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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Antriebsmodul zum Antreiben einer
Schaukelbewegung eines Schaukelkörpers,
insbesondere einer Schaukel oder Hängematte für Babys, Kinder oder Erwachsene,
und betrifft insbesondere ein variabel einsetzbares Schaukel-Antriebsmodul
mit kompaktem Aufbau und zugehöriger
Kontrollelektronik, die einen vollautomatischen Betrieb eines solchen
Schaukelkörpers
ermöglicht.
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Hintergrund der Erfindung
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Der
automatische Betrieb einer Baby- oder Kinderschaukel ist insbesondere
deshalb sinnvoll, weil Kleinkinder bis zum Alter von etwa 4 Jahren
nicht in der Lage sind, selbständig
zu schaukeln, und deshalb eine Schaukel stets durch eine Person
in Gang gehalten werden muss. Durch einen automatischen Betrieb
können
die Eltern wirkungsvoll entlastet werden.
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Die
US-Patentschrift 4,150,820 offenbart eine
in einem Traggestell aufgehängte
Babywippe mit einem Antriebsmotor, der bei der Eigenfrequenz des
von einem Babysitz ausgebildeten physikalischen Pendels betrieben
wird. Die Antriebsanordnung kann jedoch nicht angepasst werden und
dem Alter des Babys entsprechend modifiziert werden.
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Die
US-Patentschrift 4,911,429 offenbart eine
Antriebsanordnung für
eine Schaukel, die an einem horizontalen Schwenkarm aufgehängt ist.
Zu beiden Seiten des Schwenkarms ist ein Antriebsmodul mit einem
L-förmigen
Antriebsarm vorgesehen, der mit einem Schaukelsitz gekoppelt ist,
um dessen Schaukelbewegung anzutreiben. Diese Schaukelanordnung
ist ebenfalls nicht variabel einsetzbar.
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GB 1,070,921 offenbart ein
Schaukel-Antriebsmodul, bei dem die Drehantriebskraft eines Antriebsmotors über ein
Getriebe auf eine hin- und herschwingende Achse übertragen wird, an der eine Schaukel
aufgehängt
ist. Weitere Einzelheiten des Betriebs des Antriebsmotors bei der
Resonanzfrequenz des von der Schaukel ausgebildeten physikalischen
Pendels sind nicht offenbart.
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US 4,616,824 offenbart ein
Schaukel-Antriebsmodul, bei dem eine regelmäßige Auf- und Abwärtsbewegung
eines Druckstempels die Schwingungsbewegung der Schaukel über einen
Kipphebel antreibt. Weitere Einzelheiten des Betriebs des Antriebs
bei der Resonanzfrequenz des von der Schaukel ausgebildeten physikalischen
Pendels sind nicht offenbart.
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US 2,564,547 offenbart ein
Schaukel-Antriebsmodul, bei dem ein Elektromotor die Schwingungsbewegung
der Schaukel über
ein Getriebe antreibt. Zwar kann die Drehzahl des Elektromotors
variiert werden, doch sind weitere Einzelheiten des Betriebs des
Antriebs bei der Resonanzfrequenz des von der Schaukel ausgebildeten
physikalischen Pendels nicht offenbart.
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US 4,491,317 offenbart ein
Schaukel-Antriebsmodul, bei dem eine regelmäßige Auf- und Abwärtsbewegung
eines Druckstempels die Schwingungsbewegung der Schaukel antreibt.
Weitere Einzelheiten des Betriebs des Antriebs bei der Resonanzfrequenz
des von der Schaukel ausgebildeten physikalischen Pendels sind nicht
offenbart.
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US 6,254,490 B1 offenbart
ein weiteres Schaukel-Antriebsmodul, bei dem die Schaukelbewegung über eine
oszillierende Exzenterbewegung angetrieben wird. Weitere Einzelheiten
des Betriebs des Antriebs bei der Resonanzfrequenz des von der Schaukel
ausgebildeten physikalischen Pendels sind nicht offenbart.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schaukel-Antriebsmodul zum
Antreiben der Schaukelbewegung eines Schaukelkörpers bereitzustellen, das
in einfacher Weise in einer energiesparenden Betriebsart betreibbar
ist und an unterschiedliche Lastzustände variabel angepasst werden
kann.
