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Gegenstand
der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer epitaxierten
Halbleiterscheibe.
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Ein äußerst
wichtiger Parameter einer Halbleiterscheibe, an den immer höhere
Anforderungen gestellt werden (vgl. ITRS „International
Technology Roadmap for Semiconductors”), ist die Nanotopographie.
Die Nanotopographie wird üblicherweise ausgedrückt
als Höhenschwankung PV (= „peak to valley”),
bezogen auf quadratische Messfenster der Fläche 2 mm × 2
mm.
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Zur
Untersuchung der Nanotopographie eignet sich beispielsweise das
Gerät Nanomapper® von KLA
Tencor. Dieses Interferometer eignet sich zur Messung der Topographie
im Bereich von –20 nm und +20 nm auf der Vorderseite einer
Halbleiterscheibe. Während der Messungen befindet sich
die Halbleiterscheibe auf einem weichen, flachen Scheibenhalter
(Chuck). Die sich ergebenden peak-to-valley (PV)-Werte werden gefiltert
(Gauß Hochpass-Filter) und auf Kreisen von 2 mm Durchmesser
(zusätzlich auch auf Kreisen mit 10 mm Durchmesser) bezüglich peak-to-valley
Abweichungen analysiert. Bei der THA („threshold height
analysis”)-Analyse, zu Details siehe SEMI-Norm
M43, wird schließlich der 3 Sigma-PV-wert aus
der Verteilung aller PV-Werte als sog. THA-Wert berechnet.
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Oftmals
wird dieser THA-Wert auch als THA-2 bezeichnet, um deutlich zu machen,
dass kleine Analysefenster von 2 mm Durchmesser herangezogen wurden.
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Für
Elektronik, Mikroelektronik und Mikro-Elektromechanik werden als
Ausgangsmaterialien (Substrate) Halbleiterscheiben mit extremen
Anforderungen an globale und lokale Ebenheit, einsseitenbezogene
lokale Ebenheit (Nanotopographie), Rauhigkeit und Sauberkeit benötigt.
Halbleiterscheiben sind Scheiben aus Halbleitermaterialien, insbesondere
Verbindungshalbleiter wie Galliumarsenid und überwiegend
Elementhalbleiter wie Silicium und gelegentlich Germanium. Gemäß dem
Stand der Technik werden Halbleiterscheiben in einer Vielzahl von aufeinander
folgenden Prozessschritten hergestellt, die sich allgemein in folgende
Gruppen einteilen lassen:
- a) Herstellung eines
einkristallinen Halbleiterstabs (Kristallzucht);
- b) Auftrennen des Stabs in einzelne Scheiben;
- c) mechanische Bearbeitung;
- d) chemische Bearbeitung;
- e) chemo-mechanische Bearbeitung;
- f) ggf. Herstellung von Schichtstrukturen.
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Die
Kristallzucht erfolgt durch Ziehen und Rotation eines vororientierten
einkristallinen Impflings (Keim) aus einer Siliciumschmelze, das
sog. CZ(„Czochralski”)-Verfahren oder durch Rekristallisation
eines aus der Gasphase abgeschiedenen polykristallinen Kristalls
entlang einer mittels einer Induktionsspule erzeugten Schmelzzone,
die langsam axial durch den Kristall geführt wird, also
durch das sog. FZ(„Floating Zone”)-Verfahren.
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Es
ist im Stand der Technik des CZ-Kristallziehens bekannt, dass sich
im komplexen Zusammenspiel aus Schmelzenkonvektion und -diffusion, Dotierstoff-Segregation
an der Wachstumsgrenzfläche und Wärmeleitung und
-strahlung von Schmelze und Stab eine für die jeweiligen
Prozessparameter charakteristische Form der Wachstumsgrenzfläche ausbildet.
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Die
komplexen Materialtransportphänomene in der Schmelze und
während der Materialabscheidung an der Phasengrenzfläche
führen zu einer räumlich schwankenden Konzentration
des abgeschiedenen Dotierstoffs im wachsenden Halbleiter-Einkristall.
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Aufgrund
der Rotationssymmetrie von Ziehprozess, Ziehvorrichtung und wachsendem
Halbleiterstab sind die Dotierstoff-Konzentrationsschwankungen weitgehend
radialsymmetrisch. d. h. sie bilden konzentrische Ringe schwankender
Dotierstoffkonzentration entlang der Symmetrieachse des Halbleiter-Einkristalls.
