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DE102009028059A1 - Verfahren zur Kultivierung von phototrophen Organismen - Google Patents

Verfahren zur Kultivierung von phototrophen Organismen Download PDF

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DE102009028059A1
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phototrophic organisms
phototrophic
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culture vessels
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Christian Dr. Walter
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Wacker Chemie AG
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Wacker Chemie AG
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    • C12MAPPARATUS FOR ENZYMOLOGY OR MICROBIOLOGY; APPARATUS FOR CULTURING MICROORGANISMS FOR PRODUCING BIOMASS, FOR GROWING CELLS OR FOR OBTAINING FERMENTATION OR METABOLIC PRODUCTS, i.e. BIOREACTORS OR FERMENTERS
    • C12M21/00Bioreactors or fermenters specially adapted for specific uses
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12MAPPARATUS FOR ENZYMOLOGY OR MICROBIOLOGY; APPARATUS FOR CULTURING MICROORGANISMS FOR PRODUCING BIOMASS, FOR GROWING CELLS OR FOR OBTAINING FERMENTATION OR METABOLIC PRODUCTS, i.e. BIOREACTORS OR FERMENTERS
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Abstract

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Kultivierung von phototrophen Organismen in kleinformatigen Kompartimenten, in einem mehrstufigen Verfahren, in welchem verschließbare Behältnisse als Kultivierungsgefäße mit einem Volumen von vorzugsweise 10-1 bis 101 Litern bereitgestellt werden, diese in einer automatisierten Anlage, mit phototrophen Organismen und wässerigem Medium befüllt werden, unter Lichteinwirkung gelagert werden, nach Beendigung der Lagerung die phototrophen Organismen und/oder die durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe, gewonnen werden, und gegebenenfalls die Behältnisse der Wiederverwertung in dem Verfahren zugeführt werden.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kultivierung von phototrophen Organismen in kleinformatigen Kompartimenten.
  • Phototrophe Mikroalgen, beispielsweise Spirulina oder Chlorella, sind in der Lage, mit Hilfe von Lichtenergie, unter Vorhandensein entsprechender Nährelemente, CO2 und Wasser in Biomasse umzuwandeln. Anstelle von gasförmigen CO2 können auch organische oder anorganische Kohlenstoffquellen in Nährmedien als Kohlenstoffquelle eingesetzt werden. Einen Überblick über gängige geschlossene Kultivierungstechnologien gibt Eriksen N. T., Biotechnol. Lett., Vol. 30, Nr. 9, 1525–1536 (2008). Algenbiomasse kann zur Herstellung hochwertiger Wert- oder Wirkstoffe, beispielweise Pharmazeutika, eingesetzt werden. Die Massenproduktion von Algenbiomasse als Nahrungs- oder Futtermittel, nachwachsender Energie- oder Chemierohstoff wird wegen der, im Vergleich zum Produktwert, verhältnismäßig hohen Energiekosten, Betriebskosten sowie Investitionskosten geschlossener Anlagen heute bevorzugt in Flachwasser-Algenfarmen oder offenen Bioreaktoren, unter ausschließlicher Nutzung der direkten Sormenlichteinstrahlung, durchgeführt. Photobioreaktoren der ersten Generation nutzen das Sonnenlicht als Lichtquelle. Die Reaktoren bestehen aus großen offenen Beckenanlagen wie Raceway ponds oder z. B. Rundbeckenanlagen mit Durchmessern bis zu 45 m und umlaufenden Mischarmen. Nachteilig sind hierbei die Abhängigkeit von der Intensität der Sonneneinstrahlung, inhomogene Prozessbedingungen und der Eintrag von Kontaminationen aufgrund des offenen Systems (www.ybsweb.co.jp: YAEYAMA Premium Quality Chlorella).