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch ein Schaukel-Antriebsmodul mit den Merkmalen nach Anspruch
1. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind
Gegenstand der rückbezogenen
Unteransprüche.
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Bei
einem Schaukel-Antriebsmodul gemäß der vorliegenden
Erfindung ist bzw. sind an der Schwingachse zumindest ein starrer
Schwingarm, bevorzugt zwei starre Schwingarme, vorgesehen, woran
der Schaukelkörper
beabstandet zur Schwingachse des Antriebsmoduls frei schwingend
aufgehängt
ist. Somit kann der Schaukelkörper
im Bedarfsfall auch manuell angetrieben werden oder die Schaukelbewegung
im automatischen Betrieb von Hand verändert werden, beispielsweise
unterstützt oder
vorübergehend
gestoppt werden. Einer Umschaltung des Antriebsmoduls bedarf es
hierzu grundsätzlich
nicht, wenngleich eine Sperre bzw. Bremse zum vorübergehenden
Feststellen des Schwingarms durchaus vorgesehen sein kann. Insgesamt
lässt sich
durch die erfindungsgemäße Anordnung
ein sehr kompakter Aufbau realisieren, so dass das erfindungsgemäße Schaukel-Antriebsmodul auch
von Hand getragen und rasch ummontiert werden kann, beispielsweise
im Bedarfsfall an einen Türrahmen
oder draußen
im Freien an einer entsprechenden Halterung.
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Erfindungsgemäß ist ein
Winkelsensor vorgesehen, wobei der Antriebsmotor auf der Grundlage der
so erfassten Winkelstellung gesteuert oder geregelt werden kann,
um eine Abweichung von der Resonanzfrequenz, bedingt beispielsweise
durch eine Änderung
der Masse und/oder Masseverteilung des Schaukelkörpers, zu erfassen, die zu
einer Veränderung
der Winkelstellung führen.
Denn im Betrieb exakt bei der Resonanzfrequenz wird sich die Winkelstellung
der Aufhängemittel
relativ zu dem zugeordneten Schwingarm nicht verändern.
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Erfindungsgemäß kann die
Eigen- bzw. Resonanzfrequenz oder die Schwingungsperiode des Schaukelkörpers vor
Inbetriebnahme einmalig oder ggfs. auch mehrmalig durch freies Schaukeln
des Schaukelkörpers
mit der bestimmungsgemäßen Masse,
d. h. mit vorgegebener Länge
und mit Kind bzw. Baby, bestimmt werden. In dem zweiten Modus wird
der Antriebsmotor dann mit der so bestimmten Frequenz betrieben
und der Antrieb so automatisch in den gewünschten Resonanzbereich überführt. Somit
lässt sich
ein besonders energie- und reibungsarmer Betrieb dann realisieren,
wenn der Antriebsmotor mit oder nahe der Resonanzfrequenz des von dem
Schaukelkörper
ausgebildeten physikalischen Pendels betrieben wird. Zu diesem Zweck
kann der Antriebsmotor eine Antriebskraft mit einer in Frequenz
und ggfs. zusätzlich
auch Phase veränderlichen
Antriebs- bzw. Drehfrequenz betrieben werden.
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Da
der Schaukelkörper
erfindungsgemäß beabstandet
zur Schwingachse frei schwingend aufgehängt ist, sind der Antriebsmotor
und das von dem Schaukelkörper
gebildete physikalische Pendel stets nicht starr miteinander gekoppelt,
so dass gemäß Anspruch
2 der Antriebsmotor fest mit der Schwingachse gekoppelt sein kann,
ohne dass eine Kupplung oder dergleichen zwischengeschaltet wäre.
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Gemäß den Ansprüchen 3 und
4 wird ein Exenterantrieb zum Antreiben der Schaukelbewegung verwendet,
wenngleich nach Anspruch 5 auch ein elektrischer Torque-Motor unmittelbar
auf die Schwingachse aufgesetzt bzw. aufgesteckt sein kann, um diese
anzutreiben.
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Ein
besonders kompakter Aufbau ist nach Anspruch 6 realisiert. Das Gehäuse kann
erfindungsgemäß so klein
dimensioniert sein, dass es in einen üblichen Türrahmen eingehängt werden
kann. Der sehr kompakte Aufbau lässt
sich insbesondere auch deshalb realisieren, weil erfindungsgemäß vergleichsweise
geringe Antriebsleistungen und somit Antriebsmotoren mit geringen
Abmessungen verwendet werden können.
