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Die
Erfindung betrifft ein ringförmiges axiales Sicherungselement
nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie ein Verfahren
zur Herstellung eines Sicherungselementes nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
6.
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Axiale
Sicherungselemente sind insbesondere als Normteile bekannt; sie
dienen der axialen Fixierung von Bauteilen auf Wellen oder in Bohrungen. Durch DIN
471 sind Sicherungsringe, auch Halteringe genannt, für
Wellen bekannt, während in DIN 472 Sicherungsringe
(Halteringe) für Bohrungen dargestellt und beschrieben
sind. Die Sicherungsringe weisen auf ihrem Umfang einen Stoß oder
Spalt auf, damit sie zur Montage auf einer Welle oder in einer Bohrung
elastisch gespreizt oder auf den Bohrungsdurchmesser zusammengedrückt
werden können. Insbesondere die Sicherungsringe für
Bohrungen weisen daher einen relativ großen Umfangsspalt
auf. Der Querschnitt der genormten Sicherungsringe ist über
den Umfang gesehen nicht konstant, sondern wächst bezüglich
seiner radialen Breite von Stoß bis zum diametral dem Stoss
gegenüberliegenden Umfangsbereich, da in diesem Bereich
bei der Montage das größte Biegemoment auftritt.
Andererseits sind nach DIN 983 bzw. DIN
984 Sicherungsringe für Wellen und Bohrungen bekannt,
bei welchen sich die radiale Breite über den Umfang betrachtet
sprungartig ändert, sodass auf dem Umfang einzelne nach
außen (bei Sicherungsringe für Wellen) oder nach
innen (bei Sicherungsringen für Bohrungen) ragende Lappen
gebildet werden. Die Dicke dieser Sicherungsringe, welche als Stanzteile
hergestellt und anschließend gehärtet werden,
ist jeweils konstant.
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Zu
den genormten Sicherungselementen gehören auch Sprengringe
gemäß DIN 9045, DIN 5417 sowie DIN
7993. Die Sprengringe werden aus Federstahldraht hergestellt
und sind ebenfalls auf dem Umfang geschlitzt, weisen jedoch einen
konstanten Querschnitt auf. Bekannt sind Runddraht-Sprengringe,
d. h. mit kreisförmigem Querschnitt oder Sprengringe mit
rechteckförmigem Querschnitt, d. h. mit einer konstanten
radialen Breite und einer konstanten Dicke.
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Der
Erfindung liegt das Problem zu Grunde, dass der Umfangsspalt eines
axialen Sicherungselementes, insbesondere eines in Bohrungen einzusetzenden
Sprengringes eine Unwucht zur Folge hat, die zu einem unruhigen
Lauf des gesicherten Bauteils führt.
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Es
ist Aufgabe der Erfindung, ein axiales Sicherungselement der eingangs
genannten Art derart zu gestalten, dass möglichst keine
oder zumindest reduzierte Unwuchten auftreten, sodass ein ruhiger Lauf
des Bauteiles erreicht wird. Es ist auch Aufgabe der Erfindung,
ein kostengünstiges Verfahren zur Herstellung unwuchtfreier
bzw. unwuchtarmer Sicherungselemente vorzuschlagen.
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Die
Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale der unabhängigen
Ansprüche 1 und 6 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Erfindungsgemäß ist
bei einem axialen Sicherungselement vorgesehen, dass der Querschnitt zum
Ausgleich einer stoßbedingten Unwucht in mindestens einem
definierten Umfangsbereich reduziert ist. Damit wird der Vorteil
erreicht, dass die aus dem Umfangsspalt des ringförmigen
Sicherungselementes resultierende Unwucht kompensiert werden kann. Damit
wird für das Bauteil mit dem Sicherungselement ein ruhiger
oder schwingungsärmerer Lauf erreicht.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform ist der Umfangsbereich
mit reduziertem Querschnitt diametral gegenüber der Stoßfuge
des Sicherungselementes angeordnet. Der reduzierte Querschnitt liegt somit
gegenüber der Stossfuge und erstreckt sich – entsprechend
der Stärke der Querschnittsverminderung – über
einen der Größe der Unwucht angepassten Umfangsbereich.
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Nach
weiteren bevorzugten Ausführungsformen werden bei einem
rechteckförmigen Querschnitt des Sicherungselementes entweder
die radiale Breite oder die Dicke oder die radiale Breite und die
Dicke reduziert. Der verbleibende Querschnitt muss jedoch hinreichend
stark bemessen sein, um das bei der Montage des Sicherungselementes
auftretende Biegemoment aufnehmen zu können.
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Bei
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Sicherungselement
aus einem Runddraht (Federstahldraht) hergestellt und weist somit
einen kreisförmigen Querschnitt auf, der ebenfalls erfindungsgemäß reduziert
werden kann. Die Querschnittsreduzierung kann auch an mehreren Umfangsbereichen
angeordnet sein.
