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Stand der Technik
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Brennkraftmaschinen,
die nach dem Otto- oder Dieselverfahren arbeiten und den Kraftstoff
direkt in den Brennraum der Brennkraftmaschine einspritzen, sind
hinsichtlich Wirkungsgrad, Emissionsverhalten und Leistungsabgabe
besonders vorteilhaft. Um die Vorteile dieser sogenannten Direkteinspritzung
möglichst weitgehend ausnutzen zu können, werden
insbesondere bei strahlgeführten Brennverfahren höchste
Anforderungen an die Zumessgenauigkeit der Einspritzventile, insbesondere bei
kleinen Einspritzmengen, gestellt.
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Insbesondere
ist die Zumessung kleinster Kraftstoffmengen bei Mehrfacheinspritzungen
vor allem für den Start, den Warmlauf und das Aufheizen des
Katalysators der Brennkraftmaschine erforderlich. Des weiteren werden
die Anforderungen an die Zumessgenauigkeit durch die steigenden
Einspritzdrücke weiter erhöht. Aus der
DE 10 2004 015745
A1 ist ein Verfahren zum Betreiben eines Einspritzventils und
zur Bestimmung der Flugdauer der Ventilnadel des Einspritzventils
bekannt auf die hiermit Bezug genommen wird.
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Die
aus dem Stand der Technik bekannten Einspritzventile haben eine
Kennlinie der Flugdauer des Ventilglieds des Einspritzventils in
Abhängigkeit von der Ansteuerdauer, die sich im wesentlichen
in drei Bereiche aufteilen lässt. Dabei besteht grundsätzlich
ein direkter Zusammenhang zwischen der Flugdauer und der eingespritzten
Kraftstoffmenge: Je länger die Flugdauer, desto größer
die eingespritzte Kraftstoffmenge bei sonst gleichen Randbedingungen.
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In
einem ersten Bereich, dem sogenannten Teilhubbereich, wird das Einspritzventil
nur sehr kurz angesteuert und es ergibt sich ein monoton steigender,
aber nicht immer linearer Kennlinienabschnitt. In einem zweiten
Bereich, dem sogenannten Übergangsbereich, sinkt die Flugdauer
mit zunehmender Ansteuerdauer des Einspritzventils wieder ab, so dass
zwischen dem Teilhubbereich und dem Übergangsbereich ein
erster Wendepunkt oder ein lokales Maximum erreicht wird.
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Dieser Übergangsbereich
endet an einem zweiten Wendepunkt oder einem lokalen Minimum. Bei
Ansteuerdauer die größer sind als die zu dem zweiten
Wendepunkt gehörende Ansteuerdauer T2, beginnt
ein dritter Kennlinienabschnitt in dem die Kennlinie der Flugdauer
wieder monoton ansteigt und einen sehr ausgeprägt linearen
Verlauf hat.
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Da
die Lage des Übergangsbereichs und die zu dem ersten und
dem zweiten Wendepunkt gehörenden Flugdauern des Ventilglieds
für jedes Einspritzventil individuell sind und sich im übrigen
auch über die Lebensdauer des Einspritzventils ändern,
ist es derzeit nicht möglich, den Teilhubbereich und den Übergangsbereich
der Kennlinie zum Ansteuern des Einspritzventils, insbesondere zur
Zumessung kleinster Einspritzmengen mit der geforderten Genauigkeit
darzustellen. Daher wird derzeit nur der sogenannte Vollhubbereich
zu der Kennlinie angesteuert, was die Zumessung kleinster Kraftstoffmengen unmöglich
macht.
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Offenbarung der Erfindung
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Einsatzbereich der Einspritzventile
vor allem hin zu kleinen und kleinsten Einspritzmengen zu erweitern
und die Zumessgenauigkeit zu erhöhen.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass der Übergangsbereich der Kennlinie für jedes
Einspritzventil individuell zu ermitteln und während des
Betriebs der Brennkraftmaschine ausgeblendet beziehungsweise übersprungen
wird. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird
eine monoton steigende Kennlinie zwischen der Ansteuerdauer und
der Flugdauer beziehungsweise des Ventilglieds des Einspritzventils
beziehungsweise der Einspritzmenge gebildet. Dies ermöglicht
eine deutliche Erweiterung des Betriebs- oder Einsatzbereichs innerhalb
dessen Kraftstoffeinspritzmengen zugemessen werden können.