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Gemäß Anspruch
7 kann das Antriebsmodul an zumindest zwei Befestigungsmitteln verrastet bzw.
verriegelt werden. Diese Befestigungsmittel können beispielsweise fest vorgegeben
sein, beispielsweise an einem Mauerwerk, Gerüstträger oder dergleichen, oder
können
mittels einer Halterung, die Bestandteil des erfindungsgemäßen Moduls
sein kann, an einem geeigneten Ort vorübergehend gehalten werden,
beispielsweise an einem Türrahmen, Garagentorrahmen,
einer Gebäudedecke
oder an einer Hausmauer. Gemäß Anspruch
8 werden bevorzugt sämtliche
Befestigungsmittel gleichzeitig verrastet bzw. freigegeben, und
zwar durch Verschieben eines in der länglichen Basis längsverschieblich
geführten
Verriegelungsschiebers in eine Verriegelungs- oder Freigabestellung.
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Gemäß Anspruch
9 ist der Verriegelungsschieber bevorzugt elastisch in die Verriegelungsstellung
vorgespannt, und zwar mit einer Kraft, so dass im bestimmungsgemäßen Betrieb
des Antriebsmoduls eine versehentliche Entriegelung ausgeschlossen
ist. Zum Entriegeln gegen die vorgenannte Vorspannkraft ist ein
geeigneter Betätigungsmechanismus
vorgesehen, der insbesondere als Hebelmechanismus, bevorzugt Kniehebelmechanismus,
ausgebildet sein kann.
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Ein
besonders kompakter Aufbau lässt
sich nach Anspruch 10 realisieren, insbesondere für einen
gehäuse-
oder kastenförmig
ausgebildeten Träger,
in welchem der Verriegelungsmechanismus gemeinsam mit den Antriebs-
und Steuermitteln angeordnet ist. Bevorzugt ist der Verriegelungsmechanismus
zwischen einer der Befestigung des kasten- oder gehäuseförmigen Trägers dienenden
Basis und der Schwingachse angeordnet und unmittelbar an der Basis
angebracht. Zu diesem Zweck sind in der Basis Öffnungen vorgesehen, die mit
Rastöffnungen des
Verriegelungsmechanismus fluchten bzw. korrespondierend zu diesem
ausgebildet sind, so dass die der Befestigung des Trägers dienenden
Befestigungsmittel durch die Öffnungen
der Basis durchgreifen können,
um von dem Verriegelungsmechanismus verrastet zu werden.
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Bei
einer Ausführungsform
nach Anspruch 11 kann die Halterung Bestandteil des Antriebsmoduls
sein, insbesondere das vorgenannte kasten- bzw. rechteckförmige Gehäuse lösbar an
den Befestigungsmitteln der Halterung verrastet werden.
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Die
Ausführungsform
gemäß den Ansprüchen 12
und 13 kann an einer üblichen
Türrahmen eingehängt werden,
zu welchem Zweck der Abstand zwischen vorderen und hinteren Haltemitteln,
die bevorzugt klammer- bzw. hakenförmig ausgebildet sind, um den
oberen Rand eines Türrahmens
zu umgreifen bzw. zu umklammern, verändert werden kann, dieser Abstand
dann aber auch festgestellt werden kann. Bevorzugt wird zur Abstützung an
einem Türrahmen
eine Dreipunktlagerung mit drei zueinander in Axialrichtung der
Schwingachse beabstandeten Auflagepunkten.
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Bei
der Ausführungsform
nach Anspruch 15 können
die vorgenannten Veränderungen
der Winkelstellung der Aufhängemittel
zu einer weiteren Steuerung oder Regelung des Antriebsmotors verwendet
werden.