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Diese
Dotierstoff-Konzentrationsschwankungen werden auch als „Striations” (Streifenbildung) bezeichnet.
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Diese
können durch Messung der lokalen Oberflächen-Leitfähigkeit
oder nach Behandlung mit einer Defektätze auch strukturell
als Unebenheit sichtbar gemacht werden.
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Das
Sägen des Halbleiterstabes zum Auftrennen in einzelne Halbleiterscheiben
führt zu oberflächennahen Schichten der erhaltenen
Halbleiterscheiben, deren Einkristallinität geschädigt
ist. Diese geschädigten Schichten werden nachfolgend durch chemische
und chemo-mechanische Bearbeitung entfernt.
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Die
Materialabtragsrate bei chemischer oder chemo-mechanischer Bearbeitung
der Oberfläche einer Halbleiterscheibe hängt von
den lokalen chemischen bzw. elektronischen Eigenschaften der Halbleiteroberfläche
ab. Es bilden sich entsprechend der Dotierstoff-Konzentrationsschwankungen
ringförmige Unebenheiten in der Oberfläche der
Halbleiterscheibe heraus. Diese konzentrische Höhenmodulation
der Oberfläche nach chemischer oder chemo-mechanischer
Bearbeitung wird ebenfalls als „Striations” (Streifenbildung)
bezeichnet.
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Halbleiterscheiben
mit Eignung als Substrat für besonders anspruchsvolle Anwendungen
in der Elektronik, Mikroelektronik oder Mikro-Elektromechanik müssen
einen besonders hohen Grad an Ebenheit und Homogenität
ihrer Oberfläche aufweisen. Die Ebenheit der Substratscheibe
begrenzt nämlich maßgeblich die erzielbaren Ebenheiten
der einzelnen Schaltungsebenen typischer Mehrlagen-Bauteile, die
auf ihnen später fotolithografisch strukturiert werden.
Wenn die Ausgangsebenheit unzureichend ist, kommt es später
bei den verschiedenen Planarisierungsprozessen der einzelnen Verdrahtungsebenen
zu Durchstößen durch die aufgebrachten Isolierungslagen
und infolge dessen zu Kurzschlüssen und somit Ausfall der
so hergestellten Bauelemente.
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Daher
werden im Stand der Technik Halbleiterscheiben bevorzugt, die möglichst
schwache und langwellige Dotierstoff-Konzentrationsschwankungen
aufweisen. Dies lässt sich durch besonders langsames Ziehen
erreichen. Es muss nämlich eine besonders ebene Wachstumsgrenzfläche
eingehalten werden. Solche Prozesse sind allerdings aufwändig und
unwirtschaftlich.
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Oftmals
werden Halbleiterscheiben mit einer epitaktischen Schicht versehen,
also mit einer monokristallin aufgewachsenen Schicht mit derselben Kristallorientierung,
auf welcher später Halbleiter-Bauelemente aufgebracht werden.
Derartige epitaktisch beschichtete bzw. epitaxierte Halbleiterscheiben
weisen gegenüber Halbleiterscheiben aus homogenem Material
gewisse Vorteile auf, beispielsweise die Verhinderung einer Ladungsumkehr
in bipolaren CMOS-Schaltkreisen gefolgt vom Kurzschluss des Bauelementes
(„Latch-up”-Problem), niedrigere Defektdichten
(beispielsweise reduzierte Anzahl an COPs („crystal-originated
particles”) sowie die Abwesenheit eines nennenswerten Sauerstoffgehaltes,
wodurch ein Kurzschlussrisiko durch Sauerstoffpräzipitate
in bauelementerelevanten Bereichen ausgeschlossen werden kann.
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Auch
bei epitaxierten Halbleiterscheiben machen sich Ringstrukturen auf
der Oberfläche bemerkbar. Diese führen auch zu
einer vergleichsweise schlechten Nanotopographie (THA-2 Wert, vgl. oben).
