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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung einer gegenüber
einer Horizontalen geneigten Schrägstellung eines flüssigkeitsführenden Hausgeräts,
welches Hausgerät einen Flüssigkeit aufnehmenden
Behälter aufweist.
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Besonders
bei einem wasserführenden Hausgerät, wie beispielsweise
einer Waschmaschine, einem Waschtrockner oder einer Geschirrspülmaschine,
ist es für die Funktionalität wesentlich, dass
des horizontal aufgestellt ist. „Horizontal” bedeutet
dabei, dass eine vorgegebene Orientierung des Hausgeräts
relativ zu der am Ort des Aufstellens herrschenden Schwerkraft vorliegen
soll, wobei in der Regel diese Orientierung bestimmt werden kann an
der Orientierung einer Abdeckplatte, die das Hausgerät
nach oben hin, das heißt von einem Boden, auf dem das Hausgerät
steht, abgewandt, bestimmt werden kann. Dabei hat die Deckplatte
relativ zu einer durch die Schwerkraft definierten Vertikalen genau
senkrecht ausgerichtet zu sein. Diese Orientierung ist notwendig
zum einen, um ein Flüssigkeitsniveau korrekt einzustellen,
und zum anderen, um Unwuchten von sich drehenden Komponenten des Hausgeräts
im Betrieb bestmöglich auszugleichen, so dass unerwünscht
hoher Verschleiß und unerwünscht hohes Geräusch
vermieden werden können.
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Aus
der
DE 39 02 908 A1 geht
ein Hausgerät hervor, welches an einer Unterseite höhenverstellbare
Füße aufweist, auf welche es aufzustellen ist.
Mit den Füßen kann die Orientierung des Hausgeräts
variiert werden, um eine horizontale Stellung zu erreichen. Dazu
sind aber weitere Hilfsmittel sowie eingriffe von Seiten eines Benutzers
oder Aufstellers erforderlich; das Hausgerät selbst weist
keinerlei Mittel auf, um eine horizontale Stellung oder Schrägstellung
des Hausgeräts nachzuweisen, geschweige denn eine Schrägstellung
des Hausgeräts durch geeignete Verstellung der Füße
in eine horizontale Stellung umzuwandeln.
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Aus
der
DE 199 14 482
A1 geht ein Hausgerät hervor, welches ausfahrbare
Rollen besitzt, auf denen es bei Bedarf verschoben werden kann.
Zusätzlich ist ein Sensor vorhanden, mit dessen Hilfe eine
Steuereinrichtung des Hausgeräts sicherstellt, dass es
nur bestimmungsgemäß betrieben wird, wenn die
Rollen eingefahren sind. Die Problematik der Schrägstellung
des Hausgeräts ist in der Schrift nicht erwähnt.
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Aus
der
DE 101 39 388
A1 geht ein spezieller Sensor hervor, mit dessen Hilfe
Beschleunigungen und räumliche Auslenkungen, die in einem
Gerät auftreten können, gemessen werden können.
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Unter
einem Hausgerät wird ein Gerät verstanden, das
zur Haushaltsführung eingesetzt wird. Ein flüssigkeitsführendes
Hausgerät kann ein Haushaltsgroßgerät
sein, wie beispielsweise eine Waschmaschine, ein Waschtrockner oder
eine Geschirrspülmaschine. Es kann aber auch ein Haushaltskleingerät
sein, wie beispielsweise ein Kaffeevollautomat.
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Es
ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren anzugeben,
mit welchem eine gegenüber einer Horizontalen geneigten
Schrägstellung eines flüssigkeitsführenden
Hausgeräts sicher bestimmt werden kann. Dabei sollen vorzugsweise
nur solche Sensoren verwendet werden, wie sie in einem derartigen
Hausgerät üblich und auch zu anderen Zwecken eingesetzt
sind. Es soll auch ein entsprechend ertüchtigtes Hausgerät
angegeben werden.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren und ein Hausgerät, welches
jeweils die Merkmale des entsprechenden unabhängigen Patentanspruchs aufweist,
gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in
entsprechenden abhängigen Patentansprüchen und
in der nachfolgenden Beschreibung aufgeführt. Bevorzugten
Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
entsprechen dabei bevorzugte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Hausgeräts
und umgekehrt, und dies auch dann, wenn darauf hierin im Einzelfall
nicht explizit hingewiesen ist.