Insbesondere können dadurch kürzere Ansteuerdauern
und in Folge dessen kleinere Einspritzmengen realisiert werden.
Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass eine Verbesserung
der Zumessgenauigkeit erreicht wird.
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In
weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
dass der Übergangsbereich ÜB von einem ersten
Wendepunkt WP1 und einem zweiten Wendepunkt WP2 oder einem lokalen Maximum
und einem lokalen Minimum einer Kennlinie der Flugdauer eines Ventilglieds
des Kraftstofffeinspritzventils in Abhängigkeit der Ansteuerdauer
begrenzt wird.
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Sowohl
die Wendepunkte als auch die lokalen Extremwerte können
mit einer Vielzahl der aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren
aus den Stützstellen der Kennlinie ermittelt werden, so
dass die individuelle Ermittlung des Übergangsbereichs für
jedes Einspritzventil möglich ist. Des weiteren ist es
auch möglich, die Wendepunkte und/oder Extremwerte während
des Betriebs der Brennkraftmaschine und über die gesamte
Lebensdauer der Einspritzventile regelmäßig zu
ermitteln und gegebenenfalls zu korrigieren, so dass ein Drift des
Betriebsverhaltens der Einspritzventile erfasst und bei der Ansteuerdauer
berücksichtigt werden kann. Dadurch lassen sich über
die gesamte Lebensdauer der Brennkraftmaschine und des Einspritzventils
gleichbleibend hohe Zumessgenauigkeiten realisieren und somit die
gesetzlich geforderten Emissionsgrenzwerte auch über die
gesamte Lebensdauer der Brennkraftmaschine einhalten.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren stützt sich dabei
auf an und für sich bekannte Verfahren zur Ermittlung der
Flugdauer des Ventilglieds eines Einspritzventils, die zum Beispiel
aus der
DE 10
2004 015745 A1 bekannt sind. Die Flugdauer des Ventilglieds
wird letztendlich dadurch ermittelt, dass der Strom und/oder der
Spannungsverlauf an den Anschlüssen des Einspritzventils
zeitlich hoch aufgelöst erfasst und ausgewertet wird. Somit
ist auch hierzu kein zusätzlicher Hardwareaufwand erforderlich
und das Verfahren kann bei laufender Brennkraftmaschine regelmäßig
wiederholt werden, so dass die Ermittlung der Kennlinien über
die gesamte Lebensdauer der Brennkraftmaschine in regelmäßigen
Abständen durchgeführt und die daraus resultierenden
Wendepunkte beziehungsweise lokalen Maxima/Minima ermittelt werden
können.
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Ein
vergleichsweise einfaches Verfahren zur Ermittlung des ersten Wendepunkts
und/oder des zweiten Wendepunkts der Kennlinie des Kraftstoffeinspritzventils
sieht vor, die zu verschiedenen Ansteuerdauern des Einspritzventils
gehörenden Flugdauern zu ermitteln und aus den Ansteuerdauern
und den zugehörigen Flugdauern eine Kennlinie zu generieren.
In einem weiteren Schritt wird diese Kennlinie in Bereiche mit monotoner Änderung
der Flugdauern bei geänderten Ansteuerdauern unterteilt,
insbesondere einen Teilhubbereich TH, einen Übergangsbereich ÜB
und einen Vollhubbereich VH. Diese Bereiche werden erfindungsgemäß durch
einen Wendepunkt oder einen lokalen Extremwert voneinander abgegrenzt.
Somit kann erfindungsgemäß durch Anwendung an
sich bekannter Verfahren zur Ermittlung von Wendepunkten und/oder
lokalen Extremwerten der Übergangsbereich bestimmt werden.
Somit ist es durch das erfindungsgemäße Verfahren
einfach und ohne zusätzlichen Hardware-Aufwand möglich,
den ersten und den zweiten Wendepunkt beziehungsweise ein lokales
Maximum und ein lokales Minimum jederzeit und während des
Betriebs der Brennkraftmaschine zu erfassen und auf der Basis dieser
Werte den Übergangsbereich der Kennlinie zu ermitteln und das
erfindungsgemäße Verfahren durchzuführen.