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Erfindungsgemäß ist
ferner bei einem Verfahren zur Herstellung des Sicherungselementes vorgesehen,
dass der Querschnitt des Sicherungselements gewalzt wird, d. h.
durch Walzen umgeformt wird, wobei als Ausgangsmaterial ein gezogener Draht
verwendet wird. Bevorzugt erfolgt das Walzen mittels eines Rollensatzes,
wobei der Abstand der sich gegenüberliegenden Rollen veränderbar
ist. Durch den Rollensatz können sowohl die radiale Breite
als auch die Dicke des Sicherungselementes, vorzugsweise eines Sprengringes
durch Umformung reduziert werden. Vorteilhaft bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren ist, dass die Querschnittsänderung während
des ursprünglichen Herstellungsprozesses vorgenommen werden
kann. Dies erspart zusätzliche Kosten. Durch die Umformung
mittels Walzen ergibt sich auch eine Kaltverfestigung, d. h. trotz
Querschnittsreduktion eine Steigerung der Festigkeit des Materials.
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Nach
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt der
Walzvorgang in einer oder in mehreren Stufen, damit der zulässige
Umformgrad nicht überschritten, d. h. das Material nicht überbeansprucht
wird.
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Die
Erfindung wird bevorzugt für Sprengringe angewandt, welche
in Nuten von Bohrungen eingesetzt werden. In diesem Falle ist der
Umfangsspalt bzw. das Stoßspiel am größten
und demzufolge auch die Unwucht am stärksten.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im Folgenden näher
beschrieben, wobei sich aus der Beschreibung und/oder der Zeichnung
weitere Merkmale und/oder Vorteile ergeben können.
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Es
zeigen
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1 einen
Sprengring nach dem Stand der Technik mit einem Bereich X,
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2 den
Bereich X in vergrößerter Darstellung, jedoch
für einen erfindungsgemäßen Sprengring
mit reduziertem Querschnitt,
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3 eine
schematische Darstellung des Walzvorganges mittels eines Rollensatzes
zur Reduzierung der radialen Breite und
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4 einen
Rollensatz zur Reduzierung der Dicke des Sprengringes.
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1 zeigt
einen Sprengring 1 nach dem Stand der Technik, z. B. nach DIN
9045 oder DIN 5417. Der Sprengring 1 weist
eine konstante radiale Breite b sowie eine in 1 nicht
erkennbare konstante Dicke s (Erstreckung in axialer Richtung) auf. Der
insbesondere für den Einsatz in Bohrungen verwendbare Sprengring 1 weist
einen Stoß 2 mit einem Umfangsspalt u auf, welcher
bei der Montage in die Bohrung nahezu geschlossen wird und nach
dem Einsetzen in die Ringnut wieder auffedert. Der bekannte Sprengring 1 wird
durch Stanzen aus einem Blech hergestellt und anschließend
gehärtet. Durch ein gestrichelt dargestelltes Rechteck
X ist ein Bereich gekennzeichnet, welcher diametral gegenüber dem
Stoß 2 angeordnet ist. Dieser Bereich X ist in 2 vergrößert
für einen erfindungsgemäßen Sprengring
dargestellt.
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2 zeigt
einen vergrößerten Ausschnitt eines erfindungsgemäßen,
als Sprengring 3 ausgebildeten axialen Sicherungselements.
Der Mittelpunkt des Sprengringes 3 ist mit M bezeichnet,
welcher den Scheitelpunkt eines Sektors mit dem Zentriwinkel (Mittelpunktswinkel) α bildet.
Außerhalb des Zentriwinkels α weist der Sprengring
eine konstante radiale Breite b auf, innerhalb des Zentriwinkels α, der
in der Zeichnung willkürlich gewählt ist, weist
der Sprengring 3 eine reduzierte radiale Breite b0 auf – die ursprüngliche
radiale Breite b ist in diesem Bereich gestrichelt dargestellt.
Die Dicke s des Sprengringes 3 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
konstant. Der Umfangsbereich innerhalb des Zentriwinkels α befindet
sich – wie oben erwähnt – diametral gegenüber
dem in 2 nicht dargestellten Stoß des Sprengringes 3,
welcher somit in Verlängerung des Durchmessers d oberhalb
des Mittelpunktes M angeordnet ist. Durch die verringerte radiale
Breite b0 ergibt sich eine Querschnittsverminderung
für den Sprengring 3, wodurch in diesem Bereich
eine Massenveränderung vorgenommen ist, welche eine Veränderung
der Zentrifugalkräfte in diesem Bereich zur Folge hat.
Durch diese Massenveränderung wird die durch den Stoß des
Sprengringes 3 bedingte Unwucht kompensiert oder verringert,
sodass sich insgesamt ein schwingungsärmerer Lauf für
das mit dem Sicherungsring 3 versehene Bauteil ergibt.
