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Die
Erfindung betrifft einen Pressfilz mit einer Vorderseite, einer
Rückseite und umfassend Fasern, welche an ihrer Faseroberfläche
Kanäle aufweisen, die sich zwischen einem ersten Ende und
einem zweiten Ende der jeweiligen Faser erstrecken. Die Erfindung
betrifft weiterhin eine Verwendung eines derartigen Pressfilzes
zur mechanischen Entwässerung einer Papierbahn in einer
Papiermaschine.
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Pressfilze
werden beispielsweise als Bespannung im Nassteil einer Papiermaschine
eingesetzt und sind in einer Vielzahl von Ausführungen
bekannt. Bei einer derartigen Pressfilz-Bespannung handelt es sich
um endlos umlaufendes Band, das sich üblicherweise über
die gesamte Maschinenbreite erstreckt und der Entwässerung
der Papierbahn in der Pressenpartie der Papiermaschine dient. Damit die
Papierbahn eine glatte, markierungsfreie Oberfläche erhält,
werden in der Regel Pressfilze eingesetzt, die eine glatte Oberfläche
und eine gleichförmig nachgiebige Struktur aufweisen. Gleichzeitig
benötigt ein Pressfilz zur Aufnahme des Wassers, das der nassen
Papierbahn entzogen werden soll, eine ausreichend hohe offene Porosität.
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Der
Pressfilz wird zur mechanischen Entwässerung der Papierbahn
mittels einer Walze, die üblicherweise ein Oberflächenprofil
zur Ableitung des aus der Papierbahn gedrückten Wassers
aufweist, gegen die Papierbahn gedrückt. Dabei gelangt
in der Papierbahn enthaltenes Wasser in den Pressfilz und wird von
diesem im Idealfall komplett in Richtung der Walze abtransportiert.
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Eine
grundsätzliche Anforderung an die Bespannung in der Pressenpartie
einer Papiermaschine besteht darin, die Papierbahn möglichst
stark zu entwässern, um den Energieaufwand für
die sich an die Pressenpartie anschließende Trocknung der
Papierbahn zu minimieren. Eine Rückbefeuchtung, d. h. ein bei einem
Nachlassen des Anpressdrucks des Pressfilzes an die Papierbahn auftretendes
Rücksaugen eines Teils des aus der Papierbahn bereits ausgedrückten
Wassers aus dem Pressfilz zurück in die Papierbahn, soll
nach Möglichkeit vermieden werden.
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Ein
maximal erzielbarer Trockengehalt am Ausgang der Pressenpartie einer
Papiermaschine ist allerdings durch Adsorptions- und Kapillarkräfte
begrenzt, die das Wasser innerhalb der Papierbahn und an der Papierbahnoberfläche
binden. Theoretisch ist dabei ein Trockengehalt der Papierbahn von
72 bis 76% erreichbar. In der Praxis werden derzeit aber lediglich
Trockengehalte von maximal 50 bis 52% erzielt.
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Pressfilze
der eingangs genannten Art sind beispielsweise aus der
DE 102 04 357 B4 bekannt. Der
hier beschriebene Pressfilz weist einen Träger auf, der
wenigstens eine Lage eines Fadengeleges mit parallel zueinander
und in der Ebene des Pressfilzes verlaufenden Gelegefäden
aufweist und in eine Fasermatrix eingebettet ist. Die Gelegefäden
sind dabei mit nach außen abstehenden Fasern versehen und
zur Verbesserung der Entwässerungseigenschaften an ihrer
Oberfläche mit Kanälen ausgestattet, die sich
zwischen einem ersten Ende und einem zweiten Ende der jeweiligen
Gelegefäden erstrecken.
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Es
ist nun Aufgabe der Erfindung, einen Pressfilz bereitzustellen,
mit welchem die mechanische Entwässerung von Papierbahnen
in einer Papiermaschine noch verbessert werden kann.
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Die
Aufgabe wird durch einen Pressfilz mit einer Vorderseite, einer
Rückseite und umfassend Fasern, welche an ihrer Faseroberfläche
Kanäle aufweisen, die sich zwischen einem ersten Ende und
einem zweiten Ende der jeweiligen Faser erstrecken, gelöst,
indem das erste Ende in Richtung der Vorderseite und das zweite
Ende in Richtung der Rückseite des Pressfilzes zeigt.
