der Erde auf die Person wirkt.
  • Entsprechendes gilt häufig aber nicht nur für Personen, sondern auch für Tiere oder Gegenstände, deren Bewegungen verfolgt und analysiert werden sollen.
  • Die Beschleunigungssensoren gemäß der vorliegenden Erfindung können wie in der DE 10 2005 004 086 A1 ausgeführt sein. Z. B. können Mikrosensoren auf Basis von Siliziumstrukturen eingesetzt werden. Solche Sensoren sind klein und leicht. Sie lassen sich gemäß der Erfindung z. B. in elektronische Geräte integrieren, die von Personen benutzt werden, z. B. Mobiltelefone, Handheld-Computer oder dergleichen. Die Sensoren können jedoch aufgrund der geringen Größe auch in noch kleinere Geräteeinheiten integriert werden. Z. B. kann eine solche Einheit lediglich die drei Beschleunigungssensoren zur Messung der Beschleunigungswerte in einem kartesischen Koordinatensystem und die erforderlichen Einrichtungen enthalten, um die Messwerte für eine Auswertung verfügbar zu machen. Die Übertragung der Messwerte von der Einheit kann z. B. drahtlos über eine Funkschnittstelle erfolgen.
  • Eine Sensoreinheit, die Beschleunigungen in einem kartesischen Koordinatensystem, d. h. in drei zueinander orthogonalen Raumrichtungen messen kann, wird im Folgenden 3D-Beschleunigungssensor oder 3D-Sensor genannt.
  • Dabei sind die drei einzelnen Beschleunigungssensoren vorzugsweise eine integrierte Einheit, z. B. in Form eines integrierten Schaltkreises. Sie können jedoch auch aus separaten Einheiten zusammengesetzt, d. h. mechanisch miteinander verbunden sein, oder alternativ ein örtlich verteiltes System sein. Dabei können die einzelnen Sensoreinheiten oder der gesamte 3D-Sensor auch aus einem einzelnen oder zusammengesetztem Kamerasystem und/oder einer Kombination mit einem 3D-Beschleunigungssensor bestehen, welches in zeitlicher Abfolge die Umgebung erfasst. Durch die Änderung der optischen Bildinhalte und der Kenntnis über die Kameraparameter lassen sich somit Bewegungsänderungen wie Strecke, Geschwindigkeit und Beschleunigung ermitteln.
  • Wie zuvor erwähnt kann insbesondere durch eine am Objekt angeordnete Kamera die Bewegung des Objekts erfasst werden. Dabei ist es nicht nur möglich, durch Auswertung der von der Kamera erfassten Bilder die Beschleunigungswerte der Bewegung des Objektes zu bestimmen. Vielmehr können alternativ die Geschwindigkeit der Bewegung und/oder die zurückgelegten Wegstrecken der Bewegung bestimmt werden. Das später beschriebene Verfahren zum Analysieren von Bewegungen von Objekten kann daher anstelle der 3D-Beschleunigungsmesswerte Geschwindigkeitswerte und/oder Wegstreckenwerte, jeweils als dreidimensionale Werte nutzen und in der im folgenden beschriebenen Weise in ein zweites Koordinatensystem transformieren.
  • Die Analyse von Bewegungen ist für eine Vielzahl von Anwendungen von Interesse. Bei Gegenständen kann z. B. durch Auswerten der Beschleunigungsmesswerte die Bewegung des Gegenstandes zurückverfolgt werden. Denkbar ist dies z. B. bei Gepäckstücken. Bei der Auswertung der Beschleunigungsmesswerte kann durch Integration über die Zeit zunächst die Geschwindigkeit und dann der zurückgelegte Weg des Objekts berechnet werden. Um die Beschleunigungsmesswerte für einen interessierenden Zeitraum zur Verfügung stellen zu können, kann die erwähnte Einheit z. B. einen geeignet dimensionierten Datenspeicher aufweisen, in dem die Messwerte gespeichert werden.
  • Bei Personen soll z. B. die Bewegung des Fußes beim Laufen analysiert werden (s. dazu DE 10 2005 004 086 A1 , die auf die Thematik näher eingeht). Andere Anwendungen bei Personen sind die Überwachung der körperlichen Aktivität, z. B. bei an Diabetes erkrankten Personen oder bei adipösen Personen. Außerdem kann mittels der 3D-Sensoren bei sturzgefährdeten Personen ein Sturz festgestellt werden. Der 3D-Sensor kann mit einer entsprechenden Auswertungseinheit kombiniert werden, z. B. um den Kalorienverbrauch oder den Sturz festzustellen. Bei Tieren, z. B. bei nachtaktiven Tieren und/oder Haustieren kann durch Analyse der Bewegung, die mit Hilfe des 3D-Sensors gemessen wird, festgestellt werden, wo sich das Tier aufgehalten hat oder ob sich das Tier artgerecht verhalten hat.
  • Analyseverfahren zum Analysieren der Bewegung zu den jeweiligen Zwecken sind bekannt und werden hier lediglich in Bezug auf Anwendungsbeispiele beschrieben. Z. B. kann bei Anbringung des 3D-Sensors am Schuh festgestellt werden, ob die Gehbewegung oder Laufbewegung einer Person durch besondere Ausgestaltung des Schuhs korrigiert werden soll. Näheres hierzu ist in der DE 10 2005 004 086 A1 beschrieben. Zur Bestimmung des Kalorienverbrauchs kann die gemessene Bewegung mit bekannten Bewegungsmustern verglichen werden. Z. B. findet eine Klassifikation einer Bewegungsphase statt und wird abhängig von dem Ergebnis der Klassifikation entschieden, ob sich die Person selbst bewegt hat oder bewegt wurde und welche Kalorienzahl bzw. Energie die Person bei eigener Bewegung verbraucht hat. Dabei kann der Kalorienverbrauch nicht nur abhängig von dem Bewegungstyp (z. B. Gehen, Laufen, Schwimmen, Rudern, Radfahren und dergleichen) ermittelt werden, sondern kann außerdem noch die konkret gemessene Bewegungsinformation zusätzlich herangezogen werden. Insbesondere können die Beschleunigungswerte daher nicht nur zur Klassifikation der Bewegung sondern auch zur Auswertung der Bewegung, z. B. zur Bestimmung des Kalorienverbrauchs pro Zeitintervall ausgewertet werden. Aus den Beschleunigungsmesswerten lässt sich ermitteln, ob die Person schnell gelaufen ist oder langsam, mit dem Fahrrad einen Berg hinauf oder hinab gefahren ist oder schnell oder langsam geschwommen ist.