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Dem
ersten Wendepunkt beziehungsweise dem lokalen Maximum kann eine
bestimmte Flugdauer FDWP1 zugeordnet werden. In entsprechender Weise
ist es möglich, dem zweiten Wendepunkt beziehungsweise
dem lokalen Minimum eine Flugdauer FDWP2 zuzuordnen. Dabei gilt,
dass die Flugdauer FDWP1 am ersten Wendepunkt größer
ist als die Flugdauer FDWP2 am zweiten Wendepunkt. Nur dann nämlich
gibt es einen Übergangsbereich in der Kennlinie, innerhalb
dessen die Kennlinie nicht monoton ansteigt. Um nun zu einer monotonen
Kennlinie des Einspritzventils zu gelangen, ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass ein Wechsel von der Verwendung der Kennlinie im Teilhubbereich
zu der Kennlinie im Vollhubbereich erfolgt, wenn die gewünschte
Flugdauer, die sich aus der erforderlichen Einspritzmenge ergibt,
größer als die Flugdauer FDWP2 am zweiten Wendepunkt
ist und kleiner als die Flugdauer am ersten Wendepunkt ist. Dadurch wird
sichergestellt, dass auf die Kennlinie im Vollhubbereich umgeschaltet
wird, wenn das Einspritzventil schon im Vollhubbereich so angesteuert
werden kann, dass die gewünschte Flugdauer erreicht wird.
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Um
Instabilitäten des Verfahrens zu vermeiden, erfolgt der
Wechsel von der Verwendung der Kennlinie im Teilhubbereich zu der
Kennlinie im Vollhubbereich auf jeden Fall, so lange die gewünschte Flugdauer
kleiner als die Flugdauer am ersten Wendepunkt abzüglich
eines ersten Mindestabstands ΔFD,1 ist. Dadurch wird sichergestellt,
dass das Verfahren nie auf eine Stützstelle der Kennlinie
zurückgreift, die sich in unmittelbarer Nähe oder
direkt am ersten Wendepunkt befindet, was zu Instabilitäten des
Verfahrens führen kann. Der erste Mindestabstand ΔFD,1
wird vorteilhafterweise so gewählt, dass er die im Normalbetrieb
zu erwartende Drift der Kennlinie zwischen zwei turnusgemäßen
Erfassungen der Kennlinie abfängt und somit jederzeit eine
stabile Ansteuerung des Einspritzventils möglich ist.
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In
entsprechender Weise ist weiterhin vorgesehen, dass ein Wechsel
von der Verwendung der Kennlinie im Vollhubbereich zu der Kennlinie
im Teilhubbereich spätestens dann erfolgt, wenn die gewünschte
Flugdauer kleiner als die Flugdauer am zweiten Wendepunkt zuzüglich
eines zweiten Mindestabstands ΔFD,2 ist. Auch hierdurch
wird sichergestellt, die Kennlinie in unmittelbarer Nähe
des zweiten Wendepunkts nicht benutzt wird und das erfindungsgemäße
Verfahren stabil abläuft.
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Um
den während des Betriebs auftretenden Drift der Kennlinie
erfassen zu können, wird der erste Wendepunkt und/oder
der zweite Wendepunkt beziehungsweise das lokale Maximum und das
lokale Minimum in regelmäßigen Abständen
neu ermittelt. So kann beispielsweise eine bestimmte Betriebsdauer der
Brennkraftmaschine gezählt werden und nach Ablauf einer
vorgegebenen Betriebsdauer die Kennlinie des Einspritzventils inklusive
der Wendepunkte und der lokalen Extremwerte erfasst und die zu den Wendepunkten
gehörenden Flugdauern in einem Speicher aktualisiert und
abgespeichert werden.
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Um
die Vorzüge des erfindungsgemäßen Verfahrens
voll auszunützen, ist weiter vorgesehen, dass jedes Einspritzventil
einer Brennkraftmaschine nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren betrieben wird und dass für jedes Einspritzventil
individuell die Wendepunkte beziehungsweise die lokalen Extremwerte
ermittelt werden. Dadurch ist es möglich, jeden Zylinder
der Brennkraftmaschine über die gesamte Lebensdauer optimal
zu betreiben, so dass sich die Gesamtemissionen der Brennkraftmaschine
ebenfalls auf einem konstant niedrigen Niveau halten.
