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DE102009027027A1 - Befragungssystem und Betriebsverfahren für ein Befragungssystem - Google Patents

Befragungssystem und Betriebsverfahren für ein Befragungssystem Download PDF

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DE102009027027A1
DE102009027027A1 DE200910027027 DE102009027027A DE102009027027A1 DE 102009027027 A1 DE102009027027 A1 DE 102009027027A1 DE 200910027027 DE200910027027 DE 200910027027 DE 102009027027 A DE102009027027 A DE 102009027027A DE 102009027027 A1 DE102009027027 A1 DE 102009027027A1
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DE
Germany
Prior art keywords
person
survey system
survey
biometric features
arithmetic unit
Prior art date
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Withdrawn
Application number
DE200910027027
Other languages
English (en)
Inventor
Andreas Thun
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Iris GmbH IG Infrared and Intelligent Sensors
Original Assignee
Iris GmbH IG Infrared and Intelligent Sensors
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Iris GmbH IG Infrared and Intelligent Sensors filed Critical Iris GmbH IG Infrared and Intelligent Sensors
Priority to DE200910027027 priority Critical patent/DE102009027027A1/de
Priority to PCT/EP2010/058678 priority patent/WO2010146178A1/de
Publication of DE102009027027A1 publication Critical patent/DE102009027027A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • GPHYSICS
    • G09EDUCATION; CRYPTOGRAPHY; DISPLAY; ADVERTISING; SEALS
    • G09BEDUCATIONAL OR DEMONSTRATION APPLIANCES; APPLIANCES FOR TEACHING, OR COMMUNICATING WITH, THE BLIND, DEAF OR MUTE; MODELS; PLANETARIA; GLOBES; MAPS; DIAGRAMS
    • G09B7/00Electrically-operated teaching apparatus or devices working with questions and answers

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Theoretical Computer Science (AREA)
  • Business, Economics & Management (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Educational Administration (AREA)
  • Educational Technology (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Measurement Of The Respiration, Hearing Ability, Form, And Blood Characteristics Of Living Organisms (AREA)

Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft ein interaktives Befragungssystem zur automatischen Durchführung einer Personenbefragung sowie ein Betriebsverfahren für ein Befragungssystem. Die vorgestellte Vorrichtung umfasst eine Erfassungseinheit, die Objekte als Personen identifiziert und biometrische Merkmale derselben ermittelt. Eine Recheneinheit des Befragungssystems wählt in Abhängigkeit der biometrischen Merkmale einen auf die jeweilige Person angepassten Befragungsalgorithmus aus. Das Befragungssystem erlaubt folglich die Durchführung einer individuellen Personenbefragung, was die Chancen einer positiven Bereitschaft der Person zur Teilnahme an der Befragung erhöht.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein interaktives Befragungssystem zur automatischen Durchführung einer Personenbefragung sowie ein Betriebsverfahren für ein Befragungssystem.
  • Anbieter von Dienstleistungen zeigen ein zunehmendes Interesse an dem Verhalten ihres jeweiligen Kundenkreises. Zur Befriedigung dieses Interesses werden häufig gezielte Kundenzählungen und Kundenbefragungen durchgeführt. Zumeist erfolgen heutzutage sowohl Kundenzählungen als auch Kundenbefragungen auf rein zwischenmenschlicher Ebene und sind somit mit einem Personalaufwand und entsprechenden Kosten verbunden. Deshalb ist man seit einiger Zeit bestrebt, Zählungen und Befragungen automatisiert durch entsprechende technische Vorrichtungen durchzuführen.
  • Aus der internationalen Patentanmeldung WO 02/07106 A1 der vorliegenden Anmelderin ist beispielsweise eine Vorrichtung bekannt, die ausgebildet ist, mit Hilfe von dreidimensional messenden Sensoren Personenzählungen vorzunehmen. Darüber hinaus ist erwähnt, dass die Vorrichtung personenindividuelle Merkmale, wie Größe, Gestalt, Haarfarbe, Herztöne oder Geruch einer Person erfassen kann.
  • Ein elektronisches Befragungssystem ist beispielsweise in der internationalen Patentanmeldung WO 99/31609 beschrieben. Teilnehmer der Befragung können hier mit Hilfe eines berührungsempfindlichen Bildschirms Antworten auf Fragen in das System eingeben. Ein anderes elektronisches Befragungssystem ist aus der US-amerikanischen Patentanmeldung US 2008/0082398 A1 bekannt. In dieser Veröffentlichung wird ein mit dem Internet verbundenes Befragungsportal beschrieben, das einen Bildschirm zur Anzeige von Nachrichten umfasst sowie eine Vielzahl von Bedienungsknöpfen, über die eine befragte Person Eingaben tätigen kann.
