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DE102009025587B3 - Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung - Google Patents

Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung Download PDF

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DE102009025587B3
DE102009025587B3 DE102009025587A DE102009025587A DE102009025587B3 DE 102009025587 B3 DE102009025587 B3 DE 102009025587B3 DE 102009025587 A DE102009025587 A DE 102009025587A DE 102009025587 A DE102009025587 A DE 102009025587A DE 102009025587 B3 DE102009025587 B3 DE 102009025587B3
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Uwe Rosenberger
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, insbesondere einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung, mit mehreren, insbesondere zwei Abgasturboladern, deren bevorzugt in einem gemeinsamen Turbinengehäuse aufgenommene Abgasturbinen über voneinander getrennte Abgasleitungen mit Abgas beaufschlagt werden, wobei der Gaswechsel der Brennkraftmaschine auslassseitig mittels zumindet zweier Auslassventile je Brennraum gesteuert wird, und wobei in einer ersten Betriebsstufe das Abgas der Abgasturbine eines ersten Abgasturboladers zugeführt wird und in einer zweiten Betriebsstufe die Abgasturbine wenigstens eines Zuschalt-Abgasturboladers zugeschaltet wird, so dass das Abgas sowohl über den ersten Abgasturbolader als auch über den Zuschalt-Abgasturbolader strömt. Erfindungsgemäß wird in der ersten Betriebsstufe zudem wenigstens ein Teil derjenigen Auslassventile (16), die die Abgasturbine (20b) des Zuschalt-Abgasturboladers (20) versorgen, derart angesteuert und geöffnet, dass der Zuschalt-Abgasturbolader (20) auch in der ersten Betriebsstufe dauerhaft mit einer Abgasmenge beaufschlagt ist, die in einem vorgegebenen Maße kleiner ist als eine durch den ersten Abgasturbolader (18) strömende Hauptabgasmenge. Dadurch lassen sich auch in der ersten Betriebsstufe Thermospannungen in einem gemeinsamen Turbinengehäuse zuverlässig vermeiden und wird das Zuschalten des Zuschalt-Abgasturboladers optimiert.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, insbesondere einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
  • Bei einer allgemein bekannten Vorrichtung zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung sind zwei Abgasturbolader vorgesehen, deren Abgasturbinen im Sinne der DE 198 22 874 A1 bzw. der DE 198 11 782 A1 in einem gemeinsamen Turbinengehäuse aufgenommen sind. Die Abgasturbinen werden über voneinander getrennte Abgasleitungen mit Abgas beaufschlagt, wobei der Gaswechsel der Brennkraftmaschine auslassseitig mittels zweier Auslassventile je Brennraum gesteuert wird. Dabei wird in einer ersten Betriebsstufe der Registeraufladung, dem sogenannten „einstufigen” Betrieb, lediglich ein erstes Auslassventil je Brennraum geöffnet, so dass das gesamte Abgas aus den Brennräumen der Brennkraftmaschine ausschließlich über die Abgasturbine eines ersten Abgasturboladers geführt wird. Die Abgasturbine des zweiten Turboladers wird hier dagegen nicht mit Abgas beaufschlagt. Im höheren Drehzahl- und/oder Lastbereich der Brennkraftmaschine werden nunmehr in einer sogenannten zweiten Betriebsstufe zusätzlich zu den ersten Auslassventilen auch die zweiten Auslassventile voll geöffnet, so dass das Abgas sowohl über die Abgasturbine des ersten Abgasturboladers als auch über die Abgasturbine des zweiten Abgasturboladers strömt und dementsprechend der Ladedruck erhöht wird.
  • Problematisch bei einem derartigen Aufbau ist jedoch, dass es bei der Verwendung eines gemeinsamen Turbinengehäuses im einstufigen Laderbetrieb zu Thermospannungen kommen kann, die wiederum das Risiko von Bauteilschäden am Turbinengehäuse erhöhen.
