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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Kammpolymeren
als Antifatigue-Additive. Darüber hinaus beschreibt die
vorliegende Erfindung Kammpolymere mit verbesserten Eigenschaften
und Verfahren zu deren Herstellung. Ferner betrifft die vorliegende
Erfindung eine Schmierölzusammensetzung, die die zuvor
dargelegten Kammpolymere umfasst.
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Aus
Gründen der Kraftstoffersparnis (fuel economy) ist es eine
Aufgabe moderner Forschung, Planschverluste (churning loss) und
innere Reibung von Ölen mehr und mehr zu reduzieren. Aufgrund
dessen hat sich in den letzten Jahren ein Trend zu immer geringeren
Viskositäten der eingesetzten Ölen und damit immer
dünneren Schmierfilmen, insbesondere bei hohen Temperaturen
gezeigt. Nachteilige Konsequenz dieses Trends ist die Tatsache,
dass vermehrt Schäden, insbesondere an Getrieben und Wälzlagern
in der Anwendung auftreten.
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Bei
der Auslegung eines Getriebes ist zu beachten, dass alle Gleitwälzkontaktstellen,
d. h. Verzahnungen (gearing) und Wälzlager (roller bearing),
bei allen Betriebszuständen ausreichend geschmiert sind.
Schäden an Zahnrädern und Wälzlagern
sind die Folge einer zu hohen örtlichen Beanspruchung.
Man unterscheidet hier zwei Gruppen von Defekten an metallischen
Oberflächen von Getrieben, insbesondere an Verzahnungen
und Wälzlagern:
- 1. Verschleiß (wear)
durch kontinuierlichen oberflächlichen Materialabtrag bzw.
Fressen (scuffing) durch plötzlichen Materialabtrag nach
oberflächlichem Verschweißen beider Reibpartner.
- 2. Ermüdung (fatigue), die durch Grauflecken (grey
staining, surface fatigue, micro-pitting) bzw. Grübchen (sub-surface
fatigue, pitting) sichtbar wird. Diese Schäden entstehen
durch Abplatzen bzw. Herausbrechen von Material aufgrund von Rissen,
die 20–40 μm bzw. 100–500 μm
unterhalb der Oberfläche durch Schubspannungen im Metallgitter
hervorgerufen werden.
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Die
genannten Schadensarten sind für Verzahnungen und Wälzlager
allgemein bekannt und beispielsweise in den Druckschriften „Gears-Wear
and Damage to Gear Teeth”, ISO DIS 10825 und „Wälzlagerschäden",
Publ.-Nr. WL 82 102/2 DA der Fa. FAG (Schaeffler KG), Schweinfurt
2004 ausführlich beschrieben.
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Verschleiß durch
kontinuierlichen oberflächlichen Materialabtrag tritt an
Verzahnungen und Wälzlagern bevorzugt bei langsamen Geschwindigkeiten
auf, bei denen die Oberflächenrauhigkeiten aufgrund eines zu
dünnen Schmierfilms in Kontakt treten. Der durch diesen
Mechanismus erfolgten Materialabbau ist beispielsweise in Abb. 10.10
in
T. Mang, W. Dresel (eds.): "Lubricants and Lubrication",
Wiley-VCH, Weinheim 2001 dargestellt, in der eine Zahnflanke
mit deutlichen Verschleißerscheinungen gezeigt ist. Ein
ungleichmäßiger Verschleiß, der in Form
von Streifenbildung an einem Wälzkörper zu sehen
ist, wird in
„Wälzlagerschäden",
Publ.-Nr. WL 82 102/2 DA der Fa. FAG (Schaeffler KG), Schweinfurt
2004 in Abbildung 68 dargestellt.
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Schmierstoffe
wirken sich in Hinblick auf die Verschleißtragfähigkeit
günstig aus, wenn Sie Verschleißschutzadditive
(antiwear AW additive) enthalten und von hoher Viskosität
sind.
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Fressen
an Zahnflanken tritt meist bei mittleren bis hohen Geschwindigkeiten
auf. Dabei verschweißen die berührenden Oberflächen
kurzzeitig und reißen sofort wieder auseinander. Ein typisches
Erscheinungsbild derartiger Schäden ist beispielsweise
in Abb. 10.11 in T. Mang, W. Dresel (eds.): "Lubricants
and Lubrication", Wiley-VCH, Weinheim 2001 dargestellt.
Der Schaden tritt an ineinander greifenden Flankenbereichen auf,
wo sehr hohe Gleitgeschwindigkeiten vorliegen (oft am Zahnkopf).
Es handelt sich um plötzlich auftretende Schäden,
die bereits durch eine einmalige Überlast hervorgerufen
werden können. Bei Wälzlagern treten ebenfalls Fressschäden
auf; diese werden insbesondere an Großlagern, z. B. in
Getrieben von Zementmühlen beobachtet. Aufgrund von zu
geringer Betriebsviskosität, zu hohen Belastungen und/oder
zu hohen Drehzahlen erfolgt keine ausreichende Schmierfilmbildung
zwischen den Rollen und Bord (z. B. eines Kegelrollenlagers) und führt
zu örtlichen Verschweißungen (vgl. Abb. 81 „Wälzlagerschäden",
Publ.-Nr. WL 82 102/2 DA der Fa. FAG (Schaeffler KG), Schweinfurt
2004).
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Fressschäden
können durch Extremdruckadditive (extreme Pressure EP additive)
im Schmierstoff um mehr als Faktor 5 verringert werden.
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Die
unter Punkt 2 zuvor dargestellte Materialermüdung zeigt
sich insbesondere durch Grauflecken- bzw. Grübchen-Bildung.
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Graufleckenbildung
beginnt zunächst 20–40 μm unterhalb der
Oberfläche mit feinen Rissen im Metallgitter. Der Riss
propagiert an die Oberfläche und führt zu Materialabplatzungen,
welche als sichtbare graue Flecken zu erkennen sind. Bei Verzahnungen
können praktisch in allen Geschwindigkeitsbereichen Grauflecken
auf Zahnflanken beobachtet werden. Die Grauflecken treten bevorzugt
im Bereich des Gleitkontaktes auf, wobei dies zum Beispiel in Abb
10.13 in T. Mang, W. Dresel (eds.): "Lubricants
and Lubrication", Wiley-VCH, Weinheim 2001 dargestellt
ist. Auch in Wälzlagern entstehen im Bereich des Gleitkontaktes
sehr flache Ausbrüche als Grauflecken auf der Laufbahn,
wie dies beispielhaft in „Wälzlagerschäden",
Publ.-Nr. WL 82 102/2 DA der Fa. FAG (Schaeffler KG), Schweinfurt
2004 in Abbildung 49 dargestellt ist.
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Grübchenbildung
ist ebenfalls ein Ermüdungsschaden, der in allen Geschwindigkeitsbereichen
zu beobachten ist. Der Schadensbild beginnt auch hier mit einem
Riss im Metallgitter in 100–500 μm Tiefe. Der
Riss propagiert schließlich an die Oberfläche
und hinterlässt nach Herausbrechen einen ausgeprägten
Krater (Grübchen). Diese treten bei Zahnrädern
vorzugsweise auf den Zahnflankenmitten und bei Wälzlagern
meist an den sich drehenden Lagerringen auf. Abbildungen zu diesen
Schäden finden sich unter anderem in
T. Mang, W.
Dresel (eds.): "Lubricants and Lubrication", Wiley-VCH,
Weinheim 2001 (vgl. Abb. 10.14 und Abb. 10.15) sowie in
„Wälzlagerschäden",
Publ.-Nr. WL 82 102/2 DA der Fa. FAG (Schaeffler KG), Schweinfurt
2004 (vgl. Abbildung 43). Im Gegensatz zur Graufleckenbildung
erfolgt der Schaden somit im Bereich des Rollkontaktes, da dort
die jeweils größte Belastung bzw. die größten
Lastwechselamplituden vorliegen.
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In
deutlichem Gegensatz zu den Defekten „Verschleiß” und „Fressen” sind
die weit schwerwiegenderen Ermüdungsdefekte „Grauflecken” und „Grübchen” derzeit
nicht gezielt mit Additiven, etwa den oben dargestellten Verschleißschutz-
und Extremdruckadditiven beeinflussbar (vgl.
R. M. Mortier,
S. T. Orszulik (eds.): "Chemistry and Technology of Lubricants",
Blackie Academic & Professional,
London, 2nd ed. 1997;
J. Bartz: „Additive
für Schmierstoffe", Expert-Verlag, Renningen-Malmsheim
1994;
T. Mang, W. Dresel (eds.): "Lubricants
and Lubrication", Wiley-VCH, Weinheim 2001). Untersuchungen
haben bis heute wenn überhaupt nur zeigen können,
dass Graufleckentragfähigkeit und Grübchentragfähigkeit über
die Schmierstoffviskosität beeinflussbar ist. Eine erhöhte
Viskosität wirkt hierbei Ermüdungsdauer-verlängernd
(vgl.
U. Schedl: „FVA-Forschungsvorhaben 2/IV:
Pittingtest-Einfluss der Schmierstoffs auf die Grübchenlebensdauer
einsatzgehärteter Zahnräder im Einstufen- und
Lastkollektivversuch", Forschungsvereinigung Antriebstechnik,
Heft 530, Frankfurt 1997).
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Zur
Verbesserung der Viskositätseigenschaften werden in Schmierölen,
beispielsweise Getriebe- oder Motorölen seit langem Polyalkyl(meth)acrylate
(PAMA) eingesetzt, die teilweise mit Comonomeren, insbesondere Stickstoff-
oder Sauerstoff-haltigen Monomeren funktionalisiert sein können.
Zu diesen VI-Verbesserern zählen insbesondere Polymere,
die mit Dimethylaminoethylmethacrylat (
US 2,737,496 der E. I. Dupont de Nemours
and Co.), Dimethylaminoethylmethacrylamid (
US 4,021,357 der Texaco Inc.) oder
Hydroxyethylmethacrylat (
US 3,249,545 der
Shell Oil. Co) funktionalisiert wurden.
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VI-Verbesserer
auf PAMA-Basis für Schmierölanwendungen werden
stetig verbessert. So werden in neuerer Zeit vielfach auch Polymere
mit blockartigen Sequenzen zur Anwendung in Schmierölen
dargestellt.
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Beispielsweise
beschreibt die Druckschrift
US
3,506,574 der Rohm and Haas sequentielle Polymere bestehend
aus einem PAMA-Basispolymer, welches in einer nachgeschalteten Reaktion
mit N-Vinylpyrrolidon gepfropft wird.
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Eine
weitverbreitete Klasse an kommerziellen VI-Verbesserern ist mit
hydrierten Styrol-Dien-Copolymeren (HSD) gegeben. Diese HSD können
sowohl in Form von (-B-A)
n-Sternen (
US 4 116 917 der Shell Oil Company)
als auch in Form von A-B-Diblock- und A-B-A-Triblock-Copolymeren
(
US 3 772 196 und
US 4 788 316 der Shell Oil
Company) vorliegen. Hierbei stellt A einen Block aus hydriertem
Polyisopren und B einen Divinylbenzol-vernetzten Polystyrolkern
bzw. einen Block aus Polystyrol dar. Die Infineum SV Serie der Infineum International
Ltd Abington/UK umfasst Produkte dieses Typs. Typische Sternpolymere
sind gegeben mit Infineum SV 200, 250 und 260. Infineum SV 150 stellt
ein Diblockpolymer dar. Die genannten Produkte sind frei Trägerölen
oder- lösungsmitteln. Insbesondere die Sternpolymere wie
das Infineum SV 200 sind äußerst vorteilhaft bezüglich
Verdickungswirkung, Viskositätsindex und Scherstabilität.
Weitere Sternpolymere werden unter anderem in
WO 2007/025837 (RohMax Additives)
dargestellt.
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Darüber
hinaus können auch Polyalkyl(meth)acrylate (PAMA) zur Verbesserung
des Viskositätsindexes (VI) eingesetzt werden. So beschreiben
EP 0 621 293 und
EP 0 699 694 der Röhm
GmbH vorteilhafte Kammpolymere. Eine weitere Verbesserung des VI
kann gemäß der Lehre der
WO 2007/003238 (RohMax Additives)
durch das Einhalten von spezifischen Parametern erzielt werden.
Eine Wirksamkeit als Verschleißschutzadditiv wird in diesen
Druckschriften nicht dargelegt.
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Vorteilhafte
Eigenschaften bezüglich Rußdispergierung (Kolbensauberkeit),
Verschleißschutz und Reibwertveränderung in Motorenölen
können bei der konventionellen PAMA-Chemie durch Pfropfen
von N-Vinyl-Verbindungen (meist N-Vinyl-Pyrrolidon) auf PAMA-Basispolymere
eingestellt werden (
DE 1 520
696 der Röhm und Haas und
WO 2006/007934 der RohMax Additives).
VISCOPLEX
® 6-950 ist ein solches
PAMA, das kommerziell von der RohMax Additives, Darmstadt/Deutschland
erhältlich ist.
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Weiterhin
stellen die Druckschriften
WO
2001/40339 bzw.
DE
10 2005 041 528 der RohMax Additives GmbH Blockcopolymere
bzw. Sternblockcopolymere für Schmierölanwendungen
dar, die unter anderem mittels ATRP erhältlich sind.
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Auch
eine Vorteilhaftigkeit der Blockstruktur für Verschleiß reduzierende
Zusatzfunktionen der VI-Verbesserer oder zur Verminderung der Reibung,
die zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch führt, wurde
bereits gezeigt.
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Die
WO 2004/087850 beschreibt
Blockcopolymere enthaltende Schmierölformulierungen mit
ausgezeichneten Reibungseigenschaften. Die Blockcopolymere agieren
dabei als Reibwertveränderer (friction modifier).
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Die
WO 2006/105926 beschreibt
unter anderem Blockcopolymere, die von gezielt ausgewählten N/O-funktionellen
Monomeren abgeleitet sind, und ihre Anwendung als Reibwertveränderer
und Dispergiermittel (dispersant).
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Die
WO 2006/007934 der RohMax
Additive GmbH beschreibt die Verwendung von Pfropfpolymeren als
Verschleißschutzadditiv (antiwear additive) in Schmierölformulierungen,
insbesondere in Motorenölen. Ebenso beschreibt die
WO 2005/097956 der RohMax
Additives Schmierölformulierungen enthaltend H-Brücken-haltige
Pfropfpolymere als Verschleißschutzadditiv.
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Wie
zuvor dargelegt gibt es bisher zwar viele Ansätze, Schäden
aufgrund von Verschleiß bzw. Fressen durch Einsatz von
Additiven zu vermindern. Der Mate rialermüdung kann bisher
jedoch nur durch die Verwendung von Ölen mit einer relativ
hohen Viskosität oder durch Einsatz spezieller Materialien
für Verzahnung und/oder Wälzlager begegnet werden.
Beide Möglichkeiten sind jedoch mit Nachteilen behaftet,
wobei der Einsatz von neuen Materialien teuer und eine weitere Verbesserung
wünschenswert ist. Der Einsatz von hochviskosen Ölen
führt zu einer hohen inneren Reibung und somit zu einem
hohen Kraftstoffverbrauch. Daher wären insbesondere Verbindungen
hilfreich, die als Antifatigue-Additive eingesetzt werden können,
ohne dass hierbei eine Viskositätserhöhung des
Schmiermittels einhergeht.
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In
Anbetracht des Standes der Technik war es nun Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, ein Additiv zur Verfügung zu stellen, das zu
einer Verringerung der Materialermüdung führt
(Antifatigue-Additiv). Hierbei sollte insbesondere eine Verringerung
der zuvor dargelegten Bildung von Grauflecken (grey staining, surface fatigue,
micro-pitting) bzw. Grübchen (sub-surface fatigue, pitting)
erzielt werden.
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Eine
weitere Aufgabe der Erfindung bestand darin, Additive bereitzustellen,
die einfach und kostengünstig hergestellt werden können,
wobei insbesondere kommerziell erhältliche Komponenten
eingesetzt werden sollten. Hierbei sollte die Produktion großtechnisch
erfolgen können, ohne dass hierzu neue oder konstruktiv
aufwendige Anlagen benötigt werden.
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Des
Weiteren war es ein Ziel der vorliegenden Erfindung ein Additiv
bereitzustellen, das eine Vielzahl von wünschenswerten
Eigenschaften in dem Schmiermittel bewirkt. Hierdurch kann die Anzahl
an unterschiedlichen Additiven minimiert werden.
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Weiterhin
sollte das Additiv keine nachteiligen Wirkungen auf den Kraftstoffverbrauch
oder die Umweltverträglichkeit des Schmiermittels zeigen.
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Ferner
sollten die Additive eine besonders lange Haltbarkeit und einen
geringen Abbau während des Einsatzes zeigen, so dass entsprechend
modifizierte Schmieröle über einen langen Zeitraum
eingesetzt werden können.
