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DE102009037058B3 - Verfahren zur kontaktlosen Bestimmung der örtlichen Leistung und deren Flussrichtung in einer Leitung oder einer Leitungskombination in einem Verbundnetz - Google Patents

Verfahren zur kontaktlosen Bestimmung der örtlichen Leistung und deren Flussrichtung in einer Leitung oder einer Leitungskombination in einem Verbundnetz Download PDF

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DE102009037058B3
DE102009037058B3 DE200910037058 DE102009037058A DE102009037058B3 DE 102009037058 B3 DE102009037058 B3 DE 102009037058B3 DE 200910037058 DE200910037058 DE 200910037058 DE 102009037058 A DE102009037058 A DE 102009037058A DE 102009037058 B3 DE102009037058 B3 DE 102009037058B3
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line
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magnetic field
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English (en)
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Niels Dipl.-Wirtsch. Ing. Dernedde
Thomas Dipl.-Ing. Lorenz
Christian Berger
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Radontec De GmbH
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    • G01MEASURING; TESTING
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    • G01R21/08Arrangements for measuring electric power or power factor by using galvanomagnetic-effect devices, e.g. Hall-effect devices
    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01RMEASURING ELECTRIC VARIABLES; MEASURING MAGNETIC VARIABLES
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    • G01R21/133Arrangements for measuring electric power or power factor by using digital technique
    • G01R21/1331Measuring real or reactive component, measuring apparent energy
    • GPHYSICS
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    • GPHYSICS
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  • Power Engineering (AREA)
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  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Remote Monitoring And Control Of Power-Distribution Networks (AREA)

Abstract

Das neue Verfahren erlaubt eine kontaktlose Bestimmung der örtlichen Leistung und deren Flussrichtung in einer Leitung oder einer Leitungskombination in einem Verbundnetz, wobei die fehlerträchtige Messung des elektrischen Feldes zur Bestimmung der Flussrichtung vermieden und durch einen Vergleich mit einer eventuell dezentral bestimmten oder zentral innerhalb des Verbundnetzes direkt gemessenen Netzphase ersetzt und der Phasenvergleich über global verfügbare Zeitreferenzen ermöglicht wird.

Description

  • Einführung
  • In Zeiten des freien Strommarktes wird es für die Marktteilnehmer immer wichtiger, einen möglichst umfassenden und vor allem unabhängigen Überblick über den Markt zu haben. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, genau zu wissen, wie die Leistungen in einem Netz fließen, ohne auf die Angaben der Versorgungsunternehmen angewiesen zu sein.
  • Stand der Technik
  • Als ein Stand der Technik wurde das Europäische Patent EP 1297347 B1 ermittelt. Darin wird gleichzeitig das elektrische und das magnetische Feld gemessen, beide Werte in Strom und Spannung umrechnet und damit die übertragene Wirk- und Scheinleistung bestimmt.
  • Problematisch bei diesem Verfahren die Messung des elektrischen Feldes, insbesondere wenn es gegen ein lokales Referenzpotential (in diesem Fall Potential Erde) gemessen wird. Die elektrische Feldkomponente wird durch die Umgebung stark beeinflusst, da bei dieser Messung sämtliche auch nur gering leitenden Gegenstände in der Umgebung eingehen. Das magnetische Feld hingegen wird nur durch ferromagnetische Stoffe nennenswert beeinflusst, mit denen bei Messungen im Feld nicht, oder nur mit vernachlässigbaren Mengen gerechnet werden muss.
  • In der Druckschrift WO/2008/143520 A1 wird wie die hiesige Anmeldung nur das Magnetfeld gemessen, versucht jedoch, die Phasensprünge dieses Signals beim Wechseln der Leistungsflussrichtung zu bestimmen.
  • Problematisch bei diesem Verfahren ist, dass der Phasensprung des Magnetfeldes kein plötzliches Ereignis ist, sondern durch die Trägheit der Komponenten des Netzes langsam erfolgt. Die Detektion eines solchen Ereignisses ist tech nisch äußerst aufwändig zu lösen, besonders da es in seinem Erscheinungsbild einer kurzzeitigen Frequenzänderung sehr ähnlich ist.
