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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren
zur Biomasseerzeugung.
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Die
vorliegende Erfindung befaßt sich insbesondere mit der
Nachahmung der Photosynthese zur Bindung von Kohlendioxid bzw. dessen
Umwandlung in Biomasse. Es ist bekannt, hierzu eine Algensuspension
zu beleuchten, um das Wachstum der Algen anzuregen. Die Algen verbrauchen
Kohlendioxid zum Wachstum und zur Bildung von Biomasse. Eine Anordnung
zur Biomasseerzeugung ist beispielsweise aus der
WO 2008/135276 A2 bekannt.
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Problematisch
ist die Abtrennung der Algen von der Algensuspension bzw. dem wäßrigem
Medium.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung
und ein Verfahren zur Biomasseerzeugung anzugeben, wobei die Biomasse bzw.
eine Spezies, insbesondere Algen, auf einfache Weise aufkonzentriert
bzw. abgetrennt werden kann.
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Die
obige Aufgabe wird durch eine Anordnung gemäß Anspruch
1 oder ein Verfahren gemäß Anspruch 10 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, die vorzugsweise
lebende Spezies, wie Algen, elektrisch oder elektrochemisch zu konzentrieren und/oder
zu separieren. Dies erfolgt vorzugsweise dadurch, daß ein
Gleichstrom durch das insbesondere wäßrige Medium
mit der Spezies, insbesondere eine Algensuspension oder dergleichen,
geleitet wird. In Untersuchungen hat sich gezeigt, daß die Spezies
dabei insbesondere an einer Anode abgeschieden und/oder aufkonzentriert
wird, beispielsweise die Anode kokonartig umgibt, und/oder daß die Spezies – insbesondere
im Bereich der Anode – aufschwimmt und dadurch aufkonzentriert
bzw. separiert wird.
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Besonders
bevorzugt erfolgt eine Elektrolyse des Mediums 3 bzw. Wassers,
in dem sich die Spezies bzw. Algen in insbesondere hoher Konzentration befin den.
Der Salzgehalt des Mediums 3 ist dabei nachrangig. Er kann
wahlweise niedrig bis hoch sein. Insbesondere müssen keine
Chemikalien hinzugefügt werden, auch wenn eine Zugabe von
Chemikalien grundsätzlich möglich ist.
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Die
vorliegende Erfindung befaßt sich also mit der Aufkonzentration
bzw. Konzentration und/oder mit der Separation bzw. Abscheidung
von Biomasse bzw. einer Spezies. Die Spezies kann dabei lebend oder
bereits tot sein. Insbesondere handelt es sich bei der Spezies um
Algen. Nachfolgend wird bei der Beschreibung der vorliegenden Erfindung
primär auf Algen abgestellt. Jedoch gelten die diesbezüglichen
Ausführungen auch entsprechend bei einer sonstigen Spezies.
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Weitere
Aspekte, Vorteile, Merkmale und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsformen anhand der Zeichnung. Es
zeigt:
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1 eine
schematische Darstellung einer vorschlagsgemäßen
Anordnung zur Biomasseerzeugung; und
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2 eine
schematische Darstellung einer vorschlagsgemäßen
Anordnung zur Konzentration und/oder Separation einer Spezies.
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Nachfolgend
wird zunächst eine besonders bevorzugte Ausführungsform
zur Biomasseerzeugung bzw. zum Wachstum einer lebenden Spezies, wie
Algen, in einem Medium erläutert. Die erfindungsgemäße
Konzentration bzw. Abtrennung bzw. Separation wird dann erst anschließend
anhand von 2 erläutert.
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1 zeigt
in einer schematischen, nicht maßstabsgerechten Darstellung
eine Anordnung 1 zur Biomasseerzeugung, insbesondere einen
Bioreaktor. Die Anordnung 1 dient der Biomasseerzeugung,
wobei Licht 2 (schematisch in 1 angedeutet)
und/oder Kohlendioxid bzw. Kohlenwasserstoffe einem flüssigen
Medium 3 zugeführt werden, das mindestens eine
lebende Spezies enthält.