  • Aus der DE 10 2007 046 657 A1 ist eine Brennkraftmaschine mit einem mindestens zwei Auslassventile für je einen Zylinder aufweisenden Zylinderkopf bekannt, wobei eine erste Auslasskanalanordnung vorgesehen ist, die Auslassventile der Zylinder mit einem Abgas-Einlass eines ersten Abgasturboladers verbindet. Ferner ist ein zweiter Turboabgaslader vorgesehen, der mit weiteren Auslassventilen anderer Zylinder verbunden ist. Die Auslasskanalanordnungen sind jeweils einstückig mit dem Zylinderkopf ausgebildet, wobei die erste Auslasskanalanordnung die ersten Auslassventile aller Zylinder mit dem Abgas-Einlass des ersten Abgasturboladers verbindet, während die zweite Auslasskanalanordnung die zweiten Auslassventile aller Zylinder mit dem Abgas-Einlass des zweiten Abgasturboladers verbindet.
  • Weiter ist aus der DE 10 2007 046 655 A1 ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit einem mehrere Zylinder aufweisende Zylinderkopf bekannt, wobei bei niedrigen Brennkraftmaschinen-Drehzahlen Abgase durch das erste Auslassventil einem ersten Abgasturbolader und bei hohen Brennkraftmaschinen-Drehzahlen Abgase zusätzlich durch das zweite Auslassventil einem zweiten Abgasturbolader zugeführt werden. Das Abgas des ersten Auslassventil wird wenigstens zum Teil mittels einer zumindest teilweise geöffneten Abgas-Bypassleitung an dem ersten Abgasturbolader vorbeigeleitet, wobei beim Übergang von niedrigen zu hohen Brennkraftmaschinen-Drehzahlen der Abgas-Bypass zumindest zeitweise geschlossen wird. Dabei soll das Drehmoment der Brennkraftmaschine beim Übergang durch eine Verstellung des Zündwinkels und/oder des Öffnungswinkels von wenigstens einem Einlassventil eines Zylinders im Wesentlichen konstant gehalten werden.
  • Die DE 10 2004 030 259 A1 betrifft eine Turbo-Registeraufladevorrichtung für eine Brennkraftmaschine mit zwei Abgasturboladevorrichtungen. Dabei ist vorgesehen, dass mindestens eine der Abgasturboladevorrichtungen eine derart weit verstellbare Turbinengeometrie aufweist, dass sie bei entsprechender Einstellung keinen wesentlichen Beitrag mehr zur Zylinderaufladung der Brennkraftmaschine liefert.
  • Die DE 102 43 473 A1 betrifft schließlich eine Brennkraftmaschine mit Abgasturboaufladung, die pro Zylinder ein erstes und ein zweites Auslassventil aufweist, wobei eine erste Gruppe von Auslassventilen und eine zweite Gruppe von Auslassventilen über einen Ventiltrieb unabhängig voneinander gesteuert werden können. Beiden Gruppen ist jeweils eine eigene Abgaszuführung zugeordnet, die beide zu einem gemeinsamen Abgasstrang zusammengeführt sind. In einer der Abgasabführleitungen ist ein Turbinenrad angeordnet, das ein in einem Luftzufuhrkanal der Brennkraftmaschine angeordnetes Verdichterrad antreibt. Weiter ist vorgeschlagen, dass beiden Abgasabführungen stromaufwärts des gemeinsamen Abgasstranges ein Abgasturbolader zugeordnet ist, deren Turbinenräder in Abhängigkeit vom Lastzustand bzw. der Drehzahl der Brennkraftmaschine durch einen variablen Ventiltrieb angetrieben sind.
  • Dementsprechend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, insbesondere einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung vorzuschlagen, mittels der Thermospannungen in einem gemeinsamen Turbinengehäuse vorteilhaft reduziert werden können und/oder die ein verbessertes Ansprechverhalten, insbesondere im Übergangsbereich von der einstufigen zur mehrstufigen Aufladung aufweist.
  • Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
  • Gemäß Anspruch 1 wird ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, insbesondere einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung, vorgesehen, wobei weiter mehrere, insbesondere zwei Abgasturbolader vorgesehen sind, deren bevorzugt in einem gemeinsamen Turbinengehäuse aufgenommene Abgasturbinen über voneinander getrennte Abgasleitungen mit Abgas beaufschlagt werden, wobei der Gaswechsel der Brennkraftmaschine auslassseitig mittels zumindest zweier Auslassventile je Brennraum gesteuert wird. In einer ersten Betriebsstufe wird das Abgas der Abgasturbine eines ersten Abgasturboladers zugeführt und in einer zweiten Betriebsstufe wird die Abgasturbine wenigstens eines Zuschalt-Abgasturboladers zugeschaltet, so dass das Abgas sowohl über den ersten Abgasturbolader als auch über den Zuschalt-Abgasturbolader strömt. Erfindungsgemäß wird in der ersten Betriebsstufe zudem wenigstens ein Teil derjenigen Auslassventile, die die Abgasmenge beaufschlagt ist, die in einem definierten Maße kleiner ist als eine durch den ersten Abgasturbolader strömende Hauptabgasmenge.
  • Mit einer derartigen Verfahrensführung, bei der die Abgasturbine des Zuschalt-Abgasturboladers auch im sogenannten „einstufigen” Betrieb dauerhaft mit einer definierten Abgasmenge beaufschlagt wird, wird sichergestellt, dass auch in diesem „einstufigen” Betrieb ein heißer Abgasstrom durch den der Zuschalt-Abgasturbine zugeordneten Gehäuseteil eines gemeinsamen Turbinengehäuses strömt, wodurch die auftretenden Thermospannungen zwischen den beiden den jeweiligen Abgasturbinen bzw. Abgasturboladern zugeordneten Turbinengehäuseteilen vorteilhaft unter einem im Hinblick auf die Dauerhaltbarkeit kritischen Niveau gehalten werden können. Wie erfinderseitige Versuche gezeigt haben, bringt das dauerhafte Anströmen der Abgasturbine des Zuschalt-Abgasturboladers mit einem kleinen Abgasmassenstrom im sogenannten „einstufigen” Betrieb der Abgasturbolader im gesamtheitlich betrachteten thermodynamischen Prozess keine Nachteile mit sich.
  • Vielmehr wird mit einer derartigen Betriebsweise ein weiterer besonderer Vorteil erreicht: So erhöht sich die Betriebsbereitschaft des Zuschalt-Abgasturboladers wesentlich, da dieser bei der erfindungsgemäßen kontinuierlichen Versorgung schneller anspricht, das heißt der Turbinenläufer schneller hochdreht, da der Abgasturbolader durch das dauerhafte Anströmen schon mit einer gewissen Grunddrehzahl bewegt ist und dadurch der Hochlauf schneller vonstatten geht, wie dies bei stehendem bzw. ruhendem Lager gemäß dem derzeitigen Stand der Technik der Fall ist. Der Zuschalt-Abgasturbolader kann damit nahezu übergangslos und damit auf besonders funktionssichere Weise zugeschalten werden. Die hinsichtlich der Steuerzeiten variable Steuerung der die Abgasturbine des Zuschalt-Abgasturboladers versorgenden Zuschalt-Auslassventile verbessert den Übergang im Ladebetrieb von der einstufigen zur mehrstufigen Aufladung zusätzlich.
  • Besonders bevorzugt kann das Zuschalt-Auslassventil wenigstens eines Brennraums der Brennkraftmaschine zeitlich wesentlich später öffnen als das der Abgasturbine des ersten Abgasturboladers zugeordnete, erste Auslassventil, wodurch eine gezielt steuerbare Abzweigung einer definierten Abgasmenge über den Zuschalt-Abgasturbolader im „einstufigen” Laderbetrieb erzielbar ist.
  • Insbesondere kann das Zuschalt-Auslassventil im Wesentlichen bei Auslassschluss des ersten Auslassventils öffnen und damit in nur geringem Umfang die Druckpulsationen der Aufladung in der ersten Stufe beeinträchtigen.
  • Die Zuschalt-Auslassventile können dabei bevorzugt zwischen 30 Grad Kurbelwinkel (KW) bis 180 Grad Kurbelwinkel (KW), abhängig von Betriebsparametern der Brennkraftmaschine, geöffnet werden. Dadurch gelingt es u. a., dass bei zunehmender Überschneidungsphase der jeweils zwei Auslassventile die im einstufigen Betrieb über den Zuschalt-Abgasturbolader zu führende Restgasmenge zunimmt und schließlich einen günstigen Übergang zur mehrstufigen Aufladung sicherstellt.
