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Gegenstand
der Erfindung ist ein Verfahren zur Polieren einer Halbleiterscheibe.
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Bei
der zu polierenden Halbleiterscheibe handelt es sich üblicherweise
um eine Siliciumscheibe oder um ein Substrat mit von Silicium abgeleiteten Schichtstrukturen
(z. B. Silicium-Germanium).
Diese Siliciumscheiben, auch „Wafer” genannt,
werden insbesondere zur Herstellung von Halbleiterbauelementen wie
Speicherchips (DRAM), Mikroprozessoren, Sensoren, Leuchtdioden und
vielem mehr verwendet.
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Die
Anforderungen an Siliciumscheiben zur Fertigung insbesondere von
Speicherchips und Mikroprozessoren werden immer höher. Dies
betrifft zum einen die Kristalleigenschaften selbst (z. B. bezüglich der
Defektdichten, internen Gettern zum Einfangen von metallischen Verunreinigungen),
insbesondere aber auch die Geometrie und die Ebenheit der Scheibe.
Wünschenswert
wäre eine
Siliciumscheibe mit zwei perfekt planparallelen Seiten, hervorragender
Ebenheit insbesondere auf der Seite der Siliciumscheibe, auf der
Bauelemente gefertigt werden sollen und niedrige Oberflächenrauhigkeit.
Des Weiteren wäre
es wünschenswert,
die gesamte Fläche
der Bauteilseite nutzen zu können,
was aktuell aufgrund eines Dickenabfalls am Rand der Scheibe und
schlechter Geometrie im Randbereich nicht möglich ist.
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Es
ist bekannt, dass die herkömmlichen
Verfahren zur Politur von Halbleiterscheiben für diesen Randabfall, auch Edge
Rolloff genannt, verantwortlich sind. Dabei handelt es sich zum
einen um die Doppelseitenpolitur (DSP), die eine gleichzeitige Politur
beider Seiten einer Halbleiterscheibe mittels eines Poliertuchs
unter Zuführung
einer Poliersuspension als Abtragspolitur vorsieht und die chemo-mechanischen
Politur (CMP), die dagegen eine Endpolitur nur der Vorderseite (der „Bauteil-Seite”) unter Verwendung
eines weicheren Poliertuchs als sog. Schleierfreipolitur („Finishing”) umfasst.
Bei diesen beiden Polituren werden die Abrasive in Form einer Poliermittelsuspension
zugeführt.
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Relativ
neu in der Politur von Halbleiterscheiben, aber bereits länger bekannt
und gut verstanden in der Bauelementeindustrie, ist die sog. „Fixed
Abrasive Polishing” (FAP)-Technologie,
bei der die Halbleiterscheibe auf einem Poliertuch poliert wird,
das einen im Poliertuch gebundenen Abrasivstoff enthält („fixed-abrasive
pad”).
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Ein
Polierschritt, bei dem ein solches FAP-Poliertuch verwendet wird,
wird nachfolgend kurz als FAP-Schritt bezeichnet.
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Wesentlicher
Unterschied zu DSP und CMP ist die Tatsache, dass bei DSP und CMP
das Poliertuch keine Abrasive beinhaltet.
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Die
deutsche Patentanmeldung
DE 102 007 035 266 A1 beschreibt ein Verfahren
zum Polieren eines Substrates aus Siliciummaterial, umfassend zwei Polierschritte
vom FAP-Typ, die sich dadurch unterscheiden, dass bei einem Polierschritt
eine Poliermittelsuspension, die ungebundenen Abrasivstoff als Feststoff
enthält,
zwischen das Substrat und das Poliertuch gebracht wird, während beim
zweiten Polierschritt an die Stelle der Poliermittelsuspension eine Poliermittellösung tritt,
die frei von Feststoffen ist. Auch aus
US 2006 0 258 268 A1 ist
ein Verfahren zur Politur von Vorder- und Rückseite mit Poliertüchern mit
gebundenem Schleifkorn bekannt.
DE 103 22 810 A1 offenbart ein Polierverfahren
mit einer sequentiellen Abfolge von Einseitenpolituren von Rück- und Vorderseite.
Aus
US 2002 0 111
120 A1 ist ein mehrlagiges Poliertuch mit gebundenem Schleifkorn
in der obersten Lage bekannt, wobei die einzelnen Lagen miteinander
verklebt sind.
