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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein interaktives Befragungssystem
zur automatischen Durchführung einer Personenbefragung
sowie ein Betriebsverfahren für ein Befragungssystem.
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Anbieter
von Dienstleistungen zeigen ein zunehmendes Interesse an dem Verhalten
ihres jeweiligen Kundenkreises. Zur Befriedigung dieses Interesses
werden häufig gezielte Kundenzählungen und Kundenbefragungen
durchgeführt. Zumeist erfolgen heutzutage sowohl Kundenzählungen
als auch Kundenbefragungen auf rein zwischenmenschlicher Ebene und
sind somit mit einem Personalaufwand und entsprechenden Kosten verbunden.
Deshalb ist man seit einiger Zeit bestrebt, Zählungen und
Befragungen automatisiert durch entsprechende technische Vorrichtungen
durchzuführen.
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Aus
der internationalen Patentanmeldung
WO 02/07106 A1 der vorliegenden Anmelderin
ist beispielsweise eine Vorrichtung bekannt, die ausgebildet ist,
mit Hilfe von dreidimensional messenden Sensoren Personenzählungen
vorzunehmen. Darüber hinaus ist erwähnt, dass
die Vorrichtung personenindividuelle Merkmale, wie Größe,
Gestalt, Haarfarbe, Herztöne oder Geruch einer Person erfassen
kann.
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Ein
elektronisches Befragungssystem ist beispielsweise in der internationalen
Patentanmeldung
WO 99/31609 beschrieben.
Teilnehmer der Befragung können hier mit Hilfe eines berührungsempfindlichen
Bildschirms Antworten auf Fragen in das System eingeben. Ein anderes
elektronisches Befragungssystem ist aus der US-amerikanischen Patentanmeldung
US 2008/0082398 A1 bekannt. In dieser Veröffentlichung
wird ein mit dem Internet verbundenes Befragungsportal beschrieben,
das einen Bildschirm zur Anzeige von Nachrichten umfasst sowie eine
Vielzahl von Bedienungsknöpfen, über die eine
befragte Person Eingaben tätigen kann.
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Aus
der Offenlegungsschrift
DE
101 28 567 A1 ist eine Vorrichtung zum Durchführen
von themenspezifischen Befragungen über ein Netzwerk bekannt.
Die hier vorgestellte Vorrichtung erstellt teilnehmerspezifische
Fragen, die auf Informationen basieren, die in einer Teilnehmerdatenbank
abgespeichert sind. Die Informationen wurden im Vorfeld ermittelt
bzw. im Vorfeld vom jeweiligen Teilnehmer eingegeben.
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Alle
bekannten Befragungssysteme weisen den Nachteil auf, dass sie nicht
selbsttätig in eine personenspezifische Kommunikation mit
der zu befragenden Person treten können.
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Es
ist daher ein der Erfindung zugrundeliegendes technisches Problem,
den oben skizzierten Mangel des Standes der Technik zu beheben.
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Gemäß einem
ersten Aspekt der Erfindung wird das technische Problem gelöst
für ein interaktives Befragungssystem, nachstehend Befragungssystem,
zur automatischen Durchführung einer Personenbefragung.
Das erfindungsgemäße Befragungssystem umfasst
eine Erfassungseinheit, die ausgebildet ist,
- – ein
sich innerhalb eines ersten Abstandes zur Erfassungseinheit befindliches
Objekt zu detektieren;
- – das detektierte Objekt als Person zu identifizieren;
- – biometrische Merkmale der Person zu erfassen;
- – aus den erfassten biometrischen Merkmalen ein personenspezifisches
Muster in Form von Daten zu erzeugen; und
- – das personenspezifische Muster zu klassifizieren.
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Außerdem
umfasst das erfindungsgemäße Befragungssystem
eine in Kommunikation mit der Erfassungseinheit stehende Recheneinheit,
die ausgebildet ist,
- – einen dem klassifizierten
personenspezifischen Muster zugeordneten aus einer Vielzahl vorab
in einem ersten Speicher der Recheneinheit gespeicherter Befragungsalgorithmen
auszuwählen;
- – den ausgewählten Befragungsalgorithmus auszuführen,
wobei Ausgabemittel des Befragungssystems ausgebildet sind, an die
Personen gerichtete Abfragen zu übermitteln; und
- – Eingaben der Person im ersten Speicher der Recheneinheit
zu speichern, wobei Eingabemittel des Befragungssystems ausgebildet
sind, die Eingaben der Person zu erfassen und der Recheneinheit
zuzuführen.