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Die
Aufgabe der Erfindung bestand darin, Striations an epitaxierten
Halbleiterscheiben zu vermeiden und deren Nanotopographie zu verbessern, ohne
die Nachteile des Stands der Technik (langsames, unwirtschaftliches
Ziehen) in Kauf nehmen zu müssen.
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Daher
geht die Erfindung von einer von einem nach Stand der Technik gewachsenen
Einkristall aus, wobei die vom Einkristall abgetrennten und weiterverarbeiteten
Scheiben die oben beschriebenen typischen Striations aufweisen.
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Die
Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Bearbeitung
einer Halbleiterscheibe, umfassend folgende Schritte in der angegebenen
Reihenfolge: (a) Abscheiden einer epitaktischen Schicht auf einer Seite
einer Halbleiterscheibe; (b) erste Politur der epitaxierten Seite
der Halbleiterscheibe unter Verwendung eines Poliertuchs mit fest
gebundenen Abrasiven und unter Zufuhr einer Poliermittelösung,
die frei von Feststoffen ist; (c) CMP-Politur der epitaxierten Seite
der Halbleiterscheibe unter Verwendung eines weichen Poliertuchs,
das keine fest gebundenen Abrasive enthält, unter Zufuhr
eines Poliermittelsuspension; (d) erneutes Abscheiden einer epitaktischen Schicht
auf der zuvor epitaxierten und polierten Seite der Halbleiterscheibe.
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Vorzugsweise
handelt es sich bei der Halbleiterscheibe um eine monokristalline
Siliciumscheibe.
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Vorzugsweise
weist die Halbleiterscheibe einen Durchmesser von 300 mm oder größer
auf.
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Vorzugsweise
beträgt der Durchmesser der Halbleiterscheibe 450 mm.
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Vorzugsweise
wird sowohl in Schritt (a) als auch in Schritt (d) des Verfahrens
Silicium epitaktisch auf einer monokristallinen Siliciumscheibe
abgeschieden. Es resultiert eine Siliciumscheibe mit einer epitaktischen
Siliciumschicht.
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Es
ist aber auch bevorzugt, heteroepitaktische Schichten auf einer
Siliciumscheibe abzuscheiden.
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Vorzugsweise
wird Silicium-Germanium auf einer Siliciumscheibe abgeschieden.
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Vorzugsweise
wird Siliciumcarbid auf einer Siliciumscheibe abgeschieden.
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Vorzugsweise
wird Galliumnitrid oder ein anderer III–V-Halbleiter auf
einer Siliciumscheibe abgeschieden.
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Bis
zur ersten epitaktischen Abscheidung in Schritt (a) des Verfahrens
erfolgt ein herkömmlicher Fertigungsprozess.
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Insbesondere
ist das Verfahren unabhängig von der Art des Kristallziehens,
insbesondere unabhängig davon, ab langsam oder schnell
gezogen wird. Alle Schritte bis zu ersten epitaktischen Abscheidung
erfolgen gemäß Stand der Technik. Typische Verfahrensschritte
umfassen ein Abtrennen von Scheiben vom gezogenen Einkristall, Kantenverrunden,
Schleifen oder Läppen, Ätzen oder Reinigen, Politur
(z. B. DSP und CMP).
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In
Schritt (a) des Verfahrens wird vorzugsweise eine reduzierte epitaktische
Schicht abgeschieden, also eine Schicht mit einer Schichtdicke, die
etwas geringer ist als die beim herkömmlichen Epitaxieren übliche
Schichtdicke (bis zu 5 μm).
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Vorzusgweise
beträgt die Dicke der abgeschiedenen Schicht 0,5–4 μm,
besonders bevorzugt 1,5–3,0 μm.
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Um
die Halbleiterscheibe vor Partikelbelastung zu schützen,
wird sie vor der epitaktischen Beschichtung vorzugsweise einer hydrophilen
Reinigung unterzogen. Diese hydrophile Reinigung erzeugt ein natives
Oxid (natürliches Oxid) auf der Halbleiterscheibe, das
sehr dünn ist (etwa 0,5–2 nm, je nach Art der
Reinigung und der Messung).
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Das
native Oxid wird bei einer Vorbehandlung der Halbleiterscheibe in
einem Epitaxiereaktor üblicherweise unter Wasserstoffatmosphäre
(auch „H2-Bake” genannt)
entfernt.