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Bei
einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Bestimmung
einer gegenüber einer Horizontalen geneigten Schrägstellung
eines flüssigkeitsführenden Hausgeräts,
welches Hausgerät einen Flüssigkeit aufnehmenden
Behälter aufweist, sind der Flüssigkeit in dem
Behälter zwei Messgrößen zugeordnet, wobei
eine der zwei Messgrößen ein in den Behälter geleitetes
Volumen der Flüssigkeit und die andere der zwei Messgrößen
eine Füllstandshöhe der Flüssigkeit in
dem Behälter, und für jede der zwei Messgrößen
jeweils ein erster Sollwert festgelegt ist. Der Behälter
wird in einem ersten Befüllungsvorgang mit der Flüssigkeit
befüllt, bis eine der zwei Messgrößen ihren
ersten Sollwert erreicht hat, und es wird dann für die
andere der zwei Messgrößen ein erster Istwert bestimmt
und mit dem ersten Sollwert dieser Messgröße verglichen,
und aus einer Abweichung des ersten Istwertes von dem ersten Sollwert
wird eine erste Schrägstellung des Hausgeräts
bestimmt.
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Durch
dieses Verfahren kann eine höchst präzise sowie
zuverlässige und schnelle Detektion einer Schrägstellung
eines derartigen flüssigkeitsführenden Hausgeräts
erfolgen. Sehr schnell kann somit darauf reagiert werden und eine
Verhinderung von Fehlfunktionen des Hausgeräts durch eine
sehr schnelle Signalisierung einer unzulässig starken Schiefstellung
des Hausgeräts wird ermöglicht.
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Das
erfindungsgemäße Hausgerät mit einem eine
Flüssigkeit aufnehmenden Behälter, einer Befüllungseinheit
zum Befüllen des Behälters mit der Flüssigkeit
und einer Einrichtung zur Bestimmung einer gegenüber einer
Horizontalen geneigten Schrägstellung des Hausgeräts,
zeichnet sich dadurch aus, dass die Einrichtung zumindest zwei Messeinrichtungen
und eine Steuereinrichtung aufweist, wobei die Messeinrichtungen
eine Volumenmesseinrichtung zum Bestimmen eines in den Behälter
geleiteten Volumens der Flüssigkeit und zumindest eine
Füllstandsmesseinrichtung zum Bestimmen zumindest einer
Füllstandshöhe der Flüssigkeit in dem
Behälter umfassen, wobei in der Steuereinrichtung für
jede der Messeinrichtungen jeweils ein erster Sollwert für
eine von dieser erhaltbare Messgröße hinterlegt
ist, und wobei die Steuereinrichtung derart eingerichtet ist, dass
der Behälter in einem ersten Befüllungsvorgang durch
die Befüllungseinheit mit der Flüssigkeit befüllbar
ist, bis eine von einer der zumindest zwei Messeinrichtungen erhaltenen
Messgröße ihren ersten Sollwert erreicht hat,
dass für die andere der zwei Messeinrichtungen ein erster
Istwert der von ihr erhaltenen Messgröße bestimmt
und mit dem zugehörigen ersten Sollwert vergleichbar ist,
und dass aus einer Abweichung des ersten Istwertes von dem ersten
Sollwert eine erste Schrägstellung des Hausgeräts
bestimmbar ist.
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Im
Rahmen einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
dass für jede der Messgrößen jeweils
ein zweiter Sollwert festgelegt ist, dass der Behälter
in einem nachfolgenden zweiten Befüllungsvorgang mit der
Flüssigkeit befüllt wird, bis eine der Messgrößen
ihren zweiten Sollwert erreicht hat, dass für die andere
der Messgrößen ein zweiter Istwert bestimmt und
mit dem zweiten Sollwert dieser Messgröße verglichen
wird, und dass aus einer Abweichung des zweiten Istwertes von dem
zweiten Sollwert eine zweite Schrägstellung des Hausgeräts bestimmt
wird. Weiter bevorzugt erfolgt dabei die Bestimmung der ersten Schrägstellung
des Hausgerät in einer ersten Raumrichtung und eine Bestimmung der
zweiten Schrägstellung des Hausgeräts in einer zweiten,
von der ersten verschiedenen Raumrichtung. Derart kann erfolgt eine
mehrfache Messung, die das Ergebnis wesentlich präzisiert
und den Nachweis einer Schrägstellung weiter verbessert.