  • Aus der Offenlegungsschrift DE 101 28 567 A1 ist eine Vorrichtung zum Durchführen von themenspezifischen Befragungen über ein Netzwerk bekannt. Die hier vorgestellte Vorrichtung erstellt teilnehmerspezifische Fragen, die auf Informationen basieren, die in einer Teilnehmerdatenbank abgespeichert sind. Die Informationen wurden im Vorfeld ermittelt bzw. im Vorfeld vom jeweiligen Teilnehmer eingegeben.
  • Alle bekannten Befragungssysteme weisen den Nachteil auf, dass sie nicht selbsttätig in eine personenspezifische Kommunikation mit der zu befragenden Person treten können.
  • Es ist daher ein der Erfindung zugrundeliegendes technisches Problem, den oben skizzierten Mangel des Standes der Technik zu beheben.
  • Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird das technische Problem gelöst für ein interaktives Befragungssystem, nachstehend Befragungssystem, zur automatischen Durchführung einer Personenbefragung. Das erfindungsgemäße Befragungssystem umfasst eine Erfassungseinheit, die ausgebildet ist,
    • – ein sich innerhalb eines ersten Abstandes zur Erfassungseinheit befindliches Objekt zu detektieren;
    • – das detektierte Objekt als Person zu identifizieren;
    • – biometrische Merkmale der Person zu erfassen;
    • – aus den erfassten biometrischen Merkmalen ein personenspezifisches Muster in Form von Daten zu erzeugen; und
    • – das personenspezifische Muster zu klassifizieren.
  • Außerdem umfasst das erfindungsgemäße Befragungssystem eine in Kommunikation mit der Erfassungseinheit stehende Recheneinheit, die ausgebildet ist,
    • – einen dem klassifizierten personenspezifischen Muster zugeordneten aus einer Vielzahl vorab in einem ersten Speicher der Recheneinheit gespeicherter Befragungsalgorithmen auszuwählen;
    • – den ausgewählten Befragungsalgorithmus auszuführen, wobei Ausgabemittel des Befragungssystems ausgebildet sind, an die Personen gerichtete Abfragen zu übermitteln; und
    • – Eingaben der Person im ersten Speicher der Recheneinheit zu speichern, wobei Eingabemittel des Befragungssystems ausgebildet sind, die Eingaben der Person zu erfassen und der Recheneinheit zuzuführen.
  • Im Rahmen dieser Anmeldung sind mit ”biometrische Merkmale” alle biometrischen Charakteristika einer menschlichen Person gemeint, die mit Hilfe eines oder mehrerer jeweilig ausgebildeter Sensoren und gegebenenfalls jeweilig nachgeschalteter digitaler Verarbeitungsvorrichtung erfassbar sind. Insbesondere sind gemeint: Körpergröße, Gesichtsgeometrie, Haarfarbe, Statur, Gewicht, Stimme, Lippenbewegung, Druckprofil eines Schuhabdrucks der Person, Gangstil, Geruch der Person, räumliche Position der Person, Blickrichtung sowie Iris- und Retinafarbstruktur. Das soll nicht heißen, dass die Erfassungseinheit des erfindungsgemäßen Befragungssystems alle die soeben genannten biometrischen Merkmale erfasst. Die Erfassungseinheit des erfindungsgemäßen Befragungssystems erfasst nur ausgewählte biometrische Merkmale.
  • Zur Erfassung biometrischer Merkmale ist eine Vielzahl jeweilig ausgebildeter Sensoren bekannt. Die Erfassungseinheit umfasst zum Ermitteln biometrischer Merkmale einer Person in allen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Befragungssystems mindestens einen Sensor.
  • In einer Ausführungsform des Befragungssystems umfasst die Erfassungseinheit ein Mikrofon zur Aufnahme der Stimme einer Person. Zur Erfassung des Gewichtes einer Person beinhaltet die Erfassungseinheit in einer anderen Ausführungsform Gewichtssensoren. In einer weiteren Ausführungsform des Befragungssystems sind in der Erfassungseinheit ein 3D-Time-of-Flight Sensor und eine RGB-Kamera zur Erfassung der Gesichtsgeometrie und/oder der Statur einer Person vorgesehen. Eine weitere Möglichkeit zur Erfassung biometrischer Merkmale einer Person bildet die Auswertung der von der Person reflektierten bzw. emittierenden elektromagnetischen Strahlung durch eine entsprechende Vorrichtung. In einer bevorzugten Ausführungsform des Befragungssystems umfasst die Erfassungseinheit auch eine solche Vorrichtung.
