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Die
Erfindung betrifft ein Licht absorbierendes organisches Bauelement,
insbesondere eine organische photovoltaische Solarzelle mit einem
Kontakt und einem Gegenkontakt sowie einem Bereich organischen Materials
oder organischer Materialien, der mit dem Kontakt und dem Gegenkontakt
elektrisch verbunden ist, wobei in dem organischen Bereich ein photoaktiver
Bereich mit einem photoaktiven Heteroübergang zwischen einem
lochleitenden organischen Material und einem elektronenleitenden
organischen Material gebildet ist.
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Die
Forschung und Entwicklung an organischen Solarzellen hat insbesondere
in den letzten zehn Jahren stark zugenommen. Der maximale bisher
für so genannte „kleine Moleküle” berichtete
Wirkungsgrad liegt bei 5.7% [Jiangeng Xue, Soichi Uchida,
Barry P. Rand, and Stephen R. Forrest, Appl. Phys. Lett. 85 (2004) 5757].
Unter kleinen Molekülen werden im Sinne der vorliegenden
Erfindung nicht-polymere organische, monodisperse Moleküle
im Massebereich zwischen 100 und 2000 Gramm/Mol verstanden. Damit
konnten bisher die für anorganische Solarzellen typischen
Effizienzen von 10–20% noch nicht erreicht werden. Organische Solarzellen
unterliegen aber denselben physikalischen Limitierungen wie anorganische
Solarzellen, weshalb nach entsprechender Entwicklungsarbeit zumindest
theoretisch ähnliche Effizienzen zu erwarten sind.
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Organische
Solarzellen bestehen aus einer Folge dünner Schichten (die
typischerweise jeweils 1 nm bis 1 μm dick sind) aus organischen
Materialien, welche bevorzugt im Vakuum aufgedampft oder aus einer
Lösung aufgeschleudert werden. Die elektrische Kontaktierung
kann durch Metallschichten, transparente leitfähige Oxide
(TCOs) und/oder transparente leitfähige Polymere (PEDOT-PSS,
PANI) erfolgen.
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Eine
Solarzelle wandelt Lichtenergie in elektrische Energie um. In diesem
Sinne wird hier der Begriff ”photoaktiv” verstanden,
nämlich der Umwandlung von Lichtenergie in elektrische
Energie. Im Gegensatz zu anorganischen Solarzellen werden bei organischen
Solarzellen durch das Licht nicht direkt freie Ladungsträger erzeugt,
sondern es bilden sich zunächst Exzitonen, also elektrisch
neutrale Anregungszustände (gebundene Elektron-Loch-Paare).
Erst in einem zweiten Schritt werden diese Exzitonen in freie Ladungsträger
getrennt, die dann zum elektrischen Stromfluß beitragen.
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Der
Vorteil solcher Bauelemente auf organischer Basis gegenüber
den konventionellen Bauelementen auf anorganischer Basis (Halbleiter
wie Silizium, Galliumarsenid) sind die teilweise extrem hohen optischen Absorptionskoeffizienten
(bis zu 2 × 105 cm–1),
die es erlauben, effiziente Absorberschichten von nur wenigen Nanometern
Dicke herzustellen, so dass sich die Möglichkeit bietet,
mit geringem Material- und Energieaufwand sehr dünne Solarzellen
herzustellen. Weitere technologische Aspekte sind die niedrigen
Kosten, wobei die verwendeten organischen Halbleitermaterialien
bei Herstellung in größeren Mengen sehr kostengünstig sind;
die Möglichkeit, flexible großflächige
Bauteile auf Plastikfolien herzustellen, und die nahezu unbegrenzten
Variationsmöglichkeiten und die unbegrenzte Verfügbarkeit
der organischen Chemie.
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Da
im Herstellungsprozess keine hohen Temperaturen benötigt
werden (Substrattemperaturen von max. 110°C werden nicht überschritten),
ist es möglich, organische Solarzellen als Bauteile sowohl
flexibel als auch großflächig auf preiswerten
Substraten, z. B. Metallfolie, Plastikfolie oder Kunststoffgewebe,
herzustellen. Dies eröffnet neue Anwendungsgebiete, welche
den konventionellen Solarzellen verschlossen bleiben. Auf Grund
der nahezu unbegrenzten Anzahl verschiedener organischer Verbindungen
können die Materialien für ihre jeweilige Aufgabe
maßgeschneidert werden.
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Eine
in der Literatur bereits vorgeschlagene Realisierungsmöglichkeit
einer organischen Solarzelle besteht in einer pin-Diode [Martin
Pfeiffer, „Controlled doping of organic vacuum deposited
dye layers: basics and applications", PhD thesis TU-Dresden,
1999.] mit folgendem Schichtaufbau:
- 0.
Träger, Substrat,
- 1. Grundkontakt, meist transparent,
- 2. p-Schicht(en),
- 3. i-Schicht(en)
- 4. n-Schicht(en),
- 5. Deckkontakt.
