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Die
Erfindung betrifft die Verwendung spezieller Isocyanat-terminierter
Polyurethanprepolymere in Klebstoffformulierungen. Diese Klebstoffformulierungen
können in Anwendungen eingesetzt werden, bei denen es im
direkten oder indirekten Kontakt der Klebstoffschicht mit darauf
empfindlichen Substraten auf die Vermeidung oder Minimierung von
Migraten ankommt.
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Bei
diesen empfindlichen Substraten kann es sich beispielsweise um die
menschliche Haut oder auch um Verbundfolien handeln. Letztere werden
in großem Umfang zur Herstellung von Verpackungen für
Güter aller Art eingesetzt. Da durch Monofolien, Co-Extrudierte-Mehrlagenfolien
oder extrusionskaschierte Folienverbünde nicht alle Anforderungen
wie Transparenz/Opazität, Bedruckbarkeit, Barriereeigenschaften,
Versiegelbarkeit und Mechanik abgedeckt werden können,
machen Verbundfolien in denen die einzelnen Lagen mittels Klebstoff
miteinander Verbunden werden den größten Anteil
im Markt aus und haben damit eine immense kommerzielle Bedeutung.
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Einen
besonderen Stellenwert hat dabei die Herstellung von Lebensmittelverpackungen
aus Verbundfolien. Da manche verwendete Lagen auf der dem Lebensmittel
zugewandten Seite geringe Barriereeigenschaften gegenüber
den verwendeten Klebstoffbestandteilen haben, muss die etwaige Migration
von Klebstoffbestandteilen in das Lebensmittel besonders beachtet
werden.
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In
der Chirurgie werden zunehmend Klebstoffe zur Wundschließung
und -versorgung eingesetzt. Hierbei ist es besonders wichtig, dass
keine gesundheitsschädlichen Stoffe aus der Klebstoffschicht
in die Haut bzw. das System migrieren.
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Im
Bereich der flexiblen Verpackungsverbundfolien werden hauptsächlich
aromatische Polyurethansysteme eingesetzt. Besonders kritisch ist
deshalb die Migration von aromatischen Polyisocyanaten bzw. deren
Reaktionsprodukten mit Wasser in das Lebensmittel. Mit Wasser, das
in fast allen Lebensmitteln enthalten ist, reagieren die Polyisocyanate
unter Abspaltung von Kohlendioxid zu primären aromatischen
Aminen (PAA). Da PAA's giftig sind, hat der Gesetzgeber Grenzwerte
für die Migrate aus Lebensmittelverpackungen erlassen, die
unbedingt einzuhalten sind. Aus diesem Grund müssen die
zur Herstellung der Verbundfolien verwendeten Klebstoffe zum Zeitpunkt
des Abpackens der Lebensmittel soweit ausreagiert sein, dass die
Grenzwerte sicher unterschritten werden.
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Deshalb
müssen die Verbundfolien nach ihrer Herstellung vor dem
Abpacken des Lebensmittels gelagert werden, bis die Reaktion so
weit fortgeschritten ist, dass keine Migration von PAA's mehr feststellbar
ist bzw. die vorgeschriebenen Grenzwerte unterschritten werden.
Zur Prüfung der Migration von PAA's wird allgemein die
Methode nach §64 LFGB (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch)
verwendet. Dazu füllt man einen Beutel aus dem zu untersuchenden
Folienverbund mit einem Lebensmittelsimulanz (üblicherweise
3 Gew.%-ige wässrige Essigsäure-Lösung)
lagert diese für 2 h bei 70°C und überprüft
anschließend nach einer Derivatisierung photometrisch den
Gehalt an PAA's. Dabei sind Gehalte kleiner 0,2 μg PAA's
pro 100 ml Lebensmittelsimulanz zu erreichen. Dies entspricht 2
ppb und gleichzeitig der Nachweisgrenze der beschriebenen Methode.
Im folgenden Text wird der Ausdruck „Migratfreiheit” oder „migratfreie
Folienverbünde” verwendet, wenn dieser Grenzwert
unterschritten wurde.
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Natürlich
wird sowohl aus wirtschaftlichen wie auch logistischen Gründen
versucht, die notwendige Lagerzeit bis zur Migratfreiheit auf ein
Minimum zu reduzieren. Dazu werden zwei verschiedene Konzepte verwendet:
- 1) Man setzt Rohstoffe ein, die nur geringe
Mengen an migrationsfähigen, also monomeren, aromatischen Isocyanaten
enthalten.
- 2) Man beschleunigt die chemische Aushärtungsreaktion
der Klebstoffformulierung.
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EP-A 0 590 398 beschreibt
den Einsatz von monomerenarmen Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren,
die durch Entfernen der monomeren Polyisocyanate durch Destillation
gewonnen wurden, in lösemittelfreien 2K-Klebstoffformulierungen
zur Herstellung von flexiblen Folienverbünden. Die dadurch
hergestellten Folienverbünde sind innerhalb von drei Tagen
nach der Methode gemäß §64 LFGB bestimmt
migratfrei. Diese Vorgehensweise benötigt zusätzlich
zur Synthese des Isocyanat-terminierten Roh-Polyurethanprepolymeren
einen zeitaufwendigen Destillationsschritt, der die Herstellkosten
erhöht und mit herkömmlichen Rührkesseln
ohne anlagentechnische Veränderungen nicht durchführbar
ist. Ferner ist die Viskosität der monomerenarmen Isocyanat-terminierten
Polyurethanprepolymeren höher als die konventioneller Isocyanat-terminierter
Polyurethanprepolymere. So haben monomerenarmen Diphenylmethandiisocyanat-polyurethanprepolymeren
mit einem Isocyanat-Gehalt von > 6
Gew.-% eine Viskosität von > 10.000 mPas bei 50°C. Diese Viskosität
ist für die Anwendung in Klebstoffformulierungen für
flexible Verpackungen jedoch zu hoch. Ferner muss der Gehalt an
monomerem Polyisocyanat kontrolliert werden, was einen logistischen
und finanziellen Mehraufwand bedeutet.
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Aus
der
DE-A 4 136 490 ist
der Einsatz von asymmetrischen Polyisocyanaten mit NCO-Gruppen unterschiedlicher
Reaktivität (z. B. 2,4-Toluylendiisocyanat) bekannt. Durch
die unterschiedliche Reaktivität der Isocyanatgruppen können
monomerenarme Isocyanat-terminierte Polyurethanprepolymere in einem Ein-Schritt-Prozess
ohne Entfernung des Monomeren durch Destillation hergestellt werden.
