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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung eines stabilen Gasstroms
zumindest einer flüchtigen organischen Substanz sowie eine
Vorrichtung, um das erfindungsgemäße Verfahren
durchzuführen.
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Ein
wesentliches Problem in der Emissionsforschung stellt die Herstellung
komplexer Gasgemische aus flüchtigen organischen Verbindungen
(VOC, volatile organic compounds) dar, mit deren Hilfe definierte Gasatmosphären
geschaffen werden können. Diese sind notwendig, um z. B.
Messverfahren der Innenraumluftanalytik zu kalibrieren und zu überprüfen.
Dies betrifft zum einen die verwendeten Messgeräte selbst,
bei denen Messfehler aufgrund von Querempfindlichkeiten nicht hinreichend
bekannt sind und zum anderen können die Verfahren an sich
(z. B. Emissionskammermessungen) verglichen bzw. überprüft
werden. So wird beispielsweise bisher davon ausgegangen, dass Stäube
in diesen Kammern zu keinen nennenswerten Verlusten durch Senkeneffekte
führen bzw. dass evtl. vorhandene Verluste auf die Kammeroberflächen
an sich zurückzuführen sind. Durch Zuführung
eines Gasgemisches bekannter Konzentration könnten solche
Effekte untersucht werden.
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Gasgemische
mit bekannten Gaskonzentrationen sind weiterhin für die
laborinterne Qualitätssicherung vonnöten. Durch
die Vermessung von bekannten Gemischen können die eigenen
Messmethoden überprüft werden (Messpräzision),
so dass Unregelmäßigkeiten in der Messmethodik
früher festgestellt und bei Bedarf beseitigt werden können.
Die ist bisher ausschließlich durch Teilnahme an Ringversuchen
möglich.
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Ein
wichtiger Anwendungsbereich für komplexe Gasgemische stellt
zudem die Kalibrierung der in der Gasanalytik verwendeten Messsysteme,
vornehmlich Gaschromatographen mit Massenspektrometern (GC/MS),
dar. Derzeit werden entsprechende Kalibrierungen mit flüssigen
Kalibrierstandards durchgeführt.
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Beispielsweise
werden flüssige Kalibrierstandards unterschiedlicher Verdünnungsstufen
in das Adsorbens, mit dem später auch die Probennahme der
unbekannten Gasprobe durchgeführt wird, injiziert. Da allerdings
das Lösungsmittel der Verdünnungen bei der späteren
gaschromatographischen Messung stören würde, muss
das Lösungsmittel vor der Messung wieder mittels eines
Inertgases aus dem Adsorbens ausgetrieben werden.
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Alternativ
können Verfahren der kontinuierlichen oder statischen Injektion,
der Permeation und der Diffusion zur Kalibrierung eingesetzt werden.
Bei den Injektionsverfahren werden entweder einzeln oder als im Vorfeld
angesetzte Gemische in einen Verdampfer injiziert. Der entstandene
Dampf kann anschließend durch Zuleitung eines Verdünnungsgases
beliebig verdünnt werden. Nachteilig an diesen Verfahren
ist insbesondere das bei Gemischen die Konzentrationen der einzelnen
Komponenten durch die Konzentrationen in der Mischlösung
vorgegeben sind, wodurch das System sehr unflexibel ist. Zudem sind
chemische Reaktionen der Komponenten in der Mischlösung
häufig schwer zu unterbinden.
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Bei
den Permeationsverfahren befinden sich die zu verdampfenden Substanzen
in einem Kunststoffröhrchen, das an beiden Enden gasundurchlässig
abgedichtet ist. Der Kunststoff selbst besitzt eine bestimmte Durchlässigkeit,
so dass Substanzmoleküle durch die Rohrwand, wie durch
eine Membran, hindurchdiffundieren. Die Röhrchen befinden
sich dazu in einem Ofen und werden beheizt. Je nach Dampfdruck der
Verbindung, Durchlässigkeit und Fläche der Membran
treten Substanzmoleküle in den Ofenraum über.
Ein Trägergas nimmt das Gas auf und führt es einer
nachgeschalteten Verdünnung zu. Nachteilig an diesen Systemen
ist insbesondere, dass die Permeationsrate bei unkalibrierten Permeationsröhrchen
nicht genau bestimmbar ist und die Röhrchen für
den routinemäßigen Einsatz zu teuer sind.
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Bei
Diffusionsverfahren kommt im wesentlichen eine abgeschnittene und
am unteren Ende verschlossene Pasteurpipette zum Einsatz. Die Pipettenspitze
stellt das Diffusionsrohr dar, wodurch auch die Substanz eingefüllt
wird, die sich im breiteren kolbenförmigen unteren Ende
sammelt. Das Gefäß wird in einen thermostatisierten
Behälter eingestellt, in dem die Substanz verdampfen kann.
Der thermostatisierte Behälter wird von einem Grundgasstrom
durchströmt und mit einem oder mehreren Verdünnungsströmen
im Anschluss nachverdünnt. Die Konzentration wird vom Durchmesser
und der Länge des Diffusionsrohres, dem Diffusionskoeffizienten
und dem Dampfdruck der Substanz beeinflusst. Nachteilig an diesen
Verfahren ist, das eine solches System schwer zu regulieren und
sehr unflexibel ist.
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Die VDI-Richtlinie
3490-Blatt 13 beschreibt ein alternatives Verfahren, bei
dem ein Grundgas mit einer beliebigen Substanz bzw. einem beliebigen
Substanzgemisch gesättigt wird. Dafür wird ein
chemisch inertes Grundgas direkt durch die Substanz geleitet. Mittels
einer Fritte am unteren Ende des Einleitungsrohres wird das Grundgas
in kleine Bläschen zerteilt, um den Stoffübergang
von flüssig zu gasförmig zu begünstigen.
