-
Die
Erfindung betrifft ein Durchsichtssicherheitselement für
Sicherheitspapiere, Wertdokumente und dergleichen, ein Verfahren
zur Herstellung eines derartigen Durchsichtssicherheitselements,
sowie einen mit einem solchen Durchsichtssicherheitselement ausgestatteten
Datenträger.
-
Datenträger,
wie etwa Wert- oder Ausweisdokumente, oder andere Wertgegenstände,
wie etwa Markenartikel, werden zur Absicherung oft mit Sicherheitselementen
versehen, die eine Überprüfung der Echtheit der
Datenträger gestatten und die zugleich als Schutz vor unerlaubter
Reproduktion dienen. Die Sicherheitselemente können beispielsweise
in Form eines in eine Banknote eingebetteten Sicherheitsfadens,
eines Aufreißfadens für Produktverpackungen, eines
aufgebrachten Sicherheitsstreifens, einer Abdeckfolie für
eine Banknote mit einer durchgehenden Öffnung oder eines
selbsttragenden Transferelements ausgebildet sein, wie etwa einem
Patch oder einem Etikett, das nach seiner Herstellung auf ein Wertdokument
aufgebracht wird.
-
Seit
einigen Jahren haben sich Durchsichtsfenster als attraktive Sicherheitselemente
in Polymer- und neuerdings auch in Papier-Banknoten erwiesen, da
sie den Einsatz einer Vielzahl von Sicherheitsmerkmalen gestatten.
Eine besondere Rolle bei der Echtheitsabsicherung spielen Sicherheitselemente
mit betrachtungswinkelabhängigen Effekten, da diese selbst
mit modernsten Kopiergeräten nicht reproduziert werden
können. Die Sicherheitselemente werden dabei mit optisch
variablen Elementen ausgestattet, die dem Betrachter unter unterschiedlichen
Betrachtungswinkeln einen unterschiedlichen Bildeindruck vermitteln
und beispielsweise je nach Betrachtungswinkel einen anderen Farb-
oder Helligkeitseindruck und/oder ein anderes graphisches Motiv
zeigen.
-
Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun darin, ein gattungsgemäßes
Durchsichtssicherheitselement anzugeben, das die Nachteile des Standes
der Technik vermeidet. Insbesondere soll das Durchsichtssicherheitselement
ein ansprechendes visuelles Erscheinungsbild mit hoher Fälschungssicherheit
verbinden.
-
Diese
Aufgabe wird durch das Durchsichtssicherheitselement, das Herstellungsverfahren
und den Datenträger mit den Merkmalen der unabhängigen
Ansprüche gelöst. Weiterbildungen der Erfindung
sind Gegenstand der Unteransprüche.
-
Gemäß der
Erfindung weist ein Durchsichtssicherheitselement der eingangs genannten
Art ein Dünnschichtelement mit Farbkippeffekt auf, das
genau eine Metallschicht und zumindest eine Dielektrikumsschicht enthält,
wobei die Metallschicht semitransparent ausgebildet ist. Unter „Semitransparenz” ist
dabei Transluzenz zu verstehen, insbesondere eine Lichtdurchlässigkeit
zwischen 3% und 80%.
-
Wie
nachfolgend genauer erläutert, weist das Durchsichtssicherheitselement
im Auflicht einen metallisch spiegelnden und im Durchlicht einen
farbigen visuellen Eindruck auf. Insbesondere erscheint das Durchsichtssicherheitselement
im Auflicht metallisch spiegelnd und farbneutral und erscheint im
Durchlicht farbig. Besonders bevorzugt ist die farbige Transmission
mit einem Farbkippeffekt kombiniert, so dass das Durchsichtssicherheitselement
im Durchlicht je nach Betrachtungswinkel mit einer unterschiedlichen
Farbe erscheint und so einen semitransparenten Farbkippeffekt aufweist.
-
Die
Farbigkeit transmittierten bzw. reflektierten Lichts kann durch
Angabe eines Farborts in einem Farbsystem quantifiziert werden.
Im Rahmen dieser Anmeldung wird die Farbigkeit F durch den Abstand
der Normfarbwertanteile x, y der Farbe zum Weißpunkt (x
= y = 1/3) im CIE-Normvalenzsystem angegeben.
-
Dabei
weist das erfindungsgemäße Durchsichtssicherheitselement
im Auflicht bei senkrechter Betrachtung bevorzugt eine Farbigkeit
F < 0,10, besonders
bevorzugt F < 0,05
auf. Das Durchsichtssicherheitselement zeigt dann im Auflicht nur
schwache, fast vollständig entsättigte Farben,
die vor dem Hintergrund der metallischen Reflexion der semitransparenten
Metallschicht visuell kaum auffallen.