Diese werden dann in lösungsmittelfreien 2K-Klebstoffformulierungen
zur Herstellung von flexiblen. Folienverbünden eingesetzt,
die innerhalb von drei Tagen migratfrei sind. Jedoch ist die Viskosität
der monomerenarmen Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymere
sehr hoch, und der Ge halt an monomerem Polyisocyanat muss kontrolliert
werden, was einen logistischen und finanziellen Mehraufwand bedeutet.
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Die
DE-A 3 401 129 beschreibt
die Herstellung von monomerenarmen Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren
in einem 2-Stufen-Prozess unter Einsatz von mindestens zwei unterschiedlich
reaktiven Polyisocyanaten (z. B. Toluylendiisocyanat und Diphenylmethandiisocyanat).
Zusätzlich zur Verwendung der monomerenarmen Prepolymeren
wird die Verwendung eines „üblichen Beschleunigers” offenbart.
Als Anwendung wird die Verwendung der monomerenarmen Prepolymere
in Klebstoffformulierungen zum Verkleben von Folien beschrieben.
Nachteilig ist hierbei die Verwendung und Dosierung von zwei unterschiedlich
reaktiven Isocyanaten und die notwendige Kontrolle des Gehaltes
an monomerem Polyisocyanat.
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US-A 2006/0078741 beschreibt
die Verwendung von Katalysatoren, um die Aushärtezeit von
Klebstoffformulierungen für die Herstellung von Folienverbünden
zu verkürzen. Die verkürzte Aushärtezeit
korreliert mit der Lagerzeit die notwendig ist, um einen migratfreien
Folienverbund zu erhalten. Nachteilig an der Verwendung eines Katalysators
sind seine Migrationsfähigkeit und der unerwünschte
Schwermetallgehalt bei den üblicherweise metallischen Katalysatoren.
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G.
Henke beschreibt in Coating, 3/2002 S. 90 ff. den Stand
der Technik und legt dar, dass Klebstoffformulierungen zur Herstellung
von Folienverbünden der letzten Generation nach drei Tagen
Lagerzeit nach der Kaschierung migratfrei sind.
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In
DE-A 102 008 009 407 beschrieben
wir die Verwendung von Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren,
die tertiäre Aminogruppen enthalten, in Klebstoffformulierungen
für die Herstellung von Folienverbünden, die nach
spätestens drei Tagen migratfreie Folienverbünde
ergeben sowie bei der Herstellung von medizinischen Wundversorgungssystemen.
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Es
wurde nun gefunden, dass man durch den Einsatz eines Isocyanat-terminierten
Polyurethanprepolymeren, das nicht notwendigerweise monomerenarm
ist, jedoch tertiäre Aminogruppen und Ethylenoxid im zur
Herstellung des Polyurethanprepolymeren verwendeten Polyol enthalten,
in einer Klebstoffformulierung mit einem Polyol oder einem Polyolgemisch
vorteilhaft verwendbare Klebstoffzubereitungen erhält.
Diese eignen sich unter anderem zur Herstellung von Klebeverbünden,
bei denen es darauf ankommt, dass aus ihnen keine Monomeren herausdiffundieren,
weil sie beispielsweise mit der Haut oder mit Lebensmitteln in Kontakt
kommen. In einer bevorzugten Verwendung werden die erfindungsgemäßen
Klebstoffzubereitungen beispielsweise zur Herstellung von Ver bundfolien,
die gemäß §64 LFGB nach drei Tagen oder
schneller migratfrei sind, eingesetzt. In einer weiteren bevorzugten
Verwendung werden erfindungsgemäße Klebstoffzubereitungen
als chirurgische Klebstoffe zur Wundschließung und -versorgung
bzw. bei der Herstellung von Klebstoff- und Pflastersystemen zur
Wundschließung und -versorgung eingesetzt, wie sie als
Pflaster beispielsweise aus der
EP-A 0 897 406 bekannt sind, oder auch ohne
textilen Träger direkt als Wundklebstoff bzw. Wundverschlußmittel.
In diese Klebstoffzubereitungen können zusätzlich
Wirkstoffe eingearbeitet werden, die das Wundverhalten positiv beeinflussen.
Hierzu gehören beispielsweise antimikrobiell wirkende Agentien
wie Antimycotika und antibakteriell wirkende Stoffe (Antibiotika),
Corticosteroide, Chitosan, Dexpanthenol und Chlorhexidingluconat.
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Daher
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von Isocyanat-terminierten
Polyurethanprepolymeren, die tertiäre Aminogruppen und
Ethylenoxid im zur Herstellung des Polyurethanprepolymeren verwendeten
Polyol enthalten, in Klebstoffformulierungen für die Herstellung
von Folienverbünden, die nach spätestens drei
Tagen migratfreie Folienverbünde ergeben sowie bei der
Herstellung von medizinischen Wundversorgungssystemen.
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Vorteilhaft
gegenüber dem Stand der Technik und der Publikation
DE-A 102 008 009 407 ist,
dass die Herstellung der Isocyanat-terminierten Prepolymeren im
Gegensatz zum Stand der Technik in einem 1-Stufen-Prozess im konventionellen
Rührkessel, ohne aufwendige Destillation, ohne Einsatz
eines asymmetrischen Isocyanates (dessen Verfügbarkeit
nicht immer gegeben ist) und ohne Qualitätskontrolle des
Gehaltes an monomerem Polyisocyanat möglich ist und nach
gleicher oder kürzerer Zeit zu migratfreien Folienverbünden
führt. Ferner weisen die erfindungsgemäßen
Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren im Vergleich zu den
oben beschriebenen monomerenarmen Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren
des Stands der Technik eine niedrigere Viskosität auf,
und es ist kein Zusatz eines Katalysators notwendig, der üblicherweise
migrationsfähig ist, die Lagerstabilität herabsetzt
und aufgrund seines evtl. Schwermetallgehaltes in Lebensmittelverpackungen
unerwünscht ist.
