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DE102009019677A1 - Käfig eines Radialwälzlagers und Radialwälzlager mit einem derartigen Käfig - Google Patents

Käfig eines Radialwälzlagers und Radialwälzlager mit einem derartigen Käfig Download PDF

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DE102009019677A1
DE102009019677A1 DE102009019677A DE102009019677A DE102009019677A1 DE 102009019677 A1 DE102009019677 A1 DE 102009019677A1 DE 102009019677 A DE102009019677 A DE 102009019677A DE 102009019677 A DE102009019677 A DE 102009019677A DE 102009019677 A1 DE102009019677 A1 DE 102009019677A1
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radial
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    • F16C19/181Bearings with rolling contact, for exclusively rotary movement with bearing balls essentially of the same size in one or more circular rows for both radial and axial load with two or more rows of balls with angular contact
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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Käfig (11) zur Aufnahme von Wälzkörpern (4) eines Radialwälzlagers (1). Der Käfig (11) ist in Umfangsrichtung geschlossen und einteilig ausgebildet und weist über seinen Umfang verteilt mehrere innere Vorsprünge (16) und/oder mehrere äußere Vorsprünge (17) zur radialen Führung des Käfigs (11) im Radialwälzlager (1) auf. Die inneren Vorsprünge (16) stehen jeweils radial nach innen über in Umfangsrichtung angrenzende Käfigbereiche über und die äußeren Vorsprünge (17) stehen jeweils radial nach außen in Umfangsrichtung angrenzende Käfigbereiche über.

Description

  • Die Erfindung betrifft einen Käfig eines Radialwälzlagers. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Radialwälzlager mit einem derartigen Käfig.
  • Radialwälzlager sind in vielfältigen Ausführungsvarianten bekannt und werden in vielen verschiedenen Anwendungsgebieten eingesetzt. Die jeweils verwendeten Ausführungsvarianten sind in der Regel auf das vorgesehene Einsatzgebiet abgestimmt und können sich hinsichtlich der Lagerringe, der Wälzkörper, des Käfigs bzw. der Käfige und des Schmiermittels unterscheiden. Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang die Art der Käfigführung, d. h. die Art und Weise wie der Käfig im Lager angestützt wird. Bekannte Formen der Käfigführung sind die Wälzkörperführung und die Laufbahn- bzw. Schulterführung sowie Mischformen daraus. Bei einer reinen Wälzkörperführung stützt sich der Käfig auf die Wälzkörper ab und berührt die Lagerringe nicht. Bei einer Laufbahn- bzw. Schulterführung stützt sich der Käfig auf wenigstens einen Lagerring ab. Für die Abstützung des Käfigs ist in diesem Fall zwar kein berührender Kontakt zwischen dem Käfig und den Wälzkörpern erforderlich. Gleichwohl kommt es aber durch die Funktion des Käfigs, die Wälzkörper auf Abstand zueinander zu halten, auch in diesem Fall zu einem berührenden Kontakt zwischen dem Käfig und den Wälzkörpern.
  • Insbesondere unter extremen Anwendungsbedingungen ist eine zuverlässige Schmierung der für die Käfigführung verwendeten Kontaktstellen besonders wichtig. Gleichzeitig ist es unter extremen Anwendungsbedingungen besonders schwierig, eine zuverlässige Schmierung der Kontaktstellen zu gewährleisten. Extreme Anwendungsbedingungen treten beispielsweise bei Lager von Abgasturboladern auf. Die dort eingesetzten Lager sind hohen Drehzahlen, starken Beschleunigungen, hohen Temperaturen usw. ausgesetzt.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Käfig eines Radialwälzlagers so auszubilden, dass das Radialwälzlager auch unter extremen Anwendungsbedingungen eingesetzt werden kann.
  • Diese Aufgabe wird durch einen Käfig mit der Merkmalskombination des Anspruchs 1 sowie durch ein Radialwälzlager gemäß Anspruch 12 gelöst.