  • Es sind auch relativ großvolumige, geschlossene Photobioreaktoren bekannt, beispielsweise aus der WO 2007/047805 A2 , welche künstlich beleuchtet werden. In der GB 2339763 A werden durchsichtige Kunststoffsäcke mit einer Länge von 0,5 m bis 50 m als Photobioreaktoren zur Algenkultivierung empfohlen, wobei wegen der Transparenz des Materials das Sonnenlicht als Lichtquelle genutzt werden kann. In Martinez-Jeronimo et al, J. appl. Phycol. 6: 423–425, 1994 wird die Algenkultivierung im Labormaßstab in PE-Bags mit einem Volumen von 8 Litern bis 40 Litern durchgeführt. Photobioreaktoren auf Basis von transparenten Einwegmaterialien, mit relativ großem Volumen werden in der WO 98/13469 A1 empfohlen. Auch bei den geschlossenen Reaktortypen dieses Volumens ist die Kontamination der Kulturen problematisch. In der GB 2339763 A wird dazu empfohlen, die Kunststoffsäcke vor deren Gebrauch zur Sterilisation in einem Autoklaven zu erhitzen. In der WO 98/13469 A1 wird empfohlen, die Behälter vor deren Gebrauch mit gamma-Strahlen zu behandeln. Für die großtechnische Produktion sind diese Maßnahmen zu aufwändig.
  • In www.instructables.com/id/An Algae Bioreactor from Recycled Water Bottles wird die Algenkultivierung in wiederverwendeten Plastikflaschen ohne besondere Maßnahmen zur Reinigung oder Sterilisierung der recycelten Flaschen beschrieben. Der Verzicht auf Maßnahmen zur Reinigung oder zur Vermeidung von Kontaminationen ist für die industrielle Produktion aber nicht zu praktizieren. Insbesondere wenn Algenkulturen zur Herstellung hochwertiger Wirkstoffe, beispielsweise pharmazeutischer Produkte, eingesetzt werden, können Kontaminationen nicht vernachlässigt werden.
  • Es bestand daher die Aufgabe, ein Verfahren zur Kultivierung von phototrophen Organismen zur Verfügung zu stellen, mit welchem die Organismen in großtechnischen Mengen hergestellt werden können und die Kontaminationsproblematik in einer ökonomisch vorteilhaften Weise gelöst werden kann.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Kultivierung von phototrophen Organismen in kleinformatigen Kompartimenten, in einem mehrstufigen Verfahren, in welchem verschließbare Behältnisse als Kultivierungsgefäße mit einem Volumen von vorzugsweise 10–1 bis 101 Litern bereitgestellt werden, diese in einer automatisierten Anlage, mit phototrophen Organismen und wässerigem Medium befüllt werden, unter Lichteinwirkung gelagert werden, nach Beendigung der Lagerung die phototrophen Organismen und/oder die durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe gewonnen werden, und gegebenenfalls die Behältnisse der Wiederverwertung in dem Verfahren zugeführt werden.
  • Zur Kultivierung geeignete phototrophe Organismen sind phototrophe Makroorganismen und phototrophe Mikroorganismen. Beispiele für phototrophe Makroorganismen sind Makroalgen, Pflanzen, Moose, Pflanzenzellkulturen. Beispiele für phototrophe Mikroorganismen sind phototrophe Bakterien wie Purpurbakterien, phototrophe Mikroalgen einschließlich Cyanobakterien. Bevorzugt wird das Verfahren zur Kultivierung von phototrophen Mikroorganismen. Besonders bevorzugt wird das Verfahren zur Kultivierung phototropher Mikroalgen.
  • Als Behälter zur Kultivierung werden bevorzugt transparente oder transluzente Kultivierungsgefäße verwendet. Bevorzugt werden Kultivierungsgefäße mit einem Volumen von < 10 Litern, besonders bevorzugt 0,2 bis 5 Litern. Geeignete Materialien für die Kultivierungsgefäße sind Glas oder Kunststoffe, vorzugsweise transparente Thermoplasten wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS), Polycarbonat (PC), Polymethylpenten (PMP), Polyethylenterephthalat (PET), Perfluorethylenpropen (FEP), Perfluoralkoxycopolymere (PFA), Polyvinylchlorid (PVC). Geeignet sind auch Silikone, sowie Coextrudate oder Kombinationen der genannten Thermoplasten oder Silikone.
  • Die Herstellung der Kultivierungsgefäße kann mittels dem Fachmann bekannter Methoden, beispielsweise in den üblichen thermoplastischen Verfahren wie Blasextrusion erfolgen. Die Kultivierungsgefäße können in allen möglichen Formen, in die Flüssigkeiten abgefüllt werden können, eingesetzt werden. Die Kultivierungsgefäße werden vorzugsweise in Flaschenform, als Beutel oder als flache, plattenförmige Behälter gefertigt, damit deren Befüllung mittels Abfülltechnologie aus der Getränkeindustrie erfolgen kann.