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Dadurch,
dass der Wechsel von der Kennlinie des Teilhubbereichs in die Kennlinie
des Vollhubbereichs und umgekehrt an unterschiedlichen Grenzen,
nämlich dem Abstands zum ersten Wendepunkt beziehungsweise
zum zweiten Wendepunkt festgemacht wird, ergibt sich eine Hysterese
beim Wechsel zwischen den Bereichen der Kennlinie, so dass das Verfahren
länger in einem Bereich der Kennlinie verweilt und die
Zahl der Wechsel von einem Bereich der Kennlinie zu einem anderen
Bereich der Kennlinie reduziert werden kann. Außerdem wird
das sogenannte Toggeln in unmittelbarer Nähe des ersten
Wendepunkts und des zweiten Wendepunkts vermieden. Auch dieses Toggeln
ist unerwünscht, da es die Stabilität der Ansteuerung
des Einspritzventils reduziert.
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Von
besonderer Bedeutung ist die Realisierung des erfindungsgemäßen
Verfahrens in Form eines Computerprogramms, das auf einem Computer beziehungsweise
einer Recheneinheit eines Steuergeräts ablauffähig
und zur Ausführung des Verfahrens geeignet ist. Das Computerprogramm
kann beispielsweise auf einem elektronischen Speichermedium abgespeichert
sein, wobei das Speichermedium seinerseits zum Beispiel in dem Steuergerät
enthalten sein kann.
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Weitere
Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung verschiedene
Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt sind. Dabei
können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung
erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder
in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.
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Kurze Beschreibung der Zeichnung
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In
der Zeichnung zeigt:
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1 eine
schematische Darstellung eines zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens geeigneten Einspritzventils,
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2 eine
exemplarische, schematische Darstellung Kennlinie eines Einspritzventils
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3 die
Kennlinie gemäß 2 mit ausgeblendetem Übergangsbereich
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4 eine
Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens
mit Hysterese und
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5 ein
Flussdiagramm einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
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1a bis 1c zeigt
eine Ausführungsform eines für die Kraftstoffeinspritzung
vorgesehenen Einspritzventils 10 für eine Brennkraftmaschine in
verschiedenen Betriebszuständen eines Einspritzzyklus.
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1a zeigt
das Einspritzventil 10 in seinem Ruhezustand, in dem es
nicht durch das Ihm zugeordnete Steuergerät 22 angesteuert
wird. Eine Magnetventilfeder 111 presst hierbei eine Ventilkugel 105 in
einen hierfür vorgesehenen Sitz der Ablaufdrossel 112,
so dass sich in dem Ventilsteuerraum 106 ein dem Raildruck
entsprechender Kraftstoffdruck aufbauen kann, wie er auch im Bereich
des Hochdruckanschlusses 113 herrscht.
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Der
Raildruck steht auch in dem Kammervolumen 109 an, das die
Ventilnadel 116 des Einspritzventils 10 umgibt.
Die durch den Raildruck auf die Stirnfläche des Steuerkolbens 115 aufgebrachten Kräfte
sowie die Kraft der Düsenfeder 107 halten die Ventilnadel 116 gegen
eine öffnende Kraft, die an der Druckschulter 108 der
Ventilnadel 116 angreift, geschlossen.
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1b zeigt
das Einspritzventil 10 in seinem geöffneten Zustand,
den es unter Ansteuerung durch das Steuergerät 22 auf
die folgende Weise ausgehend von dem in 2a abgebildeten
Ruhezustand einnimmt: Der vorliegend durch die in 2a bezeichnete
Magnetspule 102 und den mit der Magnetspule 102 zusammenwirkenden
Magnetanker 104 gebildete elektromagnetische Aktor 102, 104 wird durch
das Steuergerät 22 mit einem ein Ansteuersignal
bildenden Ansteuerstrom I beaufschlagt, um ein Öffnen des
vorliegend als Steuerventil arbeitenden Magnetventils 104, 105, 112 zu
bewirken. Die Magnetkraft des elektromagnetischen Aktors 102, 104 übersteigt
hierbei die Federkraft der Ventilfeder 111 (1a),
so dass der Magnetanker 104 die Ventilkugel 105 von
ihrem Ventilsitz abhebt und hiermit die Ablaufdrossel 112 öffnet.