  • Der erfindungsgemäße Käfig nimmt Wälzkörper eines Radialwälzlagers auf und ist in Umfangsrichtung geschlossen und einteilig ausgebildet. Der erfindungsgemäße Käfig weist über seinen Umfang verteilt mehrere innere Vorsprünge und/oder mehrere äußere Vorsprünge zur radialen Führung des Käfigs im Radialwälzlager auf. Die inneren Vorsprünge stehen jeweils radial nach innen über in Umfangrichtung angrenzende Käfigbereiche über und die äußeren Vorsprünge stehen jeweils radial nach außen über in Umfangrichtung angrenzende Käfigbereiche über.
  • Die Erfindung hat den Vorteil, dass eine zuverlässige Schmierverhältnisse im Radialwälzlager ermöglicht werden, da die inneren bzw. die äußeren Vorsprünge des Käfigs die Ausbildung eines Schmierfilms weniger stark beeinträchtigen als eine in Umfangsrichtung durchgehende Fläche. Außerdem wird das Schmiermittel vergleichsweise wenig beansprucht, so dass eine lange Schmiermittelgebrauchsdauer möglich ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass im eingebauten Zustand des Käfigs durch die inneren bzw. die äußeren Vorsprünge ein Durchhängen des Käfigs verhindert. Außerdem hat der erfindungsgemäße Käfig den Vorteil, dass er statisch und dynamisch stabil ausgewuchtet ist und nur eine geringe Schwingungsbelastung auftritt.
  • Im Bereich der freien Enden der innerer Vorsprünge kann der lichte Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden innerer Vorsprünge in Umfangsrichtung wenigstens doppelt so groß sein wie die Umfangserstreckung jeder der zwei aufeinander folgenden inneren Vorsprünge. Alternativ oder zusätzlich kann im Bereich der freien Enden der äußeren Vorsprünge der lichte Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden äußeren Vorsprünge in Umfangsrichtung wenigstens doppelt so groß sein wie die Umfangserstreckung jeder der zwei aufeinander folgenden äußeren Vorsprünge. Diese Geometrie begünstigt eine ausreichende Schmiermittelversorgung auch im Bereich der inneren bzw. äußeren Vorsprünge.
  • Vorzugsweise ist der erfindungsgemäße Käfig so ausgebildet, dass die Umfangserstreckung der inneren Vorsprünge radial nach innen abnimmt und/oder die Umfangserstreckung der äußeren Vorsprünge radial nach außen abnimmt. Dadurch ist eine gute mechanische Stabilität der inneren bzw. äußeren Vorsprünge sichergestellt. Die inneren Vorsprünge und/oder die äußeren Vorsprünge können im Bereich ihrer radialen Enden abgerundet sein. Dies ermöglicht einen schonenden Anlauf am Innen- bzw. Außenring des Radialwälzlagers. Weiterhin können die inneren Vorsprünge und/oder die äußeren Vorsprünge im Bereich ihrer radialen Enden abgeplattet sein. Auf diese Weise kann eine definierte Kontaktfläche mit dem Innen- bzw. Außenring des Radialwälzlagers vorgegeben werden. Besonders vorteilhaft ist eine Kombination der Rundung und der Abplattung. Dabei können die inneren Vorsprünge und/oder die äußeren Vorsprünge insbesondere in Umfangsrichtung beidseits der Abplattung abgerundet sein.
  • Die inneren Vorsprünge und/oder die äußeren Vorsprünge können einteilig mit dem Käfig ausgebildet sein. Dies ermöglicht eine einfache Fertigung und zudem eine mechanische Stabilität des Käfigs. Weiterhin können die inneren Vorsprünge in Radialrichtung kleinere Abmessungen als die äußeren Vorsprünge aufweisen. Au ßerdem können die inneren Vorsprünge in Axialrichtung kleinere Abmessungen als die äußeren Vorsprünge aufweisen. Diese Maßnahmen haben zur Folge, dass die inneren Vorsprünge besonders stabil sind und hohen Belastungen Stand halten.
