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DE102009015919A1 - Vorrichtung und Verfahren zur Herstellung zumindest eines Werkstücks - Google Patents

Vorrichtung und Verfahren zur Herstellung zumindest eines Werkstücks Download PDF

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DE102009015919A1
DE102009015919A1 DE200910015919 DE102009015919A DE102009015919A1 DE 102009015919 A1 DE102009015919 A1 DE 102009015919A1 DE 200910015919 DE200910015919 DE 200910015919 DE 102009015919 A DE102009015919 A DE 102009015919A DE 102009015919 A1 DE102009015919 A1 DE 102009015919A1
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DE
Germany
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blank
bearing surface
workpiece
opening
work
Prior art date
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Withdrawn
Application number
DE200910015919
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English (en)
Inventor
Dirk Dr. Prust
Karl Deufel
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Chiron Werke GmbH and Co KG
Original Assignee
Chiron Werke GmbH and Co KG
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Publication date
Application filed by Chiron Werke GmbH and Co KG filed Critical Chiron Werke GmbH and Co KG
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Priority to PCT/EP2010/001734 priority patent/WO2010108628A1/en
Priority to EP10711337A priority patent/EP2411876A1/de
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Abstract

Eine Vorrichtung (23) zur Herstellung zumindest eines Werkstücks (35) aus einem flächigen Rohling (34) geringer Wandstärke weist ein Unterteil (26) auf, das eine erste plane Auflagefläche (38) für den Rohling (34) und eine von der ersten Auflagefläche (38) weg weisende erste Außenseite (39) aufweist. Ferner ist ein auf das Unterteil (26) aufsetzbares und an diesem festlegbares Oberteil (27) vorgesehen, das eine zweite plane Auflagefläche (41) für den Rohling (34) und eine von der zweiten Auflagefläche (41) weg weisende zweite Außenseite (42) aufweist. Oberteil (27) und Unterteil (26) nehmen den Rohling (34) dabei sandwichartig zwischen der ersten und der zweiten Auflagefläche (38, 41) auf. In dem Oberteil (27) oder dem Unterteil (26) ist eine sich von dessen Außenseite (42, 39) zu dessen Auflagefläche (41, 38) erstreckende Arbeitsöffnung (45, 43) vorgesehen, wobei die Arbeitsöffnung (45, 43) einen flächigen Bereich eines aufgenommenen Rohlings (34) zur Bearbeitung freigibt. Der Bereich entspricht in seinen flächigen Abmaßen (46, 47) dabei zumindest denen (48) des zu fertigenden Werkstücks (Fig. 2).

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur Herstellung zumindest eines Werkstücks, vorzugsweise einer Platine für eine Uhr, aus einem flächigen Rohling geringer Wandstärke.
  • Derartige Verfahren und Vorrichtungen, bei denen aus einem flächigen, dünnen Rohling ein Werkstück hergestellt wird, sind bekannt. Unter flächigen, dünnen Rohlingen werden im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung solche Werkstücke verstanden, deren Querabmaße mindestens zehnmal so groß sind wie deren Dicke bzw. Wandstärke.
  • Besondere Probleme bereitet die Herstellung derartiger Werkstücke deshalb, weil die Rohlinge extrem eben sein müssen bzw. extrem eben eingespannt werden müssen, damit sie sich bei der spangebenden Herstellung nicht verziehen oder verbiegen.
  • Dieses Problem tritt insbesondere bei der Herstellung von Platinen für die Uhrenindustrie auf, denn diese Platinen weisen bei einem Durchmesser von beispielsweise 30 oder 40 mm eine Enddicke von ca. 1 bis 2 mm auf und werden aus runden Rohlingen mit einer Wandstärke von ca. 3 mm gefertigt.
  • Dieser Rohling wird in der üblichen Weise in eine Vorrichtung eingespannt, wobei dann die Taschen, Aussparungen, Bohrungen etc. eingefräst oder sonst wie eingearbeitet werden, um die einzelnen Teile der Uhr aufzunehmen. Die Platine muss dabei von beiden Seiten sowie zumindest teilweise auch noch an ihrer umlaufenden Stirnseite bearbeitet werden, die beispielsweise eine Stärke von 1,5 mm aufweist.
  • Ein Beispiel für die Bearbeitung derartiger Platinen ist in der US 4,969,577 beschrieben, wo mehrere Platinen übereinander mit einer Bodenplatte und einer Deckelplatte zu einem Stapel verschraubt und dann bearbeitet werden.
  • Bei anderen, der Anmelderin aus Anwendungen bei ihren Abnehmern bekannten Vorrichtungen werden einzelne Ronden, also die kreisförmigen Rohlinge, oder Rechtecke eingespannt, an der Oberseite bearbeitet, umgespannt und an der Unterseite bearbeitet.
  • Damit der Rohling nach dem Wenden wieder lagerichtig in die bekannte Vorrichtung eingespannt wird, sind in der Vorrichtung Passstifte und in dem Rohling Referenzbohrungen vorgesehen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die auf der Vorderseite und der Oberseite der Platine zu fertigenden Taschen und Aussparungen passgenau zueinander ausgerichtet sind. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass durch dieses Umspannen der Rohlinge gewisse Genauigkeitsprobleme auftreten, wenn die Passstifte und Bohrungen nicht exakt symmetrisch zueinander angeordnet sind und auf Umschlag zueinander passen.
  • Die Ronde weist dabei einen größeren Durchmesser auf als die endgültige Platine, die nach der Beendigung des Bearbeitungsvorganges noch über wenige Stege mit der außen stehengebliebenen Ronde verbunden sind.
  • Nachdem diese Ronde mit der innen noch gehaltenen Platine fertig bearbeitet und aus der Vorrichtung entnommen wurde, müssen die Platinen noch aus dem stehen gebliebenen ringförmigen Rand herausgebrochen werden, wobei die Bruchstellen dann noch nachzubearbeiten sind.
  • Die Bearbeitung derartiger flächiger Rohlinge mit geringer Wandstärke zu Werkstücken erfolgt in Werkzeugmaschinen üblicher Bauart, also beispielsweise in Fahrständermaschinen, wie sie aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt sind. Es ist bekannt, dass in derartigen Werkzeugmaschinen sogenannte Vorrichtungen auf die Werkstücktische aufgespannt werden, wobei diese Vorrichtungen dann zum Einspannen der zu den Werkstücken zu bearbeitenden Rohlinge dienen.