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Die
die Kanäle umfassenden Fasern sind demnach in Richtung
oder im Wesentlichen in Richtung des Wasserabtransports, in der
Papiermaschine demnach in Richtung der Walze, ausgerichtet, so dass
beim Anpressen des Pressfilzes an eine feuchte Papierbahn in die
Kanäle gedrücktes Wasser aufgrund der auch hier
wirkenden Kapillarkräfte in der Faser zurückgehalten
werden. Dabei wirken die in den Kanälen wirkenden Kapillarkräfte
den in der Papierbahn wirkenden Adsorptions- und Kapillarkräften entgegen,
so dass bei einer Entlastung der Papierbahn eine Rückbefeuchtung
der Papierbahn reduziert oder im Idealfall komplett verhindert wird.
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Daraus
resultiert eine Erhöhung des erzielbaren Trockengehaltes
der Papierbahn, welcher sich wiederum in einem niedrigeren Energieverbrauch und
einer geringeren produzierten Wasserdampfmenge in einem sich anschließenden
thermischen Entwässerungsschritt niederschlägt.
Der maschinentechnische Aufwand wie auch der Energieaufwand für
eine mechanische Entwässerung der Papierbahn ist im Vergleich
zu einer thermischen Entwässerung erheblich geringer. Wird
am Ausgang einer Pressenpartie ein etwa 1% höherer Trockengehalt
der Papierbahn erreicht, so verringert sich die bei der nachgeschalteten
thermischen Entwässerung zu verdampfende Wassermenge um
etwa 4%, was einer Einsparung an Wasserdampf von 4% entspricht.
Entsprechend verringern sich die Kosten für die Anschaffung
und den Betrieb der Papiermaschine.
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Eine
Verwendung eines erfindungsgemäßen Pressfilzes
nach zur mechanischen Entwässerung einer Papierbahn in
einer Papiermaschine, wobei der Pressfilz mittels einer mit einem
Oberflächenprofil versehenen Walze mit seiner Vorderseite
gegen die Papierbahn gedrückt wird, ist demnach ideal.
Eine Veränderung der Pressenpartie einer Papiermaschine,
insbesondere im Hinblick auf die konstruktive Ausgestaltung oder
Anpresskraft des Pressfilzes, sind bei Verwendung des erfindungsgemäßen
Pressfilzes nicht erforderlich. Die Qualität der fertigen
Papierbahn hinsichtlich Glätte, Dicke, Druckfarbenaufnahmevermögen,
Opazität usw. werden durch eine Verwendung des erfindungsgemäßen
Pressfilzes nicht oder nicht wesentlich verändert.
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Bevorzugte
Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Pressfilzes
sind nachfolgend angegeben.
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Besonders
bevorzugt ist der Pressfilz derart ausgestaltet, dass
- a) sich ein Faserquerschnitt der jeweiligen Faser ausgehend
von dem ersten Ende in Richtung des zweiten Endes vermindert oder
- b) der Pressfilz mindestens zwei Filzlagen aufweist und sich
mit einem steigenden Abstand einer Filzlage von der Vorderseite
des Pressfilzes ein Faserquerschnitt der in der jeweiligen Filzlage enthaltenen
Fasern vermindert. Dadurch wird der Abtransport des aus der Papierbahn
gedrückten Wassers in Richtung Walze noch einmal verbessert
und die Kapillarkräfte, die in den die Kanäle aufweisen
Fasern wirken, noch erhöht. Dadurch lässt sich
der erzielbare Trockengehalt einer Papierbahn am Ausgang einer Pressenpartie
noch einmal steigern.
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Vorzugsweise
erstrecken sich die Fasern in Fall a) von der Vorderseite zur Rückseite
des Pressfilzes. Dadurch ist ein kontinuierlicher und gleichmäßiger
Wasserabtransport über die gesamte Dicke des Pressfilzes
erzielbar.
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Weiterhin
ist es von Vorteil, wenn sich die Fasern in Fall a) hinsichtlich
einer Anzahl und/oder Anordnung der Kanäle unterscheiden.
Dadurch lassen sich die im Pressfilz wirkenden Kapillarkräfte
gezielt örtlich einstellen, wie beispielsweise im Bereich
der Ränder der Papierbahn.
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Für
Fall b) hat es sich bewährt, wenn die Fasern sich über
die Dicke einer Filzlage erstrecken. Dadurch ist ein kontinuierlicher
und gleichmäßiger Wasserabtransport über
die gesamte Dicke einer Filzlage erzielbar.