  • Bezüglich der Transformation der Beschleunigungsmesswerte aus dem Koordinatensystem des 3D-Sensors in ein geeignetes anderes Koordinatensystem ist aus der DE 10 2005 004 086 A1 entnehmbar, dass eine Richtung des transformierten, zweiten Koordinatensystems die Richtung der Gewichtskraft des Objekts ist. Ist das Objekt in Ruhe, lässt sich die Richtung der Gewichtskraft unmittelbar aus den gemessenen Beschleunigungswerten der drei Sensoren ermitteln, da die Richtung der Gewichtskraft mit der Richtung des Beschleunigungsvektors des Gravitationsfeldes übereinstimmt. Aber auch während sich das Objekt mit dem daran angebrachten 3D-Sensor bewegt, kann die Richtung der Gewichtskraft ermittelt werden. Vorzugsweise werden Zeitintervalle der Beschleunigungsmesswerte ausgewertet und durch zeitliche Mittelung die Richtung der Gewichtskraft bzw. des Beschleunigungsvektors des Gravitationsfeldes ermittelt. Ausführungsbeispiele werden noch beschrieben.
  • Jedoch ist das transformierte Koordinatensystem durch die Richtung der Gewichtskraft noch nicht eindeutig festgelegt. Die zwei dazu senkrecht verlaufenden Koordinatenachsen können noch frei gewählt werden. Zumindest eine Richtung wird zur Festlegung des zweiten Koordinatensystems noch benötigt. Die DE 10 2005 004 086 A1 schlägt vor, zwei so genannte Initialmessungen vorzunehmen. Hierzu wird eine Bewegung des Objekts mit dem daran angebrachten 3D-Sensor ausgeführt. Durch Auswertung der Bewegung wird die zweite Richtung, d. h. die Richtung einer weiteren Koordinatenachse des transformierten Koordinatensystems ermittelt.
  • Nach den Initialmessungen kann der Messbetrieb zum Erfassen von Bewegungen des Bewegungsobjekts beginnen. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Ausrichtung des 3D-Sensors relativ zu dem Bewegungsobjekt nicht ändert. Nachteilig an der in DE 10 2005 004 086 A1 beschriebenen Vorgehensweise ist daher, dass für die Transformation des Koordinatensystems Initialmessungen erforderlich sind. Solche Messungen kosten Zeit und werden daher möglicherweise vergessen. Insbesondere wenn das Bewegungsverhalten von Personen laufend vermessen werden soll, wird die Person nicht dazu bereit sein, immer wieder Initialmessungen durchzuführen. Z. B. kann der 3D-Sensor in ein elektronisches Gerät integriert sein, das die Person am Körper trägt. Wenn die Person das elektronische Gerät benutzt hat und wieder in eine Tasche oder Halterung einbringt, die am Körper der Person getragen wird, ändert sich die Ausrichtung des 3D-Sensors in Bezug auf die Person. Aber auch bei Tieren oder Gegenständen ist die wiederholte Durchführung von Initialmessungen in vielen Fällen nicht praktikabel.
  • Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Analysieren von Bewegungen von Objekten anzugeben, mit denen die zuvor genannten Nachteile überwunden werden. Insbesondere soll es möglich sein, ohne Initialmessungen, die nicht zu der eigentlichen zu analysierenden Bewegung gehören, auszukommen. Ferner gehört zum Umfang der vorliegenden Erfindung ein Computerprogramm zum Ausführen des Verfahrens auf einem Computer oder Computersystem sowie ein Datenträger, auf den das Programm gespeichert ist, insbesondere in Form von digitalen Daten.
  • Die vorliegende Erfindung geht insbesondere von dem Gedanken aus, dass bei der Auswertung von Bewegungen auf Informationen über frühere Bewegungen und/oder Informationen über Bewegungstypen zurückgegriffen werden kann. Ein Vergleich der zu analysierenden Bewegung mit solcher Information ist insbesondere als Mustererkennung an sich bekannt. Abhängig von dem Vergleich kann – wie oben bereits erwähnt wurde – die zu analysierende Bewegung klassifiziert werden. Hierzu kann eine Mehrzahl von vordefinierten Klassen existieren, von denen eine zur Klassifikation der Bewegung ermittelt wird. Die Information kann auf verschiedene Art vorliegen und der Vergleich kann dementsprechend in verschiedener Weise durchgeführt werden. Z. B. kann eine Frequenzanalyse von ein oder mehreren Komponenten des mit Hilfe des 3D-Sensors gemessenen Beschleunigungsvektors durchgeführt werden. Beim Gehen bzw. Laufen einer Person ist es z. B. charakteristisch, dass die Frequenz der beim Gehen ausgeführten Rechts-Links-Beschleunigungen halb so groß ist, wie die Frequenz der Vor-Zurück-Beschleunigungen, wenn der 3D-Sensor im Bereich der Hüfte der Person getragen wird.
  • Der Bereich der Hüfte ist ein häufiger Trageort. Z. B. kann der 3D-Sensor an einem Gürtel oder am Hosenbund getragen werden, oder er kann in ein Gerät integriert sein, dass dort getragen wird. Auch die Unterbringung des 3D-Sensors in einer Hosentasche platziert ihn im Bereich der Hüfte.