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Mit
dem Öffnen der Ablaufdrossel 112 kann nun Kraftstoff
aus dem Ventilsteuerraum 106 in dem gemäß 2b darüber liegenden Hohlraum,
vgl. die Pfeile, und über einen Kraftstoffrücklauf 101 zurück zu
einem nicht abgebildeten Kraftstoffbehälter abfließen.
Die Zulaufdrossel 114 verhindert einen vollständigen
Druckausgleich zwischen dem im Bereich des Hochdruckanschlusses 113 anliegenden
Raildruck und dem Druck in dem Ventilsteuerraum 106, so
dass der Druck in dem Ventilsteuerraum 106 sinkt. Dies führt
dazu, dass der Druck in dem Ventilsteuerraum 106 kleiner
wird als der Druck in dem Kammervolumen 109, der nach wie
vor dem Raildruck entspricht. Der verringerte Druck in dem Ventilsteuerraum 106 bewirkt
eine dementsprechend verringerte Kraft auf den Steuerkolben 115 und
führt somit zum Öffnen des Einspritzventils 10,
das heißt zu dem Abheben der Ventilnadel 116 aus
ihrem Ventilnadelsitz im Bereich der Spritzlöcher 110.
Dieser Betriebszustand ist in 1b veranschaulicht.
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Anschließend,
das heißt nach dem Abheben aus dem Ventilnadelsitz, vollführt
die Ventilnadel 116 primär unter Einwirkung der
hydraulischen Kräfte in dem Kammervolumen 119 und
in dem Ventilsteuerraum 106 eine im Wesentlichen ballistische
Trajektorie. Bei einer hinreichend großen Ansteuerdauer, während
der die Magnetspule 102 mit dem Ansteuerstrom I beaufschlagt
wird, kann die Ventilnadel 116 in ihrer Öffnungsbewegung
jedoch auch einen nicht abgebildeten Nadelhubanschlag erreichen,
der den maximalen Nadelhub definiert. In diesem Fall wird von einem
Betrieb des Einspritzventils 10 in seinem Vollhubbereich
gesprochen.
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Sobald
der elektromagnetische Aktor 102, 104 (1a)
zu einem Ende der Ansteuerdauer nicht mehr durch das Steuergerät 22 angesteuert
wird, drückt die Ventilfeder 111 den Magnetanker 104 wie in 2c abgebildet, nach unten, so dass die
Ventilkugel 105 daraufhin die Ablaufdrossel 112 verschließt.
Hierdurch baut sich im Steuerraum 106 erneut der Raildruck
auf. Dieser nunmehr erhöhte Druck in dem Steuerraum 106 übt
eine größere Kraft auf den Steuerkolben 115 aus,
die zusammen mit der Kraft der Düsenfeder 107 die
im Bereich des Kammervolumens 109 auf die Ventilnadel 116 einwirkende
Kraft überschreitet und die Ventilnadel 116 somit wieder
in ihre Schließlage verbringt.
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Die
Kraftstoffeinspritzung ist beendet, sobald die Ventilnadel 116 ihren
Ventilnadelsitz im Bereich der Spritzlöcher 110 erreicht
und diese verschließt, vgl. 1c. In
der 2 ist exemplarisch die Kennlinie eines Einspritzventils 10 dargestellt,
wobei auf der X-Achse die Ansteuerdauer TA und
auf der Y-Achse die Flugdauer FD aufgetragen ist.
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Die
Kennlinie 25 lässt sich in drei Bereiche aufteilen.
Der erste Bereich beginnt in unmittelbarer Nähe des Ursprungs
und endet zum Zeitpunkt T1. Dieser erste
Bereich wird als Teilhubbereich TH bezeichnet, da sich in diesem
Bereich die Ventilnadel 13 nicht vollständig öffnet
und nicht an dem Hubanschlag anschlägt. In dem Teilhub-Bereich
TH ist die Kennlinie 25.1 relativ steil und häufig
nicht linear. Aus Gründen der Vereinfachung ist jedoch
in der 2 der erste Bereich der Kennlinie 25.1 als
Gerade dargestellt. Charakteristisch für den ersten Bereich
TH ist, dass die Kennlinie 25.1 monoton steigt. Bei einer Ansteuerdauer
tA = T1 hat die
Kennlinie 25 einen ersten Wendepunkt WP1 beziehungsweise
ein erstes lokales Maximum. Bei Ansteuerdauern tA > T1 sinkt
die Flugdauer FD wieder ab, bis zum Zeitpunkt bei einer Ansteuerdauer
tA = T2 ein zweiter
Wendepunkt WP2 beziehungsweise ein zweites lokales Maximum erreicht
ist.