Die zu verdampfende Substanz befindet sich in einem temperierten
Gefäß. Das durch die Substanz geleitete Grundgas
wird im Anschluss in einen Kondensator geleitet, der eine niedrigere
Temperatur als das vorgeschaltete substanzgefüllte Vorratsgefäß aufweist,
wobei die Temperatur unter der Taupunkttemperatur der verdampften
Substanz liegt. Dabei kondensiert die Substanz teilweise aus, wodurch
die Sättigung des Grundgases mit der Komponente gewährleistet
ist. Das Kondensat wird abgeführt. Nach dem Kondensator
wird das Gas in eine Ausgleichskammer mit Prallfläche geleitet,
in der Aerosole abgeschieden werden. In dieser Kammer herrscht die
gleiche Temperatur wie im Kondensator. Das austretende Gas steht
dann zur Messung zur Verfügung. Allerdings erfordert dieses
Verfahren einen großen apparativen Aufwand sowie eine große
Menge an zu verdampfender Substanz und ist daher sehr kostspielig.
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Kalibriergasgemische
direkt aus Druckgasbehältern einzusetzen ist zwar möglich,
aber in der praktischen Anwendung zu aufwendig und zu teuer. Für
viele Verbindungen werden solche Gase zudem nur als Versuchsgemische
angeboten, da Messgenauigkeit, Stabilität und minimaler
Verwendungsdruck nur unzureichend bestimmbar sind. Zudem besteht
das Problem, dass bei komplexeren Zusammensetzungen der Gemische
die Verträglichkeit der Substanzen untereinander nicht
immer zu gewährleisten ist. Auch sind die zur Verfügung
stehenden Substanzen auf die Niedrigsieder beschränkt.
In der Innenraumluftanalytik muss allerdings ein möglichst
breites Spektrum an Substanzen und Substanzklassen abgedeckt werden
können.
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Es
ist somit die Aufgabe der vorliegenden Erfindung die Nachteile im
Stand der Technik zu überwinden und ein Verfahren zur Verfügung
zu stellen, mit dem flüchtige organische Substanzen als
Kalibriergas in definierter Konzentration kostengünstig
bereitgestellt werden können.
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Es
ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren
zur Erzeugung komplexer Gasgemische, deren Zusammensetzung und Konzentration
variierbar ist, bereitzustellen.
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Es
ist ferner eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung
zur Verfügung zu stellen, mit der die erfindungsgemäßen
Verfahren durchgeführt werden können.
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Die
erfindungsgemäßen Aufgaben werden mit einem Verfahren
und einer Vorrichtung gemäß der Hauptansprüche
gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
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Erfindungsgemäß wird
ein Verfahren zur Erzeugung eines Gasstroms zumindest einer flüchtigen
organischen Substanz bereitgestellt, wobei zumindest eine flüssige
flüchtige organische Substanz in einem gasdicht verschlossenen
Substanzbehälter auf eine vorbestimmte Kühltemperatur
temperiert wird, ein Trägergasstrom in den Substanzbehälter
eingeleitet und oberhalb der flüssigen Phase der flüchtigen
organischen Substanz durch die Gasphase der flüchtigen
organischen Substanz geführt wird, und der mit dem Gas
der flüchtigen organischen Substanz angereicherte Trägergasstrom
aus dem Substanzbehälter abgeführt wird, wobei der
abgeführte Volumenstrom aus Trägergas und Substanzgas
maximal so groß ist, dass der Dampfdruck und/oder das Sättigungsgleichgewicht
in dem gasdicht verschlossenen Substanzbehälter im Wesentlichen konstant
bleibt.
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Das
Prinzip der Gaserzeugung beruht also somit auf der kontrollierten
Verdampfung von Einzelkomponenten, die als Reinsubstanz vorliegen.
Je nach Größe der vorbestimmten Kühltemperatur
geht mehr oder weniger der flüchtigen organischen Substanz
aus der Flüssigphase in die Gasphase über. Diese
Beziehung ist stoffabhängig und lässt sich durch
die Temperaturabhängigkeit des Dampfdrucks darstellen.
Die verdampfte Substanz wird erfindungsgemäß mittels
eines Trägergasstroms abgeführt, wobei der Trägergasstrom
derart eingestellt ist, dass der eingestellte Gleichgewichtsdampfdruck
der Substanz bzw. das Sättigungsgleichgewicht im Wesentlichen
konstant bleibt. Dadurch wird gewährleistet, dass das Trägergas
immer maximal mit der gasförmigen Substanz angereichert
ist. Dadurch wird erfindungsgemäß eine gleichbleibende
Konzentration an Substanzgas bereitgestellt.
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Vorteilhafterweise
können durch das erfindungsgemäße Verfahren
die Kalibrierverfahren in der Analytik verbessert werden, da die
Dotierung der Adsorbentien mit gasförmigen Kalibrierstandards
ohne zusätzlichen Lösungsmitteleinsatz erfolgt.
Insbesondere werden Verluste vermieden, die aufgrund des Durchleitens des
Inertgases durch das Adsorbens bei sehr leichtflüchtigen
Substanzen entstehen, wobei Teile der Analyten mit ausgetrieben
werden können. In der Analyse realer Proben würden
sich diese Verluste als Überbefunde bemerkbar machen, wodurch
Messergebnisse verfälscht würden. Erfindungsgemäß wird
somit die Messgenauigkeit deutlich erhöht.
