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Die Erfindung betrifft ein Hohlprofilbauteil nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 1 sowie ein Verfahren zum Herstellen eines Hohlprofilbauteils nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 12.
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Derartige Hohlprofilbauteile, insbesondere in Form eines Querträgers einer Karosserie eines Personenkraftwagens sind allgemein bekannt, wobei sie üblicher Weise in Schweißbauweise ausgebildet sind und ein durchgehendes Rohr mit gleich bleibendem Querschnitt und gleich bleibender Wandstärke aufweisen. Hierdurch wird die eingesetzte Wandstärke durch die größte benötigte Wandstärke bestimmt.
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Die
Deutsche Patentschrift 623779 offenbart eine Lötmuffenverbindung für Rohrleitungen, bei der zwei Rohrleitungen in eine Muffe eingesteckt und mit dieser verlötet sind. Auch diese Rohrleitungen weisen einen gleich bleibenden Querschnitt und eine gleich bleibende Wandstärke auf.
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Die bekannten Lösungen haben ein unnötig hohes Gewicht und einen unnötig hohen Bauraumbedarf, da der Querschnitt und die Wandstärke des Querträgers bzw. der Rohrleitungen gleich bleibt, jedoch nicht in allen Bereichen benötigt wird.
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Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Hohlprofilbauteil der eingangs genannten Art derart weiter zu entwickeln, dass eine Gewichtreduzierung des Hohlprofilbauteils ermöglicht ist.
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Diese Aufgabe wird durch ein Hohlprofilbauteil mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie durch ein Verfahren zum Herstellen eines Hohlprofilbauteils mit den Merkmalen des Patentanspruchs 12 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen und nicht-trivialen Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Ein solches Hohlprofilbauteil, insbesondere ein Querträger für einen Personenkraftwagen, mit zumindest einem Hülsenelement und mit zumindest zwei Hohlprofilelementen, welche jeweils über eine Steckverbindung mit dem Hülsenelement verbunden und dann gefügt sind, zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, dass zumindest ein Hohlprofilelement eine über seine Körperlängsachse veränderliche Querschnittsform und/oder eine über seine Körperlängsachse veränderliche Wandstärke aufweist. Dadurch kann die Querschnittsform und/oder die Wandstärke des zumindest einen Hohlprofilelements in einzelnen Bereichen des Hohlprofilelements an einen von dem Hohlprofilelement in diesem Bereich zu erfüllenden Zweck angepasst werden. Dabei kann beispielsweise die Wandstärke in einem Bereich besonders dick ausgebildet sein, in dem eine hohe Belastung beispielsweise in Form eines schweren, an das Hohlprofilbauteil anzubringenden Bauteils auftritt, während andere Bereiche des Hohlprofilbauteils mit einer geringen Wandstärke ausgebildet sein können. Oder es ist denkbar crashrelevantere Stellen des Hohlprofilbauteils mit einer größeren Wandstärke auszubilden als andere. Dadurch wird die eingesetzte Wandstärke über die gesamte Körperlängsachse des Hohlprofilelements nicht durch die größte benötigte Wandstärke bestimmt. Daraus ergibt sich eine deutliche Reduzierung des Gewichts des Hohlprofilelements und damit des gesamten Hohlprofilbauteils.
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Ebenso sind Kosten des Hohlprofilbauteils absenkbar, da der Materialeinsatz ebenso reduziert ist. Durch die Modulbauweise in Form der beschriebenen zumindest zwei mit dem Hülsenelement verbundenen und gefügten Hohlprofilelemente ist dadurch beispielsweise ein Querträger für einen Personenkraftwagen beispielsweise durch zumindest zwei Teilrohre ausbildbar, die in ihren Wandstärken und/oder in ihren Querschnittsformen bereichsweise an ihren jeweiligen Zweck angepasst sind, womit die genannten Vorteile der Reduzierung des Gewichts und der Kosten des Hohlprofilbauteils realisierbar und auch auf dem Personenkraftwagen anwendbar sind, wodurch also auch die Kosten und das Gewicht des Personenkraftwagens absenkbar sind, woraus vorteilhafter Weise ein geringerer Kraftstoffverbrauch und geringere CO2-Emmisionen des Personenkraftwagens resultieren.
