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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Steuergerät für
kleine Stromnetze zur Verwendung als Schnittstelle zwischen einem
oder mehreren Stromerzeugern und einzelnen Stromverbrauchern, mit
einem Energieverteiler zum Verzweigen der elektrischen Leistung
aus einer Einspeiseleitung des Stromerzeugers oder des kleinen Stromnetzes
auf mehrere Verbraucherleitungen.
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Ein
gattungsgemäßes Steuergerät ist aus der
WO 00/77527 A2 bekannt.
Dieses dient im Wesentlichen zur Ermittlung des Energieverbrauchs
einzelner Verbraucher und der Abschaltung des jeweiligen Verbraucher,
sobald eine vorausbezahlte Energiemenge verbraucht ist.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, ein Steuergerät für kleine
Stromnetze der eingangs genannten Art anzugeben, welches den Energiefluss
im Stromnetz je nach Angebot und Nachfrage sowie ggf. weiterer Anforderungen
steuern kann.
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Die
Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass der Energieverteiler
Schaltmodule zum Zu- oder Abschalten der jeweiligen Verbraucherleitung aufweist,
wobei die Schaltmodule von einem Steuermodul schaltbar sind, dass
das Steuermodul mit einem Sensormodul zur Erfassung von Spannung
und Strömen des Stromnetzes verbunden ist und dass das
Steuermodul einzelne vorbestimmte Schaltmodule im Sinne einer Stabilisierung
mindestens eines aus dem Sensormodul gewonnenen Netzparameters wie
beispielsweise der Netzfrequenz zu- oder abschaltend ausgebildet
ist.
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Inselnetze
sind im Gegensatz zu Verbundnetzen in der Regel dadurch geprägt,
dass zu ihrer Versorgung mit elektrischer Energie eine aus Kostengründen
eng begrenzte Kraftwerkskapazität vorgehalten wird. Wird mehr
Leistung bezogen als die Kraftwerke im Inselnetz zum selben Zeitpunkt
liefern können, bzw. mehr Energie als die Kraftwerke in
dem betreffenden Zeitraum liefern können, so schatten sich
die Kraftwerke aufgrund von Überlastung ab und setzen das
Inselnetz somit komplett außer Betrieb. Oft breitet sich
unter den Stromnutzern Unzufriedenheit über die geringe
Verfügbarkeit der elektrischen Energie aus. Als Resultat
kommen mit elektrischer Energie in Verbindung stehende wirtschaftliche
Entwicklungsprozesse in der Gemeinschaft der Nutzer zum Erliegen.
Dieses Problem löst die Erfindung dadurch, dass sie das
Stromnetz im Überlastfall durch Abschalten einzelner Haushalte
bzw. Verbraucher vor dem Zusammenbruch bewahrt und somit der Großteil
der Stromkunden weiter mit elektrischer Energie versorgt werden
kann.
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Das
Sensormodul ermöglicht das Erkennen des Überlastfalls,
wobei als Indikator beispielsweise der Spannungsabfall, der Stromanstieg
oder vorzugsweise der Abfall der Netzfrequenz herangezogen werden
kann.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform weist das Steuermodul
einen programmgesteuerten Mikroprozessor und einen nicht flüchtigen
Datenspeicher auf. Diese Maßnahme ermöglicht die
Anpassung und jederzeitige Änderung von Strategien zur
Sicherung der Qualität des Stromnetzes in Abhängigkeit
von verschiedenen Parametern. Des Weiteren ist die Speicherung der
ermittelten und berechneten Daten und Parameter möglich,
um beispielsweise eine spätere Auswertung als Grundlage
für weitere Optimierungsstrategien durchführen
zu können.
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In
einer einfachen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das
Steuermodul bei einem Abfall der Netzfrequenz unter einen vorgegebenen
Wert ein oder mehrere Schaltmodule abschaltend ausgebildet ist.
Der Abfall der Netzfrequenz zeigt die Überlastung des Generators
an. Durch Abschalten eines Schaltmoduls wird die zugehörige
Last abgeworfen und damit die Überlastung des Stromerzeugers
verringert. Sollte die Abschaltung eines Schaltmoduls noch nicht
den erforderlichen Anstieg der Netzfrequenz nach sich ziehen, so
wird das nächste Schaltmodul abgeschaltet und sofort, bis
sich die Netzfrequenz stabilisiert.