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Da
es sich erfindungsgemäß vornehmlich um leichtflüchtige
organische Komponenten (VOC) handelt, muss das erfindungsgemäße
Verfahren unter Kühlung erfolgen, um keine übermäßig
hohen Gaskonzentrationen zu erhalten. Unter einer Kühltemperatur
wird erfindungsgemäß jede Temperatur unterhalb
der Raumtemperatur verstanden. Bei Temperaturen unterhalb der Raumtemperatur
kann eine Kondensation der Komponenten im System vermieden werden,
was zu Messfehlern führen würde. Nach unten ist
die Kühltemperatur grundsätzlich nur durch den
absoluten Nullpunkt begrenzt, wobei sich allerdings Temperaturen
unterhalb von –100°C unterwirtschaftlichen Gesichtspunkten
nur bedingt eignen. In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung liegt die vorbestimmte Kühltemperatur somit
im Bereich von –50°C bis +25°C, vorzugsweise
im Bereich von –40°C bis +20°C, noch
bevorzugter im Bereich von –30°C bis +10°C
und am meisten bevorzugt im Bereich von –20°C
bis ±0°C.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren arbeitet üblicherweise
mit sehr kleinen Volumenströmen. Vorzugsweise ist der eingehende
Volumenstrom des Trägergases kleiner und/oder gleich dem
abgehenden Volumenstrom aus Trägergas und Substanzgas.
Dabei ist zu beachten, dass der Trägergasstrom selbst hinreichend klein
ist, um das Sättigungsgleichgewicht nur dahingehend zu
stören, dass lediglich die Menge an Substanzgas aus dem
Substanzbehälter transportiert wird, die durch Verdampfen
auch wieder nachgeliefert werden kann. Vorzugsweise ist der eingehende
Volumenstrom aus dem Trägergas um genau den Anteil kleiner,
der dem Anteil des Substanzgases in dem abgehenden Volumenstrom
entspricht. Dadurch wird gewährleistet, dass der Druck
im Substanzgefäß konstant bleibt. In einer weiteren
bevorzugten Ausgestaltung steht das Gas im Substanzbehälter
unter leichtem Überdruck, so dass dadurch der austretende
Volumenstrom erzeugt wird und abgeführt werden kann. Insbesondere
liegt der Volumenstrom aus Trägergas und Substanzgas im
Bereich von 0,01 ml/min bis 1 ml/min, vorzugsweise im Bereich von
0,01 ml/min bis 0,5 ml/min und noch bevorzugter im Bereich von 0,05
ml/min bis 0,1 ml/min.
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Mittels
des erfindungsgemäßen Verfahrens können
alle flüchtigen organischen Substanzen als definierter
Gasstrom zur Verfügung gestellt werden. Vorzugsweise werden
erfindungsgemäß unter flüchtigen organischen
Substanzen organische Verbindung mit einem Anfangssiedepunkt von
höchstens 250°C bei einem Standarddruck von 101,3
kPa bzw. organische Verbindungen mit einem Dampfdruck von mindestens
0,01 kPa bei 293,15 Kelvin verstanden. Bevorzugte flüchtige
organische Substanzen sind Kohlenwasserstoffe, halogenhaltige Kohlenwasserstoffe,
Alkohole, Aldehyde oder organische Säuren.
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Erfindungsgemäße
flüchtige organische Substanzen sind beispielsweise Alkane,
vorzugsweise lineare und cyclische C1- bis
C20-Alkane, noch bevorzugter C5-
bis C16-Alkane, wie n-Hexan, n-Heptan, n-Octan, n-Nonan,
n-Decan, n-Undecan, n-Dodecan, n-Tridecan, n-Tetradecan, n-Pentadecan,
n-Hexadecan, n-Heptadecan, n-Octadecan, Cyclohexan, Methylcyclohexan,
Aromaten, wie Benzol, Toluol, Ethylbenzol, m-, p-, o-Xylol, Isopropylbenzol,
n-Propylbenzol, Iso-, n-Propyl-benzol, 2-Ethyltoluol, 3-Ethyltoluol,
4-Ethyltoluol, 1,2,3-Trimethylbenzol, 1,2,4-Trimethyl-benzol, 1,3,5-Trimethyl-benzol,
Styrol, Naphthalin, 4-Phenylcyclo-hexen, 1,1,1-Trichlor-ethan, Trichlorethen,
Perchlorethen, 1,4-Dichlorbenzol, sauerstoffhaltige Verbindungen
wie Ethylacetat, Butylacetat, 1-Methoxy-2-propanolacetat, Methylethylketon,
Methylisobutylketon, 1-Butanol, Isobutanol, 2-Methoxyethanol, 2-Ethoxyethanol,
2-Butoxyethanol, 2-Butoxyethoxyethanol, 2-Phenoxyethanol, 1-Methoxy-2-propanol,
1-Butoxy-2-propanol, 1-Phenoxy-2-propanol, 1-Pentanol, 2-Ethyl-1-hexanol,
Dipropylenglykolmonobutylether, Texanol, Terpene, wie α-Pinen, β-Pinen,
Limonen, λ-3-Caren, Longifolen oder Aldehyde, wie Formaldehyd,
Acetaldehyd, Propanal, Gutanal, Pentanal, Hexanal, Heptanal, Octanal,
Nonanal, Decanal, Undecanal, Furfural, Benzaldehyd, Isovaleraldehyd,
Methylglyoxal. Besonders bevorzugte flüchtige organische
Verbindungen zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens sind 1-Pentanol, Hexanal, n-Butylacetat und n-Decan.
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Das
in dem Substanzbehälter entstandene Gas wird erfindungsgemäß mittels
eines Trägergases aufgenommen und aufgrund des im Substanzbehälter
entstehenden Überdrucks wieder hinausgeführt.
