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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Blickfelderfassungseinheit mit
mindestens einer Blickfeldkamera, die das Blickfeld eines Benutzers
erfasst, und mindestens einem Marker, der in der Umgebung angeordnet
ist, wobei die Blickfeldkamera mit diesem Marker zusammenwirkt sowie
ein Verfahren zur automatischen Blickdatenauswertung, insbesondere
mit einer Blickfelderfassungseinheit, bei dem ein Aufmerksamkeitsanalysebereich
in der Umwelt identifiziert wird und eine Blickzuwendung eines Benutzers auf
den Aufmerksamkeitsanalysebereich erkannt wird.
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Bekannt
sind Blickerfassungssysteme, die das Ziel haben das Blickverhalten
eines Benutzers zu erfassen. Mit ihnen können Blickhäufigkeiten
und Blickdauern auf bestimme Bereiche in der Umgebung gemessen werden.
Diese Blickdaten geben Aufschluss über die Aufmerksamkeitsbindung
eines Gegenstands in der Umgebung. Somit können beispielsweise
im Rahmen von Probandenversuchen objektive Aussage über
das Ablenkungspotenzial technischer Systeme sowie über
die Attraktivität eines Gegenstandes getroffen werden.
Ein wesentliches Problem solcher Systeme besteht darin, dass die
Blickdatenauswertung nicht automatisiert und in Echtzeit erfolgt,
sondern das Blickverhalten in einem sehr zeitaufwendigen Verfahren
in einem nachgelagerten Prozess manuell analysiert werden muss. Hierbei
wird nachträglich das während der Versuche aufgezeichnete
Video stark verlangsamt von einer auswertenden Person analysiert,
die manuell jede erkannte Blickzuwendung des Benutzers auf einen
zuvor definierten Aufmerksamkeitsanalysebereich triggert. Dieses
Verfahren ist sehr zeitaufwendig und teuer.
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Aus
der
US 2006/0109238
A1 ist ein Blickerfassungssystem bekannt, dass den Blick
eines Benutzers in Bezug auf ein Display erkennen kann. Des wei teren
umfasst die Erfindung eine Bildauswahlvorrichtung, die basierend
auf der Blickzuwendungsdauer des Benutzers ein bestimmtes Bild auf
dem Display erkennen kann und die Blickdauer abspeichert. Nachteilig
hierbei ist, dass die Blickerfassung ausschließlich auf
das Display reduziert ist. Des weiteren wird dieses Blickerfassungssystem
ausschließlich in geschlossenen Räumen, insbesondere
einem Operationssaal, unter kontrollierbaren Lichtverhältnissen verwendet.
Schlechte Lichtverhältnisse stellen folglich ein wesentliches
Problem dar, so dass der zu analysierende Aufmerksamkeitsanalysebereich
nur unzuverlässig vom Blickerfassungssystem erkannt wird.
Dies hat diverse Messaussetzer zur Folge, so dass die Blickdatenanalyse
fehlerhaft bzw. invalide wird.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es eine Blickfelderfassungseinheit
sowie ein Verfahren zu schaffen, um schnell und zuverlässig,
selbst bei schlechten Rahmenbedingungen, wie beispielsweise Dunkelheit,
Dämmerung, starke Sonneneinstrahlung, Blendung oder stark
und schnell schwankenden Lichtverhältnissen, eine robuste
automatische Blickanalyse in einem sehr großen Benutzerumfeld zu
gewährleisten. Des weiteren soll eine Vorrichtung sowie
ein Verfahren geschaffen werden, um sowohl statische als auch dynamische
Gegenstände in der Umwelt erfassen zu können.
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Die
Aufgabe wird gelöst, durch eine Blickfelderfassungseinheit
sowie durch ein Verfahren zur automatischen Blickdatenauswertung
mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
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Erfindungsgemäß weist
die Blickfelderfassungseinheit mindestens eine Blickfeldkamera,
die das Blickfeld eines Benutzers erfasst, und mindestens einen
Marker, der in der Umgebung angeordnet ist, auf, wobei die Blickfeldkamera
mit dem Marker zusammenwirkt. Der Marker und die Blickfeldkamera sind
des weiteren dadurch charakterisiert, dass der Marker Infrarotlicht
emittiert und/oder reflektiert sowie die Blickfeldkamera dazu geeignet
ist, dieses emittierte und/oder reflektierte Infrarotlicht zu erfassen.
Der wesentliche Vorteil des infrarotlichtemittierenden und/oder
-reflektierenden Markers besteht darin, dass er unabhängig
von den vorherrschenden Lichtverhältnissen zuverlässig
von der Blickfeldkamera erkannt wird. Aufgrund dessen eignet er
sich hervorragend für den Einsatz bei schlechten Rahmenbedingungen,
wie beispielsweise Dunkelheit, Dämmerung, starke Sonneneinstrahlung,
Blendung oder stark und schnell schwankenden Lichtverhältnissen.
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Derartig
schlechte Untersuchungsbedingungen sind beispielsweise in einem
Fahrsimulator oder einem Realfahrzeug zu finden. Bei Ersterem ist
die Umgebungshelligkeit so gering, dass gewöhnliche Marker
nur sehr schlecht von der Blickfeldkamera erfasst werden können.
Dies hat häufige Messaussetzer zur Folge, so dass die durch
die Blickfelderfassungseinheit gewonnen Blickdaten fehlerhaft und
somit unzuverlässig sind. Durch den infrarotlichtemittierenden
und/oder -reflektierenden Marker wird trotz schlechter Lichtverhältnisse
genügend Licht in einem vom menschlichen Auge nicht wahrnehmbaren
Wellenlängenspektrum von mehr als ca. 750 nm reflektiert,
bzw. emittiert, so dass die Blickfeldkamera, die zur Erfassung dieses
Infrarotlichts geeignete ist, problemlos den Marker in der Umwelt
erkennt.
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Auch
im Realfahrzeug stellen schlechte Lichtverhältnisse, wie
sie insbesondere nachts vorzufinden sind, kein Problem für
den infrarotlichtemittierenden und/oder -reflektierenden Marker
dar. Selbst Blendungen durch entgegenkommende Fahrzeuge beeinträchtigen
die automatische Markererkennung nicht, da sich das vom Marker reflektierte und/oder
emittierte Infrarotlicht hinsichtlich des verwendeten Wellenlängenspektrums
merklich vom Scheinwerferlicht des entgegenkommenden Fahrzeugs unterscheidet
und somit der infrarotlichtemittierende und/oder -reflektierende
Marker von der Blickfeldkamera zuverlässig erkannt wird.