  • Ein ”Sensor” bezeichnet somit im Rahmen dieser Anmeldung nicht nur das technische Bauteil, das bestimmte physikalische und/oder chemische Eigenschaften seiner Umgebung als Messgröße quantitativ erfasst und in weiterzuverarbeitende Größen, wie elektrische Signale, umformt, sondern auch eine einem jeweiligen Sensor gegebenenfalls nachgeschaltete, meist digitale Verarbeitungsvorrichtung, die eine Vorauswertung und Bewertung der Messgröße bzw. der Messgrößen vornimmt und so aus den jeweiligen physikalischen Eingangssignalen die zu erfassenden biometrischen Merkmale ableitet.
  • Die Erfassungseinheit weist zur Erfassung weiterer biometrischer Merkmale in einer bevorzugten Ausführungsform des Befragungssystems die Merkmale der Erfassungsvorrichtung der Patentansprüche 1 bis 20 der internationalen Patentveröffentlichung WO 02/07106 A1 der vorliegenden Anmelderin auf.
  • ”Erfasste biometrische Merkmale” bezeichnen somit im Rahmen dieser Anmeldung Ausgangsdaten eines jeweiligen Sensors (auch die Ausgangsdaten einer Kamera) der Erfassungseinheit, aus denen weitere biometrische Merkmale einer Person ableitbar sind, wie z. B. das wahrscheinliche Geschlecht, das ungefähre Alter, die ungefähre Größe, etc. In diesem Sinne fällt beispielsweise auch das Erstellen von digitalen Fotografien einer Person unter ”Erfassen biometrischer Merkmale”.
  • In einer Ausführungsform des Befragungssystems beinhaltet die Erfassungseinheit zur gegebenenfalls notwendigen Nachbearbeitung der Sensorausgangsdaten und zur Erzeugung und Klassifizierung des personenspezifischen Musters bevorzugt einen digitalen Signalprozessor, wie z. B. einen FPGA (Field Programmable Gate Array). Auf dem digitalen Signalprozessor sind vorteilhaft Programme zur Analyse und Klassifikation biometrischer Merkmale installiert.
  • Die Erfassungseinheit erzeugt aus der Gesamtheit der erfassten biometrischen Merkmale das personenspezifische Muster in Form von Daten. Das Erzeugen des Musters, das im Weiteren auch als Template bezeichnet wird, kann bereits in der Zusammenführung der Gesamtheit aller erfassten biometrischen Merkmale, also in der Zusammenführung aller verfügbaren Ausgangsdaten der Sensoren in einer Datei, bestehen. Der erzeugte Datensatz ist damit unmittelbar der Person zugeordnet. In einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Befragungssystems umfasst das Erzeugen des personenspezifischen Musters durch die Erfassungseinheit weitere datenverarbeitungstechnische Schritte, wie beispielsweise eine Datenkompression.
  • Die von verschiedenen Personen erzeugten personenspezifischen Muster unterscheiden sich insbesondere dann, wenn die Erfassungseinheit eine Vielzahl biometrischer Merkmale erfasst. Um nicht für jedes personenspezifische Muster einen jeweilig zugeordneten Befragungsalgorithmus speichern zu müssen, ist es sinnvoll, das personenspezifische Muster vor der Auswahl eines Algorithmus zu klassifizieren.
  • Die Klassifizierung kann erfindungsgemäß in verschiedenen Feinstufen erfolgen. Die Erfassungseinheit kann beispielsweise ausgebildet sein, das personenspezifische Muster ”nur” nach Geschlecht der jeweiligen Person zu klassifizieren. Klassifizieren nach Geschlecht bedeutet, dass personenspezifische Muster den Kategorien ”männlich” oder ”weiblich” zugeordnet werden. Die Erfassungseinheit ist in einer weiteren Ausführungsform des Befragungssystems ausgebildet, die Klassifizierung nach mindestens einer der Kategorien Geschlecht, Altersgruppe, emotionale Situation, Lage der Person im überwachten Gebiet und/oder Blickrichtung und Kopfdrehung der Person vorzunehmen.