  • Es ist auch bekannt, statt eines Werkstücktisches eine sogenannte Wiegenvorrichtung zu verwenden, die beispielsweise eine Wiegenplatte aufweist, auf der unterschiedliche Vorrichtungen aufgeschraubt werden können. Diese Wiegenvorrichtung stellt eine weitere Bearbeitungsachse dar, sie ermöglicht das Schwenken der Vorrichtung und somit des gehaltenen Rohlings um eine Längsachse, die üblicherweise parallel zur x- oder y-Achse der Werkzeugmaschine ausgerichtet ist.
  • Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen, mit der flächige Rohlinge geringer Wandstärke auf schnelle und hochgenaue Weise zu Werkstücken verarbeitet werden können.
  • Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung der eingangs genannten Art, die ein Unterteil, das eine erste plane Auflagefläche für den Rohling und eine von der ersten Auflagefläche weg weisende erste Außenseite aufweist, sowie ein auf das Unterteil aufsetzbares und an diesem festlegbares Oberteil umfasst, das eine zweite plane Auflagefläche für den Rohling und eine von der zweiten Auflagefläche weg weisende zweite Außenseite aufweist, wobei Oberteil und Unterteil den Rohling sandwichartig zwischen der ersten und der zweiten Auflagefläche aufnehmen, in dem Oberteil und/oder dem Unterteil eine sich von dessen Außenseite zu dessen Auflagefläche erstreckende Arbeitsöffnung vorgesehen ist, und die Arbeitsöffnung einen flächigen Bereich eines aufgenommenen Rohlings zur Bearbeitung freigibt, und der Bereich in seinen flächigen Abmaßen zumindest denen des zu fertigenden Werkstücks entspricht.
  • Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird auf diese Weise vollkommen gelöst.
  • Durch das sandwichartige Einspannen des Rohlings zwischen Oberteil und Unterteil wird nämlich dafür gesorgt, dass auch ein nicht ganz ebenere Rohling ”glattgezogen” wird, so dass beim Ausdünnen des Rohlings zu dem Werkstück ein ebenes Werkstück produziert werden kann.
  • Durch die Arbeitsöffnung hindurch kann das Werkstück dann entweder durch das Oberteil oder durch das Unterteil hindurch bearbeitet werden. Da die Arbeitsöffnung etwa der Größe des zu fertigenden Werkstücks entspricht, wird der Rohling überall dort eingespannt, wo er nicht bearbeitet werden muss. Dies gewährleistet eine hochgenaue Bearbeitung.
  • Üblicherweise wird die Arbeitsöffnung geringfügig größer sein als das zu fertigende Werkstück in seinen flächigen Abmaßen, damit in derselben Aufspannung das Werkstück auch bis auf einige wenige Stege bereits von dem Rohling getrennt, also auch umfänglich bearbeitet werden kann.
  • Das Oberteil kann dabei entweder unmittelbar über bspw. Vorsprünge oder Kante oder aber mittelbar über bspw. Referenz- oder Passstifte an dem Unterteil festgelegt werden.
  • Wenn das Werkstück sowohl an der Unterseite als auch an der Oberseite bearbeitet werden muss, ist es bevorzugt, wenn in dem Unterteil eine erste Arbeitsöffnung und in dem Oberteil eine zweite Arbeitsöffnung vorgesehen ist.
  • Hier ist von Vorteil, dass der Rohling nicht aus der Vorrichtung entnommen und umgespannt werden muss, vielmehr muss lediglich die Vorrichtung gewendet werden, was beispielsweise über eine Wiegenvorrichtung erfolgen kann.
  • Durch den sandwichartigen Verbund zwischen Rohling, Oberteil und Unterteil ergibt sich ein stabiler Verbund, der den Rohling gegen Durchbiegung und Verschiebung schützt.
  • Auf diese Weise ist eine hochgenaue und schnelle Bearbeitung von flächigen, dünnen Rohlingen zu noch dünneren Werkstücken möglich, wie es aus dem Stand der Technik bisher nicht bekannt war.
  • Dabei ist es nach Erkenntnis der Erfinder der vorliegenden Anmeldung möglich, aus einem derartigen flächigen, dünnwandigen Rohling mehrere Werkstücke, vorzugsweise Platinen, in einer Aufspannung zu fertigen. Durch diese „Mehrfachspannung” werden Werkzeugwechselzeiten eingespart, da mit einem Werkzeug mehrere Werkstücke nacheinander bearbeitet werden können, bevor das Werkzeug gewechselt werden muss.
  • In einem Ausführungsbeispiel werden dabei aus einem Rohling vier Platinen gefertigt, die in einer Einspannung in die Vorrichtung an ihrer Oberseite und an ihrer Unterseite sowie größtenteils auch an ihrer Stirnfläche bearbeitet werden können.
  • Da der Rohling selbst an seiner Außenseite nicht bearbeitet wird, ist mit der neuen Vorrichtung eine vollautomatisierte Fertigung der Platinen möglich, denn der Rohling kann zunächst mittels einer üblichen Greifervorrichtung auf das Unterteil aufgelegt werden, woraufhin dann das Oberteil auf das den Rohling tragende Unterteil aufgesetzt und an diesem festgelegt wird. Danach erfolgt die beschriebene Bearbeitung des Rohlings zu mehreren Platinen.
  • Nach Beendigung dieser Bearbeitung wird zunächst das Oberteil von dem Unterteil entfernt und dann der Rohling mittels der Werkstückwechselvorrichtung (also des Greifers) wieder so ergriffen, wie bei dem Einlegen des Rohlings.
  • Der Rohling kann dann beispielsweise auf einer Palette abgelegt werden.
  • In einer Weiterbildung ist es bevorzugt, wenn an dem Unterteil erste Haltemittel vorgesehen sind, um den Rohling auf der ersten planen Auflagefläche an dem Unterteil festzulegen, wobei zusätzlich oder alternativ an dem Oberteil zweite Haltemittel vorgesehen sein können, um den Rohling auf der zweiten planen Auflagefläche an dem Oberteil festzulegen.