Dabei wird das Trägergas allerdings nicht durch die betreffende Substanz
hindurchgeleitet, sondern es wird eine ausreichende Sättigung
des Trägergases mit der Substanz durch die geringen Volumenströme
und das Einstellen eines Gleichgewichtes erreicht. Der apparative
Aufwand wird dadurch im Vergleich zum Stand der Technik deutlich
reduziert. Vorzugsweise wird ein inertes Trägergas, insbesondere
Stickstoff, verwendet.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
wird das erfindungsgemäße Verfahren für
eine Mehrzahl unterschiedlicher flüchtiger organischer
Substanzen, die in jeweils einem Substanzbehälter vorliegen,
parallel durchgeführt. Dabei werden die abgeführten
Volumenströme aus Trägergas und Substanzgas zu
einem Mischgasstrom miteinander vermischt, wobei die abgeführten
Volumenströme gleich und/oder unterschiedlich groß sind
und die vorbestimmte Kühltemperatur (T) gleich und/oder
unterschiedlich ist.
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In
vorteilhafter Weise ist es dadurch möglich mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren auch komplexe Gasgemische zu erzeugen. Durch eine Variation
der Kühltemperaturen für die unterschiedlichen
Substanzbehälter kann der Dampfdruck der einzelnen Substanzen
individuell eingestellt werden. Aus der Größe
des Dampfdrucks und den eingestellten Volumenströmen kann
die Konzentration der einzelnen Substanz im Gasgemisch eingestellt
und beliebig variiert werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird die Zusammensetzung des Mischgasstroms durch selektives
Zuschalten und Abschalten der Volumenströme aus den einzelnen Substanzbehältern
variiert. Erfindungsgemäß sind der Anzahl der
Substanzen im Mischgas keine Grenzen gesetzt. Vorzugsweise liegt
die Anzahl der flüchtige organischen Substanzen im Bereich
von 1 bis 100, noch bevorzugter im Bereich von 1 bis 70, noch bevorzugter
im Bereich von 1 bis 50 flüchtigen organischen Substanzen.
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Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es somit möglich,
komplexe Gasgemische beispielsweise zur Kalibrierung einer gaschromatographischen
Messapparatur bereit zustellen. Dadurch, dass die Substanzen einzeln
verdampft und erst danach vermischt werden, besteht nicht mehr die
Gefahr, dass Verbindungen untereinander reagieren und sich dadurch
abreichern oder sich Spaltprodukte bilden, welche die spätere
Analyse stören.
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Insbesondere
durch die Regulation der Volumenströme kann die Verdampfung
zudem so gesteuert werden, dass eine Substanz über einen
längeren Zeitraum kontinuierlich verdampft wird, ohne dass
sie nachgefüllt werden muss. Erfindungsgemäß können
kontinuierliche Betriebszeiten mit einem konstanten Gasgemisch über
mindestens ein halbes Jahr erreicht werden, so dass sich das erfindungsgemäße
Verfahren auch für Langzeitversuche eignet.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird der
abgeführte Gasstrom bestehend aus einer oder mehreren flüchtigen
organischen Verbindungen weiter verdünnt. Dazu wird der
abgeführte Volumenstrom aus Trägergas und Substanzgas
oder der abgeführte Mischgasstrom mit einem Inertgas, vorzugsweise
Stickstoff, und/oder Luft gemischt. Eine bevorzugte Verdünnung
liegt im Bereich von 1:1 bis 1:1000, vorzugsweise im Bereich von
1:5 bis 1:100, noch bevorzugter im Bereich von 1:10 bis 1:50. Erfindungsgemäß können
mehrere Verdünnungsschritte hintereinander durchgeführt
werden.
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Die
Verdünnungsschritte und Verdünnungskonzentrationen
richten sich insbesondere nach den Konzentrationen, die beispielsweise
für eine Kalibrierung benötigt werden. Erfindungsgemäß werden
stabile Gasströme auch aus sehr leichtflüchtigen
Substanzen in Konzentrationen von unter 100 μg/m3 erzielt.
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Es
ist eine weitere Aufgabe der Erfindung eine Vorrichtung zur Erzeugung
eines Gasstroms zumindest einer flüchtigen organischen
Substanz unter Verwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens bereitzustellen. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung umfasst mindestens eine Verdampfungseinheit, umfassend
ein thermisch isoliertes Gehäuse, mindestens einen in dem
thermisch isolierten Gehäuse angeordneten Kühlkörper
mit mindestens einer Aufnahme, die ausgelegt ist, einen Substanzbehälter
aufzunehmen sowie zumindest einen in einer der Aufnahmen angeordneten
Substanzbehälter, der eine Gaszuleitung für ein
Trägergas und eine Gasableitung für einen Volumenstrom
aus Trägergas und Substanzgas aufweist, wobei die Gaszuleitung
und die Gasableitung Mittel zur Regulation des Volumenstroms aufweisen.
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Das
erfindungsgemäße Verdampfermodul besteht aus einem
thermisch isolierten Gehäuse. Geeignete Materialien sind
dem Fachmann bekannt. Vorzugsweise besteht das Gehäuse aus
Polyvinylchlorid(PVC)-verstärkten Polyurethan(PU)-schaumplatten.
Die erfindungsgemäßen Kühlkörper
sind innerhalb des thermisch isolierten Gehäuses angeordnet.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die
erfindungsgemäße Verdampfungseinheit eine Mehrzahl
von Kühlkörpern auf. Die Kühlkörper
können beliebige Körper sein. Vorzugsweise handelt es
sich um quaderförmige Kühlblöcke. Die
erfindungsgemäßen Kühlkörper
bestehen aus einem Material mit einer großen Wärmeleitfähigkeit.
Geeignete Materialien sind dem Fachmann bekannt. Vorzugsweise bestehen die
erfindungsgemäßen Kühlkörper
aus Aluminium.