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Gelöst
werden diese sowie weitere nicht explizit genannten Aufgaben, die
jedoch aus den hierin einleitend diskutierten Zusammenhängen
ohne weiteres ableitbar oder erschließbar sind, durch die
Verwendung von Kammpolymeren mit allen Merkmalen des Patentanspruchs
1. Eine besonders vorteilhafte Lösung bieten die in den
Ansprüchen 7 und 16 dargelegten Kammpolymere. Zweckmäßige
Abwandlungen der erfindungsgemäßen Kammpolymere
werden in den auf die Ansprüche 7 bzw. 16 rückbezogenen
Unteransprüchen unter Schutz gestellt. Hinsichtlich des
Verfahrens zur Herstellung von Kammpolymeren liefert Anspruch 26
eine Lösung der zugrunde liegenden Aufgabe, während
Anspruch 28 eine Schmierölzusammensetzung umfassend die
Kammpolymere der vorliegenden Erfindung schützt.
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist dementsprechend die Verwendung von
Kammpolymeren umfassend in der Hauptkette Wiederholungseinheiten,
die von Polyolefin-basierten Makromonomeren mit einem Molekulargewicht
von mindestens 500 g/mol abgeleitet sind, und Wiederholungseinheiten,
die von niedermolekularen Monomeren mit einem Molekulargewicht kleiner
500 g/mol abgeleitet sind, als Antifatigue-Additiv in Schmiermitteln.
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Besondere
Vorteile können überraschend durch besondere Kammpolymere
erzielt werden, die durch die vorliegende Erfindung zur Verfügung
gestellt wer den. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist dementsprechend
darüber hinaus ein Kammpolymer umfassend in der Hauptkette
Wiederholungseinheiten, die von Polyolefin-basierten Makromonomeren
mit einem Molekulargewicht von mindestens 500 g/mol abgeleitet sind, und
Wiederholungseinheiten, die von niedermolekularen Monomeren mit
einem Molekulargewicht kleiner 500 g/mol abgeleitet sind, welches
dadurch gekennzeichnet ist, dass das Kammpolymer Wiederholungseinheiten, die
von Alkyl(meth)acrylaten mit 8 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe
abgeleitet sind, eine Polarität von mindestens 50% THF
und eine Grenzviskosität von 15 bis 50 mL/g aufweist.
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Ferner
ist ein Kammpolymer Gegenstand der vorliegenden Erfindung, umfassend
in der Hauptkette Wiederholungseinheiten, die von Polyolefin-basierten
Makromonomeren mit einem Molekulargewicht von mindestens 500 g/mol
abgeleitet sind, und Wiederholungseinheiten, die von niedermolekularen
Monomeren mit einem Molekulargewicht kleiner 500 g/mol abgeleitet
sind, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass das Kammpolymer mindestens
10 Gew.-% an Wiederholungseinheiten, die von Styrolmonomeren mit
8 bis 17 Kohlenstoffatomen abgeleitet sind, mindestens 5 Gew.-%
an Wiederholungseinheiten, die von Alkyl(meth)acrylaten mit 1 bis
6 Kohlenstoffatomen abgeleitet sind, und eine Polarität
von mindestens 30% THF aufweist.
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Hierdurch
gelingt es auf nicht vorhersehbare Weise ein Additiv für
Schmieröle zur Verfügung zu stellen, das zu einer
Verringerung der Materialermüdung führt (Antifatigue-Additiv).
Hierbei erzielen diese Additive eine Verringerung der zuvor dargelegten
Bildung von Grauflecken (grey staining, surface fatigue, micro-pitting) bzw.
Grübchen (sub-surface fatigue, pitting).
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Darüber
hinaus können diese Additive einfach und kostengünstig
hergestellt werden, wobei insbesondere kommerziell erhältliche
Komponenten eingesetzt werden können. Hierbei kann die
Produktion großtechnisch erfolgen, ohne dass hierzu neue
oder konstruktiv aufwendige Anlagen benötigt werden.
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Weiterhin
zeigen die erfindungsgemäß einzusetzenden Polymere
ein besonders günstiges Eigenschaftsprofil. So können
die Polymere überraschend scherstabil ausgestaltet werden,
so dass die Schmiermittel eine sehr lange Haltbarkeit aufweisen.
Des Weiteren kann das erfindungsgemäß zu verwendende
Additiv eine Vielzahl von wünschenswerten Eigenschaften
in dem Schmiermittel bewirken. Beispielsweise können Schmiermittel
mit hervorragenden Tieftemperatureigenschaften oder Viskositätseigenschaften
hergestellt werden, die die vorliegenden Kammpolymere aufweisen.
Hierdurch kann die Anzahl an unterschiedlichen Additiven minimiert
werden. Darüber hinaus sind die vorliegenden Kammpolymere
mit vielen Additiven kompatibel. Hierdurch können die Schmiermittel
an verschiedenste Anforderungen angepasst werden.
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Weiterhin
zeigen die zu verwendenden Additive keine nachteiligen Wirkungen
auf den Kraftstoffverbrauch oder die Umweltverträglichkeit
des Schmiermittels. Darüber hinaus können die
erfindungsgemäßen Kammpolymere einfach und kostengünstig
hergestellt werden, wobei insbesondere kommerziell erhältliche Komponenten
eingesetzt werden können. Weiterhin können die
Kammpolymere der vorliegenden Erfindung großtechnisch hergestellt
werden, ohne dass hierzu neue oder konstruktiv aufwendige Anlagen
benötigt werden.
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Der
hierin verwendete Begriff Kammpolymer ist an sich bekannt, wobei
an eine polymere Hauptkette, häufig auch Rückgrat
oder „backbone” genannt, längere Seitenketten
gebunden sind. Im vorliegenden Fall weisen die erfindungsgemä ßen
Polymere mindestens eine Wiederholungseinheit auf, die von Polyolefin-basierten
Makromonomeren abgeleitet ist.
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Der
Begriff „Hauptkette” bedeutet nicht zwangsläufig,
dass die Kettenlänge der Hauptkette größer
ist als die der Seitenketten. Vielmehr bezieht sich dieser Begriff
auf die Zusammensetzung dieser Kette. Während die Seitenkette
sehr hohe Anteile an olefinischen Wiederholungseinheiten, insbesondere
Einheiten, die von Alkenen oder Alkadienen, beispielsweise Ethylen,
Propylen, n-Buten, Isobuten, Butadien, Isopren abgeleitet sind,
aufweisen, ist die Hauptkette von größeren Anteilen
an polareren ungesättigten Monomeren abgeleitet, die anderem
Alkyl(meth)acrylate, Styrolmonomere, Fumarate, Maleate, Vinylester
und/oder Vinylether umfassen.
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Der
Begriff Wiederholungseinheit ist in der Fachwelt weithin bekannt.
Die vorliegenden Kammpolymere können vorzugsweise über
radikalische Polymerisation von Makromonomeren und niedermolekularen
Monomeren erhalten werden. Hierbei werden Doppelbindungen unter
Bildung von kovalenten Bindungen geöffnet. Dementsprechend
ergibt sich die Wiederholungseinheit aus den eingesetzten Monomeren.
Allerdings können die vorliegenden Kammpolymere auch durch
polymeranaloge Umsetzungen und/oder Pfropfcopolymerisation erhalten
werden. In diesem Fall zählt die umgesetzte Wiederholungseinheit
der Hauptkette zur Wiederholungseinheit, die von einem Polyolefin-basierten
Makromonomeren abgeleitet ist. Ähnliches gilt bei der Herstellung
der erfindungsgemäßen Kammpolymeren durch Pfropfcopolymerisation.
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Die
vorliegende Erfindung beschreibt Kammpolymere, die vorzugsweise
eine hohe Öllöslichkeit aufweisen. Der Begriff öllöslich
bedeutet, dass eine Mischung von einem Grundöl und einem
erfindungsgemäßen Kammpolymer ohne makroskopische
Phasenbildung herstellbar ist, die mindestens 0,1 Gew.-%, vorzugsweise mindestens
0,5 Gew.-% der erfindungsgemäßen Kammpolymere
aufweist. In dieser Mischung kann das Kammpolymer dispergiert und/oder
gelöst vorliegen. Die Öllöslichkeit hängt
insbesondere vom Anteil der lipophilen Seitenketten sowie vom Grundöl
ab. Diese Eigenschaft ist dem Fachmann bekannt und kann für
das jeweilige Grundöl leicht über den Anteil an
lipophilen Monomeren eingestellt werden.
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Die
erfindungsgemäßen Kammpolymere umfassen Wiederholungseinheiten,
die von Polyolefin-basierten Makromonomeren abgeleitet sind. Polyolefin-basierte
Makromonomere sind in der Fachwelt bekannt. Diese Wiederholungseinheiten
umfassen mindestens eine Gruppe, die von Polyolefinen abgeleitet
ist. Polyolefine sind in der Fachwelt bekannt, wobei diese durch
Polymerisation von Alkenen und/oder Alkadienen, die aus den Elementen
Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen, beispielsweise C2-C10-Alkene
wie Ethylen, Propylen, n-Buten, Isobuten, Norbornen und/oder C4-C10-Alkadiene
wie Butadien, Isopren, Norbornadien, erhalten werden können.
Die von Polyolefin-basierten Makromonomeren abgeleiteten Wiederholungseinheiten
umfassen vorzugsweise mindestens 70 Gew.-% und besonders bevorzugt
mindestens 80 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt mindestens 90
Gew.-% an Gruppen die von Alkenen und/oder Alkadienen abgeleitet
sind, bezogen auf das Gewicht der von Polyolefin-basierten Makromonomeren
abgeleiteten Wiederholungseinheiten. Hierbei können die
polyolefinischen Gruppen insbesondere auch hydriert vorliegen. Neben
den Gruppen, die von Alkenen und/oder Alkadienen abgeleitet sind,
können die von Polyolefin-basierten Makromonomeren abgeleiteten
Wiederholungseinheiten weitere Gruppen umfassen. Hierzu gehören
geringe Anteile an copolymerisierbaren Monomeren. Diese Monomeren
sind an sich bekannt und umfassen unter anderem Alkyl(meth)acrylate,
Styrolmonomere, Fu marate, Maleate, Vinylester und/oder Vinylether.
Der Anteil dieser auf copolymerisierbaren Monomeren basierten Gruppen
beträgt vorzugsweise höchstens 30 Gew.-%, besonders bevorzugt
höchstens 15 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der von Polyolefin-basierten
Makromonomeren abgeleiteten Wiederholungseinheiten. Des Weiteren
können die von Polyolefin-basierten Makromonomeren abgeleiteten
Wiederholungseinheiten Anfangsgruppen und/oder Endgruppen umfassen,
die zur Funktionalisierung dienen oder durch die Herstellung der
von Polyolefin-basierten Makromonomeren abgeleiteten Wiederholungseinheiten
bedingt sind. Der Anteil dieser Anfangsgruppen und/oder Endgruppen
beträgt vorzugsweise höchstens 30 Gew.-%, besonders
bevorzugt höchstens 15 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht
der von Polyolefin basierten Makromonomeren abgeleiteten Wiederholungseinheiten.
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Vorzugsweise
liegt das Zahlenmittel des Molekulargewicht der Wiederholungseinheiten,
die von Polyolefin-basierten Makromonomeren abgeleitet sind, im
Bereich von 500 bis 50000 g/mol, besonders bevorzugt 700 bis 10000
g/mol, insbesondere 1500 bis 5500 g/mol und ganz besonders bevorzugt
4000 bis 5000 g/mol.
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Diese
Werte ergeben sich im Falle der Herstellung der Kammpolymere durch
Copolymerisation von niedermolekularen und makromolekularen Monomeren über
die Eigenschaften der makromolekularen Monomeren. Im Falle der polymeranalogen
Umsetzungen ergibt sich diese Eigenschaft beispielsweise aus den
eingesetzten Makroalkoholen und/oder Makroaminen unter Berücksichtigung
der umgesetzten Wiederholungseinheiten der Hauptkette. Im Falle
der Pfropfcopolymerisationen kann über den Anteil an gebildeten
Polyolefinen, der nicht in die Hauptkette eingebaut wurde, auf die
Molekulargewichtsverteilung des Polyolefins geschlossen werden.
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Die
Wiederholungseinheiten, die von Polyolefin-basierten Makromonomeren
abgeleitet sind, weisen vorzugsweise eine niedrige Schmelztemperatur
auf, wobei diese über DSC gemessen wird. Bevorzugt ist
die Schmelztemperatur der von den Polyolefin-basierten Makromonomeren
abgeleiteten Wiederholungseinheiten kleiner oder gleich –10°C,
insbesondere bevorzugt kleiner oder gleich –20°C,
besonders bevorzugt kleiner oder gleich –40°C.
Ganz besonders bevorzugt kann keine Schmelztemperatur gemäß DSC
bei den Wiederholungseinheiten, die von den Polyolefin-basierten
Makromonomeren abgeleitet sind, gemessen werden.
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Neben
den Wiederholungseinheiten, die von den Polyolefin-basierten Makromonomeren
abgeleitet sind, umfassen die erfindungsgemäßen
Kammpolymere Wiederholungseinheiten, die von niedermolekularen Monomeren
mit einem Molekulargewicht kleiner 500 g/mol abgeleitet sind. Der
Ausdruck „niedermolekular” verdeutlicht, dass
ein Teil der Wiederholungseinheiten des Rückgrats des Kammpolymeren
ein geringes Molekulargewicht aufweist. Dies Molekulargewicht kann
sich, je nach Herstellung, aus dem Molekulargewicht der zur Herstellung
der Polymeren verwendeten Monomeren ergeben. Das Molekulargewicht
der niedermolekularen Wiederholungseinheiten bzw. der niedermolekularen
Monomeren beträgt vorzugsweise höchstens 400 g/mol,
besonders bevorzugt höchstens 200 g/mol und ganz besonders
bevorzugt höchstens 150 g/mol. Diese Monomere umfassen
unter anderem Alkyl(meth)acrylate, Styrolmonomere, Fumarate, Maleate,
Vinylester und/oder Vinylether
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Zu
den bevorzugten niedermolekularen Monomeren gehören Styrolmonomere
mit 8 bis 17 Kohlenstoffatomen, Alkyl(meth)acrylaten mit 1 bis 30
Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe, Vinylestern mit 1 bis 11
Kohlenstoffatomen in der Acylgruppe, Vinylethern mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen
in der Alkoholgruppe, (Di)alkylfumaraten mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen
in der Alkoholgruppe, (Di)alkylmaleaten mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen
in der Alkoholgruppe sowie Mischungen dieser Monomeren abgeleitet
sind. Diese Monomeren sind in der Fachwelt weithin bekannt.
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Beispiele
für Styrolmonomere mit 8 bis 17 Kohlenstoffatomen sind
Styrol, substituierte Styrole mit einem Alkylsubstituenten in der
Seitenkette, wie z. B. α-Methylstyrol und α-Ethylstyrol,
substituierte Styrole mit einem Alkylsubstitutenten am Ring, wie
Vinyltoluol und p-Methylstyrol, halogenierte Styrole, wie beispielsweise Monochlorstyrole,
Dichlorstyrole, Tribromstyrole und Tetrabromstyrole.
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Der
Begriff „(Meth)acrylate” umfasst Acrylate und
Methacrylate sowie Mischungen von Acrylaten und Methacrylaten. Zu
den Alkyl(meth)acrylaten mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe
gehören insbesondere (Meth)acrylate, die sich von gesättigten
Alkoholen ableiten, wie Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat,
n-Propyl(meth)acrylat, iso-Propyl(meth)acrylat, n-Butyl(meth)acrylat,
tert-Butyl(meth)acrylat, Pentyl(meth)acrylat, Hexyl(meth)acrylat,
2-Ethylhexyl(meth)acrylat, Heptyl(meth)acrylat, 2-tert.-Butylheptyl(meth)acrylat,
Octyl(meth)acrylat, 3-iso-Propylheptyl(meth)acrylat, Nonyl(meth)acrylat,
Decyl(meth)acrylat, Undecyl(meth)acrylat, 5-Methylundecyl(meth)acrylat,
Dodecyl(meth)acrylat, 2-Methyldodecyl(meth)acrylat, Tridecyl(meth)acrylat,
5-Methyltridecyl(meth)acrylat, Tetradecyl(meth)acrylat, Pentadecyl(meth)acrylat,
Hexadecyl(meth)acrylat, 2-Methylhexadecyl(meth)acrylat, Heptadecyl(meth)acrylat, 5-iso-Propylheptadecyl(meth)acrylat,
4-tert.-Butyloctadecyl(meth)acrylat, 5-Ethyloctadecyl(meth)acrylat, 3-iso-Propyloctadecyl(meth)acrylat,
Octadecyl(meth)acrylat, Nonadecyl(meth)acrylat, Eicosyl(meth)acrylat, Cetyleicosyl(meth)acrylat,
Stearyleicosyl(meth)acrylat, Docosyl(meth)acrylat und/oder Eicosyltetratriacontyl(meth)acrylat;
(Meth)acrylate,
die sich von ungesättigten Alkoholen ableiten, wie z. B.
2-Propinyl(meth)acrylat, Allyl(meth)acrylat, Vinyl(meth)acrylat,
Oleyl(meth)acrylat; Cycloalkyl(meth)acrylate, wie Cyclopentyl(meth)acrylat,
3-Vinylcyclohexyl(meth)acrylat.
