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Die
Erfindung betrifft eine optische Baugruppe zur Führung
eines EUV-Strahlungsbündels. Ferner betrifft die Erfindung
eine Beleuchtungsoptik für eine Mikrolithografie-Projektionsbelichtungsanlage zur
Ausleuchtung eines Objektfeldes mit Beleuchtungslicht einer Strahlungsquelle,
ein Beleuchtungssystem mit einer derartigen Beleuchtungsoptik und der
Strahlungsquelle, eine Projektionsbelichtungsanlage mit einem derartigen
Beleuchtungssystem, ein Verfahren zur Herstellung eines mikrostrukturierten Bauelements
mit einer derartigen Projektionsbelichtungsanlage sowie ein mit
einem derartigen Verfahren hergestelltes mikro- bzw. nanostrukturiertes
Bauelement.
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Eine
optische Baugruppe mit einem eine Mehrzahl von aktuatorisch verlagerbaren
Einzelspiegeln umfassenden Spiegel ist bekannt aus der
US 6,658,084 B2 .
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Beleuchtungsoptiken
für Mikrolithografie-Projektionsbelichtungsanlagen, bei
denen auf den Einzelspiegeln beim Betrieb der Projektionsbelichtungsanlage
thermische Energie deponiert wird, insbesondere beim Betrieb mit
EUV (extrem ultraviolett)-Strahlung im Bereich zwischen 5 nm und
30 nm, lassen sich entweder nur mit einer für anspruchsvolle Beleuchtungsaufgaben
nicht tolerabel niedrigen Strahlungsleistung betreiben oder haben
ebenfalls nicht tolerabel hohe Durchsatzverluste.
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Es
ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine optische
Baugruppe der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass
hiermit eine Beleuchtungsoptik aufgebaut werden kann, die auch bei
nicht zu vernachlässigender thermischer Last auf den Einzelspiegeln
einen hohen Beleuchtungslichtdurchsatz gewährleistet.
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Diese
Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch
eine optische Baugruppe mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen.
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Erfindungsgemäß wurde
erkannt, dass ein Betrieb im Vakuum den Durchsatz insbesondere bei kleinen
Wellenlängen des Beleuchtungslichts im EUV deutlich erhöht,
da ein Gas als Wärmetransportmedium im Vakuum nicht mehr
zur Verfügung steht und da ferner durch die Atmosphäre
herbeigeführte Beleuchtungslichtverluste vermieden sind.
Bei der erfindungsgemäßen optischen Baugruppe
ist aufgrund der Wärmeleitungsabschnitte mit einer Wärmeabführleistungsdichte
von mindestens 1 kW/m2 gewährleistet,
dass von den Spiegelkörpern aufgenommene, also nicht reflektierte,
optische oder elektrische Leistung effizient von den Spiegelkörpern
auf die Tragstruktur abgeführt wird. Eine Überhitzung
der Spiegelkörper, die beispielsweise zur Zerstörung
von hoch reflektierenden Beschichtungen auf den Spiegelkörpern
führen könnte, wird trotz des Betriebs der Spiegelkörper
in der evakuierten Kammer vermieden. Aufgrund der Wärmeleitungsabschnitte
mit der erfindungsgemäß hohen Wärmeabführleistungsdichte
kommt es also nicht auf eine Konvektions-Abführung von
Wärme von den Spiegelkörpern oder auf eine Wärmeabfuhr
von den Spiegelkörpern über eine Wärmeleitung
durch ein stehendes Gasmedium an. Ein Vakuumbetrieb des Spiegels
der optischen Baugruppe mit entsprechend geringen EUV-Strahlungsverlusten
ist dann ohne Überhitzung der Einzelspiegel möglich.
Bei dem Verlagerungs-Freiheitsgrad des Spiegelkörpers relativ
zur Tragstruktur handelt es sich um mindestens einen Kipp- und/oder
Translationsfreiheitsgrad. Die Reflexionsfläche eines der Spiegelkörper
kann eine Ausdehnung von 0,5 mm × 0,5 mm, 1 mm × 1
mm, 4 mm × 4 mm, 8 mm × 8 mm oder auch von 10
mm × 10 mm haben. Die Wärmeleitungsabschnitte
können auch zur Abführung einer größeren
von den Spiegelkörpern aufgenommenen Leistungsdichte ausgebildet
sein. Pro Spiegelkörper kann von einem der Wärmeleitungsabschnitte
beispielsweise eine Leistungsdichte von 2 kW/m2,
von 5 kW/m2, von 10 kW/m2,
von 20 kW/m2, von 50 kW/m2 oder
von 100 kW/m2 auf die Tragstruktur abgeführt werden.
Die Wärmeleitungsabschnitte können zur Abführung
einer von den Spiegelkörpern aufgenommenen thermischen
Leistung von mindestens 50 mW auf die Tragstruktur ausgebildet sein.
Pro Spiegelkörper kann von einem der Wärmeleitungsabschnitte beispielsweise
eine Leistung von 100 mW, von 150 mW oder von 160 mW auf die Tragstruktur
abgeführt werden.
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Aktuatoren
nach Anspruch 2 ermöglichen den Einsatz vergleichsweise
steifer Wärmeleitungsabschnitte, die wiederum eine vorteilhaft
hohe Wärmeabführkapazität haben können.
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Dies
gilt insbesondere für Lorentz-Aktuatoren nach Anspruch
3, mit denen hohe Aktuatorkräfte realisierbar sind. Lorentz-Aktuatoren
sind prinzipiell bekannt aus der
US 7,145,269 B2 .
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Eine
stromführende Aktuatorkomponente nach Anspruch 4 führt
zur Möglichkeit eines Aufbaus des Aktuators mit hoher Integrationsdichte.
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Mehrere
Lagen aufgedruckter Leiterbahnen nach Anspruch 5 ermöglichen
beispielsweise verschiedene Orientierungen der Leiterbahnen pro
aufgedruckter Lage und/oder verschiedene Leiterbahnen-Querschnitte
pro aufgedruckter Lage. Auf diese Weise können verschiedene
Kraftrichtungen des Aktuators zur Realisierung verschiedener Verlagerungsfreiheitsgrade
und/oder verschiedene Kraftniveaus der Verlagerung realisiert werden.