  • Der erfindungsgemäße Käfig kann einen ersten Seitenring aufweisen und die inneren Vorsprünge können im Bereich des ersten Seitenrings ausgebildet sein. Alternativ oder zusätzlich kann der erfindungsgemäße Käfig einen zweiten Seitenring aufweisen und die äußeren Vorsprünge können im Bereich des zweiten Seitenrings ausgebildet sein. Die Seitenringe bieten eine stabile Basis für die Vorsprünge. Insbesondere kann der zweite Seitenring einen größeren Innendurchmesser und/oder einen größeren Außendurchmesser als der erste Seitenring aufweisen. Der erfindungsgemäße Käfig kann aus Kunststoff gefertigt sein. Dies ermöglicht eine kostengünstige Herstellung des Käfigs. Ein besonders geeigneter Kunststoff ist Poly-Ether-Ether-Keton (PEEK). PEEK ermöglicht einen Einsatz des Käfigs unter extremen Bedingungen und ist auch bei hohen Temperaturen noch mechanisch sehr stabil. Ebenso kann der Käfig auch aus Polyimid- oder Polyamidimid-Hochleistungskunststoffen, aus Messing, aus Titan oder aus kaltverfestigten Aluminiumknetverbindungen gefertigt sein.
  • Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf ein Radialwälzlager mit einem Innenring und/oder einem Außenring, mit Wälzkörpern, die auf dem Innenring und/oder dem Außenring abrollen und mit dem erfindungsgemäß ausgebildeten Käfig zur Aufnahme der Wälzkörper.
  • Das erfindungsgemäße Radialwälzlager zeichnet sich durch eine lange wartungsfreie Betriebszeit auch unter extremen Betriebsbedingungen aus, die insbesondere durch die Käfiggeometrie und die daraus resultierende gute Schmierwirkung und geringe Schmiermittelbeanspruchung sowie geringe mechanische Belastung ermöglicht wird.
  • Vorzugsweise verfügt das erfindungsgemäße Radialwälzlager über einen Innenring und einen Außenring, die konzentrisch zueinander angeordnet sind und miteinander einen radialen Spalt ausbilden, in dem die Wälzkörper abrollen. Prinzipiell ist es aber auch möglich, dass nur ein Lagerring, d. h. entweder der Innenring oder der Außenring, vorhanden ist und der radiale Spalt zwischen diesem Lagerring und einem dazu konzentrischen Maschinenteil, beispielsweise ein Gehäuse oder eine Welle, ausgebildet ist.
  • Der Käfig kann sich mit den inneren Vorsprüngen radial auf den Innenring und/oder mit den äußeren Vorsprüngen radial auf den Außenring abstützen. Dadurch kann ein Durchhängen des Käfigs insbesondere bei Stillstand des Radialwälzlagers verhindert und dauerhaft eine gute Zentrierung des Käfigs in allen Betriebssituationen erreicht werden. Durch eine Dezentrierung des Käfigs entstehende Unwuchten werden gering gehalten. Dadurch werden eine mit einer Unwucht einhergehende Schwingungsneigung sowie mechanische Belastungen begrenzt.
  • Besonders vorteilhaft ist es, wenn sich der Käfig mit den inneren Vorsprüngen radial auf eine innere Schulter des Innenrings und/oder mit den äußeren Vorsprüngen radial auf eine äußere Schulter des Außenrings abstützt, d. h. wenn eine Schulterführung des Käfigs vorliegt. Da die Schultern in der Regel radial über die Wälzkörperlaufbahnen der Lagerringe überstehen, ermöglicht die Schulterführung eine in Radialrichtung kompakte Bauweise und somit eine hohe Stabilität des Käfigs.
  • Weiterhin kann sich der Käfig auf die Wälzkörper abstützen, so dass eine Wälzkörperführung ausgebildet wird. Auf diese Weise kann insbesondere eine kombinierte Schulter- und Wälzkörperführung des Käfigs realisiert werden, die auch als Mischführung oder als Hybridführung bezeichnet wird. Eine Mischführung ermöglicht die Vorteile beider Führungsarten zu nutzen und gleichzeitig die jeweiligen Nachteile gering zu halten. Die ist insbesondere bei extremen Betriebsbedingungen des Radialwälzlagers wichtig. Beispielsweise kann die Zentrierwirkung der Schulterführung im Stillstand des Radialwälzlagers genutzt werden und es können gleichzeitig die insbesondere bei hohen Drehzahlen nachteiligen Effekte, die durch den berührenden Kontakt zwischen dem Käfig und den Lagerringen hervorgerufen werden, gering gehalten werden. Dies gelingt besonders gut, wenn bei der Schulterführung der Hüllkreisdurchmesser der inneren Vorsprünge etwas größer bzw. der Hüllkreisdurchmesser der äußeren Vorsprünge etwas kleiner als der Durchmesser der jeweils zugehörigen Anlauffläche des Lagerrings ist. Dann wird bei hohen Drehzahlen der berührende Kontakt zwischen dem Käfig und den Lagerringen durch die Zentrierwirkung der Wälzkörperführung aufgehoben oder zumindest die Belastung der Kontaktflächen reduziert.