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Aber
auch am Tage können insbesondere im Realfahrzeug Lichtverhältnisse
vorherrschen, bei denen bisherige Blickerfassungssysteme an ihre
Grenzen stoßen. Die Rede ist von plötzlich eintretenden Leuchtdichteschwankungen, wie
sie beispielsweise bei einer Fahrt durch eine Baumallee vorzufinden sind.
Konventionelle Kameras, die in der Regel als Blickfeldkamera verwendet
werden, können ihre Blende nicht schnell genug adaptieren,
so dass gewöhnliche Marker nur mit unzureichender Zuverlässigkeit
erkannt werden. In Abhängigkeit des infrarotlichtemittierenden
und/oder -reflektierenden Markers kann die Blickfeldkamera so spezifiziert
werden, dass sie insbesondere in dem vom Marker reflektierten und/oder
emittierten Infrarotlichtspektrum empfindlich ist und das charakteristische
Lichtspektrum der Störquellen dämpft oder völlig
herausgefiltert. Somit ist eine zuverlässige Markerdetektion
gewährleistet.
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Ein
weiterer Vorteil des infrarotlichtemittierenden und/oder -reflektierenden
Markers besteht darin, dass er unabhängig von den Lichtverhältnissen überall
in der Umgebung angebracht werden kann. Hierbei spielt es keine
Rolle, ob es sich um einen statischen oder dynamischen Gegenstände
handelt, so dass in einem sehr großen Benutzerumfeld eine
sehr robuste automatische Blickanalyse gewährleistet ist.
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Die
Grundprämisse im Rahmen von experimentellen Untersuchungen
besteht darin, den Probanden möglichst wenig vom eigentlichen
Geschehen abzulenken. Insbesondere durch Versuchsaufbauten oder
Messeinrichtungen besteht die Gefahr einer ungewollten Probandenablenkung
und einer daraus resultierenden Ergebnisverfälschung. Ein Vorteil
des infrarotlichtreflektierenden und/oder -emittierenden Markers
besteht darin, dass er in einer besonders bevorzugten Ausprägung
ausschließlich Licht in einem Wellenlängenspektrum
von mehr als ca. 750 nm reflektiert bzw. emittiert. Die im Blickfeld des
Benutzers angebrachten Marker können somit vom menschlichen
Auge nicht wahrgenommen werden, so dass eine Ablenkung des Probanden
weitgehend ausgeschlossen werden kann. Andererseits werden sie jedoch
zuverlässig von der Blickfeldkamera erkannt, so dass darauf
basierend eine robuste automatisierte Blickdatenauswertung erfolgen
kann.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn der Marker eine definierte Form aufweist,
die in der Umgebung von einer Bildverarbeitungssoftware zu erkennen
ist. Somit ist eine sehr gute Markererkennung gewährleistet,
da die Bildverarbeitungssoftware die Umgebung ausschließlich
nach der definierten Form des Markers analysiert und folglich davon
abweichende Objektformen von der Analyseentscheidung ausschießen
kann. Vorteilhafterweise resultiert hieraus eine sehr schnelle automatisierte
Markererkennung.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn die definierte Form kantig ist, da dies
die Markererkennung in der Umgebung durch die Verwendung eines Kantenfilters
im Rahmen der Bildverarbeitungssoftware stark erleichtert.
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Alternativ
ist es vorteilhaft, wenn die definierte Form rund ist, da natürliche
Gegenstände in der Umgebung meist eine davon abweichende
Form aufweisen, so dass eine Verwechslung weitestgehend ausgeschlossen
ist. Somit ist auch in diesem Fall eine robuste automatisierte Markerdetektion
anhand einer entsprechend ausgelegten Bildverarbeitungssoftware
einfacher zu realisieren.
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Ist
die definierte Form symmetrisch, so können vorteilhafterweise
alle unsymmetrischen Objekte in der Umgebung für die automatisierte
Markerdetektion ausgeschlossen werden. Hierdurch wird erneut der
erlaubte Freiraum der definierten Form reduziert, so dass die automatisierte
Markerdetektion durch die Bildverarbeitungssoftware schneller und
robuster wird.
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Besonders
vorteilhaft ist es, dass mehrere Marker unterschiedlich definierte
Formen aufweisen, so dass sie von der Bildverarbeitungssoftware
anhand der definierten Form unterschieden werden können.
Durch diese Formkodierung können auch mehrere Marker in
der Umgebung angebracht werden, da die Bildverarbeitungssoftware
hierdurch feststellen kann, um welchen Marker es sich in der Umgebung
handelt und wo er sich in der Umgebung befindet.
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In
Abhängigkeit des Anwendungsumfeldes ist es vorteilhaft,
wenn der Marker steif oder flexibel ist. Insbesondere bei einer
Blickdatenanalyse eines flexiblen Dokumentes, hat ein flexibler
Marker entscheidende Vorteile, da er sich an die beim Halten oder
Umblättern auftretenden Formungen des Dokumentes anpasst.
Der Proband wird somit in seinem Leseverhalten nicht negativ beeinflusst,
so dass während der Blickdatenanalyse mit validen Ergebnissen
zu rechnen ist.
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Ebenso
ist es vorteilhaft einen flexiblen Marker bei Freiformflächen
zu verwenden, da er sich an die gegebene Objektoberfläche
anpasst. Hierbei ist es des weiteren vorteilhaft, wenn die Rückseite
des flexiblen Markers mit Kleber beschichtet ist, so dass er mit
einem Objekt in der Umgebung wiederentfernbar oder irreversibel
verklebt werden kann.
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Alternativ
ist es vorteilhaft, wenn der Marker steif ist, da somit die Oberfläche
in Bezug zur Blickrichtung des Benutzers annähernd lotrecht
ausgerichtet werden kann, so dass eine ideale Reflektion bzw. Emission
von Infrarotlicht vorzufinden ist. Des weiteren finden im Falle
eines steifen Markers keine Verformung der definierten Form und/oder
des definierten Musters statt, so dass eine zuverlässige
automatisierte Markerdetektion weitgehend gewährleistet ist.
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Weist
der Marker mindestens einen Infrarotlichtbereich, der Infrarotlicht
reflektiert und/oder -emittiert, und mindestens einen Absorptionsbereich auf,
der Infrarotlicht absorbiert, so hat dies den Vorteil, dass unabhängig
von der definierten Form des Markers eine für die Blickfeldkamera
erfassbare abweichende Form realisiert werden kann. Besitzt der Marker
beispielsweise eine definierte Form, die quadratisch ist, so erfasst
die infrarotempfindliche Blickfeldkamera eine davon abweichende
Form, wenn der Infrarotlichtbereich beispielsweise ein Kreis ist
und zugleich der Absorptionsbereich die Negativform bildet.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn der Infrarotlichtbereich an den Absorptionsbereich
angrenzt. Somit wird ein sehr guter Kontrastwert erzeugt, der die
Erkennbarkeit des Markers durch die Blickfeldkamera begünstigt.