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Figurenübersicht
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Nachfolgend
wird die Erfindung in beispielhafter Weise und unter Bezugnahme
auf die beigefügten
Zeichnungen beschrieben werden, woraus sich weitere Merkmale Vorteile
und zu lösende
Aufgaben ergeben werden und worin:
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1 in
einer schematischen Darstellung eine Schaukel mit einem Schaukel-Antriebsmodul gemäß der vorliegenden
Erfindung darstellt;
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2 in
einer vergrößerten Perspektivansicht
ein Schaukel-Antriebsmodul gemäß einer
ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung darstellt;
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3 in
einer perspektivischen Teilansicht das vordere Ende eines Schwingarms
mit zugeordnetem Winkelsensor des Antriebsmoduls gemäß der 2 darstellt;
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4 eine
in einen Türrahmen
eingehängte Halterung
zur Verwendung mit dem Antriebsmodul gemäß der 2 darstellt;
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5 in
einer perspektivischen Darstellung den Verriegelungsmechanismus
des Antriebsmoduls gemäß der 2 darstellt;
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6a in
einem schematischen Blockdiagramm die Ansteuerung eines erfindungsgemäßen Antriebsmoduls
darstellt;
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6b in
einem schematischen Zustandsdiagramm den Betrieb eines erfindungsgemäßen Schaukel-Antriebsmoduls
darstellt;
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7 eine
schematische Resonanzkurve eines von einer Schaukel gebildeten physikalischen Pendels
darstellt, das von einem erfindungsgemäßen Antriebsmodul bei oder
nahe der Resonanzfrequenz angetrieben werden soll;
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8 in
einer perspektivischen Darstellung ein Schaukel-Antriebsmodul gemäß einer
zweiten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung darstellt und
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9 in
einer perspektivischen Darstellung ein Schaukel-Antriebsmodul gemäß einer
dritten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung darstellt.
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In
den Figuren bezeichnen identische Bezugszeichen identische oder
im Wesentlichen gleich wirkende Elemente oder Elementgruppen.
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Ausführliche Beschreibung von bevorzugten
Ausführungsbeispielen
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Gemäß der 1 ist
ein erfindungsgemäßes Schaukel-Antriebsmodul 1 mit
einem kastenförmigen Gehäuse, in
dem sämtliche
zum Schaukelantrieb erforderlichen Antriebs- und Steuermittel angeordnet sind, an
einer Halterung 4 befestigt, die mittels hakenförmiger Halteelemente 46 am
oberen Rand eines Türrahmens 8 eingehängt ist.
Das Schaukel-Antriebsmodul 1 treibt
die Schaukelbewegung des von dem Schaukelsitz 2 und den
Aufhängegurten 29 ausgebildeten
physikalischen Pendels mit oder nahe dessen Eigen- bzw. Resonanzfrequenz
mit Hilfe von Schwingarmen 14 an, an denen die Aufhängegurte 29 frei
schwingend aufgehängt
sind.
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Die 2 zeigt
das Antriebsmodul 1 gemäß einer
ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in einem geöffneten Zustand. Das Gehäuse weist
eine plattenförmige
Basis 10 auf, die dem oberen Ende des Türrahmens zugewandt ist und
an der Haltewinkel 12 zur drehbeweglichen Lagerung der Antriebs-
bzw. Schwingachse 11 und ein Haltewinkel 16 zur
Halterung des Antriebsmotors 17 befestigt sind. Ferner
ist an der Basis 10 ein Verrastungsmechanismus 50 befestigt,
der nachfolgend anhand der 5 beschrieben
wird. An den beiden Enden der Schwingachse 11 sind Schwingarme 13 starr
mit dieser verbunden, an denen jeweils ein Kopplungsarm bzw. Fortsatz
befestigt ist, mit einer Achse 15, an welcher der jeweilige
Aufhängegurt 29 zur
Aufhängung des
darunter befindlichen Schaukelkörpers
(vgl. 1) vorgesehen ist. Die Abtriebswelle 18 des
Antriebsmotors 17 ist über
eine Pleuelstange 19 mit einem Exzenter 20 und
der Schwingachse 11 fest gekoppelt, um den Exzenter 20 mit
einer vorbestimmten Frequenz hin und her zu bewegen, die der Resonanzfrequenz
des von dem Schaukelkörper
ausgebildeten physikalischen Pendels entspricht oder ganz besonders
bevorzugt gleich dieser Resonanzfrequenz ist.