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Wenn
nun die Ansteuerdauer tA > T2 gewählt wird,
steigt die Kennlinie 25.3 wieder monoton an und hat üblicherweise
einen ausgeprägt linearen Verlauf. Dies bedeutet, dass
die Ansteuerung des Einspritzventils mit Ansteuerdauern tA > T2 steuerungstechnisch einfach zu beherrschen
ist und ein guter linearer Zusammenhang zwischen der Ansteuerdauer und
der Flugdauer FD beziehungsweise der daraus resultierenden eingespritzten
Kraftstoffmenge besteht.
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Bislang
ist der Betriebsreich des Einspritzventils auf den Vollhubbereich
VH mit Ansteuerdauern tA > T2 beschränkt,
da vor allem im Übergangsbereich ÜB die Zumessgenauigkeit
abnimmt und insbesondere die Streuung zwischen verschiedenen Exemplaren
baugleicher Einspritzventile stark zunimmt. Auch hierdurch wird
die Zumessgenauigkeit verringert.
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Um
dieses Problem zu umgehen, ist es erfindungsgemäß vorgesehen,
den Übergangsbereich 25.2 der Kennlinie auszublenden
und aus den Bereichen 25.1 und 25.3 der Kennlinie 25 eine
monoton steigende Kennlinie zusammenzusetzen. Eine solche zusammengesetzte
monoton steigende Kennlinie ist in 3 dargestellt.
Damit eine monoton steigende Kennlinie erreicht wird, muss bei einer
bestimmten Flugdauer, nämlich der sogenannten Umschaltflugdauer
FDU (siehe 2) zwischen
den beiden Teilen 25.1 und 25.3 der Kennlinie 25 umgeschaltet
werden. Dies bedeutet, dass bei einer Ansteuerdauer FD < FDU,
der erste Bereich 25.1 der Kennlinie herangezogen wird
und bei Ansteuerdauern beziehungsweise Flugdauern FD > FDU der
Bereich 25.3 der Kennlinie ausgewertet wird. Dadurch kann
das Einspritzventil 10 bei kleinen Einspritzmengen mit
Ansteuerdauern tA < TU1 angesteuert
werden. Bei größeren Einspritzmengen ist die Ansteuerdauer
tA > TU2. Der Bereich zwischen TU1 und
TU2 wird außer zur Bestimmung der
Wendepunkte nie angesteuert, so dass der Übergangsbereich ÜB
ausgeblendet wird. Damit ist es möglich, die Zumessgenauigkeit
zu erhöhen und somit das Betriebsverhalten der Brennkraftmaschine
zu verbessern.
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Wesentliches
Merkmal des Übergangsbereichs ist, dass zwischen dem ersten
Abschnitt 25.1 und dem zweiten Abschnitt 25.2 der
Kennlinie 25 ein erster Wendepunkt WP1 und/oder
ein lokales Maximum vorhanden ist. Dieser erste Wendepunkt WP1 beziehungsweise das lokale Maximum kann
erfindungsgemäß dazu herangezogen werden, um den Teilhubbereich
TH vom Übergangsbereich ÜB zu trennen. In entsprechender
Weise ist es möglich, durch den zweiten Wendepunkt WP2, der sich zwischen dem zweiten Abschnitt 25.2 und
dem dritten Abschnitt 25.3 der Kennlinie 25 befindet,
diese Bereiche voneinander zu trennen.
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In
der vereinfachten Darstellung gemäß der 2 bis 4 ist
die Kennlinie 25 aus drei geraden Stücken zusammengesetzt.
Allerdings sind insbesondere der erste Abschnitt 25.1 und
der zweite Abschnitt 25.2 bei vielen in Serie gefertigten
Einspritzventilen nicht linear, so dass es auch gekrümmte
und nicht lineare Abschnitte der Kennlinie 25 auftreten können,
die auch mit dem erfindungsgemäßen Verfahren handhabbar
sind.
