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Die
Erfindung bezieht sich auf ein geotextiles Flächengebilde mit Wabenstruktur
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Derartige
geotextile Flächengebilde
mit Wabenstrukturen werden beispielsweise als Erosionsschutzeinrichtungen
zur Böschungsstabilisierung, zum
Tragflächenaufbau
auf Reit- oder Spielplätzen, zur
Stabilisierung von Schrägdächern oder
zur Deponieabdeckung eingesetzt.
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Aus
der
DE 44 16 943 A1 ist
eine nach oben und unten offene Gitterplatte bekannt, die als Tragfläche für ein Betreten
sich bewegender Pferde insbesondere als Reitplatzaufbau dient. Bei
der Verwendung dieser Gitterplatten werden die Gitterplatten flächenmäßig auf
eine abzudeckende Fläche
aufgelegt und anschließend
die Waben mit Kulturerde aufgefüllt.
Allerdings kann durch Erosion, wie z. B. Regen, die Kulturerde unter
die Gitterplatte gespült
und die Gitterplatte freigelegt werden, so dass die Stabilität der Gitterplatte
als Abdeckung nicht mehr gewährleistet
ist. Deshalb ist es auch bekannt, unter der nach oben und unten
offenen Gitterplatte eine separate Unterschicht anzuordnen. Die
nach oben und unten offene Gitterplatte mit und ohne separate Unterschicht
hat aber den Nachteil, dass durch eine dauerhafte, sich wechselnde
Druckbelastung auf die Gitterplatte, wie sie beispielsweise im Pferdesport durch
das Auftreten der Pferde erzeugt wird, das Füllmaterial unter die Gitterplatte
gelangt. Dadurch ist die Gitterplatte frei beweglich, so dass wiederum
die Stabilität
der Gitterplatte als Abdeckung nicht mehr gewährleistet ist. Aus diesem Grund
sind auch Gitterplatten bekannt, deren Waben an der Unterseite vollständig oder
teilweise geschlossen sind.
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Die
Gitterplatten mit einer festen Gitterstruktur haben aber zunächst den
Nachteil, dass sie ein großes
Transportvolumen aufweisen. Außerdem
ergeben sich durch die relativ starren Gitterplatten beim Verlegen
auf einem unebenen Untergrund Spannungen oder Hohlräume.
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Der
entscheidende Nachteil der Gitterplatten mit einer festen Gitterstruktur
ist aber, dass diese Gitterplatten harte nach oben gerichtete Kanten
aufweisen, die beim Durchtreten der Deckschicht, z. B. im Pferdesport,
häufig
zu Verletzungen der Pferdehufe führen.
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Diese
geotextilen Flächengebilde
mit Wabenstruktur bestehen entweder aus textilen Streifen oder Kunststoffstreifen,
die so miteinander verbunden werden, dass bei einem Auseinanderziehen
ein waben- oder rautenförmiges,
nach oben und unten offenes Gitter entsteht.
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In
ihrer Verwendung werden auch die geotextilen Flächengebilde mit Wabenstruktur
flächenmäßig auf
eine abzudeckende Fläche
aufgelegt und die Waben je nach Verwendungszweck mit mineralischen
Baustoffen, Kunststoffgranulaten oder Kulturerde aufgefüllt. Dabei
kann durch Materialwahl die geotextile Wabenstruktur so modifiziert
werden, dass Wasser entweder abgeleitet, gespeichert oder drainiert
und/oder eine hohe Trittfestigkeit auf der abzudeckenden Fläche erreicht
wird.
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Es
sind auch Modifizierungen des geotextilen Flächengebildes für spezielle
Anwendungen oder die vorteilhafte Verwendung in einem übergeordneten
System bekannt. So wird beispielsweise in der
DE 28 19 252 A1 eine Decke
für Sport-
und Spielanlagen und Wege beschrieben, bei der zusätzlich zu dem
nach oben und unten offenen geotextilen Flächengebilde mit Wabenstruktur
eine separate Unterschicht verwendet werden muss, auf der das geotextile
Flächengebilde
aufliegt. Dabei ist das geotextile Flächengebilde aber nicht kraftschlüssig mit
der separaten Unterschicht verbunden, so dass das aufgebrachte Füllmaterial
bei mechanischer Belastung des geotextilen Flächengebildes, z. B. durch Befahren oder
Begehen des geotextilen Flächengebildes,
unter die Waben des geotextilen Flächengebildes gedrückt werden
kann.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes geotextiles
Flächengebilde
mit Wabenstruktur zu schaffen, welches ein Durchdrücken des
Füllmaterials
bei mechanischer Belastung verhindert.
