DE102009014476B4 - Differentialgetriebe zur gesteuerten Verteilung eines Antriebsmomentes - Google Patents
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Abstract
Differentialgetriebe zur gesteuerten Verteilung eines über eine Antriebswelle (101) eingeleiteten Antriebsmomentes auf eine erste (102) und eine zweite Abtriebswelle (103), mit einem Hauptplanetengetriebe (10), umfassend ein Hohlrad (104), einen Steg (105) und ein Sonnenrad (106) als drei Getriebeelemente, von denen ein erstes Getriebeelement mit der Antriebswelle (101) verbunden ist, ein zweites Getriebeelement mit der ersten Abtriebswelle (102) verbunden ist und ein drittes Getriebeelement mit der zweiten Abtriebswelle (103) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Abtriebswelle (102) und die zweite Abtriebswelle (103) über eine elektrische Hilfsgetriebeeinheit (20) miteinander verbunden sind, welche umfasst:
- ein erstes, 3-welliges Hilfsplanetengetriebe (210), dessen Hohlrad (211) mit der einen der Abtriebswellen (102) und dessen Steg (212) mit der anderen der Abtriebswellen (103) verbunden ist,
- ein zweites, 4-welliges Hilfsplanetengetriebe (220, 230) mit zwei Sonnenrädern (224, 234), dessen Hohlrad (221, 231) mit dem Hohlrad (211) des ersten Hilfsplanetengetriebes (210) und dessen Steg (222, 232) mit dem Sonnenrad (214) des ersten Hilfsplanetengetriebes (210) verbunden ist, wobei ein erstes der beiden Sonnenräder (224, 234) des zweiten Hilfsplanetengetriebes (220, 230) mit einem Stator und ein zweites der beiden Sonnenräder (224, 234) mit einem Rotor einer mit der Hilfsgetriebeeinheit umlaufenden elektrischen Maschine (240) verbunden ist.
- ein erstes, 3-welliges Hilfsplanetengetriebe (210), dessen Hohlrad (211) mit der einen der Abtriebswellen (102) und dessen Steg (212) mit der anderen der Abtriebswellen (103) verbunden ist,
- ein zweites, 4-welliges Hilfsplanetengetriebe (220, 230) mit zwei Sonnenrädern (224, 234), dessen Hohlrad (221, 231) mit dem Hohlrad (211) des ersten Hilfsplanetengetriebes (210) und dessen Steg (222, 232) mit dem Sonnenrad (214) des ersten Hilfsplanetengetriebes (210) verbunden ist, wobei ein erstes der beiden Sonnenräder (224, 234) des zweiten Hilfsplanetengetriebes (220, 230) mit einem Stator und ein zweites der beiden Sonnenräder (224, 234) mit einem Rotor einer mit der Hilfsgetriebeeinheit umlaufenden elektrischen Maschine (240) verbunden ist.
Description
- Gebiet der Erfindung
- Die Erfindung betrifft ein Differentialgetriebe zur gesteuerten Verteilung eines über eine Antriebswelle eingeleiteten Antriebsmomentes auf eine erste und eine zweite Abtriebswelle, mit einem Hauptplanetengetriebe, umfassend ein Hohlrad, einen Steg und ein Sonnenrad als drei Getriebeelemente, von denen ein erstes Getriebeelement mit der Antriebswelle verbunden ist, ein zweites Getriebeelement mit der ersten Abtriebswelle verbunden ist und ein drittes Getriebeelement mit der zweiten Abtriebswelle verbunden ist.