  • Es wird nun vorgeschlagen, die Mustererkennung nicht oder nicht nur zum Zweck der Auswertung der Bewegung vorzunehmen, sondern um die Richtung der zweiten Achse des transformierten Koordinatensystems zu bestimmen. Die Richtung der ersten Achse des zweiten Koordinatensystems verläuft in Richtung des Gravitationsfeldes und wird aus den Messwerten des 3D-Sensors ermittelt. Wenn hier von der ersten und der zweiten Koordinatenachse des transformierten Koordinatensystems die Rede ist, so dient dies lediglich zur eindeutigen Bezeichnung der Achsen. Eine Reihenfolge und damit eine bestimmte Orientierung des transformierten Koordinatensystems ist damit nicht festgelegt.
  • Wie erwähnt kann die Mustererkennung auf sehr verschiedene Weise stattfinden. Anschaulich betrachtet ist die Richtung der zweiten Achse des transformierten Koordinatensystems, in das die Beschleunigungsmesswerte transformiert werden, die Richtung einer bestimmten, ausgezeichneten Richtung der Bewegung. Ausgezeichnet ist die Richtung durch für die Bewegung typische Merkmale. Z. B. beim Gehen einer Person bietet es sich an, die Vorwärtsrichtung, in die die Person geht, als ausgezeichnete Bewegungsrichtung zu bezeichnen. Diese ausgezeichnete Bewegungsrichtung wird auch als Hauptbewegungsrichtung oder Hauptbewegungsachse bezeichnet. Es ist jedoch nicht zwingend erforderlich, beim Gehen die Vorwärtsrichtung als Richtung der zweiten Achse des transformierten Koordinatensystems zu wählen. Z. B. könnte auch die senkrecht dazu verlaufende und ebenfalls senkrecht zur Richtung des Gravitationsfeldes verlaufende Rechts-Links-Richtung als Richtung der zweiten Koordinatenachse gewählt werden. Wichtig ist es nur, für gleichartige Bewegungen immer dieselbe Richtung für die zweite Koordinatenachse zu wählen. Dies ermöglicht es insbesondere, die Bewegungen miteinander zu vergleichen oder zumindest in gleicher Weise auszuwerten.
  • Wenn davon die Rede, dass zur Bestimmung dieser Richtung eine Mustererkennung durchgeführt wird, dann muss dies nicht im Rahmen einer Klassifikation, d. h. durch Ermittlung eines Bewegungstyps erfolgen. Vielmehr reicht es aus, die Richtung mit Hilfe von Informationen über eine andere Bewegung als die zu analysierende Bewegung zu bestimmen. Die Richtung, z. B. die Hauptbewegungsrichtung, kann in Bezug auf die andere Bewegung definiert sein. Z. B. kann die andere Bewegung ebenfalls eine Gehbewegung sein. Wenn bekannt ist, dass die Bewegungen hinsichtlich der Bewegungsart einander entsprechen oder gleichen, kann unter Nutzung der Informationen über die andere Bewegung die dafür definierte Richtung als zweite Richtung in die zu analysierende Bewegung übertragen werden. Somit liegt die zweite Richtung auch für die zu analysierende Bewegung fest und kann die Transformation der Bewegungsmesswerte aus dem Mess-Koordinatensystem in das transformierte Koordinatensystem durchgeführt werden.
  • Insbesondere wird folgendes vorgeschlagen:
    Ein Verfahren zum Analysieren von Bewegungen von Objekten, insbesondere von Gegenständen, Personen oder anderen Lebewesen, wobei Beschleunigungsmesswerte bezüglich drei orthogonal zueinander verlaufenden Achsen eines ersten Koordinatensystems vorliegen und wobei:
    • – die Beschleunigungsmesswerte in ein zweites Koordinatensystem transformiert werden,
    • – für die Transformation in das zweite Koordinatensystem aus den Beschleunigungsmesswerten die Richtung eines Gravitationsfeldes ermittelt wird, in dem die Bewegung stattfindet oder stattgefunden hat,
    • – die Richtung des Gravitationsfeldes als die Richtung einer ersten Achse des zweiten Koordinatensystems gewählt wird,
    • – die Richtung einer zweiten Achse des zweiten Koordinatensystems aus einem Vergleich der Beschleunigungsmesswerte oder daraus abgeleiteter Bewegungsinformationen einerseits mit vorhandener Informationen über eine andere Bewegung oder über einen Bewegungstyp andererseits ermittelt wird.
  • Bei Personen kann das transformierte Koordinatensystem in vielen Fällen als bezüglich der Person oder eines charakteristischen Bereichs der Person (z. B. der Hüfte) als unveränderliches Koordinatensystem definiert werden. Allerdings kann es abhängig von dem Bewegungstyp dazu kommen, dass der Körperteil, an dem der 3D-Sensor angebracht ist, eine rotatorische Bewegungskomponente hat, so dass er sich im Gravitationsfeld anders ausrichtet. In diesem Fall wird es bevorzugt, dass die zu analysierende Bewegung in verschiedene Zeitabschnitte unterteilt wird, in denen jeweils ein anderes transformiertes Koordinatensystem gewählt wird. Die Übergänge zwischen diesen Zeitabschnitten sind durch die Zeitpunkte der rotatorischen Bewegungskomponente definiert.