-
Mit
Vorteil bleibt der Farbeindruck beim Kippen des Durchsichtssicherheitselements
stets schwach, wobei das Durchsichtssicherheitselement vorzugsweise
im Auflicht im Winkelbereich zwischen 0° und 60° stets
eine Farbigkeit F < 0,10
aufweist.
-
Anders
als die Reflexion ist die Transmission des Durchsichtssicherheitselements
farbig, wobei das Durchsichtssicherheitselement im Durchlicht bei
senkrechter Betrachtung bevorzugt eine Farbigkeit F > 0,05, besonders bevorzugt
F > 0,10 aufweist.
Mit Vorteil bleibt der starke Farbeindruck für einen weiten
Bereich der im Durchlicht sichtbaren Farbe bzw. des im Durchlicht
sichtbaren Farbkippeffekts erhalten. Insbesondere weist das Durchsichtssicherheitselement
im Durchlicht im Winkelbereich zwischen 0° und 40° stets
eine Farbigkeit F > 0,05,
vorzugsweise F > 0,10
auf.
-
Die
Schichtdicke der semitransparenten Metallschicht liegt vorzugsweise
zwischen 5 nm und 70 nm, wobei für Silberschichten der
Dickenbereich zwischen 15 nm und 50 nm, für Aluminiumschichten
der Dickenbereich zwischen 5 nm und 15 nm und für Goldschichten
der Dickenbereich zwischen 30 nm und 70 nm besonders bevorzugt ist.
Neben den Metallen Silber, Aluminium und Gold kann die semitransparente
Metallschicht insbesondere auch aus Chrom, Nickel, Kupfer, Kalium,
Wolfram oder einer Legierung dieser Metalle gebildet sein. Eine
besonders farbintensive Transmission lässt sich mit semitransparenten
Metallschichten aus Silber, Aluminium, Gold, Kalium oder Kupfer
erreichen.
-
Allgemein
kommen für die semitransparente Metallschicht vor allem
solche Metalle infrage, deren Plasmafrequenz im ultravioletten,
sichtbaren oder nahinfraroten Spektralbereich liegt. Die Plasmafrequenz ωp ist dabei die Frequenz der longitudinalen
Schwingungen des Elektrongases gegenüber den Ionenrümpfen. Beispielsweise
entspricht die Plasmafrequenz von Silber einer Wellenlänge
von 311 nm (Ultraviolett), die Plasmafrequenz von Gold einer Wellenlänge
von 560 nm (Sichtbar) und die Plasmafrequenz von Aluminium einer Wellenlänge
von 830 nm (nahes Infrarot).
-
In
einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die semitransparente
Metallschicht homogen, also insbesondere nicht in Form von metallischen
Inseln bzw. Clustern ausgebildet, und ermöglicht so ein
einfaches Aufbringen, beispielsweise durch Aufdampfen in einem Vakuumbeschichtungsverfahren.
-
Die
semitransparente Metallschicht bildet insbesondere ein im sichtbaren
Spektralbereich selektiv absorbierendes optisches Element. Wie in
der gegenwärtigen Erfindung erkannt, kann durch eine Kombination einer
oder mehrerer dielektrischer Schichten mit einem selektiv absorbierenden
optischen Element ein semitransparentes Durchsichtssicherheitselement
geschaffen werden, dessen Transmission- und Reflexionsfarben nicht
komplementär zueinander sein müssen. Die dielektrischen
Schichten und das selektiv absorbierende optische Element können
vielmehr mit Vorteil so aufeinander abgestimmt werden, dass das
Durchsichtssicherheitselement in Reflexion im Wesentlichen farbneutral
erscheint und in Transmission einen kräftigen Farbeindruck
erzeugt. Dabei hängt der Farbton des transmittierten Lichts
nicht empfindlich von der Schichtdicke der semitransparenten Metallschicht
ab, so dass dieser Parameter bei der Herstellung nicht kritisch
ist.
-
In
einer vorteilhaften Erfindungsvariante ist das Dünnschichtelement
des Durchsichtssicherheitselements ein zweischichtiges Dünnschichtelement,
das neben der semitransparenten Metallschicht genau eine Dielektrikumsschicht
enthält.
-
Bei
einer anderen ebenfalls vorteilhaften Erfindungsvariante ist das
Dünnschichtelement ein dreischichtiges Dünnschichtelement,
das neben der semitransparenten Metallschicht zwei auf gegenüberliegenden
Seiten der Metallschicht angeordnete Dielektrikumsschichten enthält.