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Wie
man in der 2 erkennen kann, sind die Aufhängegurte 29 und
der Schaukelkörper
frei schwingend an den Schwingarmen 13, 14 aufgehängt. Selbst
im laufenden Betrieb des Antriebsmotors 17 kann die Schaukel
angestoßen
oder vorübergehend
festgehalten bzw. abgebremst werden. Eine aufwendige Kupplung oder
dergleichen ist somit erfindungsgemäß nicht erforderlich. Aufgrund
des Betriebs bei der Resonanzfrequenz kann die Leistungsaufnahme
des Antriebsmotors 17 sehr gering sein. Ein Schaukelbetrieb
mit Babys bzw. Kleinkindern kann erfindungsgemäß mit Gleichstrom-Kleinstmotoren
mit einer Aufnahmeleistung von nur wenigen Watt erreicht werden.
Dies ermöglicht
einen äußerst kompakten
Aufbau des erfindungsgemäßen Antriebsmoduls.
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Zwischen
der Schwingachse 11 und der Basis 10 ist gemäß der 2 der
Verriegelungsmechanismus 5 angeordnet. Dieser ist bevorzugt
unmittelbar an der Basis 10 befestigt. Wie der 2 entnommen
werden kann, können
die Basis 10 und sämtliche
Seitenteile des kastenförmigen
Gehäuses
(vgl. 1) aus Standard-Metallprofilen oder auch Standard-Kunststoffprofilen
gefertigt werden.
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Die 3 zeigt
weitere Einzelheiten eines der Aufhängung der Schaukel dienenden
Schwingarms 14. An dessen vorderem Ende ist ein nockenförmiger Haltekörper 210 befestigt,
dessen oberer Rand als Aufhängung
des Aufhängegurts 29 dient, der
auch an diesen befestigt sein kann, jedoch bevorzugt nur auf diesem
aufliegt. Der Haltekörper 210 weist
einen geradlinigen Randabschnitt 211 auf, an dem der Aufhängegurt 29 abschnittsweise
geführt
ist, so dass auf diesen Antriebskräfte übertragen werden können, sowie
einen abgerundeten bzw. gekrümmten
Randabschnitt 212. Der Haltekörper 210 kann mit einem
Winkelsensor 31 gekoppelt sein, zur Ermittlung der Winkelstellung
des Haltekörpers 210 bzw. Aufhängegurts 29 relativ
zu dem Schwingarm 14, wie nachfolgend ausführlicher
dargelegt.
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Bei
einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform treibt das erfindungsgemäße Antriebsmodul
eine Baby- oder Kinderschaukel, die an den oberen Rand eines Türrahmens
eingehängt
werden kann. Zu diesem Zweck weist das erfindungsgemäße Antriebsmodul
gemäß der 4 eine
Halterung 4 auf, die eine Basis 40 mit zwei Trägern 41 aufweist, an
deren vorderem Ende zwei pilzförmige
Verrastungsköpfe 42 vorgesehen
sind. Diese werden auf diese Weise innerhalb des Türrahmens 8 und
beabstandet und mittig zu diesem gehalten. Vom vorderen Ende der
Basis 40 ragen zwei vordere Halteklammern 46 ab,
an deren oberen Ende jeweils ein Haken 48 zum Einhängen in
den oberen Rand 9 des Türrahmens 8 vorgesehen
ist. Nach hinten hin ragt mittig von der Basis 40 ein Träger 43 mit
einer Verstellschiene 44 ab. Auf der Verstellschiene 44 ist
ein Einstellschuh 45 gleitbeweglich längsgeführt, der mit dem dargestellten
Betätigungshebel
freigegeben und wieder geklemmt werden kann. Dadurch kann der Abstand
zwischen dem hinteren Haltewinkel 47 und den beiden vorderen,
als Haltewinkel ausgebildeten Haltelementen 46 verändert werden,
wie durch den Doppelpfeil angedeutet. Der hintere Haltewinkel 47 geht
in einen Haken über,
vergleichbar zu dem Haken 48, zum Einhängen in den oberen Rand des
Türrahmens 8.
Gemäß der 4 ist
der hintere Haltewinkel 47 mittig zwischen den beiden vorderen
Haltewinkeln 46 angeordnet, so dass insgesamt eine symmetrische
Dreipunktlagerung des Antriebsmoduls an dem oberen Ende des Türrahmens 8 ausgebildet
ist. Durch einfaches Freigeben des Einstellschuhs 45, Öffnen der
Halterung, Einhängen
der vorderen Haltewinkel 46 in den oberen Rand 9 des
Türrahmens 8, durch
Einhängen
der hinteren Haltewinkel 47 in den oberen Rand des Türrahmens 8 und
Verriegeln des Einstellschuhs 45 kann die Halterung 4 in
einen Türrahmen
mit beliebigen Abmessungen in einfacher Weise eingehängt und
von diesem wieder abgenommen werden. Die pilzförmigen Verrastungsköpfe 42 werden
so unter einem vorbestimmten Abstand zueinander an dem Türrahmen 8 gehalten.