- Stand der Technik
- Derartige, als Planetengetriebe ausgebildete Differentialgetriebe sind seit langem bekannt. Zur gezielten Momentenverschiebung, d.h. zur gezielten Verteilung des über die Antriebswelle eingebrachten Antriebsmomentes auf die beiden Abtriebswellen, ist es ebenfalls bekannt, einzelne, bewegte Elemente des Differentials gesteuert zu bremsen und/oder mit anderen bewegten Elementen graduell über Reibkupplungen zu kuppeln. Die gesteuerte Verteilung des Antriebsmomentes kann im Extremfall bis zur vollständigen Sperrung des Differentials führen. Nachteilig bei dieser rein mechanischen Einbringung negativer Momente in das Differential zur Momentenverteilung auf die Abtriebswellen ist die dabei anfallende Verlustwärme, die sich im Wesentlichen aus der Reibung der Brems- bzw. Kopplungselemente ergibt. Ohne zusätzliche Maßnahmen, wie beispielsweise eine Flüssigkeitskühlung, kann die im Dauerbetrieb anfallende Verlustwärme nicht vollständig abgeführt werden. Hierdurch ergibt sich keine Gefahr für den Fahrer, da im Fall einer Reduktion oder vollständigen Abschaltung der gezielten Momentenverteilung die von der Differentialkonstruktion vorgegebene Verteilung, z.B. 50:50 bei typischen Querdifferentialen oder z.B. 70:30 bei bestimmten Ausführungsformen von Längsdifferentialen in Fahrzeugen mit mehreren angetriebenen Achsen, erhalten bleibt. Der zusätzliche Komfort- und Sicherheitsgewinn einer aktiven Momentenverteilung kann jedoch nicht voll ausgenutzt werden.
- Aus der
DE 103 48 960 A1 ist ein Differential bekannt, welches das oben genannte Problem dadurch reduziert, dass der für die gewünschte Verteilung notwendige Momenteneintrag von einer elektrischen Maschine geliefert wird. Hierzu schlägt die genannte Druckschrift ein im Wesentlichen symmetrisches Differential vor, welches zwei gleichberechtigte Planetengetriebe aufweist. Deren Hohlräder sind mit der Antriebswelle gekoppelt und ihre Stege sind jeweils mit einer Abtriebswelle gekoppelt. Die Sonnenräder beider Differentiale sind über mehrere Stirnradstufen miteinander und mit der elektrischen Maschine gekoppelt, die ihrerseits fest mit dem Differentialgehäuse verbunden ist. Vorteilhaft im Vergleich zu der rein mechanischen Lösung ist, dass über die elektrische Maschine sowohl ein negatives als auch ein positives Moment eingebracht werden kann, was die Flexibilität der Momentensteuerung deutlich erhöht. Zudem fällt keine Verlustwärme durch Reibung von Brems- oder Kupplungselementen an. Weiter ist das bekannte Differential so konstruiert, dass die elektrische Maschine bei Geradeausfahrt, d.h. bei gleichmäßiger Verteilung des Antriebsmomentes auf beide Abtriebswellen, steht, sodass hier kein zusätzliches Schleppmoment zu bewältigen ist. Nacheilig bei dem bekannten Differential ist jedoch, dass durch die Ausbildung zweier gleichberechtigter Planetengetriebe auch bei Geradeausfahrt, d.h. wenn keine aktive Momentensteuerung erforderlich ist, deutlich mehr differentialinterne Abwälzbewegungen auftreten als im einfachen, ungesteuerten Fall eines einfachen Planetengetriebes.
Weiterhin ist aus der gattungsbildendenDE 10 2006 040 144 A1 ein Differential bekannt, das die oberbegrifflichen Merkmale des Anspruchs 1 aufweist. - Aufgabenstellung
- Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gattungsgemäßes Differential unter Verwendung einer elektrischen Maschine zum gesteuerten Momenteneintrag derart auszubilden, dass differentialinterne Abwälzbewegungen minimiert werden.
- Darlegung der Erfindung
- Diese Aufgabe wird in Zusammenhang mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 dadurch gelöst, dass die erste Abtriebswelle und die zweite Abtriebswelle über eine elektrische Hilfsgetriebeeinheit miteinander verbunden sind, welche umfasst:
- - ein erstes, 3-welliges Hilfsplanetengetriebe, dessen Hohlrad mit der einen der Abtriebswellen und dessen Steg mit der anderen der Abtriebswellen verbunden ist,
- - ein zweites, 4-welliges Hilfsplanetengetriebe mit zwei Sonnenrädern, dessen Hohlrad mit dem Hohlrad des ersten Hilfsplanetengetriebes und dessen Steg mit dem Sonnenrad des ersten Hilfsplanetengetriebes verbunden ist, wobei ein erstes der beiden Sonnenräder des zweiten Hilfsplanetengetriebes mit einem Stator und ein zweites der beiden Sonnenräder mit einem Rotor einer mit der Hilfsgetriebeeinheit umlaufenden elektrischen Maschine verbunden ist.