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Besonders
bevorzugt ist es auch, dass dass die Füllstandshöhe
an einer ersten Position und/oder an einer von der ersten verschiedenen
zweiten Position des Behälters bestimmt wird. Gleichermaßen
bevorzugt wird die Füllstandshöhe zur Bestimmung
der ersten Schrägstellung mit einer ersten Füllstand-Messeinrichtung
an einer ersten Position des Behälters und die Füllstandshöhe
zur Bestimmung der zweiten Schrägstellung mit einer zweiten
Füllstand-Messeinrichtung an einer von der ersten verschiedenen
zweiten Position des Behälters bestimmt. Durch eine derartig
multiple Vorgabe von unterschiedlichen Sollwert-Volumen und unterschiedlichen
Sollwert-Füllstandshöhen kann die Erkennung der
Schrägstellung des Behälters und somit auch des Hausgeräts
noch mehr präzisiert werden. Geringste Schrägstellungen
können zuverlässig erkannt werden.
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Eine
andere bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch
aus, dass das in den Behälter geleitete Volumen der Flüssigkeit
mit einer Volumenbestimmungseinheit, die insbesondere an einer Zulaufleitung
des Behälters angeordnet ist, bestimmt wird. Weiter bevorzugt
kann dabei durch die Volumenbestimmungseinheit das in den Behälter
geleitete Volumen der Flüssigkeit mittels eines Durchflusssensors
oder mittels einer Öffnungsdauer eines Zulaufventils bestimmt
werden. Eine entsprechend bevorzugte andere Weiterbildung der Erfindung zeichnet
sich dadurch aus, dass die Füllstandshöhe der
Flüssigkeit in dem Behälter mit einer Druckmesseinrichtung,
die insbesondere eine Druckdose oder ein Drucksensor ist, und/oder
mit einem Flüssigkeitssensor, der insbesondere ein Trübungssensor
oder ein Leitfähigkeitssensor ist, bestimmt wird. Es kommt demnach
eine Volumenbestimmungseinheit zum Einsatz, die an einem herkömmlichen
wasserführenden Hausgerät geläufig ist;
gleiches gilt für den Einsatz der Druckmesseinrichtung
und des Flüssigkeitssensors. In jedem Falle wird der Aufwand
zum Einsatz der Erfindung sinnvoll verringert.
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Vorzugsweise
wird das dem Behälter zugeleitete Volumen von Flüssigkeit
direkt bestimmt. Es kann auch vorgesehen sein, dass das dem Behälter zugeleitete
Volumen von Flüssigkeit indirekt bestimmt wird. Bei einer
derartigen Vorgehensweise wird vorzugsweise abhängig von
der Zulaufgeschwindigkeit der Flüssigkeit zu einem Ventil
der Volumenbestimmungseinheit und abhängig von dem Strömungsquerschnitt
des Ventils sowie abhängig von einer Öffnungszeit
des Ventils der Durchsatz und somit das zugeleitete Volumen bestimmt.
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Bei
einer derartigen Vorgehensweise wird die Zulaufgeschwindigkeit vorzugsweise
mit einem Mengenregler kontrolliert und das zugelaufene Volumen
auch durch Messung der Ventilöffnungszeiten bestimmt. Auch
eine derartige Ausgestaltung fällt im vorliegenden Kontext
unter eine Volumenbestimmungseinheit.
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Bei
einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
dass dem ersten Befüllungsvorgang ein Initialisierungsschritt
vorangestellt ist, bei dem der Behälter mit einem Initialisierungsvolumen
befüllt und/oder Initialwerte der Messgrößen
bestimmt werden. So wird das Hausgerät zur Anwendung der
Erfindung in einen genau definierten Ausgangszustand versetzt, was
der Genauigkeit der erfindungsgemäßen Messungen
weiter zugute kommt.