  • Da sich die Ausrichtung des Körperteils, relativ zu dem der 3D-Sensor an den Körper positioniert ist, in gewissen Grenzen laufend ändern kann, ist die Richtung der ersten Koordinatenachse des transformierten Koordinatensystems, d. h. der Koordinatenachse, die in Richtung des Gravitationsfeldes ausgerichtet werden soll, nicht exakt definiert. Dennoch erhält man mit der Transformation der Beschleunigungsmesswerte in das transformierte Koordinatensystem sehr viel besser und genauer auswertbare Ergebnisse, wenn die Richtung der ersten Koordinatenachse durch Bestimmung eines über einen Zeitraum gemittelten Gravitationsbeschleunigungsvektors vorgenommen wird. Allgemeiner formuliert werden daher über den Verlauf der zu analysierenden Bewegung wiederholt oder kontinuierlich Bewegungsmesswerte ausgewertet, um die Richtung des Gravitationsfeldes zu bestimmen und die erste Achse des zweiten Koordinatensystems festzulegen. Vorzugsweise werden zur kontinuierlichen Auswertung Bewegungsmesswerte jeweils gleitend über einen Zeitraum ausgewertet, insbesondere gemittelt, wobei der Zeitraum jeweils an einem aktuellen Zeitpunkt der Bewegungsmessung endet und in die Vergangenheit zurückgeht. Insbesondere kann dieser sich gleitend verschiebende Zeitraum, der jeweils auf den aktuellen Zeitpunkt der Bewegungsmessung bezogen ist, immer gleich lang sein. Bei Bewegungsmesswerten mit konstanter Abtastrate der Sensoren wird beispielsweise immer eine gleich große Anzahl aufeinander folgender Messwerte ausgewertet. Bei der Mittelung können die über den Auswertungszeitraum verteilten Messwerte gleich oder unterschiedlich gewichtet werden. Dies hängt insbesondere auch von der Art der Bewegung ab.
  • Die Mittelung über den Auswertungszeitraum, um die Richtung der ersten Koordinatenachse des transformierten Koordinatensystems zu ermitteln, hat aber nicht nur den oben erwähnten Vorteil. Außerdem können aus einer Drehung dieser Richtung in Bezug auf das Mess-Koordinatensystem Informationen über die Bewegung gewonnen werden. Es kann so beispielsweise auf einfache Weise erkannt werden, dass vor und nach der Drehung Bewegungen gemäß verschiedenen Bewegungstypen ausgeführt werden bzw. wurden.
  • Bei der aus den Beschleunigungsmesswerten abgeleiteten Bewegungsinformation für die Ermittlung der zweiten Achse kann es sich z. B. um die Geschwindigkeit der Bewegung handeln, aus deren Richtung sich in einfacher Weise eine ausgezeichnete Richtung der Bewegung ergibt, um eine Frequenz von Komponenten des gemessenen Beschleunigungsvektors oder um eine andere Information, die es für einen bestimmten Bewegungstyp erlaubt, die Richtung der zweiten Achse zu bestimmen, oder den Bewegungstyp festzustellen.
  • Im Gegensatz zu der DE 10 2005 004 086 A1 , sind die für den Vergleich verwendeten Beschleunigungsmesswerte Messwerte der zu analysierenden Bewegung. Es handelt sich daher nicht um Messwerte von Initialmessungen. Allerdings ist es grundsätzlich auch möglich, solche Initialmessungen durchzuführen und für die Bestimmung der Richtung der zweiten Achse zu nutzen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Initialmessung möglicherweise einem anderen Bewegungstyp unterliegt, als die eigentliche zu analysierende Bewegung. Anders ausgedrückt setzt die erfindungsgemäße Lösung nicht voraus, dass sich die Ausrichtung des 3D-Sensors zum Bewegungsobjekt zwischen Initialmessung und eigentlicher Messung nicht ändert. Vielmehr kann auch bei einer solchen Änderung der relativen Ausrichtung zumindest vor und nach der Änderung jeweils eine Richtung einer zweiten Achse des zweiten Koordinatensystems unmittelbar aus den Messdaten bestimmt werden.
  • Insbesondere ist es daher möglich, den Vergleich und die Transformation in das zweite Koordinatensystem nach Abschluss der zu analysierenden Bewegung durchzuführen. Bei Initialmessungen muss dagegen zunächst, bevor die eigentliche Messung beginnt, die zweite Richtung zur Festlegung des transformierten Koordinatensystems bestimmt werden. Stellt sich nämlich später heraus, dass die Initialmessung nicht erfolgreich war, z. B. weil bestimmte Anforderungen nicht erfüllt wurden, kann die gesamte zu analysierende Bewegung nicht in der Weise wie in DE 10 2005 004 086 A1 beschrieben ausgewertet werden.
  • Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nun unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung beschrieben. Die einzelnen Figuren der Zeichnung zeigen:
  • 1: schematisch einen 3D-Beschleunigungssensor, das kartesische Koordinatensystem des Sensors und ein transformiertes Koordinatensystem,
  • 2: schematisch eine Vorrichtung zum Analysieren von Bewegungen von Objekten, wobei die Figur in der Art eines Flussdiagramms auch das erfindungsgemäße Verfahren veranschaulicht,
  • 3: ein Diagramm, das Beschleunigungsmesswerte mit zwei Komponenten in einer etwa horizontalen Ebene beim Laufen einer Person zeigt, wobei der 3D-Beschleunigungssensor in der rechten Hosentasche getragen wurde,
  • 4: Messwerte für eine Bewegung wie bei 3, wobei jedoch der 3D-Beschleunigungssensor in der linken Hosentasche getragen wurde,
  • 5: Bewegungsmesswerte einer Laufbewegung ähnlich der von 3 und 4, wobei jedoch der Sensor an der Gürtelschnalle im Hüftbereich der Person getragen wurde,
  • 6: ein Diagramm, das zwei Komponenten von gemessenen Beschleunigungswerten in einer etwa horizontalen Ebene darstellt, wobei die Bewegung dadurch stattfindet, dass die Person, welche den Sensor trägt, in einem Straßenkraftfahrzeug fährt.
  • 1 zeigt einen 3D-Sensor S, der als Würfel dargestellt ist und drei Beschleunigungssensoren aufweist. Diese drei Sensoren messen die Komponenten des Gesamt-Beschleunigungsvektors in Richtung der drei Koordinatenachsen x, y, z eines kartesischen Koordinatensystems, das bezüglich dem Sensor ruht.