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Reluktanz-Aktuatoren
nach Anspruch 6, die beispielsweise aus der
WO2007/134574A bekannt sind,
ermöglichen ebenfalls hohe Aktuatorkräfte.
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Entsprechendes
gilt für Piezo-Aktuatoren nach Anspruch 7.
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Das
optische Element kann mittels eines Lagerungssystems basierend auf
Festkörpergelenken so gelagert sein, dass es in den aktuierten
Freiheitsgraden hinreichend nachgiebig ist, um mit den zur Verfügung
stehenden Aktuatorkräften die geforderte Auslenkung zu
erreichen. Gleichzeitig kann die Lagerung so sein, dass die nicht
aktuierten Freiheitsgrade eine hinreichende Steifigkeit aufweisen
und dass das Lagerungssystem eine ausreichende thermische Leistungsdichte
bzw. eine ausreichende absolute thermische Leistung abführen
kann. Um die Wärmeleitfähigkeit zu erhöhen,
ist es denkbar, zusätzliche Wär meleitungselemente
bzw. Wärmeleitungsabschnitte einzusetzen, die eine relativ
geringe mechanische Steifigkeit haben können.
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Eine
Mehrzahl von Wärmeleitungsstreifen nach Anspruch 8 gewährleistet
eine zur Verlagerung des Spiegelkörpers notwendige Elastizität
der Wärmeleitungsstreifen, bei der gleichzeitig über
die Mehrzahl der Wärmeleitungsstreifen eine gute Wärmeabführung
ermöglicht ist.
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Eine
aktive Kühlung der Tragstruktur nach Anspruch 9 verbessert
den Wärmehaushalt der optischen Baugruppe nochmals. Bei
der aktiven Kühlung kann es sich beispielsweise um eine
Wasserkühlung und/oder um eine Peltierkühlung
handeln.
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Eine
Integrationsdichte von mindestens 0,5 nach Anspruch 10 gewährleistet
einen geringen Beleuchtungslichtverlust im Bereich der Zwischenräume
zwischen den Spiegelkörpern.
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Eine
matrixförmige, also zeilen- und spaltenweise Anordnung
der Spiegelkörper nach Anspruch 11 lässt sich
mit sehr hoher Integrationsdichte realisieren.
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Wenn
die Spiegelkörper nach Anspruch 12 die Facetten eines Facettenspiegels
darstellen, ist eine Ausgestaltung einer Belichtungsoptik mit einer optischen
Baugruppe mit einem derartigen Spiegelkörper möglich,
bei dem ein Objektfeld von jeweils einem der Spiegelkörper
vollständig ausgeleuchtet wird. Alternativ ist es möglich,
eine derartige Facette eines Facettenspiegels durch eine Mehrzahl
derartiger Einzelspiegel zu realisieren. Dies vergrößert
die Flexibilität der Beleuchtungsoptik.
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Die
Vorteile einer Beleuchtungsoptik nach Anspruch 13, eines Beleuchtungssystems
nach Anspruch 14, einer Projektionsbelichtungsanlage nach Anspruch
15, eines Herstellungsverfahrens nach Anspruch 16 und eines strukturierten
Bauelements nach Anspruch 17 entsprechen denjenigen, die vorstehend
unter Bezugnahme auf die erfindungsgemäße optische
Baugruppe bereits erläutert wurden. Beim Einsatz eines
Beleuchtungssystems mit einer EUV-Strahlungsquelle mit einer erzeugten
Nutzstrahlung im Bereich von 5 nm bis 30 nm kommen die Vorteile
der erfindungsgemäßen optischen Baugruppe besonders
gut zum Tragen.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher
erläutert. In dieser zeigen:
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1 schematisch
eine Projektionsbelichtungsanlage für die Mikrolithografie
mit einer im Meridionalschnitt dargestellten Beleuchtungsoptik und einer
Projektionsoptik;
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2 eine
Ausleuchtung einer Eintrittspupille der Projektionsoptik in Form
eines konventionellen Beleuchtungssettings;
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3 eine
Ausleuchtung einer Eintrittspupille der Projektionsoptik in Form
eines annularen, also ringförmigen, Beleuchtungssettings;
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4 eine
Ausleuchtung einer Eintrittspupille der Projektionsoptik in Form
eines 45°-Quadrupol-Beleuchtungssettings;
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5 eine
weitere Ausführung einer Beleuchtungsoptik der Projektionsbelichtungsanlage nach 1 mit
einem Multispiegel-Array (MMA) und einem von diesem beleuchteten
Pupillenfacettenspiegel;
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6 schematisch
eine Aufsicht auf den Pupillenfacettenspiegel nach 5 mit
einer Pupillenfacetten-Ausleuchtung, die einem Beleuchtungssetting entspricht;
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7 die
Beleuchtungsoptik nach 5 mit einer umgestellten Kanalzuordnung
des Multispiegel-Arrays zum Pupillenfacettenspiegel;
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8 schematisch
eine Aufsicht auf den Pupillenfacettenspiegel nach 7 mit
einer Pupillenfacetten-Ausleuchtung, die einem annularen Beleuchtungssetting
entspricht;
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9 die
Beleuchtungsoptik nach 5 mit einer umgestellten Kanalzuordnung
des Multispiegel-Arrays zum Pupillenfacettenspiegel;
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10 schematisch
eine Aufsicht auf den Pupillenfacettenspiegel nach 9 mit
einer Pupillenfacetten-Ausleuchtung, die einem Dipol-Beleuchtungssetting
entspricht;
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11 schematisch
eine Ausführung eines Einzelspiegels eines der Facettenspiegel
der Beleuchtungsoptik nach 1 bzw. eines
Einzelspiegels des Multispiegel-Arrays nach 6 in einer
geschnittenen Seitenansicht;
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12 perspektivisch
eine Ausschnittsvergrößerung der Spiegelanordnung
nach
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11 im
Bereich eines freien Endes eines einen Permanentmagneten aufweisenden
Aktuatorstiftes; und
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13 eine
Ausführung einer Aufhängung eines Einzelspiegels
nach den 11 und 12.