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In
einem zweiten Schritt werden üblicherweise die Oberflächenrauhigkeit
der Vorderseite der Halbleiterscheibe reduziert und Polierdefekte
von der Oberfläche entfernt, indem eine Vorbehandlung der Siliciumscheibe
mit einem Ätzmedium erfolgt. Üblicherweise wird
als Ätzmedium gasförmiger Chlorwasserstoff (HCl)
verwendet und der Wasserstoffatmosphäre zugegeben („HCl-Ätze”).
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Die
derart vorbehandelte Halbleiterscheibe erhält anschließend
eine epitaktische Schicht.
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Im
Falle des Epitaxierens von Siliciumscheiben werden dazu im Epitaxiereaktor
eine oder mehrere Siliciumscheiben mittels Heizquellen, vorzugsweise
mittels oberen und unteren Heizquellen, beispielsweise Lampen oder
Lampenbänken erwärmt und anschließend
einem Gasgemisch, bestehend aus einem eine Siliciumverbindung beinhaltenden Quellengas
(Silane), einem Trägergas (beispielsweise Wasserstoff)
und gegebenenfalls einem Dotiergas (beispielsweise Diboran), ausgesetzt.
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Die
Abscheidung der epitaktischen Schicht erfolgt üblicherweise
nach dem CVD-Verfahren („chemical vapor deposition”),
indem als Quellengas Silane, beispielsweise Trichlorsilan (SiHCl3, TCS), zur Oberfläche der Siliciumscheibe
geführt werden, sich dort bei Temperaturen von 600 bis
1250°C zu elementarem Silicium und flüchtigen
Nebenprodukten zersetzen und eine epitaktisch aufgewachsene Siliciumschicht
auf der Siliciumscheibe bilden.
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Die
epitaktische Schicht kann undotiert oder mittels geeigneten Dotiergasen
gezielt mit Bor, Phosphor, Arsen oder Antimon dotiert sein, um Leitungstyp
und Leitfähigkeit einzustellen.
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Ein
Suszeptor, der beispielsweise aus Graphit, Siliciumcarbid (SiC)
oder Quarz besteht und sich in der Abscheidekammer des Epitaxiereaktors
befindet, dient während der Vorbehandlungschritte und während
der epitaktischen Beschichtung als Auflage für die Siliciumscheibe.
Die Siliciumscheibe liegt dabei üblicherweise in Ausfräsungen
des Suszeptors auf, um eine gleichmäßige Erwärmung
zu gewährleisten und die Rückseite der Siliciumscheibe,
auf der in der Regel keine Schicht abgeschieden wird, vor dem Quellengas
zu schützen.
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Gemäß dem
Stand der Technik sind die Prozesskammern der Epitaxiereaktoren
für eine oder mehrere Siliciumscheiben ausgelegt. Bei Siliciumscheiben
mit größeren Durchmessern (größer
oder gleich 150 mm) werden üblicherweise Einzelscheibenreaktoren
verwendet, da diese für ihre gute epitaktische Schichtdickengleichförmigkeit
bekannt sind. Die Gleichmäßigkeit der Schichtdicke
kann durch verschiedene Maßnahmen eingestellt werden, beispielsweise
durch eine Veränderung der Gasflüsse (Wasserstoff,
TCS), durch Einbau und Verstellen von Gaseinlassvorrichtungen (Injektoren),
durch Änderung der Abscheidetemperatur oder Veränderungen
am Suszeptor.
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In
Schritt (b) des Verfahrens erfolgt eine Politur mittels eines Poliertuchs
mit fest darin gebundenen Abrasiven, wobei eine Poliermittellösung
zugeführt wird, die frei von Feststoffen ist. Es wird also
anders als bei DSP oder CMP keinesfalls eine Poliermittelsuspension
verwendet, die Abrasive enthält (z. b. kolloid-disperses
Kieselsol), sondern eine vorzugsweise alkalische Lösung
ohne Abrasivstoffe.
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Dieser
Schritt dient dazu, die Striations auf der Oberfläche der
Halbleiterscheibe, die nach dem ersten Eptaxieschritt sichtbar werden,
zu reduzieren oder gar völlig zu eliminieren. Es wird nicht
die ganze abgeschiedene epiaktische Schicht abgetragen.