  • Mit g ist der Gravitationsbeschleunigungsvektor eines Gravitationsfeldes bezeichnet, in dem sich der Sensor S befindet. Mit der Richtung des Beschleunigungsvektors g fällt die Richtung der Koordinatenachse x' zusammen, die die erste Koordinatenachse eines transformierten Koordinatensystems ist. Die weiteren Koordinatenachsen des transformierten Koordinatensystems sind mit y' und z' bezeichnet und in 1 durch gestrichelte Linien mit einem Pfeil an dem Ende der Linie dargestellt. Die Messwerte des Messkoordinatensystems x, y, z sind mit A1 (x-Achse), A2 (y-Achse) und A3 (z-Achse) bezeichnet. Bei diesen Messwerten handelt es sich um Beschleunigungsmesswerte des Sensors S.
  • Der Sensor S kann z. B. in ein elektronisches Gerät integriert sein und/oder an dem Bewegungsobjekt befestigt sein.
  • 2 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer Vorrichtung zum Analysieren der Bewegung auf Basis von 3D-Beschleunigungsmesswerten eines 3D-Sensors. Bei dem Sensor S kann es sich z. B. um den Sensor gemäß 1 handeln.
  • Wie schematisch links in 2 dargestellt ist, weist der 3D-Sensor S drei einzelne Beschleunigungssensoren 15a, 15b, 15c auf, die wiederholt, insbesondere zyklisch mit konstanten Zeitabständen, Messwerte der Beschleunigung bezüglich der drei Achsen eines kartesischen Koordinatensystems x, y, z (z. B. des nicht transformierten Koordinatensystems gemäß 1) messen. Der Messwert A1 des Sensors 15a ist z. B. der Messwert der x-Achse, der Messwert A2 des Sensors 15b der Messwert der y-Achse und der Messwert A3 des Sensors 15c der Messwert bezüglich der z-Achse.
  • Über eine Signalverbindung zwischen dem Sensor S und einer Ermittlungseinrichtung 10 werden die Messwerte A1, A2, A3 an die Einrichtung 10 übertragen. Die Signalverbindung kann drahtlos und/oder drahtgebunden realisiert werden. Auch können zwischen dem 3D-Sensor S und der Einrichtung 10 weitere Einrichtungen oder Einheiten angeordnet sein, z. B. eine Aufbereitungseinrichtung zur Aufbereitung der Rohmesswerte der Sensoren 15a, 15b, 15c (z. B. um systematische Messfehler zu korrigieren und entsprechende korrigierte Messwerte an die Einrichtung 10 auszugeben). Auch kann der 3D-Sensor S z. B. in einer gemeinsamen Baueinheit (z. B. einem elektronischen Gerät, z. B. ein Mobiltelefon) mit einer Funkübertragungseinrichtung zum Übertragen der Messwerte A1, A2, A3 verbaut sein. In dem Ausführungsbeispiel der 2 wäre die Einrichtung 10 in diesem Fall mit einer entsprechenden Empfangseinrichtung zum Empfangen der Funksignale kombiniert. Es ist aber auch möglich, dass die Einrichtung 10 in derselben Einheit verbaut ist wie der 3D-Sensor S. Das Gleiche gilt für die weiteren in 2 dargestellten Einrichtungen, auf die noch näher eingegangen wird. Entweder können alle Einrichtung, die in 2 dargestellt sind, in einer gemeinsamen Einheit verbaut sein (z. B. das erwähnte elektronische Gerät) oder es befindet sich die Grenze (z. B. die Funkschnittstelle) der Baueinheit des 3D-Sensors zwischen diesem und der Einrichtung 10, zwischen der Einrichtung 10 und der Einrichtung 12 oder zwischen der Einrichtung 12 und der Einrichtung 14.
  • Die Ermittlungseinrichtung 10 ermittelt aus den Beschleunigungsmesswerten A1, A2, A3 die Richtung eines Gravitationsfeldes, in dem die Bewegung eines Bewegungsobjekts stattfindet, an dem der 3D-Sensor S angeordnet ist. Auf ein Ausführungsbeispiel, wie die Ermittlung vorgenommen wird, wird noch näher eingegangen. Die so ermittelte Richtung des Gravitationsfeldes gibt die Einrichtung 10 zusammen mit den Messwerten A1, A2, A3 als Richtung der ersten Koordinatenachse x' des transformierten Koordinatensystems an die Einrichtung 12 aus, die eine Vergleichseinrichtung ist.
  • Die Vergleichseinrichtung 12 hat Zugriff auf einen Datenspeicher 11, in dem Informationen über eine andere Bewegung oder über einen Bewegungstyp gespeichert sind. Aus einem Vergleich der Beschleunigungsmesswerte A1, A2, A3 oder daraus abgeleiteter Bewegungsinformation einerseits mit der in dem Datenspeicher 11 abgelegten Information andererseits ermittelt die Vergleichseinrichtung 12 die Richtung einer zweiten Achse y' des transformierten Koordinatensystems.
  • In der hier beschriebenen Ausführungsform übernimmt die Vergleichseinrichtung 12 auch die Koordinatentransformation. Ein Ausführungsbeispiel für eine solche Koordinatentransformation wird noch näher beschrieben. An einem Ausgang der Vergleichseinrichtung 12 liegen daher die in das zweite, transformierte Koordinatensystem x', y', z' transformierten Beschleunigungsmesswerte R1, R2, R3 an. Diese transformierten Messwerte werden einer Analyseeinrichtung 14 zugeführt, die die Bewegung anhand der transformierten Messwerte analysiert. Z. B. ermittelt die Analyseeinrichtung 14, welche Energie eine Person für die Bewegung verbraucht hat, die durch das Aufnehmen der Messwerte, A2, A3 vermessen wurde.