  • Aufgrund der Auswahl eines Befragungsalgorithmus in Abhängigkeit von biometrischen Merkmalen der Person kann das Befragungssystem die Person individuell ansprechen und eine personenindividuelle Befragung durchführen. Dadurch wird ein erhöhter Persönlichkeitsgrad erreicht, was die Chancen auf eine positive Bereitschaft der Person zur Teilnahme an der Befragung erhöht. So kann die Person beispielsweise alters- und geschlechtsspezifisch angesprochen werden. Insbesondere ist vorteilig, dass die zu befragende Person zunächst keine personenspezifischen Daten manuell in das Befragungssystem eingeben muss, um personenspezifisch befragt zu werden. Gleichwohl ist es erfindungsgemäß möglich und im Weiteren näher dargestellt, das Befragungsschema im Laufe der Befragung in Abhängigkeit der Eingaben der Person weiter zu individualisieren.
  • Die Ausgabemittel des Befragungssystems sind beispielsweise in Form eines Lautsprechers, die Eingabemittel beispielsweise in Form eines Mikrofons realisiert. Sowohl Lautsprecher als auch Mikrofon sind dann mit der Recheneinheit verbunden, beispielsweise über eine USB- oder Ethernetverbindung. Auf der Recheneinheit sind zur Steuerung der Ein- und Ausgabemittel zweckmäßiger Weise Text-zu-Sprache- sowie Sprache-zu-Text-Programme installiert. Beispielsweise sind derartige Programme bereits auf einer Soundkarte vorab vorgesehen. In einer Ausführungsform des Befragungssystems umfasst die Recheneinheit eine derartige Soundkarte. Denkbar sind auch Eingabemittel in Form von Bedienschaltern.
  • Unter ”Abfrage” ist im Rahmen dieser Anmeldung jegliche Art von Information zu verstehen, die vom Befragungssystem an die zu befragende Person übermittelt wird. Unter ”Eingaben” ist im Rahmen dieser Anmeldung jegliche Information zu verstehen, die von der Person an das Befragungssystem übermittelt wird.
  • Nachfolgend werden weitere Ausführungsbeispiele des ersten Aspektes der Erfindung beschrieben. Die verschiedenen Ausführungsformen, auch die bereits oben genannten, können zur Bildung weiterer Ausführungsformen miteinander kombiniert werden, sofern sie nicht als Alternativen zueinander beschrieben sind.
  • In einer Ausführungsform ist die Erfassungseinheit des Befragungssystems ausgebildet, ausgewählte biometrische Merkmale der Person mehrmals zu erfassen und das personenspezifische Muster in Form von Daten in Abhängigkeit der mehrmals erfassten biometrischen Merkmale der Person anzupassen.
  • Dadurch kann der Informationsgehalt des personenspezifischen Musters erhöht werden. Beispielsweise werden durch einen 3D-Time-of-Flight-Sensor und/oder durch eine RGB-Kamera der Erfassungseinheit Bilder zur Erfassung einer Körper- oder Gesichtsstruktur einer Person aufgezeichnet. Aufgrund der Bewegung der Person können durch die mehrmalige Erfassung diese Bilder in verschiedenen Perspektiven erfasst werden. Insgesamt erhält das personenspezifische Muster durch die Anpassung an diese mehrmals erfassten biometrischen Merkmale einen höheren Informationsgehalt. Dadurch wird insbesondere auch die Genauigkeit eines späteren Vergleichs des personenspezifischen Musters mit bereits gespeicherten personenspezifischen Mustern erhöht.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform des Befragungssystems ist die Erfassungseinheit ausgebildet, ein sich innerhalb eines zweiten Abstandes zur Erfassungseinheit befindliches zweites Objekt zu detektieren und für jedes detektierte zweite Objekt jeweils einen Datensatz mit einer Zählziffer zu erzeugen, wobei der zweite Abstand größer ist als der erste Abstand, den das erste Objekt zur Erfassungseinheit hat.
  • Diese Ausführungsform des Befragungssystems erlaubt zusätzlich zur Befragung die Durchführung einer Personenzählung. Insbesondere ist das Befragungssystem ausgebildet, zweite Objekte auch während der Befragung einer Person, die das erste Objekt darstellt, zu zählen. Dazu ist die Erfassungseinheit geeigneter Weise räumlich so angeordnet, dass die sich innerhalb des ersten Abstandes zur Erfassungseinheit befindlichen und an der Befragung teilnehmenden Person die Erfassungseinheit nicht daran hindert, auch einen Überwachungsbereich zwischen dem ersten und dem zweiten Abstand zu erfassen.