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1 zeigt
schematisch in einem Meridionalschnitt eine Projektionsbelichtungsanlage 1 für
die Mikrolithografie. Ein Beleuchtungssystem 2 der Projektionsbelichtungsanlage 1 hat
neben einer Strahlungsquelle 3 eine Beleuchtungsoptik 4 zur
Belichtung eines Objektfeldes 5 in einer Objektebene 6. Das
Objektfeld 5 kann rechteckig oder bogenförmig mit
einem x/y-Aspektverhältnis von beispielsweise 13/1 gestaltet
sein. Belichtet wird hierbei ein im Objektfeld 5 angeordnetes
und in der 1 nicht dargestelltes reflektierendes
Retikel, das eine mit der Projektionsbelichtungsanlage 1 zur
Herstellung mikro- bzw. nanostrukturierter Halbleiter-Bauelemente
zu projizierende Struktur trägt. Eine Projektionsoptik 7 dient
zur Abbildung des Objektfeldes 5 in ein Bildfeld 8 in
einer Bildebene 9. Abgebildet wird die Struktur auf dem
Retikel auf eine lichtempfindliche Schicht eines im Bereich des
Bildfeldes 8 in der Bildebene 9 angeordneten Wafers,
der in der Zeichnung nicht dargestellt ist.
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Das
Retikel, das von einem nicht dargestellten Retikelhalter gehalten
ist, und der Wafer, der von einem nicht dargestellten Waferhalter
gehalten ist, werden beim Betrieb der Projektionsbelichtungsanlage 1 synchron
in der y-Richtung gescannt.
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Bei
der Strahlungsquelle 3 handelt es sich um eine EUV-Strahlungsquelle
mit einer emittierten Nutzstrahlung im Bereich zwischen 5 nm und
30 nm. Es kann sich dabei um eine Plasmaquelle, beispielsweise um
eine GDPP-Quelle (Plasmaerzeugung durch Gasentladung, Gas Discharge
Produced Plasma), oder um eine LPP-Quelle (Plasmaerzeugung durch
Laser, Laser Produced Plasma) handeln. Auch andere EUV-Strahlungsquellen,
beispielsweise solche, die auf einem Synchrotron oder auf einem
Free Electron Laser (Freie Elektronenlaser, FEL) basieren, sind
möglich.
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EUV-Strahlung
10,
die von der Strahlungsquelle
3 ausgeht, wird von einem
Kollektor
11 gebündelt. Ein entsprechender Kollektor
ist beispielsweise aus der
EP
1 225 481 A bekannt. Nach dem Kollektor
11 propagiert
die EUV-Strahlung
10 durch eine Zwischenfokusebene
12,
bevor sie auf einen Feldfacettenspiegel
13 trifft. Der
Feldfacettenspiegel
13 ist in einer Ebene der Beleuchtungsoptik
4 angeordnet,
die zur Objektebene
6 optisch konjugiert ist.
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Die
EUV-Strahlung 10 wird nachfolgend auch als Nutzstrahlung,
Beleuchtungslicht oder als Abbildungslicht bezeichnet.
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Nach
dem Feldfacettenspiegel 13 wird die EUV-Strahlung 10 von
einem Pupillenfacettenspiegel 14 reflektiert. Der Pupillenfacettenspiegel 14 liegt entweder
in der Eintrittspupillenebene der Beleuchtungsoptik 7 oder
in einer hierzu optisch konjugierten Ebene. Der Feldfacettenspiegel 13 und
der Pupillenfacettenspiegel 14 sind aus einer Vielzahl
von Einzelspiegeln aufgebaut, die nachfolgend noch näher
beschrieben werden. Dabei kann die Unterteilung des Feldfacettenspiegels 13 in
Einzelspiegel derart sein, dass jede der Feldfacetten, die für
sich das gesamte Objektfeld 5 ausleuchten, durch genau
einen der Einzelspiegel repräsentiert wird. Alternativ
ist es möglich, zumindest einige oder alle der Feldfacetten durch
eine Mehrzahl derartiger Einzelspiegel aufzubauen. Entsprechendes
gilt für die Ausgestaltung der den Feldfacetten jeweils
zugeordneten Pupillenfacetten des Pupillenfacettenspiegels 14,
die jeweils durch einen einzigen Einzelspiegel oder durch eine Mehrzahl
derartiger Einzelspiegel gebildet sein können.
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Die
EUV-Strahlung 10 trifft auf die beiden Facettenspiegel 13, 14 unter
einem Einfallswinkel auf, der kleiner oder gleich 25° ist.
Die beiden Facettenspiegel werden also im Bereich eines normal incidence-Betriebs
mit der EUV-Strahlung 10 beaufschlagt. Auch eine Beaufschlagung
unter streifendem Einfall (grazing incidence) ist möglich.
Der Pupillenfacettenspiegel 14 ist in einer Ebene der Beleuchtungsoptik 4 angeordnet,
die eine Pupillenebene der Projektionsoptik 7 darstellt
bzw. zu einer Pupillenebene der Projektionsoptik 7 optisch
konjugiert ist. Mithilfe des Pupillenfacettenspiegels 14 und
einer abbildenden optischen Baugruppe in Form einer Übertragungsoptik 15 mit
in der Reihenfolge des Strahlengangs für die EUV-Strahlung 10 bezeichneten
Spiegeln 16, 17 und 18 werden die Feldfacetten
des Feldfacettenspiegels 13 einander überlagernd
in das Objektfeld 5 abgebildet. Der letzte Spiegel 18 der Übertragungsoptik 15 ist
ein Spiegel für streifenden Einfall („Grazing
incidence Spiegel”). Die Übertragungsoptik 15 wird
zusammen mit dem Pupillenfacettenspiegel 14 auch als Folgeoptik
zur Überführung der EUV-Strahlung 10 vom
Feldfacettenspiegel 13 hin zum Objektfeld 5 bezeichnet.
Das Beleuchtungslicht 10 wird von der Strahlungsquelle 3 hin
zum Objektfeld 5 über eine Mehrzahl von Ausleuchtungskanälen geführt.
Jedem dieser Ausleuchtungskanäle ist eine Feldfacet te des
Feldfacettenspiegels 13 und eine dieser nachgeordnete Pupillenfacette
des Pupillenfacettenspiegels 14 zugeordnet. Die Einzelspiegel
des Feldfacettenspiegels 13 und des Pupillenfacettenspiegels 14 können
aktuatorisch verkippbar sein, sodass ein Wechsel der Zuordnung der
Pupillenfacetten zu den Feldfacetten und entsprechend eine geänderte
Konfiguration der Ausleuchtungskanäle erreicht werden kann.