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Beispiele
für Vinylester mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Acylgruppe
sind unter anderem Vinylformiat, Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylbutyrat,
Bevorzugte Vinylester umfassen 2 bis 9, besonders bevorzugt 2 bis
5 Kohlenstoffatomen in der Acylgruppe. Die Acylgruppe kann hierbei
linear oder verzweigt sein.
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Beispiele
für Vinylether mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe
sind unter anderem Vinylmethylether, Vinylethylether, Vinylpropylether,
Vinylbutylether. Bevorzugte Vinylether umfassen 1 bis 8, besonders
bevorzugt 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe. Die Alkoholgruppe
kann hierbei linear oder verzweigt sein.
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Die
Schreibweise (Di)ester bedeutet, dass Monoester, Diester sowie Mischungen
von Estern, insbesondere der Fumarsäure und/oder der Maleinsäure
eingesetzt werden können. Zu den (Di)alkylfumaraten mit 1
bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe gehören unter
anderem Monomethylfumarat, Dimethylfumarat, Monoethylfumarat, Diethylfumarat,
Methylethylfumarat, Monobutylfumarat, Dibutylfumarat, Dipentylfumarat
und Dihexylfumarat. Bevorzugte (Di)alkylfumarate umfassen 1 bis
8, besonders bevorzugt 1 bis 4 Kohlenstoff atomen in der Alkoholgruppe.
Die Alkoholgruppe kann hierbei linear oder verzweigt sein.
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Zu
den (Di)alkylmaleaten mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe
gehören unter anderem Monomethylmaleat, Dimethylmaleat,
Monoethylmaleat, Diethylmaleat, Methylethylmaleat, Monobutylmaleat, Dibutylmaleat.
Bevorzugte (Di)alkylmaleate umfassen 1 bis 8, besonders bevorzugt
1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe. Die Alkoholgruppe
kann hierbei linear oder verzweigt sein.
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Überraschende
Vorteile hinsichtlich der Wirksamkeit als Antifatigue-Additiv in
Schmiermitteln lassen sich insbesondere mit Kammpolymeren erzielen,
die Wiederholungseinheiten aufweisen, die von dispergierenden Monomeren
abgeleitet sind.
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Dispergierende
Monomere werden seit langem zur Funktionalisierung von polymeren
Additiven in Schmierölen eingesetzt und sind dem Fachmann
daher bekannt (vgl.
R. M. Mortier, S. T. Orszulik (eds.): "Chemistry
and Technology of Lubricants", Blackie Academic & Professional,
London, 2nd ed. 1997). Zweckmäßig können
insbesondere heterocyclische Vinylverbindungen und/oder ethylenisch
ungesättigte, polare Esterverbindungen der Formel (I)
worin R Wasserstoff oder
Methyl darstellt, X Sauerstoff, Schwefel oder eine Aminogruppe der
Formel -NH- oder -NR
a-, worin R
a für
einen Alkylrest mit 1 bis 10, bevorzugt 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
steht, R
1 einen 2 bis 50, insbesondere 2
bis 30, vorzugsweise 2 bis 20 Kohlenstoffatome umfassenden Rest
mit mindestens einem, vorzugsweise mindestens zwei Heteroatomen,
R
2 und R
3 unabhängig
Wasserstoff oder eine Gruppe der Formel -COX'R
1' darstellen,
worin X' Sauerstoff oder eine Aminogruppe der Formel -NH- oder -NR
a'-, worin R
a' für einen
Alkylrest mit 1 bis 10, bevorzugt 1 bis 4 Kohlenstoffatomen steht,
und R
1' einen 1 bis 50, bevorzugt 1 bis 30
und besonders bevorzugt 1 bis 15 Kohlenstoffatome umfassenden Rest
darstellt, als dispergierende Monomere eingesetzt werden.
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Der
Ausdruck ”2 bis 50 Kohlenstoff umfassenden Rest” kennzeichnet
Reste organischer Verbindungen mit 2 bis 50 Kohlenstoffatomen. Ähnliche
Definitionen gelten für entsprechende Begriffe. Er umfasst
aromatische und heteroaromatische Gruppen sowie Alkyl-, Cycloalkyl-,
Alkoxy-, Cycloalkoxy-, Alkenyl-, Alkanoyl-, Alkoxycarbonylgruppen
sowie heteroalipatische Gruppen. Dabei können die genannten
Gruppen verzweigt oder nicht verzweigt sein. Des Weiteren können
diese Gruppen übliche Substituenten aufweisen. Substituenten
sind beispielsweise lineare und verzweigte Alkylgruppen mit 1 bis
6 Kohlenstoffatome, wie beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl,
Pentyl, 2-Methylbutyl oder Hexyl; Cycloalkylgruppen, wie beispielsweise
Cyclopentyl und Cyclohexyl; aromatische Gruppen, wie Phenyl oder
Naphthyl; Aminogruppen, Hydroxygruppen, Ethergruppen, Estergruppen
sowie Halogenide.
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Erfindungsgemäß bezeichnen
aromatische Gruppen Reste ein oder mehrkerniger aromatischer Verbindungen
mit vorzugsweise 6 bis 20, insbesondere 6 bis 12 C-Atomen. Heteroaromatische
Gruppen kennzeichnen Arylreste, worin mindestens eine CH-Gruppe
durch N ersetzt ist und/oder mindestens zwei benachbarte CH-Gruppen
durch S, NH oder O ersetzt sind, wobei heteroaromatische Gruppen
3 bis 19 Kohlenstoffatome aufweisen.
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Erfindungsgemäß bevorzugte
aromatische oder heteroaromatische Gruppen leiten sich von Benzol, Naphthalin,
Biphenyl, Diphenylether,Diphenylmethan, Diphenyldimethylmethan,
Bisphenon, Diphenylsulfon, Thiophen, Furan, Pyrrol, Thiazol, Oxazol,
Imidazol, Isothiazol, Isoxazol, Pyrazol, 1,3,4-Oxadiazol, 2,5-Diphenyl-1,3,4-oxadiazol,
1,3,4-Thiadiazol, 1,3,4-Triazol, 2,5-Diphenyl-1,3,4-triazol, 1,2,5-Triphenyl-1,3,4-triazol, 1,2,4-Oxadiazol,
1,2,4-Thiadiazol, 1,2,4-Triazol, 1,2,3-Triazol, 1,2,3,4-Tetrazol,
Benzo[b]thiophen, Benzo[b]furan, Indol, Benzo[c]thiophßn,
Benzo[c]furan, Isoindol, Benzoxazol, Benzothiazol, Benzimidazol,
Benzisoxazol, Benzisothiazol, Benzopyrazol, Benzothiadiazol, Benzotriazol,
Dibenzofuran, Dibenzothiophen, Carbazol, Pyridin, Bipyridin, Pyrazin,
Pyrazol, Pyrimidin, Pyridazin, 1,3,5-Triazin, 1,2,4-Triazin, 1,2,4,5-Triazin,
Tetrazin, Chinolin, Isochinolin, Chinoxalin, Chinazolin, Cinnolin,
1,8-Naphthyridin, 1,5-Naphthyridin, 1,6-Naphthyridin, 1,7-Naphthyridin,
Phthalazin, Pyridopyrimidin, Purin, Pteridin oder Chinolizin, 4H-Chinolizin,
Diphenylether, Anthracen, Benzopyrrol, Benzooxathiadiazol, Benzooxadiazol,
Benzopyridin, Benzopyrazin, Benzopyrazidin, Benzopyrimidin, Benzotriazin,
Indolizin, Pyridopyridin, Imidazopyrimidin, Pyrazinopyrimidin, Carbazol,
Aciridin, Phenazin, Benzochinolin, Phenoxazin, Phenothiazin, Acridizin,
Benzopteridin, Phenanthrolin und Phenanthren ab, die gegebenenfalls
auch substituiert sein können.
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Zu
den bevorzugten Alkylgruppen gehören die Methyl-, Ethyl-,
Propyl-, Isopropyl-, 1-Butyl-, 2-Butyl-, 2-Methylpropyl-, tert.-Butylrest,
Pentyl-, 2-Methylbutyl-, 1,1-Dimethylpropyl-, Hexyl-, Heptyl-, Octyl-,
1,1,3,3-Tetramethylbutyl, Nonyl-, 1-Decyl-, 2-Decyl-, Undecyl-,
Dodecyl-, Pentadecyl- und die Eicosyl-Gruppe.
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Zu
den bevorzugten Cycloalkylgruppen gehören die Cyclopropyl-,
Cyclobutyl-, Cyclopentyl-, Cyclohexyl-, Cycloheptyl- und die Cyclooctyl-Gruppe,
die gege benenfalls mit verzweigten oder nicht verzweigten Alkylgruppen
substituiert sind.
-
Zu
den bevorzugten Alkanoylgruppen gehören die Formyl-, Acetyl-,
Propionyl-, 2-Methylpropionyl-, Butyryl-, Valeroyl-, Pivaloyl-,
Hexanoyl-, Decanoyl- und die Dodecanoyl-Gruppe.
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Zu
den bevorzugten Alkoxycarbonylgruppen gehören die Methoxycarbonyl-,
Ethoxycarbonyl-, Propoxycarbonyl-, Butoxycarbonyl-, tert.-Butoxycarbonyl-Gruppe,
Hexyloxycarbonyl-, 2-Methylhexyloxycarbonyl-, Decyloxycarbonyl-
oder Dodecyloxycarbonyl-Gruppe.
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Zu
den bevorzugten Alkoxygruppen gehören Alkoxygruppen, deren
Kohlenwasserstoffrest eine der vorstehend genannten bevorzugten
Alkylgruppen ist. Zu den bevorzugten Cycloalkoxygruppen gehören
Cycloalkoxygruppen, deren Kohlenwasserstoffrest eine der vorstehend
genannten bevorzugten Cycloalkylgruppen ist.
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Zu
den bevorzugten Heteroatomen, die im Rest R1 enthalten
sind, gehören unter anderem Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel,
Bor, Silicium und Phosphor, wobei Sauerstoff und Stickstoff bevorzugt
sind.
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Der
Rest R1 umfasst mindestens ein, vorzugsweise
mindestens zwei, bevorzugt mindestens drei Heteroatome.
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Vorzugsweise
weist der Rest R1 in Esterverbindungen der
Formel (I) mindestens 2 unterschiedliche Heteroatome auf. Hierbei
kann der Rest R1 in mindes tens einer der
Esterverbindungen der Formel (I) mindestens ein Stickstoffatom und
mindestens ein Sauerstoffatom umfassen.
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Beispiele
für ethylenisch ungesättigte, polare Esterverbindungen
der Formel (I) sind unter anderem Aminoalkyl(meth)acrylate, Aminoalkyl(meth)acrylamide,
Hydroxylalkyl(meth)acrylate, heterocyclische (Meth)acrylate und/oder
carbonylhaltige (Meth)acrylate.
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Zu
den Hydroxyalkyl(meth)acrylate zählen unter anderem
2-Hydroxypropyl(meth)acrylat,
3,4-Dihydroxybutyl(meth)acrylat,
2-Hydroxyethyl(meth)acrylat,
3-Hydroxypropyl(meth)acrylat,
2,5-Dimethyl-1,6-hexandiol(meth)acrylat
und
1,10-Decandiol(meth)acrylat.
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Zweckmäßgie
carbonylhaltige(Meth)acrylate umfassen beispielsweise
2-Carboxyethyl(meth)acrylat,
Carboxymethyl(meth)acrylat,
Oxazolidinylethyl(meth)acrylat,
N-(Methacryloyloxy)formamid,
Acetonyl(meth)acrylat,
Bernsteinsäure-mono-2-(meth)acryloyloxyethylester,
N-(Meth)acryloylmorpholin,
N-(Meth)acryloyl-2-pyrrolidinon,
N-(2-(Meth)acryloyloxyethyl)-2-pyrrolidinon,
N-(3-(Meth)acryloyloxypropyl)-2-pyrrolidinon,
N-(2-(Meth)acryloyloxypentadecyl)-2-pyrrolidinon,
N-(3-(Meth)acryloyloxyheptadecyl)-2-pyrrolidinon
und
N-(2-(Meth)acryloyloxyethyl)ethylenharnstoff.
2-Acetoacetoxyethyl(meth)acrylat
-
Zu
den heterocyclischen(Meth)acrylaten zählen unter anderem
2-(1-Imidazolyl)ethyl(meth)acrylat
2-(4-Morpholinyl)ethyl(meth)acrylat
1-(2-Methacryloyloxyethyl)-2-pyrrolidon,
N-Methacryloylmorpholin,
N-Methacryloyl-2-pyrrolidinon,
N-(2-Methacryloyloxyethyl)-2-pyrrolidinon,
N-(3-Methacryloyloxypropyl)-2-pyrrolidinon.
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Zu
den Aminoalkyl(meth)acrylaten zählen insbesondere
N,N-Dimethylaminoethyl(meth)acrylat,
N,N-Dimethylaminopropyl(meth)acrylat,
N,N-Diethylaminopentyl(meth)acrylat,
N,N-Dibutylaminohexadecyl(meth)acrylat.
-
Weiterhin
können Aminoalkyl(meth)acrylamide als dispergierende Monomere
eingesetzt werden, wie
N,N-Dimethylaminopropyl(meth)acrylamid.
-
Darüber
hinaus können Phosphor-, Bor- und/oder Silicium-haltige
(Meth)acrylate als dispergierende Monomere eingesetzt werden, wie
2-(Dimethylphosphato)propyl(meth)acrylat,
2-(Ethylenphosphito)propyl(meth)acrylat,
Dimethylphosphinomethyl(meth)acrylat,
Dimethylphosphonoethyl(meth)acrylat,
Diethyl(meth)acryloylphosphonat,
Dipropyl(meth)acryloylphosphat,
2-(Dibutylphosphono)ethyl(meth)acrylat,
2,3-Butylen(meth)acryloylethylborat,
Methyldiethoxy(meth)acryloylethoxysilan,
Diethylphosphatoethyl(meth)acrylat.
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Zu
den bevorzugten heterocyclischen Vinylverbindungen zählen
unter anderem 2-Vinylpyridin, 3-Vinylpyridin, 4-Vinylpyridin, 2-Methyl-5-vinylpyridin,
3-Ethyl-4-vinylpyridin, 2,3-Dimethyl-5-vinylpyridin, Vinylpyrimidin,
Vinylpiperidin, 9-Vinylcarbazol, 3-Vinylcarbazol, 4-Vinylcarbazol,
1-Vinylimidazol, N-Vinylimidazol, 2-Methyl-1-vinylimidazol, N-Vinylpyrrolidon,
2-Vinylpyrrolidon, N-Vinylpyrrolidin, 3-Vinylpyrrolidin, N-Vinylcaprolactam,
N-Vinylbutyrolactam, Vinyloxolan, Vinylfuran, Vinylthiophen, Vinylthiolan,
Vinylthiazole und hydrierte Vinylthiazole, Vinyloxazole und hydrierte
Vinyloxazole, wobei N-Vinylimidazol und N-Vinylpyrrolidon besonders bevorzugt
zur Funktionalisierung eingesetzt werden.
-
Die
zuvor dargelegten Monomere können einzeln oder als Mischung
eingesetzt werden.
-
Von
besonderem Interesse sind insbesondere Kammpolymere, die unter Verwendung
von 2-Hydroxypropylmethacrylat, 2-Hydroxyethylmethacrylat, Bernsteinsäure-mono-2-methacryloyloxyethylester,
N-(2-Methacryloyloxyethyl)ethylenharnstoff.
-
2-Acetoacetoxyethylmethacrylat,
2-(4-Morpholinyl)ethylmethacrylat, Dimethylaminodiglykolmethacrylat,
Dimethylaminoethylmethacrylat und/oder Dimethylaminopropylmethacrylamid
erhalten werden. Besonders bevorzugt sind insbeson dere Kammpolymere,
die Wiederholungseinheiten der zuvor dargelegten Aminoalkyl(meth)acrylamide,
insbesondere Dimethylaminopropyl(meth)acrylamid, aufweisen.
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Die
zuvor genannten ethylenisch ungesättigten Monomere können
einzeln oder als Mischungen eingesetzt werden. Es ist des Weiteren
möglich, die Monomerzusammensetzung während der
Polymerisation der Hauptkette zu variieren, um definierte Strukturen,
wie beispielsweise Blockcopolymere oder Pfropfpolymere, zu erhalten.
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Gemäß einem
besonderen Aspekt der vorliegenden Erfindung kann das Kammpolymer,
insbesondere die Hauptkette des Kammpolymers eine Glasübergangstemperatur
im Bereich –60 bis 110°C, bevorzugt im Bereich –30
bis 100°C, besonders bevorzugt im Bereich 0 bis 90°C
und ganz besonders bevorzugt im Bereich 20 bis 80°C aufweisen.
Die Glasübergangstemperatur wird per DSC bestimmt. Die
Glasübergangstemperatur kann über die Glastemperatur
der entsprechenden Homopolymere unter Berücksichtung der
Anteile der Wiederholungseinheiten in der Hauptkette abgeschätzt
werden.