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Wie
zuvor bereits erwähnt
zeigen gemäß dem Stand
der Technik polierte Halbleiterscheiben einen unerwünschten
Abfall ihrer Dicke im Randbereich (Edge Roll-off).
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Die
Randgeometrie wird üblicherweise
durch Angabe eines oder mehrerer Edge Roll-off Parameter quantifiziert,
die sich üblicherweise
auf die Gesamtdicke einer Siliciumscheibe oder auf die Randgeometrie
ihrer Vorder- und/oder Rückseite
beziehen und mit deren Hilfe sich der üblicherweise beobachtete Abfall
der Dicke der Siliciumscheibe in ihrem Randbereich bzw. die Ebenheit
von Vorder- und/oder Rückseite
der Siliciumscheibe ebenfalls in ihrem Randbereich charakterisieren
lässt.
Eine Methode zur Messung des Edge Roll-offs von Siliciumscheiben
ist in Jpn. J. Appl. Phys. Vol. 38 (1999), pp 38–39 beschrieben.
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Die
Aufgabe der Erfindung wird gelöst
durch ein Verfahren zum Polieren einer Halbleiterscheibe, wobei
in einem ersten Schritt die Rückseite
der Halbleiterscheibe mittels eines Poliertuchs, welches fest gebundene
Abrasive einer Korngröße von 0,1–1,0 μm umfasst,
und unter Zuführung
eines Poliermittels, welches frei von Feststoffen ist und das einen pH-Wert
von mindestens 11,8 aufweist, poliert wird, und in einem zweiten
Schritt die Vorderseite der Halbleiterscheibe poliert wird, wobei
ein Poliermittel zugeführt
wird, welches einen pH-Wert von kleiner als 11,8 aufweist.
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Der
Erfinder hat erkannt, dass bei der Politur der Rückseite der Halbleiterscheibe
unter Verwendung eines Poliertuchs mit fest gebundenen Abrasiven
sowie eines abrasivfreien Poliermittels mit einem pH von größer oder
gleich 11,8, der bei herkömmlichen
Polierverfahren beobachtete Randabfall der Dicke der Halbleiterscheibe
nicht zu Tage tritt, sondern die derart polierte Halbleiterscheibe
sogar eine Erhöhung
der Dicke am Rand aufweist. Es hat sich gezeigt, dass der pH-Wert
des Poliermittels das entscheidende Kriterium hierfür ist.
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Durch
eine nachfolgende Politur der Vorderseite mit einem Poliermittel,
das einen pH-Wert von kleiner als 11,8 aufweisen muss, lässt sich
unabhängig
davon, ob das Poliertuch fest gebundene Abrasive enthält oder
ob es frei von Abrasiven ist (wie herkömmliche CMP-Poliertücher), eine
hervorragende Randgeometrie der Halbleiterscheibe erzeugen.
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Dies
liegt daran, dass FAP mit Poliermitteln, die einen pH kleiner als
11,8 aufweisen, ähnlich
wie herkömmliche
CMP-Polierverfahren
(die weitgehend unabhängig
vom pH-Wert des Poliermittels sind) dazu neigen, einen Randabfall
zu erzeugen.
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Da
aber zuvor bei der Politur der Rückseite eine
Erhöhung
am Rand erzeugt wurde, kommt es durch die Politur der Vorderseite
zu einer Kompensation dieser beiden Effekte.
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Es
resultiert eine Halbleiterscheibe, die keinerlei Randabfall ihrer
Dicke aufweist.
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Damit
wird ein lange bestehendes Bedürfnis befriedigt,
zumal gerade der Randabfall und die schlechte Geoemtrie im Randbereich
der Scheibe dafür
veranwtorlich waren, dass nicht die ganze Scheibenfläche, sondern
nur eine Scheibenfläche abzüglich eines
bestimmten Randauschlusses (2–3 mm)
für die
Bauelelementeherstellung genutzt werden konnte. Durch diese Erfindung
ist eine enorme Produktivitätssteigerung
zu erwarten, da durch die Erfindung der Randausschluss praktisch
auf Null reduziert wird und tatsächlich
erstmals eine Halbleiterscheibe zugänglich gemacht wird, bei der
die gesamte Scheibenfläche
nutzbar ist.