  • Weiter beschreibt diese Druckschrift die Verwendung eines Bandpassfilters, welcher das zu messende Signal vom Rauschen trennen soll. Auch das wirft in der Praxis große Probleme auf. Solche Filter neigen dazu, in ihrer Resonanzfrequenz und Kreisgüte abhängig von z. B. Temperatur und Alterung zu driften, was die Phase des durch sie gehenden Signals beeinflusst. Die Änderung der Phase ist somit abhängig von den momentanen Eigenschaften des Filters sowie der momentanen Netzfrequenz. Eine sichere Trennung der unterschiedlichen Störeinflüsse vom Nutzsignal ist technisch viel aufwändiger als im von uns vorgestellten Verfahren.
  • In der gattungsbildenden Druckschrift WO/2008/031029 A2 wird das Magnetfeld mit Hilfe von mehreren Spulen vermessen und aus diesen Daten die Position der einzelnen Leiter, sowie der dadurch fließende Strom errechnet. Diese Daten werden dann genutzt, um die relative Auslastung der Leitung zu bestimmen. Eine Bestimmung der Leistungsflussrichtung ist darin nicht beschrieben.
  • Verzichtet man bei den herkömmlichen Verfahren auf eine der beiden Feldkomponenten, so kann die Richtung, in die die Leistung fließt, prinzipiell nicht mehr festgestellt werden.
  • Um die Wirkleistung an einer Wechselstromleitung zu bestimmen, benötigt man den Strom durch die Leitung, die Spannungsdifferenz, die der Verbraucher erfährt, sowie den Leistungsfaktor, welcher die Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung ausdrückt. Die Spannung sowie der Leistungsfaktor können in der Praxis als weitgehend konstant angenommen werden und mit Erfahrungswerten oder Kalibriermessungen angenähert werden. Zusätzlich kann man auch die Schätzung des Leistungsfaktors mit Hilfe der Phaseninformation verbessern.
  • Hierbei gilt: P = UIcosφ
  • Das bedeutet, dass die übertragene Wirkleistung P proportional zum Stromfluss I, der Spannung U und dem Leistungsfaktor cosφ ist.
  • Den Stromfluss I können wir jedoch einfach über das Magnetfeld bestimmen. Dies wird weiter unten näher erläutert.
  • Die Richtung, in die die Leistung fließt, kann über die relative Richtung von Strom und Spannung bestimmt werden. Unser Verfahren bestimmt diese Richtung aus einem neuen Verfahren zur Bestimmung der Phasendifferenz. (Näheres siehe unten)
  • Bestimmung des Stromflusses aus dem Magnetfeld
  • Betrachten wir hier zunächst einmal den umgekehrten Fall. Welche Magnetfelder entstehen bei einem gegebenen Stromfluss?
  • Zuerst müssen wir unsere Übertragungsleitung modellieren. Diese können wir als eine Stromdichteverteilung ansehen. Da die Leitung sowie die Umgebung näherungsweise als gerade angesehen werden kann, beschränken wir uns darauf, eine Schnittebene durch unser System zu betrachten. Den Drähten entspricht hierbei ein Bereich mit einem komplexen, in der Regel ortsabhängigen, Stromflussdichtevektorfeld: J →(x, y)
  • Das Integral über den Drahtquerschnitt A ergibt den Stromfluss I durch diesen Leiter.
    Figure 00030001
  • Wie in der Energietechnik üblich, betrachten wir alle elektrotechnischen Größen als komplexe Zeiger bezogen auf die Netzfrequenz. Der Winkel der Größe gibt den Phasenwinkel der Wechselgröße an.
  • Laut dem Ampereschen Gesetz in differentieller Form gilt: rotB → = μ0J →
  • Definiert man noch eine Reihe von Sensoren mit gegebener Richtwirkung, so erhält man ein Gleichungssystem. Jede Gleichung steht für das Signal, welches vom jeweiligen Sensor empfangen wurde.
  • In einem Dreileitersystem stehen die durch die drei Leiter fließenden Ströme immer in einem festen komplexen Verhältnis zueinander. So kann der Stromfluss durch ein solches System deshalb durch eine Variable beschrieben werden.