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Diese
Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckdienliche
Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 bis 7.
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Das
neue geotextile Flächengebilde
mit Wabenstruktur beseitigt die genannten Nachteile des Standes
der Technik.
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Vorteilhaft
bei der Anwendung des neuen geotextilen Flächengebildes mit Wabenstruktur
ist es, dass jedes steife Band einseitig und über die gesamte Länge des
steifen Bandes jeweils mit mindestens einem klappbaren Band verbunden
ist. Bei Auflage des geotextilen Flächengebildes bilden sich Waben mit
einer festen Grundfläche
aus, die ein Durchdrücken
eines Füllmateriales
durch das geotextile Flächengebilde
mit Wabenstruktur bei mechanischer Belastung verhindert.
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Von
Vorteil ist auch, wenn jedes steife Band einseitig und über die
gesamte Länge
des steifen Bandes jeweils mit einem klappbaren Band verbunden ist,
wobei die Breite jedes klappbaren Bandes größer als die Länge der
steifen Distanzflächen
ist. Dadurch wird bei Auflage des geotextilen Flächengebildes erreicht, dass
die Grundfläche
einer Wabe zusätzlich
auch mindestens unter einer benachbarten Wabe liegt und durch das
Füllmaterial
dieser einen benachbarten Wabe an eine abzudeckende Fläche angepresst
wird. Auch ist von Vorteil, wenn jedes steife Band einseitig und über die
gesamte Länge des
steifen Bandes jeweils mit zwei klappbaren Bändern verbunden ist, wobei
die Breite jedes klappbaren Bandes gleich Länge der steifen Distanzflächen ist.
Dadurch wird bei Auflage des geotextilen Flächengebildes erreicht, dass
diese zwei klappbaren Bänder
derart zueinander umgefaltet sind, so dass sie mit ihren Grundflächen eine
doppelseitige und sich überlappende
Grundschicht ausbilden.
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Insbesondere
ist es dann von Vorteil, wenn jeweils zwei mit benachbarten steifen
Bändern
verbundene und sich gegenüberliegende
klappbare Bänder
an ihren jeweiligen außeren
Enden über
eine Faltlinie miteinander verbunden sind. Dadurch wird bei Auflage
des geotextilen Flächengebildes
erreicht, dass die Grundfläche
der Waben Taschen ausbilden, die ein Durchdrücken eines Füllmateriales
durch die Waben ausschließen.
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Zudem
wird beim Aufrollen des geotextilen Flächengebildes mit Wabenstruktur
zu einer Rolle einerseits ein raumsparendes und knitterfreies Aufrollen
ermöglicht,
was zu geringen Transportkosten führt. Andererseits lasst sich
das zu einer Rolle aufgewickelte geotextile Flächengebilde mit Wabenstruktur
leicht auf eine abzudeckende Fläche
auflegen, deren Waben je nach Verwendungszweck mit mineralischen
Baustoffen, Kunststoffgranulaten oder Kulturerde aufgefüllt werden.
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Von
Vorteil ist es auch, wenn die Wabenstruktur aus durchlaufenden Wabenwänden besteht, an
die gleichlange kurze Wabenwände
sich in der Form anschließen,
dass sich einzelne Vierecke, insbesondere Parallelogramme ergeben.
Damit lässt sich
die Struktur auseinanderfalten und zusammenschieben. Im zusammengefalteten
Zustand ergibt sich ein platzsparender Materialblock, in dem die
Wabenwände
ohne Zwischenraum übereinander
liegen. Beim Auseinanderziehen der Struktur erhält man parallelogrammförmige Zellen,
die im Extremfall rechteckig sein können.