  • Durch diese Maßnahme werden die Bearbeitungsgeschwindigkeit und die Bearbeitungsgenauigkeit noch einmal erhöht, denn der Rohling wird schon nach dem Auflegen auf das Unterteil so festgelegt, dass er nicht verrutschen kann. Nach dem Aufsetzen des Unterteils bildet sich dann ein sandwichartiger Verbund, bei dem zwischen Oberteil und Rohling sowie zwischen Rohling und Unterteil jeweils eine haltende Verbindung hergestellt ist.
  • Zusätzlich zur Orientierung und Ausrichtung über die ersten und zweiten Haltemittel können an dem Oberteil und/oder Unterteil noch Passstifte vorgesehen sein, die für eine passgenaue Lage des Rohlings sowie von Oberteil und Unterteil zueinander sorgen.
  • Da der Rohling jetzt jedoch nicht mehr umgespannt werden muss, sind die mit Passstiften und Umspannen üblicherweise verbundenen Probleme beseitigt.
  • Dabei ist es weiter bevorzugt, wenn die ersten und/oder zweiten Haltemittel Unterdruck erzeugende Ansaugmittel sind, die den Rohling an die erste bzw. zweite Auflagefläche ansaugen.
  • Bei dieser Maßnahme ist von Vorteil, dass der Rohling durch die Ansaugmittel flächig auf den beiden Auflageflächen festgelegt wird, was dafür sorgt, dass der Rohling sehr eben ausgerichtet wird, so dass eine hochgenaue Bearbeitung von dessen Oberseite und Unterseite gewährleistet ist.
  • In einer Weiterbildung ist es bevorzugt, wenn die ersten Ansaugmittel einen zur ersten Auflagefläche offenen ersten Unterdruckkanal aufweisen, der die erste Arbeitsöffnung zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig umschließt, und/oder wenn die zweiten Ansaugmittel einen zur zweiten Auflagefläche offenen zweiten Unterdruckkanal aufweisen, der die zweite Arbeitsöffnung zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig umschließt.
  • Durch den oder jeden Unterdruckkanal wird auf einfache Weise ein vollflächiges Ansaugen des Rohlings an die erste bzw. zweite Auflagefläche gewährleistet, so dass auf technisch einfache Weise für eine gute und zuverlässige Festlegung des Rohlings zwischen Oberteil und Unterteil gesorgt wird.
  • Die Unterdruckkanäle können dabei ganz oder teilweise als Taschen ausgebildet sein, die für ein großflächiges Ansaugen der Rohlinge auf die Auflageflächen sorgen.
  • Allgemein ist es dabei bevorzugt, wenn bei aufgenommenem Rohling der erste und der zweite Unterdruckkanal einander etwa gegenüberliegen.
  • Bei dieser Maßnahme ist von Vorteil, dass sich sozusagen ein geschlossener Kraftfluss ergibt, der Rohling wird in den selben Bereichen sowohl gegen die erste als auch gegen die zweite Auflagefläche gesogen, so dass der Rohling durch die Ausübung des Unterdruckes nicht verzogen sondern hocheben ausgerichtet wird.
  • Weiter ist es bevorzugt, wenn der erste und/oder der zweite Unterdruckkanal durch Dichtmittel zumindest gegenüber der entsprechenden Arbeitsöffnung abgedichtet ist, wobei die Dichtmittel vorzugsweise Dichtringe oder Dichtbänder umfassen, wobei weiter vorzugsweise der erste und/oder der zweite Unterdruckkanal von zwei Dichtringen oder Dichtbändern eingefasst ist.
  • Bei diesen Maßnahmen ist von Vorteil, dass das Ansaugen des Rohlings an die Auflageflächen noch effizienter erfolgt, weil durch die Dichtringe bzw. Dichtbänder verhindert wird, dass Luft durch die Arbeitsöffnung bzw. von außen nachströmt, was die dichtende Anlage beeinträchtigen könnte. Die Dichtbänder lassen sich dabei an Unterdrucktaschen verschiedener Konturen anpassen.
  • Allgemein ist es noch bevorzugt, wenn die erste und/oder zweite Arbeitsöffnung sich von der jeweiligen Auflagefläche ausgehend konisch zu der jeweiligen Außenseite hin erweitert.
  • Diese Maßnahme ist im Hinblick auf eine hochgenaue und schnelle Bearbeitung von Vorteil, denn sie ermöglicht die Verwendung von sehr kurz eingespannten Werkzeugen. Bei der Bearbeitung von Platinen für die Uhrenherstellung sind – wie bereits gesagt – die fertig bearbeiteten Werkstücke nur ca. 1 bis 2 mm dick und weisen einen Durchmesser von beispielsweise ca. 30 oder 40 mm auf, so dass die Bearbeitungswerkzeuge selbst Durchmesser im Bereich von 1 mm aufweisen müssen.
  • Um mit diesen Werkzeugen hochgenau und schnell arbeiten zu können, müssen sie sehr kurz eingespannt werden, so dass die Gefahr besteht, dass die Stirnseite des Werkzeughalters, in den die Werkzeuge eingespannt sind, mit dem Oberteil bzw. Unterteil kollidiert. Durch die sich konisch öffnende Arbeitsöffnung wird erfindungsgemäß Platz für das Eintauchen des Werkzeughalters in die Arbeitsöffnung geschaffen, wobei andererseits die Arbeitsöffnung im Bereich des Rohlings einen geringeren Durchmesser aufweist, so dass dort der Rohling mit maximaler Flächenabdeckung zwischen dem Oberteil und dem Unterteil eingespannt werden kann.
  • Allgemein ist es noch bevorzugt, wenn das Unterteil an einer Wiegenvorrichtung befestigt ist, wobei das Unterteil vorzugsweise auf einer Wiegenplatte der Wiegenvorrichtung befestigt ist, und wobei in der Wiegenplatte zumindest ein Durchlass vorgesehen ist, der größere Querabmaße aufweist als die erste Arbeitsöffnung in der ersten Außenseite.
  • Durch diese Maßnahme, also die Aufnahme des Rohlings in einer 4. Achse, wird die Bearbeitungsgeschwindigkeit und Bearbeitungsgenauigkeit noch einmal erhöht, denn die Vorrichtung selbst muss nicht umgespannt werden, sondern wird nach der Bearbeitung der einen Seite über die Wiegenvorrichtung lediglich um 180° geschwenkt, so dass dann die andere Seite des Rohlings bzw. des Werkstücks, also der Platine, bearbeitet werden kann. Damit ermöglicht diese Maßnahme die Bearbeitung des Rohlings an vier Seiten in einer einzigen Aufspannung.