  • Für eine Vielzahl von Anwendungen ist diese Ausführungsform vorteilig. Man denke beispielsweise an ein öffentliches Verkehrsmittel, bei dem alle Fahrgäste fortwährend gezählt werden sollen, als auch individuelle Befragungen durchgeführt werden sollen. Weiter ist es möglich, durch die Zählung statistische Erhebungen anzustellen, beispielsweise die Ermittlung der prozentualen Teilnehmeranzahl an der Befragung.
  • In einer anderen bevorzugten Ausführungsform des Befragungssystems ist die Recheneinheit ausgebildet, das personenspezifische Muster in einem zweiten Speicher zu speichern und mit bereits gespeicherten personenspezifischen Mustern zu vergleichen.
  • Erzeugt die Erfassungseinheit das personenspezifische Muster, so übergibt diese das personenspezifische Muster an die Recheneinheit. Die Recheneinheit speichert ein personenspezifisches Muster grundsätzlich jeweils einmal. Das übergebene personenspezifische Muster vergleicht die Recheneinheit mit bereits gespeicherten Mustern. Fällt der Vergleich positiv aus, d. h. stimmt das übergebene personenspezifische Muster im Wesentlichen mit einem der bereits gespeicherten Muster überein, verwirft die Recheneinheit das erzeugte personenspezifische Muster und speichert es nicht erneut. Die Recheneinheit startet dann nicht die Ausführung eines Befragungsalgorithmus.
  • Bevorzugt ist das Befragungssystem in diese Ausführungsvariante also ausgebildet, eine wiederholte Befragung derselben Person zu vermeiden.
  • Im Falle eines negativen Vergleichs speichert die Recheneinheit das personenspezifische Muster. Nach Klassifizierung des Musters durch die Erfassungseinheit führt die Recheneinheit einen dem klassifizierten personenspezifischen Muster zugeordneten Befragungsalgorithmus aus.
  • Selbstredend können der erste und der zweite Speicher der Recheneinheit in einer monolithischen Einheit integriert sein als auch räumlich voneinander getrennt angeordnet sein.
  • Zweckmäßigerweise umfasst das Befragungssystem in einer weiteren Ausführungsform Ausgabemittel und/oder Eingabemittel in Form eines Monitors. Der Monitor ist bevorzugt berührungssensitiv, so dass die befragte Person Eingaben über den Monitor in das Befragungssystem tätigen kann. Zur Steuerung einer Bildfolge auf dem Monitor umfasst die Recheneinheit beispielsweise eine Graphikkarte.
  • In dieser Ausführungsform ist die Recheneinheit geeigneter Weise ausgebildet, parallel zur Ausführung des Befragungsalgorithmus auf dem Monitor einen Avatar zu animieren.
  • Durch den Avatar erhält die Befragung der Person abermals einen persönlicheren Charakter, was die Chancen einer positiven Bereitschaft der Person zur Teilnahme an der Befragung weiter erhöht.
  • Bevorzugt ist die Recheneinheit des Befragungssystems ausgebildet, den Avatar in Abhängigkeit der von der Erfassungseinheit erfassten biometrischen Merkmale und/oder in Abhängigkeit der Eingaben der Person und/oder in Abhängigkeit der Anfragen zu animieren.
  • In dieser Ausführungsform animiert die Recheneinheit den Avatar derart, dass der Avatar entsprechend des Verhaltes der befragten Person reagiert. Der befragten Person wird so annähernd der Eindruck einer realen zwischenmenschlichen Kommunikation vermittelt. Auch während der Befragung der Person erfasst die Erfassungseinheit in dieser Ausführungsform folglich biometrische Merkmale der Person und übermittelt diese an die Recheneinheit.
  • Zweckmäßig umfasst das Befragungssystem in einer weiteren Ausführungsform den Ortsgeber, wobei die Erfassungseinheit ausgebildet ist, den Jeweiligen Datensatz mit Positionsdaten des Ortsgebers zu ergänzen.
  • Diese Ausführungsform eignet sich insbesondere dann, wenn das Befragungssystem in beweglichen Einrichtungen installiert ist. So ist es möglich, zusätzlich zu den Eingaben der Person und/oder zusätzlich zur Zählziffer Positionsdaten zu erfassen, was für denkbar viele spätere statistische Auswertungen der Befragungsergebnisse vorteilig ist.
  • Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird das technische Problem gelöst für ein Betriebsverfahren für ein interaktives Befragungssystem. Das erfindungsgemäße Vertriebsverfahren umfasst die Schritte:
    • – Detektieren eines sich innerhalb eines ersten Abstandes zu einer Erfassungseinheit des Befragungssystems befindlichen Objektes;
    • – Identifizieren des detektierten Objektes als Person;
    • – Erfassen biometrischer Merkmale der Person;
    • – Erzeugen eines personenspezifischen Musters in Form von Daten aus den erfassten biometrischen Merkmalen;
    • – Klassifizieren des personenspezifischen Musters;
    • – Auswählen eines dem klassifizierten personenspezifischen Musters zugeordneten Befragungsalgorithmus; und
    • – Ausführen des Befragungsalgorithmus durch Übermitteln von Anfragen an die Person mit Ausgabemitteln des Befragungssystems und Speichern von Eingaben der Person, die von Eingabemitteln des Befragungssystems erfasst werden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren des zweiten Aspektes der Erfindung teilt die Vorteile des Befragungssystems des ersten Aspektes der Erfindung und seiner hierin genannten Ausführungsformen.
  • Weitere Vorteile der Erfindung werden anhand der Figuren erläutert. Es zeigen:
  • 1: Ein funktionales Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Befragungssystems und
  • 2: ein schematisches Ablaufdiagramm einer Befragungsroutine.
  • 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Anordnung eines erfindungsgemäßen Befragungssystems 100. Vorab sei angemerkt, dass die gezeigte räumliche Anordnung in keinem Zusammenhang mit einer tatsächlichen geometrischen Anordnung der Komponenten des Befragungssystems steht.
  • Das Befragungssystem 100 umfasst eine Erfassungseinheit 110 und eine in Kommunikation mit der Erfassungseinheit 110 stehende Recheneinheit 120. Die Erfassungseinheit 110 ist mit einem Sensor sowie einem digitalen Signalprozessor, wie beispielsweise einem FPGA, ausgestattet. Die Erfassungseinheit zählt Personen 180.1, 180.2, die die Erfassungseinheit in einem bestimmten zweiten Abstand 180 passieren. Von einer Person 190.1, die sich innerhalb eines ersten Abstandes 190 von der Erfassungseinheit befindet, erfasst der Sensor der Erfassungseinheit biometrische Merkmale, wie Größe, Gestalt, Gesichtsmerkmale, etc.
  • Aus den erfassten biometrischen Merkmalen erzeugt der digitale Signalprozessor der Erfassungseinheit 110 ein personenspezifisches Muster in Form von Daten und übergibt dieses an die Recheneinheit 120. Die Recheneinheit prüft, ob das Muster bereits existiert. Ist dies der Fall, speichert die Recheneinheit 120 das übergebene personenspezifische Muster nicht erneut und führt keinen Befragungsalgorithmus aus. Ist das Muster hingegen noch nicht im zweiten Speicher abgelegt, so erfolgt die Klassifizierung des Musters. Dazu ist auf dem digitalen Signalprozessor der Erfassungseinheit 110 ist Klassifikationsprogramm implementiert, das das personenspezifische Muster nach mindestens einer der folgenden Kategorien klassifiziert: Geschlecht, Altersgruppe, emotionale Situation, Lage der Person im überwachten Gebiet und Blickrichtung und Kopfdrehung der Person.
  • Mit der Recheneinheit verbunden ist ein Lautsprecher 126 sowie ein Mikrofon 128. Die Verbindung ist in beiden Fällen beispielsweise durch eine USB-Verbindung oder durch eine Ethernetverbindung bereitgestellt. Außerdem ist die Recheneinheit 120 mit einem Monitor 132 verbunden. Der Monitor ist bevorzugt berührungssensitiv, so dass die befragte Person sowohl Eingaben über das Mikrofon 128 als auch über den berührungsempfindlichen Monitor 132 tätigen kann. Während der Durchführung des Befragungsalgorithmus animiert die Recheneinheit 120 auf dem Monitor einen Avatar.
  • Während der Durchführung des Befragungsalgorithmus erfasst der Sensor der Erfassungseinheit 110 fortwährend biometrische Merkmale der befragten Person und übermittelt Daten an die Recheneinheit 120. Die Recheneinheit 120 animiert den Avatar auf dem Monitor 132 in Abhängigkeit dieser übermittelten Daten. Die Recheneinheit 120 speichert die Eingaben der befragten Person 190.1 und übermittelt nach Ende der Befragung die gespeicherten Daten an ein in 1 nicht näher dargestelltes übergeordnetes Datenverarbeitungssystem.