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Gegenstand
der Erfindung ist demnach bevorzugt die Verwendung eines Isocyanat-terminierten
und tertiäre Aminogruppen und Ethylenoxid enthaltenden
Polyurethanprepolymeren in Klebstoffformulierungen, die nach drei
Tagen migratfrei sind und besonders bevorzugt zur Herstellung von
Folienverbunden eingesetzt werden. Das Polyurethanprepolymere und
die Klebstoffformulierung weisen dabei vorzugsweise die folgenden Merkmale
auf:
Die Klebstoffformulierung besteht vorzugsweise aus einem
Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren A) und einem Polyol
bzw. einer Polyolformulierung B) und ggf. weiteren Additiven C).
- A) Das Isocyanat-terminierte Polyurethanprepolymere,
ist
ein Reaktionsprodukt aus einem Polyisocyanat oder einer Polyisocyanatformulierung
a) und mindestens einem Polyol oder einer Polyolmischung b):
- a) Das Polyisocyanat bzw. die Polyisocyanatformulierung
enthält
in der Regel Polyisocyanate mit einer Funktionalität von
2 bis 3,5, bevorzugt von 2 bis 2,7, besonders bevorzugt von 2 bis
2,2 und ganz besonders bevorzugt von 2 und einem NCO-Gehalt von
21 bis 50 Gew.-%, bevorzugt von 21 bis 49 Gew.-%, besonders bevorzugt
von 29–34 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt von 33,6
Gew.-%.
- b) Das Polyol bzw. die Polyolmischung
enthält
in der Regel mindestens einen Polyether, der tertiäre Aminogruppen
enthält, ein zahlengemitteltes Molekulargewicht Mn von 320 bis 20000 g/mol, bevorzugt von
330 bis 4500 g/mol, besonders bevorzugt von 340 bis 4200 g/mol und
ganz besonders bevorzugt von 3400 bis 4100 g/mol und eine nominelle
Funktionalität von 2 bis 4,5, bevorzugt von 2,5 bis 4,5,
besonders bevorzugt von 3 bis 4,5 und ganz besonders bevorzugt von
4 hat und gegebenenfalls ein oder mehrere weitere Polyether und/oder
Polyester und/oder Polycarbonate mit einem mittleren Molekulargewicht
Mn von 300 bis 20000 g/mol, bevorzugt von
430 bis 17300 g/mol, besonders bevorzugt von 590 bis 8000 g/mol
und ganz besonders bevorzugt von 1000 bis 4000 g/mol enthält.
Das
Polyol bzw. die Polyolmischung weist dabei vorzugsweise folgende
Merkmale auf:
- 1. Das Polyol enthält Strukturelemente der Formel -CH2-CH2-O- und zur
Herstellung dieses Polyols wurde Ethylenoxid ausschließlich
oder anteilig als eines der verwendeten Monomeren eingesetzt bzw.
eines oder mehrere Polyole der Polyolmischung enthalten Strukturelemente
der Formel -CH2-CH2-O-
und zur Herstellung dieser Polyole wurde Ethylenoxid ausschließlich
oder anteilig als eines der verwendeten Monomeren eingesetzt.
- 2. Der Anteil an Ethylenoxid das bei der Herstellung der Strukturelemente
der Formel -CH2-CH2-O-
enthaltenden Polyole eingesetzt wurde liegt, bezogen auf die Menge
der eingesetzten Monomeren, d. h. den Starter ausnehmend, zwischen
10 und 100 gew.-%, bevorzugt zwischen 20 und 100 gew.-%, und besonders bevorzugt
zwischen 30 und 100 gew.-%. Ganz besonders bevorzugt liegt der Ethylenoxid-Gehalt,
bezogen auf die Menge der eingesetzten Monomere, d. h. den Starter
ausnehmend, des nicht tertiäre Aminogruppen enthaltenden
Polyols bei 40 bis 100 Gew.-% und der Ethylenoxid-Gehalt des tertiäre
Aminogruppen enthaltenden Polyols bei 0–20 Gew.-%.
- B) Dieses Polyol bzw. diese Polyolformulierung:
- a) hat einen Hydroxylzahl von 40 bis 300 mg KOH/g, bevorzugt
von 80 bis 270 mg KOH/g und besonders bevorzugt von 180 bis 240
mg KOH/g.
- b) hat eine nominelle mittlere Funktionalität von 2
bis 4, bevorzugt 2 bis 3,4 und besonders bevorzugt von 2 bis 2,9.
- c) ist ein Polyol, Polyetherpolyol, Polycarbonatpolyol, Polyetheresterpolyol
oder ein Polyesterpolyol oder eine Mischung von zwei oder mehr der
genannten Polyole.
- d) kann anteilig als eines der verwendeten Monomeren hergestellt
sein aus Ethylenoxid mit einem Gehalt an Ethylenoxid, bezogen auf
die Menge der eingesetzten Monomere, d. h. den Starter ausnehmend,
zwischen 10 und 100 Gew.-%, bevorzugt zwischen 20 und 100 Gew.-%,
und besonders bevorzugt zwischen 30 und 100 Gew.-%.
- C) Gegebenenfalls weitere Additive wie beispielsweise Füllstoffe,
Katalysatoren oder Viskositätsstellmittel.
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Zur
Herstellung der anwendungsfertigen Klebstoffformulierung werden
die Komponenten A) und B) in einem molaren Verhältnis von
Isocyanat-Gruppen:Hydroxyl-Gruppen von 1:1 bis zu 1,8:1, bevorzugt
in einem molaren Verhältnis von Isocyanat-Gruppen:Hydroxyl-Gruppen
von 1:1 bis zu 1,6:1 und besonders bevorzugt in einem molaren Verhältnis
von Isocyanat-Gruppen:Hydroxyl-Gruppen von 1,05:1 bis zu 1,5:1 gemischt.
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Das
Isocyanat-terminierte Polyurethanprepolymere A) ist dadurch gekennzeichnet,
dass es
- a) einen NCO-Gehalt von 5–20
Gew.-%, bevorzugt einen NCO-Gehalt von 9–19 Gew.-%, besonders
bevorzugt einen NCO-Gehalt von 12–18 Gew.-% und ganz besonders
bevorzug einen NCO-Gehalt von 13–17 Gew.-% hat.
- b) eine nominelle mittlere Funktionalität von 2 bis
3, bevorzugt von 2 bis 2,7, besonders bevorzugt von 2 bis 2,4 und
ganz besonders bevorzugt von 2 bis 2,1 hat.
