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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abreinigung von Filtern für
staubgeladene Gasströmungen, mit mehreren durch innenliegende
Stützkörper abgestützten Filterschläuchen,
die von außen nach innen durchströmt werden, aus
einem textilen Nadelvlies-Filtermedium aus polymeren Fasern mit
integriertem Stützgewebe bestehen und eine Luftdurchlässigkeit
von 30–500 l/(dm2min) im Neuzustand
aufweisen, und bei denen die sich an der Außenseite ablagernde
Partikelschicht mittels periodischer Druckstoßabreinigung
entfernt wird, wobei der bei der Druckstoßabreinigung über
die offene Seite des Filterschlauchs zugeführte Druckimpuls
eine Dauer von nicht mehr als 200 ms aufweist und der Vorlagedruck der
zur Abreinigung verwendeten Druckluft zwischen 0,3 und 7 bar beträgt.
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Schlauchfilter
sind in zahlreichen industriellen Prozessen die wichtigste Filtergattung
zur Abscheidung von Partikeln aus Gasströmen. Aktuelle und
künftige Anwendungsgebiete umfassen alle Produktionsanlagen
in denen partikelbeladene Abgase entstehen, insbesondere in den
Branchen Zement, Kalk, Gips, Steine-/Erden, Bergbau, Schüttguttransport
und -handling, Stahl, Eisen, NE-Metalle, Kraftwerkstechnik, Chemie-Pharma-
und Lebensmitteltechnik. Ein grundsätzlicher Vorteil von
Schlauchfiltern ist die problemlose Einhaltung aktueller Emissionsgrenzwerte
in einem einstufigen Prozess, und zwar bei höchsten Volumenströmen
und Staubbeladungen. Diese Vorteile haben in den letzten Jahren häufig
zur Substitution von Zentrifugalabscheidern und elektrostatischen
Abscheidern durch filternde Abscheider im Allgemeinen und Schlauchfilter
im Besonderen geführt.
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Allerdings
weisen Schlauchfilter im Vergleich zu elektrostatischen Abscheidern
einen höheren Druckverlust auf. Trotz geringerer Abscheidegrade und
höherer Investitionskosten werden daher vor allem in Großanlagen
der Kraftwerkstechnik weiterhin elektrostatische Abscheider eingesetzt.
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Zur
Senkung des für die Entstaubung eines Luftvolumens benötigten
volumenspezifischen Energiebedarfs kann die wirksame Entfernung
des sich an den Filterflächen ablagernden Filterkuchens
durch moderne Systeme der Druckstoßabreinigung erheblich
beigetragen. So lässt sich bei Einsatz von als ”Jet-Pulse” bezeichneten
Systemen die Abreinigungswirkung nicht nur durch eine kurzzeitige
Umkehr der Strömungsrichtung, sondern unter Ausnutzung
der Massenträgheit des infolge eines Druckluftstoßes
explosionsartig beschleunigten Filterkuchens erreichen. Die aus
dem Stand der Technik bekannten Maßnahmen zur Verbesserung
der Energieeffizienz von Schlauchfiltern mit Jet-Pulse-Abreinigung
lassen sich in vier Gruppen einteilen:
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a) Injektortechnologie
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Der
Energieaufwand zur Abreinigung des sich an den Filterflächen
von Filterschläuchen ablagernden Filterkuchens, und damit
die Effektivität der Abreinigung wird von der Zeitdauer,
der Stärke und vom Verlauf des in den Filterschlauch eingeleiteten Druckluftimpulses
bestimmt. Um Druckluft impulsartig aus einem Speicherbehälter
mit einem Speicherüberdruck zwischen 0,5 und 7 bar einzuleiten,
werden Membranventile mit großem Querschnitt und Arbeitshub
und einer schnell schaltenden Magnetventilsteuerung verwendet. Die Öffnungszeit
des Magnetventils und damit die Dauer des Druckluftimpulses beträgt
weniger als 300 ms. Der Druckluftverbrauch je Druckstoß (Jet-Pulse)
und m
2 Filterfläche kann z. B. 2
l/m
2 bei einem Speicherüberdruck
von 6 bar und einer Ventilöffnungszeit von 100 ms betragen.
Bei einem aus der
EP
1 404 434 B1 bekannten Verfahren beträgt der Speicherdruck
0,5–3 bar, die Ventilöffnungszeit weniger als
300 ms und der spezifische Druckluftbedarf 0,5–4 l/m
2.
