DE102009009986A1 - Grauwassernutzungsanlagen mit Druckluftheber - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Grauwassernutzungsanlage mit einem Vorratsbehälter (1) und einem Filterbehälter (7) sowie mit einer Einrichtung zum Fördern von Grauwasser aus dem Vorratsbehälter (1) in den Filterbehälter (7), dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung eine Hebeeinrichtung (5) ist, die über einen Einlauf (8) mit einer Rückflussverhinderungseinrichtung, insbesondere mit einer Rückschlagklappe (9) mit dem Vorratsbehälter (1) kommuniziert, und dass die Hebeanlage (5) mit einem Luftanschluss (13) für eine Beaufschlagung mit Druckluft eingerichtet ist.
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft eine Grauwassernutzungsanlage mit einem Druckluftheber.
- Bei Grauwasseraufbereitungsanlagen sind üblicherweise zwei Grauwasserbehälter vorgesehen, nämlich einmal ein Grauwassertank als Pufferspeicher und weiterhin ein Filtertank, in dem der Membranfilter eingesetzt ist. Der Wasserstand in dem Filtertank soll nicht unter die Oberkante des Membranfilters sinken. Für Schwankungen im Grauwasseranfall ist deshalb der Grauwassertank als Speichertank vorgesehen.
- Um den Wasserstand in dem Filtertank annähernd konstant zu halten, muss immer wieder Grauwasser aus dem Speichertank in den Filtertank gefördert werden. Nach dem allgemein bekannten Stand der Technik ist hierfür eine elektrische Tauchpumpe vorgesehen. Diese Pumpe benötigt elektrische Energie, zusätzliche elektrische Anschlüsse und sie ist vor allem eine unerwünschte Geräuschquelle.
- Zur Beförderung von Filtrat aus dem Filterbehälter ist es im Bereich der Grauwasseranlagen bekannt, einen Druckluftheber nach dem Bauprinzip der Mammutpumpen einzusetzen. Diese Druckluftheber arbeiten mit der für die Belüftung des Membranfiltersatzes ohnehin erforderlichen Druckluft. Sie arbeiten aber nur dann zufriedenstellend, wenn der Wasserstand in dem Filtrat nicht zu niedrig wird. Eine solche Pumpe ist deshalb für Vorratsbehälter mit stark schwankendem Wasserstand nicht geeignet.
- Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Grauwasseraufbereitungsanlage dadurch zu verbessern, dass dem Vorratstank eine einfache, geräuscharme und ohne elektrische Installation im Tank arbeitende Hebeanlage zugeordnet ist, die Grauwasser von diesem Tank in den Filtertank fördert. Diese Aufgabe wird von einem Druckluftheber mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
- Weil der Druckluftheber über einen unten in dem Vorratsbehälter angeordneten Einlauf mit einer Rückflussverhinderungseinrichtung, insbesondere mit einer Rückschlagklappe, und über ein Steigrohr verfügt, kann durch Druckaufbau die Rückschlagklappe geschlossen werden und das Grauwasser über das Steigrohr aus dem Vorratsbehälter befördert werden. Weitere Merkmale der vorliegenden Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen und in der nachfolgenden Figurenbeschreibung dargelegt.
- Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung anhand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:
-
1 : eine Grauwasseraufbereitungsanlage mit einem Vorratsbehälter und einem Filtertank in einer schematischen Darstellung; -
2 : die Hebeanlage des Vorratsbehälters aus1 in einer Seitenansicht; sowie -
3 : die Hebeanlage aus2 in einer Stirnansicht. - In der
1 ist eine Grauwasseraufbereitungsanlage in einer schematischen Darstellung veranschaulicht. Die Anlage umfasst einen Vorratsbehälter1 , in den das anfallende Grauwasser aus der Dusche und der Waschmaschine gelangt. Der Vorratsbehälter1 ist mit einem Belüfter2 versehen, der für die Aufrechterhaltung von aeroben Bedingungen mit Druckluft aus einer Luftpumpe3 über ein Verteilerventil4 beaufschlagt wird. Eine Hebeanlage5 ist in dem Vorratsbehälter1 angeordnet, um Grauwasser bei Bedarf über eine Steigleitung6 in einen Filterbehälter7 zu befördern. In dem Filterbehälter7 ist der an sich bekannte Membranfilter mit weiteren Nebenaggregaten angeordnet, der hier nicht näher zu beschreiben ist. - Die Hebeanlage
5 umfasst einen Einlauf8 , der eine Klappe9 aufweist. Die Klappe9 öffnet für den Einlauf von Grauwasser aus dem Vorratsbehälter1 in die Hebeanlage5 . Sie schließt, wenn eine Strömung in Gegenrichtung auftritt, beispielsweise bei einem Druckanstieg innerhalb der Hebeanlage5 . Weiter ist die Hebeanlage5 mit einem Einlaufbehälter10 versehen, der ein bodennahes Volumen darstellt. Ein Mantelrohr11 geht von dem Boden der Hebeanlage5 nach oben bis hin zu zwei Anschlüssen. Ein Anschluss12 ist für die Verbindung der Hebeanlage5 mit dem Rohr6 vorgesehen, während ein zweiter Anschluss13 für die Verbindung der Hebeanlage5 mit einer Druckluftleitung14 vorgesehen ist. Die Druckluftleitung14 ist an ihrem anderen Ende an dem Ventil4 angeschlossen und mit einem elektromagnetischen Be- und Entlüftungsventil15 als Druckentlastungsventil verbunden. Im unteren Drittel des Mantelrohres11 ist noch ein Zusatzvolumen16 angeordnet, welches das innere Volumen der Hebeanlage5 vergrößert. - Die
2 zeigt die Hebeanlage5 in einer separaten Darstellung. Gleiche Bauelemente tragen gleiche Bezugsziffern. Im Innern des Mantelrohres ist ein Steigrohr17 angeordnet, das bis nahe an dem Boden der Hebeanlage5 reicht. Das Steigrohr17 ist über den Anschluss12 zur Verbindung mit der Leitung6 aus1 eingerichtet. -
3 zeigt die Hebeanlage aus2 in einer Stirnansicht, die gegenüber der2 um 90° gedreht ist. - Der Einlauf
8 mit der Klappe9 ist als im Wesentlichen zylindrisches Bauteil an den Einlauf10 angesetzt. Derartige Klappen sind als Rückschlagklappen im Sanitärbereich in Normdurchmessern verfügbar. - Im Betrieb arbeitet die Anlage folgendermaßen:
Grauwasser aus dem angeschlossenen Gebäude läuft in den Vorratsbehälter1 und wird dort gesammelt. Durch den Einlauf8 und die in dieser Richtung offene Klappe9 läuft das Wasser auch in die Hebeanlage5 , bis das Niveau in dem Vorratsbehälter gleich dem Niveau in der Hebeanlage5 ist. Die Luftpumpe3 ist in Betrieb und fördert über das Verteilerventil4 (hier ein 3/2-Wegeventil) Luft in den Belüfter2 . Diese Luft ist erforderlich, um das Eintreten anaerober Bedingungen in dem Vorratsbehälter1 zu vermeiden. - In dem Filterbehälter
7 ist ein Membranfiltersatz angeordnet, der allein auf Grund der Druckdifferenz zwischen dem anstehenden Grauwasser und dem Filtrat arbeitet. Es ist deshalb erforderlich, Grauwasser in den Filterbehälter7 zu fördern, und zwar bis zu einer Höhe, die den Filtervorgang ermöglicht. Diese Höhe liegt gegebenenfalls oberhalb des Grauwasserniveaus in dem Vorratsbehälter1 . - Um Grauwasser aus dem Vorratsbehälter