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Im
Rahmen dieser Anmeldung sind mit ”biometrische Merkmale” alle
biometrischen Charakteristika einer menschlichen Person gemeint,
die mit Hilfe eines oder mehrerer jeweilig ausgebildeter Sensoren
und gegebenenfalls jeweilig nachgeschalteter digitaler Verarbeitungsvorrichtung
erfassbar sind. Insbesondere sind gemeint: Körpergröße,
Gesichtsgeometrie, Haarfarbe, Statur, Gewicht, Stimme, Lippenbewegung,
Druckprofil eines Schuhabdrucks der Person, Gangstil, Geruch der
Person, räumliche Position der Person, Blickrichtung sowie
Iris- und Retinafarbstruktur. Das soll nicht heißen, dass
die Erfassungseinheit des erfindungsgemäßen Befragungssystems
alle die soeben genannten biometrischen Merkmale erfasst. Die Erfassungseinheit
des erfindungsgemäßen Befragungssystems erfasst
nur ausgewählte biometrische Merkmale.
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Zur
Erfassung biometrischer Merkmale ist eine Vielzahl jeweilig ausgebildeter
Sensoren bekannt. Die Erfassungseinheit umfasst zum Ermitteln biometrischer
Merkmale einer Person in allen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Befragungssystems mindestens einen Sensor.
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In
einer Ausführungsform des Befragungssystems umfasst die
Erfassungseinheit ein Mikrofon zur Aufnahme der Stimme einer Person.
Zur Erfassung des Gewichtes einer Person beinhaltet die Erfassungseinheit in
einer anderen Ausführungsform Gewichtssensoren. In einer
weiteren Ausführungsform des Befragungssystems sind in
der Erfassungseinheit ein 3D-Time-of-Flight Sensor und eine RGB-Kamera
zur Erfassung der Gesichtsgeometrie und/oder der Statur einer Person
vorgesehen. Eine weitere Möglichkeit zur Erfassung biometrischer
Merkmale einer Person bildet die Auswertung der von der Person reflektierten
bzw. emittierenden elektromagnetischen Strahlung durch eine entsprechende
Vorrichtung. In einer bevorzugten Ausführungsform des Befragungssystems
umfasst die Erfassungseinheit auch eine solche Vorrichtung.
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Ein ”Sensor” bezeichnet
somit im Rahmen dieser Anmeldung nicht nur das technische Bauteil,
das bestimmte physikalische und/oder chemische Eigenschaften seiner
Umgebung als Messgröße quantitativ erfasst und
in weiterzuverarbeitende Größen, wie elektrische
Signale, umformt, sondern auch eine einem jeweiligen Sensor gegebenenfalls
nachgeschaltete, meist digitale Verarbeitungsvorrichtung, die eine
Vorauswertung und Bewertung der Messgröße bzw.
der Messgrößen vornimmt und so aus den jeweiligen
physikalischen Eingangssignalen die zu erfassenden biometrischen
Merkmale ableitet.
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Die
Erfassungseinheit weist zur Erfassung weiterer biometrischer Merkmale
in einer bevorzugten Ausführungsform des Befragungssystems
die Merkmale der Erfassungsvorrichtung der Patentansprüche
1 bis 20 der internationalen Patentveröffentlichung
WO 02/07106 A1 der
vorliegenden Anmelderin auf.
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”Erfasste
biometrische Merkmale” bezeichnen somit im Rahmen dieser
Anmeldung Ausgangsdaten eines jeweiligen Sensors (auch die Ausgangsdaten
einer Kamera) der Erfassungseinheit, aus denen weitere biometrische
Merkmale einer Person ableitbar sind, wie z. B. das wahrscheinliche
Geschlecht, das ungefähre Alter, die ungefähre
Größe, etc. In diesem Sinne fällt beispielsweise
auch das Erstellen von digitalen Fotografien einer Person unter ”Erfassen
biometrischer Merkmale”.