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Die
Auswertung der verschiedenen Messgrößen erfolgt
besonders bevorzugt derart, dass für die Abweichung eine
Bandbreite vorgegeben ist, und dass wenn die Abweichung außerhalb
der Bandbreite liegt eine Warnmeldung erzeugt und/oder ein Programmablauf
des Hausgeräts nicht gestartet oder ein bereits gestarteter
Programmablauf des Hausgeräts gestoppt wird. Besonders
bevorzugt erfolgt somit die Bestimmung der Schrägstellung
durch Überwachung der Einhaltung von Toleranzbändern
um die Sollwerte erfolgt. Dies bedeutet, dass bei geringfügigen
Abweichungen des Volumens bei einem Befüllungsgrad von
dem Sollwert-Volumen noch keine Schrägstellung als erkannt
ausgegeben wird, sondern gewisse geringfügige Abweichungen
in diesem Toleranzband definiert werden, die dann ebenfalls noch
nicht als Schrägstellung des Behälters und somit
des Hausgeräts charakterisiert werden. Durch diese Vorgehensweise
können Messabweichungen oder geringfügige Ungenauigkeiten
bei der Detektion ausgeglichen und diesen Rechnung getragen werden
und es wird dann nicht fälschlicherweise eine gar nicht
vorhandene Schrägstellung ausgegeben.
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Eine
ebenfalls bevorzugte Weiterbildung der Erfindung ist dadurch ausgezeichnet,
dass in der Steuereinrichtung für jede der Messeinrichtungen
jeweils ein zweiter Sollwert für eine von dieser erhaltbare
Messgröße hinterlegt ist, und dass die Steuereinrichtung
derart eingerichtet ist, dass der Behälter im Anschluss
an den ersten Befüllungsvorgang in einem zweiten Befüllungsvorgang
weiter mit der Flüssigkeit befüllbar ist, bis
eine von einer der zumindest zwei Messeinrichtungen erhaltenen Messgröße
ihren zweiten Sollwert erreicht hat, dass für die andere
der zwei Messeinrichtungen ein zweiter Istwert der von ihr erhaltenen
Messgröße bestimmt und mit dem zugehörigen
zweiten Sollwert vergleichbar ist, und dass aus einer Abweichung
des zweiten Istwertes von dem zweiten Sollwert eine zweite Schrägstellung
des Hausgeräts bestimmbar ist. Somit erfolgt in zwei aufeinander
folgenden Schritten eine doppelte Bestimmung einer eventuellen Schrägstellung,
was der Genauigkeit der Messung sehr zuträglich ist.
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Im
Rahmen einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist
vorgesehen, dass die zumindest eine Füllstandsmesseinrichtung
einen Flüssigkeitssensor und eine Druckmesseinrichtung
umfasst, und dass die Steuereinrichtung derart eingerichtet ist,
dass mit der Druckmesseinrichtung die Füllstandshöhe
der Flüssigkeit an einer ersten Position des Behälters
und mit dem Flüssigkeitssensor die Füllstandshöhe
der Flüssigkeit an einer von der ersten verschiedenen zweiten
Position im Behälter bestimmbar ist. Dabei ist weiter bevorzugt
die Druckmesseinrichtung oder der Flüssigkeitssensor seitlich versetzt
zu einer vertikalen Mittenachse des Behälters angeordnet.
Ebenso ist es weiter bevorzugt, dass die erste Position und die
zweite Position verschiedenen Neigungsrichtungen des Hausgeräts
zugeordnet sind. Gleichermaßen weiter bevorzugt ist es
auch, dass die zumindest eine Füllstandsmesseinrichtung
eine erste Füllstandsmesseinrichtung und eine zweite Füllstandsmesseinrichtung
umfasst, und dass mit der ersten Füllstandsmesseinrichtung die
Füllstandhöhe der Flüssigkeit an einer
ersten Wand des Behälters und mit der zweiten Füllstandsmesseinrichtung
die Füllstandhöhe der Flüssigkeit an einer
zu der ersten Wand in einem Winkel angeordneten zweiten Wand des
Behälters messbar ist. In jedem Fall ergibt sich eine Multiplizität
der Messung, aus welcher sich verschiedene Vorteile ziehen lassen,
darunter sowohl erhöhte Präzision als auch Messempfindlichkeit
in mehreren Dimensionen, um in der Tat eine geometrisch vollständig
beschriebene Schrägstellung nachweisen oder eine geometrisch weitgehend
perfekte horizontale Stellung erreichen zu können.
