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Die
Erfindung betrifft eine Holzbalkendecke, die zumindest mehrere,
eine tragende Funktion ausübende Balken umfasst, in deren
jeweiligen oberen Bereich eine Rohdeckenschale angeordnet ist und an
denen gegebenenfalls – jeweils unterseitig – eine auf
Lattung aufgebrachte Unterdecke befestigt ist.
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Als
Holzbalkendecke wird in der Bautechnik eine Geschossdecke bezeichnet,
deren tragende Elemente aus Holz sind, in Form von gesägten
oder gehauenen Deckenbalken, die sogenannte Balkenlage.
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Holzbalkendecken
waren bis etwa 1940 bei Mehrfamilienhäusern üblich,
bei Einfamilienhäusern bis etwa 1960. Ab diesem Zeitpunkt
lösten Decken aus Stahlbeton die Holzbalkendecken ab. Neben
den aus künstlichen oder natürlichen Bausteinen
gefertigten Ein- und Mehrfamilienhäusern erfreuen sich
zunehmend jedoch wieder (Fertig)-Häuser aus Holz zunehmender
Beliebtheit.
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Die
aus Holzbalken gefertigten Deckenkonstruktionen neigen sehr stark
zur Übertragung von Trittschall. Daher ist insbesondere
für zu sanierende Wohngebäude oder für
Fertighäuser aus Holz ein aufwändiger Aufbau der
Deckenkonstruktion notwendig. Zur Minderung des Trittschalls muss
die Holzbalkendecke beschwert werden, was üblicherweise durch
Befüllung zwischen den Balken erreicht wird. Das Füllmaterial,
die Schüttung, besteht beispielsweise aus Hochofenschlacke
oder Sand, der auf einem sogenannten „Fehlboden” aus
Holzbrettern liegt.
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Bei
der Sanierung von Holzbalkendecken aufweisenden Mehrfamilienhäusern
wird anstelle von Hochofenschlacke oder Sand eine Dämmung
aus Mineralwolle eingesetzt. Derartig sanierte Holzbalkendecken
haftet jedoch der Nachteile an, dass diese – im Vergleich
zu zeitgemäßen Stahlbetondecken – nur
eine geringe Trittschalldämmung, insbesondere im tieffrequenten
Bereich, aufweisen.
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Ein
dahingehend verbesserte trittschalldämmende Holzbalkendecke
ist in der
DE 2006 013 348 beschrieben.
Die Holzbalkendecke wird hierbei gebildet durch mehrere, eine tragende
Funktion ausübende Balken, in deren jeweiligen oberen Bereich
eine Rohdeckenschale angeordnet ist und an denen – jeweils
unterseitig – eine auf Lattung aufgebrachte Unterdecke
befestigt ist. Kennzeichnend für diese Erfindung ist, dass
zwischen dem jeweiligen tragenden Balken und der Rohdeckenschale – wenigstens längs
einer der Seiten des Balkens – ein aus zwei weiteren Balken
bestehender, mittels einer elastischen Schicht zusammengehaltener,
den Abstand/Luftspalt zur Unterseite der Rohdeckenschale mittels
Befestigungsmittel fixierbarer Balkenverbund angeordnet ist.
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Obwohl
mit der vorgenannten konstruktiven Lösung die Trittschallübertragung
gegenüber konventionellen Holzbalkendecken signifikant
verringert werden konnte, so ist diese, insbesondere im mittelfrequenten
Bereich, noch zu verringern.
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Die
Aufgabe der Erfindung besteht nunmehr darin, eine Holzbalkendecke
vorzuschlagen, die bei einer geringen Aufbauhöhe und ohne
Eingriff an der Unterdecke eine signifikante Trittschallminderung über
den gesamten bauakustischen Frequenzbereich gewährleistet
und dabei den Vorschriften des Denkmalschutzes in vollem Umfang
gerecht wird.
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Nach
der Konzeption der Erfindung umfasst die Holzbalkendecke zumindest
mehrere, eine tragende Funktion ausübende Balken, in deren
jeweiligen oberen Bereich eine Rohdeckenschale angeordnet ist und
an denen gegebenenfalls – jeweils unterseitig – eine
auf Lattung aufgebrachte Unterdecke befestigt ist. Kennzeichnend
für die Erfindung ist, dass die Rohdeckenschale einen hohen
inneren Materialverlustfaktor aufweist, wodurch eine signifikante Reduzierung
des von der trittschallangeregten Rohdeckenschale in den Raum zwischen
den Holzbalken, das Gefach, abgestrahlten Luftschalles erzielt wird.
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Bei
einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Holzbalkendecke
neben der erfindungsgemäßen Rohdeckenschale zumindest mehrere,
eine tragende Funktion ausübende Balken, in deren jeweiligen
oberen Bereich eine Rohdeckenschale angeordnet ist und an denen
gegebenenfalls – jeweils unterseitig – eine auf
Lattung aufgebrachte Unterdecke befestigt ist, wobei zwischen dem
jeweiligen tragenden Balken und der Rohdeckenschale – wenigstens
längs einer der Seiten des Balkens – ein aus zwei
weiteren Balken bestehender, mittels einer elastischen Schicht zusammengehaltener,
den Abstand/Luftspalt zur Unterseite der Rohdeckenschale mittels
Befestigungsmittel fixierbarer Balkenverbund angeordnet ist.