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Die
Herstellung von Isocyanat-terminierten und tertiäre Aminogruppen
enthaltenden Polyurethanprepolymeren A) ist dem Fachmann aus der
Polyurethanchemie an sich bekannt. Die Umsetzung der Komponenten
A)a) und A)b) bei der Herstellung der Polyurethanprepolymere A)
erfolgt beispielsweise derart, dass die bei Reaktionstemperaturen
flüssigen Polyole mit einem Überschuss der Polyisocyanate
vermischt werden und die homogene Mischung bis zum Erhalt eines
konstanten NCO-Wertes gerührt wird. Als Reaktionstemperatur werden
40°C bis 180°C, bevorzugt 50°C bis 140°C
gewählt. Selbstverständlich kann die Herstellung
der Polyurethanprepolymere A) auch kontinuierlich in einer Rührkesselkaskade
oder geeigneten Mischaggregaten, wie beispielsweise schnelldrehenden
Mischern nach dem Rotor-Stator-Prinzip, erfolgen.
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Die
folgenden Polyisocyanate sind beispielsweise zur Herstellung von
Isocyanatterminierten Polyurethanprepolymeren A) geeignet:
1,6-Hexamethylendiisocyanat
(HDI), 1-Isocyanatomethyl-3-isocyanato-1,5,5-trimethylcyclohexan
(Isophorondiisocyanat, IPDI), Xylylendiisocyanat (XDI), Dicyclohexylmethan-4,4'-diisocyanat
(H12-MDI), 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat (TDI), Diphenylmethan-2,2'-diisocyanat,
Diphenylmethan-2,4'-diisocyanat, Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat
(MDI) oder Gemische aus zwei oder mehreren der genannten Polyisocyanate,
sowie deren Oligomerisate.
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Bevorzugt
werden Diphenylmethan-2,2'-diisocyanat, Diphenylmethan-2,4'-diisocyanat
und Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat (MDI) und deren Gemische zur
Herstellung der Komponente A) eingesetzt.
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Besonders
bevorzugt wird ein Gemisch von max. 1 Gew.-% Diphenylmethan-2,2'-diisocyanat,
40 bis 70 Gew.-% Diphenylmethan-2,4'-diisocyanat und 28 bis 60 Gew.-%
Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat (MDI) zur Herstellung der Komponente
A) eingesetzt.
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Ganz
besonders bevorzugt wird ein Gemisch aus max. 0,2 Gew.-% Diphenylmethan-2,2'-diisocyanat, 50
bis 60 Gew.-% Diphenylmethan-2,4'-diisocyanat und mindestens 38,5
Gew.-% Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat (MDI) zur Herstellung der
Komponente A) eingesetzt.
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Zur
Herstellung von Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren A)
und Klebstoffformulierungen B) können beispielsweise die
folgenden Polyole eingesetzt werden:
Zur Herstellung des Isocyanat-terminierten
Polyurethanprepolymeren A) und der Polyolformulierung B) geeignete
Polyetherpolyole sind dem Fachmann aus der Polyurethanchemie an
sich bekannt. Diese werden typischerweise ausgehend von niedermolekularen
mehrfachfunktionellen OH- oder NH-funktionellen Verbindungen als
Starter durch Umsetzung mit cyclischen Ethern oder Mischungen verschiedener
cyclischer Ether erhalten. Als Katalysatoren werden dabei Basen
wie KOH oder Doppelmetallcyanid-basierende Systeme verwendet. Hierzu
geeignete Herstellungsverfahren sind dem Fachmann an sich beispielsweise
aus
US-B 6 486 361 oder
L.
E. St. Pierre, Polyethers Part I, Polyalkylene Oxide and other Polyethers,
Editor: Norman G. Gaylord; High Polymers Vol. XIII; Interscience
Publishers; Newark 1963; S. 130 ff. bekannt.
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Beispielsweise
sind dies:
Polyetherpolyole, die tertiäre Aminogruppen
enthalten und zur Verwendung als Polyolkomponente ii) zur Herstellung
des Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren A) geeignet sind
können aus einer Vielzahl von aliphatischen und aromatischen
Aminen hergestellt werden, die eine oder mehrere primäre
oder sekundäre Aminogruppen enthalten. Als Starter für
die Herstellung der tertiäre Aminogruppen enthaltenden
Polyether können beispielsweise folgende Amino-Verbindungen
oder Mischungen dieser Amino-Verbindungen eingesetzt werden: Ammoniak,
Methylamin, Triethanolamin, N-Methyl-diethanolamin, N,N,-Dimethyl-ethanolamin, Ethylendiamin,
N,N-Dimethyl-ethylendiamin, N,N'-Dimethyl-ethylendiamin, Tetramethylendiamin,
Hexamethylendiamin, 2,4-Toluylendiamin, 2,6-Toluylendiamin, Anilin,
Diphenylmethan-2,2'-diamin, Diphenylmethan-2,4'-diamin, Diphenylmethan-4,4'-diamin,
1-Aminomethyl-3-amino-1,5,5-trimethylcyclohexan (Isophorondiamin),
Dicyclohexylmethan-4,4'-diamin und Xylylendiamin.
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Besonders
bevorzugt werden die Amine Ethylendiamin, N,N-Dimethyl-ethylendiamin,
N,N'-Dimethyl-ethylendiamin, Triethanolamin und N-Methyl-diethanolamin
verwendet.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungform wird Ethylendiamin
eingesetzt.
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Polyetherpolyole,
die keine tertiären Aminogruppen enthalten und zur Verwendung
als Polyolkomponente ii) zur Herstellung des Isocyanat-terminierten
Polyurethanprepolymeren A) oder zur Verwendung in der Polyolformulierung
B) geeignet sind können aus einer Vielzahl von Alkoholen
hergestellt werden, die eine oder mehrere, primäre oder
sekundäre Alkoholgruppen enthalten. Als Starter für
die Herstellung der keine tertiären Aminogruppen enthaltenden
Polyether können beispielsweise folgende Verbindungen oder
Mischungen dieser Verbindungen eingesetzt werden: Wasser, Ethylenglykol, Propylenglykol,
Glycerin, Butandiol, Butantriol, Trimethylolethan, Pentaerythrit,
Hexandiol, 3-Hydroxyphenol, Hexantiol, Trimethylolpropan, Oktandiol,
Neopentylglykol, 1,4-Hydroxymethylcyclohexan, Bis(4-hydroxyphenyl)dimethylmethane
und Sorbit. Bevorzugt werden Ethylenglykol, Propylenglykol, Glycerin
und Trimethylolpropan eingesetzt, besonders bevorzugt Ethylenglykol
und Propylenglykol, und in einer besonders bevorzugten Ausführungform
wird Propylenglykol eingesetzt.