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Hierbei
bedeutet n bzw. p eine n- bzw. p-Dotierung, die zu einer Erhöhung
der Dichte freier Elektronen bzw. Löcher im thermischen
Gleichgewichtszustand führt. In diesem Sinne sind derartige
Schichten primär als Transportschichten zu verstehen. Die
Bezeichnung i-Schicht bezeichnet demgegenüber eine undotierte Schicht
(intrinsische Schicht). Eine oder mehrere i-Schicht(en) können
hierbei Schichten sowohl aus einem Material, als auch eine Mischung
aus zwei Materialien (sogenannte interpenetrierende Netzwerke) bestehen. Im
Gegensatz zu anorganischen Solarzellen liegen die Ladungsträgerpaare
in organischen Halbleitern nach Absorption jedoch nicht frei vor,
sondern sie bilden wegen der weniger starken Abschwächung
der gegenseitigen Anziehung ein Quasiteilchen, ein so genanntes
Exziton. Um die im Exziton vorhandene Energie als elektrische Energie
nutzbar zu machen, muss dieses Exziton in freie Ladungsträger
getrennt werden. Da in organischen Solarzellen nicht ausreichend
hohe Felder zur Trennung der Exzitonen zur Verfügung stehen,
wird die Exzitonentrennung an photoaktiven Grenzflächen
vollzogen. Die photoaktive Grenzfläche kann als eine organische
Donator-Akzeptor-Grenzfläche [C. W. Tang, Appl.
Phys. Lett. 48 (1986) 183] oder eine Grenzfläche
zu einem anorganischen Halbleiter [B. O'Regan, M. Grätzel,
Nature 1991, 353, 737])] ausgeprägt sein. Die
Exzitonen gelangen durch Diffusion an eine derartige aktive Grenzfläche,
wo Elektronen und Löcher voneinander getrennt werden. Diese
kann zwischen der p-(n-)Schicht und der i-Schicht bzw. zwischen
zwei i-Schichten liegen. Im eingebauten elektrischen Feld der Solarzelle
werden die Elektronen nun zum n-Gebiet und die Löcher zum
p-Gebiet abtransportiert. Vorzugsweise handelt es sich bei den Transportschichten
um transparente oder weitgehend transparente Materialien mit großer
Bandlücke (wide-gap). Als wide-gap Materialien werden hierbei
Materialien bezeichnet, deren Absorptionsmaximum im Wellenlängenbereich < 450 nm liegt, bevorzugt
bei < 400 nm.
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Da
durch das Licht immer erst Exzitonen erzeugt werden und noch keine
freien Ladungsträger, spielt die rekombinationsarme Diffusion
von Exzitonen an die aktive Grenzfläche eine kritische
Rolle bei organischen Solarzellen. Um einen Beitrag zum Photostrom
zu leisten, muss daher in einer guten organischen Solarzelle die
Exzitonendiffusionslänge die typische Eindringtiefe des
Lichts deutlich übersteigen, damit der überwiegende
Teil des Lichts genutzt werden kann. Strukturell und bezüglich
der chemischen Reinheit perfekte organische Kristalle oder Dünnschichten
erfüllen durchaus dieses Kriterium. Für großflächige
Anwendungen ist allerdings die Verwendung von monokristallinen organischen
Materialien nicht möglich und die Herstellung von Mehrfachschichten
mit ausreichender struktureller Perfektion ist bis jetzt noch sehr
schwierig.
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Falls
es sich bei der i-Schicht um eine Mischschicht handelt, so übernimmt
die Aufgabe der Lichtabsorption entweder nur eine der Komponenten
oder auch beide. Der Vorteil von Mischschichten ist, dass die erzeugten
Exzitonen nur einen sehr kurzen Weg zurücklegen müssen
bis sie an eine Domänengrenze gelangen, wo sie getrennt
werden. Der Abtransport der Elektronen bzw. Löcher erfolgt
getrennt in den jeweiligen Materialien. Da in der Mischschicht die
Materialien überall miteinander im Kontakt sind, ist bei
diesem Konzept entscheidend, dass die getrennten Ladungen eine lange
Lebensdauer auf dem jeweiligen Material besitzen und von jedem Ort
aus geschlossene Perkolationspfade für beide Ladungsträgersorten
zum jeweiligen Kontakt hin vorhanden sind. Diese geschlossenen Perkolationspfade
werden üblicherweise durch eine gewisse Phasenseparation
in der Mischschicht realisiert, d. h. die beiden Komponenten sind
nicht völlig durchmischt, sondern es befinden sich (bevorzugt
kristalline) Nanopartikel aus jeweils einem Material in der Mischschicht.
Diese teilweise Entmischung wird als Phasenseparation bezeichnet.
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Die
so generierten freien Ladungsträger können nun
zu den Kontakten transportiert werden. Durch Verbinden der Kontakte über
einen Verbraucher kann die elektrische Energie genutzt werden. Von
besonderer Bedeutung ist dabei, dass Exzitonen, die im Volumen des
organischen Materials generiert wurden, an diese photoaktive Grenzfläche
diffundieren können.
