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Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein umwandelbares Fahrzeugdach.
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Aus dem Stand der Technik sind diverse umwandelbare Hardtop-Fahrzeugdächer bekannt. Im Gegensatz zu den Softtop-Dächern bestehen die Hardtop-Dächer aus starren Dachsegmenten. Diese Dachsegmente, die im geschlossenen Zustand ein reguläres Dach ausmachen, lassen sich in verschiedenen Ausführungen zusammenlegen und in einem Verdeckkasten bzw. Kofferraum verstauen.
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Aus
DE 203 05 952 U1 beispielsweise ist ein Kraftfahrzeug mit einem beweglichen Dachelement bekannt, wobei das Dachelement aus einem Dachmittelteil und zwei Seitenholmen besteht, die zusammen mit einer Heckscheibe zu einer kompakten Einheit verfahrbar sind, wobei das Dachmittelteil mit der Heckscheibe zusammenschiebbar und die Seitenholme ein- bzw. abklappbar sind und die kompakte Einheit absenkbar ist.
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Aus
DE 10 2004 050 565 A1 ist ein Kraftfahrzeug mit einem öffnungsfähigen vorderen Dachteil bekannt, wobei das vordere Dachteil einen in Fahrzeugquerrichtung zumindest mittleren Dachabschnitt umfasst und dieser Dachabschnitt mit bei geschlossenem Dach im Wesentlichen in Fahrzeuglängsrichtung laufenden Trägern verbunden ist. Dabei sind die Träger mit ihren rückwärtigen Enden quer einwärts und heckwärts verlagerbar und ziehen dabei den Dachabschnitt mit heckwärts.
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Auch die Patentschrift
DE 198 07 327 C1 offenbart ein umwandelbares Hardtop-Dachsystem. Dieses Dachsystem besteht aus drei Dachteilen, einem Heckteil sowie auf jeder Fahrzeugseite einem in der Fahrzeuglängsrichtung ausgerichteten Seitenholm. Beide Seitenholme sind quer zur Fahrzeuglängsachse hin schwenkbar an dem hinteren Dachsegment angelenkt. Die weiteren Dachsegmente sind zwischen den Seitenholmen gelagert. Die beiden vorderen Dachsegmente lassen sich über oder unter das hintere Dachsegment legen.
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Im geschlossenen Zustand sind die Seitenholme fest mit der A-Säule und dem hinteren Dachsegment verbunden. Das Ausschwenken der Seitenholme vergrößert beim Absenken die Distanz zwischen den Holmen, wodurch ausreichend Platz für eine reguläre Rücksitzbank geschaffen wird. Die Art und Weise der Befestigung der ausschwenkenden Seitenholme wird jedoch nicht beschrieben.
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In der deutschen Patentschrift
DE 102 02 097 B4 ist ein umwandelbares Hardtop-Dachsystem offenbart. Dieses Dachsystem besteht aus zwei Dachsegmenten, einem Hecksegment und zwei Seitenholmen, wobei die beiden Seitenholme mehrteilig sind. Die jeweiligen Seitenholme sind so ausgebildet, dass das vordere Seitenholmelement seitlich auslenkbar und neben das hintere Seitenholmelement platzierbar ist. So kann die benötigte Länge des Stauraums verringert werden. Gleichwohl wird keine technische Lösung für die Lagerung der Seitenholme beschrieben.
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Die Patentschrift
DE 102 02 097 B4 umgeht das oben genannte Problem. Dies geschieht durch die Zweiteilung der Führungsschiene. Der hintere Teil der Führungsschienen ist fest mit dem hinteren Dachsegment verbunden. Nur der vordere Teil der Führungsschiene ist ausschwenkbar. Der vordere Teil der Führungsschiene schwenkt aber erst dann aus, wenn das vordere Dachsegment schon nach hinten, das hießt in den starren Bereich der Führungsscheine, verschoben ist. Durch die Patentschrift
DE 102 02 097 B4 ergibt sich jedoch das Problem, dass eine zweiteilige Führungsschiene nachteilig für die strukturelle Integrität des ganzen Fahrzeugdaches ist. Im geschlossenen Zustand ist zum Beispiel ein erheblicher Aufwand erforderlich, um das vordere Dachsegment im Falle eines Unfalls in der Schiene zu halten, da die Schienen dazu tendieren, auszuknicken. Ein anderes Problem ist die Zentrierung der beiden Teile der Führungsschiene zueinander, sowie die Dichtung im Bereich der Trennstelle.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Hardtop-Fahrzeugdach zu schaffen, welches die strukturelle Integrität des Daches wahrt, welches genug Platz für die Fahrzeugrückbank ermöglicht, welches eine robuste Lösung zur Befestigung der Dachsegmente ermöglicht und welches relativ kostengünstig hergestellt werden kann.
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Die Erfindung löst die Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben.