  • Bei dem Einrichten einer Werkzeugmaschine zur Bearbeitung von flächigen Rohlingen mit Hilfe der neuen Vorrichtung ist es somit nur einmal erforderlich, die Achsen hochgenau zueinander auszurichten. Durch das Schwenken der Vorrichtung werden dann keine zusätzlichen Ungenauigkeiten hervorgerufen, wie sie beim Umspannen der Vorrichtung, erst recht aber beim Umspannen des Rohlings, zwangsweise auftreten.
  • Der in der Wiegenplatte vorgesehene Durchlass mit größeren Querabmaßen als die Arbeitsöffnung in der Außenseite des Unterteils verhindert die Kollision des Werkzeughalters mit der Wiegenplatte, so dass auch hier mit kurz eingespannten Werkzeugen gearbeitet werden kann.
  • Allgemein ist es dann noch bevorzugt, wenn das Oberteil einen umlaufenden Rand aufweist, der das Unterteil übergreift.
  • Auch diese Maßnahme erhöht das sichere Einspannen des Rohlings zwischen Oberteil und Unterteil, denn der umlaufende Rand orientiert das Oberteil zusätzlich gegenüber dem Unterteil. Auf diese Weise wird beispielsweise dafür gesorgt, dass die erste und die zweite Arbeitsöffnung einander unmittelbar gegenüberliegen, wobei zusätzlich dafür gesorgt wird, dass auch die Unterdruckkanäle einander gegenüberliegen, so dass auf einen eingespannten Rohling in den gleichen Flächenbereichen Kraft nach oben und nach unten ausgeübt wird. Der Kraftfluss ist also geschlossen, was ein Verbiegen des Rohlings verhindert.
  • Der umlaufende Rand erhöht dabei die Biegesteifigkeit des Oberteils, was ebenfalls dazu beiträgt, dass der Rohling sich beim Einspannen nicht verbiegt oder verzieht.
  • Wenn ein Oberteil mit das Unterteil übergreifendem, umlaufenden Rand verwendet wird, ist es nicht zwingend erforderlich, zusätzliche Passstifte zu verwenden, um Oberteil, Unterteil und Rohling bei der ersten Aufspannung zueinander auszurichten, wobei dies die Genauigkeit weiter erhöhen kann.
  • In einer Weiterbildung ist es dann noch bevorzugt, wenn in dem Rand zumindest eine Durchgangsöffnung vorgesehen ist, die einen Randbereich eines aufgenommenen Rohlings zur Bearbeitung freigibt.
  • Bei dieser Maßnahme ist von Vorteil, dass der Rand des Werkstücks, also der Platine, nicht nur ausgefräst sondern stirnseitig auch in großen Umfangsbereichen bearbeitet werden kann, sowie auch zwei oder mehr gegenüberliegende Durchgangsöffnungen vorgesehen sein können.
  • Wenn die Werkzeugmaschine einen Schwenkkopf aufweist, lassen sich in diese Stirnseite des umlaufenden Randes der Platine auch schräge Bohrungen und Taschen einbringen.
  • Allgemein ist es bevorzugt, wenn die Vorrichtung zur Herstellung von vier Platinen aus einem Rohling verwendet wird, wobei in dem Oberteil und/oder dem Unterteil dazu vier nebeneinander liegende Arbeitsöffnungen vorgesehen sind.
  • Vor dem Hintergrund der obigen Ausführungen betrifft die vorliegende Erfindung ebenfalls ein Verfahren zur Herstellung zumindest eines Werkstücks, vorzugsweise einer Platine für eine Uhr, aus einem flächigen Rohling geringer Wandstärke, mittels der neuen Vorrichtung, mit den Schritten:
    • – Auflegen des Rohlings auf das Unterteil,
    • – Festlegen des Rohlings auf dem Unterteil,
    • – Aufsetzen des Oberteils auf das den Rohling tragende Unterteil,
    • – Festlegen des Rohlings an dem Oberteil,
    • – Bearbeiten einer ersten Seite des Rohlings durch die zumindest eine Arbeitsöffnung, wobei die Vorrichtung in Grundstellung ist,
    • – Umspannen von Rohling oder Vorrichtung oder Schwenken der Vorrichtung aus der Grundstellung, vorzugsweise um 180°,
    • – Bearbeiten einer zweiten Seite des Rohlings durch die zumindest eine oder die andere Arbeitsöffnung,
    • – Freigeben des Rohlings von dem Oberteil und/oder dem Unterteil, Auseinandernehmen von Oberteil und Unterteil, Entnehmen des Rohlings mit dem darin noch über Stege gehaltenen Werkstück von dem Unterteil oder dem Oberteil.
  • Bei diesen Fertigungsverfahren sind die oben bereits diskutierten Vorteile realisiert. Der Rohling wird zwischen Oberteil und Unterteil eingespannt, woraufhin die erste Seite des Rohlings durch eine Arbeitsöffnung im Oberteil oder Unterteil bearbeitet wird. Danach wird entweder der Rohling oder die Vorrichtung umgespannt, wobei bei Verwendung einer Wiegenvorrichtung die Vorrichtung lediglich aus der Grundstellung um 180° zu schwenken ist, bevor die zweite Seite des Rohlings durch eine Arbeitsöffnung hindurch bearbeitet werden kann.
  • Danach wird der Rohling von dem Oberteil oder dem Unterteil freigegeben, bevor Oberteil und Unterteil voneinander getrennt werden. Der Rohling wird dabei entweder an dem Oberteil oder dem Unterteil gehalten und kann anschließend entnommen werden.
  • Bei diesem Verfahren ist es bevorzugt, wenn der Rohling durch Anlegen von Unterdruck an dem Unterteil und/oder dem Oberteil festgelegt wird.
  • Wie bereits erwähnt, weist diese Maßnahme den Vorteil auf, dass der Rohling extrem eben angelegt wird, so dass eine hochgenaue Bearbeitung möglich ist.