  • Die Befüllung erfolgt mit einer automatisierten Abfüllanlage. Vorzugsweise in automatisierten Abfüllanlagen für Flaschen und unter Nutzung von aseptischen oder sterilen Abfülltechniken.
  • Vor der Befüllung werden die Kultivierungsgefäße gegebenenfalls gereinigt, vorzugsweise in einer Reinigungsstation, beispielsweise mittels einmaligem oder mehrmaligem Waschen mit Wasser oder Lauge. Vorzugsweise werden die Kulivierungsgefäße mittels eines Sterilisators sterilisiert. Beispielsweise durch Sterilisation mittels Einsatz von Wasserstoffperoxid oder Peressigsäure enthaltenden Medien oder durch Einleiten von Dampf oder Heißwasser. Nach der Sterilisierung werden die Kultivierungsgefäße gegebenenfalls mit sterilem Wasser ausgespült. Bei der Anwendung von sterilen Kultivierungsgefäßen werden die Verschlüsse vorzugsweise sterilisiert.
  • Die Befüllung mit den phototrophen Organismen und dem wässerigem Medium erfolgt anschließend in einer, vorzugsweise separaten, Füllstation. Die Befüllung erfolgt vorzugsweise unter aseptischen oder sterilen Bedingungen. Zur Befüllung werden die phototrophen Organismen, gegebenenfalls aus einer Vorkultur, in wässerigem Medium aufgenommen. Die die phototrophen Organismen enthaltende Suspension kann gegebenenfalls mit Nährmedium abgemischt und abgefüllt werden. Es kann aber auch so vorgegangen werden, dass die Abfüllung der phototrophen Organismen und des wässerigen Mediums getrennt, und simultan oder seriell erfolgt. Bevorzugt ist die getrennte und serielle Befüllung mit wässerigem Medium und phototrophen Organismen mit anschließender Mischung in dem Kultivierungsgefäß. Simultan oder separat kann Kohlendioxid zugegeben werden. Geeignete Nährmedien enthalten vorzugweise neben Nährsalzen und/oder Wachstums- oder Produktbildungs-fördernden Stoffen, gegebenenfalls organische oder anorganische Kohlenstoffquellen wie Bicarbonate, beispielsweise Natriumhydrogencarbonat. Das Kultivierungsmedium kann bezüglich des pH-Wertes gegebenenfalls zusätzlich abgepuffert werden.
  • Nach der Befüllung werden die Kultivierungsgefäße verschlossen, vorzugsweise unter aseptischen oder sterilen Bedingungen. Das Befüllen und Verschließen kann beispielsweise in abgeschlossenen Vorrichtungen unter Reinraum-Bedingungen erfolgen. Die befüllten Kultivierungsgefäße werden anschließend an einen Lagerort verbracht. Der Transport erfolgt vorzugsweise unter Bedingungen bei denen das Kultivierungsmedium in Bewegung gehalten wird, um Sedimentation zu verhindern. Das kann beispielsweise mittels Rütteln, Schütteln, Wenden, Kippen, Wendeln, Drehen oder Rollen erfolgen.
  • Mit der beschriebenen Technologie lassen sich Abfüllleistungen von vorzugsweise 100 bis 60000 Kultivierungsgefäßen pro Stunde erzielen, je nach Größe der Kultivierungsgefäße. Bei kleinen Kultivierungsgefäßen mit einem Volumen bis 0,5 Litern können gegebenenfalls bis zu 60000 Gefäße pro Stunde abgefüllt werden. Besonders bevorzugt werden 1000 bis 30000 Kultivierungsgefäße pro Stunde abgefüllt. Die Lagerkapazitäten sind den eingesetzten Abfüllleistungen, unter Berücksichtigung einer gegebenenfalls mehrwöchigen Lagerzeit, entsprechend anzupassen.
  • Die Lagerung der befüllten Kultivierungsgefäße kann im Freien oder in geschlossenen Gebäuden erfolgen. Bevorzugt wird die Lagerung in geschlossenen Gebäuden, beispielsweise in Hochregalen. Die Beleuchtung erfolgt im Freien mittels Sonnenlicht, welches gegebenenfalls durch Kunstlicht (künstliche Lichtquellen) ergänzt werden kann. In geschlossenen Gebäuden kann die Lagerung in transparenter Umhausung, unter Ausnutzung des Sonnenlichts, gegebenenfalls unter Unterstützung mit Kunstlicht erfolgen. Bei nicht-transparenter Umhausung kann die Lagerung unter Kunstlicht und/oder Zuleitung des Sonnenlichts mit lichtleitenden Einrichtungen erfolgen. Sind während der Lagerung definierte und konstante Lichtverhältnisse erforderlich, wird in geschlossenen, transparenten oder nicht-transparenten, Gebäuden unter Beleuchtung mit Kunstlicht und/oder Nutzung von lichtleitenden Einrichtungen gelagert.
