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Die Erfindung betrifft einen Zentralverschluss für Kamera-Objektive mit einem ringförmig die Verschlussöffnung umgreifenden Lamellenträger, auf dem mindestens zwei kreissymmetrisch zueinander angeordnete ortsfeste Zapfen angeordnet sind, auf denen sichelförmige Verschlußlamellen schwenkbar gelagert sind.
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Aus
AT 254 689 B ist ein selbstspannender Zentralverschluss für fotografische Zwecke bekannt, bei dem eine Grundplatte eine zentrale Lichtdurchgangsöffnung enthält. An der Grundplatte sind zwei Verschlusslamellen um diametral zueinander liegende ortsfeste Zapfen schwenkbar gelagert. Zum Verschwenken der Verschlusslamellen aus der Schließ- in die Offenstellung und umgekehrt ist ein Lamellenbetätigungsteil vorgesehen, der als Antriebsring ausgebildet ist. Der Antriebsring ist um einen die Lichtdurchtrittsöffnung umgebenden Flansch der Grundplatte drehbar gelagert. Er besitzt einander diametral gegenüber liegende Anne, die mit fest in ihnen sitzenden Bolzen in Schlitze in den Verschlusslamellen eingreifen. Die Schlitze verlaufen radial zu den Zapfen, um die die Verschlusslamellen schwenkbar sind. Die Bolzen sind in kreisbogenförmigen Schlitzen in der Grundplatte geführt.
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Zum Verdrehen des Antriebsringes dient ein Hebelgetriebe, das einen Treibhebel aufweist. Der Treibhebel ist um eine in der Grundplatte sitzende Drehachse gelagert und durch eine Zugfeder belastet. Der Treibhebel bildet zusammen mit einem Schwinghebel ein Kniehebelpaar. Der Schwinghebel ist schwenkbar an den Antriebsring angelenkt. Mit dem Treibhebel gekoppelt ist ein Spann- und Auslösehebel.
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Beim Spannen wird die am Treibhebel befestigte Zugfeder gespannt und der am Antriebsring befestigte Schwinghebel zieht die Verschlußlamellen in die Offenstellung. Beim Auslösen wird der Treibhebel durch Federspannung zurückgezogen und der Schwinghebel dreht den Antriebsring zurück in die Schließstellung.
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Der mechanische Aufwand an Teilen ist groß und die Vielzahl von Lager- und Führungselementen erhöht die Gefahr des Verschleißens und Schwingens der beschleunigten Teile. Die erreichbaren kurzen Öffnungszeiten sind nicht befriedigend.
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Aus
DE 2 251 758 A ist ein fotografischer Zentralverschluss bekannt, bei dem auf einem Lamellentragring kreissymmetrisch verteilt mehrere Bolzen als Drehlager für die Verschlusslamellen angeordnet sind. Die Verschlusslamellen enthalten jeweils ein in radialer Richtung vom Drehlager beabstandetes Loch, in das jeweils ein auf einem Antriebsring befestigter Bolzen eingreift. Über ein motorisch angetriebenes Hebelwerk kann der Antriebsring vor- und zurückgestellt werden, wodurch die Verschlusslamellen in die Verschlussöffnung hinein und aus dieser heraus bewegt werden.
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Zum Öffnen und Schließen des Zentralverschlusses muß die Drehrichtung des Antriebsmotors umgeschaltet werden. Die dabei notwendigerweise entstehenden Totzeiten begrenzen die erreichbaren kurzen Öffnungszeiten. Für eine schnell beschleunigte Drehung des Antriebsringes sind kräftige Motoren mit einem entsprechenden Energiebedarf notwendig. Die bei der Beschleunigung der Verschlusslamellen auf die Antriebslöcher einwirkenden Kräfte sind groß und führen zu einem frühen Verschleiß und zu relativ lauten Geräuschen.