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Das
Kammpolymere weist bevorzugt 10 bis 80 Gew.-%, besonders bevorzugt
30 bis 70 Gew.-% an Wiederholungseinheiten auf, die von Polyolefin-basierten
Makromonomeren abgeleitet sind, bezogen auf das Gesamtgewicht an
Wiederholungseinheiten. Neben den Wiederholungseinheiten umfassen
Polymere im Allgemeinen des weiteren Anfangs- und Endgruppen, die
durch Initiierungsreaktionen und Abbruchreaktionen entstehen können.
Für den Fachmann ist die Polydispersität der Kammpolymere
offensichtlich. Daher beziehen sich diese Angaben auf einen Mittelwert über
alle Kammpolymere.
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Von
besonderem Interesse sind unter anderem Kammpolymere, die vorzugsweise
ein gewichtsgemitteltes Molekulargewicht Mw im
Bereich von 20 000 bis 1 000 000 g/mol, besonders bevorzugt 50 000
bis 500 000 g/mol und ganz besonders bevorzugt 150 000 bis 450 000
g/mol aufweisen.
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Das
zahlengemittelte Molekulargewicht Mn kann
vorzugsweise im Bereich von 20 000 bis 800 000 g/mol, besonders
bevorzugt 40 000 bis 200 000 g/mol und ganz besonders bevorzugt
50 000 bis 150 000 g/mol liegen.
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Zweckmäßig
sind darüber hinaus Kammpolymere, deren Polydispersitätsindex
M
w/M
n im Bereich
von 1 bis 5, besonders bevorzugt im Bereich von 2,5 bis 4,5 liegt.
Das zahlengemittelte und das gewichtsgemittelte Molekulargewicht
können durch bekannte Verfahren, beispielsweise die Gelpermeationschromatographie (GPC)
bestimmt werden. Dieses Verfahren wird ausführlich in
WO 2007/025837 , eingereicht
am 04.08.2006 beim Europäischen Patentamt mit der Anmeldenummer
PCT/EP2006/065060 und
in
WO 2007/03238 ,
eingereicht am 07.04.2006 beim Europäischen Patentamt mit
der Anmeldenummer
PCT/EP2007/003213 beschrieben,
wobei die darin dargelegten Verfahren zur Bestimmung des Molekulargewichts
zu Zwecken der Offenbarung in diese Anmeldung eingefügt
werden.
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Gemäß einer
besonderen Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung können
die Kammpolymere insbesondere durch Pfropfen mit dispergierenden
Monomeren modifiziert werden. Unter dispergierenden Monomeren werden
insbesondere Monomere mit funktionellen Gruppen verstanden, durch
die Partikel, insbesondere Russpartikel in Lösung gehalten
werden können. Hierzu gehören insbesondere die
zuvor dargelegten Monomere, die von sauerstoff- und stickstoff funktionalisierten
Monomeren, insbesondere von heterocyclischen Vinylverbindungen abgeleitet
sind.
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Die
erfindungsgemäßen Kammpolymere können
auf verschiedene Weise hergestellt werden. Ein bevorzugtes Verfahren
besteht in der an sich bekannten radikalischen Copolymerisation
von niedermolekularen Monomeren und makromolekularen Monomeren.
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So
können diese Polymere insbesondere durch radikalische Polymerisation,
sowie verwandte Verfahren der kontrollierten radikalischen Polymerisation,
wie beispielsweise ATRP (= Atom Transfer Radical Polymerisation)
oder RAFT (= Reversible Addition Fragmentation Chain Transfer) erfolgen.
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Die übliche
freie radikalische Polymerisation ist u. a. in Ullmanns's
Encyclopedia of Industrial Chemistry, Sixth Edition dargelegt.
Im Allgemeinen werden hierzu ein Polymerisationsinitiator sowie
gegebenenfalls ein Kettenüberträger eingesetzt.
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Zu
den verwendbaren Initiatoren gehören unter anderem die
in der Fachwelt weithin bekannten Azoinitiatoren, wie AIBN und 1,1-Azobiscyclohexancarbonitril,
sowie Peroxyverbindungen, wie Methylethylketonperoxid, Acetylacetonperoxid,
Dilaurylperoxyd, tert.-Butylper-2-ethylhexanoat, Ketonperoxid, tert-Butylperoctoat,
Methylisobutylketonperoxid, Cyclohexanonperoxid, Dibenzoylperoxid,
tert.-Butylperoxybenzoat, tert.-Butylperoxyisopropylcarbonat, 2,5-Bis(2-ethylhexanoyl-peroxy)-2,5-dimethylhexan,
tert.-Butylperoxy-2-ethylhexanoat, tert.-Butylperoxy-3,5,5-trimethylhexanoat,
Dicumylperoxid, 1,1-Bis(tert.-butylperoxy)cyclohexan, 1,1-Bis(tert.-butylperoxy)3,3,5-trimethylcyclohexan,
Cumylhydroperoxid, tert.-Butylhydroperoxid, Bis(4-tert.-butylcyclohexyl)peroxydicarbonat,
Mischungen von zwei oder mehr der vorgenannten Verbindungen miteinander
sowie Mischungen der vorgenannten Verbindungen mit nicht genannten
Verbindungen, die ebenfalls Radikale bilden können. Als
Kettenüberträgen eignen sich insbesondere öllösliche
Mercaptane wie beispielsweise n-Dodecylmercaptan oder 2-Mercaptoethanol
oder auch Kettenüberträgen aus der Klasse der Terpene,
wie beispielsweise Terpinolen.
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Das
ATRP-Verfahren ist an sich bekannt. Es wird angenommen, dass es
sich hierbei um eine ”lebende” radikalische Polymerisation
handelt, ohne dass durch die Beschreibung des Mechanismus eine Beschränkung
erfolgen soll. In diesen Verfahren wird eine Übergangsmetallverbindung
mit einer Verbindung umgesetzt, welche eine übertragbare
Atomgruppe aufweist. Hierbei wird die übertragbare Atomgruppe
auf die Übergangsmetallverbindung transferiert, wodurch
das Metall oxidiert wird. Bei dieser Reaktion bildet sich ein Radikal,
das an ethylenische Gruppen addiert. Die Übertragung der
Atomgruppe auf die Übergangsmetallverbindung ist jedoch
reversibel, so dass die Atomgruppe auf die wachsende Polymerkette
rückübertragen wird, wodurch ein kontrolliertes
Polymerisationssystem gebildet wird. Dementsprechend kann der Aufbau
des Polymeren, das Molekulargewicht und die Molekulargewichtsverteilung
gesteuert werden.
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Diese
Reaktionsführung wird beispielsweise von
J-S. Wang,
et al., J. Am. Chem. Soc., vol. 117, p.5614–5615 (1995),
von
Matyjaszewski, Macromolecules, vol. 28, p. 7901–7910
(1995) beschrieben. Darüber hinaus offenbaren
die Patentanmeldungen
WO 96/30421 ,
WO 97/47661 ,
WO 97/18247 ,
WO 98/40415 und
WO 99/10387 Varianten der zuvor erläuterten
ATRP.
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Des
Weiteren können die erfindungsgemäßen
Polymere beispielsweise auch über RAFT-Methoden erhalten
werden. Dieses Verfahren ist beispielsweise in
WO 98/01478 und
WO 2004/083169 ausführlich
dargestellt.
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Die
Polymerisation kann bei Normaldruck, Unter- ad. Überdruck
durchgeführt werden. Auch die Polymerisationstemperatur
ist unkritisch. Im Allgemeinen liegt sie jedoch im Bereich von –20°–200°C,
vorzugsweise 50°–150°C und besonders
bevorzugt 80°–130°C.
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Die
Polymerisation kann mit oder ohne Lösungsmittel durchgeführt
werden. Der Begriff des Lösungsmittels ist hierbei weit
zu verstehen. Die Auswahl des Lösungsmittels erfolgt nach
der Polarität der eingesetzten Monomeren, wobei bevorzugt
100 N-Öl, leichteres Gasöl und/oder aromatische
Kohlenwasserstoffe, beispielsweise Toluol oder Xylol eingesetzt
werden können.
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Die
zur Herstellung der erfindungsgemäßen Kammpolymeren
in einer radikalischen Copolymerisation einzusetzenden niedermolekularen
Monomeren sind im Allgemeinen kommerziell erhältlich.
-
Erfindungsgemäß verwendbare
Makromonomere weisen bevorzugt genau eine radikalisch polymerisierbare
Doppelbindung auf, die vorzugsweise endständig ist.
-
Hierbei
kann die Doppelbindung durch die Herstellung der Makromonomeren
bedingt vorhanden sein. So entsteht beispielsweise bei einer kationischen
Polymerisation von Isobutylen ein Polyisobutylen (PIB), welches
eine endständige Doppelbindung aufweist.
-
Des
Weiteren können funktionalisierte polyolefinische Gruppen
durch geeignete Umsetzungen in ein Makromonomer umgewandelt werden.
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Beispielsweise
können auf Polyolefinen basierende Makroalkohole und/oder
Makroamine mit niedermolekularen Monomeren, die mindestens eine
ungesättigte Estergruppe umfassen, wie beispielsweise Methyl(meth)acrylat
oder Ethyl(meth)acrylat einer Umesterung oder Aminolyse unterworfen
werden.
-
Diese
Umesterung ist weithin bekannt. Beispielsweise kann hierfür
ein heterogenes Katalysatorsystem, wie Lithiumhydroxid/Calciumoxid-Mischung
(LiOH/CaO), reines Lithiumhydroxid (LiOH), Lithiummethanolat (LiOMe)
oder Natriummethanolat (NaOMe) oder ein homogenes Katalysatorsystem
wie das Isopropyltitanat (Ti(OiPr)4) oder
das Dioctylzinnoxid (Sn(Oct)2O) eingesetzt
werden. Die Umsetzung stellt eine Gleichgewichtsreaktion dar. Daher
wird üblicherweise der freigesetzte niedermolekulare Alkohol
beispielsweise durch Destillation entfernt.
-
Des
Weiteren können diese Makromonomere durch eine direkte
Veresterung oder direkte Amidierung ausgehend beispielsweise von
Methacrylsäure oder Methacrylsäureanhydrid, bevorzugt
unter saurer Katalyse durch p-Toluolsulfonsäure oder Methansulfonsäure
oder aus der freien Methacrylsäure durch die DCC-Methode
(Dicyclohexylcarbodiimid) erhalten werden.
-
Darüber
hinaus kann der vorliegende Alkohol oder das Amid durch Umsatz mit
einem Säurechlorid wie dem (Meth)acrylsäurechlorid
in ein Makromonomeres überführt werden.
-
Weiterhin
besteht auch die Möglichkeit, einen Makroalkohol über
die Reaktion der endständigen PIB-Doppelbindung, wie sie
bei kationisch polymerisiertem PIB entsteht, mit Maleinsäureanhydrid
(EN-Reaktion) und nachfolgenden Umsatz mit einem α,ω-Aminoalkohol
herzustellen.
-
Weiterhin
können geeignete Makromonomere durch Umsetzung einer endständigen
PIB-Doppelbindung mit Methacrylsäure oder durch eine Friedel-Crafts-Alkylierung
der PIB-Doppelbindung an Styrol erhalten werden.
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Bevorzugt
werden bei den zuvor dargelegten Herstellungen der Makromonomere
Polymerisationsinhibitoren wie z. B. das 4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidino-oxyl-Radikal
und/oder Hydrochinonmonomethylether eingesetzt.
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Die
für die zuvor dargelegten Reaktionen zu verwendenden auf
Polyolefinen basierenden Makroalkohole und/oder Makroamine können
auf bekannte Weise hergestellt werden.
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Des
Weiteren sind diese Makroalkohole und/oder Makroamine zum Teil kommerziell
erhältlich.
-
Zu
den kommerziell erhältlichen Makroaminen zählt
beispielsweise Kerocom® PIBA 03.
Kerocom® PIBA 03 ist ein zu etwa
75 wt% NH2-funktionalisiertes Polyisobutylen
(PIB) von Mn = 1000 g/mol, welches als Konzentrat
von etwa 65 wt% in aliphatischen Kohlenwasserstoffen von der BASF
AG (Ludwigshafen, Deutschland) geliefert wird.
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Ein
weiteres Produkt ist das Kraton Liquid® L-1203,
ein zu etwa 98 wt% OH-funktionalisiertes hydriertes Polybutadien
(auch Olefincopolymer OCP genannt) mit etwa je 50% 1,2-Wiederholungseinheiten
und 1,4-Wiederholungseinheiten von Mn =
4200 g/mol, der Kraton Polymers GmbH (Eschborn, Deutschland).
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Weiterer
Anbieter geeigneter Makroalkohole auf Basis von hydriertem Polybutadien
ist Cray Valley (Paris) als Tochter der Total (Paris) bzw. der Sartomer
Company (Exton/PA/USA).
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Die
Herstellung von Makroaminen ist beispielsweise in
EP 0 244 616 der BASF AG dargelegt.
Die Darstellung der Makroamine erfolgt dabei über Oxierung
und Aminierung bevorzugt von Polyisobutylen. Polyisobutylen bietet
den Vorteil, bei tiefen Temperaturen keine Kristallisation zu zeigen.
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Vorteilhafte
Makroalkohole können des Weiteren nach den bekannten Patenten
der BASF AG entweder über Hydroborierung (
WO 2004/067583 ) von hochreaktivem
Polyisobutylen HR-PIB (
EP 0 628
575 ), welches einen erhöhten Anteil an endständigen α-Doppelbindungen
enthält, oder durch Oxierung gefolgt von Hydrierung (
EP 0 277 345 ) dargestellt
werden. Die Hydroborierung liefert im Vergleich zur Oxierung und
Hydrierung höhere Alkoholfunktionalitäten.
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Bevorzugte
Makroalkohole auf Basis von hydrierten Polybutadienen können
gemäß
GB 2270317 der Shell
Internationale Research Maatschappij erhalten werden. Ein hoher
Anteil an 1,2-Wiederholungseinheiten von etwa 60% und mehr kann
zu deutlich tieferen Kristallisationstemperaturen führen.
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Die
zuvor dargelegten Makromonomere sind zum Teil auch kommerziell erhältlich,
wie zum Beispiel das aus dem Kraton Liquid® L-1203
hergestellte Kraton Liquid® L-1253,
ein zu etwa 96 wt% Methacrylat-funktionalisiertes hydriertes Polybutadien
mit etwa je 50% 1,2-Wiederholungseinheiten und 1,4-Wiederholungseinheiten,
der Kraton Polymers GmbH (Eschborn, Deutschland).
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Die
Synthese des Kraton
® L-1253 erfolgte
nach
GB 2270317 der
Shell Internationale Research Maatschappij.
-
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Neben
einer zuvor dargelegten radikalischen Copolymerisation von Makromonomeren
und niedermolekularen Monomeren können die erfindungsgemäßen
Kammpolymere durch polymeranaloge Umsetzungen erhalten werden.
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Hierbei
wird zunächst auf bekannte Weise ein Polymer aus niedermolekularen
Monomeren hergestellt, welches anschließend umgesetzt wird.
Hierbei kann das Rückgrat eines Kammpolymeren aus einem
reaktiven Monomeren wie Maleinsäureanhydrid, Methacrylsäure
oder aber Glycidylmethacrylat und anderen inreaktiven kurzkettigen
Rückgratmonomeren synthetisiert werden. Hierbei können
die zuvor dargelegten Initiatorsysteme wie t-Butylperbenzoat oder
t-Butyl-per-2-ethylhexanoat und Regler wie n-Dodecylmercaptan Verwendung
finden.
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In
einem weiteren Schritt können, beispielsweise in einer
Alkoholyse oder Aminolyse, die Seitenketten, welche auch als Arme
bezeichnet werden, generiert werden. Hierbei können die
zuvor dargelegten Makroalkohole und/oder Makroamine eingesetzt werden.
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Die
Umsetzung des zunächst gebildeten Rückgratpolymeren
mit Makroalkoholen und/oder Makroaminen entspricht im Wesentlichen
den zuvor dargelegten Umsetzungen der Makroalkohole und/oder Makroamine
mit niedermolekularen Verbindungen.
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So
können die Makroalkohole und/oder Makroamine auf an sich
bekannte Pfropfreaktionen beispielsweise an die vorliegenden Maleinsäureanhydrid-
oder Methacrylsäure-Funktionalitäten im Rückgratpolymeren unter
Katalyse z. B. durch p-Toluolsulfonsäure oder Methansulfonsäure
zu Estern, Amiden oder Imiden zu den erfindungsgemäßen
Kammpolymere umgesetzt werden. Durch Zugabe von niedermolekularen
Alkoholen und/oder Aminen wie n-Butanol oder N-(3-Aminopropyl)-morpholin
wird diese polymeranloge Reaktion insbesondere bei Maleinsäureanhydrid-Rückgraten
zu vollständigen Umsätzen geführt.
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Bei
Glycidylfunktionalitäten im Rückgrat kann eine
Addition des Makroalkohols und/oder des Makroamins durchgeführt
werden, so dass Kammpolymere entstehen.