  • Wir haben somit bei n unabhängigen stromführenden Systemen n Variablen und benötigen somit mindestens n Gleichungen, um Lösungen finden zu können. Hat man noch mehr Gleichungen, so kann man zusätzlich noch Fehlerterme einführen, welche minimiert werden können. Dadurch erreicht man eine höhere Messgenauigkeit, da man die Fehler schätzen und abziehen kann.
  • Die Anzahl der Systeme lässt sich einfach durch Zählen der Drähte der Leitung abschätzen. In einem Dreileitersystem, wie es beispielsweise in Europa üblich ist, zählt man einfach die Anzahl der Drähte und teilt diese Anzahl durch 3. Bei anderen Systemen können sinngemäß ähnliche Verfahren angewendet werden.
  • Bestimmung des Magnetfeldes
  • Magnetfelder können mit unterschiedlichsten Sensoren wie Spulen oder Hallsensoren bestimmt werden. Diese Sensoren messen entweder die magnetische Feldstärke oder die magnetische Flussdichte, wobei in der Praxis beide Werte über einen konstanten Faktor miteinander verbunden sind.
  • Die Sensoren geben in der Regel ein Signal aus, welches entweder proportional zum Magnetfeld in einer Richtung ist oder proportional zu seiner zeitlichen Ableitung.
  • Aufgabenstellung
  • Ein alternatives Verfahren zur Messung und Überwachung von Stromerzeugung und Übertragung sollte die Nachteile existierender Verfahren selbstverständlich nicht aufweisen, nämlich die Messung des elektrischen Feldes.
  • Auch ist es sinnvoll, die gewonnenen Messwerte an Zentren sammeln zu können, um sie dann gebündelt weiterzugeben.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren im Einzelnen
  • Erfindungsgemäße Basis für die weiteren Schritte des hier neu vorgestellten Verfahrens ist der Umstand, dass an der eigentlichen Messstelle nur das Magnetfeld gemessen wird und dessen relative Phasenlage zur Bestimmung der Richtung des Leistungsflusses und/oder der Leistungsfaktor aus dem Vergleich mit einem zentral gewonnenen Referenzsignal ermittelt wird.
  • An der Messstelle werden hierzu ein oder mehrere Komponenten des Magnetfeldes, gemessen. Ist auf der Leitung nur ein Stromkreis, so kann bereits mit einem Sensor, sowie einem Umrechnungsfaktor der Stromfluss auf dieser Leitung bestimmt werden. Aus diesem Stromfluss lässt sich dann, unter der Annahme dass die Spannung sowie der Leistungsfaktor näherungsweise zeitinvariant sind, die Leistung bestimmen wie dies bereits oben beschrieben wird. Ist der Leistungsfaktor in einzelnen Fällen auch zeitvariant in bestimmten Grenzen (kein Sprung zwischen induktiver und kapazitiver Last), so kann auch dieser mit dem vorliegenden Verfahren bestimmt werden. In einem System mit mehreren Stromkreisen („Leitungskombination”) geht noch die Lage der einzelnen Leiter im Verhältnis zu der Messvorrichtung des resultierenden Magnetfeldes in die Messung ein, und es existiert somit ein lineares Gleichungssystem, welches die Werte der Sensoren (in derselben Anzahl wie Stromkreise in der Leitungskombination vorhanden sind) in die Leistung der einzelnen Stromkreise umsetzt.
  • Wenn man Unschärfen in Kauf nimmt, ist es auch denkbar, den (dann empfindlicheren) Sensor für das Magnetfeld in größerer Entfernung zu platzieren, so dass die Abstände zwischen den Leitungen und der daraus resultierende Einfluss auf das Magnetfeld am Sensor mit zunehmendem Abstand zum Sensor geringer wird.
  • Bestimmung der Richtung des Leistungsflusses
  • Um die Richtung des Stromflusses zu bestimmen, ist es nun wichtig zu wissen, welche Phasenlage der Strom zur Spannung hat. Unser Verfahren verwendet hierzu eine an zentralen Stellen gewonnene Netzphase. Diese Phase kann dort entweder einfach über die Steckdose gewonnen, mit Hilfe einer Art ”Abstimmung” aus den Messwerten bestimmt, oder von einer externen Quelle bezogen werden.