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Diese
parallelogrammartige Struktur hat wiederum den Vorteil, dass über die
gesamte Breite der Struktur sich wiederholende gerade Linien vorhanden
sind, an denen überstehende
Materialstreifen rechtwinklig abgeknickt werden können, ohne
dass sich Falten bilden. Die überstehenden
Materialstreifen sind länger
als der Wabenquerschnitt. Damit ist gewährleistet, dass die Waben beim
Auslegen vollständig
geschlossen werden. Vorteilhaft ist dabei die feste Verbindung der
Unterseite mit einer senkrechten Wabenwand. Außerdem toleriert die flexible Struktur
des geotextilen Flächengebildes
mit Wabenstruktur auch nicht ebene Untergründe, was einer schwebend elastischen
Verlegung entspricht.
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Die
parallelogrammförmigen
Waben können mit
mineralischen Baustoffen, Kunststoffgranulaten oder Kulturerde aufgefüllt werden.
Die unten verschlossenen Waben verhindern ein Durchdrücken dieses
Füllmateriales
unter die Waben.
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Für die Herstellung
der Wabenstruktur sind verschiedene Varianten denkbar. Es können einzelne Streifen
durch beliebige Mittel verbunden werden, z. B. durch Kleben, Nieten,
Verklammern, Schweißen oder
Nähen.
Die einzelnen Streifen können
aus gleichartigen gewebten oder nichtgewebten Flächenmaterialen bestehen. Für alle oder
für einzelne
Streifen können
besondere Funktionsmaterialien gewählt werden, die zum Beispiel
eine Tragefunktion, eine Dichtfunktion, eine Drainagefunktion oder
die eines Wasserspeichers übernehmen.
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Das
neue geotextile Flächengebilde
mit Wabenstruktur soll nun an einem Ausführungsbeispiel erläutert werden.
Dazu zeigen:
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1:
Schematische räumliche
Darstellung des geotextilen Flächengebildes
mit Wabenstruktur,
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2:
Schematische Darstellung eines Ausschnitts des geotextilen Flächengebildes
mit Wabenstruktur in einer Draufsicht,
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3:
Schematische Darstellung eines Ausschnitts des geotextilen Flächengebildes
mit Wabenstruktur in einer Seitenansicht,
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4:
Schematische Darstellung des Ausschnitts des geotextilen Flächengebildes
mit Wabenstruktur in einem zusammengepressten Zustand in einer Draufsicht,
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5:
Schematische Schnittdarstellung des geotextilen Flächengebildes
mit Wabenstruktur in einem auseinandergezogenen Zustand in einer
Seitenansicht
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6:
Schematische Schnittdarstellung des geotextilen Flächengebildes
mit Wabenstruktur in einer alternativen Ausführung und
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7:
Schematische Schnittdarstellung des geotextilen Flächengebildes
mit Wabenstruktur in einer Weiterentwicklung der alternativen Ausführung.
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Das
neue geotextile Flächengebilde
mit Wabenstruktur besteht gemäß der 1 aus
mehreren steifen Bändern 1 und
mehreren klappbaren Bändern 2,
wobei die steifen Bänder 1 nahezu
parallel zueinander in einer Fläche
angeordnet und jeweils zwei benachbarte steife Bänder 1 durch mehrere
klappbare Bänder 2 verbunden
sind. Jedes klappbare Band 2 besitzt gemäß der 2 jeweils
zwei äußere Befestigungsflächen 3,
zwei quer über
das klappbare Band 2 verlaufende Faltlinien 4 und
eine steife Distanzfläche 5,
wobei jedes klappbare Band 2 über seine äußeren Befestigungsflächen 3 kraftschlüssig mit den
jeweiligen steifen Bändern 1 verbunden
ist. Von der einen außeren
Befestigungsfläche 3 zur
anderen äußeren Befestigungsfläche 3 sind
in der Reihenfolge erst eine Faltlinie 4, dann die steife
Distanzfläche 5 und
anschließend
die zweite Faltlinie 4 angeordnet. Dabei weisen die steifen
Bänder 1 und
die steifen Distanzflächen 5 gleiche
Breiten auf.
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Zudem
ist gemäß der 3 jedes
steife Band 1 einseitig und über die gesamte Länge des steifen
Bandes 1 jeweils mit einem klappbaren Band 6 verbunden,
wobei die Breite der klappbaren Bänder 6 größer als
die Länge
der steifen Distanzflächen 5 ist.