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Aufgrund der erwiesenen Modularität des erfindungsgemäßen Hohlprofilbauteils können bei der Herstellung von unterschiedlichen Typen in einfacher Weise auf Gleichteile hinsichtlich des Hülsenelements und der Hohlprofilelemente zurückgegriffen werden, während lediglich das Einzelteil getauscht werden muss, das den neuen Typ des Hohlprofilbauteils kennzeichnet. Hierbei können in großem Umfang Materialressourcen und Lagerräume eingespart werden.
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Vorteilhafter Weise sind beide bzw. alle Hohlprofilelemente des Hohlprofilbauteils mit einer veränderlichen und damit an den jeweiligen Zweck angepassten Querschnittsform und/oder Wandstärke ausgebildet, wodurch die genannten Vorteile in vollem Maße zum Tragen kommen, da das gesamte Hohlprofilbauteil belastungsangepasst hinsichtlich des Leichtbaus unterschiedliche Wandstärken aufweist.
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Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass zwischen zumindest einem Hohlprofilbauteil und dem Hülsenelement, idealer Weise jedoch zwischen beiden bzw. allen Hohlprofilelementen des Hohlprofilbauteils und dem korrespondierenden Hülsenelement ein Lötspalt vorgesehen ist, welcher zumindest bereichsweise mit einem Lot aufgefüllt ist. Das Hohlprofilelement kann dadurch mit dem Hülsenelement verlötet werden, was insofern äußerst vorteilhaft ist, als dass im Gegensatz zu beispielsweise einer Schweißverbindung ein Wärmeeintrag in die zu verbindenden Bauteile in Form der Hohlprofilelemente und dem Hülsenelement sehr gering ist und es damit nicht zu Gefügeänderungen oder zu Verzügen der Hohlprofilelemente oder des Hülsenelements kommt. Dies reduziert einerseits die Korrosionsgefahr, wodurch die Ausfallwahrscheinlichkeit reduziert und damit ein vorzeitiger, kostenintensiver Austausch im Rahmen einer Reparatur des Hohlprofilbauteils vermieden wird. Andererseits bleiben in Folge der vermiedenen Gefügeveränderungen und des Verzugs erwünschte Materialeigenschaften der Hohlprofilelemente oder des Hülsenelements hinsichtlich der über die gesamte Länge des Hohlprofilbauteils maßgeschneiderten mechanischen Belastungsfähigkeit erhalten, wodurch die Hohlprofilelemente exakt auf ihren jeweiligen Zweck bzgl. ihrer Dimensionen abstimmbar sind. Dies hält das Gewicht des Hohlprofilbauteils und im Falle des Einsatzes des Hohlprofilbauteils in einem Personenkraftwagen das Gewicht des Personenkraftwagens gering, wodurch eine weitere Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emmisionen ermöglicht wird.
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Das Verlöten des jeweiligen Hohlprofilelements mit dem korrespondierenden Hülsenelement kann dabei beispielsweise durch Induktivlöten erfolgen.
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Dabei kann vorgesehen sein, dass die beschriebene Lötverbindung lediglich bereichsweise im Lötspalt ausgebildet ist, idealer Weise jedoch füllt das Lot den gesamten Lötspalt aus, wodurch eine druck- und fluiddichte Verbindung des Hohlprofilelements und des Hülsenelements erreicht wird. Diese Ausführungsform birgt den Vorteil, dass eine besonders feste Verbindung zwischen dem Hohlprofilelement und dem Hülsenelement geschaffen wird, was einerseits der mechanischen Belastungsfähigkeit des Hohlprofilbauteils zuträglich ist, andererseits wird dadurch erst ein anschließender Bearbeitungsprozess wie der eines Innenhochdruckumformprozesses prozesssicher ermöglicht.