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Als
cyclische Ether zur Herstellung von vorstehend beschriebenen Polyethern
kommen Alkylenoxide wie Ethylenoxid, Propylenoxid, Butylenoxid,
Epichlorhydrin, Styroloxid oder Tetrahydrofuran oder Gemische aus
diesen Alkylenoxiden in Betracht. Bevorzugt werden Propylenoxid-,
Ethylenoxid- oder Tetrahydrofuran oder Gemische aus diesen verwendet.
Besonders bevorzugt wird Propylenoxid- oder Ethylenoxid oder Gemische
aus diesen verwendet. Ganz besonders bevorzugt wird Propylenoxid
verwendet.
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Die
zur Herstellung des Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren
A) und der Polyolformulierung B) geeigneten Polyesterpolyole sind
dem Fachmann aus der Polyurethanchemie an sich bekannt.
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So
können beispielsweise Polyesterpolyole hergestellt werden,
die durch Umsetzung von niedermolekularen Alkoholen, insbesondere
von Ethylenglykol, Diethylenglykol, Neopentylglykol, Hexandiol,
Butandiol, Propylenglykol, Glycerin oder Trimethylolpropan mit Caprolacton
entstehen. Ebenfalls als polyfunktionelle Alkohole zur Herstellung
von Polyesterpolyolen geeignet sind 1,4-Hydroxymethylcyclohexan,
2-Methyl-1,3-propandiol, Butantriol-1,2, 4, Triethylenglykol, Tetraethylenglykol,
Polyethylenglykol, Dipropylenglykol, Polypropylenglykol, Dibutylenglykol
und Polybutylenglykol.
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Weitere
geeignete Polyesterpolyole sind durch Polykondensation herstellbar.
So können difunktionelle und/oder trifuktionelle Alkohole
mit einem Unterschuss an Dicarbonsäuren oder Tricarbonsäuren
oder Gemischen aus Dicarbonsäuren oder Tricarbonsäuren,
oder deren reaktiven Derivaten, zu Polyesterpolyolen kondensiert
werden. Geeignete Dicarbonsäuren sind beispielsweise Adipinsäure
oder Bernsteinsäure und ihre höhere Homologen
mit bis zu 16 C-Atomen, ferner ungesättigte Dicarbonsäuren
wie Maleinsäure oder Fumarsäure sowie aromatische
Dicarbonsäuren, insbesondere die isomeren Phthalsäuren,
wie Phthalsäure, Isophthalsäure oder Terephthalsäure.
Als Tricarbonsäuren sind beispielsweise Zitronensäure
oder Trimellithsäure geeignet. Die genannten Säuren
können einzeln oder als Gemische aus zwei oder mehr davon
eingesetzt werden. Besonders geeignete Alkohole sind Hexandiol,
Butandiol, Ethylenglykol, Diethylenglykol, Neopentylglykol, 3-Hydroxy-2,2-dimethylpropyl-3-hydroxy-2,2-dimethylpropanoat
oder Trimethylolpropan oder Gemische aus zwei oder mehr davon. Besonders
geeignete Säuren sind Phthalsäure, Isophthalsäure,
Terephthalsäure, Adipinsäure oder Dodekandisäure
oder deren Gemische.
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Polyesterpolyole
mit hohem Molekulargewicht umfassen beispielsweise die Umsetzungsprodukte
von polyfunktionellen, bevorzugt difunktionellen Alkoholen (gegebenenfalls
zusammen mit geringen Mengen an trifunktionellen Alkoholen) und
polyfunktionellen, bevorzugt difunktionellen Carbonsäuren.
Anstatt freier Polycarbonsäuren können (wenn möglich)
auch die entsprechenden Polycarbonsäureanhydride oder entsprechende Polycarbonsäureester
mit Alkoholen mit bevorzugt 1 bis 3 C-Atomen eingesetzt werden.
Die Polycarbonsäuren können aliphatisch, cycloaliphatisch,
aromatisch oder heterocyclisch oder beides sein. Sie können
gegebenenfalls substituiert sein, beispielsweise durch Alkylgruppen,
Alkenylgruppen, Ethergruppen oder Halogene. Als Polycarbonsäuren
sind beispielsweise Bernsteinsäure, Adipinsäure,
Korksäure, Azelainsäure, Sebacinsäure,
Dodekandisäure, Phthalsäure, Isophthalsäure,
Terephthalsäure, Trimellithsäure, Phthalsäureanhydrid, Tetrahydrophthalsäureanhydrid,
Hexahydrophthalsäureanhydrid, Tetrachlorphthalsäureanhydrid, Endomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid,
Glutarsäureanhydrid, Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid,
Fumarsäure, Dimerfettsäure oder Trimerfettsäure
oder Gemische aus zwei oder mehr davon geeignet.
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Aus
Lactonen, beispielsweise auf Basis von ε-Caprolacton, auch ”Polycaprolactone” genannt,
oder Hydroxycarbonsäuren, beispielsweise ω-Hydroxycapronsäure,
erhältliche Polyester, können ebenfalls eingesetzt
werden.
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Es
können aber auch Polyesterpolyole oleochemischer Herkunft
verwendet werden. Derartige Polyesterpolyole können beispielsweise
durch vollständige Ringöffnung von epoxidierten
Triglyceriden eines wenigstens teilweise olefinisch ungesättigte
Fettsäure- enthaltenden Fettgemisches mit einem oder mehreren
Alkoholen mit 1 bis 12 C-Atomen und anschließender partieller
Umesterung der Triglycerid-Derivate zu Alkylesterpolyolen mit 1
bis 12 C-Atomen im Alkylrest hergestellt werden.
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Die
zur Herstellung des Isocyanat-terminierten Polyurethanprepolymeren
A) und der Polyolformulierung B) geeigneten Polycarbonatpolyole
sind dem Fachmann aus der Polyurethanchemie an sich bekannt.
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So
können beispielsweise Polycarbonatpolyole hergestellt werden,
durch die Reaktion von Diolen, wie Propylenglykol, Butandiol-1,4
oder Hexandiol-1,6, Diethylenglykol, Triethylenglykol oder Tetraethylenglykol oder
Gemischen dieser Diole mit Diarylcarbonaten, beispielsweise Diphenylcarbonaten,
oder Phosgen, erhalten werden.