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Bevorzugt
ist es, wenn der Marker ein definiertes Muster aufweist, das durch
die Anordnung mindestens eines Infrarotlichtbereiches zu mindestens
einem Absorptionsbereich entsteht und von der Blickfeldkamera erfasst
werden kann. Somit ist es möglich mehrere Marker mit identischer
definierter Form zu verwenden, da sie von der Bildverarbeitungssoftware
durch das individuelle definierte Muster differenziert werden können.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn das definierte Muster kantig und/oder rund
ist. In beiden Fällen ist eine besonders zuverlässige
Markerdetektion durch die Bildverarbeitungssoftware gewährleistet.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn der Infrarotlichtbereich mit einem infrarotlichtreflektierenden
Material beschichtet ist, da somit insbesondere in demjenigen Wellenlängenspektrum
Licht reflektiert wird, das der Benutzer mit seinen Augen nicht
wahrnehmen kann und zugleich von der Blickfeldkamera besonders gut
erfasst wird.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn der Infrarotlichtbereich mit einer infrarotlichtreflektierenden Klebefolie
beklebt ist, da somit insbesondere die Herstellungskosten des infrarotlichtreflektierenden
Markers stark reduziert werden können.
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Insbesondere
bei stark reduzierten Lichtverhältnissen ist es besonders
vorteilhaft, wenn der Marker eine Beleuchtung, insbesondere eine
Infrarot-LED aufweist, die Infrarotlicht emittiert. Durch dieses
aktive Emittieren von Infrarotlicht hebt sich der Marker im Vergleich
zur Umgebung, unsichtbar für das menschliche Auge jedoch
hervorragend erkennbar für die Blickfeldkamera, besonders
stark von der Umgebung ab. Infolgedessen wird eine automati sche Markererkennung
durch die Bildverarbeitungssoftware begünstigt. Des weiteren
stellt die Beleuchtung des Markers mittels einer LED eine besonders
stromspaarende Methode da.
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Im
Weiteren ist es vorteilhaft, wenn der Marker aus lichtdurchlässigem
Material, insbesondere Plexiglas oder Klarsichtfolie, besteht, da
somit sehr einfach und kostengünstig eine flächige
Beleuchtung des Marker realisiert werden kann. Aufgrund des lichtdurchlässigen
Materials genügt lediglich eine Lichtquelle, insbesondere
eine Infrarot-LED, um den gesamten Marker oder aber auch nur Teilbereiche
zu beleuchten. Hierfür ist es vorteilhaft die Infrarotbeleuchtung,
insbesondere die Infrarot-LED, auch mit optischen Elementen, wie
beispielsweise Spiegeln, Linsen, Prismen, Diffusern und/oder Milchglasscheiben,
zu kombinieren, um eine möglichst effiziente und homogene
Ausleuchtung des Markers zu bewirken.
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Eine
solch flächige Beleuchtung des Markers hat wiederum den
Vorteil, dass er auch auf größere Entfernungen
gut von der Blickfeldkamera erfasst werden kann. Des weiteren können
durch die flächige Beleuchtung des Markers viele unterschiedliche definierte
Formen des Markers realisiert werden, die von der Blickfeldkamera
erkannt werden können.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn der Marker eine Oberfläche aufweist,
die im Absorptionsbereich lichtundurchlässig ist. Somit
kann bei einem flächig beleuchteten Marker ein definiertes
Muster erzeugt werden.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn der Absorptionsbereich mit einem lichtundurchlässigen
Material beschichtet ist, da dies eine sehr einfache Herstellung
gewährleistet.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn der Absorptionsbereich mit einer lichtundurchlässigen
Folie beschichtet ist, da somit das definierte Muster des Markers
sehr einfach und schnell variiert werden kann. Des weiteren hat
die lichtun durchlässige Folie den Vorteil, dass die Herstellungskosten
stark reduziert werden.
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Besonders
bevorzugt ist es, wenn der Marker ein Gitterraster aufweist, das
durch die Blickfeldkamera erfasst werden kann. Hierdurch kann sehr schnell
und exakt auf die Lage des Markers in Relation zur Blickfeldkamera
zurückgeschlossen werden. Insbesondere in Kombination mit
einem flexiblen Marker hat dieses Gitterraster den Vorteil, dass über die
Verformung des Gitterrasters auf die Verformung des Markers bzw.
des Gegenstandes auf dem der Marker angebracht ist zurückgeschlossen
werden kann. Wird beispielsweise auf einem leichtverformbaren Gegenstand,
insbesondere einem Blatt Papier, ein Marker mit Gitterraster angebracht,
so kann die Bildverarbeitungssoftware anhand der unterschiedlich
gekrümmten Linien des Gitterrasters darauf zurückschließen,
wie das Blatt Papier im Dreidimensionalenraum liegt bzw. verformt
ist. Basierend auf dieser ermittelten Lage bzw. Verformung sind
somit in Relation zum Marker alle Positionen der auf dem Blatt befindlichen
Aufmerksamkeitsanalysebereiche bekannt, so dass eine sehr genaue
Blickdatenanalyse durchgeführt werden kann.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn der Marker eine Befestigungseinheit zum
Anbringen an einem Gegenstand aufweist. Somit kann der Marker schnell und
einfach an einer gewünschten Position bzw. an einem gewünschten
Objekt in der Umgebung befestigt werden. Zur Anbringung an metallischen
Gegenständen in der Umgebung ist es besonders bevorzugt,
wenn die Befestigungseinheit des Markers magnetisch ist. Alternativ
kann der Marker mit einem Gegenstand in der Umgebung auch über
Kleben, Klemmen, Schrauben oder Nieten verbunden sein.
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Vorteilhaft
ist es, wenn die Befestigungseinheit einen Justiermechanismus aufweist,
so dass der Marker, nachdem er an einem Objekt befestigt worden
ist, exakt ausgerichtet werden kann und diese exakte Position mittels
Justiermechanismus fixierbar ist.