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In
Fall b) ist es zudem von Vorteil, wenn sich die mindestens zwei
Filzlagen weiterhin darin unterscheiden, dass die darin enthaltenen
Fasern sich hinsichtlich ihrer Anzahl und oder einer Anzahl und/oder Anordnung
der Kanäle unterscheiden. Dadurch lassen sich die im Pressfilz
wirkenden Kapillarkräfte gezielt örtlich einstellen,
wie beispielsweise im Bereich der Ränder der Papierbahn.
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Der
Anteil der die Kanäle aufweisenden Fasern im Pressfilz
beträgt bevorzugt mindestens 1 Vol.-%, insbesondere mindestens
5 Vol.-%. Insbesondere kann der Anteil mehr als 25 Vol.-% betragen. Je
höher der Anteil der Fasern, desto höher sind
die Kapillarkräfte im Pressfilz, die einer Rückbefeuchtung
der Papierbahn entgegenwirken.
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Die
Fasern sind in einer bevorzugten Ausgestaltung durch Mikrofasern
gebildet. Der Begriff Mikrofaser ist eine Sammelbezeichnung für
Fasern, die feiner als 1 dtex sind. Die meisten Mikrofasern liegen bei
0,5 bis 0,7 dtex. Noch dünnere Fasern von weniger als 0,3
dtex werden als Supermikrofasern bezeichnet und können
hier ebenfalls eingesetzt werden.
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Die
eingesetzten Fasern weisen bevorzugt einen sternförmigen
oder kreuzförmigen Faserquerschnitt auf. Aber auch andere
Querschnitte, beispielsweise in Form eines Kleeblatts oder dergleichen,
bei welchen in Längsrichtung der Faser Kanäle ausgebildet
sind, sind verwendbar.
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Dabei
hat es sich zur weiteren Verbesserung der Entwässerungseigenschaften
bewährt, wenn die Kanäle sich schraubenförmig
vom ersten Ende in Richtung des zweiten Endes der jeweiligen Faser
erstrecken.
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Die
die Kanäle aufweisenden Fasern werden in einer weiteren
bevorzugten Ausgestaltung in Faserbündeln angeordnet.
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Bevorzugt
sind die Fasern oder Faserbündel dabei orthogonal zur Vorderseite
des Pressfilzes angeordnet. Dadurch wird der Weg des aus der Papierbahn
ausgedrückten Wassers im Pressfilz verringert. Aber auch
eine schräge Anordnung der Längsachse der Fasern
zur Vorderseite des Pressfilzes ist möglich.
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Es
hat sich als günstig erwiesen, wenn die Fasern mit einem
Trägergebilde verklebt sind. Bei dem Trägergebilde
handelt es sich bevorzugt um ein Gewirk und/oder ein Gewebe und/oder
ein Fasergelege.
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Die 1a bis 12 sollen
die Erfindung beispielhaft erläutern. So zeigt:
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1a schematisch
einen Querschnitt durch einen Pressfilz;
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1b den
Pressfilz gemäß 1a in
einer schematischen dreidimensionalen Ansicht;
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2a schematisch
einen Querschnitt durch einen weiteren Pressfilz;
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2b den
Pressfilz gemäß 2a in
einer schematischen dreidimensionalen Ansicht;
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3 schematisch
einen Querschnitt durch einen Pressfilz mit zwei Filzlagen;
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4 schematisch
einen Querschnitt durch einen weiteren Pressfilz mit zwei Filzlagen;
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5 schematisch
einen Querschnitt durch einen weiteren Pressfilz mit zwei Filzlagen;
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6 schematisch
einen Querschnitt durch einen weiteren Pressfilz mit zwei Filzlagen;
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7a bis 11b unterschiedliche Querschnitte von Fasern mit
Kanälen; und
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12 eine
schematische Übersicht über den Verlauf der Entwässerung
einer Papierbahn.
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1a zeigt
schematisch einen Querschnitt durch einen Pressfilz 1.
