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Zur
Oberflächenbehandlung
oder Prozessierung von elektrischen Bauelementen, wie beispielsweise
Piezostacks, werden die Bauelemente beispielsweise in Horden eingelegt.
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Eine
zu lösende
Aufgabe ist es, eine Horde anzugeben, mit der die Umfangsflächen von
elektrischen Bauelementen bearbeitet werden können, wobei möglichst
wenig Verfahrensschritte erforderlich sind, die ein Umlagern der
elektrischen Bauelemente erfordern.
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Die
Aufgabe wird durch eine Horde nach Anspruch 1 gelöst. Des
Weiteren wird ein Verfahren zum Sandstrahlen von elektrischen Bauelementen nach
Anspruch 10 angegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Horde sowie
des Verfahrens sind Gegenstand von Unteransprüchen.
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Es
wird eine Horde angegeben, die zwei Teilhorden umfasst. Die Teilhorden
bilden jeweils eine Halterung für
wenigstens einen Rahmen. Die Teilhorde umgibt den Rahmen wenigstens
lateral.
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In
einer Ausführungsform
ist der Rahmen ein fester Bestandteil der Teilhorde. Der Rahmen
und die Teilhorde sind als ein einteiliges Bauteil ausgeführt.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Horde ist der Rahmen austauschbar in der Teilhorde angeordnet.
Der Rahmen ist vorzugsweise in einer Aufnahme der Teilhorde eingelegt
und in dieser vorzugsweise temporär oder dauerhaft fixiert. Der
Rahmen ist somit an das zu bearbeitende Bauelement anpassbar, beziehungsweise
der zu dem Bauelement passende Rahmen ist in die Teilhorde positionierbar.
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Ein
Rahmen der Teilhorde umfasst wenigstens zwei Haltevorrichtungen,
die auf gegenüberliegenden
Seiten des Rahmens angeordnet sind.
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In
einer Ausführungsform
der Horde sind die Haltevorrichtungen durch vorzugsweise symmetrisch angeordnete
Vertiefungen im Rahmen der Teilhorde gebildet. Vorzugsweise sind
die Vertiefungen auf gegenüberliegenden
Seiten auf gleicher Höhe
des Rahmens angeordnet.
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Die
Vertiefungen weisen vorzugsweise wenigstens eine Auflagefläche auf,
wobei die Vertiefung durch wenigstens zwei ebene oder wenigstens
eine gekrümmte
Auflagefläche
gebildet ist.
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In
einer Ausführungsform
der Vertiefung mit zwei ebenen Auflageflächen sind die Auflageflächen im
Winkel von 90° zueinander
und vorzugsweise im Winkel von 45° zur
Oberkante des Rahmens angeordnet. Die Vertiefung weist hierbei im
Querschnitt die Form eines rechtwinkligen und gleichschenkligen Dreiecks
auf.
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In
einer weiteren Ausführungsform
sind die Vertiefungen als halbrunde beziehungsweise mehreckige Vertiefungen
ausgebildet. Vorzugsweise weist die Vertiefung die halbe Umfangsform
des einzulegenden Bauelements auf.
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In
einer Ausführungsform
weist die Teilhorde wenigstens einen Schutzsteg auf. Der Schutzsteg
ist vorzugsweise zwischen zwei gegenüberliegenden Haltevorrichtungen
angeordnet. In einer Ausführungsform überspannt
der Schutzsteg wenigstens zwei benachbarte Rahmen einer Teilhorde.
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Der
Schutzsteg ist vorzugsweise parallel zu wenigstens einer Auflagefläche der
Vertiefung angeordnet. In einer Ausführungsform, in der der Rahmen dreieckförmige Vertiefungen
im Winkel von 45° aufweist,
ist der Schutzsteg vorzugsweise im Winkel von 45° zur Oberfläche des Rahmens angeordnet.
Vorzugsweise weist der Schutzsteg eine Breite auf, die in etwa einem
Drittel der Auflagefläche
einer Vertiefung entspricht.
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In
einer Ausführungsform
sind die Schutzstege austauschbar. Die Schutzstege können aber
auch dauerhaft fixiert sein.
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In
einer weiteren Ausführungsform
können die
Schutzstege auch als elementarer Bestandteil des Rahmens ausgeführt sein
und in den Rahmen integriert sein, wobei der Rahmen zusammen mit
den Schutzstegen, beispielsweise mittels eines Spritzgussverfahrens,
als einstückiges
Teil hergestellt ist.