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Entsprechende
Halterungen, bei denen entsprechende Verrastungsköpfe unter
dem gleichen Abstand an einem anderen Objekt gehalten bzw. vorgesehen
sind, beispielsweise an einem Schaukelgerüst, dem Rahmen eines Garagentors
oder an einer Hauswand, können
optional ebenfalls vorgesehen sein, um das erfindungsgemäße Antriebsmodul
an einem anderen Ort zuverlässig
zu befestigen.
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Zur
einfachen und raschen Befestigung dient der in der 5 dargestellte
Verriegelungsmechanismus 5, der gemäß der 2 innerhalb
des kastenförmigen
Gehäuses
des erfindungsgemäßen Antriebsmoduls
angeordnet ist. Gemäß der 5 weist
der Verriegelungsmechanismus 5 eine längliche und als Hohlprofil
ausgebildete Basis 50 auf, in welcher ein Schieber 51 längsverschieblich
geführt
ist. Zur Begrenzung der vorderen und hinteren Endstellung des Schiebers 51 sind
in diesem zwei Langlöcher 56 ausgebildet,
deren Endbereiche in den beiden Endstellungen an Anschlagzapfen 57anliegen,
die an der Basis 50 oder einem zugeordneten Träger befestigt sind.
In dem Schieber 51 sind zumindest zwei Verriegelungsnuten 52 ausgebildet,
die zur Aufnahme der pilzförmigen
Verrastungsköpfe 42 der
Halterung (vgl. 4) dienen und korrespondierend
zu diesen ausgebildet sind. In einer Verriegelungsstellung des Schiebers 51 greift
eine am jeweiligen Ende der Verriegelungsnut 52 ausgebildete
Klaue oder dergleichen in den pilzförmigen Verrastungskopf 42 ein,
um diesen zuverlässig
zu verrasten. Damit die Verriegelungsstellung des Schiebers 51 nicht
versehentlich freigegeben wird, ist der Schieber 51 mittels
einer Feder 55 in die Verriegelungsstellung vorgespannt,
wobei die Federkraft der Feder 55 so bemessen ist, dass
Kräfte,
die im bestimmungsgemäßen Betrieb der
Schaukel auftreten, den Schieber 51 nicht aus der Verriegelungsstellung
zurückschieben
können. Zur
Betätigung
des Schiebers 51 dient ein geeigneter Betätigungsmechanismus,
der bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß der 5 als
zweiteiliger Kniehebelmechanismus mit einem ersten Hebel 53 und
einem zweiten Hebel 54 ausgebildet ist. Das vordere Ende des
zweiten Hebels 54 durchgreift dabei einen in einem Seitendeckel
des kastenförmigen
Gehäuses des
Antriebsmoduls ausgebildeten Schlitz, und steht so seitlich aus
dem Gehäuse
des Antriebsmoduls vor, um von außen bedient werden zu können. In
der vorgespannten Verriegelungsstellung des Betätigungsmechanismus sind somit
die pilzförmigen
Verrastungszapfen verriegelt und nur durch aktives Betätigen des
zur Betätigung
dienenden Hebels 54 kann der Verriegelungsmechanismus 5 wieder
freigegeben werden. In dem Gehäuse
des Antriebsmoduls sind Öffnungen
korrespondierend zu Öffnungen in
der Basis des Betätigungsmechanismus
ausgebildet, sodass die pilzförmigen
Verrastungsköpfe
das Gehäuse
des Antriebsmoduls durchgreifen und in die Verriegelungsnuten eingreifen
können.
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Das
Betriebsverhalten des Antriebsmoduls wird von dem bekannten Schwingungsverhalten
eines physikalischen Pendels geprägt, das beispielhaft anhand
der 7 erläutert
sei. Die Schwingungsfrequenz eines Pendels hängt bekanntermaßen von
der Länge
des Pendels ab, bei dem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel also von dem
Abstand des Masseschwerpunkts des anzutreibenden Schaukelkörpers zu
dem Aufhängepunkt,
also beispielsweise der Achse 15 am vorderen Ende des Schwingarms 14 (vgl. 2).