  • Das erfindungsgemäße Radialwälzlager kann mehrere axial nebeneinander angeordnete Reihen von Wälzkörpern aufweisen. Demgemäß können auch mehrere axial nebeneinander angeordnete Innenringe und/oder Außenringe sowie mehrere axial nebeneinander angeordnete Käfige vorhanden sein.
  • Weiterhin kann das erfindungsgemäße Radialwälzlager ein Schmiermittel, insbesondere ein Schmierfett aufweisen. Besonders geeignet für extreme Betriebsbedingungen ist beispielsweise ein Polyureatfett. Außerdem kommen als Schmiermittel beispielsweise Polyharnstoff, ein Gemisch aus synthetischen Kohlenwasserstoffen und Esteröl, perfluorierte Polyether (PFPE), Polytetrafluorethylen (PTFE), Etheröle usw. in Frage.
  • Das er erfindungsgemäße Radialwälzlager kann für Drehzahlen von wenigstens 1000 Umdrehungen pro Minute, vorzugsweise wenigstens 5000 Umdrehungen pro Minute und besonders bevorzugt wenigstens 50000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt sein.
  • Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf die Verwendung des erfindungsgemäß ausgebildeten Radialwälzlagers in einem Turbolader oder einem Turboantrieb, insbesondere einem Turbocompound-Antrieb. Bei derartigen Anwendungen wird eine Turbine durch einen heißen Abgasstrom angetrieben, der beispielsweise von einer Verbrennungskraftmaschine erzeugt wird. Demgemäß sind die Lagerung der Abgasturbine und teilweise auch die Lagerungen weiterer Aggregate hohen Temperaturen ausgesetzt. Durch die extreme Dynamik des Abgasstroms, beispielsweise bei einem Kraftfahrzeug, sind außerdem hohe Anforderungen an das dynamische Verhalten der Lagerung der Turbine und evtl. auch an die Lagerungen weiterer Aggregate gestellt.
  • Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert.
  • Es zeigen
  • 1 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäß ausgebildeten Radialwälzlagers in Schnittdarstellung,
  • 2 ein Ausführungsbeispiel des Käfigs in Aufsicht,
  • 3 das in 2 dargestellte Ausführungsbeispiels des Käfigs in Schnittdarstellung,
  • 4 das in 2 dargestellte Ausführungsbeispiels des Käfigs in einer weitern Schnittdarstellung und
  • 5 eine ausschnittsweise Vergrößerung der 1 im Bereich eines inneren Vorsprungs und eines äußeren Vorsprungs.
  • 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäß ausgebildeten Radialwälzlagers 1 in Schnittdarstellung. Das dargestellte Radialwälzlager 1 kann beispielsweise der Lagerung einer Abgasturbine eines Turboladers oder Turboantriebs, insbesondere eines Turbocompound-Antriebs dienen. Derartige Aggregate können bei Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommen, um die Leistung und/oder den Wirkungsgrad zu erhöhen. Die Abgasturbine kann mit Drehzahlen von mehr als 1000 Umdrehungen pro Minute, insbesondere von mehr als 5000 Umdrehungen pro Minute, rotieren. Mitunter werden auch Drehzahlen von mehr als 50000 Umdrehungen pro Minute erreicht. Die maximalen Drehzahlen liegen bei ca. 200000 Umdrehungen pro Minute, teilweise sogar bei bis zu 500000 Umdrehungen pro Minute.