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Dem
Medium 3 wird besonders bevorzugt Kohlendioxid, insbesondere
als Gas, ggf. auch als Komponente eines Gasgemisches, und/oder auf sonstige
Weise, beispielsweise in flüssiger bzw. gelöster
Form zugeführt. Alternativ oder zusätzlich können
auch sonstige Kohlenwasserstoffe dem Medium 3 zugeführt
werden. Dies kann in entsprechender Weise oder anstatt der Zuführung
von Kohlendioxid erfolgen. Dementsprechend gelten die Ausführungen zu
der Zuführung von Kohlendioxid auch in entsprechender Weise
für die Zuführung von sonstigen Kohlenwasserstoffen.
In der nachfolgenden Beschreibung wird der Einfachheit halber jedoch
oft nur von der Zuführung von Kohlendioxid gesprochen.
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Bei
dem Medium 3 handelt es sich insbesondere um eine Suspension
oder dergleichen. Dementsprechend ist der Begriff ”flüssig” in
einem weiten Sinne zu verstehen, so daß insbesondere Suspensionen,
Dispersionen oder sonstige Gemische oder Stoffe mit flüssigen
Phasen oder Anteilen umfaßt sind.
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Das
Medium 3 ist vorzugsweise photoaktiv und/oder biologisch
aktiv. Insbesondere kann in dem Medium 3 eine Photosynthese
oder eine sonstige Licht 2 und/oder Kohlendioxid benötigende
Reaktion ablaufen. Insbesondere enthält das Medium 3 hierzu eine
biologisch aktive Spezies, insbesondere Algen, sonstige Bakterien
oder dergleichen.
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Insbesondere
ist das Medium 3 wäßrig bzw. enthält
Wasser und/oder ist stark lichtbestreuend.
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Besonders
bevorzugt wird eine Algensuspension als Medium 3 eingesetzt.
Insbesondere enthält das Medium 3 eine Algenmischkultur,
die vorzugsweise zumindest in ähnlicher Form in Flüssen, Teichen
oder dergleichen vorkommt. Derartige Mischkulturen sind nämlich
besonders resistent gegen Umwelteinflüsse, Krankheiten
und/oder sonstige Störungen.
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Da
die Anordnung 1 vorzugsweise mit Algen bzw. mit einer Algensuspension
als Medium 3 eingesetzt wird, wird der folgenden Beschreibung
primär auf das durch das eingeleitete Licht 2 induzierte
Algenwachstum abgestellt. Jedoch gelten diese Ausführungen
entsprechend auch für sonstige Spezies oder photo- bzw.
bioaktive Medien 3.
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Die
Anordnung 1 weist vorzugsweise eine Beleuchtungseinrichtung,
hier mit lichtleitenden Fasern 4, zur Zuleitung des Lichts 2 auf.
Bei der ersten Ausführungsform enden mehrere oder alle
Fasern 4 in verschiedenen Raumbereichen, insbesondere zumindest
teilweise in unterschiedlichen Tiefen und/oder Vertikalebenen, in
dem Medium 3. Dies gestattet eine dreidimensionale Verteilung
des Lichts 2 in dem Medium 3, wie in 1 beispielhaft
schematisch angedeutet.
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Vorzugsweise
sind die Fasern 4 flexibel. Jedoch können grundsätzlich
auch starre lichtleitende Stäbe – zumindest abschnittsweise
und/oder am Austrittsende ins Medium 3 – eingesetzt
werden.
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Besonders
bevorzugt enden die Fasern 4 in verschiedenen Ebenen innerhalb
des Mediums 3. Jedoch können die Fasern 4 auch
alle unterschiedlich oder unregelmäßig enden.
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Ausgehend
von einem Bündel (Hauptbündel) 5 von
Fasern 4 erfolgt insbesondere eine Verzweigung oder Verästelung
in Einzelbündel 6 und/oder Einzelfasern 4.
Um eine optimale Verteilung des Lichts 2 in dem Medium 3 zu
erreichen, enden die Fasern 4 vorzugsweise einzeln, also
separat voneinander in dem Medium 3. Jedoch können
auch mehrere Fasern 4 zusammen, beispielsweise als Einzelbündel 5,
in dem Medium 3 enden.
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Das
Licht tritt zumindest im wesentlichen oder ausschließlich
am Ende der jeweiligen Faser 4 aus und beleuchtet das Medium 3 im
jeweiligen Raumbereich, wie durch Striche in 1 angedeutet.
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Vorzugsweise
weist die Anordnung 1 insbesondere gitter- oder stangenartige
Halterungen 7 in dem Medium 3 auf, die insbesondere
in verschiedenen Ebenen oder Tiefen angeordnet sind, um die Fasern 4 bzw.