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Das erfindungsgemäße umwandelbare Hardtop-Fahrzeugdach hat zwei Seitenholme die jeweils einen Haltewinkel zum Halten von Dachsegmenten aufweisen. Die beiden erfindungsgemäßen Seitenholme sind jeweils um eine Rotationsachse seitlich ausschwenkbar gelagert. Zusätzlich umfasst das erfindungsgemäße Hardtop-Fahrzeugdach ein erstes und ein zweites Dachsegment. Beide Dachsegmente sind zwischen den Seitenholmen gelagert und das erste Dachsegment ist entlang der Haltewinkel über das zweite Dachsegment verschiebbar.
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Kennzeichnend für das erfindungsgemäße umwandelbare Hardtop-Fahrzeugdach ist, dass die Rotationsachsen der Seitenholme Halterungen für die Dachteile aufweisen. Da sich die Seitenholme nur um die Rotationsachsen drehen, sind die Rotationsachsen stationär. Somit verändert sich während des Ausschwenkens der erfindungsgemäßen Seitenholme auch nicht der Abstand zwischen den Rotationsachsen. Daher ist die Anbringung von Halterungen an den Rotationsachsen vorteilhaft. Durch diese erfindungsgemäßen Halterungen ist gewährleistet, dass die Dachsegmente an den Rotationsachsen befestigt sind.
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Vorzugsweise sind die beiden Dachsegmente über Führungen mit den Haltewinkeln verbunden. Diese Führungen sind derart ausgebildet, dass beim Ausschwenken der Seitenholme die Verbindung zwischen den Haltewinkeln und den Dachsegmenten beibehalten wird.
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Dadurch, dass die Führungen bei dem Ausschwenken der erfindungsgemäßen Seitenholme die tragenden Verbindung zwischen den Haltewinkeln und den Dachsegmenten beibehalten, wird somit eine weitere Befestigung zwischen Dachsegmenten und den Seitenholmen gewährleistet. Da die Dachsegmente relativ groß sind, ist es vorteilhaft, jedes der Dachsegmente an mehreren Stellen zu befestigen; dies wird erfindungsgemäß dadurch erzielt, dass die Distanz zwischen den Dachsegmenten und den ausgeschwenkten Seitenholmen über Gleitlager an den Haltewinkeln un. Da die Führungen so ausgebildet sind, dass sie die Distanz zu den ausgeschwenkten Seitenholmen überbrücken, wird dies ermöglicht.
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Vorzugsweise sind die Seitenholme des umwandelbaren Hardtop-Fahrzeugdachs so ausgebildet, dass sie sich über die Länge des ersten und zweiten Dachsegmentes erstrecken.
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Durch die Länge der Seitenholme gewinnt das Fahrzeugdach wesentlich an Crashsicherheit. Dadurch, dass die Seitenholme nicht in der Mitte geteilt sind und die beiden Dachsegmente überspannen, ist es um einiges leichter, die Dachsegmente im Falle eines Crashs zu sichern.
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Vorzugsweise ist das umwandelbare Hardtop-Fahrzeugdach dadurch gekennzeichnet, dass beim Versenken des Hardtops die Seitenholme ausschwenken.
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Die zeitgleiche Ausführung dieser beiden Schritte, d. h. das Versenken des Hardtops und das Ausschwenken der Seitenholme, ist für das Zeitmanagement sehr vorteilhaft. Beide Schritte können nun zeitgleich ausgeführt werden und der gesamte Prozess des Verdecköffnens kante somit schneller ausgeführt werden.
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Vorzugsweise ist das umwandelbare Hardtop-Fahrzeugdach in einen Stauraum absenkbar, wobei der Stauraum abdeckbar ist.
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Vorzugsweise ist das erste Dachsegment des umwandelbaren Hardtop-Fahrzeugdachs derart ausgebildet, dass das erste Dachsegment auch während der Fahrt geöffnet werden kann.
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Vorzugsweise sind die Seitenholme des umwandelbaren Hardtop-Fahrzeugdachs mit einem feststehenden vorderen Dachsegment verriegelbar.
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Die Verriegelung der Seitenholme mit einem fest stehenden Dachsegment, bspw. der A-Säule, erhöht die Stabilität des gesamten Verdecks.
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Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung anhand von Figuren näher beschrieben. Es zeigen:
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1: eine schematische Seitenansicht eines Fahrzeuges mit einem umwandelbaren Fahrzeugdach in geschlossener Position des Fahrzeugdaches;
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2: eine schematische Seitenansicht des Fahrzeuges gemäß 1 mit dem umwandelbaren Fahrzeugdach in geöffneter, vollständig abgesenkter Position;
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3: eine schematische Draufsicht auf das Fahrzeug gemäß 2 mit dem umwandelbaren Fahrzeugdach in geöffneter Position;
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4: eine perspektivische schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung in geöffnetem Zustand;
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5: eine schematische Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung mit geschlossenem und geöffnetem Dach.