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Des
Weiteren können die Makroalkohole und/oder die Makroamine
durch eine polymeranaloge Alkoholyse oder Aminolyse mit einem Rückgrat,
das kurzkettige Esterfunktionalitäten enthält,
umgesetzt werden, um Kammpolymere zu generieren.
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Neben
der Umsetzung des Rückgratpolymeren mit makromolekularen
Verbindungen können geeignet funktionalisierte Polymere,
die durch Umsetzung von niedermolekularen Monomeren erhalten wurden,
mit weiteren niedermolekularen Monomeren unter Bildung von Kammpolymeren
umgesetzt werden. Hierbei weist das zunächst hergestellte
Rückgratpolymere mehrere Funktionalitäten auf,
die als Initiatoren von multiplen Pfropfpolymerisationen dienen.
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So
kann eine multiple kationische Polymerisation von i-Buten initiiert
werden, die zu Kammpolymeren mit Polyolefin-Seitenarmen führt.
Geeignet sind für derartige Pfroftcopolymerisationen auch
die zuvor dargelegten ATRP- und/oder RAFT-Verfahren, um Kammpolymere
mit einer definierter Architektur zu erhalten.
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Bevorzugt
gemäß der vorliegenden Erfindung zu verwendende
Kammpolymere weisen gemäß einem besonderen Aspekt
der vorliegenden Erfindung einen geringen Anteil an olefinischen
Doppelbindungen auf. Vorzugsweise ist die Jodzahl kleiner oder gleich
0.2 g pro g Kammpolymer, besonders bevorzugt kleiner oder gleich
0.1 g pro g Kammpolymer. Dieser Anteil kann gemäß DIN
53241 nach 24 stündigem Abziehen von Trägeröl
und niedermolekularen Restmonomeren bei 180°C im Vakuum
bestimmt werden.
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Besonders
wirksame Kammpolymere umfassen mindestens 10 Gew.-% an Wiederholungseinheiten, die
von Styrolmonomeren mit 8 bis 17 Kohlenstoffatomen abgeleitet sind,
und mindestens 5 Gew.-% an Wiederholungseinheiten, die von Alkyl(meth)acrylaten
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen abgeleitet sind. Hierbei beziehen
sich diese Angaben auf das Gesamtgewicht an Wiederholungseinheiten
des Kammpolymeren. Diese Angaben ergeben sich aus den Gewichtsverhältnissen
der Monomere bei der Herstellung des Kammpolyme ren. Weiterhin zeichnen
sich diese Kammpolymere durch eine Polarität von mindestens
30% THF aus. Diese Kammpolymere sind neu und daher ebenfalls Gegenstand
der vorliegenden Erfindung. Diese Kammpolymere zeigen bevorzugt
eine Wirkung als Viskositätsindexverbesserer und werden
nachfolgend auch als Kammpolymere mit VI-Wirkung bezeichnet. Diese
Kammpolymere zeichnen sich insbesondere durch eine Multifunktionalität
bei relativ hoher Belastbarkeit und Haltbarkeit aus.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform kann das Kammpolymere mit VI-Wirkung
30 bis 60 Gew.-%, besonders bevorzugt 35 bis 50 Gew.-% an Wiederholungseinheiten,
die von Polyolefin-basierten Makromonomeren mit einem Molekulargewicht
von mindestens 500 g/mol abgeleitet sind, aufweisen. Hierbei beziehen
sich diese Angaben auf das Gesamtgewicht an Wiederholungseinheiten
des Kammpolymeren. Diese Angaben ergeben sich aus den Gewichtsverhältnissen
der Monomere bei der Herstellung des Kammpolymeren. Diese Monomere
wurden zuvor dargelegt, wobei auf diese Ausführungen Bezug
genommen wird.
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Stryrolmonomere
und Alkyl(meth)acrylate mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen wurden zuvor
dargelegt, wobei n-Butylmethacrylat besonders bevorzugt zur Herstellung
der erfindungsgemäßen viskositätsindexverbessernde
Kammpolymeren mit VI-Wirkung eingesetzt werden kann.
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Besondere
Vorteile hinsichtlich der Wirksamkeit als Antifatigue-Additiv können
insbesondere durch Kammpolymere mit VI-Wirkung erzielt werden, die
Wiederholungseinheiten, die von Styrol abgeleitet sind, und Wiederholungseinheiten,
die von n-Butylmethacrylat abgeleitet sind, aufweisen. Von besonderem
Interesse sind insbesondere Kammpolymere mit VI-Wirkung, bei denen
das Ge wichtsverhältnis von Wiederholungseinheiten, die
von Styrol abgeleitet sind, zu den Wiederholungseinheiten, die von
n-Butylmethacrylat abgeleitet sind, im Bereich von 4:1 bis 1,5:1
liegt.
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Vorzugsweise
weist ein Kammpolymer mit VI-Wirkung gemäß der
vorliegenden Erfindung Wiederholungseinheiten auf, die von dispergierenden
Monomeren abgeleitet sind. Diese Monomere wurden zuvor dargelegt,
wobei Aminoalkyl(meth)acrylamide besonders bevorzugt sind. Der Anteil
an Wiederholungseinheiten, die von dispergierenden Monomeren abgeleitet
sind, beträgt vorzugsweise 1 bis 8 Gew.-%, besonders bevorzugt
2 bis 4 Gew.-%. Hierbei beziehen sich diese Angaben auf das Gesamtgewicht
an Wiederholungseinheiten des Kammpolymeren. Diese Angaben ergeben
sich aus den Gewichtsverhältnissen der Monomere bei der Herstellung
des Kammpolymeren.
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Mit
Vorteil liegt das Gewichtsverhältnis von Wiederholungseinheiten,
die von Polyolefin-basierten Makromonomeren abgeleitet sind, zu
den Wiederholungseinheiten, die von dispergierenden Monomeren abgeleitet
sind, im Kammpolymer mit VI-Wirkung vorzugsweise im Bereich von
30:1 bis 8:1, besonders bevorzugt im Bereich von 25:1 bis 10:1.
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Gemäß einer
besonderen Abwandlung der vorliegenden Erfindung kann das Verhältnis
des Zahlenmittels des Molekulargewichts Mn des
Polyolefin-basierten Makromonomeren zum Zahlenmittel des Molekulargewichts
Mn des Kammpolymeren mit VI-Wirkung im Bereich
von 1:10 bis 1:50, besonders bevorzugt 1:15 bis 1:45 liegen.
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Das
Kammpolymer mit VI-Wirkung weist eine Polarität von mindestens
30% THF, vorzugsweise mindestens 80% THF und besonders bevorzugt
mindes tens 100% THF auf. Die Polarität der Polymere wird
anhand ihres Elutionsverhaltens von definiertem HPLC-Säulenmaterial
bestimmt. Hierbei wird das Kammpolymer in i-Oktan (= unpolares Lösemittel)
gelöst und auf eine CN-funktionalisierte Silica-Säule
aufgegeben. Anschließend wird die Eluentenzusammensetzung
durch Zumischen von THF (Tetrahydrofuran; ein polares Lösemittels)
kontinuierlich verändert bis der Eluent stark genug ist,
um das aufgegebene Polymer wieder zu desorbieren. Die Polarität
entspricht demnach dem zur Desoption notwendigen Volumenanteil THF
im Eluenten (Vol.-% THF, ausgehend von 100 Vol.-% i-Oktan). Eine
Polarität von mindestens 100% THF bedeutet, dass die Haftung
des Polymers auf einer CN-funktionalisierte Silica-Säule
so groß ist, dass das Polymer nicht mit THF eluiert werden
kann. Weitere Angaben zur Bestimmung der Polarität sind
in den Beispielen dargelegt.
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Die
Polarität kann insbesondere über die Verwendung
von dispergierenden Monomeren, die Art des Einbaus der dispergierenden
Monomere, den Anteil und das Molekulargewicht der Makromonomere
und das Molekulargewicht des Kammpolymeren eingestellt werden. Hohe
Polaritäten können insbesondere durch hohe Molekulargewichte
der Makromonomere und einen hohen Anteil an dispergierenden Monomeren
erzielt werden. Hierbei sind Kammpolymere mit statistisch eingebauten
Wiederholungseinheiten, die von dispergierenden Monomeren abgeleitet
sind, Kammpolymeren überlegen, auf die dispergierende Monomere
gepfropft wurden. Weitere wertvolle Hinweise ergeben sich aus den
beigefügten Beispielen.
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Die
Grenzviskosität des Kammpolymeren mit VI-Wirkung liegt
vorzugsweise im Bereich von 40 bis 100 mL/g, bevorzugt im Bereich
von 50 bis 90 mL/g und besonders bevorzugt im Bereich von 55 bis
70 mL/g.
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Die
Grenzviskosität wird in Chloroform als Lösemittel
bei 20°C mit Hilfe einer Ubbelohde-Kapillare bestimmt.
Die Größe der Ubbelhode-Kapillare wird so gewählt,
dass die Durchlaufzeiten des reinen Lösemittels und der
Polymerhaltigen Lösungen zwischen 200 und 300 Sekunden
beträgt. Die Massenkonzentration β in g/mL wird
so gewählt, dass die Durchlaufzeit der polymerhaltigen
Lösung die des reinen Lösemittels um nicht mehr
als 10% übersteigt. Aus den Durchlaufzeiten der polymerhaltigen
Lösung und des Lösemittels sowie aus der Massenkonzentration
des Polymeren in der Lösung lässt sich die Grenzviskosität
wie folgt berechnen:
mit
- ηrel
- = (tPolymerlösung – tLösemittel)/tLösemittel
- ηspez
- = tPolymerlösung/tLösemittel
- t
- = Durchlaufzeit in
Sekunden
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Überraschende
Vorteile erzielen Kammpolymere mit VI-Wirkung, die bevorzugt Wiederholungseinheiten,
die von Methylmethacrylat abgeleitet sind, und Wiederholungseinheiten,
die von Alkyl(meth)acrylaten mit 8 bis 30 Kohlenstoffatomen in der
Alkoholgruppe abgeleitet sind, aufweisen.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung neue besonders
scherstabile und daher im Einsatz haltbare Antifatigue-Additive
bereit, die ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind. Diese
scherstabilen Kammpolymere weisen Wiederholungseinheiten, die von
Alkyl(meth)acrylaten mit 8 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe
abgeleitet sind, eine Polarität von mindestens 50% THF
und eine Grenzviskosität im Bereich von 20 bis 50 mL/g
auf. Diese Kammpolymere zeichnen sich insbesondere durch besonders
hohe Belastbarkeit und Haltbarkeit aus, wobei sie mit weiteren Additiven,
die beispielsweise VI-Verbesserern eine hohe Verträglichkeit
zeigen.
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Die
Polarität der vorliegenden scherstabilen Kammpolymere beträgt
mindestens 50% THF, besonders bevorzugt mindestens 80% THF und ganz
besonders bevorzugt 100% THF. Die Methode zur Bestimmung der Polarität
wurde zuvor dargelegt. Weiterhin ist festzuhalten, dass diese von
dem Anteil und der Art der dispergierenden Monomere, dem Anteil
und dem Molekulargewicht der Makromonomere und dem Molekulargewicht der
Kammpolymere abhängig ist, wobei die zuvor dargelegten
Relationen auch in Bezug auf die scherstabilen Kammpolymere gilt
und wertvolle Hinweise den Beispielen entnommen werden können.
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Alkyl(meth)acrylaten
mit 8 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe wurden zuvor
dargelegt, wobei auf diese Ausführungen verwiesen wird.
Bevorzugt beträgt der Anteil an Wiederholungseinheiten,
die von Alkyl(meth)acrylaten mit 8 bis 30 Kohlenstoffatomen abgeleitet
sind, in scherstabilen Kammpolymeren mindestens 5 Gew.-%, besonders
bevorzugt mindestens 10 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt mindestens
15 Gew.-%. Hierbei beziehen sich diese Angaben auf das Gesamtgewicht
an Wiederholungseinheiten des Kammpolymeren. Diese Angaben ergeben
sich aus den Gewichtsverhältnissen der Monomere bei der
Herstellung des Kammpolymeren.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform kann ein scherstabiles Kammpolymer
30 bis 80 Gew.-%, besonders bevorzugt 40 bis 70 Gew.-% an Wiederholungseinheiten,
die von Polyolefin-basierten Makromonomeren mit einem Molekulargewicht
von mindestens 500 g/mol abgeleitet sind, aufweisen. Hierbei beziehen sich
diese Angaben auf das Gesamtgewicht an Wiederholungseinheiten des
Kammpolymeren. Diese Angaben ergeben sich aus den Gewichtsverhältnissen
der Monomere bei der Herstellung des Kammpolymeren. Diese Monomere
wurden zuvor dargelegt, wobei auf diese Ausführungen Bezug
genommen wird.
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Bevorzugt
kann ein scherstabiles Kammpolymer gemäß der vorliegenden
Erfindung Wiederholungseinheiten aufweisen, die von dispergierenden
Monomeren abgeleitet sind. Diese Monomere wurden zuvor dargelegt,
wobei Aminoalkyl(meth)acrylamide besonders bevorzugt sind. Der Anteil
an Wiederholungseinheiten, die von dispergierenden Monomeren abgeleitet
sind, beträgt in scherstabilen Kammpolymeren der vorliegenden
Erfindung vorzugsweise mindestens 5 Gew.-%, besonders bevorzugt
mindestens 10 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt mindestens 15
Gew.-%. Die obere Grenze ergibt sich insbesondere durch die Öllöslichkeit
der scherstabilen Kammpolymeren, wobei Anteil an Wiederholungseinheiten,
die von dispergierenden Monomeren abgeleitet sind, üblich
geringer als 50 Gew.-%, bevorzugt geringer als 30 Gew.-% ist. Hierbei
beziehen sich diese Angaben auf das Gesamtgewicht an Wiederholungseinheiten
des Kammpolymeren. Diese Angaben ergeben sich aus den Gewichtsverhältnissen
der Monomere bei der Herstellung des Kammpolymeren.
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Das
Gewichtsverhältnis von Wiederholungseinheiten, die von
Alkyl(meth)acrylaten mit 8 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe
abgeleitet sind, zu den Wiederholungseinheiten, die von dispergierenden Monomeren
abgeleitet sind, liegt bei scherstabilen Kammpolymeren vorzugsweise
im Bereich von 3:1 bis 1:2, besonders bevorzugt im Bereich von 2:1
bis 1:1,5.
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Mithin
sind scherstabile Kammpolymere bevorzugt, die sich dadurch auszeichnen,
dass das Gewichtsverhältnis von Wiederholungseinheiten,
die von Polyolefin-basierten Makromonomeren abgeleitet sind, zu
den Wiederholungseinheiten, die von dispergierenden Monomeren abgeleitet
sind, im Bereich von 8:1 bis 1:1, besonders bevorzugt 6:1 bis 2:1
liegt.
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Vorzugsweise
weisen scherstabile Kammpolymere Wiederholungseinheiten, die von
Methylmethacrylat abgeleitet sind, und Wiederholungseinheiten, die
von n-Butylmethacrylat abgeleitet sind, auf.
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Das
scherstabile Kammpolymer weist eine Grenzviskosität im
Bereich von 15 bis 50 mL/g, vorzugsweise 20 bis 40 und ganz besonders
bevorzugt 22 bis 35 auf. Die Bestimmung der Grenzviskosität
erfolgt gemäß der zuvor dargelegten Methode bei
20°C in Chloroform als Lösemittel mit Hilfe einer
Ubbelohde-Kapillare.
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Von
besonderem Interesse sind weiterhin scherstabile Kammpolymere mit
einem Verhältnis des Zahlenmittels des Molekulargewichts
Mn des Polyolefin-basierten Makromonomeren
zum Zahlenmittel des Molekulargewichts Mn des
Kammpolymeren im Bereich von 1:2 bis 1:6, besonders bevorzugt 1:3
bis 1:5.
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Vorzugsweise
kann das erfindungsgemäße Kammpolymer in einer
Schmierölzusammensetzung eingesetzt werden. Eine Schmierölzusammensetzung
umfasst mindestens ein Schmieröl.
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Zu
den Schmierölen gehören insbesondere Mineralöle,
synthetische Öle und natürliche Öle.
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Mineralöle
sind an sich bekannt und kommerziell erhältlich. Sie werden
im Allgemeinen aus Erdöl oder Rohöl durch Destillation
und/oder Raffination und gegebenenfalls weitere Reinigungs- und
Veredelungsverfahren gewonnen, wobei unter den Begriff Mineralöl
insbesondere die höhersiedenden Anteile des Roh- oder Erdöls
fallen. Im Allgemeinen liegt der Siedepunkt von Mineralöl
höher als 200°C, vorzugsweise höher als
300°C, bei 5000 Pa. Die Herstellung durch Schwelen von
Schieferöl, Verkoken von Steinkohle, Destillation unter
Luftabschluss von Braunkohle sowie Hydrieren von Stein- oder Braunkohle
ist ebenfalls möglich. Dementsprechend weisen Mineralöle,
je nach Herkunft unterschiedliche Anteile an aromatischen, cyclischen,
verzweigten und linearen Kohlenwasserstoffen auf.