Bündel 5, 6 zu halten oder zu führen.
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Besonders
bevorzugt bilden die Halterungen 7 Zwischenböden
in einem Behälter oder Tank 8 mit dem Medium 3,
um die Fasern 4 oder Bündel 5 oder 6 in
verschiedenen Raumbereichen innerhalb des Mediums 3 enden
zu lassen.
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Beim
Darstellungsbeispiel wird vorzugsweise Sonnenlicht zur Beleuchtung
des Mediums 3 bzw. der Algen eingesetzt, auch wenn grundsätzlich
jedes sonstige Licht verwendet werden kann. In diesem Zusammenhang
ist anzumerken, daß der Begriff ”Licht” vorzugsweise
in einem weiten Sinne dahingehend zu verstehen ist, daß nicht
nur sichtbares Licht, sondern beispielsweise alternativ oder zusätzlich
auch Infrarot-Licht und/oder ultraviolettes Licht entsprechend dem
Medium 3 zugeführt werden kann. Generell kann
die Energiezuführung über die Fasern 4 des Medium 3 auch
anderen Zwecken als der beim Darstellungsbeispiel vorgesehenen Photosynthese und/oder
Anregung des biologischen Wachstums und/oder der Umwandlung von
Kohlendioxid in Biomasse dienen.
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Die
Anordnung 1 bzw. Beleuchtungseinrichtung weist vorzugsweise
eine Lichtsammeleinrichtung, insbesondere einen Lichttrichter oder
Kollektorspiegel 10, zum Auffangen von Sonnenlicht auf,
wie in 1 schematisch dargestellt. Das aufgefangene Sonnenlicht
oder sonstiges Licht kann dann über die Fasern 4 bzw.
insbesondere ein Bündel 5 oder 6 zu dem
Behälter bzw. Tank 8 mit dem Medium 3 mit
insbesondere sehr geringen Verlusten geleitet werden.
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Die
Anordnung 1 weist vorzugsweise eine Versorgungseinrichtung 11 zur
Zuführung von Kohlendioxid und/oder Kohlenwasserstoffen,
insbesondere zur Einleitung von Gas, das insbesondere Kohlendioxid
enthält oder daraus besteht, auf. Beispielsweise kann Rauchgas,
Klärgas, Faulgas, Luft oder dergleichen eingeleitet werden.
Beim Darstellungsbeispiel weist die Einrichtung 11 insbesondere
einen Boden, ein Sieb 12 oder ein sonstiges geeignetes Einleitungsmittel
auf, um das Gas insbesondere in Form von Gasblasen 13 in
das Medium 3 einzuleiten bzw. abzugeben, wie in 1 schematisch
angedeutet.
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Alternativ
oder zusätzlich kann die Zuführung von Kohlendioxid
bzw. Kohlenwasserstoffen auch in flüssiger bzw. wäßriger
oder gelöster Form erfolgen. Diese Art der Zuführung
kann auch mit der gasförmigen Zuführung gekoppelt
werden.
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Die
Anordnung 1 bzw. Biomasseerzeugung erfolgt vorzugsweise
bei einem pH-Wert des Mediums 3 von insbesondere etwa 6,5,
insbesondere 7 oder mehr, und/oder von höchstens 8,5, insbesondere
8 oder weniger. Besonders bevorzugt erfolgt eine Regelung des pH-Werts
insbesondere derart, daß der pH-Wert zumindest im wesentlichen
in den genannten Grenzen bzw. in dem genannten pH-Wert-Bereich gehalten
wird und/oder zyklisch variiert wird.
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Die
Steuerung bzw. Regelung des pH-Werts des Mediums 3 erfolgt
vorzugsweise durch entsprechende Steuerung der Versorgungsleitung 11 und/oder
durch Variieren und/oder Unterbrechen der Zuführung von
Kohlendioxid und/oder anderen Kohlenwasserstoffen. Besonders bevorzugt
wird ein Regelkreis gebildet. Der pH-Wert des Mediums 3 wird besonders
bevorzugt durch Steuerung der Zugabe von Kohlendioxid in insbesondere
sehr kleinen Gasblasen 13 gesteuert bzw. geregelt. Bei
Zugabe von Kohlendioxid wird dieses nämlich im Wasser gelöst, wodurch
der pH-Wert abgesenkt wird.