  • Um die Phasenlage der Referenzphase mit einer Phasenlage vor Ort an der Messstelle zu überprüfen und abzustimmen, können Kalibriermessungen vorgenommen werden, um das Verfahren zuverlässiger zu machen. Ebenso kann die – eigentlich bekannte – Spannung der betreffenden Leitung am Messort mit Kalibriermessungen überprüft werden, um das Verfahren zuverlässiger zu machen.
  • Die alternativen Verfahrensschritte werden im nächsten Abschnitt genauer erläutert. Mischformen können die Genauigkeit erhöhen. Eine Grundvoraussetzung dabei ist, dass alle Messpunkte sowie die Zentralen sich innerhalb des selben Verbundnetzes befinden. Im Normalfall bleiben die kurzzeitig zeitinvarianten Phasenlagen aller Messpunkte phasenstarr zur Netzphase. Wechselt die Leistungsflussrichtung einer Leitung, so springt die Phase der entsprechenden Messpunkte um 180 Grad. Kleinere Schwankungen können von Änderungen des Leistungsfaktors, herrühren.
  • Eine illustrierende Ausführung dieses Verfahrens findet sich im Abschnitt „Praktische Implementierungsbeispiele”.
  • Bestimmung der Netzphase
  • Im Falle der Gewinnung per Steckdose kann man die Spannung an einer oder mehren Phasen bestimmen und daraus die Netzphase bestimmen. Zweckmäßigerweise erfolgt dies beispielsweise durch Bestimmung der Nulldurchgänge. Dieser Vorgang kann selbstverständlich hinter jeder weitgehend phasenstarren Anordnung stattfinden, beispielsweise hinter einem Transformator. Ebenso kann der Vorgang auf den durch einen lokalen Verbraucher verursachten Stromfluss angewendet werden.
  • Um Fehlmessungen zu vermeiden ist es sinnvoll, ein schmalbandiges Filter zu verwenden welcher nur den Bereich um die Netzfrequenz durchlässt.
  • Wird die Netzphase über eine Art „Abstimmung” bestimmt, so betrachtet man die Differenzen zwischen allen Phasen, sowie einen aus ihnen bestimmten Mittelwert. Ändert sich nun in einer oder mehrerer Leitungen die Leistungsflussrichtung, so springt deren Phase um 180 Grad. Dieser Phasensprung muss natürlich bei der Mittelwertbildung berücksichtigt werden. Andererseits lässt sich in der Gesamtschau die Flussrichtung bzw. deren Änderung für jeden einzelnen Messpunkt sehr einfach bestimmen.
  • Die Mittelwertbildung könnte beispielsweise mit einem Modulo-Verfahren durchgeführt werden, bei dem der Zahlenraum gewissermaßen zu einem zyklischen Zahlenkreis verbogen wurde. Zählt man hier von 179 Grad aufwärts, so landet man bei 0 Grad. Dieses Verfahren wird dann so ausgelegt, dass es blind gegenüber Phasendrehungen von 180 Grad ist.
  • Natürlich ist es auch möglich, die Netzfrequenz, und somit auch die Phase, aus externen Quellen zu beschaffen. Beispielsweise veröffentlichen verschiedene Netzbetreiber diese Daten über das Internet. Diese Daten könnten mit in die Auswertung einfließen, oder zumindest helfen, die Qualität der gewonnenen Phasendaten zu beurteilen.
  • Vergleichsstelle der Phasen
  • Der Vergleich der Phase der Messwerte und der Netzphase kann nun entweder am Messort selbst erfolgen, oder an zentralen Datensammelstellen. In beiden Fällen ist es notwendig, eine zeitabhängie Phaseninformation zu übertragen. Diese Information kann, zusammen mit Informationen über die Amplitude eines Signales, über eine zeitweilig oder dauerhaft bestehende Verbindung, sowie über nachrichtenbasierte Verfahren ausgetauscht. Dies kann natürlich elektronisch, drahtgebunden oder per Funk, optisch oder gar akustisch erfolgen.