Der Pressfilz 1 weist eine Vorderseite 1a, eine
Rückseite 1b und Fasern 2 auf, welche
an ihrer Faseroberfläche Kanäle 20 (siehe 7a bis 11b) aufweisen, die sich zwischen einem ersten
Ende 11 und einem zweiten Ende 12 der jeweiligen
Faser 2 erstrecken. Das erste Ende 11 zeigt dabei
in Richtung der Vorderseite 1a und das zweite Ende 12 in
Richtung der Rückseite 1b des Pressfilzes 1,
wobei hier eine orthogonale Anordnung der Fasern 2 zur
Vorderseite 1a bzw. Rückseite 1b gewählt
ist. Die Fasern 2 werden von einem Trägergebilde 3 getragen,
das beispielsweise durch ein hier zur besseren Übersicht
nicht näher dargestelltes Gewebe, Gewirk, Fadengelege oder
dergleichen gebildet ist. Anstelle der Fasern 2 können
auch Faserbündel vorliegen, in welchen eine Anzahl an Fasern 2 in
gleicher Ausrichtung im Pressfilz 1 vorliegen. Die Vorderseite 1a wird
in einer Papiermaschine der Papierbahn 100 (siehe 12)
zugewandt angeordnet.
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1b zeigt
den Pressfilz 1 gemäß 1a in
einer schematischen, dreidimensionalen Ansicht.
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2a zeigt
schematisch einen Querschnitt durch einen weiteren Pressfilz 1.
Der Pressfilz 1 weist eine Vorderseite 1a, eine
Rückseite 1b und Fasern 2 auf, welche
an ihrer Faseroberfläche Kanäle 20 (siehe 7a bis 11) aufweisen, die sich zwischen einem
ersten Ende 11 und einem zweiten Ende 12 der jeweiligen
Faser 2 erstrecken. Das erste Ende 11 zeigt dabei
in Richtung der Vorderseite 1a und das zweite Ende 12 in
Richtung der Rückseite 1b des Pressfilzes 1,
wobei hier eine schräge Anordnung der Fasern 2 zur
Vorderseite 1a bzw. Rückseite 1b gewählt
ist. Die Fasern 2 werden von einem Trägergebilde 3 getragen,
das beispielsweise durch ein hier zur besseren Übersicht
nicht näher dargestelltes Gewebe, Gewirk, Fadengelege oder
dergleichen gebildet ist. Anstelle der Fasern 2 können
auch Faserbündel vorliegen, in welchen eine Anzahl an Fasern 2 in gleicher
Ausrichtung im Pressfilz 1 vorliegen. Die Vorderseite 1a wird
in einer Papiermaschine der Papierbahn 100 (siehe 12)
zugewandt angeordnet.
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2b zeigt
den Pressfilz 1 gemäß 2a in
einer schematischen, dreidimensionalen Ansicht.
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3 zeigt
schematisch einen Querschnitt durch einen Pressfilz 1 mit
zwei Filzlagen 10a, 10b, der eine Vorderseite 1a und
eine Rückseite 1b aufweist. In jeder der Filzlagen 10a, 10b sind
Fasern 2a, 2b enthalten, welche an ihrer Faseroberfläche
Kanäle 20 (siehe 7a bis 11b) aufweisen, die sich zwischen einem ersten
Ende 11a, 11b und einem zweiten Ende 12a, 12b der
jeweiligen Faser 2a, 2b erstrecken. Das erste
Ende 11a, 11b zeigt dabei in Richtung der Vorderseite 1a und
das zweite Ende 12a, 12b in Richtung der Rückseite 1b des
Pressfilzes, wobei hier eine orthogonale Anordnung der Fasern 2a, 2b zur
Vorderseite 1a bzw. Rückseite 1b gewählt
ist. Weiterhin sind die Fasern 2a, 2b in den Filzlagen 10a, 10b derart übereinander
angeordnet, dass möglicht an jede Faser 2a eine
Faser 2b anschließt. Die Fasern 2a, 2b werden
jeweils von einem Trägergebilde 3a, 3b getragen,
das beispielsweise durch ein hier zur besseren Übersicht
nicht näher dargestelltes Gewebe, Gewirk, Fadengelege oder dergleichen
gebildet ist. Die Vorderseite 1a wird in einer Papiermaschine
der Papierbahn 100 (siehe 12) zugewandt
angeordnet.
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4 zeigt
schematisch einen Querschnitt durch einen weiteren Pressfilz 1 ähnlich
wie in 3. Gleiche Bezugszeichen kennzeichnen gleiche
Bauteile. Im Unterschied zu 3 sind hier
allerdings die Fasern 2a, 2b derart übereinander
angeordnet, dass die Fasern 2b versetzt zu den Fasern 2a angeordnet sind.