  • Das in 1 dargestellte Ausführungsbeispiel des Radialwälzlagers 1 ist als ein zweireihiges Schrägkugellager ausgebildet und weist einen Außenring 2 und zwei axial nebeneinander angeordnete Innenringe 3 auf. Zwischen dem Außenring 2 und den Innenringen 3 rollen als Kugeln ausgebildete Wälzkörper 4 in zwei axial in einem Abstand zueinander angeordneten Reihen ab. Hierzu weisen der Außenring 2 äußere Laufbahnen 5 und die Innenringe 3 innere Laufbahnen 6 auf. Axial zwischen den äußeren Laufbahnen 5 weist der Außenring 2 eine umlaufende äußere Schulter 7 auf, die radial einwärts gerichtet ist. Axial zwischen den inneren Laufbahnen 6 weist jeder Innenring 3 eine umlaufende kleine innere Schulter 8 auf, die radial auswärts gerichtet ist. Weiterhin weist jeder Innenring 3 auf der zur kleinen inneren Schulter 8 entgegengesetzten Axialseite der inneren Laufbahn 6 eine große innere Schulter 9 auf, die radial auswärts gerichtet ist. Gegen die großen inneren Schultern 9 der Innenringe 3 läuft je ein Dichtring 10 radial an, der in den Außenring 2 eingepresst ist. Die Dichtringe 10 können beispielweise als Radialwellendichtringe ausgebildet sein.
  • Der durch die Dichtringe 10 abgedichtete Innenraum des Radialwälzlagers 1 ist teilweise mit einem nicht figürlich dargestellten Schmiermittel gefüllt. Bei dem Schmiermittel kann es sich insbesondere um ein Fett handeln, beispielsweise um ein Polyureatfett, das auch unter extremen Bedingungen, insbesondere bei hohen Temperaturen und hohen Drehzahlen einsetzbar ist. Außerdem kommen als Schmiermittel beispielsweise Polyharnstoff, ein Gemisch aus synthetischen Kohlenwasserstoffen und Esteröl, Perfluorierte Polyether (PFPE), Polytetrafluorethylen (PTFE), Etheröle usw. in Frage.
  • Das Radialwälzlager 1 weist weiterhin zwei Käfige 11 auf, die in einem axialen Abstand zueinander angeordnet sind und die Wälzkörper 4 aufnehmen. Die Käfige 11 können aus Kunststoff gefertigt sein, beispielsweise aus Poly-Ether-Ether-Keton (PEEK). PEEK zeichnet sich durch eine hohe mechanische Stabilität auch bei hohen Temperaturen aus. Ebenso können die Käfige 11 auch aus Polyimid- oder Polyamidimid-Hochleistungskunststoffen, aus Messing, aus Titan oder aus kaltverfestigten Aluminiumknetverbindungen gefertigt sein.
  • Der Aufbau der Käfige 11 wird im Folgenden anhand der 2 bis 5 näher erläutert.
  • 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel des Käfigs 11 in Aufsicht. Zugehörige Schnittdarstellungen für zwei verschiedene Schnittebenen sind in den 3 und 4 dargestellt.
  • Der Käfig 11 ist in Umfangsrichtung geschlossen und einteilig ausgebildet und besitzt insgesamt eine konische Form. Soweit im Folgenden von einer Axialrichtung des Käfigs 11 die Rede ist, bezieht sich dies jeweils auf die Achse des durch den Käfig 11 definierten Konus.
  • In einem ersten axialen Endbereich des Käfigs 11 ist ein kleiner Seitenring 12 als eine flanschartig radial nach innen weisende Struktur ausgebildet. Mit zunehmender axialer Entfernung vom kleinen Seitenring 12 nimmt der Durchmesser des Käfigs 11 zu, d. h. der Käfig 11 weitet sich radial bis zu einem zweiten axialen Endbereich. Im zweiten axialen Endbereich des Käfigs 11 ist ein großer Seitenring 13 ausgebildet. Der große Seitenring 13 weist einen größeren Außendurchmesser und auch einen größeren Innendurchmesser auf als der kleine Seitenring 12. Im Gegensatz zum kleinen Seitenring 12 ist der große Seitenring 13 nicht als ein Flansch ausgebildet, sondern stellt bezüglich seiner radialen Erstreckung eine kontinuierliche Fortsetzung des axial angrenzenden Bereichs des Käfigs 11 dar.
  • Im Axialbereich zwischen dem kleinen Seitenring 12 und dem großen Seitenring 13 sind Taschen 14 zur Aufnahme der Wälzkörper 4 ausgebildet, die in Umfangsrichtung durch axial verlaufende Stege 15 getrennt sind, so dass die Stege 15 den kleinen Seitenring 12 und den großen Seitenring 13 miteinander verbinden. Die Taschen 14 weisen eine an die Wälzkörper 4 angepasste Kontur auf.