Es resultieren unterschiedliche Beleuchtungssettings, die sich in
der Verteilung der Beleuchtungswinkel des Beleuchtungslichts 10 über das
Objektfeld 5 unterscheiden.
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Zur
Erleichterung der Erläuterung von Lagebeziehungen wird
nachfolgend unter anderem ein globales kartesisches xyz-Koordinatensystem
verwendet. Die x-Achse verläuft in der 1 senkrecht zur
Zeichenebene auf den Betrachter zu. Die y-Achse verläuft
in der 1 nach rechts. Die z-Achse verläuft in
der 1 nach oben.
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In
ausgewählten der nachfolgenden Figuren ist ein lokales
kartesisches xyz-Koordinatensystem eingezeichnet, wobei die x-Achse
parallel zur x-Achse nach der 1 verläuft
und die y-Achse mit dieser x-Achse die optische Fläche
des jeweiligen optischen Elements aufspannt.
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2 zeigt
ein erstes Beleuchtungssetting, das mit der Beleuchtungsoptik 4 nach 1 erreicht werden
kann und das als konventionelles Beleuchtungssetting oder als kleines
konventionelles Beleuchtungssetting bezeichnet wird. Dargestellt
ist eine Intensitätsverteilung des Beleuchtungslichts 10 in
einer Eintrittspupille der Projektionsoptik 7. Die Eintrittspupille
kann maximal bis zu einem kreisförmigen Pupillenrand 20 ausgeleuchtet
werden.
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Beim
konventionellen Beleuchtungssetting wird innerhalb des Pupillenrandes 20 ein
hierzu konzentrischer kreisförmiger Pupillenbereich 21 ausgeleuchtet.
Ein äußerer Radius Sout des
konventionellen Pupillen-Ausleuch-tungsbereichs verhält
sich zum Radius Smax des Pupillenrandes 20 wie
folgt: Sout/Smax =
0,8.
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3 zeigt
die Beleuchtungsverhältnisse bei einem weiteren Beleuchtungssetting,
das mit der Beleuchtungsoptik 4 nach 1 eingestellt
werden kann und das als annulares Beleuchtungssetting bezeichnet
wird. Ausgeleuchtet wird hierbei ein ringförmiger Pupillenbereich 22.
Ein äußerer Radius Sout des
Pupillenbereichs 22 ist dabei so groß, wie derjenige
des Pupillenbereichs 21 beim konventionellen Beleuchtungsring
nach 2. Ein innerer Radius Sin verhält
sich beim annularen Pupillenbereich 22 zum Radius Smax des Pupillenrandes 20 wie folgt:
Sin/Smax = 0,6.
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4 zeigt
ein weiteres Beleuchtungssetting, das mit der Beleuchtungsoptik 4 nach 1 eingestellt
werden kann und das als 45°-Quadrupol- bzw. 45°-Quasar-Beleuchtungssetting
bezeichnet wird. In der Eintrittspupille der Projektionsoptik 7 werden
innerhalb des Pupillenrandes 20 vier ringsektorförmige
Pupillenbereiche 23 ausgeleuchtet, die in den vier Quadranten
der Eintrittspupille angeordnet sind. Jeder der Pupillenbereiche 23 überstreicht
dabei um das Zentrum des Pupillenrandes 20 einen Umfangswinkel
von 45°. Die Quasar-Pupillenbereiche 23 sind zum
Zentrum des Pupillenrandes 20 hin von einem inneren Radius
Sin begrenzt, der dem inneren Radius des
annularen Pupillenbereichs 22 nach 3 entspricht.
Nach außen hin sind die Quasar-Pupillenbereiche 23 durch
den Pupillenrand 20 begrenzt.
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Die
verschiedenen Beleuchtungssettings nach den 2 bis 4 sowie
vorgegebene weitere Beleuchtungssettings können über
eine entsprechende Verkippung der Einzelspiegel des Feldfacettenspiegels 13 und
einen entsprechenden Wechsel der Zuordnung dieser Einzelspiegel
des Feldfacettenspiegels 13 zu den Einzelspiegeln des Pupillenfacettenspiegels 14 erreicht
werden. Abhängig von der Verkippung der Einzelspiegel des
Feldfacettenspiegels 13 werden die diesen Einzelspiegeln
neu zugeordneten Einzelspiegel des Pupillenfacettenspiegels 14 so
durch Verkippung nachgeführt, dass wiederum eine Abbildung
der Feldfacetten des Feldfacettenspiegels 13 in das Objektfeld 5 gewährleistet
ist.
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5 zeigt
eine alternative Ausgestaltung einer Beleuchtungsoptik 24 für
die Projektionsbelichtungsanlage 1. Komponenten, die denjenigen
entsprechen, die vorstehend unter Bezugnahme auf die 1 bis 4 bereits
erläutert wurden, tragen die gleichen Bezugsziffern und
werden nicht nochmals im Einzelnen diskutiert.
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Von
der Strahlungsquelle 3, die ebenfalls als LPP-Quelle ausgebildet
sein kann, ausgehende Nutzstrahlung 10 wird zunächst
von einem ersten Kollektor 25 gesammelt. Bei dem Kollektor 25 kann es
sich um einen Parabolspiegel handeln, der die Strahlungsquelle 3 in
die Zwischenfokusebene 12 abbildet bzw. das Licht der Strahlungsquelle 3 auf den
Zwischenfokus in der Zwischenfokusebene 12 fokussiert.
Der Kollektor 25 kann so betrieben werden, dass er vor
der Nutzstrahlung 10 mit Einfallswinkeln nahe 0° beaufschlagt
wird. Der Kollektor 25 wird dann nahe der senkrechten Inzidenz
(normal incidence) betrieben und daher auch als normal incidence-(NI-)Spiegel
bezeichnet. Auch ein unter streifendem Einfall betriebener Kollektor
kann anstelle des Kollektors 25 zum Einsatz kommen.