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Die
Erfindung wird im Hinblick auf die Begrenzung der Netzfrequenz nach
oben noch verbessert, indem das Steuermodul bei einer ansteigenden Netzfrequenz über
einen vorgegebenen Wert ein oder mehrere Schaltmodule zuschaltend
ausgebildet ist. Durch das Zuschalten der Schaltmodule werden zusätzliche
Lasten zugeschaltet, die den Generator belasten und somit die Netzfrequenz
verringern. Dadurch kann ein für den Generator oder die übrigen Verbraucher
schädliches Überschreiten der Netzfrequenz und
ggf. ein übermäßiger Anstieg der Netzspannung
verhindert werden. Auch wenn diese Maßnahme bereits durch
das Zuschalten eines Ohm'schen Widerstandes erfolgen kann, wird
empfohlen, als zusätzliche Last beispielsweise eine Wasserpumpe
zuzuschalten, die Wasser in einen Speicherbehälter fördert,
von wo es für die weitere Verwendung verfügbar
gehalten wird, beispielsweise auch für die Stromerzeugung
zur Abdeckung von kurzfristigen Spitzenlasten.
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In
Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass den Schaltmodulen
jeweils ein Prioritätswert zugeordnet ist und dass das
Steuermodul bei der Auswahl des als nächstes zu- oder abzuschaltenden
Schaltmoduls dessen Prioritätswert berücksichtigt.
Weniger wichtige Verbraucher erhalten einen niedrigen Prioritätswert,
wichtigere Verbraucher einen höheren Prioritätswert.
Die Strategie besteht nun darin, bei Bedarf immer das eingeschaltete Schaltmodul
mit dem niedrigsten Prioritätswert als Nächstes
abzuschalten bzw. im umgekehrten Fall immer das abgeschaltete Schaltmodul
mit dem höchsten Prioritätswert als Nächstes
zuzuschalten. Dadurch wird gewährleistet, dass die besonders
wichtigen Verbraucher bevorzugt mit Energie versorgt werden.
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In
Weiterbildung der Erfindung umfasst das Steuergerät eine Überstromschutzeinrichtung
und das Steuermodul ist derart ausgestaltet, dass es ein Schaltmodul
abschaltet, wenn in der zugeordneten Verbraucherleitung eine vorgegebene
Stromstärke überschritten ist. Diese Maßnahme
gewährleistet, dass eine mit den Stromkunden vereinbarte
Stromstärke nicht überschritten wird und insgesamt
die Belastung des Netzes begrenzt ist. Des Weiteren werden die Verbraucherleitungen
gegen Überlast geschützt.
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Die
Erfindung wird noch verbessert, indem das Steuergerät eine
Fehlerstromschutzeinrichtung umfasst und das Steuermodul derart
ausgestaltet ist, dass es ein Schaltmodul abschaltet, wenn in der
zugeordneten Verbraucherleitung Fehlerströme auftreten.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform erfasst das Steuergerät
die von einer Verbraucherleitung aufgenommene Schein- oder Wirkleistung
und speichert sie ab, wobei das Steuermodul derart ausgestaltet
ist, dass es bei Überschreiten der zeitlich gemittelten
Schein- oder Wirkleistung über einen vorbestimmten Wert
das zugehörige Schaltmodul abschaltet. Hierdurch wird gewährleistet,
dass eine mit dem Stromkunden vereinbarte Schein- oder Wirkleistung
nicht dauerhaft überschritten werden kann. Diese Maßnahme
schont die Kapazität des Kraftwerks.
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Durch
die Maßnahme, dass das Steuergerät die über
eine Verbraucherleitung im Laufe der Zeit fließende elektrische
Energie erfasst und die Werte für den Gesamtenergieverbrauch
des zugehörigen Stromverbrauchers abspeichert, wird eine
verbrauchsgerechte Bezahlung der elektrischen Energie ermöglicht.
Dabei kann die über die jeweilige Verbraucherleitung geflossene
elektrische Energie vorzugsweise durch Integration über
die jeweils anliegend elektrische Leistung ermittelt werden. Die
Werte für den Gesamtenergieverbrauch werden von Zeit zu Zeit
im Permanentspeicher abgespeichert. Dadurch ist der Gesamtenergieverbrauch
für jeden Stromkunden auch nach einem Stromausfall jederzeit
abrufbar.
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Die
Maßnahme, dass das Steuermodul das einer Verbraucherleitung
zugeordnete Schaltmodul abschaltend ausgestaltet ist, sobald ein
vorgegebener Maximalwert für den Gesamtenergieverbrauch überschritten
ist, ermöglicht den Verkauf von vorausbezahlten Energiepaketen
an die Stromkunden. Der hier vorzugebende Maximalwert entspricht
dann der vom Stromkunden erworbenen Energiemenge.