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Für
die Eindüsung der Druckluft in den Filterschlauch ist in
der
EP 0 034 645 A1 der
Einsatz von Injektoren auf der Reinigungsseite des Filterschlauchs
beschrieben, die gegenüber Lochdüsen deutlich
höhere Druckgradienten und damit Beschleunigungskräfte
am Filterschlauch erzielen. Unter Ausnutzung des Coanda-Effekts
wird eine hohe Effektivität in der Abreinigung staubbeladener
Filterschläuche erzielt, weshalb die Druckluftinjektoren nach
der
EP 0 034 645 A1 vor
allem bei Filterkuchen mit hohen Haftkräften eingesetzt
werden.
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b) Niederdruckabreinigung
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Zur
Senkung des Volumenspezifischen Energiebedarfs ist es z. B. aus
der
EP 1 404 434 B1 bekannt,
einzelne Filtermodule der Filteranlage durch rohgasseitige oder
reingasseitige Absperrorgane wie Klappen, Schieber oder Ventile
in einen vorübergehend strömungslosen Zustand
zu versetzen. Dies kann dazu beitragen, die mögliche Wiederanlagerung
von Staubschichten zu unterbinden. Beim sogenannten Offline-Betrieb
wird auf der Rohgasseite die Abströmung während
der Abreinigung unterbunden. Entstaubungsanlagen mit phasenweiser
Umschaltung in Offline-Betrieb und Jet-Pulse Reinigungssystemen
stellen heute die am meisten verbreitete Betriebsart in Großanlagen
der Entstaubung dar.
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c) Abreinigungssteuerung
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Mittels
intelligenter, mikroprozessorgesteuerter Filtersteuerung lässt
sich über eine differenzdruckgesteuerte Taktung der Abreinigungsimpulse der
zeitliche Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Druckstößen
bedarfsgerecht einstellen, was ebenfalls zu einer Verminderung des
Druckluftbedarfs beiträgt. Durch Einsatz solcher Systeme
lässt sich auch die mechanische Beanspruchung des Filtermediums
vermindern, und damit die Serviceintervalle erhöhen. Ferner
wird, wie die Veröffentlichung F. Löffler:
Staubabscheiden, G. Thieme Verlag, Stuttgart-New York (1988) gezeigt
hat, durch die Erhöhung der Zykluszeit der Abscheidegrad
verbessert, da direkt nach erfolgter Abreinigung die Minima des Abscheidegrades
vorliegen.
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d) Filtermedien
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Filterschläuche
für Entstaubungsanlagen werden heute überwiegend
aus textilen Nadelvliesen gefertigt. Diese bestehen aus trocken
gelegten Stapelfasern und werden in einem Compositeverfahren mit
einem innen liegenden Stützgewebe verbunden, welches dem
Material eine erhöhte Festigkeit verleiht. In der Veröffentlichung F.
Löffler: Staubabscheiden, G. Thieme Verlag, Stuttgart-New
York (1988) sowie der Veröffentlichung Entstaubungstechnik,
Intensiv-Filter Taschenbuch der Intensiv-Filter GmbH & Co. KG (Herausgeber)
3. Auflage (1989) sind die wichtigsten Faserpolymere für
unterschiedliche Einsatzfälle der Entstaubung zusammengestellt.
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Die
heute gebräuchlichen Nadelvliesmedien weisen eine mechanische
Festigkeit und Formstabilität des Filtermediums auf, die
einen Langzeitbetrieb mit periodischer Druckstoßabreinigung
gestatten. Erst durch den Einsatz von Nadelvliesmedien wurde die
periodische Regenerierung mittels Jet-Pulse Abreinigung ermöglicht.
Frühere Abreinigungsverfahren mit geringerer Energieeffizienz,
etwa die mechanische Abreinigung und Reverse-Flow Abreinigung konnten
ersetzt werden. Zur Verbesserung der Partikelabscheidung an der
Oberfläche und zur Erzielung einer glatteren Oberfläche
mit verbessertem Abwurfverhalten des Filterkuchens, können Nadelvliesmedien
durch Sengen, durch Behandlung mittels Heißkalandern unter
Verschmelzung von Fasern an der Oberfläche, durch mechanisch
glättende Druckkalandern oder durch Zusatz von Imprägnierungen
behandelt werden.