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Der
Zwischenfokusebene 12 ist bei der Beleuchtungsoptik 24 ein
Feldfacettenspiegel 26 in Form eines Multispiegel-Arrays
(MMA) nachgeordnet. Der Feldfacettenspiegel 26 ist als
mikroelektromechanisches System (MEMS) ausgebildet. Er weist eine
Vielzahl von matrixartig zeilen- und spaltenweise in einem Array
angeordneten Einzelspiegeln 27 auf. Die Einzelspiegel 27 sind
aktuatorisch verkippbar ausgelegt, wie nachfolgend noch erläutert
wird. Insgesamt weist der Feldfacettenspiegel 26 etwa 100.000
der Einzelspiegel 27 auf.
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Vor
dem Feldfacettenspiegel 26 kann ein Spektralfilter angeordnet
sein, der die Nutzstrahlung 10 von anderen, nicht für
die Projektionsbelichtung nutzbaren Wellenlängenkomponenten
der Emission der Strahlungsquelle 3 trennt.
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Der
Feldfacettenspiegel 26 wird mit Nutzstrahlung 10 mit
einer Leistung von 840 W und einer Leistungsdichte von 6,5 kW/m2 beaufschlagt.
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Das
gesamte Einzelspiegel-Array des Facettenspiegels 26 hat
einen Durchmesser von 500 mm und ist dicht gepackt mit den Einzelspiegeln 27 ausgelegt.
Die Einzelspiegel 27 repräsentieren, soweit eine
Feldfacette durch jeweils genau einen Einzelspiegel realisiert ist,
bis auf einen Skalierungsfaktor die Form des Objektfeldes 5.
Der Facettenspiegel 26 kann aus 500 jeweils eine Feldfacette
repräsentierenden Einzelspiegeln 27 mit einer
Dimension von etwa 5 mm in der y-Richtung und 100 mm in der x-Richtung
gebildet sein. Alternativ zur Realisierung jeder Feldfacette durch
genau einen Einzelspiegel 27 kann jede der Feldfacetten
durch Gruppen von kleineren Einzelspiegeln 27 approximiert
werden. Eine Feldfacette mit Dimensionen von 5 mm in der y-Richtung
und von 100 mm in der x-Richtung kann z. B. mittels eines 1 × 20-Arrays
von Einzelspiegeln 27 der Dimension 5 mm × 5 mm
bis hin zu einem 10 × 200-Array von Einzelspiegeln 27 mit
den Dimensionen 0,5 mm × 0,5 mm aufgebaut sein. Die Flächenabdeckung
des kompletten Feldfacetten-Arrays durch die Einzelspiegel 27 kann
70% bis 80% betragen.
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Von
den Einzelspiegeln 27 des Facettenspiegels 26 wird
das Nutzlicht 10 hin zu einem Pupillenfacettenspiegel 28 reflektiert.
Der Pupillenfacettenspiegel 28 hat etwa 2.000 statische
Pupillenfacetten 29. Diese sind in einer Mehrzahl konzentrischer Ringe
nebeneinander angeordnet, sodass die Pupillenfacette 29 des
innersten Rings sektorförmig und die Pupillenfacetten 29 der
sich hieran unmittelbar anschließenden Ringe ringsektorförmig
ge-staltet sind. In einem Quadranten des Pupillenfacettenspiegels 28 können
in jedem der Ringe 12 Pupillenfacetten 29 nebeneinander
vorliegen. Jeder der in der 6 dargestellten
Ringsektoren ist wiederum von einer Mehrzahl von Einzelspiegeln 27 gebildet.
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Von
den Pupillenfacetten 29 wird das Nutzlicht 10 hin
zu einem reflektierenden Retikel 30 reflektiert, das in
der Objektebene 6 angeordnet ist. Es schließt
sich dann die Projektionsoptik 7 an, wie vorstehend im
Zusammenhang mit der Projektionsbelichtungsanlage nach 1 erläutert.
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Zwischen
dem Facettenspiegel 28 und dem Retikel 30 kann
wiederum eine Übertragungsoptik vorgesehen sein, wie vorstehend
in Zusammenhang mit der Beleuchtungsoptik 4 nach 1 erläutert.
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6 zeigt
beispielhaft eine Ausleuchtung der Pupillenfacetten 29 des
Pupillenfacettenspiegels 28, mit der angenähert
das konventionelle Beleuchtungssetting nach 2 erreicht
werden kann. In den beiden inneren Pupillenfacettenringen des Pupillenfacettenspiegels 28 wird
in Umfangsrichtung jede zweite der Pupillenfacetten 29 beleuchtet.
Diese alternierende Beleuchtungsdarstellung in der 6 soll
symbolisieren, dass die bei diesem Beleuchtungssetting realisierte
Füllungsdichte um einen Faktor 2 geringer ist als bei einem
annularen Beleuchtungssetting. Angestrebt wird in den beiden inneren Pupillenfacettenringen
ebenfalls eine homogene Beleuchtungsverteilung, allerdings mit um
einen Faktor 2 geringerer Belegungsdichte. Die beiden äußeren
in 6 dargestellten Pupillenfacettenringe werden nicht
beleuchtet.
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7 zeigt
schematisch die Verhältnisse bei der Beleuchtungsoptik 24,
soweit dort ein annulares Beleuchtungssetting eingestellt ist. Die
Einzelspiegel 27 des Feldfacettenspiegels 26 sind
derart aktuatorisch mit Hilfe nachfolgend noch erläuterter
Aktuatoren verkippt, sodass auf dem Pupillenfacettenspiegel 28 ein äußerer
Ring der ringsektorförmigen Pupillenfacette 29 mit
dem Nutzlicht 10 beleuchtet ist. Diese Beleuchtung des
Pupillenfacettenspiegels 28 ist in der 8 dargestellt.
Die Verkippung der Einzelspiegel 27 zur Erzeugung dieser
Beleuchtung ist in der 7 am Beispiel eines der Einzelspiegel 27 beispielhaft
angedeutet.
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9 zeigt
schematisch die Verhältnisse bei der Beleuchtungsoptik 24,
soweit dort ein Dipolsetting eingestellt ist.