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Im
Allgemeinen unterscheidet man paraffinbasische, naphthenische und
aromatische Anteile in Rohölen bzw. Mineralölen,
wobei die Begriffe paraffinbasischer Anteil für längerkettig
bzw. stark verzweigte iso-Alkane und naphtenischer Anteil für
Cycloalkane stehen. Darüber hinaus weisen Mineralöle,
je nach Herkunft und Veredelung unterschiedliche Anteile an n-Alkanen,
iso-Alkanen mit einem geringen Verzweigungsgrad, sogenannte monomethylverzweigten
Paraffine, und Verbindungen mit Heteroatomen, insbesondere O, N und/oder
S auf, denen bedingt polare Eigenschaften zugesprochen werden. Die
Zuordnung ist jedoch schwierig, da einzelne Alkanmoleküle
sowohl langkettig verzweigte Gruppen als auch Cycloalkanreste und
aromatische Anteile aufweisen können. Für die
Zwecke der vorliegenden Erfindung kann die Zuordnung beispielsweise
gemäß DIN 51 378 erfolgen. Polare
Anteile können auch gemäß ASTM
D 2007 bestimmt werden.
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Der
Anteil der n-Alkane beträgt in bevorzugten Mineralölen
weniger als 3 Gew.-%, der Anteil der O, N und/oder S-haltigen Verbindungen
weniger als 6 Gew.-%. Der Anteil der Aromaten und der monomethylverzweigten
Paraffine liegt im Allgemeinen jeweils im Bereich von 0 bis 40 Gew.-%.
Gemäß einem interssanten Aspekt umfaßt
Mineralöl hauptsächlich naphtenische und paraffinbasische
Alkane, die im allgemeinen mehr als 13, bevorzugt mehr als 18 und
ganz besonders bevorzugt mehr als 20 Kohlenstoffatome aufweisen.
Der Anteil dieser Verbindungen ist im Allgemeinen größer
oder gleich 60 Gew.-%, vorzugsweise größer oder
gleich 80 Gew.-%, ohne dass hierdurch eine Beschränkung
erfolgen soll. Ein bevorzugtes Mineralöl enthält
0,5 bis 30 Gew.-% aromatische Anteile, 15 bis 40 Gew.-% naphthenische
Anteile, 35 bis 80 Gew.-% paraffinbasische Anteile, bis zu 3 Gew.-%
n-Alkane und 0,05 bis 5 Gew.-% polare Verbindungen, jeweils bezogen
auf das Gesamtgewicht des Mineralöls.
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Eine
Analyse von besonders bevorzugten Mineralölen, die mittels
herkömmlicher Verfahren, wie Harnstofftrennung und Flüssigkeitschromatographie
an Kieselgel, erfolgte, zeigt beispielsweise folgende Bestandteile,
wobei sich die Prozentangaben auf das Gesamtgewicht des jeweils
eingesetzten Mineralöls beziehen:
n-Alkane mit ca.
18 bis 31 C-Atome:
0,7–1,0%,
gering verzweigte
Alkane mit 18 bis 31 C-Atome:
1,0–8,0%,
Aromaten
mit 14 bis 32 C-Atomen:
0,4–10,7%,
Iso- und Cyclo-Alkane
mit 20 bis 32 C-Atomen:
60,7–82,4%,
polare Verbindungen:
0,1–0,8%,
Verlust:
6,9–19,4%.
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Ein
verbesserte Klasse an Mineralölen (reduzierter Schwefelgehalt,
reduzierter Stickstoffgehalt, höherer Viskositätsindex,
niedrigerer Stockpunkt) ist durch Wasserstoffbehandlung der Mineralöle
gegeben (hydro isomerization, hydro cracking, hydro treatment, hydro
finishing). Hierbei werden in Wasserstoffpräsenz im Wesentlichen
aromatische Anteile reduziert und naphthenische Anteile aufgebaut.
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Wertvolle
Hinweise hinsichtlich der Analyse von Mineralölen sowie
eine Aufzählung von Mineralölen, die eine abweichende
Zusammensetzung aufweisen, findet sich beispielsweise in Ullmanns
Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5th Edition an CD-ROM, 1997,
Stichwort ”lubricants and related products”.
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Synthetische Öle
umfassen unter anderem organische Ester, beispielsweise Diester
und Polyester, Polyalkylenglykole, Polyether, synthetische Kohlenwasserstoffe,
insbesondere Polyolefine, von denen Polyalphaolefine (PAO) bevorzugt
sind, Silikonöle und Perfluoralkylether. Darüber
können synthetische Grundöle mit Herkunft aus
gas to liquid (GTL), coal to liquid (CTL) oder biomass to liquid
(BTL) Prozessen eingesetzt werden. Sie sind meist etwas teurer als
die mineralischen Öle, haben aber Vorteile hinsichtlich
ihrer Leistungsfähigkeit.
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Natürliche Öle
sind tierische oder pflanzliche Öle, wie beispielsweise
Klauenöle oder Jojobaöle.
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Basisöle
für Schmierölformulierungen werden in Gruppen
nach API (American Petroleum Institute) eingeteilt. Mineralöle
werden unterteilt in Gruppe I (nicht Wasserstoff-behandelt) und,
abhängig von Sättigungsgrad, Schwefelgehalt und
Viskositätsindex, in die Gruppen II und III (beide Wasserstoff-behandelt). PAOs
entsprechen der Gruppe IV. Alle anderen Basisöle werden
in Gruppe V zusammengefasst.
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Diese
Schmieröle können auch als Mischungen eingesetzt
werden und sind vielfach kommerziell erhältlich.
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Die
Konzentration des Kammpolymeren in der Schmierölzusammensetzung
liegt vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 40 Gew.-%, besonders bevorzugt
im Bereich von 0,2–20 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt
im Bereich von 0,5–10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Zusammensetzung.
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Neben
den zuvor genannten Komponenten kann eine Schmierölzusammensetzung
weitere Additive und Zusatzstoffe enthalten. Bevorzugte Additive
können insbesondere auf einem linearen Polyalkyl(meth)acrylat
mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe basieren (PAMA).
Zu diesen Additiven gehören unter anderem DI-Additive (Dispergiermittel,
Detergentien, Entschäumer, Korrosionsinhibitoren, Antioxidationsmittel,
Verschleißschutz- und Extremdruckadditive, Reibwertveränderer),
Stockpunktverbesserer (besonders bevorzugt auf Basis von Polyalkyl(meth)acrylat
mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen in der Alkoholgruppe), und/oder Farbstoffe.
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Darüber
hinaus können die hier dargelegten Schmierölzusammensetzungen
neben den erfindungsgemäßen Kammpolymeren auch
in Mischungen mit konventionellen VI-Verbesserern vorliegen. Zu
diesen gehören insbesondere hyd rierte Styrol-Dien-Copolymere
(HSD,
US 4 116 917 ,
US 3 772 196 und
US 4 788 316 der Shell Oil
Company), insbesondere auf Basis von Butadien und Isopren, als auch
Olefincoplymere (
OCP, K. Marsden: "Litersture Review
of OCP Viscosity Modifiers", Lubrication Science 1 (1988),
265), insbesondere vom Typ Polyethylen-co-propylen), welche
oft auch N/O-funktionell mit Dispergierwirkung vorliegen können, oder
PAMA, welche meist N-funktionell mit vorteilhaften Zusatzeigenschaften
(booster) als Dispergiermittel, Verschleißschutzadditiv
und/oder Reibwertveränderer vorliegen (
DE 1 520 696 der Röhm und
Haas,
WO 2006/007934 der
RohMax Additives).
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Zusammenstellungen
von VI-Verbesserern und Stockpunktverbesserern für Schmieröle,
insbesondere Motorenöle sind beispielsweise in
T.
Mang, W. Dresel (eds.): "Lubricants and Lubrication",
Wiley-VCH, Weinheim 2001;
R. M. Mortier, S. T.
Orszulik (eds.): "Chemistry and Technology of Lubricants",
Blackie Academic & Professional,
London 1992; oder
J. Bartz: „Additive
für Schmierstoffe", Expert-Verlag, Renningen-Malmsheim 1994 dargelegt.
-
Zweckmäßige
Dispergiermittel (dispersant) umfassen unter anderem Poly(isobutylen)-Derivate,
z. B. Poly(isobutylene)-Succinimide (PIBSI); Ethylen-Propylen-Oligomere
mit N/O-Funktionalitäten.
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Zu
den bevorzugten Detergentien (detergent) gehören unter
anderem Metalenthaltende Verbindungen, wie zum Beispiel Phenolate;
Salicylate; Thiophosphonate, insbesondere Thiopyrophosphonate, Thiophosphonate
und Phosphonate; Sulfonate und Carbonate. Als Metal können
diese Verbindungen insbesondere Calcium, Magnesium und Barium enthalten.
Diese Verbindungen können bevorzugt neutral oder überbasisch
eingesetzt werden.
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Von
besonderem Interesse sind des Weiteren Entschäumer (defoamer),
wobei diese vielfach in Silicon-haltige und Silicon-freie Entschäumer
unterteilt werden. Zu den Silicon-haltigen Antischaummittel zählen unter
anderem lineares Poly(dimethylsiloxan) und cyclisches Poly(dimethylsiloxan).
Als Silicon-freie Entschäumer können vielfach
Polyether, z. B. Poly(ethylenglycol) oder Tributylphosphat eingesetzt
werden.
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Gemäß einer
besonderen Ausgestaltung können die erfindungsgemäßen
Schmierölzusammensetzungen Korrosionsinhibitoren (corrosion
inhibitor) umfassen. Diese werden vielfach unterteilt in Rostschutzadditive
(antirust additive) und Metallpassivatoren/-desaktivatoren (metal
passivator/desactivator). Als Rostschutzadditive können
unter anderem Sulfonate, wie zum Beispiel Petroleumsulfonate oder
(vielfach überbasische) synthetische Alkylbenzolsulfonate,
z. B. Dinonylnaphthensulfonat; Carbonsäurederivate, wie
zum Beispiel Lanolin (Wollfett), oxidierte Paraffine, Zinknaphthenate,
akylierte Succinsäuren, 4-Nonylphenoxy-essigsäure,
Amide und Imide (N-Acylsarcosin, Imidazolinderivate); Amin-neutralisierte
Mono- und Dialkylphosphorsäureester; Morpholin; Dicycylohexylamin
oder Diethanolamin eingesetzt werden. Zu den Metallpassivatoren/-desaktivatoren
zählen unter anderem Benzotriazol, Tolyltriazol, 2-Mercaptobenzothiazol,
Dialkyl-2,5-dimercapto-1,3,4-thiadiazol; N,N'-Disalicylidenethylendiamin,
N,N'-Disalicylidenpropylendiamin; Zinkdialkyldithiophosphate und
Dialkyldithiocarbamate.
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Eine
weitere bevorzugte Gruppe von Additiven stellen Antioxidationsmittel
(antioxidant) dar. Zu den Antioxidationsmittel gehören
beispielsweise Phenole, wie zum Beispiel 2,6-Di-tert-butyl-phenol
(2,6-DTB), butyliertes Hydroxytoluol (BHT), 2,6-Di-tert-butyl-4-methylphenol,
4,4'-Methylen-bis(2,6-di-tert-butylphenol); aromatische Amine, insbesondere
alkylierte Diphenylamine, N- Phenyl-1-naphthylamin (PNA), polymeres 2,2,4-Trimethyldihydrochinon
(TMQ); Verbindungen enthaltend Schwefel und Phosphor, wie zum Beispiel
Metalldithiophospate, z. B. Zinkdithiophosphate (ZnDTP), „OOS-Triester” =
Reaktionsprodukte von Dithiophosphorsäure mit aktivierten
Doppelbindungen aus Olefinen, Cyclopentadien, Norbornadien, α-Pinen,
Polybuten, Acrylsäureestern, Maleinsäureestern
(aschefrei bei Verbrennung); Organoschwefelverbindungen, wie zum Beispiel
Dialkylsulfide, Diarylsulfide, Polysulfide, modifizierte Thiole,
Thiophenderivate, Xanthate, Thioglycole, Thioaldehyde, schwefelenthaltende
Carbonsäuren; heterocyclische Schwefel/Stickstoff-Verbindungen,
insbesondere Dialkyldimercaptothiadiazole, 2-Mercaptobenzimidazole;
Zink- und Methylen-bis(dialkyldithiocarbamat); Organophosphorverbindungen,
wie zum Beispiel Triaryl- und Trialkylphosphite; Organokupferverbindungen
sowie überbasische Calcium- und Magnesium-basierte Phenolate
und Salicylate.
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Zu
den bevorzugten Verschleißschutz-(antiwear AW) und Extremdruckadditiven
(extreme Pressure EP) gehören unter anderem Phosphorverbindungen,
wie zum Beispiel Trialkylphosphate, Triarylphosphate, z. B. Tricresyiphosphat,
Amin-neutralisierte Mono- und Dialkylphosphorsäureester,
Ethoxylierte Mono- und Dialkylphosphorsäureester, Phosphite,
Phosphonate, Phosphine; Verbindungen mit Schwefel und Phosphor,
wie zum Beispiel Metalldithiophospate, z. B. Zink-C3-12dialkyl-dithiophosphate
(ZnDTP), Ammonium-, Antimon-, Molybdän-, Bleidialkyldithiophosphate, „OOS-Triester” =
Reaktionsprodukte von Dithiophosphorsäure mit aktivierten
Doppelbindungen aus Olefinen, Cyclopentadien, Norbornadien, α-Pinen,
Polybuten, Acrylsäureestern, Maleinsäureestern,
Triphenylphosphorothionat (TPPT); Verbindungen mit Schwefel und
Stickstoff, wie zum Beispiel Zink-bis(amyldithiocarbamat) oder Methylen-bis(di-n-butyldithiocarbamat);
Schwefelverbindungen mit elementarem Schwefel sowie H2S
geschwefelte Kohlenwasserstoffe (Diisobutylen, Terpen); geschwefelte Glyceride
und Fettsäureester; überbasische Sulfonate; Chlorverbindungen
oder Feststoffe, wie Graphit oder Molybdändisulfid.
-
Eine
weitere bevorzugte Gruppe von Additiven stellen Reibwertveränderer
(friction modifier) dar. Als Reibwertveränderer können
unter anderem mechanisch wirksame Verbindungen, wie zum Beispiel
Molybdändisulfid, Graphit (auch fluoriert), Poly(trifluorethylen),
Polyamid, Polyimid; Adsorptionsschichten bildende Verbindungen,
wie zum Beispiel langkettige Carbonsäuren, Fettsäureester,
Ether, Alkohole, Amine, Amide, Imide; Verbindungen, die durch tribochemische
Reaktionen Schichten bilden, wie zum Beispiel gesättigte
Fettsäuren, Phosphorsäure und Thiophosphorsäureester,
Xanthogenate, geschwefelte Fettsäuren; Verbindungen, die
polymerartige Schichten bilden, wie zum Beispiel ethoxylierte Dicarbonsäureteilester,
Dialkylphthalsäureester, Methacrylate, ungesättigte
Fettsäuren, geschwefelte Olefine oder organometallische
Verbindungen, wie zum Beispiel Molybdänverbindungen (Molybdändithiophosphate
und Molybdändithiocarbamate MoDTC) und ihre Kombinationen
mit ZnDTP, Kupferhaltige organische Verbindungen eingesetzt werden.
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Einige
der zuvor dargestellten Verbindungen können multiple Funktionen
erfüllen. ZnDTP z. B. ist primär ein Verschleißschutzadditiv
und Extremdruckadditiv, hat aber auch den Charakter eines Antioxidationsmittels
und Korrosionsinhibitors (hier: Metallpassivator/-desaktivator).
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-
Bevorzugte
Schmierölzusammensetzungen weisen eine gemäß ASTM
D 445 bei 40°C gemessenen Viskosität
im Bereich von 10 bis 120 mm2/s, besonders
bevorzugt im Bereich von 22 bis 100 mm2/s
auf. Die bei 100°C gemessene kinematische Viskosität
KV100 beträgt vorzugsweise mindestens
5,5 mm2/s, besonders bevorzugt mindestens
5,6 mm2/s und ganz besonders bevorzugt mindestens
5,8 mm2/s.
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Gemäß einem
besonderen Aspekt der vorliegenden Erfindung weisen bevorzugte Schmierölzusammensetzung
einen gemäß ASTM D 2270 bestimmten
Viskositätsindex im Bereich von 100 bis 400, besonders bevorzugt
im Bereich 150 bis 350 und ganz besonders bevorzugt im Bereich von
175 bis 275 auf.
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Von
besonderem Interesse sind des Weiteren Schmierölzusammensetzungen,
die eine bei 150°C gemessene Hochscherviskosität
HTHS von mindestens 2,4 mPas, besonders bevorzugt mindestens 2,6
mPas aufweisen. Die bei 100°C gemessene Hochscherviskosität
HTHS beträgt vorzugsweise höchstens 10 mPas, besonders
bevorzugt höchstens 7 mPas und ganz besonders bevorzugt
höchstens 5 mPas. Die Differenz der Hochscherviskositäten
HTHS, die bei 100°C und 150°C gemessen werden,
HTHS100–HTHS150 beträgt
vorzugsweise höchstens 4 mPas, besonders bevorzugt höchstens
3,3 mPas und ganz besonders bevorzugt höchstens 2,5 mPas.