- Die Erfindung wendet sich ab von dem bekannten Konzept zweier gleichberechtigter Planetengetriebe und setzt vielmehr auf die Kombination eines einfachen Planetengetriebes, wie es für ungesteuerte Anwendungen verwendet wird, mit einer rein für die Momentensteuerung zuständigen Hilfsgetriebeeinheit. Diese Hilfsgetriebeeinheit zeigt bei Geradeausfahrt keinerlei interne Abwälzbewegungen, sondern läuft einschließlich der elektrischen Maschine als Block um. Bei Geradeausfahrt wirkt das erfindungsgemäße Differential daher wie ein einfaches Planetengetriebe mit entsprechend geringen Verlusten durch Reibung aufgrund differentialinterner Abwälzvorgänge. Erst im Fall einer Kurvenfahrt oder des Traktionsverlustes einzelner Räder, d.h. wenn Drehzahlunterschiede zwischen den Abtriebswellen auftreten, ergeben sich Abwälzbewegungen innerhalb der Hilfsgetriebeeinheit, die durch geeignete Ansteuerung der elektrischen Maschine gezielt beeinflusst werden können, um so eine jeder Fahrsituation angemessene Verteilung des Antriebsmomentes auf die Abtriebswellen zu erzeugen.
- Wie der Fachmann weiß, ist ein 4-welliges Planetengetriebe im Hinblick auf seine Übersetzung- und Verteilungswirkung technisch gleichwirkend mit zwei 3-welligen Planetengetrieben. Der Vorteil des 4-welligen Planetengetriebes ist die mögliche Verkürzung der axialen Baulänge. Allerdings können sich je nach Bauart des 4-welligen Getriebes Nachteile im Hinblick auf die Symmetrie der auftretenden Kräfte ergeben. Es kann daher im Einzelfall günstig sein, dass 4-wellige Hilfsplanetengetriebe durch sein Äquivalent, nämlich zwei 3-wellige Hilfsplanetengetriebe zu ersetzen.
- Mit anderen Worten wird die oben genannte Aufgabe in Verbindung mit dem Oberbegriff von Anspruch 10 auch dadurch gelöst, dass die erste und die zweite Abtriebswelle über eine elektrische Hilfsgetriebeeinheit miteinander verbunden sind, welche umfasst:
- - ein erstes, 3-welliges Hilfsplanetengetriebe, dessen Hohlrad mit der einen der Abtriebswellen und dessen Steg mit der anderen der Abtriebswellen verbunden ist,
- - ein zweites und ein drittes, je 3-welliges Hilfsplanetengetriebe, deren Hohlräder mit dem Hohlrad des ersten Hilfsplanetengetriebes und dessen Stege mit dem Sonnenrad des ersten Hilfsplanetengetriebes verbunden sind,
- Die oben beschriebenen Wirkungen und Vorteile der Erfindung gelten ohne Einschränkung auch für die zuletzt genannte Variante.
- Zur Vermeidung von Verwirrungen soll die Variante gemäß Anspruch 1 nachfolgend als 1x4-Wellenvariante und die Variante gemäß Anspruch 10 als 2x3-Wellenvariante bezeichnet werden.
- Bei beiden Varianten kann das Hauptplanetengetriebe als Stirnrad-Planetengetriebe oder als Kegelrad-Planetengetriebe ausgebildet sein. Im erstgenannten Fall, d.h. im Fall eines Stirnraddifferentials, ist bevorzugt vorgesehen, dass das Hohlrad mit der Antriebswelle verbunden ist, der Steg mit der ersten Abtriebswelle verbunden ist und das Sonnenrad mit der zweiten Abtriebswelle verbunden ist. Die Anbindung eines Kegelraddifferentials ist typischerweise etwas anders aufgebaut und kann vom Fachmann an die Erfordernisse des Einzelfalls angepasst werden.