  • Bevorzugt werden zur künstlichen Beleuchtung LEDs enthaltende Beleuchtungsmittel eingesetzt. Geeignet sind aber auch andere künstliche Lichtquellen wie beispielsweise Fluoreszenz-Leuchtstofflampen, Neonlampen, Metalldampf-Lampen, Edelgas-Lampen, Halogenlampen, Schwefelplasmalampen. Falls nicht-transparente Kultivierungsgefäße eingesetzt werden sollen, kann das Sonnenlicht und/oder Kunstlicht, beispielsweise mittels lichtleitender Einrichtungen, in das Kultivierungsgefäß geführt werden.
  • Bei der Lagerung werden Bedingungen bevorzugt, welche die Sedimentation der Kulturen verhindern. Dazu können die Kultivierungsgefäße temporär oder permanent, mittels Rütteln, Schütteln, Wenden, Kippen, Wendeln, Drehen oder Rollen, in Bewegung gehalten werden.
  • Die mit den phototrophen Organismen befüllten Kultivierungsbehälter werden vorzugsweise ohne aktiven Gasaustausch über die Behältergrenzen hinweg gelagert. Unter einem aktiven Gasaustausch wird dabei die Zuführung von Gasen über Zuleitungen verstanden, nicht aber ein materialbedingter Gasaustausch mit der Umgebung, wie etwa bei PET-Behältern. Gegebenenfalls kann während der Lagerung ein aktiver Gasaustausch, beispielsweise mit Luft und/oder Sauerstoff und/oder CO2; und/oder ein Flüssigkeitsaustausch, beispielsweise mit Nährstoffen, Korrekturmitteln, Induktoren und/oder Precursoren, erfolgen. Dieser kann über entsprechende Anschlüsse an den Kultivierungsgefäßen, beispielsweise am Verschluß, erfolgen. Vorzugsweise erfolgt der Gas- oder Flüssigkeitsaustausch unter sterilen oder aseptischen Bedingungen.
  • Vorzugsweise wird die Lagerung mit Automatisierungstechnologie organisiert. Dazu zählen die automatisierte Überwachung und Einstellung von Lichtintensität und/oder des Spektralbereichs der Beleuchtung und/oder der Lagertemperatur und/oder der Bewegung der Kultivierungsgefäße und/oder des aktiven Gasaustausches und/oder der Lagerdauer. Die Aufbringung von Barcodes oder Verwendung anderer Kennzeichungen für die Logistik, wie beispielsweise Radio Frequency Identification (RFID), ist beispielsweise für die Chargierung und Festlegung spezifischer Prozessparameter wie Licht (Intensität, Wellenlänge, Hell/Dunkel-Zyklus, zeitliche Anpassung/Wechsel), Temperatur, Regelung der Durchmischung für die einzelnen Reaktionsbehältnisse, aktivem Gasaustausch und/oder Flüssigkeitsaustausch oder auch zur Überwachung der Lagerdauer von Nutzem.
  • Nach der zur Kultivierung notwendigen Lagerzeit, im Allgemeinen ein bis vier Wochen, werden die Kulturen geerntet. Vorzugsweise in einem automatisierten Prozess, welcher ein oder mehrere Prozeßschritte wie die Öffnung der Kultivierungsgefäße und die Gewinnung der phototrophen Organismen, und/oder der durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe, umfassen kann.
  • Zur Gewinnung der phototrophen Organismen und/oder der durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe, können diese, ohne vorherige Entleerung der Kultivierungsgefäße, direkt aus dem Medium extrahiert werden oder vom Medium abgetrennt werden. Gegebenenfalls können vor der Gewinnung der phototrophen Organismen und/oder der durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe, die Kultivierungsgefäße entleert werden, die entleerte Flüssigkeit gesammelt werden und danach die phototrophen Organismen und/oder die durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe gewonnen werden. Die Abtrennung der phototrophen Organismen vom Medium kann mittels beliebiger fest-flüssig-Trennverfahren erfolgen. Bei hochwertigen Kulturen vorzugsweise mittels Zentrifugation. Geeignete Trennverfahren sind auch Sedimentation oder Flotation gegebenenfalls unter Einsatz von Flockulationsmitteln, oder Filtration.