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Die
Erfindung kann noch verbessert werden, indem das Steuergerät
ein Vorauszahlungsmodul aufweist, mit dem Vorauszahlungen der Stromkunden
erfassbar sind und ein entsprechend einer Vorauszahlung berechneter
neuer Maximalwert für den einer Verbraucherleistung zugeordneten
Gesamtenergieverbrauch abspeicherbar ist. Ein solches Vorauszahlungsmodul
enthält vorzugsweise ein Kartenlesegerät für
Chipkarten bzw. Speicherkarten, die an einer zentralen Stelle nach
Bezahlung einer bestimmten Energiemenge mit einem diese Energiemenge
repräsentierenden Datenpaket „aufgeladen” werden,
um dann im Kartenlesegerät des Vorauszahlungsmoduls ausgelesen
zu werden, wobei der dem jeweiligen Stromkunden zugeordnete Maximalwert für
den Gesamtenergieverbrauch um den vorausbezahlten Energiebetrag
erhöht wird.
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In
weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass über das Vorauszahlungsmodul
weitere der jeweiligen Verbraucherleitung eines Stromkunden zugeordnete
Parameter wie beispielsweise maximal entnehmbare Schein- oder Wirkleistung
oder Verbrauchszeitraum durch den Stromkunden auswählbar
und/oder einlesbar und abspeicherbar sind.
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Wenn
das Steuergerät ein Display zur Anzeige von aktuell gemessenen
und/oder gespeicherten Parametern und/oder Verbrauchsdaten aufweist, können
diese Daten beispielsweise durch einen Servicetechniker direkt am
Gerät abgelesen werden, ohne dass ein Ablesegerät,
beispielsweise ein Laptop angeschlossen werden müsste.
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Wenn
auf dem Display die Guthaben einzelner Stromkunden anzeigbar sind,
können diese Stromkunden sich auf einfache Weise über
ihre Restguthaben informieren.
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Mit
Vorteil ist vorgesehen, dass alle Netzdaten und/oder Verbrauchsdaten
abspeicherbar und zur Qualitätsbestimmung des Stromnetzes
und/oder zwecks Ermittlung des Nutzungsverhaltens der Stromkunden
abrufbar und darstellbar sind.
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Um
die Daten auf einfache Weise abrufbar und auf andere Geräte
zur Weiterverarbeitung übertragbar zu machen, wird vorgeschlagen,
dass das Steuergerät digitale und/oder analoge Schnittstellen zur Übertragung
von Daten aufweist. Selbstverständlich können über
solche Schnittstellen nicht nur Daten des Steuergerätes
und des Permanentspeichers ausgelesen, sondern auch in den Permanentspeicher
eingelesen werden, insbesondere zur Programmierung des Steuergeräts.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass
das Steuergerät in einem Wetter- und aufbruchfesten, verschließbaren
Gehäuse mit Sonnen- und Regenschutz untergebracht ist.
Diese Maßnahme ermöglicht die Aufstellung des
Steuergeräts in öffentlich zugänglichen
Bereichen, so dass die Stromkunden Tag und Nacht Zugang zu dem Steuergerät
haben.
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Das
erfindungsgemäße Steuergerät eignet sich
nicht allein für die Steuerung kleiner Stromnetze, sondern
auch zum Anschluss an ein Hauptstromnetz zur weiteren Verzweigung
des Hauptstromnetzes bis zu den Stromkunden.
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Mit
Vorteil ist das Steuergerät derart programmiert, dass es
nach einer Störung oder Stromausfall die Verbraucherleitungen
schrittweise zuschaltet. Diese Maßnahme ermöglicht
das Anlaufen des Generators im Kraftwerk zunächst ohne
Last und eine schrittweise Auflastung bis zur höchstzulässigen
Last. Das schrittweise Zuschalten von Verbraucherleitungen empfiehlt
sich aber nicht nur nach einem Netzausfall, sondern auch nach einem
Kurzschluss auf der Lastseite und Auslösung von Leitungsschutzschaltern,
in Folge von Fehlern bei der Leistungsmessung und Datenauswertung,
nach falschem Anschluss der Mess- und/oder Schaltmodule oder nach
einem Blitzeinschlag.