  • An die Unterdruckkanäle kann bei der Entnahme des Rohlings Überdruck angelegt werden, so dass der Rohling leicht von den Auflageflächen abgehoben wird, was die Entnahme erleichtert und ein Verbiegen des fertig bearbeiteten Werkstücks verhindert, das sonst ggf. an den Auflageflächen „festkleben” könnte. Im Zusammenhang mit dem Freigeben des Rohlings wird daher vorzugsweise Überdruck eingesetzt, der Rohling wird also durch Anlegen von Überdruck von dem Unterteil und/oder dem Oberteil freigegeben.
  • Weiter ist es bevorzugt, wenn die Vorrichtung gegenüber der Grundstellung um 90° geschwenkt und das Werkstück an seiner dessen erste und zweite Seite verbindenden Stirnseite bearbeitet wird.
  • Bei dieser Maßnahme ist von Vorteil, dass der Rohling nicht nur auf seinen flächigen Ober- und Unterseiten sondern ebenfalls an der Stirnseite bearbeitet werden kann, so dass eine Nachbearbeitung des Werkstücks nach dem Ausbrechen aus dem Rohling nahezu vollständig vermieden werden kann, es müssen lediglich noch die Bruchstellen der Stege nachgeschliffen werden.
  • Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und der beigefügten Zeichnung.
  • Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in den jeweils angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
  • Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
  • 1 in schematischer Vorderansicht eine Prinzipskizze einer Werkzeugmaschine mit einer Wiegenvorrichtung, auf der die neue Vorrichtung aufgespannt ist;
  • 2 in einer schematischen Explosionszeichnung die neue Vorrichtung aus 1 mit zwischen Oberteil und Unterteil liegendem Rohling, in einem Schnitt längs der Linie II-II aus 3;
  • 3 eine Draufsicht auf das Oberteil aus 2, gesehen in Richtung der Pfeile III-III aus 2;
  • 4 eine Draufsicht auf ein Oberteil zur Herstellung von vier Platinen aus einem Rohling, gesehen längs der Pfeile IV-IV aus 2;
  • 5 eine Draufsicht auf einen Rohling mit vier bearbeiteten Platinen, die noch über Stege an dem Rohling gehalten sind;
  • 6 in einer Ansicht wie in 3 eine ausschnittsweise Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispieles des Oberteiles; und
  • 7 in einer Ansicht wie in 3 eine ausschnittsweise Darstellung eines dritten Ausführungsbeispieles des Oberteiles.
  • In 1 ist mit 10 eine Werkzeugmaschine bezeichnet, die lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu dargestellt ist.
  • Die Werkzeugmaschine 10 weist einen Spindelkopf 11 auf, in dem eine Arbeitsspindel 12 gelagert ist, die einen Werkzeughalter 14 trägt, in den in der üblichen Weise ein Werkzeug 15 eingespannt ist.
  • Die Werkzeugmaschine 10 ist eine Fahrständermaschine, bei der der Spindelkopf 11 gegenüber einem bei 16 angedeuteten Werkstücktisch oder Untergestell in den drei Koordinaten x, y und z verfahrbar ist, wie dies durch ein Koordinatensystem 17 angedeutet ist. Hier sind also alle drei Achsen im Werkzeug angeordnet.
  • Es kann jedoch auch eine andere Aufteilung der Achsen zwischen Werkstück und Werkzeug gewählt werden, wie es bspw. in einer Kreuztischmaschine der Fall ist, wo zwei Achsen im Werkstück und eine Achse im Werkzeug angeordnet sind.
  • Im vorliegenden Fall ist auf dem Untergestell 16 eine Wiegenvorrichtung 18 angeordnet, die zwei Böcke 19 umfasst, an denen um die x-Achse schwenkbar eine Wiegenplatte 21 befestigt ist. Die Schwenkbarkeit wird durch einen Pfeil 22 in 1 angedeutet.
  • Auf der Wiegenplatte 21 ist eine Vorrichtung 23 befestigt, die zur Bearbeitung von flächigen Werkstücken geringer Wandstärke ausgelegt ist.
  • In an sich bekannter Weise ist der Spindelkopf 11 als Schwenkkopf ausgestaltet, er kann um die y-Achse geschwenkt werden, was durch einen Pfeil 24 angedeutet ist.
  • Durch die gewählte Konstruktion kann mit dem Werkzeug 15 an verschiedenen Stellen eines in die Vorrichtung 23 in noch zu beschreibender Weise eingespannten Rohlings eine spanabhebende Bearbeitung, beispielsweise ein Fräsen oder Bohren, durchgeführt werden, wobei aufgrund des Schwenkkopfes auch schräge Bohrungen möglich sind.
  • Da die Vorrichtung an einer Wiegenvorrichtung 18 befestigt ist, lässt sich durch Schwenken der Wiegenplatte 21 auch eine Rückseitenbearbeitung durchführen, wozu in der Wiegenplatte 21 ein bei 25 angedeuteter Durchlass vorgesehen ist, durch den das Werkzeug 15 hindurch den Rohling 34 bearbeiten kann, wie dies jetzt im Detail im Zusammenhang mit der 2 beschrieben wird.
  • In 2 ist die Vorrichtung 23 in einer Explosionsdarstellung gezeigt, wobei die Vorrichtung längs der Linie II-II aus 3 geschnitten dargestellt ist.
  • Die Vorrichtung 23 umfasst ein auf der Wiegenplatte 21 befestigtes Unterteil 26 sowie ein darüber dargestelltes Oberteil 27, das einen das Oberteil 27 versteifenden, umlaufenden Rand 28 aufweist, der beim Aufsetzen des Oberteils 27 auf das Unterteil 26 dieses übergreift. An dem Oberteil 27 sind zwei schwenkbare Riegel 29 vorgese hen, die nach dem Aufsetzen des Oberteils 27 auf das Unterteil 26 in entsprechende Ausnehmungen 31 eingreifen, die am Unterteil 26 vorgesehen sind.
  • Auf dem Unterteil 26 sind noch zwei Passstifte 32 zu erkennen, die in entsprechende Bohrungen 33 innen im Oberteil 27 eingreifen.
  • Auf diese Weise können Unterteil 26 und Oberteil 27 passgenau zueinander angeordnet und miteinander verriegelt werden.