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5 zeigt
schematisch einen Querschnitt durch einen weiteren Pressfilz 1 mit
zwei Filzlagen 10a, 10b, der ähnlich
zu dem in 3 aufgebaut ist. Gleiche Bezugszeichen
kennzeichnen gleiche Bauteile. Im Unterschied zu 3 sind
hier allerdings die Fäden 2a, 2b schräg
zur Vorderseite 1a bzw. Rückseite 1b des
Pressfilzes 1 angeordnet.
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6 zeigt
schematisch einen Querschnitt durch einen weiteren Pressfilz 1 mit
zwei Filzlagen 10a, 10b, der ähnlich
zu dem in 4 aufgebaut ist. Gleiche Bezugszeichen
kennzeichnen gleiche Bauteile. Im Unterschied zu 4 sind
hier allerdings die zueinander versetzt angeordneten Fäden 2a, 2b
schräg
zur Vorderseite 1a bzw. Rückseite 1b des Pressfilzes 1 angeordnet.
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Selbstverständlich
können in einem Pressfilz 1 auch mehr als zwei
Filzlagen 10a, 10b vorhanden sein, wie es lediglich
beispielhaft in den 3 bis 6 dargestellt
ist.
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Für
die Ausführungsformen, bei denen der Pressfilz 1 mindestens
zwei Filzlagen 10a, 10b aufweist, weisen die Fasern 2a in
der an die Vorderseite 1a angrenzenden Filzlage 10a vorzugsweise
einen größeren Querschnitt auf als die Fasern 2b,
die in einer von der Vorderseite beabstandeten Filzlage 10b angeordnet
sind. Dabei nimmt der Querschnitt der pro Filzlage eingesetzten
Fasern bevorzugt mit steigendem Abstand einer Filzlage von der Vorderseite 1a ab.
So können in einer an die Vorderseite 1a angrenzenden
Filzlage 10a Fasern gleichen Durchmessers d1 enthalten
sein, in einer an die Rückseite 1b angrenzenden
Filzlage 10b Fasern gleichen Durchmessers d2 enthalten
sein, wobei d1 > d2
gilt. Dabei können die Filzlagen aber auch Fasern mit unterschiedlichen
Durchmessern innerhalb der jeweiligen Filzlage aufweisen. Dabei
ist es besonders bevorzugt, wenn der mittlere Durchmesser der in
einer Filzlage enthaltenen Fasern mit steigendem Abstand einer Filzlage
von der Vorderseite 1a abnimmt.
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7a zeigt
in vergrößerter Darstellung einen Querschnitt
durch eine Faser 2c, die an ihrer Faseroberfläche
sechs Kanäle 20 aufweist. 7b zeigt
in vergrößerter Darstellung eine dreidimensionale
Ansicht der Faser 2c, wobei ein schraubenförmiger
Verlauf der Kanäle 20 entlang der Faser 2c,
vom ersten Ende 11 in Richtung des zweiten Endes 12,
erkennbar ist.
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8 zeigt
in vergrößerter Darstellung einen weiteren Querschnitt
durch eine Faser 2d, die an ihrer Faseroberfläche
sechs Kanäle 20 aufweist.
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9 zeigt
in vergrößerter Darstellung einen weiteren Querschnitt
durch eine Faser 2e, die an ihrer Faseroberfläche
drei Kanäle 20 aufweist.
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10 zeigt
in vergrößerter Darstellung einen weiteren Querschnitt
durch eine Faser 2f, die an ihrer Faseroberfläche
vier Kanäle 20 aufweist.
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11a zeigt in vergrößerter Darstellung
einen weiteren Querschnitt durch eine Faser 2g, die an ihrer
Faseroberfläche sechs Kanäle 20 aufweist. 11b zeigt in vergrößerter Darstellung
eine dreidimensionale Ansicht der Faser 2g, wobei ein gerader Verlauf
der Kanäle 20 entlang der Faser 2g, vom
ersten Ende 11 in Richtung des zweiten Endes 12,
erkennbar ist. Dabei weist die Faser 2g an ihrem ersten Ende 11 einen
größeren Querschnitt auf als an ihrem zweiten
Ende 12.
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Besonders
bevorzugt wird eine Faser mit sich verminderndem Durchmesser derart
in einem Pressfilz 1 oder einer Filzlage 10a, 10b eingesetzt, dass
das dickere erste Ende der Faser in Richtung der Vorderseite 1a des
Pressfilzes 1 zeigt, insbesondere unmittelbar an diese
angrenzt.