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Erfindungsgemäß können
die Kühlkörper eine Mehrzahl von Aufnahmen für
Substanzbehälter aufweisen. Größe, Art
und Form der erfindungsgemäßen Aufnahmen richtet
sich nach Größe Art und Form der Substanzbehälter.
Vorzugsweise sind die Aufnahmen derart ausgestaltet, dass sie die
Substanzbehälter im wesentlichen vollständig umschließen.
Dies gewährleistet eine gute Kühlwirkung der Kühlkörper
und somit ein homogene Temperaturverteilung in den Substanzbehältern.
Die Temperatur der Kühlkörper wird mit Temperaturfühlern überprüft,
die vorzugsweise am Boden oder unterhalb der Aufnahmen angeordnet
sind.
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Die
Temperierung der Kühlkörper erfolgt mit den dem
Fachmann bekannten Kühlverfahren. Die Kühlkörper
selbst können zusätzlich, beispielsweise durch
Isoliermatten aus Polyethylen isoliert werden. Vorzugsweise werden
zur Kühlung Peltierelemente eingesetzt, die unterhalb der
Kühlkörper wärmeleitfähig befestigt werden.
Werden Peltierelemente zur Kühlung eingesetzt, weist die
Vorrichtung zusätzliche eine Kühlplatte auf, auf
der die Peltierelemente mit der Warmseite angeordnet sind. Die Kühlplatte
ist vorzugsweise mit einem Kältemittel durchströmt,
so dass die von den Peltierelementen erzeugte Wärme abgeführt
wird.
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Werden
mehrere Substanzbehälter in einem Kühlkörper
angeordnet, so werden diese Substanzbehälter auf dieselbe
Temperatur gekühlt. Daher werden dann die zu verdampfenden
Substanzen nach ähnlichen physikochemischen Eigenschaften
sortiert und gruppiert, um die gewünschten Konzentrationsverhältnisse
zu erreichen. Auf diese Weise ist ein platzsparenderer Aufbau möglich
als bei der separierten Kühlung der Behälter in
jeweils einem eigenen Kühlblock.
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Durch
den Kühlvorgang in der Verdampfungseinheit kann an den
Kühlblöcken Wasser aus der Umgebungsluft kondensieren.
Dies stellt insbesondere bei Kühltemperaturen unter null
Grad Celsius ein Problem dar, da das Kondenswasser zu Eis gefrieren
und dabei die Substanzbehälter fixieren könnte.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird daher der
Raum des Verdampfungsmoduls mit entfeuchteter Luft und/oder einem
Inertgas befüllt. Vorzugsweise weist der Innenraum des
Gehäuses einen leichten Überdruck auf, so dass
keine feuchte Luft aus der Umgebung einströmt.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung bestehen die Substanzbehälter
aus einem thermisch leitfähigen und chemisch inerten Material,
vorzugsweise Edelstahl. Vorzugsweise weisen die Substanzbehälter
eine Hülsenform mit einer offenen Seite auf. Die Öffnung
wird mit einer geeigneten Deckelplatte verschlossen, die eine Gaszuleitung
und/oder eine Gasableitung aufweist. Gaszuleitung bzw. Gasableitung
weisen jeweils eine selbstschließende Schnellkupplung auf.
Beide Teile der Kupplung, also Kupplungskörper und Kupplungsstecker
sind mit Ventilen ausgestattet, die sich nach dem Entkuppeln sofort
schließen und dafür sorgen, dass Gasverluste aus
den Behältern oder aus dem System nach dem Öffnen
des Systems vermieden werden. Die Schnellkupplungen ermöglichen
es somit, jeden Substanzbehälter einzeln vom System zu
trennen, um ihn beispielsweise zu befüllen, ohne dass Gas
in das System einströmt bzw. ausströmt. Vorzugsweise ist
die Gaszuleitung derart ausgestaltet, dass sie gleichzeitig zum
Befüllen des Behälters mit der flüchtigen
organischen Substanz geeignet ist.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die
Gasableitung des Substanzbehälters eine Gaskapillare auf,
die maximal bis zur halben Höhe des Substanzbehälters
in diesen hineinreicht. Insbesondere reicht die Gaskapillare nur
soweit in den Substanzbehälter hinein, dass sie nicht die
flüssige Phase der flüchtigen organischen Substanz
berührt. Der Füllstand der Substanzbehälter
ist demnach so zu wählen, dass über der Flüssigkeitsoberfläche
ein genügend großer Gasraum beibehalten wird.
Geeignete Flüssigkeitsmengen richten sich nach den Abmaßungen
der Substanzbehälter. Zur Vermeidung von Temperaturgradienten
werden kleine Volumina bevorzugt. Geeignete Flüssigkeitsmengen
liegen im Bereich von 0,1 bis 5 ml, vorzugsweise im Bereich von
0,5 bis 3 ml, noch bevorzugter im Bereich von 1 bis 2 ml.
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Vorzugsweise
weist die erfindungsgemäße Verdampfungseinheit
Mittel zur Regulation des Volumenstroms des Trägergases
und des Volumenstroms aus Trägergas und Substanzgas auf.
Insbesondere sind die Mittel zur Regulation der Volumenströme
einzeln regulierbar. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn komplexe
Gasgemische eingestellt werden sollen und/oder wenn die Zusammensetzung
von Gasgemischen variiert werden soll.
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Die
erfindungsgemäßen Mittel zur Regulierung des Volumenstroms
des Trägergases umfassen mindestens einen Verteiler und
mindestens einen Druckregler. Vorzugsweise weist der Verteiler eine
Mehrzahl von Anschlüssen auf, wobei die Anzahl der Anschlüsse
im Verteiler mindestens der Anzahl der Substanzbehälter entspricht.