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Aus
WO 89/10580 A1 ist ein elektromagnetischer Verschluss bekannt, bei dem auf einem ringförmigen, die Verschlussöffnung umgreifenden Lamellenträger mehrere kreissymmetrisch zueinander angeordnete Zapfen angeordnet sind, auf denen sichelförmige Verschlusslamellen schwenkbar gelagert sind. Mit den Verschlusslamellen stehen ebenfalls auf den Zapfen gelagerte ringförmige Permanentmagnete im exzentrischen Eingriff, die über elektrisch gesteuerte Magnetfelder vor- und zurückgedreht werden. Die aus einem Stift und einer Bohrung bestehende Exzenter-Kopplung zwischen Permanentmagnet und Blendenlamelle ist verschleißanfällig und relativ träge.
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Aus
FR 2 697 924 A1 ist ein elektromagnetischer Verschluss bekannt, der aus zwei je auf einem Zapfen schwenkbar gelagerten Verschlusslamellen besteht, die über einen gemeinsamen Schwenkantrieb in eine Offen und Geschlossenstellung schwenkbar sind. Der Schwenkantrieb greift dazu in einen zwischen den Zapfen liegenden Überlappungsbereich der Verschlusslamellen ein.
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Aus
US 4 985 724 A ist ein Verschluss für eine Autofokuseinrichtung bekannt. Zwei Verschlusslamellen sind auf einander gegenüber liegenden Zapfen am Rand einer in Abhängigkeit von einem Autofokussignal drehbaren Ringscheibe gelagert, die mit einer Stellscheibe gekoppelt ist. Die Stellscheibe bewegt die Verschlusslamellen von einer Geschlossen- in eine Offenstellung und umgekehrt. Die Stellscheibe ist in einem begrenzten Randbereich mit einer Zahnung versehen, in die eine Rastklinke zur Positionssicherung eingreift. Die Anordnung ist so ausgelegt, dass bei einer Drehrichtungsumkehr der Ringscheibe eine Bildbelichtung beschleunigt abgeschlossen wird.
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Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, den Bauteileaufwand zu reduzieren und damit den Bauraum zu verkleinern, den Stromverbrauch der Antriebsmotoren zu verringern und gleichzeitig die kurzen Öffnungszeiten weiter herabzusetzen. Die Kraftübertragung beim Verschwenken der Verschlusslamellen sollte verschleiß-, geräusch- und schwingungsarm sein.
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Diese Aufgabe wird bei einem Zentralverschluss der eingangs genannten Art erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 und 18 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Merkmalen der Unteransprüche. Ein Verfahren zum Betrieb des Zentralverschlusses ergibt sich aus den Merkmalen der Ansprüche 16 und 17.
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Durch die Zuordnung eines separaten, unter Federvorspannung stehenden Schwenkarmes zu jeder der Verschlusslamellen wird erreicht, daß eine motorisch erzeugte Verstellkraft nicht unmittelbar an den Verschlusslamellen angreift. Die Rückstellung der einzelnen Verschlußlamellen aus der Offenstellung in die Schließstellung erfolgt durch eine an ihr Gewicht und evtl. Reibungskräfte zwischen den Flächen der Verschlusslamellen angepasste individuelle Federkraft. Die Federkraft kann relativ gering gehalten werden, so daß bei der Rückstellung eine gedämpfte Anlage an dem Anschlag der Schwenkarme erfolgt. Das reduziert die Verschlussgeräusche und verringert die Gefahr von Schwingungen. Die Federkraft kann an die gewünschten Verschlusszeiten angepasst werden. Die Dämpfung kann beim Anschlag durch die Formgebung und Materialwahl für den Schwenkarm optimiert werden.
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Zweckmäßigerweise kann der Schwenkarm als rahmenförmiger Steg ausgebildet werden, der mit der Verschlusslamellenfläche so verbunden ist, daß der Steg beim Anschlag als Dämpfungsfeder wirkt.