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Beim
Darstellungsbeispiel weist die Anordnung 1 eine Steuereinrichtung
S auf, die die Zuführung von Kohlendioxid und/oder Kohlenwasserstoffen
bzw. die Versorgungseinrichtung 11 und/oder eine Pumpe
P o. dgl. steuert. Insbesondere kann die Steuereinrichtung S die
Zuführung von Kohlendioxid bzw. anderen Kohlenwasserstoffen
in gewünschter Weise variieren und/oder unterbrechen, um
den pH-Wert des Mediums 3 zu steuern bzw. zu regeln.
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Um
die Regelgröße, also den pH-Wert des Mediums 3,
zu erfassen, weist die Anordnung 1 bzw. die Steuereinrichtung
S vorzugsweise eine Meßeinrichtung M auf, die beispielsweise über
einen entsprechenden Sensor o. dgl. den pH-Wert des Mediums 3 oder
einen dazu korrespondierenden bzw. damit korrelierten Wert mißt.
Jedoch sind auch andere konstruktive Lösungen möglich.
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Die
Steuereinrichtung S steuert die Zuführung von Kohlendioxid
bzw. sonstigen Kohlenwasserstoffen dann vorzugsweise in Abhängigkeit
von dem erfaßten pH-Wert.
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Die
Steuereinrichtung S ist vorzugsweise derart ausgeführt,
daß die Zuführung von Kohlendioxid bzw. anderen
Kohlenwasserstoffen so gesteuert wird, daß der pH-Wert
des Mediums 3 zyklisch variiert und/oder im wesentlichen
zwischen 6,5 und 8,5, vorzugsweise etwa zwischen 7 und 8, beträgt
bzw. gehalten wird.
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Das
Medium 3 mit der Spezies – also die Algensuspension – wird
vorzugsweise durch einen Bereich oder eine ggf. auch separate Einrichtung
zur zumindest teilweisen Abtrennung bzw. Entnahme der Spezies zirkuliert.
Hierzu weist der Tank 8 beispielsweise einen Zulauf 14 und
einen Ablauf 15 auf, die in 1 schematisch
angedeutet sind.
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Die
angesprochene Zirkulation und/oder eine Umwälzung dient
vorzugsweise einer Anregung des Algenwachstums.
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Weiter
ist es aber auch erforderlich, die erzeugte Biomasse bzw. die Algen
in dem Medium 3 aufzukonzentrieren und/oder davon zu separieren, um
die Biomasse abzutrennen und für weitere Anwendungen verfügbar
zu machen oder effektiv trocknen zu können.
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Nachfolgend
wird anhand von 2 eine besonders bevorzugte
Ausführungsform der vorschlagsgemäßen
Anordnung 1 zur Konzentration und/oder Separation der Spezies
bzw. Algen erläutert. Hierbei kann es sich um eine separate
Einrichtung oder Vorrichtung handeln. Vorzugsweise wird diese jedoch
in Verbindung mit der bereits beschriebenen Anordnung 1 oder
einer ähnlichen Anordnung oder Vorrichtung zur Biomasseerzeugung
verwendet. Des weiteren kann die vorgesehene Konzentrierung und/oder
Separation der Spezies bzw. Algen auch als Teilschritt der Biomasseerzeugung
angesehen werden. Dementsprechend wird nachfolgend für die
vorschlagsgemäße Anordnung zur Konzentrierung
und/oder Separation der Spezies bzw. Algen, die anhand von 2 näher
erläutert wird, ebenfalls das Bezugszeichen ”1” verwendet.
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2 zeigt
in einer nur schematischen Darstellung eine besonders bevorzugte
Ausführungsform der Anordnung 1 zur Konzentration
und/oder Separation der Spezies bzw. Algen.
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Die
Einrichtung 1 weist beim Darstellungsbeispiel einen Tank
oder Behälter 16 für das Medium 3 mit
der Biomasse bzw. Spezies, hier den gepunktet angedeuteten Algen 17,
auf.
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Besonders
bevorzugt steht der Behälter 16 in fluidischer
Verbindung mit dem Tank 8 oder einem sonstigen Bioreaktor.
Vorzugsweise ist das Medium 3 durch den Tank 8 bzw.
sonstigen Bioreaktor oder dergleichen einerseits und dem Behälter 16 anderseits nacheinander
zirkulierbar, insbesondere so daß die primär im
Tank 8 oder Bioreaktor wachsende oder sich vermehrende
Biomasse bzw. Spezies dann vorzugsweise im Behälter 16 von
dem Medium 3 konzentriert bzw. aufkonzentriert und/oder
von dem Medium 3 separiert bzw. abgetrennt wird.