Die beiden Dielektrikumsschichten sind dabei mit Vorteil hochbrechend
mit einem Brechungsindex n ≥ 1,8.
-
Nach
einer weiteren ebenfalls vorteilhaften Erfindungsvariante ist das
Dünnschichtelement ein dreischichtiges Dünnschichtelement,
das neben der semitransparenten Metallschicht zwei übereinander
auf derselben Seite der Metallschicht angeordnete Dielektrikumsschichten
enthält. Dabei ist mit Vorteil die direkt auf der semitransparenten
Metallschicht angeordnete erste Dielektrikumsschicht niedrigbrechend
mit einem Brechungsindex n < 1,8
und die auf der ersten Dielektrikumsschicht angeordnete zweite Dielektrikumsschicht hochbrechend
mit einem Brechungsindex n ≥ 1,8.
-
Allgemein
sind bei der oder den direkt auf der semitransparenten Metallschicht
angeordnete(n) Dielektrikumsschicht(en) die Schichtdicke d und der
Brechungsindex n vorzugsweise so aufeinander abgestimmt, dass das
Produkt d·n zwischen 300 nm und 800 nm liegt. Die auf der
ersten Dielektrikumsschicht angeordnete zweite Dielektrikumsschicht
weist mit Vorteil eine Schichtdicke zwischen 30 nm und 100 nm auf.
-
Beispiele
für hochbrechende Dielektrikumsschichten sind ZnS-Schichten
oder TiO2-Schichten, niedrigbrechende Dielektrikumsschichten
können beispielsweise aus SiO2 oder
MgF2 gebildet sein.
-
In
allen Ausgestaltungen kann die semitransparente Metallschicht Aussparungen
in Form von Mustern, Zeichen oder Codierungen aufweisen, um beispielsweise
eine zusätzliche Information in dem Durchsichtssicherheitselement
darzustellen. Weiter kann das Dünnschichtelement in allen
Ausgestaltungen mit einer diffraktiven Beugungsstruktur kombiniert
sein, wobei die semitransparente Metallschicht die Metallisierungsschicht
der Beugungsstruktur bildet. Die diffraktive Beugungsstruktur kann
insbesondere ein Hologramm, ein holographisches Gitterbild, eine
geblazede Beugungsstruktur, ein computergeneriertes Hologramm (CGH) oder
eine andere hologrammähnliche Beugungsstruktur darstellen.
Daneben kommen auch andere Kombinationen, etwa mit Jalousiestrukturen
oder mit achromatischen Strukturen, wie etwa einer Mattstruktur,
einer Mikrospiegelanordnung, einem Blazegitter mit einem sägezahnartigen
Furchenprofil oder einer Fresnellinsen-Anordnung und/oder einer
mikrooptischen Reliefstruktur infrage.
-
Die
Erfindung enthält auch ein Verfahren zum Herstellen eines
Durchsichtssicherheitselements der beschriebenen Art, bei dem ein
Dünnschichtelement mit Farbkippeffekt erzeugt wird, indem
genau eine semitransparent ausge bildete Metallschicht mit zumindest
einer Dielektrikumsschicht kombiniert wird. Die semitransparente
Metallschicht und die zumindest eine Dielektrikumsschicht werden
dabei zweckmäßig auf einen Träger, beispielsweise
ein Foliensubstrat, aufgebracht, insbesondere durch ein Vakuumbeschichtungsverfahren
aufgedampft. Das Foliensubstrat kann dabei mit einer gewünschten
Relief- oder Prägestruktur versehen und beispielsweise
mit einem Primer/Haftvermittler beschichtet sein. Nach dem Übertragen
des Durchsichtssicherheitselements auf ein Zielsubstrat kann der
Träger von dem Sicherheitselement abgelöst werden.
-
Die
Erfindung enthält ferner einen Datenträger mit
einem Durchsichtssicherheitselement der oben beschriebenen Art,
wobei das Durchsichtssicherheitselement insbesondere in oder über
einem transparenten Fensterbereich oder einer durchgehenden Öffnung
des Datenträgers angeordnet ist. Bei dem Datenträger kann
es sich insbesondere um ein Wertdokument, wie eine Banknote, insbesondere
eine Papierbanknote, eine Polymerbanknote oder eine Folienverbundbanknote,
handeln, oder um eine Ausweiskarte, wie etwa eine Kreditkarte, Bankkarte,
Barzahlungskarte, Berechtigungskarte, einen Personalausweis oder
eine Passpersonalisierungsseite handeln.