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Ist zumindest ein Hohlprofilelement zumindest bereichsweise auf das Hülsenelement aufgesteckt und/oder ist zumindest ein Hohlprofilelement mittels des Hülsenelements zumindest bereichsweise aufgenommen, so birgt dies einerseits den Vorteil, dass schon vor dem Fügen des jeweiligen Hohlprofilelements mit dem Hülsenelement, beispielsweise durch die oben genannte Lötverbindung, eine definierte Verbindung zwischen dem Hohlprofilelement und dem Hülsenelement erzielt wird, wodurch eine Relativbewegung zwischen dem Hülsenelement und dem Hohlprofilelement verhindert wird. Dies erleichtert das Handling während eines Herstellungsprozesses des Hohlprofilbauteils und senkt damit Herstellungskosten desselbigen. Mit anderen Worten bedeutet dies also, dass zur Erreichung der beschriebenen Vorteile das Hohlprofilelement zumindest bereichsweise auf das Hülsenelement aufgesteckt oder das Hülsenelement zumindest bereichsweise auf das Hohlprofilelement aufgesteckt ist.
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Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist zumindest ein Hohlprofilelement durch einen Innenhochdruckumformprozess bearbeitet, womit der Vorteil einhergeht, dass durch den Innenhochdruckumformprozess die oben beschriebene veränderliche Querschnittsform und/oder veränderliche Wandstärke des Hohlprofilelements des Hohlprofilbauteil besonders effizient und zweckgebunden in gewünschten Bereichen des Hohlprofilelements ausbildbar sind. Hierdurch wird das Gewicht des Hohlprofilelements und des Hohlprofilbauteils, insbesondere dann, wenn alle Hohlprofilelemente des Hohlprofilbauteils derart bearbeitet sind, auf ein Minimum reduziert. Nichts desto weniger ist durch eine bedarfsgerechte Ausbildung der Wandstärken bzw. der Querschnittsformen ein stabiles und belastungsfähiges Hohlprofilbauteil geschaffen. Vorteilhafter Weise wird für den Innenhochdruckumformprozess ein zylindrisches Rohr als Ausgangs-Hohlprofilelement verwendet, welches geringe Beschaffungskosten erfordert und dennoch bedarfsgerecht in eine gewünschte Form umformbar ist. Damit sind die Kosten des Hohlprofilbauteils weiter reduziert, was im Falle eines Einsatzes des Hohlprofilbauteils in einem Personenkraftwagen auch den Kosten des Personenkraftwagens vorteilhafter Weise zu Gute kommt.
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Ebenso kann vorgesehen sein, dass zumindest ein Hohlprofilelement und/oder das zumindest eine Hülsenelement als ein Strangpressprofil ausgebildet ist. Auch diese Ausführungsform der Erfindung wirkt sich positiv auf den Kostenaspekt aus, da ein derartig ausgebildetes Hohlprofilelement bzw. Hülsenelement kostengünstig in der Beschaffung ist bei gleichzeitiger Darstellbarkeit der gewünschten Querschnittsformen bzw. Wandstärken zur Erreichung aller in diesem Zusammenhang bereits beschriebenen Vorteile.
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Die Ausbildung des zumindest einen Hülsenelements aus vorzugsweise Aluminium oder Magnesium birgt den Vorteil, dass dadurch das Gewicht des Hohlprofilbauteils weiter gesenkt ist, was im Sinne des Leichtbaus im Falle eines Einsatzes bei einem Personenkraftwagen den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emmisionen desselbigen weiter absenkt. Nichtsdestotrotz weist das Hülsenelement beispielsweise bei Ausbildung aus einer Magnesium bzw. Aluminiumlegierung die gewünschte Festigkeit gegenüber mechanischen Belastungen auf, wodurch ein leichtes und belastungsfähiges Bauteil erzielt wird. Bei der Verwendung des gesamten Hohlprofilbauteils beispielsweise als Querträger eines Personenkraftwagens wirkt sich dies insbesondere im Crashfalle zur Erhöhung eines Insassenschutzes positiv aus. Dabei ist vorstellbar, dass das Hülsenelement auch als Gussteil oder wie oben erwähnt als Strangpressprofil aus dem gleichen Werkstoff ausgebildet sein kann.