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10 zeigt
die zu diesem Dipol-Beleuchtungssetting gehörende Ausleuchtung
des Pupillenfacettenspiegels 28. Beleuchtet werden zwei
Ringsektoren am Übergang zwischen dem zweiten und dritten
und am Übergang zwischen dem ersten und vierten Quad ranten
des Pupillenfacettenspiegels 28. Beleuchtet werden dabei
Pupillenfacetten 29 der drei äußersten
Pupillenfacettenringe in zwei zusammenhängenden Ringsektorbereichen 31 mit
einer Umfangserstreckung um ein Zentrum 32a des Pupillenfacettenspiegels 28 von
jeweils etwa 55°.
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Diese
Dipol-Beleuchtung des Pupillenfacettenspiegels 28 wird
wiederum durch entsprechende aktuatorische Verkippung der Einzelspiegel 27 des Feldfacettenspiegels 26 erreicht,
wie in der 9 am Beispiel eines der Einzelspiegel 27 beispielhaft
angedeutet.
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Zum
Umstellen der Beleuchtungssettings entsprechend den 5, 7 und 9 ist
ein Kippwinkel der Einzelspiegel 27 im Bereich von ± 50 mrad
erforderlich. Die jeweilige Kippposition für das einzustellende
Beleuchtungssetting muss mit einer Genauigkeit von 0,2 mrad eingehalten
werden.
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Die
Einzelspiegel 27 des Feldfacettenspiegels 26 bzw.
die entsprechend aufgebauten Einzelspiegel des Feldfacettenspiegels 13 und
des Pupillenfacettenspiegels 14 bei der Ausführung
der Beleuchtungsoptik 4 nach 1 tragen
Multilager-Beschichtungen zur Optimierung ihrer Reflektivität
bei der Wellenlänge der Nutzstrahlung 10. Die
Temperatur der Multilager-Beschichtungen sollte 150°C beim Betreten
der Projektionsbelichtungsanlage 1 nicht überschreiten.
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Dies
wird durch einen Aufbau der Einzelspiegel erreicht, der (vgl. 11)
nachfolgend beispielhaft anhand eines der Einzelspiegel 27 des
Feldfacettenspiegels 26 erläutert wird.
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Die
Einzelspiegel 27 der Beleuchtungsoptik 4 bzw. 24 sind
in einer evakuierbaren Kammer 32 untergebracht, von der
in den 5 und 11 eine Begrenzungswand 33 angedeutet
ist. Die Kammer 32 kommuniziert über eine Fluidleitung 33a,
in der ein Absperrventil 33b untergebracht ist, mit einer
Vakuumpumpe 33c. Der Betriebsdruck in der evakuierbaren
Kammer 32 beträgt einige Pa (Partialdruck H2). Alle anderen Partialdrücke liegen
deutlich unterhalb von 1 × 10–7 mbar.
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Der
die Mehrzahl von Einzelspiegeln 27 aufweisende Spiegel
bildet zusammen mit der evakuierbaren Kammer 32 eine optische
Baugruppe zur Führung eines Bündels der EUV-Strahlung 10.
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Jeder
der Einzelspiegel 27 kann eine beaufschlagbare Reflexionsfläche 34 mit
Abmessungen von 0,5 mm × 0,5 mm oder auch von 5 mm × 5
mm und größer aufweisen. Die Reflexionsfläche 34 ist Teil
eines Spiegelkörpers 35 des Einzelspiegels 27. Der
Spiegelkörper 35 trägt die Mehrlagen-(Multilager)-Beschichtung.
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Die
Reflexionsflächen 34 der Einzelspiegel 27 ergänzen
sich zu einer gesamten Spiegel-Reflexionsfläche des Feldfacettenspiegels 26.
Entsprechend können sich die Reflexionsflächen 34 auch
zur gesamten Spiegel-Reflexionsfläche des Feldfacettenspiegels 13 oder
des Pupillenfacettenspiegels 14 ergänzen.
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Eine
Tragstruktur 36 oder ein Substrat des Einzelspiegels 27 ist über
einen Wärmeleitungsabschnitt 37 mit dem Spiegelkörper 35 mechanisch
verbunden (vgl. 11). Teil des Wärmeleitungsabschnitts 37 ist
ein Gelenkkörper 38, der eine Verkippung des Spiegelkörpers 35 relativ
zur Tragstruktur 36 zulässt. Der Gelenkkörper 38 kann
als Festkörpergelenk ausgebildet sein, das eine Verkippung
des Spiegelkörpers 35 um definierte Kipp-Freiheitsgrade, beispielsweise
um eine oder um zwei Kippachsen zulässt. Der Gelenkkörper 38 hat
einen äußeren Haltering 39, der an der
Tragstruktur 36 festgelegt ist. Weiterhin hat der Gelenkkörper 38 einen
gelenkig mit dem Haltering 39 verbundenen inneren Haltekörper 40.
Dieser ist zentral unter der Reflexionsfläche 34 angeordnet.
Zwischen dem zentralen Haltekörper 40 und dem
Spiegelkörper 35 ist ein Abstandshalter 41 angeordnet.
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Im
Spiegelkörper 35 deponierte Wärme, also insbesondere
der im Spiegelkörper 35 absorbierte Anteil der
auf den Einzelspiegel 27 auftreffenden Nutzstrahlung 10,
wird über den Wärmeleitungsabschnitt 37,
nämlich über den Abstandshalter 41, den zentralen
Hal tekörper 40 und den Gelenkkörper 38 sowie
den Halter 39 hin zur Tragstruktur 36 abgeführt. Über
den Wärmeleitungsabschnitt 37 kann eine Wärmeleistungsdichte
von 10 kW/m2 oder eine Wärmeleistung
von mindestens 160 mW an die Tragstruktur 36 abgeführt
werden. Der Wärmeleitungsabschnitt 37 ist alternativ
zur Abführung einer Wärmeleistungsdichte von mindestens
1 kW/m2 oder einer vom Spiegelkörper 35 aufgenommenen
Leistung von mindestens 50 mW auf die Tragstruktur 36 ausgebildet.
Bei der aufgenommenen Leistung kann es sich neben absorbierter Leistung
der Emission der Strahlungsquelle 3 auch beispielsweise
um aufgenommene elektrische Leistung handeln. Die Tragstruktur 36 weist
Kühlkanäle 42 auf, durch die ein aktives
Kühlfluid geführt ist.