Die Substanzbehälter werden erfindungsgemäß mit
jeweils einem Anschluss des Verteilers gasdicht verbunden. Vorzugsweise
erfolgt die Druckregulation mehrstufig, und zwar durch einen dem
Verteiler vorgeschalteten Vordruckregler und eine individuelle Druckregelung
für die einzelnen Substanzbehälter. Die Volumenströme
der einzelnen Trägergaskapillaren ergeben sich dabei aus
Länge und Durchmesser der Trägergaskapillaren
und entsprechendem Vordruck.
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In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der Vordruckregler
eine Kombination aus mehreren Druckreglern. Vorzugsweise wird ein
manuell einstellbarer Druckregler mit einem elektronischen Druckregler kombiniert,
so dass ein kapillarer Vordruck zwischen 4 und 100 mbar erreicht
werden kann und sich dadurch auch die erfindungsgemäß kleinen
Volumenströme realisieren lassen.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die
Vorrichtung eine der Verdampfungseinheit nachgeschaltete Mischkammer
auf, umfassend einen gasdicht abgeschlossenen Hohlkörper,
Mittel zum Zuführen der Volumenströme aus Trägergas
und Substanzgas und ein Mittel zum Abführen des Mischgasstroms.
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In
der nachgeschalteten Gasmischkammer werden die stoffbeladenen Trägergasströme
aus der Verdampfungseinheit vereinigt. Dazu weist die Mischkammer
vorzugsweise eine Mehrzahl von Anschlüssen für Substanzgasströme
auf. Als Mischkammer wird vorzugsweise ein Exsikkator aus Glas verwendet.
Die Anschlüsse für die Volumenströme können
beispielsweise in einem Dichtungsring zur Verfügung gestellt
werden, der zwischen Deckel und Bodengefäß des
Exsikkators montiert wird. In einer bevorzugten Ausgestaltung weist die
Mischkammer eine Rührvorrichtung auf, um das Substanzgemisch
zu homogenisieren. Die in der Mischkammer erzeugte Konzentration
des Gasgemisches kann direkt eingesetzt oder weiter verdünnt
werden. Optional kann die Mischkammer selbst ein Mittel zum Zuführen
eines Inertgases und/oder Luft aufweisen, so dass eine Verdünnung
mit einem Verdünnungsgasstrom bereits in der Mischkammer
erfolgt.
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In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Vorrichtung
mehrere Verdampfungseinheiten auf, wobei die Gasableitungen der
Substanzbehälter aller Verdampfungseinheiten parallel in
die Mischkammer geführt werden.
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Um
die erfindungsgemäß kleinen Konzentrationen im
Bereich von unter 100 μm3 zu erreichen,
kann die erfindungsgemäße Vorrichtung zusätzlich
eine Verdünnungsstrecke aufweisen, umfassend mindestens
einen gasdicht abgeschlossenen Hohlkörper, ein Mittel zum
Zuführen des Volumenstroms aus Trägergas und Substanzgas
oder der Gasmischung, ein Mittel zum Zuführen eines Verdünnungsgases,
vorzugsweise eines Inertgases und/oder Luft, und ein Mittel zum
Abführen der verdünnten Gasmischung.
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Unter
einer Verdünnungsstrecke im Sinne der Erfindung soll die
stufenweise Teilung und Weiterverdünnung des aus der Mischkammer
austretenden Gasstromes verstanden werden.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich insbesondere
dadurch aus, dass der apparative Aufwand auf ein Minimum reduziert
wurde, aber gleichzeitig, die zur Verfügung gestellten
Substanzgase und Gasgemische eine höhere Qualität
bezüglich Stabilität der Zusammensetzung, Variabilität
der Zusammensetzung und Genauigkeit der eingestellten Konzentrationen
aufweisen.
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Im
Folgenden soll die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert, aber nicht auf diese beschränkt
werden.
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1 zeigt:
eine erfindungsgemäße Anlage bestehend aus Verdampfungseinheit,
Mischkammer und Trägergasbereitstellung.
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2 zeigt:
eine erfindungsgemäße Verdampfungseinheit.
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1 zeigt
eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erzeugung
eines Gasstroms zumindest einer flüchtigen organischen
Substanz mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
im Überblick. Die Vorrichtung besteht mindestens aus einer
Einheit zur Trägergasbereitstellung umfassend einen Trägergasvorratsbehälter 22, einen
Druckregler 24 und einen Verteiler 26, eine erfindungsgemäße
Verdampfungseinheit 20 und eine Mischkammer 30.
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Als
Trägergasvorratsbehälter 22 wird eine
handelsübliche Druckgasflasche verwendet. Mittels des Druckreglers 24 hinter
der Gasflasche 22 wird ein beliebiger Vordruck angelegt.
Dann wird das Trägergas, wie beispielsweise Stickstoff,
in den Verteiler 26 geleitet. Als Gasleitungen werden desaktivierte
und unbelegte Kapillaren aus Polyimid, wie sie in der Gaschromatographie
verwendet werden, verwendet. Je nach Größe des Vordrucks,
der Länge und dem Durchmesser der Kapillare, erhält
man am Kapillarausgang einen bestimmten Volumenstrom.
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Der
Verteiler 26 ist ein innen ausgebohrter Quader aus Edelstahl,
dem an zwei Seiten je 20 Gewinde für Einschraubverschraubungen
eingeschnitten wurden, an denen die Trägergaskapillaren
angeschlossen werden können. Stirnseitig wird, ebenfalls über
eine Einschraubverschraubung, das Trägergas in den Block eingeleitet,
wobei sich der eingestellte Vordruck ausbildet.
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Mit
manuell einstellbaren Druckreglern lassen sich zuverlässig
Drücke von 0,2–0,3 bar als Niedrigstes einstellen.