- Bei der 1x4-Wellenvariante ist es technisch günstig, wenn das 4-wellige Hilfsplanetengetriebe als Doppelplanetengetriebe mit drei Paaren miteinander kämmender Planetenräder ausgebildet ist, die jeweils mit dem ihnen zugeordneten Sonnenrad kämmen. Durch das Doppelplanetengetriebe kann die Verwendung von Stufenplaneten vermieden werden, die aufgrund ihrer aufwendigen Herstellung mit Nachteilen im Hinblick auf die Fertigungskosten verbunden sind. Die Verwendung von drei Planetenpaaren ist im Hinblick auf die Kraftverteilung innerhalb des Getriebes günstig. Unter Kostenaspekten bevorzugt wird jedoch eine Variante mit nur zwei statt drei Paaren von miteinander kämmenden Planetenrädern, die jeweils mit dem ihnen zugeordneten Sonnenrad kämmen.
- Bei der 1 x 4-Wellenvariante ist das 4-wellige Hilfsplanetengetriebe günstigerweise als kinematisches Äquivalent zu einem ersten 3-welligen Teilgetriebe mit negativer Standübersetzung und einem zweiten 3-welligen Teilgetriebe mit positiver Standübersetzung ausgebildet. Entsprechend sind bei der 2x3-Wellenvariante die einzelnen Planetengetriebe günstigerweise mit einer negativen Standübersetzung, (insbesondere das zweite 3-wellige Planetengetriebe) bzw. einer positiven Standübersetzung (insbesondere das dritte 3-wellige Planetengetriebe) ausgebildet. In allen Fällen ergibt sich insgesamt eine Standübersetzung nahe +1, obgleich keines der Einzelgetriebe eine entsprechende Standübersetzung aufweist, was nachteilig wäre, da Getriebe mit Standübersetzung nahe +1 zur Selbsthemmung neigen.
- Bei beiden Varianten ist das Hauptplanetengetriebe günstigerweise als Doppelplanetengetriebe mit zwei Sätzen miteinander kämmender Planetenräder ausgebildet.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden, speziellen Beschreibung und der Zeichnung.
- Figurenliste
- Es zeigt:
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1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Differentials in der 1 x4- Wellenvariante - Ausführliche Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
-
1 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Differentials in der 1x4-Wellenvariante. Die Übertragung auf die 2x3-Wellenvariante ist für den Fachmann ohne großen Aufwand möglich. -
1 zeigt in schematisierter Darstellung die Struktur einer besonders vorteilhaften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Differentials1 . Das Differential1 umfasst zwei wesentliche Funktionseinheiten, nämlich das Hauptplanetengetriebe10 und die Hilfsgetriebeeinheit20 . Das Hauptplanetengetriebe10 stellt ein offenes Differential mit einer gleichmäßigen (50:50) Verteilung eines über eine Antriebswelle101 eingebrachten Antriebsmomentes auf eine erste Abtriebswelle102 und eine zweite Abtriebswelle103 dar. Die Antriebswelle101 ist mit dem Hohlrad104 des Hauptplanetengetriebes10 verbunden. Die erste Abtriebswelle102 ist mit dessen Steg105 und die zweite Abtriebswelle103 ist mit dessen Sonnenrad106 verbunden. Bei der dargestellten Ausführungsform ist das Hauptplanetengetriebe10 als ein Doppelplanetengetriebe mit zwei Sätzen miteinander kämmender Planetenräder107 ausgebildet. Andere Ausführungsformen, wie z.B. Einfach- oder Stufenplanetengetriebe sind grundsätzlich denkbar. - Das Hilfsgetriebe umfasst vier Funktionseinheiten, nämlich ein erstes 3-welliges Hilfsplanetengetriebe