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Eine flächige Verbindung des Schwenkarmes mit der Verschlusslamelle sorgt für eine größere Übertragungsfläche für die auf die Verschlusslamelle einwirkenden Beschleunigungskräfte und stabilisiert die Fläche der dünnen Verschlusslamelle.
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Ein wesentliches Erfindungselement ist die Nockenscheibe als Antriebselement für das Verschwenken der Verschlusslamellen. Durch Drehen der Nockenscheibe werden die Schwenkarme von ihren Anschlägen abgehoben und gleiten über den Nockenkopf hinweg. Da die Schwenkarme in der einen Schwenkrichtung von ihrem Anschlag festgehalten werden, können sie nur in einer Richtung gegen die Federvorspannung angehoben werden. Die Verschlussspannung wird daher durch eine in einer Richtung fortlaufende Drehung der Nockenscheibe bewirkt. Dadurch entfallen jegliche Totzeiten bei der Bewegungsumkehr des Antriebs zum Öffnen und Schließen der Verschlusslamellen.
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Durch die Neigung der in Drehrichtung vorderen Flanke der Nocken kann die Geschwindigkeit der Verschlussöffnung bei gleicher Drehgeschwindigkeit der Nockenscheibe beeinflußt werden. Der Nockenabstand und die Drehgeschwindigkeit der Nockenscheibe beeinflussen die Wiederholfrequenz der Verschlussbetätigung für Serienaufnahmen. Durch die Form des Nockenkopfes kann die Dauer der vollständigen Öffnung der Verschlusslamellen beeinflusst werden.
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Die Nockenscheibe kann in direkter Wirkverbindung mit einem Antriebsmotor stehen. Die Verschlusszeiten müssen dann durch die geometrische Formgebung der Nocken und die Motorgeschwindigkeit gesteuert werden.
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Die Nockenscheibe kann aber auch durch den vorangegangenen Aufbau einer Feder- oder Schubspannung für einzelne Verschlussauslösungen angetrieben werden. Dazu ist es zweckmäßig, durch eine zwischen zwei Nocken einfallende Auslöseklinke die Drehung der Nockenscheibe zunächst zu blockieren. Erst nach Herausnehmen der Auslöseklinke wird dann die Nockenscheibe gedreht, wobei die Auslöseklinke automatisch wieder zwischen die beiden in Drehrichtung nachfolgenden Nocken einfallen kann.
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Durch Einfügen einer weiteren Halteklinke kann erreicht werden, daß die Nockenscheibe nach dem Herausnehmen der Auslöseklinke zunächst nur bis zum Anschlag an die Halteklinke laufen kann. Die Halteklinke wird zweckmäßigerweise so positioniert, daß bei Anschlag eines Nockens an die Halteklinke die Schwenkarme der Verschlusslamellen auf dem Nockenkopf aufliegen. Über die Zeit bis zum Herausnehmen der Halteklinke kann dann die Zeit der maximalen Verschlussöffnung gesteuert werden.
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Eine vorteilhafte Weiterbildung besteht darin, koaxial zur Nockenscheibe in den Lamellenträger ein ringförmiges Zahnrad mit außen liegenden Zähnen drehbar einzufügen. Die Ringfläche des Zahnrades sollte kreissegmentförmige Öffnungen aufweisen, durch die ein an der Nockenscheibe als Zugelement angebrachtes Ringsegment hindurchragen kann.
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Zwischen dem Ringsegment an der Nockenscheibe und der Ringfläche am Zahnrad kann in Drehrichtung der Nockenscheibe und des Zahnrades eine Zugfeder eingehängt sein. Bei dieser Ausbildung kann die Nockenscheibe zunächst durch die Auslöseklinke blockiert werden. Dann kann das Zahnrad motorisch gedreht werden, wodurch sich die eingehängte Zugfeder spannt. Nach dem Ausschwenken der Auslöseklinke kann die Nockenscheibe unter der Einwirkung der Zugfeder z. B. zunächst gegen die Halteklinke laufen und nach deren Ausschwenken weiter bis zu der in der Zwischenzeit wieder eingeschwenkten Auslöseklinke. Bei kurzen Verschlusszeiten kann bei entsprechender Abstimmung der Nockenform auf das Einschwenken der Halteklinke verzichtet werden.