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Das
Eindringen von Partikeln in das Filtermedium kann dennoch nicht
verhindert werden, da die Partikel z. T. deutlich kleinere Dimensionen
aufweisen als die freien Querschnitte auf der Anströmseite. Bei
Jet-Pulse Schlauchfiltern liegt zu Beginn der Filtration und nach
jeder Druckstoßabreinigung eine Tiefenfiltration vor. In
diesem Betriebszustand lagern sich Partikel im Inneren des Filtermediums
ein. Erst danach folgt die Phase des Staubkuchenaufbaus mit dem
für die kuchenbildende Filtration charakteristischen, linearen
Druckanstieg über die Zeit. Im Neuzustand verhält
sich ein Nadelvliesmedium analog zu einem Tiefenfilter. Der Differenzdruck
steigt in der Phase der Tiefeneinlagerung von Partikeln zunächst unterproportional
an um bei Erreichen des Kuchenaufbaus an der Oberfläche
in einen linearen Druckanstieg überzugehen. Auch im gealterten,
d. h. stationären Betriebszustand kommt es in der ersten Filtrationsphase,
direkt nach der Abreinigung zu einer Einlagerung von Partikeln im
Inneren des Filtermediums. In dieser Phase liegt jedoch oft ein
gegenüber der Phase der kuchenbildenden Filtration deutlich
erhöhter Differenzdruckanstieg mit konvexem Verlauf der
Differenzdruckkurve vor. Auch der Restdruckverlust, gemessen direkt
nach der Abreinigung, ist im stationären Betriebszustand
gegenüber dem Betriebszustand während der ersten
Filtrationszyklen deutlich erhöht.
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Weiterhin
sind Nadelvliese bekannt, bei denen das Nadelvlies Anteile an Mikrofasern
mit Titern von 0,5–1,5 dtex aufweist. Diese als Mikrofasermedien
bezeichneten Nadelvliese werden bevorzugt bei höheren Anforderungen
an den Abscheidegrad eingesetzt. Dies gilt auch für Schlauchfiltermedien
aus gewebe- oder nadelvliesverstärkten ePTFE Membranen.
Ein weiterer Anwendungshintergrund bei Hochtemperaturanwendungen
(Gastemperaturen bis 260°C) sind geringe Kosten im Vergleich
zu reinen PTFE-Nadelvliesen. Membranen aus ePTFE weisen im Vergleich
zu textilen Medien wie Nadelvliesen ein geringeres Eindringen von
Partikeln in das Innere des Mediums auf. Dem steht jedoch ein höheres
Differenzdruckniveau bereits des unbeladenen Mediums gegenüber
sowie, bei Einsatz in Niedertemperaturanwendungen unterhalb 150°C,
deutlich höhere Kosten.
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Die
im Stand der Technik beschriebenen technischen Maßnahmen
zur Verbesserung der Energieeffizienz von Entstaubungsanlagen setzen
vor allem am spezifischen Druckluftbedarf an, und versuchen diesen
zu reduzieren. Der Energiebedarf zur Erzeugung der Druckluft ist jedoch,
bezogen auf den Gesamtenergiebedarf der Entstaubungsanlage, relativ
gering. Hingegen wird der größte Teil des Energiebedarfs
durch den Hauptventilator und damit durch den Druckverlust verursacht,
der mit der Aufrechterhaltung des Differenzdrucks zwischen Roh-
und Reingasseite der Schlauchfilteranlage verbunden ist.
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Die
Aufgabe der Erfindung besteht daher in der Bereitstellung eines
Verfahrens, welches den Betrieb druckstoßabgereinigter
Schlauchfilter bei deutlich reduziertem Druckverlust und damit Energiebedarf
für den Hauptventilator ermöglicht. Das Differenzdruckniveau
zwischen Rohgas- und Reingasseite soll gesenkt werden, jedoch ohne
negative Auswirkungen auf die Reingaskonzentration, d. h. die für
die jeweilige Entstaubungsaufgabe erforderlichen Emissionsgrenzwerte
sollen eingehalten werden.