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Zur
fluidischen Verbindung ist der Behälter 16 beispielsweise
mit einem Zulauf 18 an den Ablauf 15 und mit einem
Ablauf 19 an den Zulauf 14 angeschlossen. Dementsprechend
ist dann das mit der Spezies bzw. Algen 17 angereicherte
Medium 3 über den Zulauf 18 in den Behälter 16 einleitbar
und das Medium 3 nach der zumindest teilweisen Separation oder
Abtrennung der Spezies – also das zumindest teilweise geklärte
Medium 3 – wieder über den Ablauf 19 abgebbar.
Jedoch sind noch andere konstruktive Lösungen möglich.
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Die
Anordnung 1 weist eine Einrichtung 20 zur elektrischen
oder elektrochemischen Konzentration und/oder Separation der Spezies
bzw. Algen 17 auf.
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Beim
Darstellungsbeispiel weist die Einrichtung 20 eine in das
Medium 3 reichende Anode 21, eine in das Medium 3 reichende
Kathode 22 und eine den beiden Elektroden (Anode und Kathode)
zugeordnete Stromversorgung 23 auf.
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Vorzugsweise
wird ein Gleichstrom zur elektrochemischen Konzentration und/oder
Separation der Spezies bzw. Algen 17 durch das Medium 3 geleitet,
bzw. erfolgt eine elektrochemische Reaktion, die die Konzentration/Separation
bewirkt. Der Gleichstrom fließt insbesondere zwischen der
Anode 21 und Kathode 22. Jedoch kann ein elektrischer
Strom im Medium 3 auch auf sonstige Weise erzeugt werden.
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Vorzugsweise
wird das Medium 3, insbesondere das Wasser, während
oder zu der Konzentration und/oder Separation elektrolysiert.
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Bei
der Elektrolyse können insbesondere an der Anode 21 Gasblasen 24 entstehen,
wie in 2 schematisch angedeutet.
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Versuche
haben gezeigt, daß durch den eines elektrischen Stroms
bzw. bei der Elektrolyse eine Konzentration und/oder Separation
der Spezies bzw. Algen 17 erreichbar ist. Insbesondere
können sich die Algen 17 in der Art eines Ab-
oder Anlagerungsbereichs bzw. wie ein Kokon 25 oder dergleichen
vermehrt um die Anode 21 herum im Medium 3 anlagern oder
anordnen, wie in 2 schematisch angedeutet. Es
findet also eine Konzentration der Spezies bzw. Algen 17 im
Medium 3 insbesondere um die Anode 21 herum statt.
Das durch den Behälter 16 strömende bzw. über
den Ablauf 19 aus dem Behälter 16 herausströmende
Medium 3 weist danach eine entsprechend verringerte Konzentration
der Spezies bzw. Algen 17 auf.
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Die
genannte Konzentration oder Anlagerung oder Ansammlung der Spezies
bzw. Algen 17 insbesondere um die Anode 21 herum
kann auch als Separation oder Abscheidung von dem Medium 3 angesehen
werden.
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Beispielsweise
ist es möglich, die Anode 21 derart auszubilden,
daß die angelagerten Spezies bzw. Algen 17 bei
Herausnahme der Anode 21 direkt mit aus dem Medium 3 herausgenommen
werden. Hierzu können die Anode 21 beispielsweise
gitterartig, geflechtartig oder eine sonstige, besonders geeignete
Form aufweisen.
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Alternativ
oder zusätzlich ist eine Konzentration der Spezies bzw.
Algen 17 und/oder Separation auch dadurch möglich,
daß die Spezies bzw. Algen 17 aufschwimmen, insbesondere
zusammen mit dem oder durch die Gasblasen 24, insbesondere
anodenseitig bzw. durch Sauerstoffblasen. Beispielsweise kann sich
auf dem Medium 3 ein Schaum mit und bzw. aus den Algen 17 bilden,
wie in 2 nur schematisch angedeutet.
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Die
Anode 21 ist vorzugsweise inert oder passiv bzw. passiviert,
löst sich während des Durchleitens des Stroms
bzw. während der Elektrolyse vorzugsweise nicht oder zumindest
im wesentlichen nicht auf.