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Ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand
der Zeichnung näher erläutert. Die Figuren der
Zeichnung zeigen im Einzelnen:
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1:
eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen
Steuergerätes;
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2:
eine perspektivische Außenansicht eines erfindungsgemäßen
Steuergerätes in einer bevorzugten Ausführungsform.
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In 1 ist
ein erfindungsgemäßes Steuergerät 1 durch
eine gestrichelte Linie angedeutet. Ein Kleinkraftwerk 2 dient
zur Erzeugung der elektrischen Energie. Über eine Einspeiseleitung 3 gelangt die
elektrische Energie über eine Hauptsicherung 4 zu
einem Energieverteiler 5, welcher die elektrische Leistung
auf mehrere Verbraucherleitungen 6 verteilt, die jeweils
mit einem Verbraucher 7 verbunden sind. in der Darstellung
von 1 ist symbolisch nur ein einziger Verbraucher 7 gezeigt.
Der Energieverteiler 5 ist mit Schaltmodulen 8 versehen,
wobei jede Verbraucherleitung 6 ihr eigenes Schaltmodul 8 aufweist.
Mittels der Schaltmodule 8 kann die jeweilige Verbraucherleitung 6 und
damit der Verbraucher 7 von der elektrischen Energieversorgung
abgeschaltet oder zugeschaltet werden. Ein Steuermodul 9 ist über
Steuerleitungen 10 mit den Schaltmodulen 8 verbunden.
Des Weiteren ist das Steuermodul 9 mit einem Sensormodul 11 über
Signalleitungen 12 verbunden. Das Sensormodul 11 dient
zur Erfassung von Parametern des Stromnetzes wie Netzspannung und
Netzströmen. Hierfür ist es mittels einer Sensorleitung 13 sowohl
mit dem Eingang 14 als auch mit den Ausgängen 15 des
Energieverteilers 5 verbunden. Das Steuermodul 9 umfasst
einen nicht gezeigten Mikroprozessor und einen nicht flüchtigen
Datenspeicher 16.
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Das
Steuermodul 9 ist so programmiert, dass es bei einem Abweichen
der Netzfrequenz unter einen Wert von z. B. 98% der vorgegebenen
Netzfrequenz, in der Regel 50 Hz, zunächst einen Verbraucher 7 durch
Abschalten des jeweiligen Schaltmoduls 8 von der Stromversorgung
abkoppelt, um so die Belastung des Kraftwerkes 2 zu verringern.
Sollte diese Maßnahme nicht ausreichen, um die Netzfrequenz wieder über
den vorgegebenen Mindestwert anzuheben, so schaltet das Steuermodul 9 einen
weiteren Verbraucher 7 ab, bis der gewünschte
Effekt erzielt ist.
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Im
umgekehrten Fall, nämlich wenn der Generator des Kraftwerks 2 aufgrund
einer zu geringen Belastung zu schnell dreht und daher die Netzfrequenz über
einen vorbestimmten Maximalwert von z. B. 102% der Nennfrequenz
nach oben abweicht, schaltet das Steuermodul 9 durch Betätigung
des entsprechenden Schaltmoduls 8 einen Verbraucher 7 zu,
der die Last am Generator vergrößert und zu einer
Verringerung der Netzfrequenz führt.
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Zur
Optimierung des beschriebenen Stabilisierungsprogramms ist den einzelnen
Schaltmodulen 8 jeweils ein Prioritätswert zugeordnet
und das Steuermodul 9 ist so programmiert, dass es bei
der Auswahl des als nächstes zu- oder abzuschaltenden Schaltmoduls 8 den
Prioritätswert berücksichtigt. Die Prioritätswerte
sind im Datenspeicher 16 abgespeichert.
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Gerät
nun ein Netzparameter, insbesondere die Netzfrequenz nach oben oder
unten aus dem Bereich tolerierbarer Abweichungen heraus, so stellt das
Steuermodul 9 zunächst fest, in welche Richtung die
Abweichung erfolgt. Beispielsweise bei Unterschreiten der Netzfrequenz
ist von einer Überlastung des Kraftwerkes 2 auszugehen
und als Gegenmaßnahme sind elektrische Lasten abzuwerfen.
Das Steuermodul 9 stellt in einem nächsten Schritt
fest, welche Lasten auf welcher Verbraucherleitung 6 zugeschaltet
sind und welche Priorität das jeweils zugeordnete Schaltmodul 8 aufweist.