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Die
rekombinationsarme Diffusion von Exzitonen an die aktive Grenzfläche
spielt daher eine kritische Rolle bei organischen Solarzellen. Um
einen Beitrag zum Photostrom zu leisten, muss deshalb in einer guten organischen
Solarzelle die Exzitonendiffusionslänge zumindest in der
Größenordnung der typischen Eindringtiefe des
Lichts liegen, damit der überwiegende Teil des Lichts genutzt
werden kann. Die bereits erwähnten möglichen hohen
Absorptionskoeffizienten sind dabei besonders vorteilhaft für
die Herstellung besonders dünner organischer Solarzellen.
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Dennoch
ist es auch bedeutsam, strukturell und bezüglich ihrer
chemischen Reinheit möglichst perfekte organische Kristalle
oder wohlgeordnete Dünnschichten zu erzeugen, da diese
die höchsten Beweglichkeiten sowohl für Exzitonen
als auch für Ladungsträger besitzen. Größere
organische Kristalle sind jedoch für großflächige
Anwendungen ungeeignet, da sie zum einen schwer herstellbar sind
und zum anderen mechanisch instabil sind. Die Herstellung organischer
Dünnschichten mit definierter Nahordnung der Moleküle
ist daher eine vordringliche Aufgabe bei der Entwicklung organischer
Solarzellen.
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Dabei
dient diese Nahordnung der Moleküle sowohl dem verlustarmen
Transport von Exzitonen als auch nach deren Trennung in freie Ladungsträger
dem Transport von Elektronen beziehungsweise Löchern. Eine
hohe Beweglichkeit für Ladungsträger in diesen
organischen Absorberschichten ist daher eine weitere Voraussetzung
für deren Nutzbarkeit. Besonders vorteilhaft ist dabei
der Fall, bei dem in einer organischen Mischschicht aus zwei verschiedenen
organischen Komponenten eine der Komponenten bevorzugt Elektronen
leitend und die andere Komponente bevorzugt Löcher leitend
ist.
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Statt
die Exzitonendiffusionslänge zu vergrößern,
kann man auch den mittleren Abstand bis zur nächsten Grenzfläche
verkleinern. Dies kann durch Verwendung sehr dünner Absorberschichten
(mit typischen Schichtdicken um 10 nm) gesehen. Dabei wird jedoch
nur eine teilweise Extinktion des einfallenden Lichtes erreicht,
was ein wesentlicher Grund für die bisher unzureichende
Effizienz organischer Solarzellen ist.
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Aus
der
WO 00/33396 ist
die Bildung eines so genannten interpenetrierenden Netzwerkes zweier
organischer Materialien in der Absorberschicht bekannt: Eine Schicht
enthält eine kolloidal gelöste Substanz, die so
verteilt ist, dass sich im Volumenmaterial zwei Netzwerke bilden,
die jeweils geschlossene Leitungspfade für Ladungsträger
besitzen, so dass jede Ladungsträgerart (Löcher
und Elektronen) auf geschlossenen Leitungspfaden je eines Materials
sehr verlustarm zu den äußeren Kontakten abfließen
kann (Perkolationsmechanismus). Die Aufgabe der Lichtabsorption übernimmt
in einem solchen Netzwerk entweder nur eine der Komponenten oder
auch beide. Der Vorteil dieser Mischschicht ist, dass die erzeugten
Exzitonen nur einen sehr kurzen Weg zurücklegen müssen,
bis sie an eine Domänengrenze gelangen, wo sie getrennt
werden. Der Abtransport der Elektronen bzw. Löcher erfolgt
getrennt. Da in der Mischschicht die Materialien überall
miteinander im Kontakt sind, ist bei diesem Konzept entscheidend,
dass die getrennten Ladungen eine lange Lebensdauer auf dem jeweiligen
Material besitzen und von jedem Ort aus geschlossene Perkolationspfade
für beide Ladungsträgersorten zum jeweiligen Kontakt
hin vorhanden sind. Mit diesem Ansatz konnten in polymeren Solarzellen
Wirkungsgrade von 2,5% erreicht werden [
C. J. Brabec et
al., Advanced Functional Materials 11 (2001) 15].
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Weitere
bekannte Ansätze zur Realisierung bzw. Verbesserung der
Eigenschaften von organischen Solarzellen sind im Folgenden aufgezählt:
Ein
Kontaktmetall hat eine große und das andere eine kleine
Austrittsarbeit, so dass mit der organischen Schicht eine Schottky-Barriere
ausgebildet wird [
US 4127738 ].
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Herstellung
einer Transportschicht, die kleine Partikel (Größe
0.01–50 μm) enthält, welche den Ladungsträgertransport übernehmen
[
US 5965063 ].
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Eine
Schicht enthält zwei oder mehr Arten von organischen Pigmenten,
die verschiedene spektrale Charakteristika besitzen [
JP 04024970 ].
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Eine
Schicht enthält ein Pigment, das die Ladungsträger
erzeugt, und zusätzlich ein Material, das die Ladungsträger
abtransportiert [
JP 07142751 ].
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Polymerbasierte
Solarzellen, die Kohlenstoffteilchen als Elektronenakzeptoren enthalten [
US05986206 ].
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Dotierung
von o. g. Mischsystemen zur Verbesserung der Transporteigenschaften
in Mehrschichtsolarzellen [
DE
102 09 789 A1 ].