  • Des Weiteren können die Zuschalt-Auslassventile im Betrieb der ersten Stufe eine relativ große Überschneidung mit dem zumindest jeweils einen Einlassventil je Brennraum der Brennkraftmaschine aufweisen. Dies ermöglicht eine innere Abgasrückführung bereits im einstufigen Ladebetrieb, ohne jedoch den Wirkungsgrad des ersten Abgasturboladers zu beeinträchtigen.
  • In einer weiteren bevorzugten konkreten Ausgestaltung der Erfindung kann alternativ oder zusätzlich der Ventilhub des jeweiligen Zuschalt-Auslassventils in der ersten Betriebsstufe geringer sein als der Ventilhub der jeweiligen ersten Auslassventile, u. a., um bei kurzen Öffnungszeiten der Zuschalt-Auslassventile die Ventilbeschleunigungen in zulässigen Grenzen zu halten.
  • Wie bereits zuvor dargestellt, ermöglicht die dauerhafte Beaufschlagung der Abgasturbine des Zuschalt-Abgasturboladers mit einer definierten kleineren Abgasmenge in besonderem Maße, dass die Turbinengehäuse der beiden Abgasturbolader zu einem einstückigen Gehäuse zusammenbaubar sind, wobei je Abgasturbine eine Einströmöffnung für die erste Abgasturbine und die Zuschalt-Abgasturbine sowie bevorzugt getrennt vom Gehäuse weggeführte Abgasleitungen vorgesehen sind.
  • Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im Folgenden mit weiteren Einzelheiten näher erläutert. Die schematische Zeichnung zeigt in:
  • 1 ein Blockschaltbild einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung, mit zwei ausgehend von zwei Auslassventilen je Brennraum in getrennten Abgasführungen anströmbaren Abgasturbinen zweier Abgasturbolader, und
  • 2 ein Steuerdiagramm der Öffnungsquerschnitte der beiden Auslassventile über einen Bereich von ca. 540 Grad KW (UT) bis ca. 15 Grad KW (nach OT) der Brennkraftmaschine.
  • Das grob schematische Blockschaltbild in 1 zeigt beispielhaft eine Vierzylinder-Hubkolben-Brennkraftmaschine 10 mit Registeraufladung, bei der der Gaswechsel über je Brennraum ein Einlassventil 12 und zwei Auslassventile 14, 16 gesteuert ist.
  • Die Versorgung der Brennkraftmaschine 10 mit Verbrennungsluft erfolgt über zwei Abgasturbolader 18, 20, deren Verdichter 18a, 20a wie mit den Pfeilen 22 angedeutet Verbrennungsluft ansaugen und über Verbrennungsluft leitungen 24, 26 einem gemeinsamen Ansaugverteiler 28 zuführen. In die Verbrennungsluftleitung 26 ist hier beispielhaft ein Ladedruckregler 30 integriert. Dies kann zusätzlich oder alternativ auch bei der Verbrennungsluftleitung 24 vorgesehen sein.
  • Die pro Brennraum zwei Auslassventile 14, 16 sind über voneinander getrennte Auslasskanäle (nicht dargestellt) und Abgasleitungen 32, 34 mit einer jeweils zugeordneten und in einem gemeinsamen Turbinengehäuse 36 aufgenommenen Abgasturbine 18b bzw. 20b der beiden Abgasturbolader 18, 20 strömungsverbunden. Wie lediglich schematisch dargestellt, weist das gemeinsame Turbinengehäuse 36 getrennte Einströmöffnungen für das den Abgasturbinen 18b, 20b über die Abgasleitungen 32, 34 zugeführte Abgas sowie getrennte Austrittsöffnungen für das abströmende Abgas auf.
  • Die Abgasturbolader 18, 20 und die Abgasleitungen 32, 34 sowie die Verbrennungsluftleitungen 24, 26, 28 sind soweit nicht anders beschrieben bekannter Bauart bzw. Konstruktion.
  • Die vom Turbinengehäuse 36 kommenden Abgasströme vereinigen sich hier dann bevorzugt zu einem gemeinsamen Abgasstrom 38, der über einen Katalysator 40 geführt wird, damit das Abgas gereinigt an die Umgebungsluft abgeführt werden kann.