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In
einer Ausführungsform des Befragungssystems beinhaltet
die Erfassungseinheit zur gegebenenfalls notwendigen Nachbearbeitung
der Sensorausgangsdaten und zur Erzeugung und Klassifizierung des
personenspezifischen Musters bevorzugt einen digitalen Signalprozessor,
wie z. B. einen FPGA (Field Programmable Gate Array). Auf dem digitalen
Signalprozessor sind vorteilhaft Programme zur Analyse und Klassifikation
biometrischer Merkmale installiert.
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Die
Erfassungseinheit erzeugt aus der Gesamtheit der erfassten biometrischen
Merkmale das personenspezifische Muster in Form von Daten. Das Erzeugen
des Musters, das im Weiteren auch als Template bezeichnet wird,
kann bereits in der Zusammenführung der Gesamtheit aller
erfassten biometrischen Merkmale, also in der Zusammenführung
aller verfügbaren Ausgangsdaten der Sensoren in einer Datei,
bestehen. Der erzeugte Datensatz ist damit unmittelbar der Person
zugeordnet. In einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Befragungssystems umfasst das Erzeugen des personenspezifischen
Musters durch die Erfassungseinheit weitere datenverarbeitungstechnische
Schritte, wie beispielsweise eine Datenkompression.
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Die
von verschiedenen Personen erzeugten personenspezifischen Muster
unterscheiden sich insbesondere dann, wenn die Erfassungseinheit
eine Vielzahl biometrischer Merkmale erfasst. Um nicht für
jedes personenspezifische Muster einen jeweilig zugeordneten Befragungsalgorithmus
speichern zu müssen, ist es sinnvoll, das personenspezifische
Muster vor der Auswahl eines Algorithmus zu klassifizieren.
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Die
Klassifizierung kann erfindungsgemäß in verschiedenen
Feinstufen erfolgen. Die Erfassungseinheit kann beispielsweise ausgebildet
sein, das personenspezifische Muster ”nur” nach
Geschlecht der jeweiligen Person zu klassifizieren. Klassifizieren
nach Geschlecht bedeutet, dass personenspezifische Muster den Kategorien ”männlich” oder ”weiblich” zugeordnet
werden. Die Erfassungseinheit ist in einer weiteren Ausführungsform
des Befragungssystems ausgebildet, die Klassifizierung nach mindestens
einer der Kategorien Geschlecht, Altersgruppe, emotionale Situation,
Lage der Person im überwachten Gebiet und/oder Blickrichtung und
Kopfdrehung der Person vorzunehmen.
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Aufgrund
der Auswahl eines Befragungsalgorithmus in Abhängigkeit
von biometrischen Merkmalen der Person kann das Befragungssystem
die Person individuell ansprechen und eine personenindividuelle
Befragung durchführen. Dadurch wird ein erhöhter
Persönlichkeitsgrad erreicht, was die Chancen auf eine
positive Bereitschaft der Person zur Teilnahme an der Befragung
erhöht. So kann die Person beispielsweise alters- und geschlechtsspezifisch
angesprochen werden. Insbesondere ist vorteilig, dass die zu befragende
Person zunächst keine personenspezifischen Daten manuell
in das Befragungssystem eingeben muss, um personenspezifisch befragt
zu werden. Gleichwohl ist es erfindungsgemäß möglich
und im Weiteren näher dargestellt, das Befragungsschema
im Laufe der Befragung in Abhängigkeit der Eingaben der
Person weiter zu individualisieren.
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Die
Ausgabemittel des Befragungssystems sind beispielsweise in Form
eines Lautsprechers, die Eingabemittel beispielsweise in Form eines
Mikrofons realisiert. Sowohl Lautsprecher als auch Mikrofon sind
dann mit der Recheneinheit verbunden, beispielsweise über
eine USB- oder Ethernetverbindung. Auf der Recheneinheit sind zur
Steuerung der Ein- und Ausgabemittel zweckmäßiger
Weise Text-zu-Sprache- sowie Sprache-zu-Text-Programme installiert.