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Tandemzellen
können durch Verwendung von p-i-n Strukturen mit dotierten
Transportschichten großer Bandlücke weiter verbessert
werden [
DE 10
2004 014046 A1 ].
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Trotz
der oben beschriebenen Vorteile bei interpenetrierenden Netzwerken
besteht ein kritischer Punkt darin, dass in der Mischschicht geschlossene
Transportpfade für sowohl Elektronen als auch Löcher
zu ihren jeweiligen Kontakten vorhanden sein müssen. Da
außerdem die einzelnen Materialien jeweils nur einen Teil der
Mischschicht ausfüllen, verschlechtern sich die Transporteigenschaften
für die jeweiligen Ladungsträgerarten (Elektronen
und Löcher) im Vergleich zu den reinen Schichten deutlich.
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Für
polymere Materialien wurden bereits Mischschichtsysteme gefunden,
die den genannten interpenetrierenden Netzwerken nahe kommen. So
berichten Ma, Heeger und Mitarbeiter (in: Advanced Functional Materials
15 (2005) 1617–1622) über polymere Solarzellen
mit einer aktiven Schicht aus P3HT:PCBM, bei der die aktive Schicht
durch eine thermische Behandlung so modifiziert wird, dass sich
ein interpenetrierendes Netzwerk im Polymer ausbildet, welches zu
Solarzellen mit 5% Wirkungsgrad führt. P3HT steht dabei
für Poly(3-Hexyl-Thiophen), ein Polymer aus der Reihe der
Poly(3-Alkyl-Thiophene) (P3AT). Der Nachweis der Netzwerkbildung
erfolgte in dieser Arbeit durch Röntgenbeugung und Transmissionselektronenmikroskopie.
Ebenfalls bei Verwendung der Polymermischung P3HT:PCBM konnte die
Gruppe von Yang Yang zeigen (Nature Materials 4 (2005) 864), dass
auch über die Wahl geeigneter Wachstumsraten eine Ausbildung
bevorzugter Molekülordnungen erfolgen kann, welche Solarzelleneffizienzen
bis zu 3,6% erlauben. Das dabei erfolgreich verwendete Polymer P3HT
ist ein Poly-Thiophen mit einer am 3. Kohlenstoff-Atom angebrachten
Hexylkette. Das heißt, es wird eine sechs C-Atome lange
Seitenkette verwendet.
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Die
Bildung geordneter molekularer Strukturen ist also von zentralem
Interesse für organische Solarzellen. Die Fragestellung
ist dabei der in organischen Feldeffekttransistoren (OFETs) ähnlich.
Der Unterschied von Solarzellen zu OFETs ist jedoch folgender: OFETs
sollen einen bevorzugten Ladungsträgertransport parallel
zum Substrat haben. Solarzellen hingegen sollen ihre Ladungsträger
senkrecht zum Substrat möglichst schnell und verlustarm
an die in der Regel flächig ausgebildeten äußeren
Elektroden abgeben, wobei in einer häufig genutzten Anordnung
Ladungstransportschichten zwischen der oder den absorbierenden Schichten und
den Elektroden eingebaut sind. Daraus lässt sich ableiten,
dass auch die molekularen Strukturen in Solarzellen anders ausgeprägt
sein sollen als in OFETs.
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Zur
allgemeinen Frage der Ordnungsbildung – ohne Bezug zu organischen
Solarzellen – wurde unter anderem bereits der Einfluss
der Länge der Seitengruppen und der Regioregularität
ihrer Anordnung in Polymeren und Oligomeren untersucht:
Mehrere
Arbeiten berichten übereinstimmend über seitengruppeninduzierte
Selbstassemblierung, wenn die Länge der aliphatischen Seitengruppen
in Polymeren der Klasse der Poly-3-Alkyl-Thiophene (P3ATs)
groß genug ist.
Für P3ATs mit großen Seitenkettenlängen
von (CH2)
n mit n = 10 oder n = 12 berichten
McCullough
et al. [Journal of the American Chemical Society 115 (1993) 4910] von
deutlicher Selbstassemblierung.
Sirringhaus [Applied Physics
Letters 77 (2000) 406] berichtet von Selbstassemblierung
eines leitfähigen Polythiophens mit Octyl-Seitengruppen
für die Verbesserung organischer Feldeffekttransistoren
(OFETs).
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Bis
auf wenige Ausnahmen werden in der Literatur Seitenketten mit mindestens
sechs Kohlenstoffatomen in Reihe verwendet. Übereinstimmend
wird als Grund dafür die bessere Selbstorganisation bei
Verwendung langer Seitenketten angegeben. Eine weitere Rolle spielt
die Löslichkeit der Monomere in gängigen Lösungsmitteln,
die bei längeren Seitenketten besser ist. Für
P3HT mit seinen Hexyl-Seitenketten wurde von Babel und Jenekhe
[Synthetic Metals 148 (2005) 169] gefunden, dass dieses
Poly(3-Alkyl-Thiophen)-Derivat aufgrund seiner Selbstorganisation
das Optimum hinsichtlich der Feldeffekt-Ladungsträgerbeweglichkeit
darstellt. Auch in der Anwendung in polymeren Solarzellen ist P3HT
bisher das effizienteste Polymer, wenn es mit dem Fulleren-Derivat
PCBM gemischt wird.