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Vorteilhaft
ist es, wenn der Marker in der Umgebung an einem dynamischen Gegenstand,
insbesondere einer Buchseite oder einem Scrollbereich, und/oder
statischen Gegenstand angebracht ist. Hierdurch wird sowohl bei
statischen als auch bei sehr dynamischen Umweltbedingungen eine
zuverlässige automatisierte Blickdatenauswertung in Echtzeit
und/oder zu einem späteren Zeitpunkt gewährleistet,
da sich zu jedem Zeitpunkt zumindest ein Marker eines dynamischen
und/oder dynamischen Objektes im Erfassungsbereich der Blickfeldkamera befindet
und somit auf die relevanten Aufmerksamkeitsanalysebereiche geschlossen
werden kann. Beispielsweise kann jede Seite eines Buches einen infrarotlichtemittierenden
und/oder -reflektierenden Marker mit unterschiedlich definierten
Formen und/oder definierten Mustern aufweisen, so dass die Blickfeldkamera
beim Durchblättern des Buches in Abhängigkeit
der definierten Form und/oder des definierten Musters des erfassten
infrarotlichtemittierenden und/oder -reflektierenden Markers exakt
weiß, welche Seite des Buches zum aktuellen Zeitpunkt vom
Benutzer betrachtet wird, sowie welche Aufmerksamkeitsanalysebereiche
sich auf dieser Seite in Relation zum infrarotlichtemittierenden
und/oder -reflektierenden Marker befinden. Ebenso ist es beispielsweise
bei der Interaktion mit einem elektronischen Dokument, insbesondere
einem PDF-Dokument, Word-Dokument oder einer Internetseite, vorteilhaft,
wenn sich beim Scrollen des elektronischen Dokuments mindestens
ein infrarotlichtemittierender und/oder -reflektierender Marker
fest verankert mit einer Zeile des elektronischen Dokuments mitbewegt und
auf dem Bildschirm von der Blickfeldkamera erfassbar ist. Somit
kann vorteilhafterweise darauf zurückgeschlossen werden,
welcher Bereich des elektronischen Dokuments auf dem Bildschirm
sichtbar ist und letztendlich vom Benutzer betrachtet wird.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn die Blickfeldkamera an einem bewegten Objekt
montiert ist, da somit in Abhängigkeit vom Erfassungsbereich
der Blickfeldkamera auf die Orientierung des bewegten Objektes in
der Umgebung zurückgeschlossen werden kann. Vorteilhafterweise
ist somit kein zu sätzliches technisches System zur Ermittlung
der Stellung des bewegten Objektes im Raum notwendig.
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Diesbezüglich
ist es besonders vorteilhaft, wenn das bewegte Objekt ein Rollstuhl
ist. Wenn die Blickfeldkamera fest mit diesem Rollstuhl verbunden ist,
kann über den von der Blickfeldkamera erfassten Bereich
auf die Orientierung des Rollstuhls in der Umgebung zurückgeschlossen
werden.
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Alternativ
dazu ist es vorteilhaft, wenn das bewegte Objekt ein Kopftragegestell
ist. Hierbei kann in Abhängigkeit der Blickfeldkameraorientierung
auf die Kopfposition zurückgeschlossen werden.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn in diesem Fall die Blickfeldkamera am Kopftragegestell
mittig zwischen den beiden Augen des Benutzers befestigt ist. Diese
Position entspricht exakt der Mittelaugposition, so dass die von
der Blickfeldkamera erfasste Szenerie äquivalent zum Blickfeld
des Benutzers ist.
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Vorteilhaft
ist es, wenn die Blickfeldkamera eine nahinfrarotempfindliche Kamera
ist. Somit kann der infrarotlichtemittierende und/oder -reflektierende Marker
besonders gut von der Blickfeldkamera erfasst werden. Ist die Blickfeldkamera
ausschließlich im Nahinfrarotlichtbereich empfindlich,
so können vorteilhafterweise störende Blendungen,
oder aber auch Störeinflüsse aufgrund stark wechselnder
Beleuchtungsstärken hervorragend kompensiert werden.
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Alternativ
können selbstverständlich auch Blickfeldkameras
verwendet werden, die sowohl im Nahinfrarotlichtbereich als auch
im sichtbaren Wellenlängenspektrum empfindlich sind. In
diesem Fall besteht der wesentliche Vorteil darin, dass die Blickfeldkamera
nicht nur ein monochromatisches Videobild liefert, sondern die Szenerie
im gesamten farblichen Spektrum erfasst wird.
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Vorteilhaft
ist es, wenn die Blickfeldkamera mindestens einen Filter aufweist,
insbesondere einen Polarisationsfilter, so dass die Qualität
des von der Blickfeldkamera erfassten Videobildes verbessert wird.
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Des
weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Blickfeldkamera mit einer
Augenkamera zusammenwirkt. Die Augenkamera zeichnet die Bewegungen des
Auges auf, so dass in Kombination mit der Blickfeldkamera, die insbesondere
die Information des Benutzerblickfeldes liefert, auf den Fixationsort
rückgeschlossen werden kann.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn auf dem bewegten Objekt eine Lichtquelle
insbesondere eine Infrarotlichtquelle, montiert ist. Diese Lichtquelle kann
zum einen so ausgerichtet sein, dass sie das von der Blickfeldkamera
erfasste Umfeld bestrahlt. Das von der Lichtquelle emittierte Licht
wird von den Gegenständen in der Umgebung reflektiert und
kann von der Blickfeldkamera sehr gut erfasst werden. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn es sich bei dem emittierten Licht um Infrarotlicht
handelt, da dieses von einem infrarotlichtreflektierenden Marker
besonders stark reflektiert wird und somit hervorragend von der nahinfrarotempfindlichen
Blickfeldkamera erfasst werden kann. Des weiteren ist dieses Infrarotlicht vom
menschlichen Auge nicht wahrnehmbar, so dass der Benutzer die gleichen
Lichtverhältnisse vorfindet wie ohne Blickfelderfassungseinheit
und somit nicht negativ beeinflusst wird.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn eine Infrarotlichtquelle am bewegten Objekt
so montiert ist, dass das Auge des Benutzers beleuchtet wird. Somit
kann die Augenkamera das Auge des Benutzers mit einer sehr guten
Qualität erfassen, ohne dabei den Benutzer zu blenden.
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Vorteilhaft
ist es, wenn die Augenkamera an dem Kopftragegestell befestigt ist,
so dass selbst bei Kopfbewegungen eine zuverlässige Erfassung
des Auges gewährleistet ist.
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Alternativ
dazu ist es ebenso vorteilhaft, wenn die Augenkamera an dem Rollstuhl
befestigt ist, so dass die Augen und/oder der Kopf des Rollstuhlfahrers
berührungslos erfasst werden kann. Insbesondere bei Rollstuhlfahrern,
die ab der Halswirbelsäule gelähmt sind, kann
der Kopf nur in einem minimalen Bereich bewegt werden, so dass bei
einer am Rollstuhl befestigten Augenkamera relativ zuverlässig
mindestens ein Auge des Rollstuhlfahrers erfasst werden kann. Somit
kann auf den Fixationsort in der Umgebung zurückgeschlossen
werden, indem das von der Augenkamera aufgezeichnete Video dem von
der Blickfeldkamera aufgezeichneten Video überlagert wird.