1 zu fördern, wird das Ventil4 in eine Schaltstellung gebracht, in der die Luftpumpe3 in die Leitung14 fördert. Das Belüftungsventil15 ist geschlossen. Es wird deshalb Luft über den Anschluss13 in das Mantelrohr11 gepumpt. Auf Grund des Druckanstiegs in dem Mantelrohr11 strömt das innerhalb der Hebeanlage5 befindliche Grauwasser gegen die Klappe9 , die in dieser Richtung schließt und dichtet. Der weitere Druckanstieg bewirkt, dass das Grauwasser in der Hebeanlage5 in das Steigrohr17 und dann über den Anschluss12 in die Leitung6 steigt und schließlich in den Filterbehälter7 gefördert wird. Dieser Vorgang wird so lange aufrecht erhalten, bis in dem Filterbehälter7 ein ausreichender Wasserstand erzielt worden ist oder bis der Wasserstand in der Hebeanlage5 an die Unterseite des Steigrohres17 reicht. Sodann wird das Ventil4 wieder in die Schaltstellung gebracht, in der die Pumpe3 mit dem Belüfter2 verbunden ist. Die Hebeanlage5 ist nach wie vor mit Druck beaufschlagt. Das Öffnen des Belüftungsventils15 sorgt für eine Druckentlastung innerhalb der Hebeanlage5 , wodurch Grauwasser aus dem Vorratsbehälter1 über die Klappe9 erneut in die Hebeanlage5 strömen kann, bis ein Niveauausgleich erzielt ist. Fehlt nun noch immer Wasser in dem Filterbehälter7 , wird der Vorgang erneut gestartet. - Durch den Filtervorgang in dem Filterbehälter
7 sinkt ebenfalls nach Entnahme des Filtrats der Wasserstand in dem Behälter7 , so dass ein erneutes Nachfüllen durch Druckbeaufschlagung der Hebeanlage5 regelmäßig erforderlich wird. - Der Hebevorgang wird, wie oben beschrieben, allein durch Druckbeaufschlagung aus der Luftpumpe
3 bewirkt. Die Luftpumpe3 ist zur Speisung des Belüfters2 ohnehin erforderlich. Die zusätzlichen Installationen beschränken sich auf das Ventil4 , die Leitung14 und das Ventil15 . Es sind keine elektrischen Einbauten in den Vorratsbehälter1 erforderlich, insbesondere keine Tauchpumpe. Die Hebeanlage5 kann relativ langsam arbeiten, wodurch die Geräuschentwicklung gemindert wird. -
- 1
- Vorratsbehälter
- 2
- Belüfter
- 3
- Luftpumpe
- 4
- Verteilerventil
- 5
- Hebeanlage
- 6
- Steigleitung
- 7
- Filterbehälter
- 8
- Einlauf
- 9
- Klappe
- 10
- Einlaufbehälter
- 11
- Mantelrohr
- 12
- Anschluss
- 13
- Anschluss
- 14
- Druckluftleitung
- 15
- Entlüftungsventil
- 16
- Zusatzvolumen
- 17
- Steigrohr
Claims (5)
- Grauwassernutzungsanlage mit einem Vorratsbehälter (
1 ) und einem Filterbehälter (7 ) sowie mit einer Einrichtung zum Fördern von Grauwasser aus dem Vorratsbehälter (1 ) in den Filterbehälter (7 ), dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung eine Hebeeinrichtung (5 ) ist, die über einen Einlauf (8 ) mit einer Rückflussverhinderungseinrichtung, insbesondere mit einer Rückschlagklappe (9 ) mit dem Vorratsbehälter (1 ) kommuniziert, und dass die Hebeanlage (5 ) mit einem Luftanschluss (13 ) für eine Beaufschlagung mit Druckluft eingerichtet ist. - Grauwassernutzungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckluftheber einen unten in dem Vorratsbehälter (
1 ) angeordneten Einlauf (8 ) mit einer Rückschlagklappe (9 ) und ein Steigrohr (17 ) aufweist. - Grauwassernutzungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschlagklappe (
9 ) ein Standardbauteil aus dem Sanitärbereich ist. - Grauwassernutzungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluft von einer Luftpumpe (
3 ) geliefert wird, die auch für die Belüftung des Inhalts des Vorratsbehälters (1 ) genutzt wird. - Grauwassernutzungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Druckluftleitung (
14 ) zwischen der Luftpumpe (3 ) und der Hebevorrichtung (5 ) ein vorzugsweise elektrisch ansteuerbares Druckentlastungsventil (15 ) angeordnet ist.
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