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Durch
den Stand der Technik ist die Erfindung nicht nahegelegt. Es war
zwar aus
DE 102
007 035 266 A1 bekannt, FAP mit Poliermitteln im alkalischen
Bereich von pH 10–12
anzuwenden. Das dort beanspruchte Verfahren sieht jedoch zwingend
zwei FAP-Polituren,
einmal mit und einmal ohne Abrasive enthaltendes Poliermittel, auf
ein und derselben Seite der Halbleiterscheibe vor. Die Kombination
aus einer FAP-Politur auf der Rückseite
und einer zweiten FAP- oder CMP-Politur auf der Vorderseite der
Halbleiterscheibe ist nicht offenbart.
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Außerdem wurde
im Stand der Technik nicht erkannt, dass sich bei pH größer oder
gleich 11,8 ein selektiver Materialabtrag ergibt, indem im Randbereich
der Halbleiterscheibe weniger Material abgetragen wird als z. B.
im Zentrum der Halbleiterscheibe. Es gab auch keine Veranlassung,
diesbezüglich
Untersuchungen anzustellen, da der Fachmann davon bislang davon
ausgegegangen ist, dass der pH-Wert sowohl bei FAP wie auch bei
CMP keine solche selektive Wirkung haben dürfte, sondern im Fall von FAP
den mechanischen Abtrag durch die im Poliertuch gebundenen Abrasive
und im Fall von CMP den mechanischen Abtrag durch die im Poliermittel
enthaltenen abrasiven Stoffe chemisch unterstützt bzw. verstärkt und
diese chemische Unterstützung
bzw. Verstärkung
gleichmäßig über die
gesamte Scheibenfläche
erfolgt.
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Dass
sich dies bei FAP ganz anders darstellt und der pH-Wert des Poliermittels
einen solchen selektiven Abtrag gestattet, ist überaschend. Dass die FAP-Technologie
geeignet sein könnte,
den sonst bei allen Polierverfahren stets auftretenden Randabfall praktisch
komplett zu beseitigen, war keinesfalls vorherzusehen. Die Fachwelt
ist bislang davon ausgegangen, dass es nötig sei, die Materialabträge bei jeglichen
Polierverfahren möglichst
gering zu halten und mittels konakver oder konvexer Politur der
Halbleiterscheibe zu versuchen, den Randabfall möglichst auf den äußersten
Randbereich zu beschränken.
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Demzufolge
wurde der Randabfall bei polierten Scheiben als gegeben hingenommen.
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Bei
nachfolgenden Epitaxieschritten wurde im Stand der Technik versucht,
diesen Randabfall bei Vorbehandlungsschritten im Epitaxiereaktor
zu kompensieren.
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Andere
Versuche, die schlechte Geometrie im Randbereich durch Kantenschleifen
zu entfernen, stellen keine geeignete Lösung dar, zumal das dabei erzeugte
Damage an der Kante beim Handling ein kaum lösbares Problem darstellt, dem
Kantenschleifen also auf jeden Fall eine Kantenpolitur folgen müsste. Dies
wäre zwar
geeignet, den Randabfall nach DSP zu enfernen. Nach einem späteren CMP-Schritt
würde sich
aber wieder ein Randabfall einstellen, so dass sich dies auch wirtschaftlich
kaum darstellen läßt.
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Damit
stellt das hier beanspruchte Verfahren die einzige Möglichkeit
dar, eine endpolierte Scheibe (nach CMP oder FAP der Vorderseite)
ohne einen solchen Randabfall unmittelbar nach der Politur der Vorderseite
und ohne jegliche zusätzliche
Maßnahmen
bereitzustellen.
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Im
Zuge der immer wichtiger werdenden Erzeugung von Wafern mit herausragenden
geometrischen und nanotopologischen Eigenschaften – speziell
im Rahmen der 22 nm design ruqle Anforderungen (nach ITRS = ”International
Technology Roadmap for Semiconductors”)- und im Hinblick auf die
fortschreitende Vergrößerung des
Waferdurchmessers (Übergang
von 300 mm auf 450 mm), war es wichtig, Polierverfahren zu entwickeln,
die diesen Anforderungen gerecht werden.