  • Phasenvergleich mit Hilfe eines Referenzsignales
  • Neben der vollständigen Übertragung des Signales kann hier auch nur der Zeit- und Phasenunterschied zu einer an allen Punkten verfügbaren virtuellen Referenz angegeben werden. Diese Referenz kann aus überall verfügbaren Signalen, wie beispielsweise Signalen aus Navigationssystemen (GPS, Gallileo, Glonas, etc), Zeitzeichensendern (z. Bsp. DCF77) oder synchronen Kommunikationssystemen (z. Bsp. DVB-T) abgeleitet werden. Auch kann eine ausreichend genaue Uhr über Einzelereignisse wie Blitzschläge oder markante Wechsel der Netzfrequenz synchonisiert werden. Das Vergleichsergebnis kann datensparend als Phasen- oder Zeitabweichung zu Referenzzeiten gespeichert und übertragen werden.
  • Beispielsweise könnte man 2 Uhren laufen lassen, die eine läuft basierend auf der Netzfrequenz von etwa 50 Hz und zählt somit die Zyklen. Die andere zählt Zyklen eines Referenzsignales. Regelmäßig bestimmt man dann die Differenz aus beiden Signalen und überträgt sie.
  • Dabei ist zu beachten, dass Schaltereignisse wie Richtungs- oder Laständerungen ausreichend gut aufgelöst werden. Gegebenenfalls können Schaltereignisse auch an der Vergleichsstelle bestimmt werden.
  • Übertragung der Messwerte
  • Die Übertragung der Messwerte kann kontinuierlich oder in Paketen über elektronische, optische oder mechanische Verfahren erfolgen, welche leitungsgebunden oder drahtlos, sowie öffentlich oder privat sein können. Die Übertragung kann wertdiskret oder wertkontinuierlich sowie zeitdiskret oder -kontinuierlich stattfinden.
  • Weitere Verarbeitung
  • In einer oder mehreren Stellen können die Daten der Messgeräte an den Messorten gesammelt und weiterverarbeitet werden. Dort können die Daten auf Plausibilität geprüft werden und Messfehler erkannt und beseitigt werden. Hierbei können Methoden der Graphentheorie verwendet werden.
  • Manipulations- und Diebstahlserkennung
  • Da das Messgerät in der Regel auf öffentlich zugänglichen, eher abgelegenem Gebiet aufgestellt wird, ist es sinnvoll, Manipulationen und Diebstahl erkennen zu können.
  • Ja nach konkretem Aufbau kann das Messgerät an der Messstelle einen Empfänger für ein Positionsbestimmungssystem enthalten. Viele solche Empfänger bieten als Nebenprodukt noch sehr präzise Zeitinformationen an, welche in den oben genannten Verfahren benötigt werden. Man kann über nun beispielsweise die aktuelle Position mit den Messwerten mitschicken, oder auch beim Überschreiten einer bestimmten Grenze einen Alarm auszulösen.
  • Zusätzlich kann mit Hilfe mehrerer Sensoren mit unterschiedlicher Richtempfindlichkeit ein gewisser Manipulationsschutz erreicht werden, da man durch die zusätzliche Richtungsinformation entscheiden kann, ob ein externes Feld plausibel ist, oder auf eine Manipulation hinweist. Diese Information kann dann auch an die zentralen Stellen übermittelt werden.
  • Vorteile des Verfahrens gegenüber dem Stand der Technik
  • Im Gegensatz zu bisherigen Verfahren verwendet dieses Verfahren keine Messung des elektrischen Feldes und ist somit weniger aufwändig und zudem potentiell weniger störanfällig.
  • Praktische Implementierungsbeispiele
  • Eine einfache Ausformung des Verfahrens ist eine Vorrichtung, welche Sender enthält, welche, sobald sie Strom bekommen, ein von der Spannung abhängiges Signal aussenden.
  • Diese Sender werden, beispielsweise über Einweggleichrichter, von im Feld befindlichen Spulen versorgt. Das Signal trägt dann die Information über Stärke und zeitliche Phasenlage des Magnetfeldes, da es aus den Halbwellen der gleichgerichteten Wechselspannung resultiert.
  • Man könnte nun mehrere dieser Sender um eine Leitung oder um benachbarte Leitungen platzieren und an einem bei einiger Entfernung gelegenen Empfänger die Signale in einen niedrigeren Frequenzbereich herabsetzen. Das dabei entstehende Signal könnte man dann beispielsweise über eine isochrone Telefonleitung an die zentralen Stellen schicken, wo es rekonstruiert und ausgewertet werden kann.
  • Man erhält dann an der Zentrale mehrere phasenbehaftetete Signale, aus denen man die Leistung sowie die Leistungsflussrichtung der einzelnen Leitungen herleiten kann.