Von den Schaltmodulen 8 wird jetzt das mit der geringsten
Priorität ausgewählt oder bei zwei gleich großen
Prioritäten ein Schaltmodul 8 durch Zufallsentscheidung
bestimmt. Dieses wird abgeschaltet und darauf hin der Verlauf der
Netzfrequenz abgefragt. Wenn aus der Abschaltung noch keine ausreichend
positive Tendenz für die Netzfrequenz resultiert, wird
das beschriebene Verfahren wiederholt, um aus den verbliebenen zugeschalteten
Schaltmodulen 8 das mit der geringsten Priorität
auszuwählen und abzuschalten.
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Im
umgekehrten Fall, nämlich wenn die Netzfrequenz nach oben
aus dem tolerierbaren Bereich herausläuft, wird unter den
abgeschalteten Schaltmodulen dasjenige mit der höchsten
Priorität bestimmt und dieses zugeschaltet.
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Das
Steuermodul 9 ist weiterhin so programmiert, dass es die
vom Sensormodul 11 gelieferten Netzparameter in Bezug auf
die in den Verbraucherleitungen 6 fließenden Stromstärken überwacht
und bei Überschreiten einer vorgewählten Stromstärke das
jeweilige Schaltmodul 8 abschaltet, um so einen Überstromschutz
zu gewährleisten.
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Des
Weiteren ist das Steuermodul 9 so programmiert, dass es
die vom Sensormodul 11 gelieferten Netzparameter dahingehend
auswertet, ob Fehlerströme auftreten, die einer Verbraucherleitung 6 zugeordnet
werden können, um daraufhin das zugeordnete Schaltmodul 8 abzuschalten
und so eine Fehlerstromschutzfunktion zu bieten. Das Steuermodul 9 ist
darüber hinaus so programmiert, dass es die vom Sensormodul 11 gelieferten
Netzparameter dahingehend auswertet, welche Schein- oder Wirkleistungen
in den verschiedenen Verbraucherleitungen 6 fließen.
Die Schein- oder Wirkleistung wird aus Spannung, Strom und der Phasenverschiebung
zwischen Spannung und Strom berechnet, welche über das Sensormodul 11 messbar
ist. Bei Überschreiten eines vorbestimmten Wertes für
die Schein- oder Wirkleistung in einer bestimmten Verbraucherleitung 6 schaltet
das Steuermodul 9 das der Verbraucherleitung 6 zugeordnete
Schaltmodul 8 ab.
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Durch
die Integration eines kostengünstigen Mess- und Abrechnungssystems
für elektrische Energie und Leistung werden die Stromkunden
zum sparsamen und das Inselnetz schonenden Umgang mit elektrischer
Energie angeregt. Zudem wird ihnen die Möglichkeit offen
gehalten, ein breites Leistungsband für leistungsstarke
elektrische Verbraucher zu nutzen, wenn auch nur kurzzeitig und
zu bestimmten Tageszeiten. Aus diesem Grund ist vorgesehen, dass das
Steuergerät die über eine Verbraucherleitung 6 im
Laufe der Zeit fließende elektrische Energie erfasst und
die Werte für den Gesamtenergieverbrauch des zugehörigen
Stromverbrauchers im Datenspeicher 16 abspeichert. Die
gespeicherten Daten ermöglichen eine Überprüfung,
ob die vorausbezahlte Energiemenge bereits verbraucht ist oder nicht.
Hierfür ist ein der vorausbezahlten Energiemenge entsprechender
Maximalwert für jeden Stromkunden separat ebenfalls im
Datenspeicher 16 abgelegt. Das Steuermodul 9 ermittelt,
ob der einer bestimmten Verbraucherleitung 6 zugeordnete
Gesamtenergieverbrauch den zugehörigen Maximalwert übersteigt. Sobald
dies der Fall ist, schaltet das Steuermodul 9 das der jeweiligen
Verbraucherleitung 6 zugeordnete Schaltmodul 8 ab.
Dadurch wird ein über die vorausbezahlte Energiemenge hinausgehender
Energieverbrauch verhindert.
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Das
Steuergerät 1 ist mit einem Vorauszahlungsmodul 18 versehen,
welches über eine Datenleitung 19 mit dem Steuermodul 9 verbunden
ist. Das Vorauszahlungsmodul weist ein Kartenlesegerät
auf zum Lesen von Chipkarten 20 der Stromkunden. Nach dem
Bezahlen eines Energiepaketes kann die Chipkarte 20 an
einer zentralen Verkaufsstelle „aufgeladen” werden.