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Des
Weiteren wird ein Verfahren zum Sandstrahlen wenigstens eines elektrischen
Bauelements angegeben. Das Bauelement weist eine Vielzahl von Keramikschichten
mit dazwischen angeordneten metallischen Innenelektroden auf. Die
Innenelektroden sind abwechselnd über Metallisierungsflächen auf gegenüberliegenden
Außenseiten
des Bauelements elektrisch kontaktiert. Das Bauelement weist an
den jeweiligen Enden jeweils einen Endbereich auf, wobei die Endbereiche
wenigstens eine Keramikschicht umfassen. Die Endbereiche sind vorzugsweise
frei von Innenelektroden.
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Bei
dem Verfahren zum Sandstrahlen wenigstens eines elektrischen Bauelements
wird eine zuvor beschriebene Horde verwendet. Das elektrische Bauelement
wird in einer der Teilhorden angeordnet, wobei die Endbereiche der
Bauelemente in den Haltevorrichtungen zu liegen kommen. Die zweite
Teilhorde wird auf der ersten Teilhorde angeordnet. Die zwei Teilhorden
werden mechanisch miteinander verbunden. Das eingelegte Bauelement
wird wenigstens im Teilbereich seiner Umfangflächen sandgestrahlt.
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Das
elektrische Bauelement wird während des
Sandstrahlens an den Seitenflächen
der Endbereiche in den Haltevorrichtungen der Teilhorden gehalten.
Das Bauelement liegt mit den Endbereichen in den Vertiefungen der
Haltevorrichtung auf.
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In
einer Variante des Verfahrens weisen die Teilhorden Schutzstege
auf, wobei wenigstens Teilbereiche der Umfangsflächen des elektrischen Bauelements
mit einer Metallisierungsfläche
versehen sind, die durch die Schutzstege vor dem Sandstrahlen größtenteils
geschützt
werden.
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Nach
dem Sintern von elektrischen Vielschichtbauelementen müssen die
Umfangsseiten vor dem Aufbringen der Metallisierungsflächen plan
und rechtwinklig geschliffen werden. Aus diesem Zweck werden die
gesinterten Bauelemente in Längsrichtung
an den Umfangsflächen
geschliffen. Hierbei treten während
des Schleifens so genannte metallische Verschmierungen der Innenelektroden
auf, welche zu elektrischen Kurzschlüssen oder elektrischen Überschlägen führen können. Zu
diesem Zweck werden die Umfangflächen
des elektrischen Vielschichtbauelements nach dem Schleifprozess
sandgestrahlt. Durch eine zuvor beschriebene Horde können alle
Umfangsseiten in einem Arbeitsschritt gesandstrahlt werden, wobei
gegebenenfalls zuvor aufgebrachte Außenmetallisierungen durch einen Schutzsteg
geschützt
werden.
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Dadurch,
dass die elektrischen Vielschichtbauelemente an den Endbereichen
in den Haltevorrichtungen gehalten werden, kann ein Großteil der Umfangsflächen gesandstrahlt
werden.
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Die
oben beschriebenen Gegenstände
und das Verfahren werden anhand der folgenden Figuren und Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
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Die
nachfolgend beschriebenen Zeichnungen sind schematisch und nicht
als maßstabsgetreu aufzufassen.
Elemente, die einander gleichen oder die die gleichen Funktionen übernehmen,
weisen gleiche Bezugszeichen auf.
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Es
zeigen:
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1 den
schematischen Aufbau einer zusammengesetzten Horde, die zwei Teilhorden
umfasst,
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2 zeigt
einen Ausschnitt einer Teilhorde,
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3 zeigt
eine Haltevorrichtung einer Teilhorde,
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4 zeigt
schematisch die Positionierung eines elektrischen Bauelements in
den Haltevorrichtungen zwischen zwei Teilhorden.
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Die 1 zeigt
eine Sandstrahlhorde 1, die zwei zusammengebaute Teilhorden 2, 2' umfasst. Jede
der Teilhorden 2, 2' weist
in der dargestellten Ausführungsform
fünf nebeneinander angeordnete Rahmen 3, 3' auf. In der
dargestellten Ausführungsform
der Horde 1 weisen die Teilhorden 2, 2' mehrere parallel
angeordnete Schutzstege 7 auf, die die elektrische Bauelemente
in Teilbereichen der Umfangsflächen
vor dem Sandstrahlen schützen.
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2 zeigt
einen Ausschnitt einer Teilhorde 2. Die Teilhorde 2 weist
einen Rahmen 3 auf, der auf gegenüber liegenden Seiten vorzugsweise
auf gleicher Höhe
symmetrisch zueinander angeordnete Haltevorrichtungen 4, 4' aufweist. Die
Haltevorrichtungen 4, 4' sind in Form von Vertiefungen 5, 5' gebildet. Die
Vertiefungen 5, 5' weisen
in der dargestellten Ausführungsform
jeweils zwei ebene Auflageflächen 6, 6' auf, die in
einem Winkel von etwa 90° zueinander
sowie in einem Winkel von etwa 45° zur
Oberfläche
des Rahmens 4, 4' in
V-Form angeordnet
sind. In einer weiteren Ausführungsform
können
die Vertiefungen auch das Profil eines Halbkreises oder eines halbierten
Mehrecks aufweisen. Vorzugsweise weist die Vertiefung das Profil
auf, das dem halben Umfangsprofil des einzulegenden Bauelements
entspricht.