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Es
existieren auch Literaturberichte zu Polymeren mit kürzeren
Seitenketten, wobei meist Butylketten verwendet werden. Im Hinblick
auf molekulare Orientierung ist z. B. Poly(3-Butyl-Thiophen (P3BT)
dem P3HT deutlich unterlegen. So untersuchten u. a. Babel
und Jenekhe [Synthetic Metals 148 (2005) 169] die Ladungsträgerbeweglichkeit
von Poly(3-Butyl-Thiophen), welches jedoch nach deren Erkenntnis
deutlich schlechtere Ladungsträgerbeweglichkeiten als das
Hexyl-Analogon aufwies. Guanghao Lu et al. [Macromolecules
41 (2008) 2062] berichten eingehend über die Morphologie
von Poly(3-Butyl-Thiophen). Dieses wächst bei Abscheidung
aus Lösung zunächst amorph, kann jedoch unter
Zuhilfenahme eines geeigneten Lösungsmittels in eine kristalline
Phase überführt werden. Dabei zeigt sich jedoch
ein stark nadelförmiges Kristallwachstum, was der Anwendung
in Bauelementen entgegensteht.
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Derartige
nicht konjugierte Seitenketten mit vier Nicht-H-Atomen in linearer
Folge wurden bereits in Oligomeren für den Solarzelleneinsatz
getestet. Schulze et al. [Adv. Mater. 18 (2006) 2872] berichten
von Oligomer-Solarzellen mit > 3%
Wirkungsgrad bei Verwendung eines Butylsubstituierten Oligomers.
Ordnungseffekte konnten in jener Arbeit jedoch nicht gefunden werden.
Stattdessen zeigten beispielsweise die optischen Absorptions- und Photolumineszenzspektren
weitgehend strukturlose Spektren, wie sie für amorphe Substanzen
typisch sind.
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Seitenketten
mit drei Nicht-H-Atomen in der Hauptachse, insbesondere Propyl-Seitengruppen,
wurden hingegen aus den bereits genannten Gründen schlechter
Handhabbarkeit (wegen geringer Löslichkeit) und der damit
einhergehenden schwierigen Bauelementeherstellung bisher kaum verwendet.
Zu organischen Solarzellen mit derartigen Seitenketten – seien
es Solarzellen aus Polymeren oder kleinen Molekülen – finden sich überhaupt
keine Literaturangaben.
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Eine ähnliche
Situation findet sich für Seitenketten mit zwei Nicht-H-Atomen
in Reihe: Für Polymere ist insbesondere die damit erreichbare
Löslichkeit sehr gering, so dass derartige Seitenketten
in Polymeren nur extrem selten verwendet werden.
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Ein
weiterer Aspekt ist das Substitutionsmuster, nach dem die Seitenketten
am Monomer angebunden sind. Übereinstimmende Studien verschiedener
Gruppen zeigen, dass Polymere, bei denen jeder Ring der Hauptkette
eine Seitengruppe trägt, eine bessere Phasenseparation
zu PCBM zeigen als solche, die auch Ringe ohne Seitenkette enthalten.
So berichtet Koppe [Advanced Functional Materials 17 (2007)
1371] von einem Vergleich von P3HT:PCBM mit C6TT-PCBM,
bei dem sich die Polymere lediglich dadurch unterscheiden, dass C6TT
ein Poly-Thiophen mit Hexyl-Seitengruppen ist, bei dem jedes dritte
Thiophen unsubstituiert ist, wogegen P3HT an jedem Thiophen eine
Hexyl-Seitengruppe besitzt. Dabei wird in C6TT keine genügende
Phasenseparation zu PCBM mehr erreicht, was zu deutlich schlechteren
Solarzelleneigenschaften führt, als bei P3HT:PCBM. Dies
ist ein weiteres Indiz dafür, dass die molekulare Nahordnung
in der aktiven Schicht eine entscheidende Rolle für die
Effizienz einer organischen Solarzelle spielt.
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Betrachtet
man die Literatur zu polymeren Solarzellen, so fällt auf,
dass in der Regel Seitenketten mit sechs bis zwölf Atomen
in Reihe eingesetzt werden, wobei bevorzugt geradzahlige n-Alkane
eingesetzt werden. Die häufige Verwendung langkettiger
Alkane als Seitenketten liegt neben der guten Löslichkeit
der entsprechenden Monomere an der verbreiteten Meinung, dass zur
Ausbildung einer molekularen Nahordnung eine Seitenkettenlänge
von mindestens sechs Atomen in Reihe, z. B. Hexyl, erforderlich
ist.
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Der
Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde ein photoaktives Bauelement
anzugeben, welches eine verbesserte Effizienz aufweist.
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Die
Aufgabe wird durch ein organisches photoaktives Bauelement gemäß dem
Hauptanspruch gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind
den Unteransprüchen angegeben.