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Ist das Hülsenelement als Träger- bzw. Halterelement oder Strebenelement, insbesondere als Tunnelstrebe oder dergleichen ausgebildet, so birgt dies den Vorteil, dass der Funktionserfüllungsumfang des Hülsenelements deutlich erweitert ist. Das Hülsenelement erfüllt in dieser vorteilhaften Ausführungsform somit nicht nur den Zweck, Hohlprofilelemente des Hohlprofilbauteils über die Steckverbindung zu verbinden, sondern kann weitere Funktionen übernehmen. So kann das Hülsenelement beispielsweise als Funktionsbauteil mit einer hülsenartigen Durchführung ausgebildet sein, was bedeutet, dass die Hülsenform nur in einem Bereich des Bauteils ausgebildet ist, wobei in anderen Bereichen des Bauteils andere Bauteile, beispielsweise des Personenkraftwagens, befestigbar sind. So kann das Hülsenelement als Funktionsbauteil beispielsweise als Konsole ausgebildet sein. Das Hülsenelement erfüllt somit primär immer noch den Zweck, die Hohlprofile zu verbinden, weist aber wie beschrieben einen höheren Funktionserfüllungsumfang auf, indem andere Bauteile an ihm befestbar sind. Hierdurch entfallen zusätzliche Befestigungselemente oder Halterelemente oder dergleichen, was insbesondere im Rahmen des Leichtbaus das Gewicht des Personenkraftwagens und damit dem Kraftstoffverbrauch und damit den CO2-Emmisionen erheblich verringert.
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Diesen gewichtsreduzierenden Aspekt betrifft auch ein weiterer vorteilhafter Aspekt der Erfindung, bei welchem das Hülsenelement im Wesentlichen aus Kunststoff gebildet ist. Diese Ausgestaltungsform des Hülsenelements bzw. des Hülsenelements in Form des oben beschriebenen Funktionsbauteils reduziert das Gewicht des Hohlprofilbauteils weiter mit allen eine Gewichtsreduzierung betreffenden und bereits beschriebenen Vorteilen.
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Vorteilhafter Weise kann ebenso vorgesehen sein, dass das Hülsenelement durch einen Kunststoff zu einem Verbundbauteil ergänzt ist. Das bedeutet, dass das Hülsenelement beispielsweise aus einem metallischen Werkstoff gebildet und zumindest bereichsweise mit einem Kunststoff versehen bzw. umspritzt wird. Dadurch wird eine besonders stabile Verbindung der Hohlprofilelemente durch das metallische Hülsenelement bzw. einen metallischen hülsenförmigen Bereich des Hülsenelements erreicht, während das Hülsenelement mittels des Kunststoffs zu einem Funktionsbauteil in Form eines Hybridbauteils ergänzt wird. Mittels des Kunststoffs sind dabei komplizierte Geometrien und Funktionselemente wie beispielsweise Funktionsflächen, Halterelemente in Form von Steck- oder Clipsverbindungen oder dergleichen ausbildbar, wodurch der Funktionserfüllungsumfang des Hülsenelements und damit des gesamten Hohlprofilbauteils weiter deutlich gesteigert ist.
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Wie bereits erwähnt, kommen die Vorteile des erfindungsgemäßen Hohlprofilbauteils bzw. einer Kombination der erfindungsgemäßen Ausführungsformen des Hohlprofilbauteils insbesondere dann äußerst positiv zum Tragen, wenn das Hohlprofilbauteil im Wesentlichen als Querträger, insbesondere eines Personenkraftwagens ausgebildet ist. Es wird damit ein leichtes und gleichzeitig steifes und festes Bauteil mit einem positiven Unfallverhalten geschaffen, wodurch gleichzeitig eine Reduzierung des Gewichts des Personenkraftwagens als auch eine Erhöhung des Insassenschutzes im Falle eines Unfalles realisiert wird. In dieser Ausführungsform weisen die Hohlprofilelemente beispielsweise eine im Wesentlichen gerade ausgeprägte Längserstreckungsrichtung aus, was bei einer Karosserie des Personenkraftwagens vorteilhaft ist um Kräfte und Aufprallenergie im Falle eines Unfalles in einem breiten Bereich aufnehmen zu können als auch anderweitige Bauteile an dem Querträger befestigen zu können.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen des Hohlprofilbauteils sind als vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens anzusehen. Bei einem derartigen erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen eines Hohlprofilbauteils, bei welchem zumindest zwei Hohlprofilelemente jeweils über eine Steckverbindung mit zumindest einem Hülsenelement verbunden und gefügt werden, ist vorgesehen, dass zumindest ein Hohlprofilelement einer über seine Körperlängsachse veränderlichen Querschnittsform und/oder über seine Körperlängsachse veränderlichen Wandstärke mit dem zumindest einen Hülsenelement verbunden und gefügt wird. Damit sind alle bereits im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Hohlprofilbauteil beschriebenen Vorteile erreicht, nämlich die, dass ein leichtes Hohlprofilbauteil geschaffen ist, welches bzgl. seiner Wandstärke und/oder seiner Querschnittsform bedarfsgerecht und zweckangepasst unter Reduzierung von Kosten und Gewicht des Hohlprofilbauteils und eines Kraftfahrzeugs, wenn das Bauteil im Kraftfahrzeugbau verwendet wird, ausgebildet wird.