Der wesentliche Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der Rollstuhlfahrer
keine unkomfortable Brille und/oder Gestell auf seinem Kopf tragen
muss, sondern die Augenkamera an einem beliebigen Punkt des Rollstuhls
befestigt sein kann, um mindestens ein Auge des Rollstuhlfahrers zu
erfassen.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn die Augenkamera eine Nahinfrarotkamera
ist, da somit das Auge und/oder der Kopf des Benutzers mit Infrarotlicht,
insbesondere einer Infrarot-LED, beleuchtet werden kann, so dass
die Nahinfrarotkamera das Auge des Benutzer mit einer sehr guten
Qualität erfassen kann. Ein weiterer Vorteil besteht darin,
dass das Auge des Benutzers mit Infrarotlicht beleuchtet werden
kann, ohne den Benutzer zu blenden, da das Infrarotlicht außerhalb
des sichtbaren Wellenlängenspektrums liegt.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn die Blickfeldkamera und die Augenkamera
mit einem Blickdatenrechner über eine Blickdatenübertragungseinheit zusammenwirken,
da somit eine automatisierte Blickdatenanalyse in Echtzeit und/oder
zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht wird.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn die Blickdatenübertragungseinheit
ein Kabel oder einen Funksender und Funkempfänger umfasst.
Das Kabel hat den entscheidenden Vorteil, dass es eine sehr robuste
sowie kostengünstige Lösung zur Datenübertragung
darstellt. Die aus einem Funksender und Funkempfänger bestehende
Blickdatenübertragungseinheit hat im Gegensatz da zu den
Vorteil, dass der Aktionsradius nicht lokal begrenzt ist, sondern
ein sehr großer Aktionsradius realisiert werden kann. Somit
ist eine sehr flexible Versuchsplanung sowie ein sehr großer
Applikationsfreiraum gewährleistet.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn das Funksignal mindestens zweimal empfangen
wird. Die redundanten Signale können hinsichtlich ihrer
Qualität überprüft werden, so dass immer
das qualitativ hochwertigere Signal dem Blickdatenrechner zur Verfügung
gestellt wird. Hierdurch wird eine sehr hohe Datenzuverlässigkeit
gewährleistet. Die Daten können sowohl analog
als auch digital übertragen werden, wobei die digitale
Datenübertragung eine höhere Reichweite und Datenqualität
gewährleistet.
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Vorteilhaft
ist es auch, wenn der Funksender am Kopftragegestell oder am Rollstuhl
montiert ist. Hierdurch wird die Handhabung sowie der Komfort gesteigert,
da sowohl beim Kopftragegestell als auch beim Rollstuhl eine kompakte
Einheit vorliegt, die weder die Bewegungsfreiheit noch den Komfort
beeinträchtigt.
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Für
einen rutschfesten und zugleich komfortablen Sitz des Kopftragegestelles
am Kopf des Benutzers ist es besonders vorteilhaft, wenn das Kopftragegestell
eine Stirnauflage, einen Nasenbügel und/oder ein Kopfband
aufweist. Das Kopfband ist hierbei elastisch ausgeführt,
so dass die Stirnauflage des Kopftragegestelles gegen die Stirn
des Benutzers gedrückt wird. Als dritten Lagerungspunkt
dient der Nasenbügel, der auf der Nase des Benutzers aufliegt.
Durch diese Befestigung des Kopftragegestelles am Kopf des Benutzers
wird ein stabiler und zugleich komfortabler Sitz gewährleistet.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil dieser Kopftragegestellausführung
besteht darin, dass durch die Stirnauflage der Nasenbügel
von schräg vorne auf der Nase abgestützt wird.
Durch diese Anordnung können auch Brillenträger
problemlos das Kopftragegestell tragen, ohne ihre Brille abnehmen
zu müssen.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn die Infrarotbeleuchtung, insbesondere eine
Infrarot-LED, am Kopftragegestell so angeordnet ist, dass das Auge
eines Brillenträgers nicht durch das Brillenglas hindurch beleuchtet
wird, sondern vorzugsweise von schräg unten und/oder von
der Seite. Somit werden Reflexionen am Brillenglas vermieden, so
dass das Auge des Benutzers sehr hell mit Infrarotlicht beleuchtet
ist.
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Des
weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Augenkamera am Kopftragegestell
so angeordnet ist, dass das Auge eines Brillenträgers nicht
durch das Brillenglas hindurch erfasst wird, sondern vorzugsweise
von schräg unten und/oder von der Seite, so dass eine qualitativ
hochwertige Augenerfassung gewährleistet ist.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn das Kopftragegestell, die Blickfeldkamera,
die Augenkamera, die Infrarotbeleuchtung, die Stirnauflage, der
Nasenbügel und/oder das Kopfband einen stufenlosen und/oder
gerasteten Verstellmechanismus aufweisen, so dass für weitgehend
jeden Benutzer eine individuelle Anpassung des Kopftragegestells
erfolgen kann.
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In
einem erfindungsgemäßen Verfahren zur automatischen
Blickdatenauswertung, insbesondere mit einer Blickfelderfassungseinheit,
wird ein Aufmerksamkeitsanalysebereich in der Umwelt identifiziert
und eine Blickzuwendung eines Benutzers auf einen Aufmerksamkeitsanalysebereich
erkannt. Hierzu wird ein Marker, der Infrarotlicht emittiert und/oder reflektiert,
von einer Blickfeldkamera erkannt und die Lage mindestens eines
Aufmerksamkeitsanalysebereiches in der Umwelt in Referenz zum Marker
berechnet. Der Vorteil dieses Verfahrens zur automatischen Blickdatenauswertung
besteht darin, dass nicht der Marker selbst der Aufmerksamkeitsanalysebereich
in der Umwelt ist, sondern der Marker eine definierte Position in
der Umwelt markiert, so dass in Referenz hierzu schnell und einfach
mit einer entsprechenden Software zumindest ein Aufmerksamkeitsanalysebereich
festgelegt und erkannt werden kann. Vorteilhafterweise können
auch mehrere Auf merksamkeitsanalysebereiche in Referenz zu einem einzigen
Marker festgelegt werden. Des weiteren ist vorteilhafterweise in
Referenz zum automatisch erkannten infrarotlichtemittierenden und/oder
-reflektierenden Marker die exakte Position der Blickfeldkamera
sowie des Objektes an dem die Blickfeldkamera montiert ist im Raum
bekannt. Im Weiteren zeichnet sich dieses Verfahren zur automatischen
Blickdatenauswertung durch seine hohe Robustheit und somit Datenzuverlässigkeit
aus. Indem der Marker Infrarotlicht emittiert und/oder reflektiert,
kann er von der Blickfeldkamera schnell und zuverlässig
erkannt werden, so dass Datenaussetzer weitestgehend ausgeschlossen
sind.