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Auf
der vom Abstandshalter 41 abgewandten Seite des Haltekörpers 40 ist
an diesem ein den Abstandshalter 41 mit kleineren Außendurchmesser fortsetzender
Aktuatorstift 43 montiert. Ein freies Ende des Aktuatorstifts 43 trägt
einen Permanentmagneten 44. Ein Nordpol und ein Südpol
des Permanentmagneten 44 sind längs des Aktuatorstiftes 43 nebeneinander
angeordnet, sodass sich ein Verlauf von magnetischen Feldlinien 45 ergibt,
wie in der 11 angedeutet.
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Die
Tragstruktur 36 ist als den Aktuatorstift 43 umgebende
Hülse ausgestaltet. Die Tragstruktur 36 kann beispielsweise
ein Silizium-Wafer sein, auf dem ein ganzes Array von Einzelspiegeln 27 nach
Art des in der 11 gezeigten Einzelspiegels 27 angeordnet
ist.
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Auf
der dem Spiegelkörper 35 abgewandten Seite der
Tragstruktur 36 und des Aktuatorstifts 43 ist eine
Kühlplatte 46 angeordnet. Die Kühlplatte 46 kann
durchgehend für alle der Einzelspiegel 27 des Feldfacettenspiegels 26 vorgesehen
sein. In der Kühlplatte 46 sind weitere Kühlkanäle 42 angeordnet,
durch die das aktive Kühlfluid geleitet wird.
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Die
Tragstruktur 36 sowie die Kühlplatte 46 sorgen
für eine zusätzliche Strahlungskühlung
der wärmebelasteten Komponenten des Einzelspiegels 27,
insbesondere für eine Strahlungskühlung des Aktuatorstifts 43.
Der Wärmetransfer über Wärmestrahlung
ist bei den gegebenen Leistungsdichten und Temperaturen beinahe
vernachlässigbar.
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Auf
einer dem Aktuatorstift 43 zugewandten Oberfläche 47 der
Kühlplatte 46 sind Leiterbahnen 48 aufgedruckt.
Die Kühlplatte 46 dient also als Grundkörper
zum Aufdrucken der Leiterbahnen 48. Ein Stromfluss durch
die Leiterbahnen 48 vermittelt eine Lorentzkraft 49 an
den Permanentmagneten 44, für die eine Kraftrichtung
in der 11 beispielhaft angedeutet ist.
Durch entsprechenden Stromfluss durch die Leiterbahnen 48 lässt
sich der Aktuatorstift 43 daher auslenken und entsprechend
der Spiegelkörper 35 verkippen.
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Der
Einzelspiegel
27 hat also einen Aktuator
50 in
Form eines elektromagnetisch arbeitenden Aktuators speziell in Form
eines Lorentz-Aktuators. Ein Lorentz-Aktuator ist grundsätzlich
beispielsweise aus der
US
7,145,269 B2 bekannt. Ein derartiger Lorentz-Aktuator lässt
sich in einem Batch-Prozess als mikroelektromechanisches System
(micro-elekctro-mechanical system, MEMS) herstellen. Mit einem derartigen
Lorentz-Aktuator lässt sich eine Kraftdichte von 20 kPa
erreichen. Die Kraftdichte ist definiert als das Verhältnis
aus der Aktuatorkraft zu derjenigen Fläche des Aktuators, über
die die Aktuatorkraft wirkt, in Draufsicht, im Falle des Aktuators
50 also
zum Querschnitt des Aktuatorstifts
43.
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Alternativ
zur Ausführung als Lorentz-Aktuatoren können die
Einzelspiegel
27 auch noch als Reluktanz-Aktuatoren, beispielsweise
nach Art der
WO2007/134574A oder
als Piezo-Aktuatoren ausgebildet sein. Mit einem Reluktanz-Aktuator
lässt sich eine Kraftdichte von 50 kPa erreichen. Je nach
Ausgestaltung lässt sich mit einem Piezo-Aktuator eine Kraftdichte
von 50 kPa bis 1 MPa erreichen.
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Dargestellt
sind bei der Ausführung nach 11 Leiterbahnen 48,
die in Form von drei nebeneinander liegenden Gruppen aufgedruckt
sind. Alternativ ist es möglich, auf die Kühlplatte 46 mehrere übereinander
liegende Lagen von gegeneinander isolierten Leiter bahnen aufzudrucken,
die sich in der Orientierung der einzelnen Leiter auf der Oberfläche 47 und/oder
im Querschnitt der Leiterbahnen unterscheiden. Je nach Stromfluss
durch eine dieser übereinander liegenden Leiterbahnen lässt
sich dann eine andere Auslenkungsrichtung über die Lorentzkraft 49 erzeugen.
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12 zeigt
eine derartige Anordnung von übereinander liegenden Lagen 51 bis 54 der
Leiterbahnen 48. Die oberste Leiterbahnen-Lage 51 ist
für einen Stromfluss in negativer x-Richtung ausgelegt. Entsprechend
verlaufen die einzelnen Leiterbahnen 48 der Lage 51 längs
der x-Richtung. Die nicht näher dargestellten Leiterbahnen
der darunter liegenden Leiterbahnen-Lagen 52 bis 54 verlaufen
beispielsweise längs einer Winkelhalbierenden zum von der
x- und der y-Achse aufgespannten Quadranten, unter einem 90°-Winkel
zu dieser Winkelhalbierenden sowie längs der y-Richtung.
Durch einen entsprechenden Stromfluss durch die so orientierten
Leiterbahnen der Lagen 52 bis 54 wird jeweils
eine andere Richtung der Lorentzkraft 49 und damit eine
andere Auslenkung des Permanentmagneten 44 und des hiermit
verbundenen und in der 12 nicht dargestellten Aktuatorstiftes 43 erzeugt.
Der Permanentmagnet 44 ist Teil des ansonsten in der 12 nicht dargestellten
Aktuatorstifts 43 und damit des Hebelarmes des Aktuators 50.
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13 zeigt
eine Variante des Gelenkkörpers 38 zwischen dem
Haltering 39 und dem zentralen Haltekörper 40.