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Erfindungsgemäß kann
bei der Verwendung von Oligomeren anstelle von Polymeren eine bevorzugte molekulare
Nahordnung auch mit kürzeren Seitenketten erreicht werden,
als dies bei Polymeren üblich ist. Von Vorteil ist dabei,
dass die Verwendung kürzerer Seitenketten zu dichter liegenden
pi-Elektronen-Systemen führen kann, was den üblicherweise
durch Hüpf-Prozesse stattfindenden Ladungstransport in
diesen organischen Materialien verbessert.
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Besonders
vorteilhaft ist dabei eine Anordnung von Molekülen auf
einer Unterlage (Elektrode oder weitere organische Schicht/Schichten),
wie sie in 1b skizziert ist. Hierbei
ist ein Ladungstransport senkrecht zur Substratebene dadurch bevorzugt,
dass die pi-Elektronen-Systeme benachbarter Moleküle überlappen und
dadurch, dass die Pi-Elektronensysteme parallel zum Substrat liegen,
was einen bevorzugten Ladungstransport senkrecht zum Substrat erlaubt.
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Oligomere
im Sinne der Erfindung sind Stoffe, die aus wenigstens einem organischen
Material gebildet sind, welches in seiner molekularen Struktur eine
genau festgelegte Anzahl, mindestens aber zwei und typischerweise
höchstens zwanzig als Monomere bezeichnete Wiederholeinheiten
aus je mindestens vier Atomen aus der Gruppe C, N, S, Si, Se, und
P besitzt, wobei mindestens zwei dieser Wiederholeinheiten identisch
sind. Die Monomere sind dabei bevorzugt als zyklische Verbindungen
mit delokalisiertem pi-Elektronensystem ausgeprägt.
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Ein
Monomer im Sinne der vorliegenden Erfindung ist eine organische
molekulare Substruktur mit einem gemeinsamen aus mindestens vier
Atomen aus der Gruppe C, N, S, Si, Se, P gebildeten pi-Elektronensystem.
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Ein
weiterer Aspekt ist die Lichtabsorption. Diese wird maximal, wenn
die Längsachsen der bevorzugt als stabförmig ausgeprägten
Oligomer-Moleküle orthogonal zur Lichteinfallsrichtung
liegen. Nimmt man senkrechten Lichteinfall auf das Substrat an,
so ergibt es sich, dass es für eine hohe Lichtabsorption
besonders vorteilhaft ist, wenn die Moleküle wie in 1a) und 1b)
gezeigt auf dem Substrat liegen, wogegen stehende Moleküle,
wie in 1c) skizziert, weniger Licht
absorbieren.
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Daraus
ergibt sich, dass eine molekulare Nahordnung wie in 1b skizziert
besonders vorteilhaft für organische Licht absorbierende
Bauelemente, insbesondere Solarzellen, ist.
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Zur
Erzielung einer hohen Effizienz werden Oligomer-Solarzellen bevorzugt
aus Absorber-Material aufgebaut, welches Oligomere mit kurzen Seitenketten
mit n = 3 Nicht-H-Atomen in Reihe verwendet, wodurch eine bevorzugte
Orientierung der Oligomere zueinander erreicht wird, was eine gute
optische Absorption und gleichzeitig guten Ladungstransfer zwischen
benachbarten Oligomeren erlaubt. Das Oligomer zeichnet sich durch
mindestens zwei, bevorzugt aber vier bis sechs nicht konjugierte
Seitenketten aus wobei das Grundgerüst von mindestens zwei
dieser Seitenketten genau drei Atome aus der Gruppe bestehend aus
C, Si, O, S, Se, N, P in linearer Folge umfasst. Ein weiterer wesentlicher
Aspekt dieser Erfindung liegt darin, dass die molekulare Nahordnung
der Oligomere eine nanokristalline Struktur erzeugt, welche so ausgebildet
ist, dass bevorzugter elektrischer Ladungstransport senkrecht zum
Substrat erfolgt, was aufgrund geringerer Übergangswiderstände
zu höherer Bauelementeffizienz führt. Insofern
ist eine Molekülanordnung gemäß 1b) besonders vorteilhaft.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist mindestens
eines der Monomere ein Heterozyklus.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung hat mindestens
eines der Monomere die Form
mit X = {O, S, Se, CR3R4,
N-R3), wobei R1, R2, R3 und R4 ausgewählt ist aus der Gruppe
bestehend aus H oder einer nichtkonjugierten linearen Kette von
Atomen, wobei das Grundgerüst dieser nichtkonjugierten
linearen Kette genau drei Atome aus der Gruppe C, Si, O, S, Se,
N, P in linearer Folge umfasst und gleichzeitig mindestens eine
der Gruppen R1, R2, R3 oder R4 nicht H ist.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Monomer
um mindestens einen und höchstens um acht weitere ankondensierte
Zyklen erweitert.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung besitzt das
Monomer eine der folgenden Grundstrukturen, wobei X und Y unabhängig
voneinander ausgewählt sind aus einer Gruppe bestehend
aus O, S, Se, CR3R4, N-R3:
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung bilden die
Monomere in beliebig ausgewählter Reihenfolge ein Oligomer,
wobei das Oligomer insgesamt mindestens zwei Seitenketten trägt.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weisen die