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Nach
dieser ersten Politur weist die Oberfläche der Halbleiterscheibe
bzw. die Oberfläche der verbliebenene epiaktischen Schicht
gewisse Defekte und eine gewisse Oberflächenrauhigkeit
auf, die von der Bearbeitung mit dem Fixed Abrasive-Polertuch herrühren.
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Es
wird ein Poliertuch verwendet, das einen im Poliertuch gebundenen
Abrasivstoff enthält (FAP- oder FA-Tuch bzw. FA-Pad).
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Geeignete
Abrasivstoffe umfassen beispielsweise Partikel von Oxiden der Elemente
Cer, Aluminium, Silicium, Zirkon sowie Partikel von Hartstoffen wie
Siliciumcarbid, Bornitrid und Diamant.
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Besonders
geeignete Poliertücher weisen eine von replizierten Mikrostrukturen
geprägte Oberflächentopografie auf. Diese Mikrostrukturen („posts”)
haben beispielsweise die Form von Säulen mit einem zylindrischen
oder mehreckigen Querschnitt oder die Form von Pyramiden oder Pyramidenstümpfen.
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Nähere
Beschreibungen solcher Poliertücher sind beispielsweise
in
WO 92/13680 A1 ,
US 2005/227590 A1 sowie
in
US6602117B1 enthalten.
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Die
Poliermittellösung gemäß Schritt (b)
des erfindungsgemäßen Verfahrens ist im einfachsten Fall
Wasser, vorzugsweise deionisiertes Wasser (DIW) mit der für
die Verwendung in der Halbleiterindustrie üblichen Reinheit.
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Die
Poliermittellösung kann aber auch Verbindungen wie Natriumcarbonat
(Na2CO3), Kaliumcarbonat
(K2CO3), Natriumhydroxid
(NaOH), Kaliumhydroxid (KOH), Ammoniumhydroxid (NH4OH),
Tetramethylammoniumhydroxid (TMAH) oder beliebige Mischungen davon
enthalten.
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Ganz
besonders bevorzugt ist die Verwendung von Kaliumcarbonat.
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Der
Anteil der oben genannten Verbindungen in der Poliermittellösung
beträgt vorzugsweise 0,01 bis 10 Gew.-%, besonders bevorzugt
von 0,01 bis 0,2 Gew.-%.
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Der
pH-Wert der Poliermittellösung liegt vorzugsweise in einem
Bereich von 10 bis 12.
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Die
Poliermittellösung kann darüber hinaus einen oder
mehrere weitere Zusätze enthalten, beispielsweise oberflächenaktive
Additive wie Netzmittel und Tenside, als Schutzkolloide wirkende
Stabilisatoren, Konservierungsmittel, Biozide, Alkohole und Komplexbildner.
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In
Schritt (c) des Verfahrens erfolgt eine herkömmliche CMP-Politur,
also eine Politur mit einem weichen Poliertuch und unter Zuführung
einer Poliermittelsuspension, die Abrasive enthält. Das
verwendete CMP-Poliertuch enthält keine fest darin gebundenen
Abrasive. Die Poliermittelsuspension ist vorzugsweise alkalisch.
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Durch
diesen Schritt werden die Defekte auf der Oberfläche der
Halbleiterscheibe beseitigt und die Oberflächenrauhigkeit
reduziert.
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In
Schritt (c) wird vorzugsweise ein typisches CMP-Poliertuch verwendet.
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Bei
den verwendeten CMP-Poliertüchern handelt es sich um Poliertücher
mit einer porösen Matrix.
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Vorzugsweise
besteht das Poliertuch aus einem thermoplastischen oder hitzehärtbaren
Polymer. Als Material kommt eine Vielzahl an Werkstoffen in Betracht,
z. B. Polyurethane, Polycarbonat, Polyamid, Polyacrylat, Polyester
usw.
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Vorzugsweise
beinhaltet das Poliertuch festes, mikro-poröses Polyurethan.
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Bevorzugt
ist auch die Verwendung von Poliertüchern aus verschäumten
Platten oder Filz- oder Fasersubstraten, die mit Polymeren imprägniert
sind.