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Der
als Kenngröße für die Absorption von Körperschall
bzw. Dämpfung von Schwingungen in Materialien und Bauteilen
dienende Materialverlustfaktor beträgt vorzugsweise > 0,05.
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Ein
hoher Materialverlustfaktor kann beispielsweise erzielt werden,
in dem die Rohdeckenschale nicht nur einschichtig, sondern auch
mehrschichtig ausgebildet wird. Vorzugsweise kommen hierbei Sandwichsysteme
zum Einsatz, die gegenüber homogenen Dämpfungsbelegen
bei gleicher Belagdicke einen höheren Verlustfaktor aufweisen.
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Bei
einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung besteht die Rohdeckenschale
aus einer mit Sand gefüllten Wabenkernplatte. Die Wabenkernplatte
kann besonders vorteilhaft in Sandwichbauweise gefertigt werden,
wobei die beiden äußeren Schichten jeweils aus
Pappe und die Zwischenschicht aus mit Sand gefüllten Waben
bestehen. Alternativ kann anstelle von Sand auch eine andere feinkörnige,
massebehaftete Schüttung eingesetzt werden.
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Der
Weg des Erfindungsgedankens wird auch nicht verlassen, wenn zusätzlich
zu der erfindungsgemäßen Rohdeckenschale auch
weiterhin eine Schüttung eingesetzt wird. Diese Schüttung
ist jedoch nicht zwangsläufig notwendig, sondern würde nur
für denjenigen Fall vorgesehen werden, bei der ein Rückbau
der ohnehin vorhandenen Schüttung zu aufwändig
wäre.
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Die
signifikanten Vorteile und Merkmale der Erfindung gegenüber
dem Stand der Technik sind im Wesentlichen:
- • sowohl
im tieffrequenten Bereich als auch im mittelfrequenten Bereich wird
eine effiziente Trittschalldämmung erzielt,
- • ohne Veränderung der oftmals mit Stuck verkleideten
Unterdecke kann eine Holzbalkendecke mit nur geringer Aufbauhöhe
erzielt werden und
- • der hohe innere Materialverlustfaktor der Rohdeckenschale
gewährleistet eine geringe Luftschallabstrahlung der trittschallerregten
Rohdeckenschale in das Gefach und bewirkt somit eine deutliche Reduzierung
des mittelfrequenten Trittschalls.
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Die
Ziele und Vorteile dieser Erfindung sind nach sorgfältigem
Studium der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung der
hier bevorzugten, nicht einschränkenden Beispielausgestaltung
der Erfindung mit der zugehörigen Zeichnung besser zu verstehen
und zu bewerten, welche zeigt:
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1:
eine Schnittdarstellung der erfindungsgemäßen
Holzbalkendecke mit zusätzlicher Schüttung.
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Die
erfindungsgemäße Holzbalkendecke weist im dargestellten
Beispiel zwei, eine tragende Funktion ausübende Balken 9 auf,
in deren jeweiligen oberen Bereich eine Rohdeckenschale 10 angeordnet
ist und an denen – jeweils unterseitig – eine
auf Lattung aufgebrachte Unterdecke 11 befestigt ist, wobei
zwischen dem jeweiligen tragenden Balken 9 und der Rohdeckenschale 10 – wenigstens
längs einer der Seiten des Balkens 9 – ein
aus zwei weiteren Balken 6, 8 bestehender, mittels
einer elastischen Schicht 7 zusammengehaltener, den Abstand/Luftspalt
zur Unterseite der Rohdeckenschale 10 mittels Befestigungsmittel
fixierbarer Balkenverbund 6, 7 und 8 angeordnet
ist. Der Balkenverbund 6, 7 und 8 ist
im Bereich der Balkenleiste 8 mit dem Balken 9 mittels
eines aus Holz bestehenden U-Profils 1 verbunden, vorzugsweise
durch eine Klebe- oder Schraubverbindung. Die homogen aufgebaute
Rohdeckenschale 10 weist hierbei einen sehr hohen inneren
Materialverlustfaktor von 0,1% auf. Zusätzlich zu der den
Luftschall reduzierenden Rohdeckschale 10 weist die Holzbalkendecke
einen Fehlboden 4 auf, der mittels Leisten zwischen jeweils
zwei Balken 9 arretiert ist. Im Bereich unterhalb des Fehlbodens 4 ist eine
leichte, schallabsorbierende Schüttung 5 platziert.
Oberhalb des Fehlbodens 4 ist hingegen eine schwere Schüttung 3 in
Form von recyceltem Bauschutt angeordnet.
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- 1
- U-Profil
- 2
- Kleber
- 3
- schwere
Schüttung
- 4
- Fehlboden
- 5
- schallabsorbierende
Schüttung
- 6
- Fußbodenleiste
- 7
- elastische
Schicht
- 8
- Balkenleiste
- 9
- Balken
- 10
- Rohdeckenschale
- 11
- Unterdecke
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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