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Das Fügen des zumindest einen Hohlprofilelements mit dem korrespondierenden Hülsenelement kann dabei vorteilhafter Weise derart geschehen, dass ein zwischen dem Hohlprofilelement und dem Hülsenelement vorgesehener Lötspalt zumindest bereichsweise, idealer Weise auch vollständig, mit einem Lot aufgefüllt wird. Gerade bei der vollständigen Auffüllung ist eine umlaufend fluid- und hochdruckdichte feste Verbindung geschaffen, die einem etwaigen anschließenden Bearbeitungsprozess wie beispielsweise einem Innenhochdruckumformprozess besondere förderlich ist bzw. ihn sogar erst ermöglicht.
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Wird zumindest ein Hohlprofilelement vor dem Fügen mittels eines Strangpressprozesses gebildet, so wird dadurch eine Reduzierung der Kosten des erfindungsgemäßen Verfahrens bei gleichzeitiger Realisierung einer gewünschten veränderlichen Querschnittsform bzw. Wandstärke des Hohlprofilelements ermöglicht.
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Die gewünschte Ausbildung der Querschnittsform bzw. der Wandstärke des Hohlprofilelements, welche über die Körperlängsachse veränderlich ist, ist insbesondere durch einen Innenhochdruckumformprozess realisierbar, welcher vor dem Fügen durchgeführt wird. Dadurch sind nahezu beliebige Querschnittsformen und/oder Wandstärken des Hohlprofilelements zur bedarfsgerechten zweckangepassten Ausbildung der Querschnittsform bzw. der Wandstärke des Hohlprofilelements realisierbar.
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Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens sieht vor, dass zumindest ein Hohlprofilelement, idealer Weise jedoch alle Hohlprofilelemente des Hohlprofilbauteils und gegebenenfalls auch das Hülsenelement mittels eines Innenhochdruckumformprozesses nach dem Fügen bearbeitet wird bzw. werden. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass die Hohlprofilelemente, beispielsweise in Form von Teilrohren, mit beispielsweise einem kreiszylindrischen Querschnitt nach dem Fügen, insbesondere dem Verlöten, mit dem Hülsenelement mittels des Innenhochdruckumformprozesses als Ganzes umgeformt werden. Dies hat insbesondere verfahrensökonomische Vorteile, da die Anzahl an Prozessschritten zur Durchführung des Verfahrens und damit Prozesskosten und Energieaufwand und somit Energiekosten reduziert werden. Bei Ausformungen mit hohen Umformgraden, also komplexen und großen Aufweitungen der Hohlprofilelemente und gegebenenfalls des Hülsenelements, ist eine Vorverformung und Vorprofilierung der Hohlprofilelemente und gegebenenfalls des Hülsenelements vorzuziehen, da es dann auf Grund geringerer Reibung der Hohlprofilelemente bzw. des Hülsenelements einer Gravur eines Umformwerkzeugs zur durch Durchführung des Innenhochdruckumformprozesses leichter ist, Hohlprofilmaterial an Aufweitstellen mittels eines Axialstempels nach zu schieben, und somit eine prozesssichere Umformung zu garantieren. Bei einer Vorprofilierung der Hohlprofilelemente bzw. des Hülsenelements müssen die Einsteckenden des Hülsenelements, das heißt die Bereiche, in denen oder auf die die Hohlprofilelemente eingesteckt oder aufgesteckt sind, konturentsprechend ausgebildet sein.