  • In regelmäßigen Abständen über den Umfang verteilt sind am kleinen Seitenring 12 innere Vorsprünge 16 ausgebildet, die sich radial einwärts erstrecken. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind insgesamt sechs innere Vorsprünge 16 vorhanden. In analoger Weise sind am großen Seitenring 13 äußere Vorsprünge 17 ausgebildet, die in regelmäßigen Abständen über den Umfang verteilt sind und sich radial auswärts erstrecken. Die Anzahl der äußeren Vorsprünge 17 kann insbesondere der Anzahl der inneren Vorsprünge 16 entsprechen. Details zur Ausgestaltung der inneren Vorsprünge 16 und der äußeren Vorsprünge 17 werden anhand von 5 erläutert.
  • 5 zeigt eine ausschnittsweise Vergrößerung eines Bereichs der 2, in dem je ein innerer Vorsprung 16 und ein äußerer Vorsprung 17 abgebildet sind. Bei axialer Blickrichtung weisen die inneren Vorsprünge 16 und die äußeren Vorsprünge 17 jeweils eine gekrümmte Außenkontur auf, die im radial inneren Endbereich der inneren Vorsprünge 16 und im radial äußeren Endbereich der äußeren Vorsprünge 17 abgeplattet ist. Dabei schließt die Außenkontur der inneren Vorsprünge 16 jeweils eine kleinere Fläche ein als die Außenkontur der äußeren Vorsprünge 17, d. h. die inneren Vorsprünge 16 sind kleiner als die äußeren Vorsprünge 17. Dies gilt im besonderen Maß für die jeweiligen Abmessungen in Radialrichtung. Bezüglich ihrer axialen Abmessungen sind die inneren Vorsprünge 16 stärker ausgeprägt als die äußeren Vorsprünge 17, d. h. die inneren Vorsprünge 16 weisen eine größere Materialstärke auf als die äußeren Vorsprünge 17.
  • Die Geometrie der inneren Vorsprünge 16 und der äußeren Vorsprünge 17 des Käfigs 11 ist so gewählt, dass die inneren Vorsprünge 16 radial berührend am In nenring 3 anliegen und die äußeren Vorsprünge 17 radial berührend am Außenring 2 anliegen, wenn der Käfig 11 in das Radialwälzlager 1 eingebaut ist. Dabei können die inneren Vorsprünge 16 des Käfigs 11 insbesondere an der kleinen Schulter 8 des Innenrings 3 anliegen. Die äußeren Vorsprünge 17 des Käfigs 11 können axial neben der äußeren Laufbahn 5 am Außenring 2 anliegen. Statt einer unmittelbaren Berührung zwischen den inneren Vorsprüngen 16 und dem Innenring 3 bzw. den äußeren Vorsprüngen 17 und dem Außenring 2 kann jeweils auch ein sehr schmaler radialer Spalt vorgesehen sein.
  • Die vorstehend beschriebene Geometrie der inneren Vorsprünge 16 und der äußeren Vorsprünge 17 hat zur Folge, dass der Käfig 11 sehr präzise im Radialwälzlager 1 zentriert ist. Diese Zentrierung ist unabhängig davon vorhanden, ob sich das Radialwälzlager 1 dreht oder nicht und hat zur Folge, dass eine Unwucht und somit eine starke mechanische Belastung des Käfigs 11 weitgehend vermieden werden kann. Außerdem wird ein Durchhängen des Käfigs 11, das insbesondere beim Stillstand des Radialwälzlagers 1 auftreten könnte, verhindert. Die Unterstützung des Käfigs 11 durch die inneren Vorsprünge 16 und die äußeren Vorsprünge 17 begrenzt außerdem die bei einer Schwingungsbelastung auf den Käfig 11 einwirkenden Kräfte.