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Zur
Lösung dieser Aufgabe wird bei einem Verfahren mit den
eingangs genannten Merkmalen vorgeschlagen, dass das Filtermedium
auf der Anströmseite einen Anteil polymerer oder anorganischer
Mikrofasern mit einem Titer ≤ 1,5 dtex von mehr als 10
Massenprozent bezogen auf die Masse des sich zwischen der Rohgasseite
und dem Stützgewebe befindenden anströmseitigen
Filtermediums aufweist, und dass die Zykluszeit zwischen zwei Druckstößen
der periodischen Druckstoßabreinigung nicht mehr als 150
s beträgt.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht
den Betrieb von druckstoßabgereinigten Schlauchfiltern
bei deutlich reduziertem Druckverlust und damit Energiebedarf für
den Hauptventilator. Das Differenzdruckniveau lässt sich
auf 3–8 hPa absenken. Die so erzielte Verbesserung der
Energieeffizienz hat keine negativen Auswirkungen auf die Reingaskonzentration,
d. h. die für die jeweilige Entstaubungsaufgabe erforderlichen
Emissionsgrenzwerte werden sicher eingehalten. Auch ergeben sich
in Bezug auf den Lebenszyklus der Filteranlage wirtschaftliche Vorteile
gegenüber den bisher bekannten Verfahren.
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Das
Verfahren kann im Offline- oder im Online-Betrieb durchgeführt
werden. In beiden Fällen kann durch eine bedarfsgerechte
Steuerung, die sogenannte Vordruckregelung, die Anlage nachgeregelt
werden.
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Vorteilhafte
Ausgestaltungen des Verfahrens sind in den Unteransprüchen
angegeben.
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Weitere
Vorteile und Einzelheiten ergeben sich auch aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und unter Bezugnahme auf
die Figuren. Darin zeigen:
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1 in
schematischer Darstellung eine Schlauchfilteranlage;
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2 einen
Schnitt durch ein mehrlagig aufgebautes Filtermedium entsprechend
der Einzelheit II in 1;
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3 den
Differenzdruckverlauf innerhalb eines Filtrationszyklus mit drei
unterschiedlichen Filtermedien und
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4 eine
Darstellung der Betriebsweise des Verfahrens unter Gegenüberstellung
eines zum Stand der Technik zählenden, bekannten Verfahrens.
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Das
in 1 schematisch dargestellte Staubfilter kann aus
mehreren Modulen bestehen, von denen auf der Zeichnung zwei Module 1, 2 wiedergegeben
sind. Jedes Modul 1, 2 des Staubfilters besteht,
durch einen horizontalen Trennboden 4 getrennt, aus einem
unterhalb angeordneten Rohgasraum 5 und einem oberhalb
angeordneten Reingasraum 6. Mittels eines Ventilators 7 wird
das Reingas aus dem Reingasraum 6 abgezogen. Die Grenze zwischen
Rohgasraum und Reingasraum bildet neben dem Trennboden 4 eine
Vielzahl von Filterschläuchen 10, die jeweils
in Öffnungen des Trennbodens 4 von oben her eingesetzt
sind, so dass die Filterschläuche 10 kerzenartig
in den Rohgasraum 5 hinab ragen. Jeweils mehrere der Filterschläuche 10 können
auch zu Bündeln zusammengefasst angeordnet sein. Die Filterschläuche 10 sind
innen durch Stützkörper abgestützt. Diese
sind als Stützkörbe gestaltet, die der Strömung
keinen nennenswerten Widerstand entgegensetzen.
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Zur
Abreinigung des sich mit der Zeit außen an den Filterschläuchen
10 bildenden
Filterkuchens befindet sich oberhalb jedes einzelnen Filterschlauchs
10 eine
Injektordüse
11. Die Injektordüse
11 kann
Bestandteil eines so genannten Coanda-Injektors sein, wie er im
Einzelnen in der
EP
0 034 645 A1 beschrieben ist. Ein solcher Injektor gibt,
durch ein schnell schaltendes Magnetventil gesteuert, einen impulsartigen
Druckluftstoß von nicht mehr als 200 ms Dauer in die Öffnung
12 des
Filterschlauchs
10 ab, wodurch sich dieser kurzzeitig bläht,
und der an der Außenseite anhaftende Filterkuchen abgeworfen
wird.