Bei Verwendung von Kapillaren mit einer Länge von 1,90
m und einem Durchmesser von 0,1 mm lässt sich ein Volumenstrom
von ca. 0,1 ml/min realisieren. Um niedrigere Volumenströme
als 0,1 ml/min zu erzeugen, wird ein elektronischer Druckregler
vorgeschaltet, der den kapillaren Vordruck zwischen 4 und 100 mbar
regeln kann. Bei einem Vordruck von 100 mbar (0,1 bar) lassen sich
Volumenströme von ca. 0,04 ml/min erzeugen. Bei entsprechender
Kühltemperatur können unter diesen Bedingungen
auch aus sehr leichtflüchtigen Substanzen Gase in Konzentrationen
unter 100 μg/m3 erzeugt werden.
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Von
dem Verteiler 26 führt eine Mehrzahl an Gaszuleitungen 1 in
ein Gehäuse 12 der Verdampfungseinheit 20.
In 2 sind zwei Gaszuleitungen 1 gezeigt,
die vom Verteiler 26 zu Substanzbehältern 4 führen. Nicht
angeschlossene Gewinde für Einschraubverschraubungen im
Verteiler 26 werden gasdicht verschlossen.
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In 1 ist
die Verdampfungseinheit 20 in einer Ausgestaltung mit einem
Kühlkörper 3 und zwei Substanzbehältern 4 gezeigt.
Um Kondenswasserbildung zu verhindern wird das Gehäuse 12 über
eine Gasleitung mit entfeuchteter Luft 8 befüllt.
Vorzugsweise besteht ein kontinuierlicher Zustrom entfeuchteter
Luft 8 in das Gehäuse 12, so dass von
außen keine Luft in das System eindringt und entweichende
Luft durch den Zustrom 8 ersetzt wird.
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Von
den Substanzbehältern 4 abführende Gasableitungen 10 leiten
die verdampften Substanzgase von der Verdampfungseinheit 20 zu
einer Mischkammer 30. In der Mischkammer 30 werden
die stoffbeladenen Trägergasströme aus den Verdampfungsmodulen
vereinigt und wahlweise bereits mit einem Verdünnungsgasstrom
verdünnt. Die Gasableitungen 10 bestehen aus desaktivierten
und unbelegten Transferkapillaren aus Polyimid mit einem Innendurchmesser
von 0,53 mm. Als Mischkammer 30 wird ein handelsüblicher
Exsikkator aus Glas verwendet.
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Der
Exsikkator bildet einen gasdicht abgeschlossenen Hohlkörper 32 aus
und besteht aus einem Unterteil und einem Deckel. Dazwischen befindet
sich ein speziell angefertigter Gasanschlussring 40, in
den Gewinde für Verschraubungen eingeschnitten wurden,
an denen Mittel zum Zuführen und Abführen der
Volumenströme aus Trägergas und Substanzgas 34 bzw.
des Mischgasstroms 36 befestigt werden können.
Um die notwendige Dichtigkeit zu erhalten, werden Ober- und Untereil
mit Hilfe von zwei durch Gewindestangen gegeneinander verschraubten
Klemmringen aufeinandergepresst. 3 zeigt
einen erfindungsgemäßen Gasanschlussring 40,
an dem maximal 60 Transferkapillaren sowie weitere 12 Zu- und Ableitungen
größeren Durchmessers angeschlossen werden können.
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Durch
eine Öffnung im Deckel des Exsikkators ist ein Rührer 38 angebracht,
der von einem außen liegenden Motor über eine
hermetisch abgeriegelte Magnetrührkupplung angetrieben
wird. Der Rührer 38 sorgt für eine Homogenisierung
des Substanzgemisches in der Mischkammer 30.
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2 zeigt
die erfindungsgemäße Verdampfungseinheit 20.
Das Prinzip der Gaserzeugung beruht auf der kontrollierten Verdampfung
von Einzelkomponenten, die als Reinsubstanz vorliegen. Beispielhaft
enthält die Verdampfungseinheit 20 vier Kühlkörper 3,
die hintereinander in einem thermisch isolierten Gehäuse 12, das
aus Polyurethan mit einer Wandstärke von 4,5 cm besteht,
angeordnet sind. 2 zeigt den ersten Kühlkörper 3 der
Reihenanordnung.
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Die
Kühlkörper 3 sind hier als temperierte
Aluminiumblöcke ausgestaltet, in denen je vier Substanzbehälter 4 aus
Edelstahl Platz finden. Die Substanzbehälter 4 sind
jeweils in einer Aufnahme 11 angeordnet, die in Form und
Abmaßungen an die Substanzbehälter 4 angepasst
ist. 2 zeigt die vorderen beiden Substanzbehälter 4.
In den Substanzbehältern 4 sind jeweils 1,5 ml
der zu verdampfenden Substanzen eingefüllt. Eine Gaskapillare 5 reicht
durch den Deckel des Substanzbehälters 4 in diesen
hinein; allerdings nur soweit, dass die Gaskapillare 5 nicht
in die Substanz eintaucht. Der Teil der Gaskapillare 5,
der in den Substanzbehälter hineinreicht beträgt
3 cm.
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Die
Kühlkörper 3 sind mit Isoliermatten aus
Polyethylen isoliert und werden mit Hilfe von Peltierelementen 6 temperiert.
Während des Betriebs wird die zum Kühlkörper 3 gerichtete
Seite des Peltierlements 6 kalt und die andere Seite warm
(heiß). Um einen Wärmestau und somit unzureichende
Kühlung zu vermeiden, sind die vier Kühlkörper 3 samt
Peltierelement 6 auf einer von einem Kühlmittel
durchströmten Kühlplatte 7 ausstauschbar
fixiert, die wiederum an einen Umlaufkühler angeschlossen
ist.