  • Zur Erreichung der Zentrierung ist eine vergleichsweise kleine Gesamtkontaktfläche zwischen dem Käfig 11 und dem Außenring 2 bzw. dem Innenring 3 erforderlich. Dadurch kann der Verschleiß, der durch die Gleitbewegung im Bereich der einzelnen Kontaktflächen hervorgerufen wird, gering gehalten werden. Verschleißreduzierend wirkt sich zudem aus, dass infolge der sehr geringen Ausdehnung der einzelnen Kontaktflächen und der abgerundeten Form der Vorsprünge 16, 17 in der Umgebung der Kontaktflächen eine gute Schmiermittelversorgung der Kontaktflächen gewährleistet ist. Ein weiterer Effekt der geringen Ausdehnung der einzelnen Kontaktflächen besteht darin, dass der auf dem Außenring 2 und auf dem Innenring 3 ausgebildete Schmierfilm nur wenig beeinträchtigt wird und dass auch jeweils nur ein sehr geringer Anteil des Schmiermittels einer Beanspruchung ausgesetzt ist. Dies hat letztendlich eine lange Gebrauchsdauer des Schmiermittels zur Folge.
  • Insbesondere kann eine Schmiermittelgebrauchdauer von mehr als 15000 Betriebsstunden erreicht werden.
  • Neben der vorstehend beschriebenen Führung des Käfigs 11 auf dem Außenring 2 und auf dem Innenring 3 des Radialwälzlagers 1 wird der Käfig 11 auch auf den Wälzkörpern 4 geführt, d. h. es liegt zusätzlich zur Schulterführung eine Wälzkörperführung und damit insgesamt eine Mischführung oder Hybridführung vor. Durch die Wälzkörperführung kommt es zwischen dem Käfig 11 und den Wälzkörpern 4 zu einem berührenden Kontakt. Infolge der Vorzentrierung des Käfigs 11, die auch im Stillstand des Radialwälzlagers 1 durch die inneren Vorsprünge 16 und die äußeren Vorsprünge 17 des Käfigs 11 zuverlässig bewirkt wird, treten im Kontaktbereich zwischen den Wälzkörpern 4 und dem Käfig 11 keine allzu hohen Kräfte auf. Somit sind die Verschleißwirkung und die Beanspruchung des Schmiermittels auch in diesem Bereich relativ gering. Bei einer Rotation des Radialwälzlagers 1 kommt es durch die Wälzkörperführung zu einer Zentrierwirkung des Käfigs 11. Demgemäß werden die Kontaktflächen zwischen den inneren Vorsprüngen 16 und dem Innenring 3 sowie die Kontaktflächen zwischen den äußeren Vorsprüngen 17 und dem Außenring 2 entlastet. Auf diese Weise wird einem insbesondere bei hohen Drehzahlen im Bereich dieser Kontaktflächen auftretenden Verschleiß entgegen gewirkt wird. Falls der Hüllkreisdurchmesser der inneren Vorsprünge 16 kleiner bzw. der Hüllkreisdurchmesser der äußeren Vorsprünge 17 größer als der Durchmesser der jeweiligen Anlauffläche des Innenrings 3 bzw. des Außenrings 2 ist, kann bei hohen Drehzahlen ein berührender Kontakt zwischen dem Käfig 11 und dem Innenring 3 bzw. dem Außenring 2 sogar weitgehend oder ganz vermieden werden. Somit wird die Zentrierung des Käfigs 11 im Stillstand des Radialwälzlagers 1 primär durch die Schulter- bzw. Laufbahnführung und im Rotationszustand des Radialwälzlagers 1 primär durch die Wälzkörperführung gewährleistet. Die Mischführung des Käfigs 11 ermöglicht folglich eine Vereinigung der Vorzüge der Schulter- bzw. Laufbahnführung und der Vorzüge der Wälzkörperführung.
  • Abweichend vom beschriebenen Ausführungsbeispiel kann der Käfig 11 auch so abgewandelt werden, dass die inneren Vorsprünge 16 oder die äußeren Vorsprünge 17 entfallen.
  • 1
    Radialwälzlager
    2
    Außenring
    3
    Innenring
    4
    Wälzkörper
    5
    Äußere Laufbahn
    6
    Innere Laufbahn
    7
    Äußere Schulter
    8
    Kleine innere Schulter
    9
    Große innere Schulter
    10
    Dichtring
    11
    Käfig
    12
    Kleiner Seitenring
    13
    Großer Seitenring
    14
    Tasche
    15
    Steg
    16
    Innerer Vorsprung
    17
    Äußerer Vorsprung

Claims (19)

  1. Käfig zur Aufnahme von Wälzkörpern (4) eines Radialwälzlagers (1), wobei der Käfig (11) in Umfangsrichtung geschlossen und einteilig ausgebildet ist und über seinen Umfang verteilt mehrere innere Vorsprünge (16) und/oder mehrere äußere Vorsprünge (17) zur radialen Führung des Käfigs (11) im Radialwälzlager (1) aufweist, wobei die inneren Vorsprünge (16) jeweils radial nach innen über in Umfangrichtung angrenzende Käfigbereiche überstehen und die äußeren Vorsprünge (17) jeweils radial nach außen über in Umfangrichtung angrenzende Käfigbereiche überstehen.