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Alternativ
zu dem in 2 dargestellten Ausführungsbeispiel
kann zusätzlich die Dicke s des Sprengringes 3 verändert
werden oder nur die Dicke s ohne eine Veränderung der radialen
Breite b. Darüber hinaus können die Querschnittsverminderungen über
b und/oder s auch in mehreren Umfangsbereichen derart vorgenommen
werden, dass eine Kompensation der stoßbedingten Unwucht
erreicht wird.
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3 zeigt
in schematischer Darstellung eine Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Querschnittsreduzierung
eines Sprengringes. Dargestellt ist der Querschnitt A eines Sprengringes
im Hochformat, wobei die radiale Breite mit b angegeben ist. In
der Zeichnung oberhalb und unterhalb des Querschnittes A sind zwei Rollen 4a, 4b mit
jeweils horizontalen Rollenachsen a1, a2 angeordnet, welche zusammen
einen Rollensatz 4 bilden. Durch Verringerung des Achsabstandes
der beiden Achsen a1, a2 kann die radiale Breite b des Querschnittes
A durch Walzen reduziert werden. Die Veränderung des Achsabstandes
kann in Stufen erfolgen, sodass die endgültige radiale
Breie b0 in mehreren Stufen erreicht wird.
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4 zeigt
einen Rollensatz 5 mit zwei Rollen 5a, 5b,
die jeweils vertikal angeordnete Achsen c1, c2 aufweisen. Der Querschnitt
A ist wiederum in Hochformat angeordnet, wobei die Dicke des Sprengringes
mit s angegeben ist. Durch Veränderung des Abstandes der
Achsen c1, c2 kann die Dicke s des Querschnittes A durch Walzen
mittels des Rollensatzes 5 reduziert werden. Die Rollensätze 4 gemäß 3 und 5 gemäß 4 können
auch hintereinander angeordnet sein, sodass sowohl die radiale Breite
b als auch die Dicke s nacheinander auf ein reduziertes Maß heruntergewalzt
werden können. Durch den Umformvorgang Walzen wird ein
günstiger Faserverlauf mit einer Steigerung der Materialfestigkeit erreicht.
Insofern kann auch ein Härteprozess, wie er bei gestanzten
Sicherungsringen durchgeführt werden muss, entfallen.
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Das
Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen
Sicherungselementes, insbesondere eines Sprengringes läuft
folgendermaßen ab: Als Ausgangsmaterial wird bevorzugt
ein Runddraht (Federstahldraht) verwendet, welcher einer nicht dargestellten
Walzeinrichtung zugeführt wird. Auf der Walzeinrichtung
wird der Rundquerschnitt in einen rechteckförmigen Querschnitt
A oder ein anderes beliebiges Profil umgeformt. Danach – oder
auch gleichzeitig – erfolgt die erfindungsgemäße
Reduktion des bereits gewalzten Querschnittes A in bestimmten Abschnitten,
welche dem später hergestellten Stoß des Sprengringes
zugeordnet werden. Die Querschnittsverminderung kann – wie
oben ausgeführt – bezüglich der radialen
Breite b und/oder der Dicke s durch Walzen mittels Rollensätzen
erfolgen. Nach dem Walzen der reduzierten Querschnittsabschnitte
wird der Walzdraht durch weitere Umformung in die endgültige
Form des Sprengringes mit Einbringung des Stoßes gebracht
und fertig gestellt. Der Stoß ist dann so gegenüber
dem oder den reduzierten Querschnittsbereichen angeordnet, dass
sich ein Sprengring ohne oder mit nur geringer Unwucht ergibt. Die Erfindung
ermöglicht somit einen vollen Unwuchtausgleich. Ein nachträgliches
Härten – wie nach dem Stanzen – ist nicht
erforderlich.
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- 1
- Sprengring
(Stand der Technik)
- 2
- Stoß
- 3
- Sprengring
- 4
- Rollensatz
- 4a
- Rolle
- 4b
- Rolle
- 5
- Rollensatz
- 5a
- Rolle
- 5b
- Rolle
- b
- radiale
Breite
- s
- Dicke
- u
- Umfangsspalt
- d
- Durchmesser
- b0
- reduzierte
radiale Breite
- α
- Zentriwinkel
- A
- Querschnitt
- M
- Mittelpunkt
- a1
- Rollenachse
- a2
- Rollenachse
- c1
- Rollenachse
- c2
- Rollenachse
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - DIN 471 [0002]
- - DIN 472 [0002]
- - DIN 983 [0002]
- - DIN 984 [0002]
- - DIN 9045 [0003]
- - DIN 5417 [0003]
- - DIN 7993 [0003]
- - DIN 9045 [0020]
- - DIN 5417 [0020]