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Während dieses Bewegungsablaufs der Nockenscheibe sind die Verschlusslamellen aus der Schließstellung über die Offenstellung wieder in die Schließstellung zurück geschwenkt worden. Das Zahnrad kann dabei unabhängig von der Betätigung der Verschlußlamellen bis zu einer gewünschten Spannstellung der Zugfeder weiter gedreht werden, so daß der Verschluß sofort wieder für eine Auslösung gespannt ist. Aus Gründen einer gleichmäßigen Kraftübertragung zwischen Zahnrad und Nockenscheibe werden zweckmäßigerweise mindestens drei Zugfedern symmetrisch verteilt am Umfang der aus Zahnrad und Nockenscheibe bestehenden Antriebseinheit für die Schwenkarme der Verschlusslamellen angeordnet.
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Da die gespannte Zugfeder die Nockenscheibe gegen die Federvorspannung der Schwenkarme an den Verschlusslamellen verdrehen muss, ist die Federkraft der Zugfeder entsprechend größer als die der Drehfeder der Schwenkarme zu wählen.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Zentralverschlusses schematisch dargestellt und wird nachfolgend anhand der Figuren näher beschrieben. Dabei zeigen:
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1 eine Aufsicht auf den Lamellenträger mit Verschlusslamellen in der Geschlossenstellung,
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2 eine Aufsicht auf den Lamellenträger mit teilweise geöffneter Verschlussöffnung,
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3 eine Aufsicht auf den Lamellenträger mit Verschlusslamellen in der Offenstellung und
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4 eine Darstellung der Rückseite des Lamellenträgers.
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1 zeigt in einer Aufsicht einen Zentralverschluss 1 für ein Kamera-Objektiv mit einem ringförmigen Lamellenträger 2, auf dem vier kreissymmetrisch zueinander angeordnete ortsfeste Zapfen 3 angeordnet sind. Auf den Zapfen 3 sind sichelförmige Verschlusslamellen 4 schwenkbar gelagert.
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Zum Antrieb der Verschlußlamellen 4 dienen jeder Verschlusslamelle 4 separat zugeordnete Schwenkarme 5. Die Schwenkarme 5 sind ebenfalls auf den Zapfen 3 schwenkbar gelagert und weisen mit ihrem freien Arm zu Verschlussöffnung 6 hin. Die Schwenkarme 5 sind vorzugsweise topfförmig mit einem stegförmigen Rand 7 ausgebildet. In den Topf ist eine Drehfeder 8 eingelegt, die einerseits ortsfest auf die Zapfen 3 aufgesteckt ist und sich mit einem freien Federarm 9 am inneren Rand 7 des Schwenkarmes 5 abstützt. Jeder Schwenkarm 5 wird durch die Spannung der Drehfeder 8, 9 gegen einen auf dem Lamellenträger 2 angeordneten Anschlag 10 gedrückt. Der Anschlag 10 ist als Stift dargestellt. Er kann in seiner Form aber auch dem Randverlauf des Schwenkarmes 5 angepaßt und Stoß dämpfend ausgebildet sein, um Anschlaggeräusche zu unterdrücken.