  • Zwischen Oberteil 27 und Unterteil 26 ist schematisch ein flächiger Rohling 34 geringer Dicke zu erkennen, aus dem ein bei 35 angedeutetes Werkstück gefertigt wurde, das über Stege 36 noch mit dem Rohling 34 verbunden ist.
  • In dem Rohling 34 sind zwei Durchgangsbohrungen 37 zu erkennen, über die der Rohling 34 über die Passstifte 32 auf dem Unterteil 26 orientiert wird.
  • Beim Auflegen auf das Unterteil 26 kommt der Rohling 34 auf einer Auflagefläche 38 des Unterteils 26 zu liegen. Mit seiner von der Auflagefläche 38 weg weisenden Außenseite 39 liegt das Unterteil 26 auf der Wiegenplatte 21 auf und ist dort in geeigneter Weise befestigt.
  • Wenn der Rohling 34 auf das Unterteil 26 aufgelegt wurde, wird das Oberteil 27 aufgesetzt, wodurch das Oberteil 27 mit seiner Auflagefläche 41 auf dem Rohling 34 zu liegen kommt. Mit seiner von der Auflagefläche 41 weg weisenden Außenseite 42 weist das Unterteil 26 dann nach oben.
  • In dem Unterteil 26 ist eine Arbeitsöffnung 43 vorgesehen, die sich von der Auflagefläche 38 zur Außenseite 39 hin zunächst konisch erweitert und dann in einen zylindrischen Abschnitt 44 übergeht, der in der Ebene der Außenseite 39 eine geringere Fläche aufweist als der Durchlass 25 in der Wiegenplatte 21.
  • In entsprechender Weise ist in dem Oberteil 27 eine Arbeitsöffnung 45 vorgesehen, die sich von der Auflagefläche 41 zu der Außenseite 42 erstreckt und sich zur Außenseite 42 hin konisch erweitert.
  • In der Auflagefläche 38 bzw. 41 weisen die Arbeitsöffnungen 43 bzw. 45 einen Durchmesser 46 bzw. 47 auf, der größer ist als der Durchmesser 48 des Werkstücks 35.
  • Auf diese Weise geben die Arbeitsöffnungen 43 und 45 einen flächigen Bereich des Rohlings 34 frei, aus dem das Werkstück 35 gearbeitet werden kann.
  • Wegen der konischen Ausgestaltung der Arbeitsöffnungen 43 und 45 kann der Werkzeughalter 14 teilweise in die Arbeitsöffnungen 43 und 45 eindringen, so dass das Werkzeug 15 den Rohling 34 über den gesamten Durchmesser 46 bzw. 47 bearbeiten kann, ohne dass die Gefahr der Kollision zwischen Unterteil 26 bzw. Oberteil 27 und Werkzeughalter 14 besteht, auch wenn das Werkzeug 15 sehr kurz eingespannt ist.
  • Nachdem der Rohling 34 beispielsweise durch die Arbeitsöffnung 45 hindurch an seiner ersten Seite 49 bearbeitet wurde, wird die gesamte Vorrichtung 23 mit dem sandwichartig eingespannten Rohling 34 um 180° verschwenkt, so dass der Rohling 34 jetzt an seiner zweiten Seite 51 durch die Arbeitsöffnung 43 hindurch bearbeitet werden kann. In 2 ist zu erkennen, dass der Durchlass 25 in der Wiegenplatte 21 größer ist als die Arbeitsöffnung 43 in der Außenseite 39.
  • Damit der Rohling 34 bzw. das Werkstück 35 auch an seiner die erste und die zweite Seite 49 und 51 verbindenden Stirnseite 52 bearbeitet werden kann, ist in dem umlaufenden Rand 28 des Oberteils 27 eine Durchgangsöffnung 53 vorgesehen, durch die das Werkzeug 15 hindurch den eingespannten Rohling 34 bearbeiten kann, wenn die Vorrichtung 23 um 90° aus der in 2 gezeigten Grundstellung verschwenkt wird.
  • Um den Rohling 34 plan und fest auf den Auflageflächen 38 und 41 festzulegen, sind in dem Unterteil 26 sowie dem Oberteil 27 Haltemittel 54 und 55 vorgesehen, die jeweils auf den Rohling 34 einen Unterdruck ausüben, ihn also an die Auflagefläche 38 bzw. 41 ansaugen.
  • Diese Haltemittel oder auch Ansaugmittel 54, 55 umfassen jeweils einen Unterdruckkanal 56 bzw. 57, der die jeweilige Arbeitsöffnung 43 bzw. 45 umschließt. Von den Unterdruckkanälen 56 bzw. 57 gehen Anschlusskanäle 58 bzw. 59 zu Oliven 61 bzw. 62, die am Oberteil 27 bzw. Unterteil 26 angeordnet sind und dem Anschluss der Unterdruckkanäle 56 bzw. 57 an eine geeignete Unterdruck- oder Vakuumquelle dienen.
  • Die Unterdruckkanäle 56 und 57 sind jeweils von zwei umlaufenden Dichtringen 63 bzw. 64 eingefasst, so dass bei Anlegung eines entsprechenden Unterdrucks der Rohling 34 sowohl auf die Auflagefläche 38 als auch auf die Auflagefläche 41 gesogen und dort festgehalten wird.
  • Auf diese Weise ergibt sich eine passgenaue Anordnung des Rohlings 34 auf Unterteil 26 und Oberteil 27, wobei ebenfalls für eine plane Anlage von Oberteil 27, Rohling 34 und Unterteil 26 nach Art eines Sandwichs gesorgt wird. Dieser Verbund gibt dem Rohling 34 eine hohe Stabilität und sorgt für eine ebene Plananlage, so dass aus großflächigen aber dünnen Rohlingen 34 noch dünnere Werkstücke 35 gefertigt werden können, die hocheben sind.
  • Die Anordnung ist dabei so getroffen, dass die beiden Unterdruckkanäle 56 und 57 einander gegenüberliegen, so dass eine Art geschlossener Kraftschluss entsteht, wenn der Rohling 34 sandwichartig zwischen Unterteil 26 und Oberteil 27 aufgenommen wird. Auch dies sorgt dafür, dass der Rohling 34 nicht verbogen sondern eben gehalten wird.
  • In 3 ist eine Ansicht des Oberteils 27 aus Richtung der Pfeile III-III in 2 gezeigt.