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Besonders
vorteilhaft ist es, dass ein Augenfilm aufgezeichnet wird, wobei
eine Augenkamera das Auge des Benutzers erfasst und eine Bildverarbeitungssoftware über
einen Bildverarbeitungsalgorithmus die Pupille erkennt. Hierüber
kann vorteilhafterweise die Blickrichtung des Benutzers in Relation zur
Augenkameraposition bestimmt werden.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, dass ein Blickfilm aufgezeichnet wird, wobei
mindestens eine Blickfeldkamera das Blickfeld des Benutzers erfasst
und über eine Bildverarbeitungssoftware mindestens ein
Marker, der Infrarotlicht emittiert und/oder reflektiert, erkannt
wird. Vorteilhafterweise ist somit das Blickfeld des Benutzer sowie
die in diesem Blickfeld befindlichen Aufmerksamkeitsanalysebereiche
in Reverenz zum erkannten Marker bekannt.
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Besonders
vorteilhaft ist es, dass durch das Überlagern des Augenfilms
und des Blickfilms die Blickzuwendung des Benutzers erkannt wird.
Somit ist es vorteilhafterweise möglich, in Abhängigkeit
der Blickzuwendung des Benutzers das Blickverhalten in Bezug auf
die Aufmerksamkeitsanalysebereiche zu analysieren. Diese Analyse
kann auf beliebig viele Aufmerksamkeitsanalysebereiche in der Umwelt ausgeweitet
werden.
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Besonders
vorteilhaft ist es, dass mehrere Marker in der Umgebung angeordnet
werden, so dass bei Bewegungen des Benutzers mindestens immer einer
dieser Marker von der Bildverarbeitungssoftware erkannt wird. Somit
muss der Benutzer nicht dazu angehalten werden, eine fixe Position
einzuhalten, sondern kann sich frei im Raum bewegen, so dass eine
hohe Flexibilität gewährleistet ist. In Abhängigkeit
der Position des Benutzers in der Umwelt wird zumindest ein Marker
in der Umwelt erkannt, dessen exakte Position bekannt ist. Infolgedessen kann
auf die Kopfposition des Benutzers zurückgeschlossen werden,
so dass eine automatische Blickdatenauswertung in Bezug auf einen
in Relation zu dem Marker definierten Aufmerksamkeitsanalysebereich
erfolgen kann.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn sowohl der Blickfilm als auch der Augenfilm
gespeichert wird. Somit ist es möglich, auch nachträglich
Auswertungen vorzunehmen. Des weiteren kann eine Neukalibrierung
des Augenfilms und des Blickfilms erfolgen sowie vorhandene Datenaussetzer
aufgrund von Liedschlag oder anderen Störeinflüsse
nachträglich korrigiert werden.
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Zur
automatischen Blickdatenauswertung ist es besonders vorteilhaft,
wenn eine Blickdauer gespeichert wird, solange der Benutzer auf
den Aufmerksamkeitsanalysebereich blickt. Die Blickdauer kann beispielsweise
Aufschluss über die Ablenkung eines Systems oder aber auch über
die Aufmerksamkeitsbindung eines Gegenstandes, insbesondere einer
Werbeanzeige, geben.
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Neben
der Blickdauer ist es ebenso vorteilhaft, wenn die Blickanzahl gespeichert
wird. Hierbei werden innerhalb eines definierten Zeitfensters alle Blicke
eines Aufmerksamkeitsanalysebereiches kumuliert. Vorteilhafterweise
kann über die Blickanzahl auf die Ablenkung und/oder Attraktivität
des Aufmerksamkeitsanalysebereiches zurückgeschlossen werden.
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Besonders
vorteilhaft ist es, dass die Marker im Blickfilm in Echtzeit erkannt
werden, so dass ein Peripheriegerät angesteuert werden
kann. Ein ab dem Halswirbel querschnittsgelähmter Rollstuhlfahrer,
dem einzig und allein die Augen zur Interaktion mit seiner Umwelt
zur Verfügung stehen, kann somit mit bloßer Blickzuwendung
auf den Aufmerksamkeitsanalysebereich in Abhängigkeit seiner
Blickdauer und/oder Blickanzahl ein Peripheriegerät bedienen.
Hierbei ist eine Vielzahl von Kodierungen vorstellbar, um bei einem
Aufmerksamkeitsanalysebereich unterschiedliche Funktionen aktivieren und/oder
deaktivieren zu können. Beispielsweise wären eine
Aktivierung und/oder Deaktivierung durch eine definierte Blickdauer,
eine definierte Blickanzahl oder einer Kombination aus Blickdauer
und Blickanzahl denkbar.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, dass die Marker im Blickfeld nachträglich
erkannt werden können, so dass eine Blickverhaltensanalyse
durchgeführt werden kann. Somit könnten auch nachträglich
noch relevante Aufmerksamkeitsanalysebereiche festgelegt werden,
so dass in Bezug auf diese eine automatische Blickdatenauswertung
durchgeführt werden könnte.
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Weitere
Vorteile sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
beschrieben. Es zeigt:
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1 eine
Draufsicht eines infrarotlichtreflektierenden Markers, der mit einer
Blickfeldkamera zusammenwirkt;
-
2 eine
perspektivische Ansicht eines infrarotlichtemittierenden Markers
aus Plexiglas mit einer Befestigungseinheit;
-
3 eine
seitliche Ansicht eines infrarotlichtemittierenden Markers mit einem
Gehäuse;
-
4 eine
perspektivische Ansicht eines Anwendungsszenarios einer Blickfelderfassungseinheit,
wobei die Blickfeldkamera an einem Rollstuhl montiert ist und mit
mehreren infrarotlichtreflektierenden Markern in der Umgebung zusammenwirkt
und
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5 eine
perspektivische Ansicht eines Kopftragegestells, an dem eine Blickfeldkamera montiert
ist.
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1 zeigt
einen infrarotlichtreflektierenden Marker 1, der ein definiertes
Muster 2 aufweist, dass durch die Anordnung eines Absorptionsbereiches 3 und
Infrarotlichtbereichs 4 entsteht. Der Infrarotlichtbereich 4 ist
mit einem infrarotlichtreflektierenden Material 5 beklebt,
das von einer Blickfeldkamera 6 sehr zuverlässig
erfasst werden kann, so dass die Blickfeldkamera 6 in Kombination
mit dem Absorptionsbereich 3 das definierte Muster 2 erkennt.
Das definierte Muster 2 ist charakteristisch für
jeweils einen einzigen Marker in der Umgebung, dessen exakte Position
bekannt ist. Alternativ kann der infrarotlichtreflektierende Marker 1 auch
aus einem infrarotlichtreflektierenden Material bestehen, so dass,
nicht wie im Ausführungsbeispiel dargestellt, die Infrarotlichtbereiche 4a, 4b und 4c mit
einem infrarotlichtreflektierenden Material beklebt werden, sondern
der Absorptionsbereich 3 mit einem infrarotlichtabsorbierenden
Material 7 beklebt wird. Ebenso ist es natürlich
auch denkbar, den Absorptionsbereich 3 mit einer infrarotlichtabsorbierenden
Substanz zu beschichten.