-
Weitere
Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden
nachfolgend anhand der Figuren erläutert, bei deren Darstellung
auf eine maßstabs- und proportionsgetreue Wiedergabe verzichtet
wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen. Die verschiedenen
Ausführungsbeispiele sind nicht auf die Verwendung in der konkret
beschriebenen Form beschränkt, sondern können
auch untereinander kombiniert werden.
-
Es
zeigen:
-
1 eine
schematische Darstellung einer Banknote mit einem erfindungsgemäßen
Durchsichtssicherheitselement,
-
2 schematisch
einen Schnitt entlang der Linie II-II von 1 bei Betrachtung
im Auflicht,
-
3 schematisch
einen Schnitt entlang der Linie II-II von 1 bei Betrachtung
im Durchlicht,
-
4 ein
Durchsichtssicherheitselement nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
5 ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einem zweischichtigen
Dünnschichtelement,
-
6 ein
erfindungsgemäßes Durchsichtssicherheitselement
mit einem Dünnschichtelement mit Dreischichtaufbau,
-
7 die
Verwendung einer Variante des Durchsichtssicherheitselements der 6 zur
Abdeckung einer durchgehenden Öffnung einer Banknote,
-
8 die Ergebnisse einer numerischen Simulation
für dünne Silberschichten (d = 5 nm bis 40 nm)
in einer dielektrischen Umgebung mit Brechungsindex n = 1,5 bei
senkrechter Betrachtung in Reflexion ((a), (b), (c)) bzw. in Transmission
((d), (e), (f)), wobei
(a) und (d) jeweils die CIE-xy-Farbtafel,
(b)
und (e) den Anteil des reflektierten Lichts R bzw. transmittierten
Lichts T in Abhängigkeit von der Schichtdicke d der Silberschicht,
und
(c) und (f) die Farbigkeit F des reflektierten bzw. transmittierten
Lichts in Abhängigkeit von der Schichtdicke d der Silberschicht
zeigen,
-
9 die Ergebnisse einer numerischen Simulation
für eine dünne Silberschicht (d = 25 nm), die über einer
niedrigbrechenden Dielektrikumsschicht in Form einer 500 nm dicken
MgF2-Schicht, einer hochbrechenden Dielektrikumsschicht
in Form einer 50 nm dicken ZnS-Schicht und einem Dielektrikum mit
n = 1,5 angeordnet ist, bei Betrachtung in Reflexion ((a), (b),
(c)) bzw. in Transmission ((d), (e), (f)), wobei
(a) und (d)
jeweils die CIE-xy-Farbtafel,
(b) und (e) den Anteil des reflektierten
Lichts R bzw. transmittierten Lichts T in Abhängigkeit
von der Lichteinfallsrichtung θ, und
(c) und (f) die
Farbigkeit F des reflektierten bzw. transmittierten Lichts in Abhängigkeit
von der Lichteinfallsrichtung θ zeigen,
-
10 eine
Polymerbanknote mit einem erfindungsgemäßen Durchsichtssicherheitselement,
-
11 schematisch
einen Schnitt entlang der Linie XI-XI von 10,
-
12, 13 zwei
Varianten, bei denen erfindungsgemäße Durchsichtssicherheitselemente
mit Hybridsubstraten kombiniert sind, und
-
14, 15 zwei
Varianten, bei denen erfindungsgemäße Durchsichtssicherheitselemente
bei Karten eingesetzt sind.
-
Die
Erfindung wird nun am Beispiel von Sicherheitselementen für
Banknoten erläutert. 1 zeigt dazu
eine schematische Darstellung einer Banknote 10 mit einer
durchgehenden Öffnung 14, die mit einem Durchsichtssicherheitselement 12 in
Form eines Streifens abgedeckt ist. Die 2 und 3 zeigen
die Banknote 10 entlang der Linie II-II von 1 im
Querschnitt bei der Betrachtung im Auflicht (2) bzw.
Durchlicht (3).
-
Das
Durchsichtssicherheitselement 12 zeigt bei der Betrachtung
einen visuell attraktiven Auflicht/Durchlicht Effekt, der das Sicherheitselement
gegenüber herkömmlichen metallisierten Prägehologrammen
optisch aufwertet und auch erheblich schwieriger nachstellbar macht.
Wird das Durchsichtssicherheitselement 12 im Auflicht betrachtet,
etwa vor einem dunklen Untergrund 20 (2),
so zeigt das Durchsichtssicherheitselement 12 sowohl bei
senkrechter Betrachtung 22 als auch bei schräger
Betrachtung 24 ein spiegelndes, farbneutrales metallisches
Hologramm 16. Die Semitransparenz des Durchsichtssicherheitselements 12 tritt
in Aufsicht nicht in Erscheinung.