  • Optional umfasst das Befragungssystem 100 einen Zeitgeber 122 sowie einen Ortsgeber 124. Die Recheneinheit 120 speichert die Eingaben der befragten Person 190.1 dann zeit- und ortsbezogen.
  • 2 zeigt das Flussdiagramm einer Befragungsroutine. Vor der Erstbenutzung des Befragungssystems werden alle Einträge des zweiten Speichers gelöscht. Von einer Person, die innerhalb eines ersten Abstandes zur Erfassungseinheit auftritt, wird ein Muster erzeugt (Schritt 3).
  • Anschließend wird überprüft, ob das erzeugte personenspezifische Muster mit bereits vorab gespeicherten Mustern übereinstimmt. Falls ja, wird das erzeugte Muster wieder verworfen. Im gegenteiligen Fall erfolgt eine Klassifizierung der Person nach Geschlecht, Alter und/oder anderen Kategorien. Diese Klassifikationsmerkmale des Musters werden gemeinsam mit einer Uhrzeit in einer Ergebnisdatei festgehalten. Sodann wählt die Recheneinheit einen geeigneten Befragungsalgorithmus aus und baut einen Dialog mit der Person auf. Dazu erscheint auf dem Monitor ein Avatar und beginnt den tatsächlichen Dialog. Anfragen des Befragungssystems beantwortet die Person wahlweise mündlich oder durch entsprechende Eingaben auf einem berührungsempfindlichen Monitor. Die Eingaben der Person werden in Verbindung mit den jeweiligen Anfragen, der jeweiligen Uhrzeit, ggf. eines jeweiligen Ortes und ggf. in Verbindung mit biometrischen Merkmalen der Person, während der Befragung gespeichert. Nach dem Ende des Dialogs wird die Ergebnisdatei an eine übergeordnete Verarbeitungseinheit zur weiteren Verarbeitung übergeben. Anschließend geht das System in den Ausgangsstatus 2 über.
  • Ein beispielhafter Dialog ist im Folgenden beschrieben:
    Auf dem Monitor erscheint ein Avatar, beispielsweise in Form einer Schaffnerin. Der Dialog beginnt mit:
    ”Sehr geehrte Dame. Wir führen im Auftrag der Bahngesellschaft eine Befragung durch. Ich möchte Ihnen gerne einige Fragen stellen. Sind Sie damit einverstanden?”
    Der Fahrgast – in diesem Fall die Dame – kann nun ”ja” oder ”nein” antworten und/oder einen entsprechenden Bedienschalter betätigen und/oder seine Eingaben über den berührungsempfindlichen Monitor übermitteln.
  • Zeigt die befragte Person Bereitschaft zur Teilnahme an der Befragung, so folgt weiter:
    ”Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Welchen Fahrschein haben Sie gewählt?”
    Antwort der befragten Person: ”Ich habe ein Seniorenticket gewählt”.
    Das Schlüsselwort ”Seniorenticket” wird nun der Ergebnisdatei zugefügt.
    Reaktion des Befragungssystems: ”Wo sind Sie zugestiegen?
    Antwort der befragten Person: ”in Leipzig”.
    Das Schlüsselwort ”Leipzig” wird der Ergebnisdatei zugefügt.
    Reaktion des Befragungssystems: ”Und wo endet Ihre Fahrt?”
    Antwort der befragten Person: ”In Hannover”.
    Das Schlüsselwort ”Hannover” wird der Ergebnisdatei zugefügt.
    Antwort des Befragungssystems: ”Vielen Dank, ich wünsche Ihnen eine angenehme Fahrt”.