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Im
Rahmen noch einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung weist
die Steuereinheit eine Signaleinheit zur Ausgabe einer Warnmeldung
auf, die insbesondere eine optische Anzeigeeinheit und/oder eine
akustische Ausgabeeinheit umfasst, und ist die Steuereinheit eingerichtet
zum Aktivieren der Signaleinheit, wenn eine Schrägstellung
bestimmt wurde. So erfolgt im Fall der Bestimmung einer Schrägstellung
eine Nachricht an einen Benutzer, damit dieser Gegenmaßnahmen
ergreifen kann.
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Im
Rahmen noch einer anderen bevorzugten Weiterbildung der Erfindung
ist die Steuereinrichtung derart eingerichtet, dass die Bestimmung
einer gegenüber einer Horizontalen geneigten Schrägstellung
des Hausgeräts bei einer Neuaufstellung des Hausgerätes
automatisch gestartet wird. Alternativ oder gegebenenfalls zusätzlich
und gleichermaßen bevorzugt ist die Steuereinrichtung derart
eingerichtet, dass die Bestimmung einer gegenüber einer
Horizontalen geneigten Schrägstellung des Hausgeräts durch
Aktivieren einer Aktivierungseinheit zum Starten des Verfahrens
zur Bestimmung einer Schrägstellung des Hausgeräts
durch einen Benutzer aufweist.
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Vorzugsweise
wird die Schrägstellung des Behälters zumindest
in einer Raumrichtung, insbesondere in zwei Raumrichtungen, erfasst.
Vorzugsweise wird bei einer erkannten Schrägstellung des Behälters
eine Nachricht an einen Nutzer des Hausgeräts erzeugt und/oder
ein Programm des Hausgeräts nicht gestartet oder ein bereits
gestarteter Programmablauf gestoppt. Das Hausgerät kann
somit automatisch auf eine Schrägstellung durch entsprechende
Maßnahmen reagieren oder kann zusätzlich oder
stattdessen dem Nutzer einen entsprechenden Hinweis geben, so dass
dieser darauf reagieren kann und das Hausgerät ausrichten
kann. Die Nachricht an den Nutzer kann als akustisches und/oder
optisches Signal ausgeben werden. Auch ein Sprachsignal kann dabei
vorgesehen sein.
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Bei
der Ermittlung der Sollwertpaare, nämlich des Sollwert-Volumens
und des korrespondierenden Sollwert-Füllstandshöhenwerts
ist es möglich, konstante Volumina in den Behälter
einzufüllen und die sich dabei ergebende Füllhöhe
bei einem Sollwertbestimmungsvorgang zu messen.
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Bevorzugte
Ausführungsbeispiele der Erfindung ergeben sich aus den
Figuren der beigefügten schematischen Zeichnung und der
nachfolgenden Beschreibung dieser Figuren. Die vorstehend in der Beschreibung
genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend
in der Figurenbeschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen
und/oder die in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind
nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in
anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den
Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung eines Systems, mit dem ein Verfahren zur
Bestimmung einer Schrägstellung eines Hausgeräts
durchgeführt wird, wobei in diesem Zusammenhang der Sollwertbestimmungsvorgang
gezeigt ist;
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2 eine
Darstellung des Systems gemäß 1 bei
einer ersten Schrägstellung;
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3 eine
schematische Darstellung des Systems gemäß 1 in
einer zweiten Schrägstellung; und
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4 eine
schematische Draufsicht eines weiteren Ausführungsbeispiels
des Systems.
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In
den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit den
gleichen Bezugszeichen versehen.
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In 1 ist
ein System I eines Hausgerätes gezeigt, welches
zur Bestimmung einer gegenüber einer Horizontalen (y-Richtung)
geneigten Schrägstellung eines eine Flüssigkeit 7 aufnehmenden
Behälters 4 des Hausgeräts ausgebildet
ist. Das Hausgerät ist insbesondere zur Pflege von Wäschestücken
oder vor Geschirr ausgebildet, und kann beispielsweise eine Waschmaschine,
ein Waschtrockner oder eine Geschirrspülmaschine sein.