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2 zeigt
einen infrarotlichtemittierenden Marker 10, der ein definiertes
Muster 2 aufweist, wobei das Muster 2 analog zu 1 durch
den Absorptionsbereich 3 und die Infrarotlichtbereiche 4a, 4b und 4c erzeugt
wird. Der infrarotlichtemittierende Marker 10 besteht aus
Plexiglas 11 und ist mit Ausnahme der Infrarotlichtbereiche 4a, 4b und 4c mit
einem infrarotlichtabsorbierenden Material 7 beschichtet.
Unter diesem infrarotlichtabsorbierenden Material 7 befindet
sich ein infrarotlichtreflektierendes Material. Durch eine Infrarot-LED
wird Infrarotlicht von einer Seite des infrarotlichtemittierenden
Markers 10 eingeleitet. Dieses wird nicht absorbiert, sondern
von der infrarotlichtreflektierenden Schicht solange im Körper
des infrarotlichtemittierenden Mar kers 10 reflektiert,
bis es im Infrarotlichtbereich 4a, 4b und 4c austritt
und von der Blickfeldkamera 6 erfasst wird.
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Des
weiteren weist die Infrarot-LED 12 ein Kabel 13 mit
einem Stecker 14 auf, um die Infrarot-LED 12 mit
Strom zu versorgen. Alternativ oder redundant kann der infrarotlichtemittierende
Marker 10 einen Akku und/oder eine Solarzelle aufweisen.
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Zur
Befestigung und Ausrichtung besitzt der infrarotlichtemittierende
Marker 10 eine Befestigungseinheit 15, die eine
Verbindungsvorrichtung 16 aufweist, mit der die Befestigungseinheit 15 an
einer Oberfläche, beispielsweise einem Stativ oder einem Objekt
in der Umgebung, befestigt werden kann. Die Verbindungsvorrichtung 16 kann
ein Magnet, ein Klebeband und/oder ein Saugnapf sein. In Abhängigkeit der
Rahmenbedingungen können unterschiedliche Verbindungsvorrichtungen 16 an
der Befestigungseinheit 15 montiert werden. Des weiteren
weist die Befestigungseinheit 15 Glieder 17a, 17b und 17c auf, die über
Kugelgelenke 18a, 18b, 18c und 18d mit einander
verbunden sind. Hierbei verbindet das Kugelgelenk 18a das
Glied 17a mit dem infrarotlichtemittierenden Marker 10.
Ist die Befestigungseinheit 15 fest mit einer Oberfläche über
die Verbindungsvorrichtung 16 verbunden, so kann der infrarotlichtemittierende
Marker 10 über die Glieder 17a, 17b und 17c und
Kugelgelenke 18a, 18b, 18c und 18d in
einem definierten Bereich um die Befestigungseinheit 15 frei
bewegt werden. Ist der infrarotlichtemittierende Marker 10 ideal
ausgerichtet, kann diese Position über einen Hebel 19 fixiert
werden.
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Eine
alternative Ausführung eines infrarotlichtemittierenden
Markers 10 ist in 3 dargestellt, mit
einem Gehäuse 30 sowie einem Gehäusedeckel 31,
wobei der Gehäusedeckel 31 mit dem Gehäuse 30 verbunden
ist. Hierbei kann der Gehäusedeckel 31 an das
Gehäuse 30 geklippst, geschraubt, geklebt oder
genietet sein. Des weiteren ist am Gehäuse 30 eine
Verbindungsvorrichtung 16 angebracht, mit der der infrarotlichtemittierende
Marker 10 mit einem Objekt in der Umgebung temporär
oder permanent verbunden sein kann. Das Gehäuse 30 nimmt
eine Infrarot-LED 12, ein optisches Element 32,
eine Diffuserplatte 33 sowie eine Mattscheibe 34 auf.
Das von der Infrarot-LED 12 emittierte Infrarotlicht wird
durch das optische Element 32, die Diffuserplatte 33 sowie
die Mattscheibe 34 so adaptiert, dass der Gehäusedeckel 31 homogen
und flächig beleuchtet wird. Der Gehäusedeckel 31 weist
mindestens einen Absorptionsbereich 3 sowie einen Infrarotlichtbereich 4 (siehe 1)
auf, so dass ein definiertes Muster 2 entsteht, das von
der Blickfeldkamera 6 erfasst werden kann. Die Infrarot-LED 12 weist
das Kabel 13 auf, an dessen anderem Ende der Stecker 14 befestigt
ist. Alternativ kann auch in diesem Fall der infrarotlichtemittierende
Marker 10 über eine autarke Stromversorgung in
Form einer Solarzelle, einer Batterie und/oder einen Akku verfügen.
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4 zeigt
ein Anwendungsszenario zur automatischen Blickdatenauswertung in
Echtzeit mit einer Blickfelderfassungseinheit 40, wobei
ein Benutzer 41, insbesondere ein Rollstuhlfahrer, der
ab dem Halswirbel gelähmt ist, über die Blickanzahl
und die Blickdauer mit beliebig vielen Peripheriegeräten 42a, 42b und 42c kommunizieren
kann, so dass Funktionen der Peripheriegeräte 42a, 42b und 42c aktiviert, deaktiviert
und/oder eingestellt werden können. Idealerweise erfolgt
eine Aktivierung und/oder Deaktivierung einer Funktion frühestens
ab einer Blickzuwendungsdauer von 1,5 s und spätestens
ab 2,5 s, vorzugsweise bei 2 Sekunden.
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Zur
Blickerfassung ist an einem Rollstuhl 43 eine Augenkamera 44 angebracht,
so dass mindestens ein Auge 45 des Benutzers 41 erfasst
wird. Des weiteren ist an dem Rollstuhl 43 eine Infrarotlichtquelle 46a angebracht,
die die Augen 45 des Benutzers 41 mit Infrarotlicht
beleuchten, so dass die Augenkamera 44 das Auge 45 in
einer sehr guten Qualität zuverlässig erfassen
kann. Der Benutzer 41 wird durch dieses Infrarotlicht nicht
geblendet. Außerdem befindet sich an dem Rollstuhl 43 eine
Blickfeldkamera 6, die das gesamte Blickfeld des Benutzers 41 erfasst.
Da bei Querschnittslähmungen ab dem Halswirbel lediglich
minimale Kopfbewegungen zu erwarten sind, kann die Blickfeldkamera 6 statisch
in einer fixen Position am Rollstuhl 43 montiert sein.