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Speziell
bei der Erzielung der dafür
nötigen Geometrie,
hier vor allem der Waferrandgeometrie und der Nanotopologie, zeichnete
sich schon seit längerem
ab, dass eine abtragende konventionelle chemisch-mechanische Politur
(CMP) prozesstechnisch nicht mehr in der Lage sein würde, diese
Anforderungen zu erfüllen,
insbesondere in Hinblick auf den Randabfall der Halbleiterscheibe
und damit zusammenhängend
dem Randausschluss bzw. der bezüglich
der geforderten Geometrieeigenschaften nutzbaren Fläche auf
der Halbleiterscheibe (Der Fachmann spricht auch von der „Fixed
Quality Area”).
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Die
erfindungsgemäße Politur
unter Verwendung eines Poliertuchs mit fest gebundenen Abrasiven
im beanspruchten pH-Wertbereich, wird entweder im Rahmen einer einseitigen
Politur nur der Rückseite
oder in einem simultanen Doppelseitenpolierprozesses durchgeführt.
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Der
pH-Wert kann während
des Verfahrens variiert werden oder auf einen konstanten Wert eingestellt
werden, je nach Eingangsgeometrie der zu polierenden Halbleiterscheibe.
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Ganz
besonders bevorzugt ist eine zweistufige FAP, ausgeführt als
sequentielle Politur der Rück- und
Vorderseite, mittels eines Poliertuchs mit fest gebundenen Abrasiven.
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Die
beiden Polituren, d. h. die Rückseitenpolitur
und die Vorderseitenpolitur, können
dabei aufeinander abgestimmt werden, so dass sich eine gezielte Beeinflussung
der Wafergeometrie und -nanotopologie, speziell im Waferrandbereich
vornehmen läßt.
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Dazu
muss erfindungsgemäß die Rückseite mit
einem anderem pH-Wert
poliert werden als die Vorderseite.
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So
kann durch Überlagerung
der beiden Polierprofile (Vorderseite und Rückseite) insbesondere ein ganz
bestimmtes resultierendes Randprofil erzeugt und der Randabfall
idealerweise auf Null reduziert werden.
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Die
Variation des pH-Wertes wird somit erfindungsgemäß zur Änderung des Dickenprofils am äußeren Waferrand
verwendet.
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Dagegen
werden die diversen chemisch-mechanischen Polierverfahren, unabhängig von
der Art der Durchführung
des Verfahrens (Doppelseitenpolitur, Einseitenpolitur, Abtrags- bzw. Schleierfreipolitur),
mit einem festen pH-Wert durchgeführt. Eine gezielte Beinflussung
der Geometrie im Randbereich der Halbleiterscheibe ist damit ausgeschlossen.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
bietet insbesondere zur Politur von Halbleiterscheiben der neuen
Technologiegeneration mit einem Durchmesser von 450 mm Vorteile,
zumal sich bei derart großen
Durchmessern die Problematik der Geometrie im Randbereich beim Einsatz
herkömmlicher
Polierverfahren verschärft.
Die pH-Wert gesteuerte Politur, wie im erfindungsgemäßen Verfahren
beansprucht, beseitigt diese Probleme.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
führt zu einer
Verbesserung der Geometrie im äußeren Randbereich
der Halbleiterscheibe, insbesondere in einem Bereich eines Abstandes
von kleiner oder gleich 10 mm, besonders bevorzugt im Bereich von kleiner
oder gleich 5 mm zur Kante der Halbleiterscheibe.
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Die
Poliermittellösung
bei der Politur der Rückseite
der Halbleiterscheibe umfasst vorzugsweise Verbindungen wie Natriumcarbonat
(Na2CO3), Kaliumcarbonat
(K2CO3), Natriumhydroxid
(NaOH), Kaliumhydroxid (KOH), Ammoniumhydroxid (NH4OH), Tetramethylammoniumhydroxid
(TMAH) oder beliebige Mischungen davon.
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Der
Anteil der genannten Verbindungen in der Poliermittellösung beträgt vorzugsweise
0,01 bis 10 Gew.-% besonders bevorzugt von 0,01 bis 0,2 Gew.-%.
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Ganz
besonders bevorzugt ist die Verwendung von Kaliumcarbonat.