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Der
Rahmen 3 der Teilhorde 2 weist mehrere Schutzstege 7 auf.
Die Schutzstege 7 sind im 45°-Winkel zur Oberfläche des
Rahmens 3 angeordnet. Die Schutzstege 7 sind auf
den Auflageflächen 6, 6' angeordnet.
In der dargestellten Ausführungsform sind
die Schutzstege 7 im oberen Drittel der Auflagefläche 6, 6' einer Vertiefung 5 der
Haltevorrichtung 4 angeordnet. Die Schutzstege 7 überspannen
in der dargestellten Ausführungsform
wenigstens zwei benachbarte Rahmen. In einer Haltevorrichtung 4, 4' ist ein elektrisches
Bauelement 8 angeordnet. Das elektrische Bauelement weist
Endbereiche 12, 12' auf, die
in den Vertiefungen 5, 5' der Haltevorrichtung 4, 4' eingelegt sind.
Das elektrische Bauelement weist eine Vielzahl von Keramikschichten 9 auf
mit dazwischen angeordneten metallischen Innenelektroden 10.
Die Innenelektroden 10 sind abwechselnd über Metallisierungsflächen 11 auf
gegenüberliegenden Außenseiten
des Bauelements 8 elektrisch kontaktiert. Die Metallisierungsflächen 11 sind
zumindest teilweise durch den Schutzsteg 7 geschützt.
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3 zeigt
schematisch einen Ausschnitt einer Haltevorrichtung 4 im
Rahmen 3 einer Teilhorde 2. Die Haltevorrichtung 4 ist
durch eine Vertiefung 5 im Rahmen 3 gebildet.
Die Vertiefung 5 weist Auflageflächen 6, 6' auf, die im
Winkel von 90° zueinander angeordnet
sind. Die Auflageflächen 6, 6' sind im 45°-Winkel zur
Oberfläche
des Rahmens angeordnet. Auf wenigstens einer Auflagefläche 6, 6' ist ein Schutzsteg 7 angeordnet.
Der Schutzsteg 7 weist in der dargestellten Ausführungsform
eine Breite auf, die etwa ein Drittel der Auflagefläche 6 der
Vertiefung 5 entspricht.
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4 zeigt
schematisch die Positionierung eines elektrischen Bauelements 8 zwischen
zwei Teilhorden 2, 2'. Das elektrische Bauelement 8 ist
in den Haltevorrichtungen 4, 4' der Rahmen 3, 3' der Teilhorden 2, 2' eingelegt.
Die Seitenflächen
des elektrischen Bauelements 8 liegen zumindest mit den Endbereichen 12, 12' in den Vertiefungen 5, 5' der Haltevorrichtungen 4, 4' auf. In der
dargestellten Ausführungsform
weist die Vertiefung 4, 4' Schutzstege 7 auf. Die
Schutzstege 7 sind jeweils an einer Auflagefläche 6, 6' der Haltevorrichtungen 4, 4' angeordnet. Das
elektrische Bauelement 8 wird im Bereich der Endbereiche
durch die Haltevorrichtungen 4, 4' in den Teilhorden 2, 2' gehalten.
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Obwohl
in den Ausführungsbeispielen
nur eine beschränkte
Anzahl möglicher
Weiterbildungen der Erfindung beschrieben werden konnte, ist die
Erfindung nicht auf diese beschränkt.
Es ist prinzipiell möglich,
dass die Horde halbkreisförmige
Haltevertiefungen aufweist beziehungsweise anderweitig geformte
Vertiefungen aufweist, die als Auflage für zylinderförmige beziehungsweise anderweitig
geformte Bauteile geeignet sind.
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Die
Beschreibung der angegebenen Gegenstände ist nicht auf die einzelnen
speziellen Ausführungsformen
beschränkt.
Vielmehr können
die Merkmale der einzelnen Ausführungsformen,
soweit technisch sinnvoll, beliebig miteinander kombiniert werden.
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- 1
- Horde
- 2,
2'
- Teilhorde
- 3,
3'
- Rahmen
- 4,
4'
- Haltevorrichtung
- 5,
5'
- Vertiefung
- 6,
6'
- Auflagefläche
- 7,
7'
- Schutzsteg
- 8
- Bauelement
- 9
- keramische
Schicht
- 10
- Innenelektrode
- 11
- Metallisierungsfläche
- 12,
12'
- Endbereiche
des Bauelements 8