-
Wird
die Banknote dagegen im Durchlicht 30 betrachtet, wie in 3 schematisch
gezeigt, so tritt das im Auflicht dominierende Hologramm 16 visuell
zurück und es erscheint ein ausgeprägter semitransparenter Farbkippeffekt,
bei dem sich ein kräftiger Farbeindruck mit dem Betrachtungswinkel ändert,
beispielsweise von Magenta bei schräger Betrachtung 34 zu
Grün bei senkrechter Betrachtung 32.
-
Ein
solcher Auflicht/Durchlicht Effekt steht im Gegensatz zu dem visuellen
Erscheinungsbild bekannter optischer Interferenzbeschichtungen mit
Farb kippeffekt, wie etwa den in der Druckschrift
WO 03/070482 A1 beschriebenen
semitransparenten Interferenzelementen. Die Interferenzelemente
der
WO 03/070482
A1 zeigen stets sowohl auf der Vorderseite als auch auf
der Rückseite einen Farbkippeffekt. Wie auf Seite 8 des
genannten Dokuments erläutert, treten die Beugungseffekte
bei Betrachtung in Auflicht, also wenn das Dokumente beispielsweise
auf einem Untergrund aufliegt, optisch besonders hervor. Bei Betrachtung
im Durchlicht treten die Beugungseffekte deutlich zurück,
der Farbkippeffekt ist jedoch im Auflicht wie im Durchlicht ausgeprägt.
-
Das
erfindungsgemäße Durchsichtssicherheitselement
kann, muss jedoch nicht unbedingt ein Hologramm aufweisen. Wichtig
ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung lediglich, dass das Durchsichtssicherheitselement
im Auflicht im Wesentlichen farbneutral und ohne Farbkippeffekt
metallisch spiegelnd und im Durchlicht mit einem semitransparenten
Farbkippeffekt erscheint.
-
Als
Ausführungsbeispiel ohne Hologramm zeigt 4 zeigt
den Schichtaufbau eines erfindungsgemäßen Durchsichtssicherheitselements 40 im
Querschnitt. Das Durchsichtssicherheitselement 40 enthält
ein Dünnschichtelement 42 mit Farbkippeffekt,
das genau eine Metallschicht 44 und genau eine Dielektrikumsschicht 46 enthält.
-
Die
Metallschicht 44 ist semitransparent mit einer Lichtdurchlässigkeit
zwischen 3% und 70% ausgebildet und kann insbesondere aus Silber,
Aluminium, Gold, Chrom, Nickel, Kupfer, Kalium, Wolfram oder einer Legierung
dieser Metalle gebildet sein. Im Ausführungsbeispiel der 4 ist
die Metallschicht 44 eine 30 nm dicke Silberschicht. Bei
der Dielektrikumsschicht 46 kann es sich um eine niedrigbrechende
Dielektrikumsschicht mit einem Bre chungsindex n < 1,8, wie etwa SiO2 oder
MgF2, oder um eine hochbrechende Dielektrikumsschicht
mit einem Brechungsindex n ≥ 1,8, wie etwa TiO2 oder
ZnS, handeln. Im Ausführungsbeispiel der 4 ist
die Dielektrikumsschicht 46 eine 525 nm dicke SiO2-Schicht.
-
Wird
das Durchsichtssicherheitselement 40 der 4 im
Auflicht betrachtet, so ist nur das metallisch spiegelnde Erscheinungsbild
der Metallschicht 44, jedoch kein Farbkippeffekt zu erkennen.
Bei Betrachtung im Durchlicht zeigt das Durchsichtssicherheitselement
einen semitransparenten Farbkippeffekt, beispielsweise von Magenta
zu Grün. Das Durchsichtssicherheitselement 40 weist
mit dem zweischichtigen Dünnschichtelement 42 einerseits
einen einfachen Aufbau auf, und zeigt andererseits einen sich von
herkömmlichen Dünnschichtelementen mit Farbkippeffekt
abhebenden Aufsicht/Durchsicht Effekt, der den Wiedererkennungswert und
die Fälschungssicherheit des Durchsichtssicherheitselements
erhöht.
-
Zur
Herstellung eines Durchsichtssicherheitselements der in 4 gezeigten
Art wird ein Foliensubstrat 48, beispielsweise eine PET-Folie,
mit einem Primer/Haftvermittler 45 versehen. Dann wird
die semitransparente Metallschicht 44 in Form einer im
Allgemeinen 25 nm bis 35 nm dicken Silberschicht und anschließend die
Dielektrikumsschicht 46 in Form einer im Allgemeinen 500
nm bis 550 nm dicken SiO2-Schicht aufgedampft.