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Der zur Verschlusslamelle 4 weisende flache Topfboden des Schwenkarmes 5 ist mit der Verschlußlamelle 4 verbunden. Zur Ausrichtung der Verschlusslamelle 4 auf dem Schwenkarm 5 sind Nietösen 11 auf beiden Teilen vorgesehen. Wegen der Anlage der Schwenkarme 5 an den Anschlägen 10 unter Einwirkung der Drehfedern 8 können die Schwenkarme 5 nur in einer Richtung gegen den Druck der Federarme 9 der Drehfedern 8 vom Anschlag 10 weg verschwenkt werden. Dabei werden die Verschlusslamellen 4 aus der Verschlussöffnung 6 heraus bewegt. Die Anschläge 10 sind so positioniert, daß die Verschlusslamellen 4 bei Anlage der Schwenkarme 5 an den Anschlägen 10 die Verschlussöffnung 6 abdecken.
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Zum Antrieb der Schwenkarme 5 ist in den Lamellenträger 2 eine ringförmige Nockenscheibe 12 drehbar eingesetzt. Auf ihrer zu den Verschlusslamellen 4 weisenden Seite ist die Nockenscheibe 12 mit radial nach außen gerichteten sägezahnförmigen Nocken 13 versehen. Die Länge der Schwenkarme 5 ist so gewählt, daß ihr freier Arm an eine Flanke der Nocken 13 anlegbar ist.
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Die Drehrichtung der Nockenscheibe 12 ist durch die Anlage der Schwenkarme 5 an ihren Anschlägen 10 nur gegen den Uhrzeigersinn möglich. Die in Drehrichtung der Nockenscheibe 12 vordere Flanke der Nocken 13 ist steiler als die in Drehrichtung hintere Flanke. Der Nockenkopf 14 ist abgerundet. Im Bereich der Anlage des Schwenkarmes 5 an der vorderen Flanke des Nockens 13 ist der Rand des Schwenkarmes 5 als Kurve ausgebildet. Die Kurvenform im Zusammenwirken mit der Steilheit der vorderen Flanke der Nocke 13 erlaubt beim Drehen der Nockenscheibe 12 ein sehr schnelles Ausschwenken der Verschlusslamellen 4 aus der Verschlussöffnung 6 heraus. Um die zum Außenrand des Lamellenträgers 2 hin beschleunigte Bewegung der Verschlusslamellen 4 abfangen zu können, sind auf dem Lamellenträger 2 Pufferanschläge 15 für die Schwenkarme 5 vorgesehen.
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Die Höhe der Nocken 13 und die Länge der Schwenkarme 5 sind so abgestimmt, daß bei Auflage des Schwenkarmes 5 auf dem Nockenkopf 14 die Verschlusslamellen 4 vollständig aus der Verschlussöffnung 6 ausgeschwenkt sind.
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Der Antrieb der Nockenscheibe 12 in Drehrichtung kann durch später zu beschreibende primäre oder sekundäre Zug- oder Schubkräfte erfolgen.
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Durch eine auf dem Lamellenträger 2 angeordnete Auslöseklinke 16 kann die Nockenscheibe 12 gegen eine Drehung gesichert werden. Die Auslöseklinke 16 ist als zweiarmiger Hebel ausgebildet, dessen eine Stirnseite zwischen zwei Nocken 13 einfallen kann. Die Auslöseklinke 16 ist dabei so positioniert, daß bei in die Verschlussöffnung 6 vollständig eingeschwenkten Verschlusslamellen 4 die Stirnseite an einer vorderen Flanke einer Nocke 13 anliegt. Das andere Hebelende der Auslöseklinke 16 ist in die Zeichenebene hinein abgewinkelt und kann von einer hier nicht dargestellten elektrisch steuerbaren Antriebsvorrichtung aus dem Bereich der Nockenscheibe 12 heraus geschwenkt werden.
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Das in die Nockenscheibe 12 eingreifende Hebelende der Auslöseklinke 16 ist sichelförmig gestaltet. Nach dem Anheben der Stirnseite aus der Sperrstellung über einen Nockenkopf 14 hinweg wird das bei der Drehachse der Auslöseklinke 16 liegende Ende der Sichel geringfügig in den Bereich der Nockenscheibe 12 hinein geschwenkt, so daß eine auf dieses Ende der Sichel zulaufende Nocke 13 das stirnseitige Ende wieder in Richtung auf den Bereich zwischen zwei Nocken 13 anstoßen kann.