Beispielsweise sind derartige Programme bereits auf einer Soundkarte
vorab vorgesehen. In einer Ausführungsform des Befragungssystems
umfasst die Recheneinheit eine derartige Soundkarte. Denkbar sind
auch Eingabemittel in Form von Bedienschaltern.
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Unter ”Abfrage” ist
im Rahmen dieser Anmeldung jegliche Art von Information zu verstehen,
die vom Befragungssystem an die zu befragende Person übermittelt
wird. Unter ”Eingaben” ist im Rahmen dieser Anmeldung
jegliche Information zu verstehen, die von der Person an das Befragungssystem übermittelt
wird.
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Nachfolgend
werden weitere Ausführungsbeispiele des ersten Aspektes
der Erfindung beschrieben. Die verschiedenen Ausführungsformen,
auch die bereits oben genannten, können zur Bildung weiterer
Ausführungsformen miteinander kombiniert werden, sofern
sie nicht als Alternativen zueinander beschrieben sind.
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In
einer Ausführungsform ist die Erfassungseinheit des Befragungssystems
ausgebildet, ausgewählte biometrische Merkmale der Person
mehrmals zu erfassen und das personenspezifische Muster in Form
von Daten in Abhängigkeit der mehrmals erfassten biometrischen
Merkmale der Person anzupassen.
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Dadurch
kann der Informationsgehalt des personenspezifischen Musters erhöht
werden. Beispielsweise werden durch einen 3D-Time-of-Flight-Sensor
und/oder durch eine RGB-Kamera der Erfassungseinheit Bilder zur
Erfassung einer Körper- oder Gesichtsstruktur einer Person
aufgezeichnet. Aufgrund der Bewegung der Person können
durch die mehrmalige Erfassung diese Bilder in verschiedenen Perspektiven
erfasst werden. Insgesamt erhält das personenspezifische
Muster durch die Anpassung an diese mehrmals erfassten biometrischen
Merkmale einen höheren Informationsgehalt. Dadurch wird
insbesondere auch die Genauigkeit eines späteren Vergleichs
des personenspezifischen Musters mit bereits gespeicherten personenspezifischen Mustern
erhöht.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform des Befragungssystems
ist die Erfassungseinheit ausgebildet, ein sich innerhalb eines
zweiten Abstandes zur Erfassungseinheit befindliches zweites Objekt
zu detektieren und für jedes detektierte zweite Objekt
jeweils einen Datensatz mit einer Zählziffer zu erzeugen,
wobei der zweite Abstand größer ist als der erste
Abstand, den das erste Objekt zur Erfassungseinheit hat.
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Diese
Ausführungsform des Befragungssystems erlaubt zusätzlich
zur Befragung die Durchführung einer Personenzählung.
Insbesondere ist das Befragungssystem ausgebildet, zweite Objekte
auch während der Befragung einer Person, die das erste
Objekt darstellt, zu zählen. Dazu ist die Erfassungseinheit
geeigneter Weise räumlich so angeordnet, dass die sich
innerhalb des ersten Abstandes zur Erfassungseinheit befindlichen
und an der Befragung teilnehmenden Person die Erfassungseinheit
nicht daran hindert, auch einen Überwachungsbereich zwischen
dem ersten und dem zweiten Abstand zu erfassen.
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Für
eine Vielzahl von Anwendungen ist diese Ausführungsform
vorteilig. Man denke beispielsweise an ein öffentliches
Verkehrsmittel, bei dem alle Fahrgäste fortwährend
gezählt werden sollen, als auch individuelle Befragungen
durchgeführt werden sollen. Weiter ist es möglich,
durch die Zählung statistische Erhebungen anzustellen,
beispielsweise die Ermittlung der prozentualen Teilnehmeranzahl
an der Befragung.
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In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform des Befragungssystems
ist die Recheneinheit ausgebildet, das personenspezifische Muster
in einem zweiten Speicher zu speichern und mit bereits gespeicherten personenspezifischen
Mustern zu vergleichen.
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Erzeugt
die Erfassungseinheit das personenspezifische Muster, so übergibt
diese das personenspezifische Muster an die Recheneinheit. Die Recheneinheit
speichert ein personenspezifisches Muster grundsätzlich
jeweils einmal. Das übergebene personenspezifische Muster
vergleicht die Recheneinheit mit bereits gespeicherten Mustern.