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Beschichtete/Imprägnierte
Poliertücher können auch so ausgestaltet sein,
dass es im Substrat eine andere Porenverteilung und -größen
aufweist als in der Beschichtung.
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Die
Poliertücher können weitgehend eben oder auch
perforiert sein.
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Um
die Porosität des Poliertuchs zu steuern, können
Füllstoffe in das Poliertuch eingebracht sein.
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Kommerziell
erhältliche Poliertücher sind z. B. das SPM 3100
von Rodel Inc. oder die Tücher der DCP-Serie sowie die
Tücher der Marken IC1000TM, PolytexTM oder SUBATM von
Rohm & Hass.
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Der
Anteil des Abrasivstoffes in der Poliermittelsuspension gemäß Schritt
(c) des Verfahrens beträgt vorzugsweise 0,25 bis 20 Gew.-%
besonders bevorzugt 0,25 bis 1 Gew.-%.
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Die
Größenverteilung der Abrasivstoff-Teilchen ist
vorzugsweise monomodal ausgeprägt.
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Die
mittlere Teilchengröße beträgt 5 bis
300 nm, besonders bevorzugt 5 bis 50 nm.
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Der
Abrasivstoff besteht aus einem das Substratmaterial mechanisch abtragendem
Material, vorzugsweise aus einem oder mehreren der Oxide der Elemente
Aluminium, Cer oder Silicium.
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Besonders
bevorzugt ist eine Poliermittelsuspension, die kolloid-disperse
Kieselsäure enthält (Kieselsol).
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Der
pH-Wert der Poliermittelsuspension liegt vorzugsweise in einem Bereich
von 9 bis 11,5 und wird vorzugsweise durch Zusätze wie
Natriumcarbonat (Na2CO3),
Kaliumcarbonat (K2CO3),
Natriumhydroxid (NaOH), Kaliumhydroxid (KOH), Ammoniumhydroxid (NH4OH), Tetramethylammoniumhydroxid (TMAH)
oder beliebige Mischungen dieser Verbindungen eingestellt.
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Ganz
besonders bevorzugt ist die Verwendung von Kaliumcarbonat.
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Die
Poliermittelsuspension kann darüber hinaus einen oder mehrere
weitere Zusätze enthalten, beispielsweise oberflächenaktive
Additive wie Netzmittel und Tenside, als Schutzkolloide wirkende
Stabilisatoren, Konservierungsmittel, Biozide, Alkohole und Komplexbildner.
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Nach
diesem Schritt (c) wird erneut eine epitaktische Schicht auf der
Halbleiterscheibe abgeschieden, um die Schichtdicke der epitaktischen Schicht,
die durch die beiden vorangegangenen Polituren reduziert wurde,
wieder zu erhöhen.
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Der
Gesamtmaterialbatrg in den Schritten (b) und (c) des Verfahrens
beträgt vorzugsweise 0,5–2,5 μm, ist
aber in jedem Fall kleiner als die Dicke der in Schritt (a) abgeschiedenen
epitaktischen Schicht, so dass vor der zweiten Beschichtung in Schritt
(d) die Halbleiterscheibe vorzugsweise eine epitaktische Schicht
einer Dicke von wenigstens 0,2 μm aufweist, die in Schritt
(d) des Verfahrens wieder erhöht wird.
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Diese
erneute Abscheidung einer epitaktischen Schicht erfolgt in Schritt
(d) des Verfahrens. Die resultierende Schichtdicke, die sich aus
der nach Polieren verbliebenen Schichtdicke der epiaktischen Schicht
von Schritt (a) und der zusätzlich in Schritt (d) abgeschiedenen
Schicht zusammensetzt, beträgt vorzugsweise 0,5–5 μm.
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Schließlich
resultiert eine epitaxierte Halbleiterscheibe, die keine Striations
aufweist.
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Zwischen
der ersten epitaktischen Abscheidung und der FAN Politur sowie zwischen
der CMP-Politur und der zweiten epitaktischen Abscheidung finden
vorzugsweise konventionelle Reinigungsschritte statt, welche die
Oberfläche der Halbleiterscheibe von etwaigen Partiklen
befreien. Die Reingungsschritte sind vorzugsweise hydrophiler Art, so
dass eine Halbleiterscheibe mit einer hydrophilen Oberfläche
resultiert. Dies entspricht herkömmlichen Reinigungsschritten
in der Halbleiterindustrie.