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Versuche
haben gezeigt, daß es vorteilhaft ist, wenn die Anode 21 magnetisch
oder eisenhaltig ist, also Eisen enthält. Insbesondere
ist die Anode 21 aus Eisen oder einer Eisenlegierung hergestellt.
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Versuche
haben gezeigt, daß der Eisenanteil der Anode 21 Einfluß auf
die Art der Algenabscheidung haben kann. Wenn der Eisenanteil hoch
ist, konzentrieren sich die Algen 17 primär um
die Anode 21. Ist der Eisenanteil niedrig, werden die Algen 17 zunehmend
oder überwiegend hauptsächlich als Schaum auf
der Flüssigkeit bzw. dem Medium 3 abgeschieden
bzw. konzentriert.
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Vorzugsweise
wird Gleichstrom zur Konzentration und/oder Separation der Spezies
bzw. Algen 17 eingesetzt. Bei dem Gleichstrom kann es sich
entweder um einen zumindest im wesentlichen konstanten oder geglätteten
Gleichstrom oder um einen pulsierenden Gleichstrom handeln.
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Versuche
haben gezeigt, daß sich bei pulsierendem Gleichstrom – insbesondere
in Kombination mit einer Eisenanode 21 – zunächst
eine braune Wolke aus Eisenoxid oder Eisensüdoxid bildet.
Um diese Wolke herum lagern sich die Algen 17 an. Gleichzeitig
tritt eine Schaumbildung an der Oberfläche auf. In diesem
Schaum befinden sich auch Algen. Zusätzlich können
agglomerierte Algen 17 am Boden des Behälters 16 auftreten.
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Bei
konstantem oder geglättetem Gleichstrom hat sich bei den
Versuchen hingegen kein sichtbarer brauner Schleier um die Anode 21 gebildet.
Statt dessen lagern sich die Algen 17 grün an
der Anode 21 an. Außerdem bildet sich ein grüner Schaum
an der Oberfläche. Auch am Boden des Behälters 16 können
sich grüne Algen 17 bilden bzw. abscheiden.
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Es
ist anzumerken, daß sowohl der braune als der schwarze
Algenschlamm eine gewisse Magnetisierbarkeit bzw. eine gewisse magnetische
Eigenschaft bei den Versuchen zeigte.
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Bei
einem Vergleichsversuch mit einer Anode 21 aus Edelstahl
war zunächst kein Effekt zu erkennen. Erst nach einer deutlichen
längeren Zeit trat eine stärker werdende Schaumbildung
an der Oberfläche der Flüssigkeit bzw. des Mediums 3 auf.
Hierbei bildete sich aber an der Anode 21 kein Belag und auf dem
Boden des Behälters 16 lagerten sich kaum Algen 17 ab.
Vielmehr sammelten sich die Algen 17 primär in
einem grünen Schaum an der Oberfläche. Dieser
grüne Algenschaum zeigte jedoch keine magnetischen Eigenschaften.
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Es
wurden auch Versuche mit Salzwasser als Medium 3 bzw. mit
Salzwasseralgen 17 gemacht. Wegen der größeren
Leitfähigkeit von Salzwasser war der Elektrolysestrom entsprechend
größer (bei gleicher Spannung) oder der energetische
Aufwand geringer. Die Zeit, die zur Abscheidung einer gleichen Menge
Algen 17 benötigt wurde, war entsprechend kürzer.
Hierbei entstand an der Anode 21 jedoch keine braune Wolke,
sondern eine eher schwarze Wolke.
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Die
erfindungsgemäße Lösung gestattet es also
insbesondere, Algen 17 aus oder in einer wäßrigen
Suspension zu konzentrieren, die in einem Bioreaktor oder dergleichen
nur in verdünnter Form vorliegt.
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Die
Konzentration bzw. Abscheidung geschieht insbesondere auf elektrochemischem
Wege. Dies ist eine physikalische Methode, die leicht zu realisieren
ist.
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Elektrochemische
Verfahren zur Entkeimung von Wasser sind bereits seit längerem
bekannt. Sie dienen dem Abtöten von Bakterien und anderen
Mikroorganismen, insbesondere auch Algen. Ihre Wirkung beruht darauf,
daß an der Anode 21 Hypochloride entstehen, die
für die Spezies bzw. Algen giftig sind. Meist wird bei
diesen Verfahren Natriumchlorid zugesetzt. Bei derartigen Verfahren
findet jedoch keine Konzentration oder Separation von Algen 17 im Sinne
der vorliegenden Erfindung statt.