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Der
pH-Wert der Poliermittellösung
beträgt mindestens
11,8.
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Die
Poliermittellösung
kann darüber
hinaus einen oder mehrere weitere Zusätze enthalten, beispielsweise
oberflächenaktive
Additive wie Netzmittel und Tenside, als Schutzkolloide wirkende
Stabilisatoren, Konservierungsmittel, Biozide, Alkohole und Komplexbildner.
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Im
erfindungsgemäßen Verfahren
wird bei der Politur der Rückseite
ein Poliertuch verwendet, das einen im Poliertuch gebundenen Abrasivstoff enthält (FAP-
oder FA-Tuch bzw. FA-Pad).
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Geeignete
Abrasivstoffe umfassen beispielsweise Partikel von Oxiden der Elemente
Cer, Aluminium, Silicium, Zirkon sowie Partikel von Hartstoffen wie
Siliciumcarbid, Bornitrid und Diamant.
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Besonders
geeignete Poliertücher
weisen eine von replizierten Mikrostrukturen geprägte Oberflächentopografie
auf. Diese Mikrostrukturen („posts”) haben
beispielsweise die Form von Säulen mit
einem zylindrischen oder mehreckigen Querschnitt oder die Form von
Pyramiden oder Pyramidenstümpfen.
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Nähere Beschreibungen
solcher Poliertücher
sind beispielsweise in
WO
92/13680 A1 und
US 2005/227590 A1 enthalten.
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Besonders
bevorzugt ist die Verwendung von im Poliertuch gebundenen Ceroxid-Partikeln,
vgl. auch
US6602117B1 .
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Die
mittlere Partikelgröße der im
FAP-Poliertuch enthaltenen Abrasive beträgt vorzugsweise 0,1–1,0 μm, besonders
bevorzugt 0,1–0,6 μm und ganz
besonders bevorzugt 0,1–0,25 μm.
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Besonders
geeignet zur Durchführung
des Verfahrens ist ein Poliertuch mit mehrlagigem Aufbau. Eine der
Lagen des Poliertuchs ist dabei nachgiebig. Damit kann sich die
Tuchhöhe
anpassen und stetigen Übergängen folgen.
Bei der nachgiebigen Lage handelt es sich vorzugsweise um eine nicht-gewebte
Schicht. Besonders geeignet ist eine Lage aus Polyesterfasern, die
mit Polyurethan getränkt
sind („non-woven”).
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Die
nachgiebige Lage entspricht vorzugsweise der untersten Lage des
Poliertuchs. Darüber
befindet sich vorzugsweise eine Schaumlage z. B. aus Polyurethan,
die mittels einer Klebeschicht auf der nachgiebigen Lage befestigt
wird. Über
dem PU-Schaum befindet sich eine Lage aus einem härteren,
steifen Material, vorzugsweise aus einem harten Kunststoff, wozu
sich beispielsweise Polycarbonat eignet. Über dieser steifen Lage befindet
sich die Schicht mit den Mikroreplikaten, also die eigentliche Fixed
Abrasive-Lage.
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Die
nachgiebige Lage kann sich aber auch zwischen der Schaumschicht
und der steifen Lage oder direkt unterhalb der Fixed-Abrasive-Lage
befinden.
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Die
Befestigung der verschiedenen Lagen aneinander erfolgt vorzugsweise
mittels druckempfindlicher Klebeschichten (PSA).
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Der
Erfinder hat erkannt, dass ein Poliertuch ohne die im Stand der
Technik von FAP-Poliertüchern stets
vorhandene PU-Schaumschicht
zu guten Ergebnissen führt.
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In
diesem Fall umfasst das Poliertuch eine Schicht mit den Mikroreplikaten,
eine nachgiebige Schicht und eine Lage aus einem steifen Kunststoff wie
Polycarbonat, wobei die nachgiebige Schicht entweder die mittlere
oder die unterste Lage des Poliertuchs sein kann.
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Diese
neuartigen Poliertücher
eignen sich insbesondere zum Einsatz in einer Mehrteller-Poliermaschine
(AMAT Reflection von Applied Materials, Inc.). Diese Poliermaschine
umfasst einen 5 Zonen-Membrancarrier, der es erlaubt, das Druckprofil des
Carriers in 5 Zonen unterschiedlich einzustellen. Dies führt in Verbindung
mit den nachgiebigen Poliertüchern
zu hervorragenden Ergebnissen hinsichtlich der Geometrie der polierten
Scheiben.