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In
die Substanzbehälter 4 wird über eine
in der Deckelplatte des Substanzbehälters 4 befestigten
Gaszuleitung 1 das Trägergas Stickstoff eingeleitet.
Je nach Temperatur eines Kühlkörpers 3 geht
in den Substanzbehältern 4 mehr oder weniger der
Substanz aus der Flüssigphase in die Gasphase über.
Die zu verdampfenden Substanzen sind vornehmlich leichtflüchtige
organische Komponenten (VOC), so dass die Kühlkörper 3 auf
eine Temperatur T in einem Temperaturbereich von T = –40°C
bis T = 18°C gekühlt werden. Unterhalb der Aufnahmen 11 ist
ein Thermofühler 9, der die Temperatur T des Kühlkörpers 3 überwacht.
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Auf
Grund des im Substanzbehälter 4 entstehenden Überdrucks
wird der Volumenstrom aus Trägergas und Substanzgas durch
die Gaskapillare 5 wieder hinausgeführt und über
eine Gasableitung 10 zur Mischkammer 30 geleitet.
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Die
Gasleitungen 1 und 10 im Verdampfungsmodul werden
durch Miniaturschnellkupplungen 2 an den Substanzbehälter 4 angeschlossen.
Beide Teile der Miniaturschnellkupplung 2, also Kupplungskörper
und Kupplungsstecker sind mit Ventilen ausgestattet, die sich nach
dem Entkuppeln sofort schließen und somit dafür
sorgen, dass Gasverluste aus den Substanzbehältern 4 nach
dem öffnen des Systems vermieden werden. Ebenso kann auch
keinerlei Fremdgas in die Apparatur eindringen. Das ist insbesondere
für die spätere Validierung von Bedeutung, bei
der die Wägung der Behälter in regelmäßigen
Abständen zur Feststellung der Verdampfung dient. Somit
ist ein schnelles und einfaches Herausnehmen der Substanzbehälter 4 gewährleistet. Um
Kondenswasserbildung an den Kühlkörpern 3 im
Gehäuse 12 zu verhindern, wird in den Raum der
Verdampfungseinheit 20 entfeuchtete Luft 8 eingeströmt,
die durch die Bohrungen zur Durchführung der Rohrleitungen
wieder entweichen kann. Durch den dabei erzeugten Überdruck,
ist es ausgeschlossen, dass feuchte Umgebungsluft von außen
eindringen kann.
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Mit
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung wurde ein
Gasgemisch konstanter Zusammensetzung und Konzentration über
einen Versuchszeitraum von vier Wochen bereitgestellt. Es wurde
eine Vorrichtung mit zwei Kühlkörpern 3 mit
jeweils zwei Aufnahmen 11 verwendet. Der erste Kühlkörper 3 wurde
auf eine Temperatur von –6°C und der zweite Kühlkörper 3 auf
einer Temperatur von –34°C gekühlt. Die
Temperaturregelung erfolgte von Hand. Die Schwankungen der Kühltemperaturen
betrugen 5%. Im ersten Kühlkörper 3 wurden 1-Pentanol
und n-Decan und im zweiten Kühlkörper 3 wurden
Hexanal und n-Butylacetat in je einem Substanzbehälter 4 verdampft.
Die Gasströme wurden anschließend in der Mischkammer 30 vermischt.
Zur Feststellung der Konzentrationen wurden täglich drei
Gasproben (morgens, mittags, nachmittags) mit einem Probennahmevolumen
von 1 l genommen und mittels GC/MS vermessen.
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Die
folgende Tabelle zeigt die Messergebnisse.
| Substanz | Konzentration
[μg/m3] | Std.-Abw.
[μg/m3] | rel.
Std.-Abw. [%] |
| 1-Pentanol | 280,2 | 18,2 | 6,5 |
| Hexanal | 198,3 | 12,1 | 6,1 |
| n- | 291,4 | 8,2 | 2,8 |
| n-Decan | 383,9 | 12,3 | 3,2 |
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Die
ermittelte Abweichung der gemessenen Konzentrationen liegt im Bereich
der Schwankungen, der Kühltemperaturen.
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Mit
einer rechnergestützten Regelung der Temperaturen in den
Kühlkörpern 3 kann eine relative Standardabweichung
der Kühltemperaturen von weit unter einem Prozent, d. h.
im Bereich von 0,1% bis 0,3% nachgewiesen werden. Auf Grund der
Temperaturabhängigkeit des Dampfdrucks der zu verdampfenden
Substanzen wird durch die Egalisierung der Kühltemperaturen
gleichzeitig die Substanzkonzentration im Volumenstrom aus Trägergas
und Substanzgas egalisiert. Messungen in Mischgasen aus Vorrichtungen
mit rechnergestützter Temperaturregelung ergeben somit
ebenfalls Standardabweichungen von weit unter einem Prozent.
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- 1
- Gaszuleitung
- 2
- Schnellkupplung
- 3
- Kühlkörper
- 4
- Substanzbehälter
- 5
- Gaskapillare
- 6
- Peltierelement
- 7
- Kühlplatte
- 8
- Zustrom
entfeuchteter Luft
- 9
- Thermofühler
- 10
- Gasableitung
- 11
- Aufnahme
- 12
- Gehäuse
- 20
- Verdampfungseinheit
- 22
- Trägergasvorratsbehälter
- 24
- Druckregler
- 26
- Verteiler
- 30
- Mischkammer
- 32
- gasdicht
abgeschlossener Hohlkörper
- 34
- Mittel
zum Zuführen der Volumenströme aus Trägergas
und Substanzgas
- 36
- Mittel
zum Abführen des Mischgasstroms
- 38
- Rührer
- T
- Kühltemperatur
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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3490-Blatt 13 [0009]