Das Verhältnis von Hochscherviskosität bei 100°C
HTHS100 zu Hochscherviskosität
bei 150°C HTHS150, HTHS100/HTHS150 beträgt
vorzugsweise höchstens 2,0, besonders bevorzugt höchstens
1,9. Die Hochscherviskosität HTHS kann bei der jeweiligen
Temperatur gemäß ASTM D4683 gemessen
werden.
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Gemäß einer
zweckmäßigen Abwandlung kann der permanente Scherstabilitäts-Index
(PSSI) nach ASTM 02603 Ref. B (12.5 minütige
Ultraschallbehand lung) kleiner oder gleich 35, besonders bevorzugt
kleiner oder gleich 20 sein. Vorteilhaft können weiterhin
Schmierölzusammensetzungen erhalten werden, die einen permanente
Scherstabilitäts-Index (PSSI) nach DIN 51381 (30
Zyklen Bosch-Pumpe) von höchstens 5, bevorzugt höchstens
2 und ganz besonders bevorzugt höchstens 1 aufweisen.
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Die
vorliegenden Schmiermittel können insbesondere als Getriebeöl,
Motoröl oder Hydrauliköl eingesetzt werden. Überraschende
Vorteile lassen sich insbesondere bei Verwendung der vorliegenden
Schmiermitteln in Handschalt-(manual), automatisierten Handschalt-(automated
manual), Doppelkupplungs-(double clutch) bzw. Direktschaltgetrieben
(DSG), Automatik-(automatic) und stufenlosen Getrieben (continuous
variable transmission CVC) erzielen. Weiterhin können die
vorliegenden Schmiermittel insbesondere in Verteilergetrieben (transfer
case) und Achs-(axle) bzw. Differentialgetrieben (differential)
eingesetzt werden.
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Die
vorliegenden Kammpolymere dienen insbesondere als Antifatigue-Additiv
in Schmiermitteln. Überraschend konnte festgestellt werden,
dass diese Additive einer Materialermüdung entgegenwirken,
so dass die Lebensdauer von Getrieben, Motoren oder Hydrauliksystemen
erhöht werden kann. Dieser Befund kann durch verschiedene
Verfahren festgestellt werden. Die Bestimmung der Ermüdungsdauer
(Grübchentragfähigkeit) der Schmierölformulierungen
kann sowohl nach Methoden für Verzahnungen als auch für
Wälzlager erfolgen. Die folgenden Methoden decken einen
breiten Bereich an Hertz'schen Pressungen ab.
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Die
Ermüdungsdauer (Anzahl Umdrehungen) kann beispielsweise
auf einem nach DIN 51350-1 genormten Vier-Kugel-Apparat
(VKA, four-ball apparatus) bestimmt werden, bei dem eine rotierende
Kugel unter Last auf drei gleichartige ebenfalls rotierende Kugeln
gepresst wird. Es findet Prüfvorschrift VW-PV-1444 der Volkswagen
AG Anwendung („Grübchenfestigkeit von Bauteilen
mit Wälzreibung-Pittingtest”, VW-PV-1444, Volkswagen
AG).
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Messtemperatur
ist 120°C. Mit einer Last von 4.8 kN und einer Rotationsgeschwindigkeit
von 4000 rpm ergibt sich eine Geschwindigkeit im Wälzpunkt
(entrainment speed) von 5.684 m/s bei einer maximalen Hertz'schen
Pressung von 7.67 GPa. Ermüdung tritt ein, sobald ein Beschleinigungssensor
Schwingungen im Frequenzband der Überrollfrequenzen der
Prüfkörper größer als 0.25 g
(Erdbeschleunigung g = 9.81 m/s2) registriert.
Dies deutet typischerweise auf Grübchen der Abrollbahn
von 1–2 mm Durchmesser hin. Dieser Test wird nachfolgend
als VKA-Test bezeichnet.
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Des
Weiteren kann die Ermüdung über einen FAG FE8-Versuch
bestimmt werden. Hierzu kann das Wälzlagerschmierstoff-Prüfgerät
FE8 nach DIN 51819-1 der FAG (Schaeffler KG, Schweinfurt)
eingesetzt werden. Hier wird die Ermüdungsdauer (in Stunden)
von je zwei gemeinsam montierten Axialzylinderrollenlagern entsprechend
Prüfvorschrift VW-PV-1483 („Prüfung
der Grübchentragfähigkeit in Wälzlagern-Ermüdungstest", VW-PV-1483,
Volkswagen AG, Entwurf September 2006; Bestandteil der Ölnormen
VW TL52512/2005 für Handschaltgetriebe und VW
TL52182/2005 für Doppelkupplungsgetriebe der Volkswagen
AG) untersucht. Es werden Lagerscheiben mit einer arithmetischen
Rauhigkeit von 0.1–0.3 μm eingesetzt.
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Gemessen
wird bei 120°C. Mit einer Last von 60 kN und einer Rotationsgeschwindigkeit
von 500 rpm ergibt sich eine Geschwindigkeit im Wälzpunkt
von 1.885 m/s bei einer maximalen Hertz'schen Pressung von 1.445
GPa. Ermüdung tritt ein, sobald das Drehmoment (d. h. das
Reibmoment) eine Erhöhung um mehr als 10% aufweist, d.
h. auch bei Ermüdung nur eines Axialzylinderrollenlagers.
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Prinzipiell
kann das Wälzlagerschmierstoff-Prüfgerät
FE8 auch nach der schärferen Methode ZF-702-232/2003 der
ZF Friedrichshafen AG gefahren werden (vgl. "ZF
Bearing Pitting Test", ZF-702-232, ZF Friedrichshafen AG,
2004).
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Auch
die in der Industrie weit verbreite Unisteel Maschine nach IP 305/79
auf Basis eines Kugellagers mit 11 Kugeln (in Abwandlungen auch
nur mit 3 Kugeln) bietet eine Methode zur Bestimmung der Ermüdungsdauer
von Lagern.
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Weiterhin
kann eine Zahnrad-Verspannungs-Prüfmaschine der FZG (Forschungsstelle
für Zahnräder und Getriebebau der Technischen
Universität München) nach DIN 51354-1 genutzt
werden. Auf dieser Prüfmaschine wird die Ermüdungsdauer
(in Stunden) unter Verwendung von spezifizierten PT-C (pitting test
type Zahnrädern bestimmt. Die Methode ist in FVA Informationsblatt
2/IV beschrieben (vgl. U. Schedl: „FVA-Forschungsvorhaben
2/IV: Pittingtest-Einfluss der Schmierstoffs auf die Grübchenlebensdauer
einsatzgehärteter Zahnräder im Einstufen- und
Lastkollektivversuch", Forschungsvereinigung Antriebstechnik,
Heft 530, Frankfurt 1997; „Pittingtest-Einfluss
der Schmierstoffs auf die Grübchenlebensdauer einsatzgehärteter
Zahnräder im Einstufen- und Lastkollektivversuch",
FVA Informationsblatt 2/IV, Forschungsvereinigung Antriebstechnik, Frankfurt
1997).
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Gemessen
wird bei 120°C. Bei Laststufe 10 (d. h. einem Drehmoment
von 373 Nm) und einer Rotationsgeschwindigkeit von 1450 rpm ergibt
sich eine Geschwindigkeit im Wälzpunkt von 5.678 m/s bei
einer maximalen Hertz'schen Pressung von 1.834 GPa. Ermüdung
tritt ein beim Beobachten von Grübchen einer Gesamtfläche >= 5 mm2.
Diese Methode wird nachfolgend als FZG PT-C 10/120-Untersuchung
bezeichnet.
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Die
Nutzung der weiterentwickelten praxisnahen Prüfverzahnung
PTX-C in der FZG Zahnrad-Verspannungs-Prüfmaschine nach DIN
51354-1 führt zu verbesserter Wiederholbarkeit
und Vergleichbarkeit der Ermüdungsdauer. Die Methode ist
in FVA Information Sheet 371 beschrieben (vgl. T. Radev: „FVA-Forschungsvorhaben
371: Entwicklung eines praxisnahen Pittingtests", Forschungsvereinigung
Antriebstechnik, Heft 710, Frankfurt 2003; „Development
of a Practice Relevant Pitting Test", FVA Information Sheet
371, Forschungsvereinigung Antriebstechnik, Frankfurt 2006).
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Gemessen
wird bei 90°C. Bei Laststufe 10 (d. h. einem Drehmoment
von 373 Nm) und einer Rotationsgeschwindigkeit von 1450 rpm ergibt
sich eine Geschwindigkeit im Wälzpunkt von 5.678 m/s bei
einer maximalen Hertz'schen Pressung von 2.240 GPa. Ermüdung
tritt ein beim Beobachten von Grübchen einer Gesamtfläche >= 5 mm2.
Diese Methode wird nachfolgend als FZG PTX-C 10/90-Untersuchung
bezeichnet.
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Nachfolgend
soll die vorliegende Erfindung anhand von Beispielen und Vergleichsbeispielen
erläutert werden, ohne dass hierdurch eine Beschränkung
erfolgen soll.
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Herstellung des Makromonomeren
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Als
Makroalkohol wurde ein hydroxyethylterminiertes, hydriertes Polybutadien
mit der mittleren Molmasse Mn = 4800 g/mol eingesetzt. Der Vinylgehalt
des Makromonomeren betrug 55%, der Hydriergrad > 98.5% und die -OH Funktionalität > 90%, bestimmt wurden
alle diese Werte durch H-NMR (Kernresonanzspektroskopie).
-
In
einer 2-L Rührapparatur, ausgestattet mit einem Säbelrührer,
Lufteinleitrohr, Thermoelement mit Regler, Heizpilz, Füllkörperkolonne
mit 4 mm Raschig-Ringen, Dampfteiler, Kopfthermometer, Rückfloß-
und Substratkühler, wurden 1200 g Makroalkohol in 400 g
MMA durch Rühren bei 60°C aufgelöst.
Zur Lösung wurden 32 mg 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-1-oxyl-Radikal
und 320 mg Hydrochinonmonomethylether zugegeben. Nach Erwärmen
zum MMA-Rückfluss (etwa 110°C Sumpftemperatur)
unter Luftdurchleitung zur Stabilisierung wurden zur azeotropen
Trocknung etwa 20 g MMA abdestilliert. Nach Abkühlen auf
95°C wurden 0.30 g LiOH zugesetzt und wieder zum Rückfluss
erwärmt. Nach ca. 1 Stunde Reaktionszeit war die Kopftemperatur
infolge der Methanolbildung auf ~64°C gefallen. Das entstandene
Methanol/MMA-Azeotrop wurde ständig abdestilliert, bis
sich wieder eine konstante Kopftemperatur von etwa 100°C
einstellte. Bei dieser Temperatur lies man noch eine weitere Stunde
nachreagieren. Zur weiteren Aufarbeitung wurde das Gros an MMA unter
Vakuum abgezogen und anschließend das viskose „Rohmakromonomer” durch
Zugabe von 514.3 g KPE 100 N-Öl verdünnt. Unlösliche
Katalysator-Rückstände wurden durch Druckfiltration
abgetrennt (Seitz T1000 Tiefenfilter). Man erhielt ca. 1650 g an
Makromonomer-Lösung in Öl. Der in den weiter unten
beschriebenen Kammpolymersynthesen Gehalt an KPE 100 N-Öl
wurde entsprechend berücksichtigt.
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Polaritätsbestimmung
durch Gradienten-HPLC
-
Die
Polarität der Polymere wurde anhand ihres Elutionsverhaltens
von definiertem HPLC-Säulenmaterial bestimmt. Hierbei wurde
eine bestimmte Polymermenge in i-Oktan (= unpolares Lösemittel)
gelöst und auf eine CN-funktionalisierte Silica-Säule
(Nucleosil CN-25) aufgegeben. Im weitern Versuchsverlauf wurde die
Eluentenzusammensetzung durch zumischen von Tetrahydrofuran THF,
kontinuierlich verändert bis der Eluent stark genug war,
um das aufgegebene Polymer wieder zu desorbieren. Die ermittelte
Polarität entspricht demnach dem zur Desoption notwendigen
Volumenanteil THF im Eluenten.
-
Apparatur:
-
Verwendet
wurde ein Flüssigkeitschromatograph der Firma Agilent,
series 1200 bestehend aus: 2 binären HPLC-Pumpen mit Mischer,
Lösemittelentgasungseinheit, Autosampler, Säulenofen
und Diodenarraydetektor. Zur Polymerdetektion wurde ein Verdampfungslichtstreudetektor
der Fa. Alltech, Typ 2000, verwendet. Als Säulenmaterial
wurde eine kommerziell erhältliche HPLC-Säule
vom Typ Nucleosil-CN, Säulenmaß 250 × 4
mm, Porosität 10 μm, verwendet. Die beiden Lösemittel
i-Oktan und THF wurden in HPLC-Qualität von der Fa. Merck
bezogen und ohne weitere Aufreinigung verwendet.
-
Methode:
-
Die
Polymere wurden in THF mit einer Massenkonzentration von 5 g/L gelöst.
Vor jeder Messung wurde die Säule mit reinem i-Oktan für
mindestens 5 Minuten gespült. Zur Messung wurden 10 μl über
den Autosampler auf die Säule injiziert. Nach der Injektion
der Probe wurden nochmals 2 min bei einem Fluss von 1 mL/min mit
reinem i-Oktan eluiert, anschließend wurden pro Minute
5 Vol-% THF zugefahren. 22 Minuten nach Start bestand der Eluent
nur noch aus THF. Nach einer Minute isokratischer Elution mit THF
wurde innerhalb von 0,1 min wieder auf reines i-Oktan umgespült.
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Auswertung:
-
Zur
Auswertung wurde die Elutionszeit des Peak-Maximums verwendet, allerdings
muss das Systemvolumen (Volumen der Säule und Verbindungsleitungen)
mit in die Berechnung des THF-Anteils mit einbezogen werden. Das
Systemvolumen betrug bei dem beschriebenen Versuchsaufbau 2,50 mL – bei
dem verwendeten Fluss von 1 mL/min demnach 2,50 min. Der zur Elution
notwendige Anteil THF berechnet sich demnach wie folgt:
%THF
= (t
Elution – t
System – t
Isokratisch)·THF – Gradient/min,
bei einer Elutionszeit von 7,32 min ergibt sich demnach:
-
Einige
erfindungsgemäße Polymere eluierten nicht mit
reinem THF – ihre Adsorptionskräfte waren so stakt,
dass eine Desorption selbst mit reinem THF nicht möglich
war. Ihre Polaritätswerte wurden demnach mit > 100% angegeben.
-
Abkürzungen
-
In
folgender Beschreibung werden die folgenden Abkürzungen
verwendet:
- MM1:
- Methacrylsäureester
des oben beschriebenen Makroalkohols
- AMA1:
- Methacrylsäureester
eines synthetischen iso-C13 Alkohols, Iso-Anteil > 60%
- AMA:
- Methacrylsäureester
eines linearen C12-C14 Alkohols
- BMA:
- n-Butylmethacrylat
- MMA:
- Methylmethacrylat
- Sty:
- Styrol
- DMAEMA:
- N,N-Dimethylaminoethylmethacrylat
- DMAPMAm:
- N,N-Dimethylaminomethacrylamid
- NVP:
- N-Vinylpyrrolidon
- BDtBPB:
- 2,2-Bis(tert-Butylperoxy)butan
- DDM:
- Dodecylmercaptan
- tBPO:
- tert.-Butylperoctoat
- tBPB:
- tert.-Butylperbenzoat
- CuCl:
- Kupfer-I-chlorid
- PMDETA:
- N,N,N,N'',N''-Pentamethyldiethylentriamin
- EBiB:
- Ethyl-2-brom-2-methylpropionat
- MOEMA:
- Morpholinoethylmethacrylat
-
Vergleichsbeispiel 1
-
In
einem 4-Hals Rundkolben mit Thermometer, Heizpilz, Stickstoffüberleitung,
Rühren und Rückflusskühler wurden 704.8
g AMA1, 89.91 g KPE 100 N-Öl und 9.87 g DDM vorgelegt.
Unter Rühren und dem Überleiten von Stickstoff
wurde auf 110°C aufgeheizt. Nach erreichen von 110°C
Innentemperatur wurde eine Lösung aus 1.76 g tBPO und 5.29
g KPE 100 N-Öl innerhalb von 3 Stunden wie folgt zudosiert:
5% der Initiatorlösung innerhalb der 1. Stunde, 25% innerhalb
der 2. Stunde und 70% der Lösung innerhalb der 3. Stunde.
Die Innentemperatur wurde bei konstant 110°C gehalten.
45 Minuten nach Zulaufende wurden nochmals 1.41 g tBPO zugegeben
und weitere 60 Minuten bei 110°C nachgerührt.