Die Reihenfolge der Beschichtung kann auch umgekehrt werden, so
dass auf die Primerschicht 45 zunächst eine 500
nm bis 550 nm dicke SiO2-Schicht und dann
eine 25 nm bis 30 nm dicke Silberschicht aufgedampft wird. Der visuelle
Eindruck ändert sich durch die Umkehrung der Schichtreihenfolge
nicht.
-
5 zeigt
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem ein nur
zweischichtiges Dünnschichtelement 52 neben einer
semitransparenten Metallschicht 54 eine hochbrechende Dielektrikumsschicht 56 enthält.
-
Das
Foliensubstrat 58 des Durchsichtssicherheitselements 50 enthält
in diesem Ausführungsbeispiel eine Prägelackschicht 55 mit
einer Hologrammprägestruktur. Nach dem Aufbringen einer
Primerschicht wurde auf das Foliensubstrat zunächst die
Dielektrikumsschicht 56 in Form einer 325 nm bis 350 nm
dicken ZnS-Schicht aufgedampft und anschließend die semitransparente
Metallschicht 54 in Form einer etwa 30 nm dicken Silberschicht
aufgedampft.
-
Bei
Betrachtung im Auflicht zeigt das Durchsichtssicherheitselement 50 ein
opakes Metallhologramm ohne Farbkippeffekt. Im Durchlicht zeigt
sich ein semitransparenter Farbkippeffekt, der nur in der Hologrammprägung
sichtbar wird. Das Durchsichtssicherheitselement 50 verbindet
somit einen einfachen Zweischichtaufbau des Dünnschichtelements 52 mit
einem neuartigen Aufsicht/Durchsicht-Effekt.
-
Das
in 6 gezeigte Durchsichtssicherheitselement 60 weist
ein Dünnschichtelement 62 mit einem Dreischichtaufbau
auf, das im Durchlicht einen Farbkippeffekt mit sehr kräftigen
Farben erzeugt.
-
Das
Durchsichtssicherheitselement 60 enthält ein Foliensubstrat 68 mit
oder ohne Prägestruktur, eine Primerschicht 65 und
ein Dünnschichtelement 62 mit einem Dreischichtaufbau
mit der Schichtfolge: semitransparente Metallschicht 74,
niedrigbrechende Dielektrikumsschicht 76, hochbrechende
Dielektrikumsschicht 78. Die semitransparente Metallschicht 74 wurde
im Ausführungsbeispiel in Form einer etwa 30 nm dicken
Silberschicht aufge dampft, die niedrigbrechende Dielektrikumsschicht 76 in
Form einer 500 nm bis 550 nm dicken SiO2-Schicht
und die hochbrechende Dielektrikumsschicht 78 in Form einer
etwa 50 nm dicken ZnS-Schicht. Der visuelle Eindruck des Durchsichtssicherheitselements 60 entspricht
weitgehend dem des Durchsichtssicherheitselements 40 der 4,
allerdings führt die zusätzlich vorgesehene hochbrechende
Dielektrikumsschicht 78 zu einem Farbkippeffekt mit besonders
kräftigen Farben.
-
Dies
ist nach gegenwärtigen Verständnis darauf zurückzuführen,
dass die die Grenzfläche der dielektrischen Schichten 76, 78 jeweils
einen Lichtanteil zurück zur Metallschicht 74 reflektiert
und so eine mehrfache Absorption innerhalb eines Lichtpfads bewirkt.
Für kräftige Farben ist dabei ein großer
Brechungsindexunterschied, wie beispielsweise zwischen ZnS als hochbrechender
Dielektrikumsschicht und MgF2 als niedrigbrechender
Dielektrikumsschicht vorteilhaft.
-
7 zeigt
die Verwendung einer Variante des Durchsichtssicherheitselements
der 6 zur Abdeckung einer durchgehenden Öffnung
einer Banknote 10. Das dargestellte Durchsichtssicherheitselement 80 weist
ein Foliensubstrat 88 mit einer Prägelackschicht 85 mit
einer Hologrammprägestruktur auf. Auf das Foliensubstrat 88 ist
ein Dünnschichtelement 82 mit einem Dreischichtaufbau
wie in 6, also mit der Schichtfolge: semitransparente
Metallschicht 94, niedrigbrechende Dielektrikumsschicht 96 und
hochbrechende Dielektrikumsschicht 98 aufgebracht. Wie
in 7 gezeigt, kann die semitransparente Metallschicht 94 auch
nur bereichsweise vorliegen. Das Dünnschichtelement 62 ist
weiter mit einer Schutzlackschicht 84 versehen und über
eine Kleberschicht 86 im Bereich der Öffnung 14 auf
die Banknote 10 aufgebracht.