  • Zusätzlich zu den transformierten Messwerten R kann die Vergleichseinrichtung 12 auch weitere Informationen an die Analyseeinrichtung 14 ausgeben, insbesondere die Information, um welchen Bewegungstyp oder um welche Bewegungstypen es sich bei der vermessenen Bewegung handelt. Z. B. kann die Vergleichseinrichtung 12 eine Bewegungsmustererkennung durchführen, d. h. die für einen bestimmten Bewegungstyp charakteristischen Muster in der vermessenen Bewegung identifizieren. Daraus ermittelt die Vergleichseinrichtung wie erwähnt die Richtung der zweiten Achse des transformierten Koordinatensystems. Die so erhaltene Information über den Bewegungstyp und optional außerdem die oben bereits erwähnte Hauptbewegungsachse übermittelt sie an die Analyseeinrichtung 14, die daher nicht mehr eine Mustererkennung ausführen muss. Die Analyseeinrichtung 14 kann die Information über den Bewegungstyp unmittelbar bei der eigentlichen Analyse der Bewegung verwenden. Z. B. ist der Kalorienverbrauch für die Bewegung 0, wenn sie aus dem Bewegungstyp ermittelt, dass sich die Person nicht selbst bewegt hat, sondern bewegt wurde.
  • Es wird nun ein Ausführungsbeispiel für die Koordinatentransformation beschrieben.
  • Es findet eine Transformation der Beschleunigungs-Messwerte aus dem kartesischen Koordinatensystem x, y, z des Mess-Sensors (Ausgangskoordinatensystem) in das transformierte Koordinatensystem x', y', z' statt. Die transformierte Achse x' entspricht der Richtung des Beschleunigungsvektors des Erdgravitationsfeldes.
  • Der Vektor
    Figure 00130001
    zeigt in Richtung des Beschleunigungsvektors des Gravitationsfeldes und ist bereits normiert, d. h. hat den Betrag 1. Seine in der Spaltenschreibweise übereinander stehenden Komponenten g1, g2, g3 sind Komponenten im Ausgangs-Koordinatensystem. Wirkt außer der Erdbeschleunigung keine andere Beschleunigung, sind die Komponenten die Messwerte der drei einzelnen Beschleunigungssensoren des 3D-Sensors. Der Vektor
    Figure 00130002
    bezeichnet die zweite Koordinatenachse des transformierten Koordinatensystems. Dieser Vektor ist unter Verwendung der Informationen über eine andere Bewegung oder einen Bewegungstyp zu bestimmen, z. B. durch Mustererkennung. Seine Komponenten y1, y2, y3 sind ebenfalls auf das Ausgangs-Koordinatensystem bezogen. Wird zunächst ein beliebiger Vektor x ~ definiert, der senkrecht zu dem Vektor x' steht, gilt:
    Figure 00130003
  • Dabei werden die Komponenten des Vektors x ~ so gewählt, dass sein Betrag 1 ist. Für den Vektor z' in Richtung der dritten Koordinatenachse des transformierten Koordinatensystems gilt:
    Figure 00140001
  • Die Gleichung gibt das Kreuzprodukt der Vektoren x', y' an. Für einen gemessenen Vektor
    Figure 00140002
    dessen Komponenten m1, m2, m3 Beschleunigungsmesswerte im Ausgangs-Koordinatensystem sind, gelten die folgenden Beziehungen: m1 = <m – x, y> = (m1 – x1)·y1 + (m2 – x2)·y2 + (m3 – x3)·y3 = (m1 – x1)·x2 + (m2 – x2)·(–x1) m2 = <m – x, x> = (m1 – x1)·x1 + (m2 – x2)·x2 + (m3 – x3)·x3 m3 = <m – x, z> = (m1 – x1)·z1 + (m2 – x2)·z2 + (m3 – x3)·z3 = (m1 – x1)·(–x1 ·x3) + (m2 – x2)·(–x2·x3) + (m3 – x3)·(x2·x2 + x1·x1)
  • Dabei bedeutet < > das Skalarprodukt der Vektoren, die in den eckigen Klammern durch ein Komma getrennt sind. „m – x” ist ein Differenzvektor der Vektoren m und x. Mittels dieser Normierung wird ein Messvektor ohne Einfluss der Gravitation generiert. Das Zeichen · ist das Multiplikationszeichen.
  • Der Vektor x' wird aus der vermessenen Bewegung ermittelt. Dazu werden die Komponenten des Vektors über die Zeit gemittelt, wobei aktuelle Messwerte gewichtet in die Mittelwertberechnung einfließt. Der Vektor x' mit den Komponenten x1, x2 x3 kann exemplarisch wie folgt berechnet werden: x'neu = a·m2 + b·x'alt, d. h. der Wert x'neu des aktuell Verarbeitungszyklus ist gleich der Summe aus den mit den Faktoren a und b gewichteten Summanden, wobei die Summanden die Komponente m2 des aktuellen Messwertes in Richtung von x' und der Wert x'alt des vorangegangenen Verarbeitungszyklus sind.
  • Hierbei sind a und b so zu wählen, dass ihre Summe a + b gleich 1 ist. Die Parameter a und b werden vorzugsweise abhängig von der Abtastfrequenz des 3D-Sensors (der so genannten Samplingrate) gewählt. Z. B. hat sich a = 0,01 für die Samplingrate 20 Hz bewährt.
  • Ein wesentlicher Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass durch die Transformation unter Berücksichtigung von Informationen über eine andere Bewegung oder über einen Bewegungstyp bei der eigentlichen Analyse der Bewegung eine höhere Genauigkeit erzielt werden kann, da eine unerwartete, fehlerhafte oder geänderte Ausrichtung des 3D-Sensors in Bezug auf das Bewegungsobjekt erkannt wird und bei der Transformation berücksichtigt wird.
  • Im Folgenden wird auf Beispiele von Bewegungen eingegangen.