Monomere im Oligomer zusätzlich zur direkten Bindung über
C-C eine weitere Verbrückung C-S-C, C-CR3R4-C, C-NR3-C
oder C-O-C auf und besitzen die folgende Grundstruktur
wobei Z aus der Gruppe bestehend
aus S, CR3R4, NR3, oder O ausgewählt ist.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weisen die
Monomere im Oligomer eine weitere Verbrückung über
einen Benzolring und eine der nachfolgenden Grundstrukturen
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung trägt
das Oligomer eine oder mehrere weitere Seitenketten, die jedoch
jeweils nur n < 3
Atome aus der Gruppe bestehend aus C, Si, O, S, Se, N, P in linearer Folge
umfassen.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es
sich bei dem Oligomer um ein Akzeptor-Donator-Akzeptor- oder Donator-Akzeptor-Donator-Molekül,
wie dieses in der
WO
002006092134 A1 offenbart ist.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es
sich bei dem Oligomer um ein Molekül, welches vier oder
sechs Seitenketten trägt und Spiegel- und/oder Punktsymmetrie
aufweist.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es
sich bei dem Oligomer um ein Molekül, welches eine Monomerenfolge
aus 5 aufeinander folgenden konjugierten Monomeren umfasst, wobei
das 1., 2., 4. und 5. Monomer je eine nicht-konjugierte Seitenkette
trägt.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es
sich bei dem Oligomer um ein Molekül, welches eine Monomerfolge
aus 5 aufeinander folgenden konjugierten Monomeren umfasst, und
das 2. und 4. Monomer je eine Seitenkette und das 1. und 5. Monomer
je zwei Seitenketten trägt.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es
sich bei dem Oligomer um eine Molekül, welches eine Monomerfolge
aus 5 aufeinander folgenden konjugierten Monomeren umfasst, wobei
jeweils das 1. und 5. oder das 2. und 4. Monomer je zwei nicht-konjugierte
Seitenketten tragen.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es
sich bei dem Oligomer um ein Molekül, welches eine Monomerfolge
aus 6 aufeinander folgenden konjugierten Monomeren umfasst, wobei
jeweils das 1., 2., 5. und 6. Monomer oder das 1., 3., 4. und 6.
Monomer je eine nicht-konjugierte Seitenkette trägt.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es sich
bei dem Oligomer um ein Molekül, welches eine Monomerfolge
aus 6 aufeinander folgenden konjugierten Monomeren umfasst, wobei
das 1. und 6. Monomer, oder das 2. und 5. Monomer je zwei nicht-konjugierte
Seitenketten tragen.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es
sich bei dem Oligomer um ein Molekül, welches mindestens
zwei n-Propyl-Gruppen als Seitenkette umfasst.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es
sich bei dem Oligomer um ein Molekül mit nachfolgender
Monomerfolge:
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es
sich bei dem Oligomer um ein Molekül, welches als akzeptorartige
Endgruppen DCV mit der Struktur
MeDCV mit der Struktur
oder eine der folgenden akzeptorartigen
Monomere mit oder ohne zusätzliche periphere Substituenten
enthält: Cyano-Bicyano oder Tricyano-Vinylen, verbrückte
Dithiopheneinheit mit elektronenziehender Brücke, Benzothiadiazol,
Oxadiazol, Triazol, Benzimidazol, Quinoline, Quinoxaline, Pyrazoline,
Naphthalen-Dicarbonsäure-Anhydride, Naphthalene-Dicarbonsäure-Imide, Naphthalene-Dicarbonsäure-Imidazole,
halogenierte Homo- und Heterozyklen, Di- oder Triarylboryl, Dioxaborin-Derivate,
chinoiden Strukturen, Aryle mit Keton- oder Dicyanomethan-Substituenten.
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Nachfolgend
soll die Erfindung anhand einiger Ausführungsbeispiele
und Figuren näher erläutert werden. Die zugehörigen
Figuren zeigen in
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1 eine
schematische Darstellung der Ausrichtung der Moleküllängsachse
zum Substrat, in
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2 eine
Darstellung der Strom-Spannungs-Kennlinien bei verschiedenen Absorbermaterialien
und in
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3 eine
Darstellung der Absorptionsspektren der verschiedenen Absorbermaterialien.
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Ausführungsbeispiel 1
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Anhand
einer Serie von Substanzen soll die vorliegende Erfindung demonstriert
werden. Dazu wurden organische Solarzellen der folgenden Schichtfolge
hergestellt: Trägermaterial Glas/Grundelektrode Indium-Zinn-Oxid
(ITO)/p-dotierte Lochtransportschicht (hole transport layer, HTL)/undotierte
HTL/Absorber 1 Oligomer DCV5T-x4 mit variablen Seitenkettenlängen
x = Ethyl (Et), Propyl (Pr), oder Butyl (Eu)/Absorber 2 Fulleren
C60/Elektronentransportschicht (electron transport layer, ETL)/Deckelektrode
Aluminium. Die molekulare Struktur des Oligomermaterials DCV5T-x4
ist dabei wie folgt:
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Die
Stromdichte-Spannungs-Kennlinien dieser Bauelemente sind in 2 dargestellt.