210 , ein 4-welliges Hilfsplanetengetriebe, das nachfolgend entsprechend seinem mechanischen Äquivalent eines zweiten 3-welligen Hilfsgetriebes220 und eines dritten 3-welligen Hilfsgetriebes230 erläutert werden soll, sowie eine elektrische Maschine240 . Das erste Hilfsplanetengetriebe210 bewirkt eine erste Kopplung der ersten und zweiten Abtriebswellen102 und103 . Bei der gezeigten Ausführungsform ist der Steg105 des Hauptplanetengetriebes, d.h. die erste Abtriebswelle102 , mit dem Hohlrad211 des ersten Hilfsplanetengetriebes210 verbunden. Das Sonnenrad106 des Hauptplanetengetriebes10 , d.h. die zweite Abtriebswelle103 , ist mit dem Steg212 des ersten Hilfsplanetengetriebes210 verbunden. Bei der gezeigten Ausführungsform ist das erste Hilfsplanetengetriebe210 als Einfachplanetengetriebe mit einem einfachen Satz Planetenräder213 ausgebildet. Die Planetenräder213 kämen mit dem Hohlrad211 sowie mit dem Sonnenrad214 . Im Fall gleicher Rotationsgeschwindigkeiten der beiden Abtriebswellen102 ,103 ergibt sich keine Relativbewegung zwischen dem Hohlrad211 und dem Steg212 , d.h. es kommt zu keiner Abwälzbewegung der Planetenräder213 am Hohlrad211 . - Das Hohlrad
211 des ersten Hilfsplanetengetriebes ist mit dem Hohlrad des 4-welligen Hilfsplanetengetriebes verbunden. Entsprechend seiner Funktion als gemeinsames Hohlrad jedes der gedachten zweiten und dritten Hilfsplanetengetriebe220 ,230 trägt dieses Hohlrad in1 das zweifache Bezugszeichen221 ,231 . Ebenso trägt der Steg des 4-welligen Planetengetriebes das doppelte Bezugszeichen222 ,232 , um seine Zugehörigkeit zu dem gedachten zweiten Hilfsplanetengetriebes220 und dem gedachten dritten Hilfsplanetengetriebe230 anzudeuten. Der gemeinsame Steg222 ,232 ist mit dem Sonnenrad214 des ersten Hilfsplanetengetriebes210 verbunden. Er trägt zwei Sätze miteinander kämmender Planetenräder223 ,233 , die je einem der gedachten zweiten und dritten Hilfsplanetengetriebe220 ,230 zuordenbar sind. Die Planetenräder223 ,233 kämmen mit jeweils einem Sonnenrad224 bzw.234 . Diese sind mit dem Stator bzw. dem Rotor der elektrischen Maschine240 verbunden. - Im Fall gleicher Rotationsgeschwindigkeiten der ersten und zweiten Abtriebswelle
102 ,103 und bei unbestromter elektrischer Maschine240 ruhen sämtliche Elemente der Hilfsgetriebeeinheit20 relativ zueinander. Das bedeutet, dass die gesamte Hilfsgetriebeeinheit20 einschließlich der elektrischen Maschine240 als Block umläuft. Es treten keinerlei interne Abwälzbewegungen auf. Erst im Fall unterschiedlicher Rotationsgeschwindigkeiten der Abtriebswellen102 ,103 und/oder einer Bestromung der elektrischen Maschine240 kommt es zu Abwälzvorgängen in der Hilfsgetriebeeinheit20 entsprechend den Drehzahldifferenzen der Abtriebswellen102 ,103 , wobei die Kopplung beider Abtriebswellen102 ,103 durch geeignete Ansteuerung der elektrischen Maschine240 mit einem zusätzlichen Moment beaufschlagt werden kann. Durch diese Momentenbeaufschlagung kann die Momentenverteilung des Antriebsmomentes auf die Abtriebswellen102 ,103 gezielt beeinflusst werden. Die dabei in der Hilfsgetriebeeinheit20 auftretenden Drehzahlen sind recht gering, sodass einfache, kostengünstige Lager verwendet werden können und Schleppmomente und Reibungsverluste durch Abwälzvorgänge minimiert werden. - Die nachfolgende Tabelle gibt ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel für die Auslegung der einzelnen Getriebeeinheiten. Die Auslegung ist so gewählt, dass sich eine Verstärkung des Differenzmomentes der elektrischen Maschine von 38,6 ergibt. So kann mit ca. 27 Nm Moment an der elektrischen Maschine ein Differenzmoment von 1.000 Nm an den Abtriebswellen