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Wird das Hohlprofilbauteil durch ein Spritzgussverfahren zu einem Hybridbauteil ergänzt, so hat dies den Vorteil, dass das Hohlprofilbauteil mittels eines im Spritzgussverfahren angespritzten Kunststoffs zu einem Hybridbauteil mit höherem Funktionsumfang ausgebildet wird. Dabei kann vorgesehen sein, dass beispielsweise nur das Hülsenelement oder nur ein Hohlprofilelement zumindest bereichsweise mit Kunststoff umspritzt wird, um somit aus den genannten Bauteilen Funktionsbauteile mit einem höheren Funktionserfüllungsumfang auszubilden. Durch das Spritzgussverfahren sind Funktionselemente wie beispielsweise Funktionsflächen, Halterelemente wie Steck- oder Clipsverbindungen, Versteifungsstrukturen oder dergleichen ausbildbar, wodurch das Hohlprofilbauteil an die umgebende Karosserie des Personenkraftwagens angebunden werden kann. Zusätzliche derartige Verbindungs- bzw. Halteelemente sind somit obsolet, wodurch das Gewicht des Hohlprofilbauteils und damit des Personenkraftwagens zur Erreichung eines niedrigeren Kraftstoffverbrauchs und niedrigerer CO2-Emmisionen gering gehalten werden können.
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Das Spritzgussverfahren wird dabei idealer Weise nach dem Innenhochdruckumformprozess und im gleichen Umformwerkzeug durch Durchführung des Innenhochdruckumformprozesses durchgeführt, wodurch zusätzliche Prozessschritte, beispielsweise zum Herausnehmen des Hohlprofilbauteils aus dem Umformwerkzeug und zum Verbringen des Hohlprofilbauteils in ein anderes Werkzeug, vermieden und die Kosten des Verfahrens und damit des Hohlprofilbauteils weiter verringert werden.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehenden in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die in der nachfolgenden in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
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Die Zeichnung zeigt in der
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Figur eine perspektivische Ansicht eines Hohlprofilbauteils mit zwei Hohlprofilrohren, welche in eine Hülse eingesteckt und mit ihr verlötet sind, sowie abschnittsweise eine perspektivische Ansicht einer Vergrößerung dieser Verbindung.
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Die Figur zeigt ein als Querträger, insbesondere als Träger der Instrumententafel dienendes Hohlprofilbauteil 10, bei welchem ein erstes Hohlprofilrohr 12 bereichsweise in ein Hülsenelement 14 eingesteckt und mit diesem verlötet ist. Ebenso ist ein zweites Hohlprofilrohr 16 in das Hülsenelement 14 bereichsweise eingesteckt und mit diesem verlötet. Die Hohlprofilrohre 12 und 16 weisen dabei über ihre Körperlängsachsen 18 bzw. 20 veränderliche Querschnitte auf. Die Hohlprofilrohre 12 und 16 sind im Übrigen mittels eines Innenhochdruckumformprozesses bearbeitet. Das Hülsenelement 14 weist einen Bereich 22 auf, durch welchen es zu einem Strebenelement ausgebildet ist, an dem Anbauteile gefügt werden können. Dazu ist das Hohlprofilbauteil 10 über eine Durchgangsöffnung 24 mit einem Anbauteil verbindbar. Das Hohlprofilbauteil 10 ist so ausgebildet, dass es beidenends seiner Längserstreckung an die seitliche Trägerumgebung angebunden werden kann.
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Wie weiterhin in der Figur zu sehen ist, ist zwischen dem Hohlprofilrohr 12 und dem Hülsenelement 14 sowie zwischen dem Hohlprofilrohr 16 und dem Hülsenelement 14 ein Lötspalt 26 vorgesehen. In diesen wird ein Lot eingebracht, welches nach dem Aufschmelzen in den Lötspalt 26 flächig umlaufend hineinkriecht und bei der Erstarrung die Hohlprofilrohre 12 bzw. 16 mit dem Hülsenelement 14 fest verbindet und gleichzeitig den Lötspalt 26 fluid- und hochdruckdicht verschließt. Hiernach kann ein weiterer Bearbeitungsprozess wie beispielsweise ein Innenhochdruckumformprozess prozesssicher durchgeführt werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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Zitierte Patentliteratur
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