Der Gelenkkörper 38 hat eine Vielzahl benachbarter
Festkörpergelenke 55, die als Wärmeleitungsstreifen
dienen und einen derart geringen Streifenquerschnitt haben, dass
sie elastisch flexibel sind. Die einander direkt benachbarten Festkörpergelenke 55 sind
voneinander getrennt ausgeführt und verbinden den Haltering 39 mit
dem zentralen Haltekörper 40. Im Bereich des Übergangs
der Festkörpergelenke 55 hin zum äußeren
Haltering 39 verlaufen die Festkörpergelenke 55 in
etwa tangential. Im Bereich des Übergangs der Festkörpergelenke 55 hin
zum zentralen Haltekörper 40 verlaufen die Festkörpergelenke 55 in
etwa radial.
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Die
Festkörpergelenke 55 haben zwischen dem Haltering 39 und
dem zentralen Haltekörper 40 einen gebogenen Verlauf.
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Aufgrund
dieses Verlaufs der Festkörpergelenke 55 ergibt
sich eine charakteristische Steifigkeit des durch diese Festkörpergelenke 55 gebildeten Gelenkkörpers 38 in
Bezug auf die Gegenkraft, die dieser Gelenkkörper 38 der
auf den Aktuatorstift 43 ausgeübten Aktuatorkraft
entgegenbringt.
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Alternativ
zum in der 13 dargestellten gebogenen Verlauf
der Festkörpergelenke 55 können diese
auch anders geformt sein und/oder einen anderen Verlauf aufweisen,
je nachdem, welche Steifigkeitsanforderungen in Bezug auf eine Steifigkeit des
Gelenkkörpers 38 in der Ebene des Halterings 39 und
senkrecht hierzu gefordert ist.
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Die
Festkörpergelenke 55 ergeben insgesamt eine als
geschlitzte Membran ausgeführte Festkörpergelenkeinrichtung.
Durch die dargestellte Streifen-Strukturierung der Membran wird
eine deutlich verbesserte mechanische Nachgiebigkeit in Aktuierungsrichtung
ohne große Einbußen bei der Wärmeleitfähigkeit,
insbesondere bei der abführbaren thermischen Leistungsdichte,
erreicht. Die verbesserte mechanische Nachgiebigkeit führt
zu einer Reduzierung der notwendigen Aktuierungskraft für
den zentralen Haltekörper 40 und damit den hiermit
verbundenen Einzelspiegel.
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Eine
Summe der Reflexionsflächen 34 auf den Spiegelkörpern 35 ist
größer als das 0,5-fache einer von der gesamten
Spiegel-Reflexionsfläche des Feldfacettensiegels 26 belegten
Gesamtfläche. Die Gesamtfläche ist dabei definiert
als die Summe der Reflexionsflächen 34 zuzüglich
der Flächenbelegung durch die Zwischenräume zwischen
den Reflexionsflächen 34. Ein Verhältnis
der Summe der Reflexionsflächen der Spiegelkörper
einerseits zu dieser Gesamtfläche wird auch als Integrationsdichte
bezeichnet. Diese Integrationsdichte kann auch größer sein
als 0,6 und größer sein als 0,7.
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Mit
Hilfe der Projektionsbelichtungsanlage 1 wird wenigstens
ein Teil des Retikels 30 auf einen Bereich einer lichtempfindlichen
Schicht auf dem Wafer zur lithografischen Herstellung eines mikro-
bzw. nanostrukturierten Bauelements, insbesondere eines Halb leiterbauelements,
z. B. eines Mikrochips abgebildet. Je nach Ausführung der
Projektionsbelichtungsanlage 1 als Scanner oder als Stepper
werden das Retikel 30 und der Wafer zeitlich synchronisiert
in der y-Richtung kontinuierlich im Scannerbetrieb oder schrittweise
im Stepperbetrieb verfahren.
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Die
optische Baugruppe gemäß 11 wird im
Ultrahochvakuum betrieben. Bei einer typischen Beaufschlagung der
Reflexionsfläche 34 mit EUV-Strahlung 10 hat
der Spiegelkörper 35 eine Temperatur von maximal
150°C. Über den Abstandshalter 41 fällt
diese Temperatur bis zum Haltekörper 40 und zum
Haltering 39 um 100 K ab. Zwischen dem Haltering 39 und
den Kühlkanälen 42 in der Tragstruktur 36 liegt
ein weiteres Temperaturgefälle von 30 K vor. Bis zu den
Leiterbahnen 48 hat die optische Baugruppe dann im wesentlichen
Raumtemperatur.
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In
der Kühlplatte 46 liegt eine Temperatur von etwa
300 K vor.
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Eine
Dämpfung des elektromagnetisch arbeitenden Aktuators 50 kann
durch eine Wirbelstromdämpfung oder auch durch eine selbst
induzierte Dämpfung in den als Wicklungen vorliegenden
Leiterbahnen 48 realisiert sein. Eine selbst induzierte Dämpfung über
die Leiterbahnen 48 setzt das Vorhandensein einer Strom-
bzw. Spannungsquelle für die Leiterbahnen 48 mit
sehr geringem Ohmschen Widerstand dar, so dass für den
Fall, dass die Leiterbahnen 48 strom- bzw. spannungslos
sind, die Leiterbahnen 48 über die Quelle im Wesentlichen
kurzgeschlossen sind und daher bei relativ zu den Leiterbahnen 48 bewegtem
Permanentmagneten 44 (vgl. 11) in
den Leiterbahnen 48 ein dämpfender Stromfluss
induziert werden kann.
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Zu-
und Abführleitungen für die als Wicklungen ausgeführten
Leiterbahnen 48 können antiparallel geführt
sein, so dass ein Zuführdraht zur jeweiligen als Wicklung
ausgeführten Leiterbahn 48 einerseits und ein
Abführdraht von der als Wicklung ausgeführten
Leiterbahn andererseits parallel benachbart zueinander verlaufend
geführt sind. Dies führt dazu, dass sich die Magnetfelder
des Zufuhrstromes und des Abführstroms gegenseitig auslöschen,
so dass kein Übersprechen zwischen benachbarten Leiterbahnen 48 resultiert.
Die Zuführ- oder Abführleitungen für
die als Wicklungen ausgeführten Leiterbahnen 48 können
in verschiedenen Lager übereinander oder innerhalb einer
Lage nebeneinander angeordnet sein.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
-
- - US 6658084
B2 [0002]
- - US 7145269 B2 [0008, 0077]
- - WO 2007/134574 A [0011, 0078]
- - EP 1225481 A [0038]