  • Gemäß der ausgeführten Registeraufladung werden in einer ersten Ladestufe im Wesentlichen die ersten Auslassventile 14 der im Viertaktverfahren betriebenen Brennkraftmaschine aufgesteuert und somit nahezu das gesamte Abgas über die Abgasleitungen 32 dem ersten Abgasturbolader 18 bzw. dessen Abgasturbine 18b zugeführt. Dies stellt sicher, dass im unteren Drehzahl- und/oder Lastbereich der Brennkraftmaschine 10 über den Verdichter 18a des ersten Abgasturboladers 18 bereits ausreichend Verbrennungsluft mit hohem Ladedruck über die Verbrennungsluftleitung 24 und den Ansaugverteiler 28 bereitgestellt wird.
  • Im höheren Drehzahl- und/oder Lastbereich der Brennkraftmaschine 10 können nunmehr auch die zweiten Auslassventile 16 je Brennraum der Brennkraftmaschine in üblicher Weise geöffnet werden, so dass der zweite Abgasturbolader 20 dazugeschaltet ist und zusätzlich Verbrennungsluft über die Verbrennungsluftleitung 26 und den Ansaugverteiler 28 unter einem ausreichend hohen Ladedruck zur Brennkraftmaschine 10 gefördert wird.
  • Die jeweils zweiten Auslassventile 16 der Brennkraftmaschine 10 werden über eine variable Ventilsteuerung betätigt, mittels der wenigstens ein Teil der zweiten Auslassventile 16 auch in der ersten Ladestufe bzw. in der einstufigen Aufladung so ansteuerbar bzw. so geöffnet ist, dass stets eine definierte Restgasmenge des aus den Brennräumen ausgestoßenen Abgases auch zum zweiten Abgasturbolader 20 bzw. zu dessen Abgasturbine 20b strömen kann und diese sowohl zur Reduzierung von Thermospannungen am gemeinsamen Turbinengehäuse 36 auf einer gewünschten Temperatur als auch zum schnelleren Ansprechen beim Hochdrehen des Abgasturboladers 20 auf einer definierten Grunddrehzahl hält.
  • Die variable Ventilsteuerung kann dem Stand der Technik entsprechen und ist deshalb nicht dargestellt. Sie kann so ausgeführt sein, dass sowohl der Ventilhub, als auch der zeitliche Öffnungs- und/oder Schließpunkt zumindest der zweiten Auslassventile 16 entsprechend verstellbar ist.
  • Die 2 zeigt dazu aufgetragen über den Kurbelwinkel KW der Brennkraftmaschine 10 den Öffnungsquerschnitt der Auslassventile 14, 16 sowie den Öffnungsbeginn der Einlassventile 12 eines beliebigen Zylinders bei einstufiger Aufladung.
  • Dabei öffnet das jeweils erste Auslassventil 14 etwa bei 540 Grad KW des Viertaktzyklus bzw. bei UT mit einem definierten Ventilhub VH und weist einen Auslassschluss AS auf, der hier zeitlich vor dem Öffnungszeitpunkt des Einlassventiles 12 liegt.
  • Das jeweils zweite Auslassventil 16 öffnet etwa bei Auslassschluss AS des zugeordneten ersten Auslassventils 14, weist einen hier lediglich beispielhaft dargestellten, durch die variable Ventilsteuerung eingestellten, geringeren Ventilhub VH auf und schließt mit einer definierten Überschneidung von ca. 30 Grad KW nach dem Öffnungszeitpunkt des Einlassventiles 12.
  • Die Öffnungsdauer des Auslassventiles 16 beträgt dabei bevorzugt ca. 100 Grad KW bei einer entsprechend geringeren Öffnungsquerschnittsfläche.
  • Die etwa horizontal verlaufende Linie 42 zeigt den Ladedruck in der Verbrennungsluftleitung 24, 28 im einstufigen Ladebetrieb, die ansteigende und abfallende Linie 44 den Abgasgegendruck des ersten Abgasturboladers 18 und die darunter eingezeichnete Linie 46 den Abgasgegendruck des im „einstufigen” Ladebetriebs zweiten, nur mit einer reduzierten, definierten Restgasmenge angeströmten Abgasturboladers 20. Die schraffiert dargestellte Fläche 48 im Überschneidungsbereich bildet eine Spülfläche, in der sich ausströmendes Abgas und einströmende Verbrennungsluft im Brennraum vermischen können und eine innere Abgasrückführung begünstigen.