Fällt der Vergleich positiv aus, d. h. stimmt das übergebene
personenspezifische Muster im Wesentlichen mit einem der bereits
gespeicherten Muster überein, verwirft die Recheneinheit
das erzeugte personenspezifische Muster und speichert es nicht erneut.
Die Recheneinheit startet dann nicht die Ausführung eines
Befragungsalgorithmus.
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Bevorzugt
ist das Befragungssystem in diese Ausführungsvariante also
ausgebildet, eine wiederholte Befragung derselben Person zu vermeiden.
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Im
Falle eines negativen Vergleichs speichert die Recheneinheit das
personenspezifische Muster. Nach Klassifizierung des Musters durch
die Erfassungseinheit führt die Recheneinheit einen dem
klassifizierten personenspezifischen Muster zugeordneten Befragungsalgorithmus
aus.
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Selbstredend
können der erste und der zweite Speicher der Recheneinheit
in einer monolithischen Einheit integriert sein als auch räumlich
voneinander getrennt angeordnet sein.
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Zweckmäßigerweise
umfasst das Befragungssystem in einer weiteren Ausführungsform
Ausgabemittel und/oder Eingabemittel in Form eines Monitors. Der
Monitor ist bevorzugt berührungssensitiv, so dass die befragte
Person Eingaben über den Monitor in das Befragungssystem
tätigen kann. Zur Steuerung einer Bildfolge auf dem Monitor
umfasst die Recheneinheit beispielsweise eine Graphikkarte.
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In
dieser Ausführungsform ist die Recheneinheit geeigneter
Weise ausgebildet, parallel zur Ausführung des Befragungsalgorithmus
auf dem Monitor einen Avatar zu animieren.
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Durch
den Avatar erhält die Befragung der Person abermals einen
persönlicheren Charakter, was die Chancen einer positiven
Bereitschaft der Person zur Teilnahme an der Befragung weiter erhöht.
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Bevorzugt
ist die Recheneinheit des Befragungssystems ausgebildet, den Avatar
in Abhängigkeit der von der Erfassungseinheit erfassten
biometrischen Merkmale und/oder in Abhängigkeit der Eingaben
der Person und/oder in Abhängigkeit der Anfragen zu animieren.
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In
dieser Ausführungsform animiert die Recheneinheit den Avatar
derart, dass der Avatar entsprechend des Verhaltes der befragten
Person reagiert. Der befragten Person wird so annähernd
der Eindruck einer realen zwischenmenschlichen Kommunikation vermittelt.
Auch während der Befragung der Person erfasst die Erfassungseinheit
in dieser Ausführungsform folglich biometrische Merkmale
der Person und übermittelt diese an die Recheneinheit.
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Zweckmäßig
umfasst das Befragungssystem in einer weiteren Ausführungsform
den Ortsgeber, wobei die Erfassungseinheit ausgebildet ist, den
Jeweiligen Datensatz mit Positionsdaten des Ortsgebers zu ergänzen.
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Diese
Ausführungsform eignet sich insbesondere dann, wenn das
Befragungssystem in beweglichen Einrichtungen installiert ist. So
ist es möglich, zusätzlich zu den Eingaben der
Person und/oder zusätzlich zur Zählziffer Positionsdaten
zu erfassen, was für denkbar viele spätere statistische
Auswertungen der Befragungsergebnisse vorteilig ist.
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Gemäß einem
zweiten Aspekt der Erfindung wird das technische Problem gelöst
für ein Betriebsverfahren für ein interaktives
Befragungssystem. Das erfindungsgemäße Vertriebsverfahren
umfasst die Schritte:
- – Detektieren
eines sich innerhalb eines ersten Abstandes zu einer Erfassungseinheit
des Befragungssystems befindlichen Objektes;
- – Identifizieren des detektierten Objektes als Person;
- – Erfassen biometrischer Merkmale der Person;
- – Erzeugen eines personenspezifischen Musters in Form
von Daten aus den erfassten biometrischen Merkmalen;
- – Klassifizieren des personenspezifischen Musters;
- – Auswählen eines dem klassifizierten personenspezifischen
Musters zugeordneten Befragungsalgorithmus; und
- – Ausführen des Befragungsalgorithmus durch Übermitteln
von Anfragen an die Person mit Ausgabemitteln des Befragungssystems
und Speichern von Eingaben der Person, die von Eingabemitteln des
Befragungssystems erfasst werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren des zweiten Aspektes
der Erfindung teilt die Vorteile des Befragungssystems des ersten
Aspektes der Erfindung und seiner hierin genannten Ausführungsformen.