  • Die Kultivierungsgefäße können gegebenenfalls wiederverwendet werden und erneut in dem Verfahren eingesetzt werden. Die Öffnung der Flaschen kann durch Aufdrehen der Verschlüsse, aber auch mittels Schlitzen, Stechen oder Aufbohren erfolgen, falls die Wiederverwertung der Kultivierungsgefäße nicht beabsichtigt wird. Gegebenenfalls kann auch nur das Material aus dem die Kultivierungsgefäße gefertigt sind, wiederverwendet werden.
  • Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Massenproduktion von phototrophen Organismen, und gegebenenfalls auch die Massenproduktion der durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe, unter einheitlichen, konstanten und reproduzierbaren Prozeßbedingungen ermöglicht. Beispiele für durch die phototrophen Organismen hergestellte Stoffe sind pharmazeutische Wirkstoffe. Das für die Massenproduktion erforderliche große Volumen wird in eine Vielzahl kleiner Kompartimente aufgeteilt, in denen einheitliche und konstante Prozeßbedingungen eingestellt werden. Mit entsprechendem Scale-Up, das heißt Abfüllung und Lagerung von bis zu mehreren Tausend kleinformatigen Kompartimenten stehen wieder die für die Massenproduktion gewünschten Volumina zur Verfügung. Aufgrund des modularen Aufbaus wird eine hohe Flexibilität bezüglich der Kultivierungsbedingungen erhalten.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - WO 2007/047805 A2 [0003]
    • - GB 2339763 A [0003, 0003]
    • - WO 98/13469 A1 [0003, 0003]
  • Zitierte Nicht-Patentliteratur
    • - Eriksen N. T., Biotechnol. Lett., Vol. 30, Nr. 9, 1525–1536 (2008) [0002]
    • - Martinez-Jeronimo et al, J. appl. Phycol. 6: 423–425, 1994 [0003]
    • - www.instructables.com/id/An Algae Bioreactor from Recycled Water Bottles [0004]

Claims (9)

  1. Verfahren zur Kultivierung von phototrophen Organismen in kleinformatigen Kompartimenten, in einem mehrstufigen Verfahren, in welchem verschließbare Behältnisse als Kultivierungsgefäße mit einem Volumen von vorzugsweise 10–1 bis 101 Litern bereitgestellt werden, diese in einer automatisierten Anlage, mit phototrophen Organismen und wässerigem Medium befüllt werden, unter Lichteinwirkung gelagert werden, die phototrophen Organismen und/oder die durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe gewonnen werden, und gegebenenfalls die Behältnisse der Wiederverwertung in dem Verfahren zugeführt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befüllung unter aseptischen oder sterilen Bedingungen erfolgt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Befüllung mit wässerigem Medium und phototrophen Organismen getrennt und seriell oder simultan, mit anschließender Mischung in dem Kultivierungsgefäß, erfolgt.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den phototrophen Organismen befüllten Kultivierungsbehälter ohne Gasaustausch über die Behältergrenzen hinweg gelagert werden.
  5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass während der Lagerung der mit den phototrophen Organismen befüllten Kultivierungsbehälter ein Gasaustausch und/oder Flüssigkeitsaustausch erfolgt.
  6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass transparente oder transluzente Kultivierungsgefäße verwendet werden.
  7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung in geschlossenen, transparenten oder nicht-transparenten, Gebäuden unter Beleuchtung mit Kunstlicht und/oder Nutzung von lichtleitenden Einrichtungen erfolgt.
  8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die phototrophen Organismen und/oder die durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe, ohne vorherige Entleerung der Kultivierungsgefäße, direkt aus dem Medium extrahiert werden oder vom Medium abgetrennt werden.
  9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Gewinnung der phototrophen Organismen und/oder der durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe, die Kulturgefäße entleert werden, die entleerte Flüssigkeit gesammelt wird, und danach die phototrophen Organismen und/oder die durch die phototrophen Organismen hergestellten Stoffe gewonnen werden.
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