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Weitere
Additive C):
Die Klebstoffformulierung kann neben den vorstehend
genannten Komponenten zusätzlich noch aus der Klebstofftechnologie
bekannte Additive C) als Formulierhilfsmittel enthalten. Solche
Additive sind beispielsweise die üblichen Weichmacher,
Füllstoffe, Pigmente, Trockenmittel, Lichtschutzmittel,
Antioxidantien, Thixotropiermittel, Haftvermittler und gegebenenfalls
weitere Hilfs- und Zusatzstoffe.
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Als
geeignete Füllstoffe seien beispielhaft Ruß, Fällungskieselsäuren,
pyrogene Kieselsäuren, mineralische Kreiden und Fällungskreiden
genannt.
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Geeignete
Weichmacher sind beispielsweise Phthalsäureester, Adipinsäureester,
Alkylsulfonsäureester des Phenols oder Phosphorsäureester.
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Als
Thixotropiermittel seien beispielhaft pyrogene Kieselsäuren,
Polyamide, hydrierte Rizinusöl-Folgeprodukte oder auch
Polyvinylchlorid genannt.
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Geeignete
Trockenmittel sind insbesondere Alkoxysilylverbindungen, wie z.
B. Vinyltrimethoxysilan, Methyltrimethoxysilan, Methyltriethoxysilan,
i-Butyltrimethoxysilan, i-Butyltriethoxysilan, Octyltriethoxysilan, Octyltrimethoxysilan,
Propyltriethoxysilan, Propyltrimethoxysilan, Hexadecyltrimethoxysilan,
sowie anorganische Stoffe wie z. B. Calciumoxid (CaO) und Isocyanatgruppen
tragende Verbindungen wie z. B. Tosylisocyanat.
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Als
Haftvermittler werden die bekannten funktionellen Silane eingesetzt,
wie beispielsweise Aminosilane der vorstehend genannten Art, aber
auch N-Aminoethyl-3-aminopropyl-trimethoxysilan, N-Aminoethyl-3-aminopropyl-methyl-dimethoxysilan,
N-Aminoethyl-3-aminopropyl-trimethoxysilan, 3-Glycidoxypropyltrimethoxysilan,
3-Glycidoxypropyltriethoxysilan, Mercaptosilane, Bis(3-triethoxysilylpropyl)amin,
Bis(3-trimethoxysilylpropyl)amin, Oligoaminosilane, 3-Aminopropylmethyldiethoxysilan,
3-Aminopropyltriethoxysilan, 3-Aminopropyltriethoxysilan, triaminofunktionelles
Propyltrimethoxysilan, N-(n-Butyl)-3-aminopropyltrimethoxysilan, Phenyltriethoxysilan,
Phenyltrimethoxysilan, polyetherfunktionelle Trimethoxysilane und
3-Methacryloxypropyltrimethoxysilan.
-
Die
prinzipielle Vorgehensweise bei Herstellung der Klebstoffformulierung
aus dem Isocyanat-terminierten und tertiäre Aminogruppen
enthaltenden Polyurethanprepolymeren A) und dem Polyol bzw. der
Polyolmischung B) sowie der Herstellung eines Folienverbundes ist
dem Fachmann aus der Polyurethanchemie an sich bekannt.
-
Die
Additive C) können dem Polyol bzw. der Polyolformulierung
B) oder aber dem Isocyanat-terminierten und tertiäre Aminogruppen
enthaltenden Polyurethanprepolymeren A) oder beiden zugesetzt werden.
Bevorzugt werden die Additive C) dem Polyol bzw. der Polyolformulierung
B) zugesetzt.
-
In
einer Ausführungsform der Erfindung werden die beiden Komponenten
A) und B) der Klebstoffformulierung, denen gegebenenfalls die Additive
C) bereits zugesetzt wurden, unmittelbar vor der Herstellung des Folienverbundes
miteinander vermischt und in die Kaschiermaschine bzw. das Auftragswerk
eingeführt. In einer anderen Ausführungsform der
Erfindung kann die Vermischung der Komponenten A) und B), denen
gegebenenfalls die Additive C) bereits zugesetzt wurden, in der
Kaschiermaschine selbst unmittelbar vor dem oder im Auftragswerk
geschehen.
-
Die
Klebstoffformulierung kann dabei als 100%-System, also Lösungsmittelfrei,
oder aber in einem geeigneten Lösungsmittel oder einer
geeigneten Lösungsmittelmischung zur Herstellung des Folienverbundes eingesetzt
werden.
-
Im
Auftragswerk wird die so genannte Trägerfolie mit der Klebstoffformulierung
mit einem mittleren Trockenauftragsgewicht von 1 bis 9 g/m2 beschichtet und durch in Kontakt bringen
mit einer zweiten Folie zu dem resultierenden Folienverbund kaschiert.
Werden geeignete Lösungsmittel oder Lösungsmittelmischungen verwendet,
sind die Lösungsmittel vor dem in Kontakt bringen der Trägerfolie
mit der zweiten Folien vollständig in einem Trockenkanal
oder in einer anderen geeigneten Vorrichtung zu entfernen.
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Die
Klebstoffformulierung wird bevorzugt zum Verkleben von Kunststofffolien,
Aluminiumfolien, anderen Metallfolien, metallbedampften Kunststofffolien
und metalloxidbedampften Kunststofffolien verwendet.
-
Die
Erfindung wird durch die nachfolgenden nicht limitierenden Beispiele
erläutert.
-
Beispiele:
-
In
den nachfolgenden Beispielen beziehen sich die Prozentangaben auf
das Gewicht.
-
Die
Viskositäten wurden falls nicht anders angegeben bei einer
Messtemperatur von 25°C mit Hilfe des Rotationsviskosimeters
Viskotester VT 550 der Fa. Thermo Haake, Karlsruhe, DE mit dem Messbecher
SV und der Messeinrichtung SV DIN bestimmt.
-
Die
Bestimmung des NCO-Gehalts der Prepolymere bzw. Reaktionsmischungen
erfolgte nach DIN EN 1242.