Je nach Massenverteilung des Babys bzw. Kindes, das sich in der
Schaukel befindet, wird diese Resonanzfrequenz somit variieren.
In die Breite des Resonanzpeaks gemäß der 7 gehen
Reibungs- und Dämpfungseffekte
ein.
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Bei
einem erfindungsgemäßen Antriebsmodul
kann die Länge
der Aufhängegurte
bzw. Aufhängemittel
verändert
werden, so dass die Resonanzfrequenz des von dem Schaukelkörper gebildeten
physikalischen Pendels keine Konstante ist sondern variieren kann.
Diese Resonanzfrequenz kann bei einem erfindungsgemäßen Antriebsmodul
vor Inbetriebnahme des Antriebsmotors einmalig bestimmt werden.
Zu diesem Zweck ist gemäß der 6a nahe
der Achse 15 ein Winkelsensor 31 vorgesehen, der
die Winkelstellung des der Aufhängung
des Schaukelsitzes 2 dienenden Aufhängegurts 29 relativ zu
dem mit der Schwingachse bzw. Antriebswelle 11 gekoppelten
Schwingarm 14 misst. In diesem Zusammenhang erweist es
sich nun als vorteilhaft, dass erfindungsgemäß die Schaukel 2 frei
an dem Schwingarm 14 aufgehängt ist. Die Schaukel 2 kann also
manuell ausgelenkt werden, um frei zu schwingen, und aus einer solchen
Schwingung, beispielsweise vor Inbetriebnahme des Antriebsmoduls,
kann mit Hilfe des Winkelsensors 31 die Schwingungsperiode
einer Schwingung ermittelt werden, optional auch gemittelt über mehrere
Schwingungen. Hierzu braucht keine Kupplung oder Bremseinrichtung
betätigt
werden. Das Signal des Winkelsensors 31 wird in eine zentrale
Steuer- und Regelungseinrichtung 30 eingegeben, die den
Antriebsmotor 6 mit der oder nahe der so ermittelten Schwingungsfrequenz
antreibt. Somit kann die Schaukel erfindungsgemäß mit der individuellen Eigenfrequenz
des von dem Schaukelkörper
gebildeten physikalischen Pendels angetrieben werden. Wie vorstehend
anhand der 3 beschrieben, kann die Winkelstellung
der Aufhängegurte 29 auch
im laufenden Betrieb relativ zu dem Schwingarm 14 gemessen
werden. Im eingeschwungenen Zustand und im Betrieb bei der Resonanzfrequenz
werden die Aufhängegurte 29 synchron
zu den Schwingarmen 14 schwingen, sich deren Winkelstellung
relativ zu den Schwingarmen nicht verändern. Durch Veränderung
der Masseverteilung oder externer Einflüsse kann es jedoch zu einer Änderung
der Resonanzfrequenz oder der Schwingungsphase kommen, was durch
entsprechende Nachregelung der Drehfrequenz und/oder -phase des
Antriebsmotors mittels der Steuer- und Regelungseinrichtung 30 (vgl. 6a)
kompensiert werden kann.
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Bei
der eingesetzten Elektronik handelt es sich bevorzugt um ein mikrocontroller-basiertes
System mit einem PWM-Modul (pulse width modulation control) für die Drehzahlregelung
des elektrischen Antriebsmotors.
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Der
Betrieb wird nachfolgend anhand der 6b beschrieben.
In dem Schritt S2 werden sämtliche
Systemparameter zurückgesetzt,
bevorzugt auf einen vorgebbaren Standardwert. In dem Schritt S3 wird
auf einen manuellen Schwingungsvorgang der Schaukel gewartet. Hierzu
wird die Winkelstellung der Aufhängegurte überwacht.