  • Es ist zu erkennen, dass die Dichtringe 64 sowie der Unterdruckkanal 57 die Arbeitsöffnung 45 vollständig umgeben, sodass der Unterdruckkanal 57 sowohl zur Arbeitsöffnung 45 hin als auch zur Auflagefläche 41 hin abgedichtet ist.
  • Ferner ist in 3 zu erkennen, dass in dem Rand 28 zwei Durchgangsöffnungen 53 vorgesehen sind, so dass ein Werkzeug durch die Durchgangsöffnung 53 hindurch ein Werkstück 35 von zwei Stirnseiten her bearbeiten kann.
  • Der gesamte Bearbeitungsvorgang erfolgt jetzt so, dass zunächst ein Rohling 34 auf die Passstifte 32 aufgefädelt und auf die Auflagefläche 38 des Unterteils 26 aufgelegt wird. Daraufhin wird der Rohling 34 dort durch Anlegen von Unterdruck an die Olive 61 an die Auflagefläche 38 angesaugt.
  • Danach wird das Oberteil 27 aufgesetzt und verriegelt, woraufhin Unterdruck an die Olive 62 angelegt wird, so dass Oberteil 27, Werkstück 35 und Unterteil 26 einen festen Verbund bilden, der das Werkstück 35 plan ausgerichtet hält.
  • Der Rohling 34 wird dann an seiner ersten Seite 49 bearbeitet. Daraufhin wird die Vorrichtung 23 um 180° geschwenkt, und der Rohling 34 wird an seiner zweiten Seite 51 bearbeitet. Daraufhin wird der Rohling um 90° geschwenkt, so dass durch die erste Durchgangsöffnung 53 hindurch ein Teil der Stirnseite 52 des Rohlings 34 bearbeitet werden kann. Nach erneutem Schwenken um 180° lässt sich dann durch die gegenüberliegende Durchgangsöffnung 53 ein weiterer Randbereich des Rohlings 34 bzw. des Werkstücks 35 bearbeiten.
  • Danach wird die Vorrichtung 23 noch einmal um 90° geschwenkt, woraufhin zunächst das Oberteil 27 und dann der Rohling 34 mit bearbeitetem Werkstück 35 entnommen werden. Um den so bearbeiteten Rohling 34 mit den nun sehr filigranen Werkstücken 35 schonend, also ohne Gefahr der Verbiegung, von den Auflageflächen 38, 41 abheben zu können, wird durch die Oliven 61, 62 Luft eingeblasen und dadurch ein geringer Unterdruck ausgeübt, der den Rohling 34 anhebt.
  • In die Oliven 61, 62 eingeblasene Luft dient auch zur Reinigung der diversen Kanäle.
  • In den 2 und 3 ist ein Oberteil 27 zur Bearbeitung von lediglich einem Werkstück 35 aus einem Rohling 34 gezeigt, es ist aber auch möglich, aus einem Rohling 34 mehrere Werkstücke 35 gleichzeitig zu bearbeiten, wozu in dem Oberteil 27 dann beispielsweise vier Arbeitsöffnungen 45 nebeneinander angeordnet sind, wie dies schematisch in 4 gezeigt ist. Selbstverständlich sind in einem entsprechenden Unterteil 26 dann auch vier Arbeitsöffnungen 43 vorgesehen, wobei die Wiegenplatte 21 dann ebenfalls vier Durchlässe 25 benötigt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist dies nicht gezeigt.
  • Ein mit einer derartigen Vorrichtung 23 bearbeiteter Rohling 34 ist schematisch in 5 dargestellt. Es ist zu erkennen, dass aus dem Rohling 34 insgesamt fünf Werkstücke 35 bearbeitet wurden, die beispielsweise Platinen für Uhren sein können. Die Werkstücke 35 sind auch an ihrer Umfangsseite bereits bearbeitet, sie sind lediglich noch über einige Stege 36 mit dem Rohling 34 verbunden.
  • Obwohl die Werkstücke 35 jetzt filigran bearbeitet wurden, was durch die Ausnehmungen, Durchgangsöffnungen und Einschnitte in 5 lediglich angedeutet ist, kann der Rohling 34 selbst außen über einen bei 65 angedeuteten Greifer erfasst werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass die bearbeiteten Werkstücke 35 beschädigt werden.
  • Auf diese Weise ist es möglich, einen Rohling 34 zunächst mit Hilfe des Greifers 65 automatisch auf ein Unterteil 26 aufzusetzen und ihn nach Bearbeitung auch automatisch wieder zu entfernen.
  • Die Fläche des in 3 gezeigten Unterdruckkanals 57 ist ggf. zu gering, um den Rohling 34 auf der Anlagefläche 41 mit hinreichender Kraft halten zu können, weshalb die Unterdruckkanäle 57 auch mit oder als Taschen ausgebildet sein können, die eine größere Fläche bereitstellen, über die auf den Rohling Unterdruck ausgeübt werden kann.
  • In den 6 und 7 sind zwei Ausführungsbeispiele für Oberteile 27 in der Ansicht der 3 ausschnittsweise dargestellt.
  • In dem Beispiel gemäß 6 sind Unterdrucktaschen 66 vorgesehen, die außen von Dichtbändern 67 umgeben sind und zwischen den Arbeitsöffnungen 45 liegen, die sie teilweise umschließen. Die Arbeitsöffnungen 45 benötigen hier keine eigenen Dichtringe. Die Unterdrucktaschen 66 weisen eine geringe Breite zwischen den Rändern 28 auf, sie sind als in dieser Richtung schmal ausgebildet.
  • In dem Beispiel gemäß 7 ist eine Unterdrucktasche 68 vorgesehen, die zwei oder mehr Arbeitsöffnungen 45 vollständig umgibt und außen von einem Dichtband 69 umgeben ist. Die Arbeitsöffnungen 45 sind hier wieder je von einem Dichtring 64 umgeben. Die Unterdrucktasche 68 bietet eine noch größere Fläche für die Ausübung des Unterdrucks erfordert aber zwischen den Rändern 28 mehr Raum, ist also breiter.