  • Im mehrstufigen Aufladebetrieb sind auch die zweiten Auslassventile 16 konform zu den Auslassventilen 14 gesteuert, wobei gegebenenfalls ein stetiger Übergang mit zunehmender Restgasmenge bis hin zur vollen Beaufschlagung auch des zweiten Abgasturboladers 20 gesteuert sein kann. Gegebenenfalls können auch die ersten Auslassventile 14, insbesondere deren Auslassschluss AS variabel derart gesteuert sein, dass der Auslassschluss AS der ersten Auslassventile 14 mit dem Auslassschluss AS der zweiten Auslassventile 16 im OT-Bereich zusammenfällt, gegebenenfalls mit Überschneidung zum Einlassventil 12.
  • Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Anstelle der ca. 100 Grad KW Öffnungsdauer der zweiten Auslassventile 16 kann die Öffnungsdauer zwischen 30 Grad KW und 180 Grad KW variieren, gegebenenfalls sogar mit variabler Einstellung während des einstufigen Ladebetriebs und abhängig von Betriebsparametern der Brennkraftmaschine.

Claims (9)

  1. Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, insbesondere einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung, mit mehreren, insbesondere zwei Abgasturboladern, deren bevorzugt in einem gemeinsamen Turbinengehäuse aufgenommene Abgasturbinen über voneinander getrennte Abgasleitungen mit Abgas beaufschlagt werden, wobei der Gaswechsel der Brennkraftmaschine auslassseitig mittels zumindest zweier Auslassventile je Brennraum gesteuert wird, und wobei in einer ersten Betriebsstufe das Abgas der Abgasturbine eines ersten Abgasturboladers zugeführt wird und in einer zweiten Betriebsstufe die Abgasturbine wenigstens eines Zuschalt-Abgasturboladers zugeschaltet wird, so dass das Abgas sowohl über den ersten Abgasturbolader als auch über den Zuschalt-Abgasturbolader strömt, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Betriebsstufe zudem wenigstens ein Teil derjenigen Auslassventile (16), die die Abgasturbine (20b) des Zuschalt-Abgasturboladers (20) versorgen, derart angesteuert und geöffnet wird, dass der Zuschalt-Abgasturbolader (20) auch in der ersten Betriebsstufe dauerhaft mit einer Abgasmenge beaufschlagt ist, die in einem definierten Maße kleiner ist als eine durch den ersten Abgasturbolader (18) strömende Hauptabgasmenge.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die die Abgasturbine (20b) des Zuschalt-Abgasturbolader (20) versorgenden Zuschalt-Auslassventile (16) variabel gesteuert sind.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuschalt-Auslassventil (16) wenigstens eines Brennraums der Brennkraftmaschine (10) zeitlich später öffnet als das der Abgasturbine (18b) des ersten Abgasturboladers (18) zugeordnete, erste Auslassventil (14) desselben Brennraums.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuschalt-Auslassventil (16) im Wesentlichen bei Auslassschluss (AS) des ersten Auslassventils (14) öffnet.
  5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuschalt-Auslassventil (16) in Abhängigkeit von Betriebsparametern der Brennkraftmaschine (10) zwischen 30 Grad Kurbelwinkel (KW) bis 180 Grad Kurbelwinkel (KW) geöffnet wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuschalt-Auslassventil (16) in der ersten Betriebsstufe eine definierte Überschneidung (48) mit dem wenigstens einen Einlassventil (12) desselben Brennraums aufweist.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilhub (VH) des Zuschalt-Auslassventils (16) in der ersten Betriebsstufe geringer ist als der Ventilhub (VH) des der Abgasturbine (18b) des ersten Abgasturboladers (18) zugeordneten, ersten Auslassventils (14) desselben Brennraums.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Turbinengehäuse der Abgasturbolader (18, 20) zu einem einstückigen Gehäuse (36) zusammengebaut sind, das je Abgasturbine (18b, 20b) eine Einströmöffnung für die zu den Abgasturbinen (18b, 20b) geführten Abgasleitungen (32, 34) aufweist.
  9. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, insbesondere einer Brennkraftmaschine mit Registeraufladung, nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
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