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Die
vorliegende Erfindung beansprucht somit einen zweigeteilten Epitaxierschritt,
wobei zwischen den beiden Beschichtungen wenigstens zwei Polierschritte
stattfinden.
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Wesentlich
für das Gelingen des Verfahrens ist der Einsatz eines Polierverfahrens
mit einem Poliertuch, welches fest darin gebundene Abrasive enthält
(FAP-Politur). Während bei herkömmlicher CMP ein
selektiver Abtrag zu beobachten ist, der zu unterschiedlichen Polierabtragsraten
in Bereichen mit unterschiedlichen Dotierstoffkonzentrationen führt
und die Striations praktisch offenlegt, die später bei
der epiaktischen Beschichtung zu schlechter Nanotopographie führen,
wird dies bei Einsatz der FAP-Technologie vermieden. Dies ist überraschend
und war so nicht vorherzusehen.
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Dies
führt zu klaren Vorteilen gegenüber herkömmlichen
Verfahren:
- a) Verbesserung der lokalen Geometrie
und vor allem der Nanotopographie, insbesondere im kurzwelligen
Raumwellenbereich (THA 2) für epitaxierte Halbleiterscheiben
- b) Optimierung der Nanotopographie, insbesondere im kurzwelligen
Bereich (THA 2), unabhängig von der Art des Tiegelziehprozesses
(langsam, schnell, sehr schnell bzw. verschiedene Dotier-stoffkonzentrationen)
- c) Erzeugung von epitaxierten Halbleiterscheiben mit bestimmten
Profilen der Dotierstoffschwankungen, welche aber nicht als ”striations” auf
der Oberfläche in Erscheinung treten
- d) Erzeugung von ganz speziellen epitaxierten Halbleiterscheiben
mit speziellen intrinsischen Eigenschaften bei vergleichbaren und
optimierten Ebenheitsparametern (Nanotopographie)
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Beispiel
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Die
Versuche wurden auf einer Poliermaschine der Fa. Strasbaugh Inc.
vom Typ „nHance 6EG” durchgeführt.
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Die
Poliermaschine von Strasbaugh Inc. besitzt einen Polierteller mit
einem Poliertuch und einen Polierkopf, der eine Halbleiterscheibe
vollautomatisch bearbeitet. Der Polierkopf ist kardanisch gelagert
und umfasst eine feste Basisplatte, die mit einem „backing
pad” beschichtet ist, und einen beweglichen Führungsring.
Durch Bohrungen in der Basisplatte können in zwei konzentrischen
Druckzonen, einer inneren und einer äußeren, Luftkissen
aufgebaut werden, auf denen die Halbleiterscheibe während
der Politur schwimmt. Der bewegliche Führungsring (Retainerring)
kann mittels eines Druckluftbalgs mit Druck beaufschlagt werden,
um so das Poliertuch beim Kontakt mit der Halbleiterscheibe vorzuspannen
und plan zu halten.
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Es
wurden mehrere epitaxierte Siliciumscheiben mit einer epitaktischen
Schichtdicke von jeweils etwa 2,75 μm bearbeitet.
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Alle
diese Scheiben mit einem Durchmesser von 300 mm wiesen ”striations” auf
ihrer Oberfläche auf.
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Anhand
einer Stichprobe wurden drei Scheiben mit repräsentativen
Poliereinstellungen betrachtet und ausgewertet.
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Der
Range für den Polierabtrag bewegte sich in einem Bereich
von etwa 0,9 μm bis etwa 2,05 μm für
die Beispiele, was bedeutet, dass eine Restepischichtdicke von mindestens
0,7 μm für jede betrachtete Einstellung vorhanden
war.
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Als
FA-Poliertuch wurde ein Poliertuch mit pyramidenstumpförmigen
Mikroreplikaten von Ceroxid und einer Partikelgröße
von 0,5 μm verwendet. Nähere Beschreibungen von
solchen Poliertüchern sind beispielsweise in
US6602117B1 zu finden.