  • 3 zeigt die Messwerte einer Laufbewegung einer Person in der Ebene, die senkrecht zu der Richtung des Beschleunigungsvektors des Gravitationsfeldes steht. Die horizontale Achse des Koordinatensystems in 3 ist ungefähr in Links/Rechts-Richtung der Laufbewegung ausgerichtet, d. h. etwa senkrecht zu der eigentlichen Laufrichtung. Die vertikale Achse in 3 ist daher ungefähr in Vorwärts/Rückwärts-Richtung der Laufbewegung ausgerichtet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der 3D-Sensor beim Laufen in der Hosentasche der Person befand, d. h. im Bereich der Hüfte angeordnet war. Der 3D-Sensor hat daher nicht die Bewegung des Massenschwerpunktes unmittelbar gemessen, sondern war seitlich vom Massenschwerpunkt angeordnet. Charakteristisch für die Laufbewegung ist in einem solchen Fall, dass der 3D-Sensor bestimmte Bewegungszyklen ausführt, aus denen man erkennen kann, in welcher Hosentasche sich der Sensor befunden hat, rechts oder links vom Massenschwerpunkt. Dargestellt sind in 3 und den folgenden Figuren Linien, die jeweils zwei zeitlich aufeinander folgende Messwerte des 3D-Sensors verbinden. Die Messwerte befinden sich daher an den Stellen, wo die Linie scharf abknickt. Außerdem ist in 3 und den folgenden Figuren jeweils die Hauptbewegungsachse durch eine Gerade dargestellt, die der Richtung der zweiten Koordinatenachse des transformierten Koordinatensystems entspricht.
  • Bei der Bewegung, die den Messwerten in 3 zugrunde liegt, befand sich der 3D-Sensor in der rechten Hosentasche der Person. 4 zeigt eine Laufbewegung, bei der sich der Sensor in der linken Hosentasche befand. Man erkennt in 3, dass die Verbindungslinien zwischen den Messpunkten in ihrem Gesamtbild einer 9 ähneln. Da sich der 3D-Sensor bei der 4 zugrunde liegenden Messung in der Hosentasche auf der gegenüber liegenden Seite befunden hat, bilden die Linien in 4 eine um eine vertikale Achse gespiegelte 9.
  • 5 zeigt Beschleunigungsmesswerte beim Laufen der Person, wobei jedoch der 3D-Sensor in Gegensatz zu den Bewegungen der 3 und 4 in der Körpermitte vor dem Massenschwerpunkt an der Gürtelschnalle eines im Hüftbereich getragenen Gürtels getragen wurde.
  • Die in 3 und 4 sowie auch in 5 eingezeichnete Hauptbewegungsachse wurde mittels einer Frequenzanalyse bestimmt. Dabei wird die Information über den Bewegungstyp ”laufen” verwendet, wonach die Frequenz der Rechts/Links-Bewegung halb so groß ist wie die Frequenz der Vor/Zurück-Bewegung. Z. B. wird für eine angenommene Ausrichtung des Koordinatensystems in der Ebene Rechts/Links und Vor/Zurück, wie sie z. B. in den 3 und 4 dargestellt ist, mittels Fourier-Transformation ermittelt, wie gut dieses Verhältnis der doppelt so großen bzw. halb so großen Bewegungsfrequenz erfüllt ist. Dieser Erfüllungsgrad wird durch eine Zahl bewertet. Dieses Verfahren wird für andere Ausrichtungen des Koordinatensystems Rechts/Links und Vor/Zurück wiederholt und die Übereinstimmung mit dem Prinzip der doppelten Frequenz wird wiederum bewertet. Das dabei gefundene Optimum, d. h. die Ausrichtung des Koordinatensystems mit der besten Bewertungszahl wird als korrekte Ausrichtung übernommen. Dabei ist die Richtung Vor/Zurück die Hauptbewegungsrichtung und damit die Richtung der zweiten Koordinatenachse des transformierten Koordinatensystems.
  • 6 zeigt Messwerte eines 3D-Sensors, der von einer Person getragen wurde, während die Person in einem Straßenkraftfahrzeug gefahren ist.
  • Bei der passiven Bewegung eines Objekts in einem Straßenkraftfahrzeug kann die Hauptbewegungsachse durch das charakteristische, mit Hilfe des 3D-Sensors gemessene Bewegungsmuster festgestellt werden. Bei der Bestimmung des Bewegungs-Typs besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Beschleunigungsvorgänge aus der Ruhe in die Richtung der Hauptbewegungsachse zeigen. Ebenso wahrscheinlich ist es, dass Verzögerungen bis zum Stillstand ebenfalls in die Richtung der Hauptbewegungsachse zeigen. Die Hauptbewegungsachse wird daher vorzugsweise unter Berücksichtigung dieser hohen Wahrscheinlichkeiten ermittelt. Durch die daraus entstehende Kenntnis der Achsenlage ist man z. B. in der Lage, die Straßensituation (Autobahn, Landstraße, Fahren innerorts von geschlossenen Ortschaften etc.) besser zu identifizieren. Der Bewegungstyp „Autofahren” wird grundsätzlich zum Beispiel dadurch erkannt, dass das Verhältnis der Horizontalbeschleunigung zur Vertikalbeschleunigung ausgewertet wird und mit einem für dieses Bewegungsmuster typischen Wert verglichen wird. Außerdem kann eine für das Autofahren typische Vibration identifiziert werden, z. B. indem die Frequenzen der Vibration des Bewegungsobjektes als für das Autofahren typische Frequenzen identifiziert werden.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Claims (15)

  1. Verfahren zum Analysieren von Bewegungen von Objekten, insbesondere von Gegenständen, Personen oder anderen Lebewesen, wobei Beschleunigungsmesswerte bezüglich drei orthogonal zueinander verlaufenden Achsen eines ersten Koordinatensystems (x, y, z) vorliegen und wobei: – die Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) in ein zweites Koordinatensystem (x', y', z') transformiert werden, – für die Transformation in das zweite Koordinatensystem (x', y', z') aus den Beschleunigungsmesswerten (A1, A2, A3) die Richtung eines Gravitationsfeldes ermittelt wird, in dem die Bewegung stattfindet oder stattgefunden hat, – die Richtung des Gravitationsfeldes als die Richtung einer ersten Achse (x') des zweiten Koordinatensystems (x', y', z') gewählt wird, – die Richtung einer zweiten Achse des zweiten Koordinatensystems (x', y', z') aus einem Vergleich der Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) oder daraus abgeleiteter Bewegungsinformation einerseits mit vorhandener Information über eine andere Bewegung oder über einen Bewegungstyp andererseits ermittelt wird.