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Weitere
Vorteile der Erfindung werden anhand der Figuren erläutert.
Es zeigen:
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1:
Ein funktionales Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen
Befragungssystems und
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2:
ein schematisches Ablaufdiagramm einer Befragungsroutine.
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1 zeigt
in schematischer Darstellung eine Anordnung eines erfindungsgemäßen
Befragungssystems 100. Vorab sei angemerkt, dass die gezeigte
räumliche Anordnung in keinem Zusammenhang mit einer tatsächlichen
geometrischen Anordnung der Komponenten des Befragungssystems steht.
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Das
Befragungssystem 100 umfasst eine Erfassungseinheit 110 und
eine in Kommunikation mit der Erfassungseinheit 110 stehende
Recheneinheit 120. Die Erfassungseinheit 110 ist
mit einem Sensor sowie einem digitalen Signalprozessor, wie beispielsweise
einem FPGA, ausgestattet. Die Erfassungseinheit zählt Personen 180.1, 180.2,
die die Erfassungseinheit in einem bestimmten zweiten Abstand 180 passieren.
Von einer Person 190.1, die sich innerhalb eines ersten
Abstandes 190 von der Erfassungseinheit befindet, erfasst
der Sensor der Erfassungseinheit biometrische Merkmale, wie Größe,
Gestalt, Gesichtsmerkmale, etc.
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Aus
den erfassten biometrischen Merkmalen erzeugt der digitale Signalprozessor
der Erfassungseinheit 110 ein personenspezifisches Muster
in Form von Daten und übergibt dieses an die Recheneinheit 120. Die
Recheneinheit prüft, ob das Muster bereits existiert. Ist
dies der Fall, speichert die Recheneinheit 120 das übergebene
personenspezifische Muster nicht erneut und führt keinen
Befragungsalgorithmus aus. Ist das Muster hingegen noch nicht im
zweiten Speicher abgelegt, so erfolgt die Klassifizierung des Musters.
Dazu ist auf dem digitalen Signalprozessor der Erfassungseinheit 110 ist
Klassifikationsprogramm implementiert, das das personenspezifische
Muster nach mindestens einer der folgenden Kategorien klassifiziert:
Geschlecht, Altersgruppe, emotionale Situation, Lage der Person
im überwachten Gebiet und Blickrichtung und Kopfdrehung der
Person.
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Mit
der Recheneinheit verbunden ist ein Lautsprecher 126 sowie
ein Mikrofon 128. Die Verbindung ist in beiden Fällen
beispielsweise durch eine USB-Verbindung oder durch eine Ethernetverbindung
bereitgestellt. Außerdem ist die Recheneinheit 120 mit
einem Monitor 132 verbunden. Der Monitor ist bevorzugt
berührungssensitiv, so dass die befragte Person sowohl
Eingaben über das Mikrofon 128 als auch über
den berührungsempfindlichen Monitor 132 tätigen
kann. Während der Durchführung des Befragungsalgorithmus
animiert die Recheneinheit 120 auf dem Monitor einen Avatar.
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Während
der Durchführung des Befragungsalgorithmus erfasst der
Sensor der Erfassungseinheit 110 fortwährend biometrische
Merkmale der befragten Person und übermittelt Daten an
die Recheneinheit 120. Die Recheneinheit 120 animiert
den Avatar auf dem Monitor 132 in Abhängigkeit
dieser übermittelten Daten. Die Recheneinheit 120 speichert
die Eingaben der befragten Person 190.1 und übermittelt
nach Ende der Befragung die gespeicherten Daten an ein in 1 nicht
näher dargestelltes übergeordnetes Datenverarbeitungssystem.
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Optional
umfasst das Befragungssystem 100 einen Zeitgeber 122 sowie
einen Ortsgeber 124. Die Recheneinheit 120 speichert
die Eingaben der befragten Person 190.1 dann zeit- und
ortsbezogen.