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Ein in den 1 bis 3 dargestelltes Fahrzeug 6 weist ein insgesamt mit 8 bezeichnetes umwandelbares Fahrzeugdach auf, welches seitliche Seitenholme 10, ein Heckteil 14 mit Heckscheibe 15 sowie ein erstes Dachsegment 16 und ein zweites Dachsegment 12 umfasst. Das Fahrzeugdach 8 ist mittels einer nicht dargestellten Absenkmechanik zu öffnen und in einen Stauraum 22 zu versenken, der in der Draufsicht U-förmig um eine Rücksitzsitzbank herum angeordnet ist und zwei seitliche Stauräume 23 und einen hinteren Stauraum 21 umfasst. Der hintere Stauraum 21, der sich hinter den Rücksitzen befindet, ist über ein Abdeckelement 24 abdeckbar, welches schwenkbar im Bereich der Fuge zum Kofferraumdeckel 25 an der Karosserie angelenkt ist. Die seitlichen Stauräume 23, die zwischen der Fahrzeugaußenkontur und der Rücksitzbank angeordnet sind, lassen sich durch Abdeckelemente abdecken.
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Die Seitenholme 10 erstrecken sich entlang der gesamten Länge des ersten Dachelements 16 und des zweiten Dachelements 12 zwischen einem feststehenden vorderen Dachteil 20 und dem Heckteil 14. In der geschlossenen Position des Fahrzeugdaches gemäß 1 sind die beiden Seitenholme 10 mit dem feststehenden vorderen Dachteil 20 verriegelt. Das erste Dachsegment 16 ist als Deckel eines Schiebedaches ausgebildet und bei geschlossenem Fahrzeugdach in Fahrzeuglängsrichtung in beliebige Öffnungspositionen über das zweite Dachsegment 12 zu verschieben. Die Führung der Längsverschiebung des ersten Dachsegmentes 16 erfolgt über einen an den Seitenholmen 10 angeordneten Haltewinkel 32.
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Um die beiden seitlichen Bereiche 23 des Stauraums möglichst weit an die Außenkontur des Fahrzeuges legen zu können und somit die Breite der Rücksitzbank möglichst gering einzuschränken, sind die beiden Seitenholme 10 über eine Gelenkkonstruktion mit dem zweiten Dachsegment 12 verbunden und mittels einer im hinteren Bereich des zweiten Dachsegmentes 12 angeordneten Rotationsachse 28 beim Öffnen des Fahrzeugdaches nach außen in Richtung auf die Karosserieaußenkontur hin schwenkbar.
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Nachfolgend wird die Umwandlung in ein Cabrio anhand von 2 und 3 beschrieben.
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Zunächst wird das erste Dachsegment 16 über das zweite Dachsegment 12 verschoben. Dann werden die seitlichen Abdeckungen der seitlichen Stauräume 23 geöffnet und das. Heckteil 14 über das zweite Dachsegment 12 verschwenkt. Nachdem auch das Abdeckelement 24 des hinteren Stauraumes 21 geöffnet und die Verriegelungen der beiden Seitenholme 10 mit dem feststehenden vorderen Dachteil 20 gelöst sind, können das Fahrzeugdach 8 abgesenkt und die Seitenholme 10 nach außen geschwenkt werden, wobei der Schwenkvorgang der Seitenholme 10 abgeschlossen sein muss, bevor die Seitenholme 10 in die seitlichen Stauräume 23 abgelegt werden. Die Schwenkbewegung der Seitenholme 10 kann dabei auch bereits vor dem Absenkvorgang beendet sein. Schließlich werden die seitlichen Abdeckelemente der seitlichen Stauräume 23 und das Abdeckelement 24 wieder verschlossen. Der Schließvorgang des Fahrzeugdaches 8 erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.
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In 4 ist der erfindungsgemäße Haltewinkel 32 mit Führungskassette 31 sowie dessen Verbindung mit dem Seitenholm 10 und dem Dachsegment 16 dargestellt, wobei die Führungskassette 31 und der Haltewinkel 32 im geöffneten Zustand gezeigt sind. Zweckmäßigerweise umfasst der Haltewinkel 32 einen Führungsstift 33, der in einer langlochförmigen Aussparung 34 in der Führungskassette 31 gleitend gelagert ist, um sowohl einen Anschlag in Y-Richtung bereitzustellen, als auch eine Verkantung in der Führung zu verhindern. Die seitliche, in Y-Richtung mögliche Bewegung wird durch die Länge der Aussparung 34 vorgegeben. Mit der Dimensionierung bzw. der Anordnung der Aussparung 34 kann auch eine Kalibrierung vorgenommen werden.
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5 zeigt den schematischen Aufbau der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit den Seitenholmen 10, den beiden Dachsegmenten 12 und 16, sowie der Funktionsweise der Haltewinkel 32.
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Bezugszeichenliste
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- 6
- Fahrzeug
- 8
- umwandelbares Hardtop-Fahrzeugdach
- 10
- Seitenholm
- 12
- zweites Dachsegment
- 14
- Heckteil
- 15
- Heckscheibe
- 16
- erstes Dachsegment
- 20
- vorderes Dachteil (A-Säule)
- 21
- hinterer Stauraum
- 22
- Stauraum
- 23
- seitlicher Stauraum
- 24
- Abdeckelement
- 25
- Kofferraumdeckel
- 26
- hintere Seitenscheibe
- 27
- vordere Seitenscheibe
- 28
- Rotationsachsen
- 30
- Dachsegment
- 31
- Führung
- 32
- Haltewinkel