Im Falle einer manuellen Schwingung, die eine vorgebbare Schwingungsamplitude überschreitet,
wird aus einer Schwingung, optional auch gemittelt über mehrere Schwingungen,
die Schwingungsperiode und so die Resonanzfrequenz des von der Schaukel
gebildeten physikalischen Pendels bestimmt (Schritt S4). In dem Schritt
S5 berechnet die zentrale Steuerungseinrichtung eine Motorbetriebsspannung
für den
Antriebsmotor. Im Betrieb wird die Winkelstellung der Aufhängegurte
in dem Schritt S7 permanent überwacht. Durch
die Schritte S5 bis S11 wird eine Rückkopplungsschleife durchlaufen,
in welcher die Erregerfrequenz stets optimal auf die Eigenfrequenz
des Pendels abgestimmt wird.
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Für die Drehzahlregelung
des Antriebsmotors ist ein PWM-Modul vorgesehen. Für die Bedienung
des Schaukelantriebs sind lediglich drei Tastschalter sowie eine
LED oder dergleichen vorgesehen, nämlich:
- 1.
ein Reset-Schalter für
die erstmalige oder wiederholte Grundeinstellung der Schaukelfrequenz;
- 2. eine Plus-Taste für
die manuelle Vergrößerung bzw.
die stufenlose Einstellung des Schaukelwinkels;
- 3. eine Minus-Taste für
die manuelle Verkleinerung bzw. die stufenlose Reduzierung des Schaukelwinkels;
- 4. eine LED oder dergleichen, die den Status des Bedienzustands
angibt.
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Der
Schaukel-Elektronik werden die Signale des Winkelsensors eingegeben.
Dieser liefert gleichermaßen
die aktuelle Schwingzeit der Schaukel sowie permanent einen Status über den
aktuell erreichten Schwingwinkel. Die erforderliche Motorspannung
steht in direkter Abhängigkeit
von der jeweils eingestellten bzw. genutzten Pendellänge des Pendels.
Mit zunehmender Pendellänge
muss die Motorspannung entsprechend eines Kennfeldes reduziert werden,
um die jeweils gültige
natürliche Schaukelfrequenz
zu erreichen.
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Die
Elektronik folgt dabei dem Zustandsdiagramm gemäß der 6b. Ein
Reset der Schaukel ist nur erforderlich, wenn sich die Pendellänge oder die
Masseverteilung der Schaukel wesentlich geändert hat. Einmal auf die Pendellänge abgestimmt, muss
fortan einfach nur die Stromversorgung ein- und wieder ausgeschaltet
werden.
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Gemäß der 8 wird
statt des Gleichstrom-Kleinmotors ein elektrischer Linearantrieb 23 verwendet,
der über
eine starre Stange 24 den Exzenter 20 antreibt.
Gemäß der 9 ist
ein elektrischer Torque-Motor 25 unmittelbar auf die Schwingachse 11 aufgesetzt
bzw. aufgesteckt und über
eine Drehmomentstütze 26 an
einem Träger 27 abgestützt, der
mit der Basis 10 gekoppelt ist. Selbstverständlich können auch
andere Antriebe eingesetzt werden.
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Das
erfindungsgemäße Antriebsmodul
kann für
unterschiedliche Anwendungen eingesetzt werden. Das Antriebskonzept
ist gleichermaßen
geeignet, um eine Baby- oder Kinderschaukel oder auch eine Erwachsenenschaukel
anzutreiben. Die wesentlichen Anwendungsgebiete sind somit beispielhaft: Baby-
und Kinderschaukel, Erwachsenenschaukel, Baby- und Kinder-Hängematte,
Erwachsenen-Hängematte;
Antrieb-Rahmenschaukel; Antrieb von Großschaukeln, z. B. in Freizeitparks,
Hollywoodschaukel (auch für
mehrere Personen); Antrieb für Ausstellungsanwendungen;
universelle Schaukel-Apparate; andere industrielle Schaukelanwendungen.
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Erfindungsgemäß kann dasselbe
Antriebsmodul für
die unterschiedlichsten Anwendungen eingesetzt werden, wahlweise
Indoor und Outdoor. Durch die einfach zu bedienende Schnellmontagevorrichtung
kann das Antriebsmodul an beliebigem Ort genutzt werden. Statt der
offenbarten Aufhängegurte
können
auch beliebige andere Verbindungsmittel verwendet werden, beispielsweise
Seile, Ketten oder Stangen, wobei stets die Pendellänge auch
verstellbar sein kann. Aufgrund der geringen Leistungsaufnahme des
elektrischen Antriebsmotors kann dieser auch batterie- oder akkubetrieben
oder mit Hilfe eines Solarmoduls gespeist werden.