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2 zeigt
das Flussdiagramm einer Befragungsroutine. Vor der Erstbenutzung
des Befragungssystems werden alle Einträge des zweiten
Speichers gelöscht. Von einer Person, die innerhalb eines
ersten Abstandes zur Erfassungseinheit auftritt, wird ein Muster
erzeugt (Schritt 3).
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Anschließend
wird überprüft, ob das erzeugte personenspezifische
Muster mit bereits vorab gespeicherten Mustern übereinstimmt.
Falls ja, wird das erzeugte Muster wieder verworfen. Im gegenteiligen
Fall erfolgt eine Klassifizierung der Person nach Geschlecht, Alter
und/oder anderen Kategorien. Diese Klassifikationsmerkmale des Musters
werden gemeinsam mit einer Uhrzeit in einer Ergebnisdatei festgehalten.
Sodann wählt die Recheneinheit einen geeigneten Befragungsalgorithmus
aus und baut einen Dialog mit der Person auf. Dazu erscheint auf
dem Monitor ein Avatar und beginnt den tatsächlichen Dialog.
Anfragen des Befragungssystems beantwortet die Person wahlweise
mündlich oder durch entsprechende Eingaben auf einem berührungsempfindlichen
Monitor. Die Eingaben der Person werden in Verbindung mit den jeweiligen
Anfragen, der jeweiligen Uhrzeit, ggf. eines jeweiligen Ortes und
ggf. in Verbindung mit biometrischen Merkmalen der Person, während
der Befragung gespeichert. Nach dem Ende des Dialogs wird die Ergebnisdatei
an eine übergeordnete Verarbeitungseinheit zur weiteren
Verarbeitung übergeben. Anschließend geht das
System in den Ausgangsstatus 2 über.
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Ein
beispielhafter Dialog ist im Folgenden beschrieben:
Auf dem
Monitor erscheint ein Avatar, beispielsweise in Form einer Schaffnerin.
Der Dialog beginnt mit:
”Sehr geehrte Dame. Wir führen
im Auftrag der Bahngesellschaft eine Befragung durch. Ich möchte
Ihnen gerne einige Fragen stellen. Sind Sie damit einverstanden?”
Der
Fahrgast – in diesem Fall die Dame – kann nun ”ja” oder ”nein” antworten
und/oder einen entsprechenden Bedienschalter betätigen
und/oder seine Eingaben über den berührungsempfindlichen
Monitor übermitteln.
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Zeigt
die befragte Person Bereitschaft zur Teilnahme an der Befragung,
so folgt weiter:
”Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Welchen Fahrschein haben Sie gewählt?”
Antwort
der befragten Person: ”Ich habe ein Seniorenticket gewählt”.
Das
Schlüsselwort ”Seniorenticket” wird nun
der Ergebnisdatei zugefügt.
Reaktion des Befragungssystems: ”Wo
sind Sie zugestiegen?
Antwort der befragten Person: ”in
Leipzig”.
Das Schlüsselwort ”Leipzig” wird
der Ergebnisdatei zugefügt.
Reaktion des Befragungssystems: ”Und
wo endet Ihre Fahrt?”
Antwort der befragten Person: ”In
Hannover”.
Das Schlüsselwort ”Hannover” wird
der Ergebnisdatei zugefügt.
Antwort des Befragungssystems: ”Vielen
Dank, ich wünsche Ihnen eine angenehme Fahrt”.
Die
Ergebnisdatei hat dann folgenden Inhalt:
| 13:22:54 | weiblich | > 70 | Seniorenticket | Leipzig | Hannover |
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Diese
Datei wird an das übergeordnete Datenverarbeitungssystem
weitergeleitet. Die Datei enthält neben den Befragungsergebnissen
zusätzlich die von der Erfassungseinheit ermittelten biometrischen
Merkmale, hier die Merkmale ”Geschlecht: weiblich” und ”Alter:
größer 70”.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Diese Liste
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erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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Zitierte Patentliteratur
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- - WO 02/07106
A1 [0003, 0014]
- - WO 99/31609 [0004]
- - DE 10128567 A1 [0005]