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An dem Lamellenträger 2 ist weiterhin eine als zweiarmiger Hebel ausgebildete Halteklinke 17 schwenkbar gelagert. Auch diese Halteklinke 17 ist so gelagert, daß das eine Ende mit der Stirnseite zwischen zwei Nocken 13 einfallen kann. Das andere Hebelende der Halteklinke 17 ist in die Zeichenebene hinein abgewinkelt und kann von einem hier nicht dargestellten elektrisch steuerbaren Antrieb verstellt werden.
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In der durch die Auslöseklinke 16 blockierten Stellung der Nockenscheibe 12 liegt das eine Hebelende der Halteklinke 17 auf einem Nockenkopf 14 auf. Nach dem Ausschwenken der Auslöseklinke 16 fällt dieses Hebelende der Halteklinke 17 in den Bereich zwischen den Nocken 13 und blockiert das Weiterdrehen der Nockenscheibe 12, sobald die vordere Flanke des ankommenden Nockens 13 gegen die Stirnseite der Halteklinke 17 läuft. Die Halteklinke 17 ist so positioniert, daß in dieser Haltestellung die Schwenkarme 5 auf einem Nockenkopf 14 aufliegen. In dieser Stellung sind die Verschlußlamellen 4 vollständig aus der Verschlussöffnung 6 heraus geschwenkt.
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2 zeigt die veränderte Lage der Verschlusslamellen 4 nach dem Anheben der Auslöseklinke 16. Die Schwenkarme 5 sind von den Anschlägen 10 entfernt. Die Nockenscheibe 12 ist in Drehrichtung (Pfeil) weiter gelaufen. Die Halteklinke 17 liegt auf einem Nockenkopf 14 auf.
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3 zeigt die Verschlusslamellen 4 in Offenstellung. Die Schwenkarme 5 liegen an den Pufferanschlägen 15 und auf einem Nockenkopf 14 auf. Die Stirnseite der Auslöseklinke 16 taucht in den Bereich zwischen zwei Nocken 13 ein. Die Stirnseite der Halteklinke 17 blockiert die vordere Flanke eines Nockens 13.
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4 zeigt die Anordnung der Antriebselemente auf der Rückseite des Lamellenträgers 2 in einer Ansicht durch den Lamellenträger 2 hindurch. Die Lage der an den abgewinkelten Enden der Auslöseklinke 16 und der Halteklinke 17 angreifenden Magnetschalter 18, 19 korrespondiert daher direkt mit der Ansicht auf die Lamellenseite. Der Stößel 20 des Magnetschalters 18 für die Auslöseklinke 16 ist ausgefahren, während der Stößel 21 des Magnetschalters 19 für die Halteklinke 17 eingezogen ist.
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Die Rückseite der Nockenscheibe 12 zeigt in dieser Ansicht senkrecht zur Zeichenebene stehende Ringsegmente 22, die innerhalb einer kreissegmentförmigen Öffnung 23 in der Ringfläche 24 eines ringförmigen Zahnrades 25 angeordnet sind. In die Ringsegmente 22 sind Zugfedern 26 eingehängt, die in Drehrichtung der Nockenscheibe 12 mit ihrem anderen Ende mit der Ringfläche 24 verbunden sind.