Alternativ ist es aber auch denkbar, dass über die Augenkamera 44 kontinuierlich
die Kopfstellung des Benutzers 41 erfasst wird und in Abhängigkeit
davon die Blickfeldkamera 6 dynamisch mitbewegt wird, so dass
die Blickfeldkamera 6 stets das aktuelle Blickfeld des
Benutzers 41 erfasst. Die Blickfeldkamera 6 wirkt
mit den infrarotlichtreflektierenden Markern 1a, 1b zusammen,
die an einer definierten Position in der Umgebung angebracht sind.
Die infrarotlichtreflektierenden Marker 1a, 1b bestehen
aus einer transparenten Klarsichtfolie, wobei die Rückseite
mit Kleber beschichtet ist, so dass sie auf jede beliebige Fläche in
der Umgebung geklebt werden können. Die Vorderseite weist
mindestens einen Infratortbereich 4 (siehe 1)
auf, der mit einem infrarotlichtreflektierenden Material beschichtet
ist. Des weiteren weist der infrarotlichtreflektierende Marker 1 mindestens einen
Absorptionsbereich 3 (siehe 1) auf,
der mit einer Substanz beschichtet ist, die ausschließlich
Infrarotlicht absorbiert.
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Am
Rollstuhl 43 ist des weiteren eine zweite Infrarotlichtquelle 46b angebracht,
die das Blickfeld des Benutzers 41 mit Infrarotlicht ausleuchtet.
Dieses wird insbesondere vom den Infrarotlichtbereichen 4 (siehe 1)
der infrarotlichtreflektierenden Marker 1a, 1b reflektiert,
so dass die Blickfeldkamera 6 die definierten Muster 2 (siehe 1, 2 und 3) erfassen
kann. Somit ist die exakte Position mindestens eines infrarotlichtreflektierenden
Markers 1a und 1b im Blickfeld des Benutzers 41 bekannt.
In Referenz zu den infrarotlichtreflektierenden Markern 1a und 1b sind
Aufmerksamkeitsanalysebereiche 47a, 47b und 47c definiert,
wobei für jeden Eckpunkt eines Aufmerksamkeitsanalysebereichs 47a, 47b und 47c die
exakte Position in Referenz zu mindestens einem infrarotlichtreflektierenden
Marker 1a, 1b bekannt ist. Wird über
die Blickfelderfassungseinheit 40 eine Blickzuwendung des
Benutzers 41 auf einen der Aufmerksamkeitsanalysebereiche 47a, 47b, 47c erkannt,
so wird ab einer Fixationsdauer von vorzugsweise 2 Sekunden
eine Funktion des entsprechenden Peripheriegerätes 42a, 42b oder 42c aktiviert oder
deaktiviert. Beispielsweise könnte es sich bei einem der
Periphe riegeräte 42a, 42b und 42c um
einen Lichtschalter handeln, wobei der Benutzer 41 durch
eine längere Blickzuwendung auf den entsprechenden Aufmerksamkeitsanalysebereich 47a, 47b und 47c das
Licht ein bzw. ausschalten kann.
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Besonders
vorteilhaft ist bei dieser alternativen Ausführung der
infrarotlichtreflektierenden Marker 1a, 1b, dass
sie weitgehend unsichtbar für das menschliche Auge sind.
Lediglich die infrarotempfindliche Blickfeldkamera 6 kann
die Infrarotlicht reflektierenden Marker 1a, 1b sehr
gut erfassen. Somit können beispielsweise in einem Raum
eine Vielzahl von infrarotlichtreflektierenden Markern 1a, 1b angebracht
werden, ohne die optische Anmut von Möbeln bzw. der Innenarchitektur
negativ zu beeinflussen.
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5 zeigt
ein Kopftragegestell 60, mit einer Blickfeldkamera 6,
die am Kopftragegestell 60 mittig zwischen den beiden Augen 45a, 45b befestigt
ist, sowie eine Augenkamera 44, die von schräg
unten das Auge 45a erfasst. Des weiteren ist am Kopfteilgestell 60 eine
Infrarotlichtquelle 46 angebracht, die das Auge 45a mit
Infrarotlicht beleuchtet, ohne dabei das Auge 45a zu blenden.
Des weiteren umfasst das Kopftragegestell 60 ein Funksendergehäuse 61,
das mindestens einen Funksender aufnehmen kann. Alternativ kann
der Funksender auch losgelöst vom Kopftragegestell 60 am
Körper des Benutzers befestigt sein, oder in einer Tasche
verstaut sein. Der Funksender übermittelt die Blickdaten,
die von der Blickfeldkamera 6 und der Augenkamera 44 aufgezeichnet
werden, an einen Funkempfänger, der mit einem Blickdatenrechner
in Verbindung steht. Für einen rutschfreien festen Sitz
umfasst das Kopftragegestell 60 eine Stirnauflage 62,
einen Nasenbügel 63 sowie ein Kopfband 64.
Das Kopftragegestell 60 ist über die Stirnauflage 62,
den Nasenbügel 63 sowie das Kopfband 64 so
auf dem Kopf des Benutzers gelagert, dass der Nasenbügel 63 von
schräg vorne auf der Nase des Benutzers abgestützt
wird. Somit ist gewährleistet, dass das Kopftragegestell 60 zusammen
mit einer Brille getragen werden kann.
-
Die
vorliegende Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene
Ausführungsbeispiel beschränkt. Abwandlungen im
Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich
wie eine Kombination der Merkmale, auch wenn sie in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind.
-
- 1
- infrarotlichtreflektierenden
Marker
- 2
- definiertes
Muster
- 3
- Absorptionsbereich
- 4
- Infrarotlichtbereich
- 5
- infrarotlichtreflektierendes
Material
- 6
- Blickfeldkamera
- 7
- infrarotlichtabsorbierendes
Material
- 10
- infrarotlichtemittierender
Marker
- 11
- Plexiglas
- 12
- Infrarot-LED
- 13
- Kabel
- 14
- Stecker
- 15
- Befestigungseinheit
- 16
- Verbindungsvorrichtung
- 17
- Glieder
- 18
- Kugelgelenke
- 19
- Hebel
- 30
- Gehäuse
- 31
- Gehäusedeckel
- 32
- optisches
Element
- 33
- Diffuserplatte
- 34
- Mattscheibe
- 40
- Blickfelderfassungseinheit
- 41
- Benutzer
- 42
- Peripheriegeräte
- 43
- Rollstuhl
- 44
- Augenkamera
- 45
- Auge
- 46
- Infrarotlichtquelle
- 47
- Aufmerksamkeitsanalysebereiche
- 60
- Kopftragegestell
- 61
- Funksendergehäuse
- 62
- Stirnauflage
- 63
- Nasebügel
- 64
- Kopfband
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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Zitierte Patentliteratur
-
- - US 2006/0109238
A1 [0003]