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Bei
der Politur der Vorderseite der Halbleiterscheibe wird vorzugsweise
ein Poliermittel enthaltend Abrasive verwendet.
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Der
Anteil des Abrasivstoffes in der Poliermittelsuspension beträgt vorzugsweise
0,25 bis 20 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,25 bis 1 Gew.-%.
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Die
Größenverteilung
der Abrasivstoff-Teilchen ist vorzugsweise monomodal ausgeprägt.
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Die
mittlere Teilchengröße beträgt 5 bis
300 nm, besonders bevorzugt 5 bis 50 nm.
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Der
Abrasivstoff besteht aus einem das Substratmaterial mechanisch abtragendem
Material, vorzugsweise aus einem oder mehreren der Oxide der Elemente
Aluminium, Cer oder Silicium.
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Besonders
bevorzugt ist eine Poliermittelsuspension, die kolloid-disperse
Kieselsäure
enthält.
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Vorzugsweise
enthält
die Poliermittelsuspension Zusätze
wie Natriumcarbonat (Na2CO3),
Kaliumcarbonat (K2CO3),
Natriumhydroxid (NaOH), Kaliumhydroxid (KOH), Ammoniumhydroxid (NH4OH), Tetramethylammoniumhydroxid (TMAH)
zugesetzt.
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Die
Poliermittelsuspension kann aber einen oder mehrere weitere Zusätze enthalten,
beispielsweise oberflächenaktive
Additive wie Netzmittel und Tenside, als Schutzkolloide wirkende
Stabilisatoren, Konservierungsmittel, Biozide, Alkohole und Komplexbildner.
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Der
pH-Wert bei der Politur der Vorderseite muss kleiner als 11,8 sein.
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Vorzugsweise
liegt der pH-Wert im Bereich von 10–11,5.
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Bei
der Politur wird vorzugsweise ein Poliertuch verwendet, das keine
fest gebundenen Abrasive umfasst. Dazu eignen sich herkömmliche
CMP-Poliertücher.
Bei den verwendeten CMP-Poliertüchern handelt
es sich um Poliertücher
mit einer porösen Matrix.
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Vorzugsweise
besteht das Poliertuch aus einem thermoplastischen oder hitzehärtbaren
Polymer. Als Material kommt eine Vielzahl an Werkstoffen in Betracht,
z. B. Polyurethane, Polycarbonat, Polyamid, Polyacrylat, Polyester
usw.
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Vorzugsweise
beinhaltet das Poliertuch festes, mikro-poröses Polyurethan.
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Bevorzugt
ist auch die Verwendung von Poliertüchern aus verschäumten Platten
oder Filz- oder Fasersubstraten, die mit Polymeren imprägniert sind.
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Beschichtete/Imprägnierte
Poliertücher
können
auch so ausgestaltet sein, dass es im Substrat eine andere Porenverteilung
und -größen aufweist als
in der Beschichtung.
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Die
Poliertücher
können
weitgehend eben oder auch perforiert sein.
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Um
die Porosität
des Poliertuchs zu steuern, können
Füllstoffe
in das Poliertuch eingebracht sein.
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Kommerziell
erhältliche
Poliertücher
sind z. B. das SPM 3100 von Rodel Inc. oder die Tücher der DCP-Serie
sowie die Tücher
der Marken IC1000TM, PolytexTM oder
SUBATM von Rohm & Hass.
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Statt
den beschriebenen Poliertüchern
kann jedoch, was ebenfalls bevorzugt ist, ein FAP-Tuch wie das bei
der Politur der Rückseite
verwendete, eingesetzt werden.
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Grundsätzlich werden
die Halbleiterscheiben mit Hilfe eines Polierkopfes („polishing
head”)
mit der zu polierenden Seitenfläche
gegen das auf einem Polierteller liegende Poliertuch gedrückt.
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Zu
einem Polierkopf gehört
auch ein Führungsring
(„retainer
ring”)
der das Substrat seitlich umschließt und daran hindert, während der
Politur vom Polierkopf zu gleiten.