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Selbstverständlich
ist eine Vielzahl weiterer mit Kanälen versehener Fasern
mit unterschiedlichen Faserquerschnitten einsetzbar, die in den 7a bis 11b nicht dargestellt sind.
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12 zeigt
eine schematische Übersicht eines typischen Verlaufs der
Entwässerung einer Papierbahn 100 in einer Papiermaschine über
der Zeit t bzw. über einer Pressspaltbreite BPS in
der Seitenansicht. Im oberen Teil der 12 ist
ein Pressspalt BPS. zwischen zwei gegenläufig
betriebenen Walzen 200, 300 dargestellt. Eine
nasse Papierbahn 100 wird auf einem Pressfilz 1 in
den Pressspalt geführt und entwässert, indem mittels
der Walzen 200, 300 ein Druck aufgebracht und
der Pressfilz 1 mit seiner Vorderseite 1a gegen
die Papierbahn 100 gepresst wird. Der Wassertransportmechanismus
basiert dabei auf Kompression, kapillaren Kräften und einem
Zweiphasenfließen. Das aus der Papierbahn 100 gedrückte Wasser
wird über den Pressfilz 1 in Richtung der Walze 300 abgeführt,
die zur besseren Aufnahme des Wassers ein Oberflächenprofil 300' aufweist.
Das Oberflächenprofil 300' ist beispielsweise
durch auf die Walze 300 aufgelegte Siebgewebe, in die Walze 300 eingebrachte
Bohrungen, Rillen oder dergleichen bereitgestellt. Die im Pressspalt über
die Pressspaltbreite nacheinander stattfindenden Phasen des Pressvorgangs
PP sind mit PP1 bis PP4 bezeichnet und mit der jeweils vorliegenden
Dicke H der Papierbahn 100, die zur besseren Übersicht
im unteren Bereich der 12 noch einmal in vergrößerter
Darstellung abgebildet ist, und den Druckverteilungskurven KP1 bis KP4 korreliert
dargestellt. Dabei bezeichnet KP1 die Presszonen-Druckverteilungskurve,
KP2 die Druckverteilungskurve für
Papierbahn 100 und Pressfilz 1, KP3 die
Druckverteilungskurve des hydraulischen Drucks und KP4 die
Druckverteilungskurve des höchsten hydraulischen Drucks
für den Pressfilz 1. Vor dem Eintritt des Pressfilzes 1 und
der Papierbahn 100 in den Pressspalt weist die Papierbahn eine
Dicke Hein auf. In der ersten Phase des
Pressvorgangs PP1 wird die Papierbahn 100 verdichtet, bis eine
gesättigte Dicke HS erreicht ist.
In der zweiten und dritten Phase des Pressvorgangs PP2, PP3 wird die
Papierbahn weiter verdichtet und das Wasser ausgedrückt,
bis am Ende der dritten Phase PP3 der Punkt des höchsten
Trockengehaltes mit einer minimalen Dicke Hmin der
Papierbahn 100 erreicht ist. Den Übergang zwischen
der zweiten Phase PP2 und der dritten Phase PP3 ist dabei durch
die Verbindungslinie der Drehpunkte der Walzen 200, 300 gebildet.
In der vierten Phase PP4 erfolgt die kontinuierliche Entlastung
des Pressfilzes 1 und der entwässerten Papierbahn 100 und
es kommt aufgrund des negativen hydraulischen Drucks zu einem Rücksaugen
von Wasser in die entwässerte Papierbahn 100.
Dadurch steigt die Dicke der Papierbahn 100 wieder auf
einen Wert Haus an. Am Ausgang der vierten
Phase PP4 werden der Pressfilz 1 und die entwässerte
Papierbahn 100 voneinander getrennt. Die Papierbahn 100 wird
anschließend von der Walze 200 abgelöst
und die noch enthaltene Restfeuchte nachfolgend üblicherweise
durch thermische Behandlung entfernt.
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Die
Verwendung eines erfindungsgemäßen Pressfilzes
ermöglicht gegenüber herkömmlichen Pressfilzen
eine Verhinderung oder zumindest Verringerung des Rücksaugens
von Wasser aus dem Pressfilz zurück in die Papierbahn 100.
Die Dicke der Papierbahn Haus am Ausgang
der vierten Phase PP4 wird somit der Dicke der Papierbahn Hmin am Punkt des höchsten Trockengehaltes
angenähert.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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