Das System I umfasst eine Zulaufleitung 1, welche
insbesondere an ein Wasserversorgungsnetz angeschlossen ist. Über
diese Zulaufleitung 1 wird als Flüssigkeit 7 Wasser
zum Behälter 4 geleitet, wobei es dabei über eine
Volumenbestimmungseinheit 2 und ein der Volumenbestimmungseinheit 2 nachgeordnetes
Ventil 3 strömt. Mittels der Volumenbestimmungseinheit 2 wird
das in den Behälter 4 zugeleitete Volumen von Wasser
extern zum Behälter 4 bestimmt. Die Volumenbestimmungseinheit 2,
das Absperrventil 3 und die Zulaufleitung 1 sind
ebenfalls extern zum Behälter 4 im Hausgerät
angeordnet.
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Durch
die Messung von dem Behälter 4 zulaufenden Wassermengen
und dazugehöriger Füllstandshöhen in
dem Behälter 4 und den Vergleich mit entsprechenden,
vorab in einem Sollwertbestimmungsvorgang bzw. einem Kalibrierungsvorgang
bestimmten Sollwerten, können Schrägstellungen
des Behälters 4 (und damit des Hausgeräts
insgesamt) gegenüber der Horizontalen erkannt werden. Insbesondere
ist vorgesehen, dass bei einer derartig detektierten Schrägstellung
eine Meldung an den Nutzer des Hausgeräts ausgegeben wird,
wobei beispielweise eine akustische und/oder eine optische Nachricht
erfolgen kann.
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Das
System I umfasst darüber hinaus eine Einrichtung 5 zur
Erkennung des in dem Behälter 4 enthaltenen Mediums,
auch als Flüssigkeitssensor 5 zu bezeichnen. Die
Einrichtung 5 ist im Ausführungsbeispiel ortsfest
an dem Behälter 4 angeordnet und ist insbesondere
als Trübungssensor 5 ausgebildet, welcher insbesondere
abhängig von dem Trübungsgrad zur Erkennung der
Flüssigkeit 7 in dem Behälter 4 ausgebildet
ist. Das System I umfasst darüber hinaus eine
Einrichtung 6 zur Bestimmung des statischen Drucks der
Flüssigkeit 7 am Boden 8 des Behälters 4.
Die Einrichtung 6 weist daher eine Messstelle 9 am
Boden 8 auf. Die Messstelle 9 ist in der gezeigten
Ausführung symmetrisch und somit außermittig des
Behälters 4 angeordnet. Dies bedeutet, dass die
Messstelle 9 außerhalb der vertikal verlaufenden
Symmetrieachse A angeordnet ist und darüber hinaus auch
außermittig zu einer zumindest weiteren Symmetrieachse
des Behälters 4, wobei die weitere Symmetrieachse
B oder C (4) in einer Ebene senkrecht
zur Figurenebene und senkrecht zur Achse A angeordnet ist.
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In 1 ist
eine Ausführung gezeigt, bei der die Messstelle 9 und
der Signalverlauf des Signals 10 auf einer gemeinsamen
Symmetrieachse des Behälters 4 liegen.
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Die
Einrichtung 5 ist zur Aussendung eines optischen Signals 10 ausgebildet,
welches unabhängig von der Neigung des Behälters 4 und
somit auch unabhängig von der Neigung der Einrichtung 5 in
horizontaler Richtung ausgesendet wird.
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Um
eine Erfassung einer Schrägstellung des Behälters 4 gegenüber
der Horizontalen detektieren zu können, wird zunächst
ein Sollwertbestimmungsvorgang durchgeführt. Bei diesem
Sollwertbestimmungsvorgang wird der Behälter 4 völlig
horizontal ausgerichtet und dann eine Flüssigkeitsmenge über die
Zulaufleitung 1 eingefüllt.
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Wird
der horizontal ausgerichtete Behälter 4 bis zum
Erreichen einer ersten Sollwert-Füllstandshöhe
h1S gefüllt, so wird dafür
bei bekannter Dichte der Flüssigkeit ein erstes Sollwert-Volumen
V1S benötigt. Die Ausmaße
des Behälters 4 sind diesbezüglich bekannt.