-
Es
ist überraschend, dass von diesen Oligomeren gerade dasjenige
mit Propyl-Seitenkette, also jenes mit drei Nicht-H-Atomen in der
Seitenkette, die besten Bauelementeparameter zeigt. Bereits das
in der Seitenkette nur ein Atom längere Butyl zeigt deutlich
schlechteren intermolekularen Ladungsträgertransport. Dies
ist umso überraschender, da in polymeren Solarzellen Seitenketten
mit mindestens n = 6 Atomen in linearer Folge, oft auch mehr, verwendet
werden. Für Ethyl hingegen wird zwar ein ebenso guter Füllfaktor
wie für Propyl beobachtet, jedoch deutlich geringere Ströme
und Spannungen.
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Ursache
der geringeren Spannung bei Ethyl ist eine auf gegenüber
Propyl geringerer Ordnungsbildung beruhende weiter ins rote reichende
Absorption von Ethyl. Dieses ist aus den in 3 gezeigten
Absorptionsspektren der drei besprochenen Absorbermaterialien ersichtlich.
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Vergleicht
man diese Ergebnisse mit den Literatur bekannten Daten polymerer
Solarzellen, bei denen mindestens sechs Atome in den Seitenketten
verwendet werden (z. B. in P3HT wie oben besprochen), so ist überraschend,
dass für Oligomere bereits bei 4 Atomen in Reihe Effizienzverluste
in Form verringerter Füllfaktoren beobachtet werden, bei
Polymeren hingegen Seitenketten von mindestens sechs, oft auch bis
zu zwölf Atomen Länge die Regel sind.
-
Die
Verwendung von Oligomeren mit kurzen Seitenketten ist insgesamt
für Solarzellen vorteilhaft, da sie verschiedene Anforderungen
organischer Solarzellen erfüllen: Zum einen sind sowohl
die Monomere mit derartigen Seitenketten, als auch die daraus gebildeten
Oligomere bis zu einer typischen Oligomerlänge von etwa
7 oder 8 Wiederholeinheiten (Monomeren) in gängigen Lösungsmitteln
löslich und damit handhabbar. Zum anderen ist infolge der
wohl definierten und kurzen Seitenketten die Ausbildung einer molekularen
Nahordnung möglich. Diese erlaubt die gewünschte
Bildung nanokristalliner Phasen, die eine Voraussetzung für die
Ausbildung interpenetrierender Netzwerke sind. Zum dritten ist intermolekularer
Ladungstransport quer zur Längsachse der als stabförmig
angenommenen Oligomere infolge der kurzkettigen Seitenketten mittels
Tunnelprozessen möglich. Zum vierten sind die Moleküle
klein genug, dass sie durch thermische Sublimation im Vakuum abgeschieden
werden können. Alternativ ist auch deren Abscheidung aus
Trägergasen oder aus Lösung möglich,
was z. B. durch drucken, sprühen, gießen oder
Spincoating erfolgen kann.
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In
Experimenten hat es sich gezeigt, dass dreiatomige Seitenketten
für die Verwendung in organischen Mischschichten besonders
geeignet sind. Dies ist insofern besonders überraschend,
als Propyl als Seitenkette in der umfangreichen Polymerliteratur
zu organischer Elektronik sehr unüblich ist und bei auch
Oligothiophenen extrem selten als Seitenkette erwähnt wird.
In Solarzellen wurde noch keine dieser Substanzen eingesetzt.
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Oligomere,
welche aus Monomeren mit verschiedenen Seitenketten zusammengesetzt
sind, sind eine weiter vorteilhafte Möglichkeit zur Strukturbildung.
Dabei kann es besonders vorteilhaft sein, solche verschiedenen Seitenketten
einzusetzen, die untereinander bevorzugte Wechselwirkungen zeigen.
Auf diese Weise kann eine bevorzugte Nahordnung der Moleküle
erzielt werden, die für einen verlustarmen Ladungstransport der
Oligomerschicht genutzt werden kann.
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Ausführungsbeispiel 2
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In
einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung werden
dreiatomige Seitenketten an Oligomere aus fünf oder sechs
Heterocyclen angebracht. Dabei sind die Moleküle so ausgewählt,
dass sie der in
WO 2006-092134
A1 beschriebenen Struktur folgen: An mindestens einem Ende,
besser an beiden Enden, der Oligomerkette ist jeweils eine Akzeptorgruppe
(im vorliegenden Beispiel eine Dicyanovinyl-Einheit) angebracht, die
die elektronischen Eigenschaften der Substanz einstellt. Damit ergeben
sich exemplarisch, aber bei weitem nicht ausschließlich,
Substanzen folgenden Typs:
- 1) Oligothiophene
mit Propyl-Seitenketten:
- b) kondensierte Oligomere, z. B.
- c) Oligothiophene mit Seitenketten aus 3 Nicht-H-Atomen in linearer
Folge, die keine Alkanketten sind, z. B.
- d) Oligothiophene mit verschiedenen Seitenketten, z. B.
- e) Oligomere, die keine Oligothiophene sind, z. B.
- f) Oligomere, die verschiedene Monomere beinhalten, z. B.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
-
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- - DE 10209789 A1 [0023]
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- - DE 102004014046 A1 [0025]
- - WO 002006092134 A1 [0054]
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