102 ,103 erzeugt werden.Hauptplanetengetriebe 10 erstes Hilfsplaneten -getriebe 210 zweites (gedachtes) Hilfsplanetengetriebe 220 drittes (gedachtes) Hilfsplanetengetriebe 230 Standübersetzung +2.00 -3.00 -2,25 +2,57 Zähnezahlen 32/64 18/54 24/54 21/54 Sonnenradmoment≈ 2000 Nm 125 Nm 27 Nm 27 Nm Planetenpaaranzahl 4 3(4) 3(2) 3(2) Modul 3 2,5 2,5 2,5 Mindestbreite 20 mm 5 (4,6) mm (1) mm (1) mm - Natürlich stellen die in der speziellen Beschreibung diskutierten und in der Figur gezeigten Ausführungsformen nur illustrative Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung dar. Dem Fachmann ist im Lichte der hiesigen Offenbarung ein breites Spektrum an Variationsmöglichkeiten anhand gegeben. Insbesondere kann der Fachmann zwischen der Ausgestaltung der zweiten und dritten Hilfsgetriebe
220 ,230 als zwei 3-wellige Getriebe oder ein 4-welliges Getriebe nach Erfordernissen des Einzelfalls entscheiden. Auch die in der Tabelle vorgeschlagenen Auslegungs-Kennwerte für die Getriebe sind für die Erfindung nicht zwingend erforderlich, sondern können vom Fachmann jeweils an die Erfordernisse des Einzelfalls angepasst werden. Weiter ist die Erfindung auch nicht auf Querdifferentiale, wie in der speziellen Beschreibung beschrieben, beschränkt. Vielmehr ist die Erfindung auch bei Längsdifferentialen einsetzbar, bei denen das Hauptplanetengetriebe10 eine andere als die gleichmäßige 50:50-Momentenverteilung bewirkt. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Differential
- 10
- Hauptplanetengetriebe
- 101
- Antriebswelle
- 102
- erste Abtriebswelle
- 103
- zweite Abtriebswelle
- 104
- Hohlrad von
10 - 105
- Steg von
10 - 106
- Sonnenrad von
10 - 107
- Planeten von
10 - 20
- Hilfsgetriebeeinheit
- 210
- erstes Hilfsplanetengetriebe
- 211
- Hohlrad von
210 - 212
- Steg von
210 - 213
- Planetenrad von
210 - 214
- Sonnenrad von
210 - 220
- zweites (gedachtes) Hilfsplanetengetriebe
- 230
- drittes (gedachtes) Hilfsplanetengetriebe
- 221, 231
- gemeinsames Hohlrad von
220 und230 - 222, 232
- gemeinsamer Steg von
220 ,230 - 223
- Planetenrad von
220 - 233
- Planetenrad von
230 - 224
- Sonnenrad von
220 - 234
- Sonnenrad von
230 - 240
- elektrische Maschine
Claims (15)
- Differentialgetriebe zur gesteuerten Verteilung eines über eine Antriebswelle (101) eingeleiteten Antriebsmomentes auf eine erste (102) und eine zweite Abtriebswelle (103), mit einem Hauptplanetengetriebe (10), umfassend ein Hohlrad (104), einen Steg (105) und ein Sonnenrad (106) als drei Getriebeelemente, von denen ein erstes Getriebeelement mit der Antriebswelle (101) verbunden ist, ein zweites Getriebeelement mit der ersten Abtriebswelle (102) verbunden ist und ein drittes Getriebeelement mit der zweiten Abtriebswelle (103) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Abtriebswelle (102) und die zweite Abtriebswelle (103) über eine elektrische Hilfsgetriebeeinheit (20) miteinander verbunden sind, welche umfasst: - ein erstes, 3-welliges Hilfsplanetengetriebe (210), dessen Hohlrad (211) mit der einen der Abtriebswellen (102) und dessen Steg (212) mit der anderen der Abtriebswellen (103) verbunden ist, - ein zweites, 4-welliges Hilfsplanetengetriebe (220, 230) mit zwei Sonnenrädern (224, 234), dessen Hohlrad (221, 231) mit dem Hohlrad (211) des ersten Hilfsplanetengetriebes (210) und dessen Steg (222, 232) mit dem Sonnenrad (214) des ersten Hilfsplanetengetriebes (210) verbunden ist, wobei ein erstes der beiden Sonnenräder (224, 234) des zweiten Hilfsplanetengetriebes (220, 230) mit einem Stator und ein zweites der beiden Sonnenräder (224, 234) mit einem Rotor einer mit der Hilfsgetriebeeinheit umlaufenden elektrischen Maschine (240) verbunden ist.