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Diese
Reinigung kann entweder während des laufenden Betriebs
des jeweiligen Moduls 1, 2 erfolgen (Online-Betrieb),
oder aber bei jeweils abgeschaltetem Modul (Offline-Betrieb). Im
Offline-Betrieb wird die durch den ununterbrochen laufenden Ventilator 7 erzeugte
Durchströmung vorübergehend unterbrochen, wozu
an dem Modul 1, 2 rohgasseitig und/oder reingasseitig
Absperrorgane in Gestalt von Klappen 13, Schiebern oder
Ventilen vorgesehen sind, durch deren Betätigung ein vorübergehender Strömungsstillstand
im jeweiligen Modul erreicht wird. Die Filtereinheiten bestehen
aus zwei oder mehr Modulen, von denen sich mindestens ein Modul abschalten
lässt. Dieser sogenannte Offline-Betrieb wird solange aufrechterhalten,
bis sich das infolge des Druckluftimpulses vom Filterschlauch 10 gelöste Material
im Wesentlichen im Filtergutaustrag 14 des Moduls 1, 2 abgesetzt
hat. Sodann wird das Modul 1, 2 wieder in den
Filterbetrieb des Staubfilters zugeschaltet.
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Der
Energieverbrauch des Staubfilters wird maßgeblich durch
die Antriebsenergie des Ventilators 7 bestimmt, die wiederum
vom Differenzdruck zwischen dem Druck im Rohgasraum 5 und
dem Druck im Reingasraum 6 abhängt. Für
diesen Differenzdruck entscheidend ist der Druckabfall beim Hindurchtreten
des zu reinigenden Gases durch das Filtermedium des Filterschlauchs 10 und
die innere Beladung des Mediums mit Partikeln. Insofern kommt auch
dem Filtermedium, aus dem der Filterschlauch besteht, eine große
Bedeutung hinsichtlich der Energieeffizienz der Gesamtanlage zu.
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Der
Aufbau des Filtermediums ist in 2 dargestellt.
Das Filtermedium 20 besteht aus zwei übereinanderliegenden
und mittels geeigneter Verfestigungsverfahren miteinander verbundenen
Faserschichten 21, 23 und einer zwischen den Faserschichten 21, 23 angeordneten
Gewebe-Stützlage 22. Dabei ist das dem Rohrgasraum
zugewandte, anströmseitige Filtermedium 21 ein
zu mindestens 80 Massenprozent aus Fasern bestehendes Vlies, das durch übliche
Verfahren verfestigt sein kann, z. B. durch Vernadeln, wobei mindestens
10 Massenprozent der Fasern des Filtermediums 21 einen
Titer ≤ 1,5 dtex aufweisen. Das in Richtung der Reingasseite weisende,
abströmseitige Filtermedium 23 ist ein zu mindestens
80 Massenprozent aus Fasern bestehendes Vlies, das durch übliche
Verfahren verfestigt sein kann, z. B. durch Vernadeln.
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Sowohl
das Stützgewebe 22 als auch die Faserschichten 21 und 23 können
polymere Fasern, anorganische Fasern oder Mischungen von polymeren und
anorganischen Fasern enthalten. Das aus drei Lagen bestehende Filtermedium
ist durch übliche Verfahren, z. B. Vernadeln oder Wasserstrahlvernadeln
verfestigt, so dass das Nadelvliesmedium hohe Zugfestigkeiten aufweist.
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Zur
Verdeutlichung des Verfahrens zeigt 3 beispielhaft
den Differenzdruck zwischen Roh- und Reingasseite bei Verwendung
verschiedener Filtermedien und Prüfung gemäß der deutschen VDI-Richtlinie
3926. Die Differenzdruckverläufe beziehen sich
auf den sogenannten gealterten Zustand, d. h. nach Beaufschlagung
mit 10000 Zyklen. Hierbei kann von einem stationären Betriebszustand
ausgegangen werden, der sich auch im Praxisbetrieb nach einer gewissen
Einlaufzeit einstellt.
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Das
Filtermedium A ist ein gewebeunterstütztes Nadelvliesmedium
mit Fasern, die einen Titer > 1,5
dtex aufweisen. Ein derartiges Nadelvliesmedium kann im Einsatz
in Schlauchfilteranlagen als aktueller Industriestandard bezeichnet
werden. Die relativ hohe Einlagerung von Partikeln in den anströmseitig
angeordneten Faserschichten führt sowohl zu einem relativ
hohen Restdruckverlust Δp0,1, der
durch den Strömungswiderstand des Mediums direkt nach der
Druckstoßabreinigung verursacht wird, als auch zu einem überproportionalen
Anstieg des Differenzdrucks bevor die Phase des linearen Anstiegs
bei reiner Kuchenfiltration erreicht wird.