Mittels der Einrichtung 5 kann dann festgestellt werden,
ob der Signalweg 10 mit Wasser oder mit Luft gefüllt
ist, so dass anhand des Trübungsgrads auf das in dem Behälter 4 befindliche
Medium geschlossen werden kann. Dadurch lässt sich feststellen,
bei welchem zweiten Sollwert-Volumen V2S der
Behälter 4 bis zu der dafür notwendigen
zweiten Sollwert-Füllstandshöhe h2S gefüllt
ist. Die zweite Sollwert-Füllstandshöhe h2S entspricht gleich der Einbauhöhe
hS des optischen Sensors 5 der
Einrichtung 5 über dem Boden 8. Die beiden
Sollwert-Messwertpaare betreffend die Sollwert-Volumen V1S und V2S und die
beiden Sollwert-Füllstandshöhen h1S und
h2S stellen Parameter für einen
nicht schräg gestellten und somit einen völlig
horizontal ausgerichteten Behälter 4 dar.
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Ist
eine derartige Sollwertbestimmung und somit quasi eine Kalibrierung
eines horizontal ausgerichteten Behälters 4 abgeschlossen,
so kann der weitere Betrieb erfolgen. In einem auf die Sollwertbestimmung
nachfolgenden Befüllungsvorgang beispielsweise im Betrieb
des Hausgeräts wird dann bestimmt, ob der Behälter 4 schräg
gestellt ist oder nicht. In 2 ist in
einer schematischen Darstellung eine gegenüber der Horizontalen
erste Schrägstellung des Behälters 4 beispielhaft
gezeigt. Bei der Darstellung in 2 ist eine
Neigung in Richtung der Einrichtung 6 gezeigt. Wird nun
bei einer derartigen in 2 gezeigten Schrägstellung
die Befüllung des Behälters 4 mit Flüssigkeit 7 durchgeführt,
so ergeben sich bei einer Befüllung bis zu einer momentanen Füllstandshöhe
h1L bzw. bei der Darstellung in 3, bei
der eine in die andere Richtung geneigte Schrägstellung
gezeigt ist, eine momentane Füllstandshöhe h1R. Diese Füllstandshöhen
h1L und h1R sind
die Höhen in vertikaler Richtung über der Messstelle 9 und werden
an der Messstelle 9der Einrichtung 6 am Boden 8 des
Behälters 4 detektiert. Diese momentanen Füllstandshöhen
h1L und h1R entsprechen
der ersten Sollwert-Füllstandshöhe h1S.
Wird dieser Wert der Füllstandshöhe erreicht,
so ist bei den in 2 und 3 gezeigten
unterschiedlichen Schrägstellungen des Behälters 4 allerdings
nicht das Volumen entsprechend dem Sollwert-Volumen V1S in
dem Behälter 4 enthalten, sondern es ergeben sich
davon abweichende momentane Volumina V1L bei
der Darstellung in 2 und V1R bei
Darstellung in 3. Durch die Abweichung dieser
momentanen Volumina V1L und V1R bei
den beispielhaft gezeigten Schrägstellungen in 2 und 3 wird
dann eine insbesondere außerhalb eines Toleranzbereichs
liegende Abweichung von dem Sollwert-Volumen V1S erkannt
und somit auch eine spezifische Schrägstellung des Behälters 4 detektiert.
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1 zeigt
auch eine Steuereinrichtung 11, ausgeführt als
speicherprogrammierte Steuerung entsprechend geläufiger
Praxis. Diese Steuereinrichtung 11 steuert das gesamte
Hausgerät und insbesondere auch das hier vorgestellte System I.
Sie ist dazu über entsprechende und hier der Übersichtlichkeit
halber nicht dargestellte Verbindungen mit allen für die
Funktion notwendigen Komponenten des Hausgeräts verbunden.
Die Steuereinrichtung 11 weist dabei auch eine Signaleinheit 12 auf,
welche in einem optischen und/oder akustischen Geber bestehen kann
und dazu dient, einen Benutzer des Hausgeräts von einer
nachgewiesenen Schrägstellung Kenntnis zu geben und ihn
zu Gegenmaßnahmen zu veranlassen. Ebenso weist die Steuereinrichtung eine
Aktivierungseinheit 13 auf, welche insbesondere in einem
entsprechenden Eingabemittel bestehen kann und welche dazu dient,
das System I auf eine entsprechende Eingabe von Seiten
eines Benutzers zu aktivieren und das Verfahren zum Bestimmen einer
Schrägstellung zu starten.