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Die
vorschlagsgemäße elektrochemische Konzentration
bzw. Separation der Algen 17 führt insbesondere
zur Umhüllung der Anode 21 mit Algen 17 und/oder
zu einer Flotation – also einem Aufschwimmen – von
Algen 17. In beiden Fällen ist eine leichte, ggf.
kontinuierliche Abscheidung der Algen 17 möglich.
Insbesondere ist die Anode 21 derart ausgebildet, daß die
angelagerten Algen 17 wieder leicht von der Anode 21 entfernbar
oder lösbar sind.
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Bei
den Versuchen wurde eine Zellspannung von etwa 12 V eingesetzt.
Der Strom beträgt 180 mA.
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Die
elektrochemische Konzentration bzw. Separation der Spezies oder
Algen 17 erfolgt vorzugsweise in einem basischen Medium 3,
insbesondere mit einem erhöhten pH-Wert. Besonders bevorzugt
erfolgt eine elektrochemische Konzentration und/oder Separation
der Algen 17 bei einem pH-Wert von etwa 10 oder 11 oder
höher.
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Der
hohe pH-Wert führt dazu, daß die elektrochemische
Konzentration und/oder Separation der Spezies bzw. Algen 17 schneller
in Gang kommt bzw. mit geringerem energetischem Aufwand möglich
ist. Dies läßt sich durch das entsprechend geänderte
Redoxpotential der Anode 21 erklären. Die Einstellung des
pH-Werts kann beispielsweise durch Zugabe von Natronlauge oder auf
sonstige geeignete Weise erfolgen.
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Das
geklärte Wasser bzw. Medium 3 kann dann trotz
dem hohen pH-Werts wieder in den Bioreaktor bzw. Tank 8 oder
dergleichen zurück geführt werden, dort kann durch
die Kohlendioxid-Einleitung nämlich wieder eine gewisse
Neutralisierung erfolgen, insbesondere eine Einstellung des pH-Werts
in einen gewünschten Bereich, wie bereits eingangs erläutert.
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Gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung erfolgt die Biomasseerzeugung
vorzugsweise also derart, daß die eigentliche Biomassevermehrung
(beim Darstellungsbeispiel im Tank 8) bei einem niedrigeren
pH-Wert und die anschließende Konzentration bzw. Separation
der Spezies bei einem höheren pH-Wert erfolgt. Bei der
bevorzugten Zirkulation des Mediums 3 wird dabei der pH-Wert
des Mediums 3 also zyklisch bzw. abwechselnd erhöht
und erniedrigt.
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Bei
de beschriebenen Ausführungsform kann die Photosynthese
mittels einer technischen Einrichtung nachgeahmt werden, nämlich
aus Kohlendioxid und Wasser unter Einwirkung von Licht Biomasse
bzw. CH2O-enthaltene Verbindungen und Sauerstoff
zu erzeugen. Dementsprechend kann die vorschlagsgemäße
Anordnung 1 insgesamt auch als Bioreaktor arbeiten bzw.
bezeichnet werden.
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Die
beschriebene Erfindung soll helfen, das Kohlendioxidproblem zu lösen.
Insbesondere sind die vorschlagsgemäße Anordnung 1 und
das vorschlagsgemäße Verfahren zum Abbau von Kohlendioxid
aus dem Rauchgas fossiler Kraftwerke geeignet.
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Zum
Abbau von Kohlendioxid aus Rauchgas kann das Rauchgas gegebenenfalls
einfach von unten in den Behälter 8 eingeblasen
werden.
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Ein
weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß nicht
nur Kohlendioxid abgebaut bzw. gebunden werden kann, sondern daß die
erzeugte Biomasse auch als Rohmaterial für Brennstoff,
Bioethanol, Biodiesel oder dergleichen verwendet werden kann.
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Es
ist anzumerken, daß von dem Sonnenlicht bedarfsweise der
IR-Anteil abgetrennt, und beispielsweise für sonstige Zwecke,
insbesondere zur Trocknung der erzeugten Biomasse, wie der abgeschiedenen
Algen 17, oder dergleichen, eingesetzt werden kann.
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Einzelne
Merkmale und Aspekte der erläuterten Ausführungsformen
und -varianten können auch unabhängig voneinander
oder beliebig miteinander kombiniert und/oder bei sonstigen Anordnungen
oder Verfahren eingesetzt werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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