  • Entsprechende Unterdrucktaschen 66, 68 können auch in dem Unterteil 26 vorgesehen sein.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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  • Zitierte Patentliteratur
    • - US 4969577 [0006]

Claims (23)

  1. Vorrichtung zur Herstellung zumindest eines Werkstücks (35), vorzugsweise einer Platine für eine Uhr, aus einem flächigen Rohling (34) geringer Wandstärke, mit einem Unterteil (26), das eine erste plane Auflagefläche (38) für den Rohling (34) und eine von der ersten Auflagefläche (38) weg weisende erste Außenseite (39) aufweist, einem auf das Unterteil (26) aufsetzbaren und an diesem festlegbaren Oberteil (27), das eine zweite plane Auflagefläche (41) für den Rohling (34) und eine von der zweiten Auflagefläche (41) weg weisende zweite Außenseite (42) aufweist, wobei Oberteil (27) und Unterteil (26) den Rohling (34) sandwichartig zwischen der ersten und der zweiten Auflagefläche (38, 41) aufnehmen, in dem Oberteil (27) und/oder dem Unterteil (26) eine sich von dessen Außenseite (42, 39) zu dessen Auflagefläche (41, 38) erstreckende Arbeitsöffnung (45, 43) vorgesehen ist, die Arbeitsöffnung (45, 43) einen flächigen Bereich eines aufgenommenen Rohlings (34) zur Bearbeitung freigibt, und der Bereich in seinen flächigen Abmaßen (46, 47) zumindest denen (48) des zu fertigenden Werkstücks (35) entspricht.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Unterteil (26) eine erste und in dem Oberteil (27) eine zweite Arbeitsöffnung (43, 45) vorgesehen ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Unterteil (26) erste Haltemittel (54) vorgesehen sind, um den Rohling (34) auf der ersten planen Auflagefläche (38) an dem Unterteil (26) festzulegen.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Oberteil (27) zweite Haltemittel (55) vorgesehen sind, um den Rohling (34) auf der zweiten planen Auflagefläche (41) an dem Oberteil (27) festzulegen.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Haltemittel (54) Unterdruck erzeugende erste Ansaugmittel sind, die den Rohling (34) an die erste Auflagefläche (38) ansaugen.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Haltemittel (55) Unterdruck erzeugende zweite Ansaugmittel sind, die den Rohling (34) an die zweite Auflagefläche (41) ansaugen.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Ansaugmittel (54) einen zur ersten Auflagefläche (38) offenen ersten Unterdruckkanal (56) aufweisen, der die erste Arbeitsöffnung (43) zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig umschließt.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Ansaugmittel (55) einen zur zweiten Auflagefläche (41) offenen zweiten Unterdruckkanal (57, 66; 68) aufweisen, der die zweite Arbeitsöffnung (45) zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig umschließt.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass bei aufgenommenem Rohling (34) der erste und der zweite Unterdruckkanal (56, 57) einander etwa gegenüberliegen.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und/oder der zweite Unterdruckkanal (56, 57) durch Dichtmittel zumindest gegenüber der entsprechenden Arbeitsöffnung (43, 45) abgedichtet ist.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmittel Dichtringe (63, 64) oder Dichtbänder (67, 69) umfassen.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und/oder der zweite Unterdruckkanal (56, 57) von zwei Dichtringen (63, 64) eingefasst ist.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder zweite Arbeitsöffnung (43, 45) sich von der jeweiligen Auflagefläche (38, 41) ausgehend konisch zu der jeweiligen Außenseite (39, 42) hin erweitert.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterteil (26) an einer Wiegenvorrichtung (18) befestigt ist.
  15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterteil (26) auf einer Wiegenplatte (21) der Wiegenvorrichtung (18) befestigt ist, wobei in der Wiegenplatte (21) zumindest ein Durchlass (25) vorgesehen ist, der größere Querabmaße aufweist, als die erste Arbeitsöffnung (43) in der ersten Außenseite (38).
  16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (27) einen umlaufenden Rand (28) aufweist, der das Unterteil (26) übergreift.
  17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Rand (28) zumindest eine Durchgangsöffnung (53) vorgesehen ist, die jeweils einen Randbereich eines aufgenommenen Rohlings (34) zur Bearbeitung freigibt.
  18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass Passstifte (32) vorgesehen sind, die Oberteil (27), Unterteil (26) und Rohling (34) zueinander ausgerichtet halten.
  19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung von vier Platinen (35) aus einem Rohling (34) in dem Oberteil (27) und/oder dem Unterteil (26) vier nebeneinander liegende Arbeitsöffnungen (43, 45) vorgesehen sind.
  20. Verfahren zur Herstellung zumindest eines Werkstücks (35), vorzugsweise einer Platine für eine Uhr, aus einem flächigen Rohling (34) geringer Wandstärke, mittels einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, mit den Schritten: – Auflegen des Rohlings (34) auf das Unterteil (26), – Festlegen des Rohling (34) auf dem Unterteil (26), – Aufsetzen des Oberteils (27) auf das den Rohling (34) tragende Unterteil (26), – Festlegen des Rohlings (34) an dem Oberteil (27), – Bearbeiten einer ersten Seite (49) des Rohlings (34) durch die zumindest eine Arbeitsöffnung (43, 45), wobei die Vorrichtung (23) in Grundstellung ist, – Umspannen von Rohling (34) oder Vorrichtung (23) oder Schwenken der Vorrichtung (23) aus der Grundstellung, vorzugsweise um 180°, – Bearbeiten einer zweiten Seite (51) des Rohlings (34) durch die zumindest eine oder die andere Arbeitsöffnung (43, 45), – Freigeben des Rohlings (34) von dem Oberteil (27) und/oder dem Unterteil (26), Auseinandernehmen von Oberteil (27) und Unterteil (26), Entnehmen des Rohlings (34) mit dem darin noch über Stege (36) gehaltenen Werkstück (35) von dem Unterteil (26) oder dem Oberteil (27).
  21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohling (34) durch Anlegen von Unterdruck an dem Unterteil (26) und/oder dem Oberteil (27) festgelegt wird.
  22. Verfahren nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (23) gegenüber der Grundstellung um 90° geschwenkt und das Werkstück (35) an seiner dessen erste und zweite Seite (49, 51) verbindenden Stirnseite (52) bearbeitet wird.
  23. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohling (34) durch Anlegen von Überdruck von dem Unterteil (26) und/oder dem Oberteil (27) freigegeben wird.
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