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Bei
modernen Polierköpfen
liegt die dem Poliertuch abgewandte Seitenfläche der Siliciumscheibe auf
einer elastischen Membran auf, die den ausgeübten Polierdruck überträgt. Die
Membran ist Bestandteil eines gegebenenfalls unterteilten Kammersystems,
das ein Gas- oder Flüssigkeitskissen
bildet.
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Es
sind aber auch Polierköpfe
in Verwendung, bei denen an Stelle einer Membran eine elastische
Unterlage („backing
pad”)
verwendet wird.
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Die
Politur des Substrates erfolgt unter Zuführen eines Poliermittels zwischen
das Substrat und das Poliertuch und unter Drehen der Polierkopfes und
des Poliertellers.
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Der
Polierkopf kann dabei zusätzlich
auch translatorisch über
das Poliertuch bewegt werden, wodurch eine umfassendere Nutzung
der Poliertuchfläche
erzielt wird.
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Des
Weiteren kann das erfindungsgemäße Verfahren
gleichermaßen
auf Einteller- und Mehrteller-Poliermaschinen durchgeführt werden.
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Bevorzugt
ist die Verwendung von Mehrteller-Poliermaschinen mit vorzugsweise
zwei, ganz besonders bevorzugt drei Poliertellern und Polierköpfen.
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Beispiel
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In
einem ersten Schritt wird mittels eines Poliertuchs mit fest gebundenen
Abrasiven unter Zuführung
einer auf einen bestimmten pH-Wert eingestellten Polierlösung die
Rückseite
einer Siliciumscheibe mit einem Durchmesser von 300 mm derart poliert, so
dass sich ein bestimmtes Dickenprofil am Rand ergibt.
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Das
Poliertuch umfasst Mikroreplikate in der Form von Pyramidenstümpfen mit
Partikeln von Ceroxid (CeO2).
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Die
Partikelgröße beträgt 0,1 bis
1,0 μm.
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Die
FAP-Politur ist in der Lage, ausschließlich durch Erhöhung des
pH-Wertes einer alkalischen Lösung,
ohne Verwendung eines Kieselsols, den sonst erwarteteten Randabfall
in eine Randerhöhung umzuwandeln,
also bei Bedarf gegenläufige
Krümmungen
zu erzeugen.
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Durch
Politur der Rückseite
mit einer abrasivfreien Polierlösung
mit einem pH-Wert von mindestens 11,8 wird eine Erhöhung im
Waferrandbereich erzeugt und somit ein Vorhalt geschaffen, der bei
einer anschließenden
Politur der Wafervorderseite, welche bei einem pH-Wert von 11,2
erfolgt, den sich hierbei tendenziell ausbildenden Randabfall kompensiert
und sich so ein ebener Waferrandbereich ausbildet.
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Die
Politur der Vorderseite kann dabei als üblicher CMP-Schritt ausgeführt werden
oder als Fixed Abrasive Politur mit einem pH-Wert kleiner 11,8. Beide Poliermethoden
führen
zur Ausbildung eines Waferrandabfalls. Die Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens
war bei bei beiden Typen der Vorderseiten-Politur erfolgreich.
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In
den Versuchen hat sich gezeigt, dass es vorteilhaft ist, zum Einstellen
einer gewünschten Oberflächenrauheit
der Waferrückseite,
einen zweiten Teilpolierschritt mit einem geeigneten Kieselsol, wie
z. B. Glanzox 3900*, durchzuführen,
der ebenfalls auf dem FAP-Poliertuch erfolgt.
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*Glanzox
3900 ist der Produktname für
eine Poliermittelsuspension, die von Fujimi Incorporated, Japan,
als Konzentrat angeboten wird. Das Konzentrat mit einem pH von 10,5
enthält
ca. 9 Gew.-% kolloidales SiO2 mit einer
mittleren Teilchengröße von 30 bis
40 nm.
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Weitere
typische konventionelle CMP-Polierschritte (weiches Tuch + alkalisches
Kieselsol) können
jederzeit als Schleierfreipolituren mit geringen Abträgen zur
weiteren Reduzierung der Oberflächenrauheit
und zur Reduzierung der Defektdichte (z. B. LLS = ”localised
light scatterers”)
angehängt
werden, sind jedoch nicht wesentlich für das Gelingen der Erfindung.