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Nach
dem ersten FA-Polierschritt wurden auf dem gleichen FA-Poliertuch
zwei weitere Polierschritte mit Einsatz von Kieselsol (Glanzox 3900;
1 Gew.-%) zur Glättung der Oberfläche durchgeführt.
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Glanzox
3900 ist der Produktname für eine Poliermittelsuspension,
die von Fujimi Incorporated, Japan, als Konzentrat angeboten wird.
Das Konzentrat mit einem pH von 10,5 enthält in der Basislösung ca.
9 Gew.-% kolloidales SiO2 mit einer mittleren
Teilchengröße von 30 bis 40 nm.
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Bereits
nach diesen zwei zusätzlichen FAP-Polituren unter Zufuhr
einer Poliermittelsuspension waren die Scheiben frei von Striations.
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Ein
nachfolgender CMP-Schritt zur Erzielung einer defektfreien Oberfläche
diente der Entfernung vorhandener Defekte (LLS, Mikrokratzer) und
garantierte ein fehlerfreies Aufwachsen des Siliciums.
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Für
die beiden glättenden Polierschritte mit Einsatz von Kieselsol
(Glanzox 3900; 1 Gew.-%) kamen folgende Einstellungen zum Einsatz:
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Glättungsschritt 1:
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- – Dauer = 240 sec
- – Volumenstrom Kieselsol = 350 mL/min
- – Drehzahlverhältnis Topf/Teller = 23 rpm:43
rpm
- – Retainerringanpressdruck (floating retainer ring) =
2 psi
- – Druck in Druckzonen des Carrier = 2 psi in innerer
Druckzone/2 psi in der äußeren Druckzone
(für
die beiden konzentrischen Druckzonen innen & außen)
- – Polierdruck = 4 psi
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Glättungsschritt 2:
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- – Dauer = 60 sec
- – Volumenstrom Kieselsol = 350 mL/min
- – Drehzahlverhältnis Topf/Teller = 23 rpm
: 24 rpm
- – Retainerringanpressdruck (floating retainer ring) =
2 psi
- – Druck in Druckzonen des Carrier = 2 psi in innerer
Druckzone/2 psi in der äußeren Druckzone
- – Polierdruck = 0,5 psi
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Bei
der FAP-Politur gemäß Schritt (b) des Verfahrens
wurden folgende Einstellungen für die drei erfolgreichen
Scheiben gewählt:
Als Poliermittellösung
wurde jeweils eine 0,2 Gew.-% K2CO3-Lösung verwendet.
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Beispiel A
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- – Dauer = 485 sec
- – Volumenstrom K2CO3-Lösung (0,2 Gew.-%) = 1500 mL/min
- – Drehzahlverhältnis Topf/Teller = 23 rpm:43
rpm
- – Retainerringanpressdruck (floating retainer ring) =
2 psi
- – Druck in Druckzonen des Carrier = 2 psi in innerer
Druckzone und 2 psi in der äußeren Druckzone
- – Polierdruck = 4 psi
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Beispiel B:
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- – Dauer = 242 sec
- – Volumenstrom K2CO3-Lösung (0,2 Gew.-%) = 1500 mL/min
- – Drehzahlverhältnis Topf/Teller = 23 rpm:43
rpm
- – Retainerringanpressdruck (floating retainer ring) =
2 psi
- – Druck in Druckzonen des Carrier = 2 psi in innerer
Druckzone und 2 psi in der äußeren Druckzone
- – Polierdruck = 4 psi
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Beispiel C:
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- – Dauer = 120 sec
- – Volumenstrom K2CO3-Lösung (0,2 Gew.-%) = 1500 mL/min
- – Drehzahlverhältnis Topf/Teller = 23 rpm:43
rpm
- – Retainerringanpressdruck (floating retainer ring) =
2 psi
- – Druck in Druckzonen des Carrier = 2 psi in innerer
Druckzone und 2 psi in der äußeren Druckzone
- – Polierdruck = 4 psi
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Nach
den Polituren wurden erneute epitaktische Schichten abgeschieden.
Die Schichtdicken lagen im Bereich von 2,5 bis 2,75 μm.
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Alle
drei Scheiben wiesen nach einer zweiten epitaktischen Beschichtung
in Schritt (d) keine striations mehr auf.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - WO 92/13680
A1 [0048]
- - US 2005/227590 A1 [0048]
- - US 6602117 B1 [0048, 0088]
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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