- Differentialgetriebe nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptplanetengetriebe (10) als Stirnrad-Planetengetriebe ausgebildet ist. - Differentialgetriebe nach
Anspruch 2 , dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlrad (104) mit der Antriebswelle (101) verbunden ist, der Steg (105) mit der ersten Abtriebswelle (102) verbunden ist und das Sonnenrad (106) mit der zweiten Abtriebswelle (103) verbunden ist. - Differentialgetriebe nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptplanetengetriebe (10) als Kegelrad-Planetengetriebe ausgebildet ist. - Differentialgetriebe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptplanetengetriebe (10) als Doppelplanetengetriebe mit drei Paaren miteinander kämmender Planetenräder (107) ausgebildet ist.
- Differentialgetriebe nach einem der
Ansprüche 1 bis4 , dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptplanetengetriebe (10) als Doppelplanetengetriebe mit zwei Paaren miteinander kämmender Planetenräder (107) ausgebildet ist. - Differentialgetriebe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Hilfsplanetengetriebe (220, 230) als Doppelplanetengetriebe mit drei Paaren miteinander kämmender Planetenräder (223, 233), die jeweils mit dem ihnen zugeordneten Sonnenrad (224; 234) kämmen, ausgebildet ist.
- Differentialgetriebe nach einem der
Ansprüche 1 bis6 , dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Hilfsplanetengetriebe (220, 230) als Doppelplanetengetriebe mit zwei Paaren miteinander kämmender Planetenräder (223, 233), die jeweils mit dem ihnen zugeordneten Sonnenrad (224; 234) kämmen, ausgebildet ist. - Differentialgetriebe nach einem der
Ansprüche 7 oder8 , dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Hilfsplanetengetriebe (220, 230) als kinematisches Äquivalent zu einem ersten 3-welligen Teilgetriebe mit negativer Standübersetzung und einem zweiten 3-welligen Teilgetriebe mit positiver Standübersetzung ausgebildet ist. - Differentialgetriebe zur gesteuerten Verteilung eines über eine Antriebswelle eingeleiteten Antriebsmomentes auf eine erste und eine zweite Abtriebswelle, mit einem Hauptplanetengetriebe, umfassend ein Hohlrad, einen Steg und ein Sonnenrad als drei Getriebeelemente, von denen ein erstes Getriebeelement mit der Antriebswelle verbunden ist, ein zweites Getriebeelement mit der ersten Abtriebswelle verbunden ist und ein drittes Getriebeelement mit der zweiten Abtriebswelle verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Abtriebswelle über eine elektrische Hilfsgetriebeeinheit miteinander verbunden sind, welche umfasst: - ein erstes, 3-welliges Hilfsplanetengetriebe, dessen Hohlrad mit der einen der Abtriebswellen und dessen Steg mit der anderen der Abtriebswellen verbunden ist, - ein zweites und ein drittes, je 3-welliges Hilfsplanetengetriebe, deren Hohlräder mit dem Hohlrad des ersten Hilfsplanetengetriebes und dessen Stege mit dem Sonnenrad des ersten Hilfsplanetengetriebes verbunden sind, wobei das Sonnenrad des zweiten Hilfsplanetengetriebes mit einem Stator und das Sonnenrad des dritten Hilfsplanetengetriebes mit einem Rotor einer mit der Hilfsgetriebeeinheit umlaufenden elektrischen Maschine verbunden sind.
- Differentialgetriebe nach
Anspruch 10 , dadurch gekennzeichnet, dass das zweite 3-wellige Planetengetriebe eine negative Standübersetzung hat. - Differentialgetriebe nach einem der
Ansprüche 10 bis11 , dadurch gekennzeichnet, dass das dritte 3-wellige Planetengetriebe eine positive Standübersetzung hat. - Differentialgetriebe nach einem der
Ansprüche 10 bis12 , dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptplanetengetriebe als Stirnrad-Planetengetriebe ausgebildet ist. - Differentialgetriebe nach
Anspruch 13 , dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlrad mit der Antriebswelle verbunden ist, der Steg mit der ersten Abtriebswelle verbunden ist und das Sonnenrad mit der zweiten Abtriebswelle verbunden ist. - Differentialgetriebe nach einem der
Ansprüche 10 bis12 , dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptplanetengetriebe als Kegelrad-Planetengetriebe ausgebildet ist.
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