  2. Käfig nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der freien Enden der innerer Vorsprünge (16) der lichte Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden innerer Vorsprünge (16) in Umfangsrichtung wenigstens doppelt so groß ist wie die Umfangserstreckung jeder der zwei aufeinander folgenden inneren Vorsprünge (16) und/oder im Bereich der freien Enden der äußeren Vorsprünge (17) der lichte Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden äußeren Vorsprünge (17) in Umfangsrichtung wenigstens doppelt so groß ist wie die Umfangserstreckung jeder der zwei aufeinander folgenden äußeren Vorsprünge (17).
  3. Käfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfangserstreckung der inneren Vorsprünge (16) radial nach innen abnimmt und/oder die Umfangserstreckung der äußeren Vorsprünge (17) radial nach außen abnimmt.
  4. Käfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die inneren Vorsprünge (16) und/oder die äußeren Vorsprünge (17) im Bereich ihrer radialen Enden abgerundet sind.
  5. Käfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die inneren Vorsprünge (16) und/oder die äußeren Vorsprünge (17) im Bereich ihrer radialen Enden abgeplattet sind.
  6. Käfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die inneren Vorsprünge (16) und/oder die äußeren Vorsprünge (17) einteilig mit dem Käfig (11) ausgebildet sind.
  7. Käfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die inneren Vorsprünge (16) in Radialrichtung kleinere Abmessungen als die äußeren Vorsprünge (17) aufweisen.
  8. Käfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die inneren Vorsprünge (16) in Axialrichtung kleinere Abmessungen als die äußeren Vorsprünge (17) aufweisen.
  9. Käfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Käfig (11) einen ersten Seitenring (12) aufweist und die inneren Vorsprünge (16) im Bereich des ersten Seitenrings (12) ausgebildet sind und/oder der Käfig (11) einen zweiten Seitenring (13) aufweist und die äußeren Vorsprünge (17) im Bereich des zweiten Seitenrings (13) ausgebildet sind.
  10. Käfig nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Seitenring (13) einen größeren Innendurchmesser und/oder einen größeren Außendurchmesser als der erste Seitenring (12) aufweist.
  11. Käfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Käfig (11) aus Kunststoff gefertigt ist.
  12. Radialwälzlager mit einem Innenring (3) und/oder einem Außenring (2), mit Wälzkörpern (4), die auf dem Innenring (3) und/oder dem Außenring (2) abrollen und mit einem Käfig (11) zur Aufnahme der Wälzkörper (4), dadurch gekennzeichnet, dass der Käfig (11) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet ist.
  13. Radialwälzlager nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Käfig (11) mit den inneren Vorsprüngen (16) radial auf den Innenring (3) und/oder mit den äußeren Vorsprüngen (17) radial auf den Außenring (2) abstützt.
  14. Radialwälzlager nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Käfig (11) mit den inneren Vorsprüngen (16) radial auf eine innere Schulter (8, 9) des Innenrings (3) und/oder mit den äußeren Vorsprüngen (17) radial auf eine äußere Schulter (7) des Außenrings (2) abstützt.
  15. Radialwälzlager nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Käfig (11) auf die Wälzkörper (4) abstützt.
  16. Radialwälzlager nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass es mehrere axial nebeneinander angeordnete Reihen von Wälzkörpern (4) aufweist.
  17. Radialwälzlager nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Radialwälzlager (1) ein Schmiermittel aufweist.
  18. Radialwälzlager nach einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Radialwälzlager (1) für Drehzahlen von wenigstens 1000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt ist.
  19. Verwendung des Radialwälzlagers (1) nach einem der Ansprüche 12 bis 18 in einem Turbolader oder einem Turboantrieb.
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