Dabei wird auf der Chipkarte 20 ein Datenpaket gespeichert,
welches vom Kartenleser des Vorauszahlungsmoduls 18 ausgelesen
und über das Steuermodul 9 weiterverarbeitet werden
kann. Das Steuermodul 9 bestimmt aus dem Datenpaket insbesondere
die vorausbezahlte Energiemenge und addiert diese zu dem im Datenspeicher 16 gespeicherten
Maximalwert für den jeweiligen Stromkunden. Aus dem Datenpaket
können des Weiteren Werte für die maximal entnehmbare
Schein- oder Wirkleistung oder sonstige mit dem jeweiligen Stromkunden
vereinbarte Parameter entnommen und im Datenspeicher 16 abgespeichert
werden. Solche Parameter können insbesondere den Verbrauchszeitraum betreffen.
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Die
aktuell gemessenen Netzparameter oder im Datenspeicher 16 abgelegte
Verbrauchsdaten der jeweiligen Verbraucher sowie sonstige gespeicherten oder
aktuell ermittelten Parameter können auf einem Display 21 dargestellt
und somit einem Servicetechniker zugänglich gemacht werden,
ohne dass der Techniker ein eigenes Ablesegerät mitbringen
und am Steuergerät 1 anschließen müsste.
Auf dem Display 21 können auch die Guthaben einzelner
Stromkunden angezeigt werden, um diesen eine einfache Kontrolle
ihrer Restguthaben zu ermöglichen. Das Steuergerät
ist mit einer digitalen Schnittstelle 22 zum Anschluss
eines externen Gerätes 24 und mit einer analogen
Schnittstelle 23 zum Anschluss eines weiteren externen
Gerätes 25 versehen. Die Schnittstellen dienen
zum Auslesen von Daten aus dem Datenspeicher 16 bzw. zum
Auslesen von Parametern, die das Sensormodul 11 ermittelt
und bereitstellt.
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Wie
man am besten in 2 erkennt, ist das Steuergerät 1 in
einem Wetter- und aufbruchfesten verschließbaren Gehäuse 26 mit
Sonnen- und Regenschutz 27 untergebracht. Das Gehäuse 26 ist
mit einem Schloss 28 versehen und dadurch vor unbefugten
Eingriffen geschützt.
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Tritt
trotz des beschriebenen Netzmanagements ein Zusammenbruch des Inselnetzes
auf, so muss das Stromnetz neu hochgefahren werden. Dies funktioniert
nur zuverlässig, wenn ein lastfreies Anfahren des Kraftwerkes
garantiert ist und sich die Lasten nach der Anfahrprozedur schrittweise
zuschalten. Aus diesem Grund ist das Steuergerät 1 derart
programmiert, dass es nach einer Störung oder einem Stromausfall
die Verbraucherleitungen 6 schrittweise zuschaltet.
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Des
Weiteren ist auch ein Mischbetrieb des Netzes einerseits als Inselnetz
und andererseits zur Verzweigung eines Hauptstromnetzes machbar.
Solange das Hauptstromnetz genügend Energie liefert, wird
das netzeigene Kraftwerk 2 abgeschaltet und das Steuergerät 1 dient
lediglich zur weiteren Verzweigung der elektrischen Leistungen aus
dem Hauptstromnetz. Sobald die Energieversorgung durch das Hauptstromnetz
ungenügend ist oder ganz ausfällt, wird das netzeigene Kraftwerk 2 zugeschaltet
und bildet zusammen mit dem Steuergerät 1 und den
Verbraucherleitungen 6 ein unabhängiges Inselnetz.
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- 1
- Steuergerät
- 2
- Kraftwerk
- 3
- Einspeiseleitung
- 4
- Hauptsicherung
- 5
- Energieverteiler
- 6
- Verbraucherleitungen
- 7
- Verbraucher
- 8
- Schaltmodul
- 9
- Steuermodul
- 10
- Steuerleitungen
- 11
- Sensormodul
- 12
- Signalleitung
- 13
- Sensorleitung
- 14
- Eingang
- 15
- Ausgänge
- 16
- Datenspeicher
- 17
- Datenleitung
- 18
- Vorauszahlungsmodul
- 19
- Datenleitung
- 20
- Chipkarte
- 21
- Display
- 22
- digitale
Schnittstelle
- 23
- analoge
Schnittstelle
- 24
- externes
Gerät
- 25
- externes
Gerät
- 26
- Gehäuse
- 27
- Sonnen-
und Regenschutz
- 28
- Schloss
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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