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Der außen liegende Zahnkranz des Zahnrades 25 ist über ein Zahnradgetriebe 27 mit einem Antriebsmotor 28 gekoppelt. Ausgehend von der in 1 dargestellten Stellung der Auslöseklinke 16 werden bei einer Drehung des Zahnrades 25 primär die Zugfedern 26 gespannt. Bei Betätigung des Magnetschalters 18 wird dessen Stößel 20 eingezogen und damit die Auslöseklinke 16 aus dem Nockenbereich heraus geschwenkt. Die Nockenscheibe 12 kann sich daher unter der sekundären Einwirkung der Zugfedern 26 in Pfeilrichtung drehen. Die Nocken 13 heben dabei die Schwenkarme 5 an, bis sie über die Nockenköpfe 14 hinweg wieder gegen ihre Anschläge 10 fallen. Ohne weitere Betätigung der Auslöseklinke 16 und der Halteklinke 17 kann bei permanenter Drehung des Zahnrades 25 der Verschlussablauf fortlaufend wiederholt werden.
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Die Öffnungszeit des Zentralverschlusses 1 wird bestimmt durch die von den Nocken 13 bewirkte Anhebezeit für die Schwenkarme 5 mit den Verschlußlamellen 4 und die durch die Drehfedern 8 bewirkte Rückstellzeit für die Verschlußlamellen 4. Die Anhebezeit kann durch die Formgebung der vorderen Flanke der Nocken 13 und die Drehgeschwindigkeit der Nockenscheibe 12 beeinflußt werden. Die Rückstellzeit wird im Wesentlichen durch die Federkraft der Drehfedern 8 und Reibungskräfte zwischen den sich überlappenden Verschlusslamellen 4 bestimmt. Die Drehgeschwindigkeit der Nockenscheibe 12 und die Federkraft der Drehfedern 8 sind so aufeinander abzustimmen, daß die Schwenkarme 5 zwischen dem Anheben durch aufeinander folgende Nocken 13 ausreichend Zeit haben, um bis an die Anschläge 10 zurückfallen zu können. In der Praxis konnten Öffnungszeiten kleiner 1/2000 sec realisiert werden.
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Die Drehgeschwindigkeit der Nockenscheibe 12 wird durch ihre Antriebskräfte bestimmt. Im Ausführungsbeispiel werden diese sekundär durch die Zugfedern 26 erzeugt. Die Antriebskräfte wirken den Rückstellkräften der Schwenkarme 5 entgegen. Um von den Rückstellkräften unabhängig zu sein, müssen die Antriebskräfte daher ausreichend groß sein. Die Federkräfte der Zugfedern 26 sind daher wesentlich größer als die Federkräfte der Drehfedern 8. Bei der vorstehend angegebenen fortlaufenden Verschlussbetätigung entsteht dadurch praktisch eine starre Kopplung zwischen Zahnrad 25 und Nockenscheibe 12, so daß die Nockenscheibe 12 primär durch das Zahnrad 25 angetrieben wird.
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Für Einzelaufnahmen wird die Auslöseklinke 16 nach jedem Start der Nockenscheibe 12 wieder zwischen die Nocken 13 eingesetzt.
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Zur Steuerung längerer Öffnungszeiten kann die Halteklinke 17 eingesetzt werden.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Zentralverschluss
- 2
- Lamellenträger
- 3
- Zapfen
- 4
- Verschlusslamellen
- 5
- Schwenkarme
- 6
- Verschlussöffnung
- 7
- Rand
- 8
- Drehfeder
- 9
- Federarm
- 10
- Anschlag
- 11
- Nietösen
- 12
- Nockenscheibe
- 13
- Nocke
- 14
- Nockenkopf
- 15
- Pufferanschlag
- 16
- Auslöseklinke
- 17
- Halteklinke
- 18
- Magnetschalter Auslöseklinke
- 19
- Magnetschalter Halteklinke
- 20
- Stößel Magnetschalter Auslöseklinke
- 21
- Stößel Magnetschalter Halteklinke
- 22
- Ringsegment
- 23
- Kreissegmentförmige Öffnung
- 24
- Ringfläche
- 25
- Ringförmiges Zahnrad
- 26
- Zugfeder
- 27
- Zahnradgetriebe
- 28
- Antriebsmotor