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Das
Filtermedium C ist ein gewebeunterstütztes Nadelvliesmedium
mit laminierter ePTFE Membran auf der Rohgasseite. Die ePTFE Membran weist
eine mikroporöse Struktur mit einer mittleren Porengröße
auf, die die mittlere Porengröße des Filtermediums
A um ca. eine Größenordnung unterschreitet. Durch
die relativ kleinen Poren kann von einer geringen Einlagerung von
Partikeln im Inneren des Filtermediums ausgegangen werden. Durch
die relativ geringe Oberflächenporosität ist jedoch
der Restdruckverlust Δp03 deutlich
höher als beim Filtermedium A. Mit beginnender Bestaubung
kann auch hier ein überproportionaler Differenzdruckanstieg (konvexer
Verlauf der Differenzdruckkurve) festgestellt werden, bevor die
rein kuchenbildende Filtrationsphase mit linearem Differenzdruck
erreicht ist. Dies lässt auf eine Partikeleinlagerung im
Inneren der Membran schließen. Diese ist im Vergleich zum
Filtermedium A deutlich schwächer ausgeprägt.
Durch die identische Größenordnung des Durchmessers der
Poren und der abgeschiedenen Partikel der Feinstfraktion hat die
relativ geringe Partikeleinlagerung aber einen hohen Strömungswiderstand
zur Folge.
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Bei
Einsatz des Filtermediums 20 gemäß 1 und 2 werden
während des gesamten Filtrationszyklus deutlich geringere
Differenzdrücke erreicht, Filtermedium B in 3.
Durch die Anordnung von Mikrofasern im Bereich der anströmseitigen
Faserschichten können einerseits die Einlagerung von Partikeln
gegenüber Filtermedium A deutlich reduziert werden, und
andererseits Verblockungsmechansimen wie im Fall des Filtermediums
C weitgehend vermieden werden. Damit zeigt das Filtermedium B erstens
den niedrigsten Restdruckverlust (Δp0,2)
aller oben genannten Filtermedien und weist zweitens keinen oder
einen nur sehr schwach ausgeprägten konvexen Anteil der
Differenzdruckkurve auf. Die kuchenbildende Filtration beginnt mit
linearem Differenzdruckanstieg unmittelbar oder relativ kurz nach
der Abreinigung. In Kombination mit einer gegenüber bekannten
Betriebsweisen deutlich verkürzten Zykluszeit kann der
durch das Filtermedium und die Staubbeaufschlagung verursachte Differenzdruck
um mehr als den Faktor 2 reduziert werden.
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4 zeigt
exemplarisch den Vergleich der bisher üblichen Betriebsweise
mit Zykluszeiten zwischen 120 s und 3600 s (dargestellt hier eine
Zykluszeit von 300 s) mit der Betriebsweise und dem Filtermedium
des erfindungsgemäßen Verfahrens (dargestellt
hier eine Zykluszeit von 100 s). Das mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren erreichbare Differenzdruckniveau Δp (Differenzdruckverlauf
2 in 4) ist im Vergleich zu einem heute üblichen
Verfahren (Differenzdruckverlauf 1 in 4) um den
Faktor 5 geringer. Das im erfindungsgemäßen Verfahren
eingesetzte Filtermedium 20 weist weiterhin, aufgrund des Mikrofaseranteils
in der anströmseitigen Filterlage 21, höhere
Fraktionsabscheidegrade auf als das Filtermedium A (3).
Damit werden die geforderten Reingaskonzentrationen auch bei einer
Verkürzung der Zykluszeit auf Werte von 100 s und weniger
sichergestellt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 1404434
B1 [0005, 0007]
- - EP 0034645 A1 [0006, 0006, 0025]
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - F. Löffler:
Staubabscheiden, G. Thieme Verlag, Stuttgart-New York (1988) [0008]
- - F. Löffler: Staubabscheiden, G. Thieme Verlag, Stuttgart-New
York (1988) [0009]
- - Entstaubungstechnik, Intensiv-Filter Taschenbuch der Intensiv-Filter
GmbH & Co. KG
(Herausgeber) 3. Auflage (1989) [0009]
- - deutschen VDI-Richtlinie 3926 [0030]