  2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die für den Vergleich verwendeten Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) Messwerte der zu analysierenden Bewegung sind.
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Vergleich und die Transformation in das zweite Koordinatensystem (x', y', z') nach Abschluss der zu analysierenden Bewegung durchgeführt werden.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei über den Verlauf der zu analysierenden Bewegung wiederholt oder kontinuierlich Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) ausgewertet werden, um die Richtung des Gravitationsfeldes zu bestimmen und die erste Achse (x') des zweiten Koordinatensystems (x', y', z') zu wählen.
  5. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei zur kontinuierlichen Auswertung Bewegungsmesswerte (A1, A2, A3) jeweils gleitend über einen Zeitraum ausgewertet werden, insbesondere jeweils ein Mittelwert der Bewegungsmesswerte (A1, A2, A3) berechnet wird, wobei der Zeitraum jeweils an einem aktuellen Zeitpunkt der Bewegungsmessung endet und in die Vergangenheit zurückgeht.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zum Messen der Beschleunigungsmesswerte die Umgebung des Objekts optische erfasst wird, wobei bei der optischen Erfassung eine am Objekt angeordnete Kamera in einer zeitlichen Abfolge jeweils ein Bild der Umgebung erfasst und daraus die Beschleunigungsmesswerte ermittelt werden.
  7. Computerprogramm, das ausgestaltet ist, das Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche auszuführen, wenn das Computerprogramm auf einem Computer oder Computersystem ausgeführt wird.
  8. Datenträger, auf dem das Computerprogramm nach dem vorhergehenden Anspruch derart gespeichert ist, dass es in den Arbeitsspeicher des Computers oder Computersystems ladbar ist oder direkt auf dem Datenträger von dem Computer oder Computersystem lesbar und ausführbar ist.
  9. Vorrichtung zum Analysieren von Bewegungen von Objekten, insbesondere von Gegenständen, Personen oder anderen Lebewesen, wobei Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) bezüglich drei orthogonal zueinander verlaufenden Achsen eines ersten Koordinatensystems (x, y, z) vorliegen und wobei – die Vorrichtung eine Transformationseinrichtung (10, 12) aufweist, die ausgestaltet ist, Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) in ein zweites Koordinatensystem (x', y', z') zu transformieren, – die Transformationseinrichtung (10, 12) eine Ermittlungseinrichtung (10) aufweist, die ausgestaltet ist, für die Transformation in das zweite Koordinatensystem (x', y', z') aus den Beschleunigungsmesswerten (A1, A2, A3) die Richtung eines Gravitationsfeldes zu ermitteln, in dem die Bewegung stattfindet oder stattgefunden hat, – die Transformationseinrichtung (10, 12) ausgestaltet ist, die Richtung des Gravitationsfeldes als die Richtung einer ersten Achse (x') des zweiten Koordinatensystems (x', y', z') zu wählen, – die Transformationseinrichtung (10, 12) eine Vergleichseinrichtung (12) aufweist, die ausgestaltet ist, die Richtung einer zweiten Achse des zweiten Koordinatensystems (x', y', z') aus einem Vergleich der Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) oder daraus abgeleiteter Bewegungsinformation einerseits mit vorhandener Information über eine andere Bewegung oder über einen Bewegungstyp andererseits zu ermitteln.
  10. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die für den von der Vergleichseinrichtung (12) durchgeführten Vergleich verwendeten Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) Messwerte der zu analysierenden Bewegung sind.
  11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung ausgestattet ist, den Vergleich und die Transformation in das zweite Koordinatensystem (x', y', z') nach Abschluss der zu analysierenden Bewegung durchzuführen.
  12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Ermittlungseinrichtung (10) eine Auswertungseinrichtung aufweist, die ausgestaltet ist, über den Verlauf der zu analysierenden Bewegung wiederholt oder kontinuierlich Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) auszuwerten, um die Richtung des Gravitationsfeldes zu bestimmen und die erste Achse (x') des zweiten Koordinatensystems (x', y', z') zu wählen.
  13. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Ermittlungseinrichtung (10) ausgestaltet ist, zur kontinuierlichen Auswertung Bewegungsmesswerte (A1, A2, A3) jeweils gleitend über einen Zeitraum auszuwerten, insbesondere jeweils einen Mittelwert der Bewegungsmesswerte (A1, A2, A3) zu berechnen, wobei der Zeitraum jeweils an einem aktuellen Zeitpunkt der Bewegungsmessung endet und in die Vergangenheit zurückgeht.
  14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung eine Analyseeinrichtung (14) aufweist, die ausgestaltet ist, zumindest eine Bewegung eines Objekts, dessen Beschleunigungsmesswerte (A1, A2, A3) von der Transformationseinrichtung (10, 12) in das transformierte Koordinatensystem transformiert worden sind, zu analysieren, wobei die Analyseeinrichtung (14) mit einem Ausgang der Transformationseinrichtung (10, 12) verbunden ist.
  15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung außerdem einen 3D-Beschleunigungssensor zum Messen der Beschleunigungsmesswerte aufweist, wobei der 3D-Beschleunigungssensor ausgestaltet ist, die Beschleunigung des Objektes durch die optische Erfassung der Umgebung zu messen, und wobei bei der optischen Erfassung eine am Objekt angeordnete Kamera des 3D-Beschleunigungssensors in einer zeitlichen Abfolge Bilder der Umgebung erfasst und eine Auswertungseinrichtung daraus die Beschleunigungsmesswerte ermittelt.
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