    Die Ergebnisdatei hat dann folgenden Inhalt:
    13:22:54 weiblich > 70 Seniorenticket Leipzig Hannover
  • Diese Datei wird an das übergeordnete Datenverarbeitungssystem weitergeleitet. Die Datei enthält neben den Befragungsergebnissen zusätzlich die von der Erfassungseinheit ermittelten biometrischen Merkmale, hier die Merkmale ”Geschlecht: weiblich” und ”Alter: größer 70”.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - WO 02/07106 A1 [0003, 0014]
    • - WO 99/31609 [0004]
    • - DE 10128567 A1 [0005]

Claims (10)

  1. Interaktives Befragungssystem (100), nachstehend Befragungssystem, zur automatischen Durchführung einer Personenbefragung, umfassend: – eine Erfassungseinheit (110), die ausgebildet ist, ein sich innerhalb eines ersten Abstandes (190) zur Erfassungseinheit (110) befindliches Objekt zu detektieren; das detektierte Objekt als Person (190.1) zu identifizieren; biometrische Merkmale der Person (190.1) zu erfassen; aus den erfassten biometrischen Merkmalen ein personenspezifisches Muster in Form von Daten zu erzeugen; und das personenspezifische Muster zu klassifizieren; – eine in Kommunikation mit der Erfassungseinheit (110) stehende Recheneinheit (120), die ausgebildet ist, einen dem klassifizierten personenspezifischen Muster zugeordneten Befragungsalgorithmus aus einer Vielzahl vorab in einem ersten Speicher der Recheneinheit (120) gespeicherter Befragungsalgorithmen auszuwählen; den ausgewählten Befragungsalgorithmus auszuführen, wobei Ausgabemittel (132, 126) des Befragungssystems ausgebildet sind, an die Person (190.1) gerichtete Anfragen zu übermitteln; und Eingaben der Person (190.1) im ersten Speicher der Recheneinheit (120) zu speichern, wobei Eingabemittel (132, 128) des Befragungssystems ausgebildet sind, die Eingaben der Person (190.1) zu erfassen und der Recheneinheit (120) zuzuführen.
  2. Befragungssystem (100) nach Anspruch 1, bei dem die Erfassungseinheit (110) ausgebildet ist, ausgewählte biometrische Merkmale der Person (190.1) mehrmals zu erfassen und das personenspezifische Muster in Form von Daten in Abhängigkeit der mehrmals erfassten biometrischen Merkmale der Person anzupassen.
  3. Befragungssystem (100) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Erfassungseinheit (110) zusätzlich ausgebildet ist, ein sich innerhalb eines zweiten Abstandes (180) zur Erfassungseinheit befindliches zweites Objekt (180.1, 180.2) zu detektieren und für jedes detektiertes zweites Objekt (180.1, 180.2) jeweils einen Datensatz mit einer Zählziffer zu erzeugen, wobei der zweite Abstand (180) größer ist als der erste Abstand (190).
  4. Befragungssystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Recheneinheit (120) ausgebildet ist, das personenspezifische Muster in einem zweiten Speicher zu speichern und mit bereits gespeicherten personenspezifischen Mustern zu vergleichen.
  5. Befragungssystem (100) nach Anspruch 4, das ausgebildet ist, eine wiederholte Befragung derselben Person zu vermeiden.
  6. Befragungssystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend Ausgabemittel und/oder Eingabemittel in Form eines Monitors (132).
  7. Befragungssystem (100) nach Anspruch 6, bei dem die Recheneinheit (120) ausgebildet ist, parallel zur Ausführung des Befragungsalgorithmus auf dem Monitor (132) einen Avatar zu animieren.
  8. Befragungssystem (100) nach Anspruch 7, bei dem die Recheneinheit (120) ausgebildet ist, den Avatar in Abhängigkeit der von der Erfassungseinheit (110) erfassten biometrischen Merkmale und/oder in Abhängigkeit der Eingaben der Person (190.1) und/oder in Abhängigkeit der Anfragen zu animieren.
  9. Befragungssystem (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, zusätzlich umfassend einen Ortsgeber (124), wobei die Erfassungseinheit (110) ausgebildet ist, den jeweiligen Datensatz mit Positionsdaten des Ortsgebers (124) zu ergänzen.
  10. Betriebsverfahren für ein interaktives Befragungssystem, umfassend die Schritte: – Detektieren eines sich innerhalb eines ersten Abstandes zu einer Erfassungseinheit des Befragungssystems befindlichen Objektes; – Identifizieren des detektierten Objektes als Person; – Erfassen biometrischer Merkmale der Person; – Erzeugen eines personenspezifischen Musters in Form von Daten aus den erfassten biometrischen Merkmalen; – Klassifizieren des personenspezifischen Musters; – Auswählen eines dem klassifizierten personenspezifischen Musters zugeordneten Befragungsalgorithmus; und – Ausführen des Befragungsalgorithmus durch Übermitteln von Anfragen an die Person mit Ausgabemitteln des Befragungssystems und Speichern von Eingaben der Person, die von Eingabemitteln des Befragungssystems erfasst werden.
DE200910027027 2009-06-18 2009-06-18 Befragungssystem und Betriebsverfahren für ein Befragungssystem Withdrawn DE102009027027A1 (de)

Priority Applications (2)

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