-
Bei
Betrachtung im Auflicht zeigt das Durchsichtssicherheitselement 80 ein
opakes Metallhologramm ohne Farbkippeffekt, wie bei 2 beschrieben.
Im Durchlicht zeigt sich ein semitransparenter Farbkippeffekt mit
sehr kräftigen Farben, wie grundsätzlich bei 3 beschrieben.
-
Ohne
dadurch an eine bestimmte Erklärung gebunden sein zu wollen,
kommt die farbige Transmission bei im Wesentlichen farbneutraler
Reflexion nach gegenwärtigem Verständnis wie folgt
zustande: Dielektrische Schichten können Bereiche des sichtbaren
Spektrums in der Transmission blockieren, so dass die Reflexion farbig
erscheint. Da kein Licht absorbiert wird, beinhaltet die Transmission
die Komplementärfarbe der Reflexion. Wird nun eine dielektrische
Schicht mit einem selektiv absorbierenden optischen Element kombiniert,
das einen Teil des sichtbaren Spektralbereichs absorbiert, so muss
die Reflexion nicht mehr farblich komplementär zur Transmission
sein. Eine solche Kombination kann vielmehr in Reflexion farbneutral
erscheinen, in Transmission dagegen eine Farbe besitzen.
-
Das
selektiv absorbierende optische Element wird erfindungsgemäß durch
eine sehr dünne Metallschicht einer Dicke unterhalb von
100 nm gebildet. Die selektive optische Absorption im sichtbaren
Spektralbereich beruht dabei nach gegenwärtigem Verständnis
anders als bei herkömmlichen farbkippenden Strukturen nicht
auf der Interferenz von mehrfach reflektierten Lichtstrahlen, sondern
auf einer intrinsischen Eigenschaft von Metallen, nämlich
der Tatsache, dass Metalle für Licht mit einer höheren
Frequenz als der Plasmafrequenz des Metalls transparent werden.
-
Der
Einfluss auf die Transmission im sichtbaren Spektralbereich ist
dabei umso größer, je näher die Plasmafrequenz
am sichtbaren Bereich liegt. Licht, dessen Frequenz der Plasmaresonanz
entspricht, wird verstärkt absorbiert und die Transmission
für denselben Wellenlängenbereich erhöht.
Der Farbeffekt der Metallschicht alleine ist dabei annähernd
unabhängig vom Einfallswinkel des Lichtes bzw. vom Betrachtungswinkel des
Beobachters. Auch verändert sich die transmittierte Farbe
kaum, wenn die Schichtdicke der Metallschicht geändert
wird. Eine Änderung der Schichtdicke hat in erster Linie
nur Einfluss auf die Farbintensität.
-
Die
folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse numerischer Simulationen der
Transmission dünner Metallschichten (d = 5 nm bis 60 nm).
Angegeben ist dabei der jeweils der Farbeindruck der Metallschicht,
der Abstand der Farbe vom Weißpunkt W in der CIE-xy-Farbtafel
bei 10% Intensität (siehe
8),
sowie die Wellenlängen maximaler Transmission Tmax und
des Absorptionspeaks Pabs. Tabelle 1:
| Metall | Farbe | Farbabstand | Tmax | Pabs |
| Ag | blau | 0,11 | 330
nm | 240–280
nm |
| Al | blau | 0,07 | 950
nm | 830
nm |
| Au | gelb | 0,09 | 540–600
nm | - |
| Cr | leicht
blau | 0,03 | - | 600
nm |
| Ni | leicht
blau | 0,04 | 370
nm | - |
| Cu | rötlich | 0,05 | 590
nm | 250
nm |
| K | blau | 0.07 | im
Blauen | im
Blauen |
| W | rötlich | 0,01 | rot | blau |
-
Wie
aus Tabelle 1 ersichtlich, sind die Metalle Silber, Gold, Aluminium,
Kalium und Kupfer besonders farbintensiv (großer Farbabstand
zum Weißpunkt).
-
Die
Verwendung einer Kombination von dielektrischen Schichten mit einem
selektiv absorbierenden optischen Element bietet insbesondere den
Vorteil, dass der Farbton anders als bei Interferenzschichtstrukturen
nicht empfindlich von der Schichtdicke abhängt, so dass
dieser Parameter bei der Herstellung nicht kritisch ist. Auch ist
die Herstellung homogener Metallschichten weniger aufwendig als
beispielsweise die Herstellung von Clusterschichten, die grundsätzlich
ebenfalls als selektive Absorber infrage kommen.