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Bei
der gezeigten asymmetrischen Anbringung der Messstelle 9 der
Einrichtung 6 führt eine Neigung hin zur Einrichtung 6,
wie dies in 2 gezeigt ist, zu einem kleineren
Füllvolumen V1L im Vergleich zum
Sollwert-Volumen V1S. Bei einer Neigung des
Behälters 4 von der Messstelle 9 und
somit auch der Einrichtung 6 weg, wie dies in 3 gezeigt
ist, stellt sich ein größeres Volumen V1R bei einem momentanen Befüllungsvorgang
im Vergleich zum Sollwert-Volumen V1S ein.
Die Größe der Abweichung der momentanen Volumen
von dem Sollwert-Volumen V1S ist ein Maß für
die Schrägstellung des Behälters 4.
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Für
den fest eingebauten optischen Sensor 5 bzw. die Einrichtung 5 verändern
sich sowohl die Höhen der detektierten momentanen Füllstände
h2L gemäß der Darstellung
in 2 und h2R gemäß der Darstellung
in 3. Diese Füllstandshöhen h2L und h2R stellen
den vertikalen Abstand der Messstelle 9 von dem optischen
Signal 10 dar.
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Für
den fest eingebauten Sensor 5 verändern sich somit
sowohl die Füllstandshöhen h2L und h2R als auch die bei diesen momentanen Füllstandshöhen
sich ergebenden momentanen Volumina V2L und
V2R, bei denen die Füllhöhe
den Signalweg 10 des Sensors 5 erreicht.
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Bei
asymmetrischer Anordnung des Sensors 5 ergibt sich im Fall
der Neigung hin zum Sensor 5, wie dies in 3 gezeigt
ist, eine Situation, bei der die momentane Füllstandshöhe
h2R kleiner ist als die zweite Sollwert-Füllstandshöhe
h2S. Des Weiteren ergibt sich, dass das
momentane Volumen V2R kleiner ist als das
zweite Sollwert-Volumen V2S.
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Bei
einer Neigung, wie es in 2 dargestellt ist, stellt sich
eine Situation ein, bei der die momentane Füllstandshöhe
h2L größer ist als die
zweite Sollwert-Füllstandshöhe h2S,
wobei sich des Weiteren ergibt, dass das momentane weitere Befüllungsvolumen
V2L größer ist als das
zweite Sollwert-Volumen V2S.
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Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass die Einrichtung 6 und insbesondere
die Messstelle 9 möglichst weit beabstandet zum
Sensor 5 angeordnet ist. Dadurch ergeben sich größere
Messempfindlichkeiten, so dass die Messung der Schrägstellung
verbessert werden kann.
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In 4 ist
eine schematische Draufsicht auf ein weiteres Ausführungsbeispiel
des Systems I gezeigt, wobei eine Draufsicht auf den Behälter 4 dargestellt
ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist im Unterschied
zu den Ausführungen gemäß 1 bis 3 vorgesehen,
dass die Einrichtung 6 insbesondere mit ihrer Messstelle 9 und
der Sensor 5 mit seinem Signalweg 10 auf unterschiedlichen
Symmetrieachsen B und C, insbesondere auf senkrecht zueinander liegenden
Symmetrieachsen B und C betreffend den Behälter 4 angeordnet
sind. Durch diese Ausgestaltung, bei der die Messstelle 9 und
der Sensor 5 asymmetrisch zur Behältermitte auf
orthogonal zueinander stehenden Achsen B und C eingebaut sind, ist
es möglich, Schrägstellungen in beiden horizontalen
Dimensionen, wie sie bei der Darstellung in 4 durch
die Raumrichtungen in der Figurenebene angegeben sind, zu erfassen.
Durch die Einrichtung 6 kann die Schrägstellung
in Richtung der Symmetrieachse B und durch den Sensor der Einrichtung 5 die
Schrägstellung des Behälters 4 in Richtung
der dazu senkrechten Symmetrieachse C ermittelt werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 3902908
A1 [0003]
- - DE 19914482 A1 [0004]
- - DE 10139388 A1 [0005]