  • Eine weitere vorteilhafte Ausformung des Verfahrens ist ein Gerät, welches 2 Uhren sowie eine Speicher und Übertragungseinrichtung enthält. Uhr A wird von einem externen Zeittakt, beispielsweise einem Zeitzeichensender synchronisiert und liefert die an anderen Orten ebenfalls verfügbare Referenzzeit a.
  • Uhr B wird mit dem Netz synchronisiert und zeigt somit die Anzahl der Schwingungen an. Sie liefert die lokale Netzzeit b an der Messstelle. Diese Zeit ist von der momentanen Phasenverschiebung abhängig.
  • Uhr A bestimmt nun regelmäßige Zeitabstände, in denen der Wert beider Uhren, sowie die Stärke des Magnetfeldes gespeichert werden.
  • Diese Werte können nun einzeln oder in Bündeln zu den Zentralen übertragen werden. In der Zentrale steht nun ein ähnliches Gerät, welches jedoch nicht das Magnetfeld, sondern ein fest mit der Netzfrequenz gekoppeltes Signal misst, dies jedoch möglichst gleichzeitig mit dem Gerät an der Messstelle. Über die gleichzeitig aufgenommenen Netzzeiten b1 und b2 der B Uhren kann man eine Zeitdifferenz dB = b1–b2 bestimmen. Diese Differenz hängt nun hauptsächlich von den Zeitpunkten des 0-Punktes der beiden Uhren ab. Die Differenz sollte ohne Leistungswechsel immer konstant bleichen. Findet ein Wechsel des Leistungsfaktors statt, so zeigt sich dies in kleinen Abweichungen. Eine Änderung von ungefähr einer halben Periodendauer deutet auf einen Wechsel der Stromflussrichtung hin. Dies ist leicht feststellbar. Gegebenenfalls kann aus numerischen Gründen ein zyklisches Zeitmaß verwendet werden, um die zu übertragenen Zahlen klein zu halten.

Claims (4)

  1. Verfahren zur kontaktlosen Bestimmung der örtlichen Leistung und deren Flussrichtung in einer Leitung oder Leitungskombination in einem Verbundnetz, indem in der Nähe eines örtlichen Messpunktes ein von einer Leitung oder Leitungskombination verursachtes Magnetfeld in Betrag und Phase gemessen wird und aus dem magnetischen Feld eine über die Leitung oder Leitungskombination fließende Leistung bestimmt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ihre Leistungsflussrichtung aus einer Relation der Phase des gemessenen Magnetfeldes zur Spannungsphase als Netzphase oder Referenzphase des Verbundnetzes abgeleitet wird und dass die Netzphase an einem oder mehreren zentralen Orten direkt gemessen wird oder dass als Netzphase von den Versorgern öffentlich zugänglich gemachte Daten verwendet werden oder dass die Netzphase durch Mittelung der an vielen Stellen innerhalb des Verbundnetzes jeweils in der Nähe der Leitung oder Leitungskombination gemessenen Phase des von dieser Leitung oder Leitungskombination verursachten Magnetfeldes geschätzt wird und für den Phasenvergleich die am interessierenden Messort über die durch Magnetfeldmessung ermittelte Phase und die Referenzphase über eine Zeitreferenz sofort oder zeitversetzt lokal oder zentral verglichen werden.
  2. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitreferenz durch Zeitzeichensender, Navigationssysteme, Rundfunksignale oder Einzelereignisse gegeben ist und direkt oder indirekt erfolgt, indem lokale Uhren durch die Zeitreferenz ausreichend genau synchronisiert werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass der Phasenvergleich direkt zwischen der lokalen Phase und der entfernten Referenzphase stattfindet, nachdem sie über zeitsynchrone Kommunikationskanäle an den selben Ort gebracht wurden.
  4. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass bei der Schätzung der Netzphase durch Mittelung der an vielen Stellen innerhalb des Verbundnetzes jeweils in der Nähe der Leitung oder Leitungskombination gemessenen Phase des von dieser Leitung verursachten Magnetfeldes zur Vermeidung von Fehlern aufgrund von einzelnen Phasensprüngen ein zyklischer Zahlenraum verwendet wird.
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