Dazu weist jedes klappbare Band 6 jeweils eine äußere Befestigungsfläche 7 und
eine Grundfläche 8 sowie
ein zwischen der Befestigungsfläche 7 und
der Grundfläche 8 angeordnete
Faltlinie 9 auf. Dabei ist auch jedes klappbare Band 6 über seine
jeweilige äußere Befestigungsfläche 7 kraftschlüssig mit
dem jeweiligen steifen Band 1 verbunden.
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In
der Handhabung des neuen geotextilen Flächengebildes mit Wabenstruktur
wird zunächst von
einem Lager- und Transportzustand gemäß der 4 ausgegangen
und anschließend
der Anwendungszustand gemäß der 5 erläutert.
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Im
Lager- und Transportzustand gemäß der 4 sind
die jeweils benachbarten steifen Bänder 1 derart aufeinander
gedrückt,
dass die zwischen den benachbarten steifen Bändern 1 angeordneten klappbaren
Bänder 2 mit
ihren steifen Distanzflächen 5 an
den jeweils benachbarten steifen Bändern 1 anliegen und
die steifen Distanzflächen 5 nahezu
parallel zu den steifen Bändern 1 sind.
Dabei liegen auch die Grundflächen 8 der
klappbaren Bänder 6 dicht aufeinander.
Wird das geotextile Flächengebilde
mit Wabenstruktur zu einer Rolle derart zusammengerollt, so dass
die klappbaren Bänder 6 bezogen
auf den Rollenquerschnitt nach außen zeigen, legen sich die
klappbaren Bänder 6 an
den äußeren Rollumfang der
Rolle an.
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Im
Anwendungszustand gemäß der 5 wird
beispielsweise die zuvor genannte Rolle abgerollt, wobei sich die
klappbaren Bänder 6 mit
ihren Grundflächen 8 auf
eine abzudeckende Fläche 10 auflegen.
Gleichzeitig werden die jeweils benachbarten steifen Bänder 1 derart
voneinander weggezogen, dass diese benachbarten steifen Bänder 1 in
der Länge
der steifen Distanzstücke 5 voneinander
beabstandet sind. Dabei bilden sich zwischen den benachbarten steifen
Bändern 1 und
den steifen Distanzstücken 5 Waben 11 aus,
die nach oben offen und in Richtung der abzudeckenden Fläche 10 durch jeweilige
Grundflächen 8 verschlossen
sind.
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Abschließend werden
diese Waben 11 mit einem Füllmaterial aufgefüllt.
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Alternativ
kann auch jedes steife Band 1 einseitig und über die
gesamte Länge
des steifen Bandes 1 jeweils mit zwei klappbaren Bändern 6 verbunden
sein, wobei die Breite jedes klappbaren Bandes 6 gleich
der Länge
der steifen Distanzflächen 5 ist.
Im Anwendungszustand gemäß der 6 werden
diese zwei klappbaren Bänder 6 zueinander
umgefaltet, so dass sie mit ihren Grundflächen 8 eine doppelseitige Grundschicht
der Wabe 11 ausbilden.
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In
einer Weiterentwicklung dieser Alternative gemäß der 7 können zusätzlich die
jeweils zwei mit benachbarten steifen Bändern 1 verbundenen und
sich gegenüberliegenden
klappbaren Bänder 6 an
ihren jeweiligen äußeren Enden über eine
Faltlinie 12 miteinander verbunden sein.
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Denkbar
ist es, die Grundflächen 8 und/oder die
steifen Bänder 1 sowie
die klappbaren Bänder 2, je
nach Verwendungszweck des geotextilen Flächengebildes mit Wabenstruktur
aus wasserdurchlässigen,
wasserundurchlässigen
oder einseitig wasserdurchlässigen
Materialien zu fertigen. Auch kann als Füllmaterial je nach Verwendungszweck
mineralischer Baustoff, Kunststoffgranulat oder Kulturerde verwendet
werden.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- steifes
Band
- 2
- klappbares
Band
- 3
- äußere Befestigungsfläche
- 4
- Faltlinie
- 5
- steife
Distanzfläche
- 6
- klappbares
Band
- 7
- äußere Befestigungsfläche
- 8
- Grundfläche
- 9
- Faltlinie
- 10
- abzudeckende
Fläche
- 11
- Wabe
- 12
- Faltlinie