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Erfindungsgemäß ist
nun vorgesehen in regelmäßigen Abständen,
das heißt beispielsweise nach einhundert Betriebsstunden
des Einspritzventils, den ersten Wendepunkt WP1 und
den zweiten Wendepunkt WP2 zu ermitteln
und die zugehörigen Ansteuerdauern T1 und
T2 und die zugehörigen Flugdauern
FDWP1 und FDWP2 zu
erfassen und abzuspeichern. Alternativ zu der Erfassung der Wendepunkte WP1 und WP2 ist es
auch möglich, die Grenze zwischen dem Teilhubbereich TH
und dem Übergangsbereich ÜB dadurch zu erfassen,
dass ein lokales Maximum der Kennlinie 25 ermittelt wird.
In entsprechender Weise kann die Grenze zwischen dem Übergangsbereich ÜB
und dem Vollhubbereich VH durch die Ermittlung eines lokalen Minimums
erfasst und festgelegt werden.
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Ob
Wendepunkte oder lokale Extremwerte für die Abgrenzung
der verschiedenen Bereiche herangezogen werden, kann abhängig
von der Kennlinie des Einspritzventils entschieden werden.
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In 2 ist
ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Verfahrens dargestellt, bei dem eine Hysterese beim Ausblenden des Übergangsbereichs ÜB
vorgesehen ist, so dass der Wechsel von dem ersten Abschnitt 25.1 der
Kennlinie zum dritten Abschnitt 25.3 der Kennlinie weniger
häufig durchgeführt wird und sich dadurch ein
stabileres Verfahren ergibt.
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Ausgehend
von kleinen Ansteuerdauern tA sehr viel
kleiner T1, wird der Abschnitt 25.1 der
Kennlinie für die Berechnung der Flugdauer FD herangezogen.
Dies wird so lange durchgeführt, bis sich die Ansteuerdauer
tA dem Wert T1 annähert.
Genauer gesagt, wird die aus der Ansteuerdauer resultierende Flugdauer
FD dahingehend überprüft, ob die gewünschte
Flugdauer, die zur Erzielung einer vorgegebenen Einspritzmenge erforderlich
ist, kleiner als die Flugdauer FDWP1 am
ersten Wendepunkt abzüglich eines ersten Mindestabstands ΔFD1 ist. Der erste Mindestabstand ΔFD1 ist in 4 eingetragen.
Dieser Wechsel vom ersten Teil 25.1 zum dritten Teil 25.3 der
Kennlinie bei zunehmender Ansteuerdauer tA ist
durch einen ersten Pfeil 27 in 4 angedeutet. Für
weiter zunehmende Einspritzmengen wird dann die Ansteuerdauer tA mit Hilfe des dritten Bereichs 25.3 der
Kennlinie 25 berechnet.
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Wenn
die Einspritzmenge reduziert werden soll, führt dies naturgemäß zu
verkürzten Ansteuerdauern tA. Da
sich das Verfahren in diesem Zustand auf den dritten Abschnitt 25.3 der
Kennlinie stützt, wandert mit zunehmender geringerer Einspritzmenge
die Ansteuerdauer tA hin zu kleineren Werten
in Richtung von T2. Dabei ist T2 die
Ansteuerdauer, die sich ergibt, wenn der zweite Wendepunkt WP2 der Kennlinie angesteuert wird. Sobald
die Ansteuerdauer tA beziehungsweise die
daraus resultierende Flugdauer FD kleiner ist als die Flugdauer
FDWP2 am zweiten Wendepunkt zuzüglich
eines zweiten Mindestabstands ΔFD,2,
wird wieder auf den ersten Bereich 25.1 der Kennlinie gewechselt.
Dieser Wechsel ist durch einen zweiten Pfeil 29 angedeutet.
Da der erste Pfeil 27 und der zweite Pfeil 29 in
Richtung der Y-Achse beabstandet zueinander sind, ergibt sich dadurch
eine Hysterese des Verfahrens beziehungsweise beim Umschalten oder
dem Wechsel von einem Bereich der Kennlinie zum anderen Bereich
der Kennlinie, was die Stabilität des Verfahrens erhöht. Da
der erste Mindestabstand ΔFD,1 und
der zweite Mindestabstand ΔFD,2 jeweils
von dem ersten Wendepunkt WP1 beziehungsweise
dem zweiten Wendepunkt WP2 abhängen,
wird auch durch eine Neuermittlung der Wendepunkte WP1 und
WP2 die Hysterese automatisch angepasst,
infolgedessen ist auch diese Hysteresefunktion über die
gesamte Lebensdauer der Brennkraftmaschine aktiv und zwar unabhängig
von dem Drift der Kennlinie 25.