-
Die
Bestimmung der Monomerenmigration von aromatischen Polyisocyanaten
erfolgt in Anlehnung an die Methode nach §64 LFGB (Methode:
BVL L 00.00-6 „Untersuchung von Lebensmitteln-Bestimmung
von primären aromatischen Aminen in wäßrigen
Prüflebensmitteln„ aus der Methodensammlung des
Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit).
Der zu untersuchende Folienverbund (Polyethylenterephthalat/Aluminiumfolie/Polyethylenfolie)
wird als Rollenmuster im Klimaraum bei 23°C und 50% rel.
Feuchte gelagert. Nach 1, 3 und 7 Tagen werden jeweils 5 Lagen Folienbahn
abgewickelt und je zwei Prüflinge von ca. 120 mm × 220
mm zur Herstellung der Prüfbeutel entnommen. Die Prüfbeutel
(100 mm × 200 mm Innenabmessungen) mit der Polyethylenfolien
zum Beutelinneren werden mit 200 ml 3%-iger wässriger Essigsäure-Lösung
als Lebensmittelsimulanz gefüllt, verschweißt
und bei 70°C für zwei Stunden gelagert. Unmittelbar
nach der Lagerung werden die Beutel entleert und die Lebensmittelsimulanz-Lösung
auf Raumtemperatur abgekühlt:
Der Nachweis der migrierten
Polyisocyanate erfolgt durch Diazotierung der in der wässrigen
Lebensmittelsimulanz aus den aromatischen Polyisocyanaten entstandenen
primären aromatischen Amine und anschließende
Kupplung mit N-(1-Naphthyl)ethylendiamin. Zur quantitativen Bestimmung
werden die Extinktionswerte der Kupplungskomponente gegen die jeweilige
Null-Probe vermessen, und die Werte anhand einer Eichkurve in μg
Aniliniumhydrochlorid/100 ml Prüflebensmittel umgerechnet.
-
Folgende Abkürzungen wurden verwendet:
-
-
- OHZ:
- Hydroxylzahl [mg KOH/g]
- SZ:
- Säurezahl
[mg KOH/g]
- %NCO:
- NCO-Gehalt in Gew.-%
NCO-Gruppen
- VH:
- Verbundhaftung [N/15
mm] zwischen der Aluminium und der Polyethylen Lage im folgenden
Verbund 12 μm Polyethylenterephthalat/9 μm Aluminiumfolie/60 μm
Polyethylenfolie
- SNF:
- Siegelnahtfestigkeit
[N/15 mm] der Siegelung der Polyethyleninnenseite des Folienverbundes
gegen sich selbst (Siegeltemperatur: 120°C, Siegelzeit:
2 s, beidseitig heiß mit glatten Siegelbacken)
- MIG:
- migrierte Polyisocyanate
umgerechnet in μg Aniliniumhydrochlorid/100 ml Prüflebensmittel
[μg Aniliniumhydrochlorid/100 ml Prüflebensmittel]
-
Abkürzungen der verwendeten Einsatzstoffe:
-
Polyole:
-
-
- P1:
- Polypropylenetherglykol,
hergestellt mittels KOH-Katalyse, OHZ 112
- P2:
- Polypropylenethertetraol
gestartet mit Ethylendiamin, hergestellt mittels KOH-Katalyse, OHZ
60
- P3:
- Polyesterpolyol als
Reaktionsprodukt von Adipinsäure und Diethylenglykol, OHZ
112, SZ ≤ 1,3
- P4:
- Polyesterpolyol als
Reaktionsprodukt von Adipinsäure und Diethylenglykol, OHZ
43, SZ ≤ 1,5
- P5:
- Polyesterpolyol als
Reaktionsprodukt aus Adipinsäure als Säurekomponente
und aus einer Mischung von 1 Gew.-Teil Trimethylolpropan und 12,8
Gew.-Teilen Diethylenglykol als Alkoholkomponente, OHZ 60, SZ ≤ 2
- P6:
- Trimethylolpropan,
OHZ 1250
- P7:
- Diethylenglykol, OHZ
1050
- P8:
- Polypropylenetherglykol,
hergestellt mittels Doppelmetallcyanid-Katalyse, OHZ 10
- P9:
- Polyetherglykol, hergestellt
mittels KOH-Katalyse enthaltend ca. 3,8 Gew.-% Propylenglykol als
Starter sowie Ethylenoxid (EO) und Propylenoxid (PO) in einem Gewichtsverhältnis
von 49:51 (EO:PO), OHZ 57
- P10:
- Polyethylenetherglykol,
hergestellt mittels KOH-Katalyse, OHZ 56
-
Polyisocyanate:
-
-
- NCO1:
- Eine Mischung aus
0,1% Diphenylmethan-2,2'-diisocyanat, 50,8% Diphenylmethan-2,4'-diisocyanat,
49,1% Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat
-
Nicht erfindungsgemäßes,
tertiäre Aminogruppen enthaltendes Prepolymer:
-
Eine
Polyolmischung von 1102 g P1 und 1102 g P2 wird zur Entwässerung
1 Stunde bei 120°C unter einem Vakuum von 20 mbar gerührt.
Danach wird auf 70°C abgekühlt. Die erhaltene
Polyolmischung wird innerhalb von ca. 30 Minuten zu 2797 g NCO1
zudosiert. Dann wird unter Ausnutzung einer eventuell auftretenden
exothermen Reaktion auf 80°C erwärmt und 2 h gerührt.
Es wird so lange bei 80°C gerührt, bis der Isocyanatgehalt
konstant ist. Es resultiert ein Isocyanat-terminiertes Polyurethanprepolymer
mit einem Gehalt von 15,2% NCO und einer Viskosität von
1630 mPas (25°C).
-
Erfindungsgemäßes, tertiäre
Aminogruppen und Ethylenoxid enthaltendes Prepolymer 1:
-
Eine
Polyolmischung von 2550 g P2 und 2550 g P9 wird zur Entwässerung
1 Stunde bei 120°C unter einem Vakuum von 20 mbar gerührt.
Danach wird auf 50°C abgekühlt. Zur erhaltenen
Polyolmischung werden innerhalb von ca. 30 Minuten 5900 g NCO1 zudosiert.
Dann wird unter Ausnutzung einer eventuell auftretenden exothermen
Reaktion auf 80°C erwärmt und 2 h gerührt.
Es wird so lange bei 80°C gerührt, bis der Isocyanatgehalt
konstant ist. Es resultiert ein Isocyanat-terminiertes Polyurethanprepolymer
mit einem Gehalt von 15,8% NCO und einer Viskosität von
1160 mPas (25°C).