Es wurden 800 g einer viskosen Lösung erhalten. Die Grenzviskosität
und die Polarität des Polymeren wurden bestimmt, wobei
die mit den zuvor dargelegten Methoden erhaltenen Ergebnisse in
Tabelle 1 dargelegt sind.
-
Vergleichsbeispiel 2
-
Zunächst
wurde das Basispolymer hergestellt. 29,4 g Monomermischung (75%
AMA und 25% MMA) und 0,0883 g DDM wurden zusammen mit 265 g 100
N-Öl in einen 2 L 4-Hals Rundkolben mit Säbelrührer, Kühler,
Thermometer, Zulaufpumpe und N2-Überleitung gefüllt.
Die Apparatur wurde inertisiert und mithilfe eines Ölbades
auf 100°C aufgeheizt. Nachdem das Gemisch im Reaktionskolben
eine Temperatur von 100°C erreichte, wurden 2,26 g tBPO
zugegeben. Gleichzeitig wurde ein Gemisch aus 706 g der o. g. Monomermischung,
2,12 g DDM und 19.8 g tBPO gleichmäßig innerhalb
von 3.5 Stunden bei 105°C zudosiert. 2 h nach Zulaufende
wurden nochmals 1.47 g tBPO bei 105°C zugegeben. Man erhielt
1000 g einer klaren, viskosen Lösung. Die erhaltenen 1000
g Basispolymerlösung wurden mit 22,7 g NVP vermischt und
bei 130°C wurden 1,89 g tBPB zugegeben. 1 h, 2 h und 3
h nach der ersten Zugabe wurde mit je 0.947 g tBPO bei 130°C
nachgefüttert. Nach einer weiteren Stunde Rühren
wird mit 100 N-Öl wieder auf einen Feststoffgehalt von
73,5% verdünnt. Es wurde eine klare, schwach rötliche,
viskose Lösung erhalten. Die Grenzviskosität und
die Polarität des Polymeren wurden bestimmt, wobei die
mit den zuvor dargelegten Methoden erhaltenen Ergebnisse in Tabelle
1 dargelegt sind.
-
Vergleichsbeispiel 3
-
Es
wurde eine Apparatur bestehend aus 2 L 4-Hals Rundkolben mit Tropftrichter,
Säbelrührer, Kühler, Thermometer und
N2-Zuleitung genutzt. Zunächst wurden 463 g AMA, 56 g 100
N-Öl, 1,5 g CuCl und 2,7 g PMDETA im Reaktionskolben vorgelegt
und unter Rühren inertisiert. Es lag eine heterogene Mischung
vor, da der komplexierte Katalysator nur unvollständig
gelöst war. Während des Aufwärmvorgangs
wurde bei etwa 65°C die Reaktion mit 6,1 g EBiB gestartet.
Nach erkennbarer exothermer Reaktion lies man 2 h bei 95°C
reagieren. Bei einem Umsatz von ~90% des zunächst eingesetzten
AMAs tropfte man 37,5 g MOEMA innerhalb von 5 min hinzu und lies
weitere 4 h bei 95°C reagieren. Anschließend wurde
die Mischung mit 100 N-Öl auf 50% verdünnt und
zur Entfernung des CuCl warm druckfiltriert (Seitz T1000 10 μm
Tiefenfilter). Man erhielt eine 50%ige rötliche Lösung.
Die Grenzviskosität und die Polarität des Polymeren
wurden bestimmt, wobei die mit den zuvor dargelegten Methoden erhaltenen
Ergebnisse in Tabelle 1 dargelegt sind.
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Beispiel 1
-
In
einem Becherglas wurde folgende Reaktionsmischung angesetzt: 90.0
g 70% ige Makromonomerlösung in Öl, 0.3 g AMA,
12.6 g BMA, 68.7 g Sty, 0.3 g MMA, 5.1 g DMAEMA, 65.0 g Shell Risella
907 (leichtes Naphtenisch/Parafinisches Grundöl) und 8.0
g KPE 100 N-Öl. In einem 500 ml 4-Hals Rundkolben mit Säbelrührer,
Stickstoffüberleitung, Thermometer, geregeltes Ölbad
und Rückflusskühler wurden 50 g der Reaktionsmischung
vorgelegt und unter rühren auf 120°C aufgeheizt.
Während der Aufheizphase wurde Stickstoff durch den Reaktionskolben
zur Inertisierung geleitet. Nach erreichen der 120°C wurden
0.06 g BDtBPB in den Reaktionskolben gegeben, gleichzeitig wurde
der Zulauf bestehend aus der restlichen Reaktionsmischung und 0.24
g BDtBPB gestartet. Die Zulaufzeit betrug 3 Stunden, die Reaktionstemperatur wurde
konstant bei 120°C gehalten. 2 und 5 Stunden nach Zulaufende
wurden nochmal jeweils 0.30 g BDtBPB zugegeben und der Inhalt des
Kolbens am darauffolgenden Tag durch Zugabe von Öl auf
einen Feststoffgehalt von 40% verdünnt. Es wurden 375 g
einer hochviskosen, klaren Lösung erhalten. Die Grenzviskosität
und die Polarität des Polymeren wurden bestimmt, wobei
die mit den zuvor dargelegten Methoden erhaltenen Ergebnisse in
Tabelle 1 dargelegt sind.
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Beispiel 2
-
In
einem Becherglas wurde folgende Reaktionsmischung angesetzt: 94.3
g 70% ige Makromonomerlösung in Öl, 0.3 g AMA,
12.6 g BMA, 65.7 g Sty, 0.3 g MMA, 5.1 g DMAPMAm, 65.0 g Shell Risella
907 (leichtes Naphtenisch/Parafinisches Grundöl) und 6.7
g KPE 100 N-Öl. In einem 500 ml 4-Hals Rundkolben mit Säbelrührer,
Stickstoffüberleitung, Thermometer, geregeltem Ölbad
und Rückflusskühler wurden 50 g der Reaktionsmischung
vorgelegt und unter rühren auf 120°C aufgeheizt.
Während der Aufheizphase wurde Stickstoff durch den Reaktionskolben
zur Inertisierung geleitet. Nach erreichen der 120°C wurden
0.06 g BDtBPB in den Reaktionskolben gegeben, gleichzeitig wurde
der Zulauf bestehend aus der restlichen Reaktionsmischung und 0.24
g BDtBPB gestartet. Die Zulaufzeit betrug 3 Stunden, die Reaktionstemperatur
wurde konstant bei 120°C gehalten. 2 und 5 Stunden nach
Zulaufende wurden nochmal jeweils 0.30 g BDtBPB zugegeben und der
Inhalt des Kolbens am darauffolgenden Tag durch Zugabe von Öl
auf einen Feststoffgehalt von 40% verdünnt. Es wurden 375
g einer hochviskosen, klaren Lösung erhalten. Die Grenzviskosität
und die Polarität des Polymeren wurden bestimmt, wobei
die mit den zuvor dargelegten Methoden erhaltenen Ergebnisse in
Tabelle 1 dargelegt sind.
-
Beispiel 3
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In
einem Becherglas wurde folgende Reaktionsmischung angesetzt: 90.0
g 70% ige Makromonomerlösung in Öl, 27.0 g BMA,
60.0 g Sty, 65.0 g Shell Risella 907 (leichtes Naphtenisch/Parafinisches
Grundöl) und 8.0 g KPE 100 N-Öl. In einem 500
mL 4-Hals Rundkolben mit Säbelrührer, Stickstoffüberleitung,
Thermometer, geregeltem Ölbad und Rückflusskühler
wurden 50 g der Reaktionsmischung vorgelegt und unter rühren auf
120°C aufgeheizt. Während der Aufheizphase wurde
Stickstoff durch den Reaktionskolben zur Inertisierung geleitet.
Nach erreichen der 120°C wurden 0.09 g BDtBPB in den Reaktionskolben
gegeben, gleichzeitig wurde der Zulauf bestehend aus der restlichen
Reaktionsmischung und 0.36 g BDtBPB gestartet. Die Zulaufzeit betrug
3 Stunden, die Reaktionstemperatur wurde konstant bei 120°C
gehalten. 2 Stunden nach Zulaufende wurde nochmal 0.30 g BDtBPB
zugegeben. 5 Stunden nach Zulaufende wurde auf 130°C aufgeheizt,
5.3 g NVP eingerührt und nach 5 Minuten 0.39 g tBPB zugegeben.
Jeweils nach 1, 2 und 3 Stunden nach der ersten tBPB-Zugabe wurde
nochmals mit 0.19 g tBPB nachgefüttert. Nach Reaktionsende
wurde mit Öl auf einen Feststoffgehalt von 40% verdünnt.
Es wurden 380 g einer hochviskosen, schwach getrübten Lösung
erhalten. Die Grenzviskosität und die Polarität
des Polymeren wurden bestimmt, wobei die mit den zuvor dargelegten Methoden
erhaltenen Ergebnisse in Tabelle 1 dargelegt sind.
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Beispiel 4
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In
einem 500 mL 4-Hals Rundkolben mit Säbelrührer,
Stickstoffüberleitung, Thermometer, geregeltem Ölbad
und Rückflusskühler wurden 107.1 g 70%ige Makromonomerlösung
in Öl, 44.1 g AMA, 0.3 g BMA, 0.3 g Sty, 0.3 g MMA, 30.0
g DMAPMAm, 26.5 g 100 N-Öl und 1.50 g DDM vorgelegt und
unter rühren auf 110°C aufgeheizt. Während
der Aufheizphase wurde Stickstoff durch den Reaktionskolben zur
Inertisierung geleitet. Nach erreichen von 110°C Innentemperatur
wurde eine Lösung aus 0.30 g tBPO und 5.70 g KPE 100 N-Öl innerhalb
von 3 Stunden zudosiert. 1 und 2 Stunden nach Zulaufende wurde mit
jew. 0.30 g tBPO bei 100°C nachgefüttert. Es wurden
~210 g einer viskosen Lösung erhalten. Die Grenzviskosität
und die Polarität des Polymeren wurden bestimmt, wobei
die mit den zuvor dargelegten Methoden erhaltenen Ergebnisse in
Tabelle 1 dargelegt sind.
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Beispiel 5
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In
einem 500 ml 4-Hals Rundkolben mit Säbelrührer,
Stickstoffüberleitung, Thermometer, geregeltem Ölbad
und Rückflusskühler wurden 171.4 g 70%ige Makromonomerlösung
in Öl, 14.1 g AMA, 0.3 g BMA, 0.3 g Sty, 0.3 g MMA, 15.0
g DMAPMAm, 7.2 g 100 N-Öl und 1.20 g DDM vorgelegt und
unter rühren auf 110°C aufgeheizt. Während
der Aufheizphase wurde Stickstoff durch den Reaktionskolben zur
Inertisierung geleitet. Nach erreichen von 110°C Innentemperatur
wurde eine Lösung aus 0.30 g tBPO und 5.70 g KPE 100 N-Öl innerhalb
von 3 Stunden zudosiert. 1 und 2 Stunden nach Zulaufende wurde mit
jew. 0.30 g tBPO bei 100°C nachgefüttert. Es wurden
~210 g einer viskosen Lösung erhalten. Die Grenzviskosität
und die Polarität des Polymeren wurden bestimmt, wobei
die mit den zuvor dargelegten Methoden erhaltenen Ergebnisse in
Tabelle 1 dargelegt sind. Tabelle 1: Eigenschaften der hergestellten
Polymere
| | Retentionszeit
[Minuten] | Polarität
[%-THF] | Grenzviskosität
[mL/g] |
| Vergleichsbeispiel
1 | 7,50 | 15,0 | 8,1 |
| Vergleichsbeispiel
2 | 9,36 | 24,3 | 16,0 |
| Vergleichsbeispiel
3 | - | - | 8,7 |
| Beispiel
1 | > 24,5 | > 100 | 58,4 |
| Beispiel
2 | > 24,5 | > 100 | 63,8 |
| Beispiel
3 | 11,05 | 32,8 | 58,0 |
| Beispiel
4 | > 24,5 | > 100 | 23,8 |
| Beispiel
5 | > 24,5 | > 100 | - |
-
Evaluierung der Kammpolymere
-
Es
wurde ein vollformuliertes, jedoch VI-Verbesserer-freies Basisfluid
enthaltend API (American Petroleum Institute) Gruppe III Grundöl
plus DI-Paket („dispersant inhibitor package”)
enhaltend Dispergiermittel, Detergens, Entschäumer, Korrosionsinhibitor,
Antioxidationsmittel, Verschleißschutz- und Extremdruckadditiv, Reibwertveränderer)
von KV40 = 22.32 cSt, KV100 = 4.654 cSt und VI = 128 eingesetzt.
-
Die
erhaltenen Polymere wurden in dem zuvor dargelegten Basisfluid auf
KV100 = 6.5 cSt (
ASTM 0445) eingestellt. Es wurden
die typischen Formulierungsgrößen KV40 und Viskositätsindex
VI (
ASTM 2270) bestimmt, die erhaltenen Werte können
Tabelle 2 entnommen werden. Tabelle 2: Viskosimetrische Daten der
synthetisierten Polymere in einer Schmierölformulierung
| Polymer
gemäß | Zusatzmenge Polymer
in % | KV40
[mm2/s] | KV100
[mm2/s] | VI |
| Vergleichsbeispiel
1 | 7,2 | 32,24 | 6,52 | 161 |
| Vergleichsbeispiel
2 | 5,8 | 31,52 | 6,51 | 167 |
| Vergleichsbeispiel
3 | 6,75 | 31,55 | 6,54 | 169 |
| Beispiel
1 | 3,16 | 29,27 | 6,54 | 189 |
| Beispiel
2 | 2,88 | 29,12 | 6,43 | 183 |
| Beispiel
3 | 2,6 | 28,41 | 6,42 | 189 |
| Beispiel
4 | 3,29 | 33,42 | 6,54 | 154 |
| Beispiel
5 | 2,73 | 33,54 | 6,54 | 154 |
-
Die
Ermüdungsdauer (Anzahl Umdrehungen) wird auf einem nach DIN
51350 1 genormten Vier-Kugel-Apparat (VKA, four-ball apparatus)
bestimmt, bei dem eine rotierende Kugel unter Last auf drei gleichartige ebenfalls
rotierende Kugeln gepresst wird. Es findet Prüfvorschrift
VW PV 1444 der Volkswagen AG Anwendung.
-
Die
Messtemperatur betrug 120°C. Bei einer Last von 4.8 kN
und einer Rotationsgeschwindigkeit von 4000 rpm ergab sich eine
Geschwindigkeit im Wälzpunkt (entrainment speed) von 5.684
m/s bei einer maximalen Hertz'schen Pressung von 7.67 GPa. Ermüdung
trat ein, sobald ein Beschleunigungssensor Schwingungen im Frequenzband
der Überrollfrequenzen der Prüfkörper
größer als 0.25 g (Erdbeschleunigung g = 9.81
m/s2) registrierte. Dies deutete typischerweise
auf Grübchen der Abrollbahn von 1–2 mm Durchmesser hin.
-
Die
Bestimmung einer Ermüdungsdauer erforderte mehrere (bevorzugt
5–10) Versuche bei gleichen Betriebsbedingungen. Eine Ermüdungsdauer
kann sowohl als arithmetischer Mittelwert als auch mithilfe der Weibull-Statistik
als mittlere Ermüdungsdauer der Unzuverlässigkeit
(unreliability) U dargestellt werden. Typischerweise liegt U bei
50% (oder 10%), d. h. 50% aller Proben haben bis zum angegeben Zeitwert
Ermüdung gezeigt. Nicht zu verwechseln ist die Unzuverlässigkeit
mit der statistischen Sicherheit (confidence level), die typischerweise
bei 90% (oder 95%) liegt.
-
Je
größer die Dauer d. h. die Anzahl der Umdrehungen
bis zum Eintritt eines Materialermüdungsschadens, desto
besser ist die Wirkung des gezeigten Polymeren in dem Testöl.
Die erhaltenen Daten sind in Tabelle 3 dargestellt. Tabelle 3: Ergebnisse Untersuchungen auf
Ermüdungsverhalten
| Polymer
gemäß | Auswertung
gemäß Weibull-Statistik 50% [Anzahl Umdrehungen] | Auswertung
mit Arithmetischem Mittelwert [Anzahl Umdrehungen] |
| Vergleichsbeispiel
1 | 108.040 | 107.123 |
| Vergleichsbeispiel
2 | 148.775 | 147.903 |
| Vergleichsbeispiel
3 | 150.550 | 149.133 |
| Beispiel
1 | 168.300 | 166.701 |
| Beispiel
2 | 213.420 | 211.489 |
| Beispiel
3 | 163.920 | 162.800 |
| Beispiel
4 | 175.430 | 173.713 |
| Beispiel
5 | 155.465 | 153.190 |
-
Die
in Tabelle 3 dargestellten Ergebnisse belegen deutlich, dass die
erfindungsgemäßen dispergierenden Kammpolymere
sich sehr positiv auf die Lebensdauer von z. B. einem Wälzlager
auswirken. Durch den Einsatz der erfindungsgemäßen
Kammpolymere sind Verlängerungen der Laufzeit von bis zu
41% möglich.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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