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In 5 ist
ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Verfahrens als Blockschaltbild dargestellt. In einem ersten Funktionsblock 31 wird die
sogenannte Vorsteuerung des Einspritzventils vorgenommen. In einem
ersten Entscheidungsblock 33 wird abgefragt, ob der erste
Wendepunkt WP1 und/oder der zweite Wendepunkt
WP2 beziehungsweise ein erstes lokales Maximum
und ein zweites lokales Minimum vorhanden sind. Wenn diese Abfrage mit
nein beantwortet wird, wird in einem zweiten Funktionsblock 35 der Übergangsbereich ÜB
der Kennlinie vermessen.
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Dies
erfolgt dadurch, dass das Einspritzventil 10 mit verschiedenen
Ansteuerdauern tA angesteuert wird und die
zugehörigen Flugdauern FD erfasst werden. Die Erfassung
der Flugdauern kann nach einem aus dem Stand der Technik bekannten
Verfahren erfolgen. So kann man zum Beispiel die Stützstellen der
Kennlinie im Normalbetrieb und erweitertem Kennlinien-Nutzbereich
oder in einem Sondereinspritzmodus erfassen.
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Durch
die Erfassung der Flugdauern ergeben sich bei verschieden langen
Ansteuerdauern Stützstellen einer aktuellen Kennlinie 25.
Sobald ausreichend viele Stützstellen erfasst wurden, kann
die so gebildete neue aktuelle Kennlinie dahingehend untersucht
werden, wo der erste Wendepunkt WP1 beziehungsweise
ein lokales Maximum und der zweite Wendepunkt WP2 beziehungsweise
ein lokales Minimum zu finden sind. Wenn der erste Wendepunkt WP1,neu und der zweite Wendepunkt WP2,neu sich von den zuvor abgespeicherten
Wendepunkten deutlich unterscheidet, hat eine Drift der Kennlinie 25 stattgefunden
und es werden die neuen Werte für den Wendepunkt abgespeichert
und das erfindungsgemäße Verfahren auf der Basis
der neu abgespeicherten Wendepunkte durchgeführt. Wenn
die Wendepunkte detektiert wurden, so dass die Abfrage in der Verzweigung 33 mit „ja” beantwortet
werden kann, wird in einem zweiten Abfrageblock 37 abgefragt,
ob eine zyklische Neuvermessung der Kennlinie 25 und Ermittlung
der Wendepunkte beziehungsweise des Übergangsbereichs erforderlich
ist. Wenn diese Abfrage mit ”ja” beantwortet wird,
verzweigt das Verfahren zum zweiten Funktionsblock 35 und
es erfolgt eine Neuvermessung der Kennlinie und Ermittlung des Übergangsbereichs ÜB
in Abhängigkeit der neu ermittelten Wendepunkte WP1 und WP2.
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Wenn
die Abfrage im zweiten Verzweigungsblock 37 negativ ist,
wird der Übergangsbereich ÜB in der Kennlinie übersprungen
und es wird eine monotone Kennlinie aus den Bereichen 25.1 und 25.3 der Kennlinie 25 zusammengesetzt.
Mit Hilfe dieser monotonen Kennlinie 25, wie sie beispielsweise
in der 3 dargestellt ist, kann nun die Ansteuerung des Einspritzventils 10 erfolgen
und über den gesamten Betriebsbereich des Einspritzventils
eine sehr hohe Zumessgenauigkeit erreicht werden. Besonders vorteilhaft
an dem erfindungsgemäßen Verfahren ist, dass auch
ein Drift des Einspritzventils erkannt und entsprechend durch eine
geänderte/angepasste Definition des Übergangsbereichs ÜB
und seiner Ausblendung erfolgt. Dadurch ist die Zumessgenauigkeit über
die gesamte Lebensdauer der Brennkraftmaschine nahezu konstant.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 102004015745
A1 [0002, 0011]