-
Erfindungsgemäßes, tertiäre
Aminogruppen und Ethylenoxid enthaltendes Prepolymer 2:
-
Eine
Polyolmischung von 346 g P2 und 346 g P10 wird zur Entwässerung
1 Stunde bei 120°C unter einem Vakuum von 20 mbar gerührt.
Danach wird auf 50°C abgekühlt. Die erhaltene
Polyolmischung wird innerhalb von ca. 30 Minuten zu 807 g NCO1 zudosiert.
Dann wird unter Ausnutzung einer eventuell auftretenden exothermen
Reaktion auf 80°C erwärmt und 2 h gerührt.
Es wird so lange bei 80°C gerührt, bis der Isocyanatgehalt
konstant ist. Es resultiert ein Isocyanat-terminiertes Polyurethanprepolymer
mit einem Gehalt von 16,2% NCO und einer Viskosität von
1150 mPas (23°C).
-
Erfindungsgemäßes, tertiäre
Aminogruppen und Ethylenoxid enthaltendes Prepolymer 3:
-
Eine
Polyolmischung von 426 g P2 und 426 g P10 wird zur Entwässerung
1 Stunde bei 120°C unter einem Vakuum von 20 mbar gerührt.
Danach wird auf 50°C abgekühlt. Die erhaltene
Polyolmischung wird innerhalb von ca. 30 Minuten zu 649 g NCO1 zudosiert.
Dann wird unter Ausnutzung einer eventuell auftretenden exothermen
Reaktion auf 80°C erwärmt und 2 h gerührt.
Es wird so lange bei 80°C gerührt, bis der Isocyanatgehalt
konstant ist. Es resultiert ein Isocyanat-terminiertes Polyurethanprepolymer
mit einem Gehalt von 11,7% NCO und einer Viskosität von
3500 mPas (23°C).
-
Ansetzen der Klebstoffformulierung:
-
Da
die Mischung der Polyolkomponente und der Polyisocyanatkomponente
naturgemäß nicht lagerfähig ist, wird
diese unmittelbar vor der Herstellung des Folienverbundes durch
inniges Vermischen der Polyolkomponente und der Polyisocyanatkomponente
hergestellt und sofort verarbeitet.
-
Sie
wird mit einem 1,4-fachen molaren Überschuss an Isocyanatgruppen
hergestellt.
-
Herstellung der Folienverbunde mittels
der in Tabelle 1 beschriebenen Klebstoffformulierungen:
-
Die
Herstellung der Folienverbunde erfolgt durch eine „Polytest
440” Lösemittelfreie-Kaschieranlage der Fa. Polytype
in Freiburg, Schweiz.
-
Die
Folienverbunde werden aus einem Polyethylenterephthalat/Aluminium
Vorverbund und einer Polyethylenfolie hergestellt. Dabei wird die
Aluminium-Seite des Vorverbundes mit der Klebstoffformulierung bestrichen,
mit der Polyethylenfolie verklebt und anschließend auf
einen Rollenkern aufgewickelt. Die Länge des mit der Klebstoffformulierung
hergestellten Folienverbundes beträgt mindestens 20 m.
Die trockene Auftragsmenge der Klebstoffformulierung liegt zwischen
1,9 g und 3,3 g und die Walzentemperatur des Auftragswerkes bei
30–50°C. Tabelle 1: Ansätze und Ausprüfungsergebnisse
der Klebstoffformulierungen:
| Einsatzstoffe
in Gew.-% | Klebstoffformulierung
nicht erfindungsgemäß | Klebstoffformulierung erfindungsgemäß |
| | 1* | 2* | 3* | 4* | 1 | 2 | 3 |
| Nicht
erfindungsgemäßes, ausschließlich tertiäre
Aminogruppen enthaltendes Prepolymer | 61,2 | 52,2 | 57,2 | 57,2 | | | |
| Erfindungsgemäßes,
tertiäre Aminogruppen und Ethylenoxid enthaltendes Prepolymer
1 | | | | | 57,1 | | |
| Erfindungsgemäßes,
tertiäre Aminogruppen- und Ethylenoxid enthaltendes Prepolymer
2 | | | | | | 57,4 | |
| Erfindungsgemäßes,
tertiäre Aminogruppen und Ethylenoxid enthaltendes Prepolymer
3 | | | | | | | 65,7 |
| P3 | 34,7 | 26,4 | 3,5 | 6,1 | 39,7 | 39,5 | 31,8 |
| P4 | | 13,6 | 10,6 | 31,6 | | | |
| P5 | | | 23,8 | | | | |
| P6 | 3,1 | 3,3 | 4,9 | 5,1 | 3,2 | 3,2 | 2,5 |
| P7 | 1,0 | | | | | | |
| P8 | | 4,5 | | | | | |
| VH
nach × d | | | | | | | |
| 1 | 3,7 | 2,6 | 3,5 | 3,1 | 2,9 | 2,8 | 1,8 |
| 3 | 4,6 | 4,5 | 3,1 | 3,2 | 2,5 | 2,7 | 2,2 |
| 7 | 3,8 | 3,9 | 3,4 | 2,9 | 2,6 | 2,7 | 2,5 |
| SNF
nach × d | | | | | | | |
| 1 | 21,4 | 18,3 | 30,5 | 21,3 | 23,8 | 22,0 | 20,4 |
| 3 | 26,0 | 24,3 | 21,5 | 22,5 | 25,4 | 21,5 | 18,9 |
| 7 | 29,2 | 26,4 | 28,5 | 23,8 | 25,0 | 21,4 | 22,5 |
| MIG
nach × d | | | | | | | |
| 1 | 1,0 | 1,2 | 1,8 | 3,2 | 0,9 | < 0,2 | < 0,2 |
| 3 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 |
| 7 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 | < 0,2 |
- *Die angegebenen Werte sind jeweils Mittelwerte
aus zwei unabhängigen Herstellungen der Folienverbunde.
-
Es
zeigt sich, dass man mit den erfindungsgemäßen
Klebstoffformulierungen nach 1 Tag Lagerung einen geringeren Migrationswert
an PAA's erreicht als mit den nicht erfindungsgemäßen
Klebstoffformulierungen.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - EP 0590398
A [0008]
- - DE 4136490 A [0009]
- - DE 3401129 A [0010]
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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