-
8 zeigt die Ergebnisse einer numerischen
Simulation für dünne Silberschichten (d = 5 nm
bis 40 nm) in einer dielektrischen Umgebung mit Brechungsindex n
= 1,5 bei senkrechter Betrachtung in Reflexion (linke Figurenhälfte, 8(a), (b), (c)) bzw. in Transmission (rechte
Figurenhälfte, 8(d), (e),
(f)). Für die numerische Berechnung wurde das Emissionsspektrum
einer D65-Lampe verwendet, das in etwa dem Farbspektrum des Tageslichts
entspricht.
-
Dabei
zeigen die 8(a) und (d) jeweils die
CIE-xy-Farbtafel, bei der der Spektralfarbenzug 100, auf dem
Spektralfarben liegen, alle für das menschliche Auge wahrnehmbaren
Farbarten, gegeben jeweils durch Buntton und Sättigung,
für eine bestimmte Helligkeit einschließt. Zur
Orientierung sind auf dem Spektralfarbenzug 100 die Farben
Rot bei 630 nm, Gelb bei 570 nm, Grün bei 520 nm und Blau
bei 480 nm durch Angabe der Wellenlänge markiert. Geschlossen
wird der Spektralfarbenzug 100 durch die Purpurgerade 102.
Die Farben auf dem Spektralfarbenzug 100 weisen jeweils
maximale Sättigung auf. Bei Annäherung an den
Unbuntpunkt oder Weißpunkt W nimmt die Sättigung
ab, bis sie am Weißpunkt (x = 1/3; y = 1/3) vollständig
entsättigt sind.
-
Die 8(b) und (e) zeigen in Abhängigkeit
von der Schichtdicke d der Silberschicht den Anteil des reflektierten
Lichts R bzw. transmittierten Lichts T in Prozent. Die Reflexion
bzw. die Transmission wurde bereits mit der Empfindlichkeit des
menschlichen Auges gewichtet und entspricht daher dem L-Wert des
Lab-Farbraumes. Schließlich zeigen die 8(c) und
(f) in Abhängigkeit von der Schichtdicke d der Silberschicht
die Farbigkeit F des reflektierten bzw. transmittierten Lichts,
ausgedrückt durch den Abstand des jeweiligen Farb-orts
vom Weißpunkt W in der CIE-xy-Farbtafel.
-
Mit
Bezug zunächst auf die 8(b) und
(e) zeigen die Kurven 104 und 106 den Anteil des
reflektierten Licht bzw. des transmittierten Lichts. Dabei steigt
der Anteil des reflektierten Lichts von etwa 8% bei einer Schichtdicke
von d = 5 nm bis zu über 80% bei einer Schichtdicke von
d = 40 nm an (Kurve 104). Entsprechend fällt der
Anteil des transmittierten Lichts von etwa 90% bei einer Schichtdicke
von d = 5 nm auf etwa 10% bei einer Schichtdicke von d = 40 nm ab
(Kurve 106).
-
Gleichzeitig
steigt die Farbigkeit des transmittierten Lichts mit der Schichtdicke
von etwa 0,025 bei einer Schichtdicke von d = 5 nm auf etwa 0,10
bei einer Schichtdicke von d = 40 nm an, wie durch die Kurve 110 in 8(f) gezeigt. Der Farbort des transmittierten
Lichts ist durch die Kurve 114 in 8(d) dargestellt.
Mit zunehmender Schichtdicke bewegt sich der Farbort der Transmission
vom Weißpunkt W ins Blaue, etwa in Richtung auf die Markierung
für 480 nm am Spektralfarbzug 100, so dass das
transmittierte Licht bei einer Schichtdicke oberhalb von 25 nm deutlich
blau erscheint.
-
Dagegen
fällt die Farbigkeit des reflektierten Lichts mit zunehmender
Schichtdicke von etwa 0,07 bei einer Schichtdicke von d = 5 nm auf
etwa 0,02 bei einer Schichtdicke von d = 40 nm ab, wie durch die
Kurve 108 in 8(c) gezeigt.
Der Farbort des reflektierten Lichts ist durch die Kurve 112 in 8(a) angegeben. Ausgehend von einem leicht
orangen Farbort bei d = 5 nm nähert sich die Reflexionsfarbe
dem Weißpunkt W an, so das reflektierte Licht bei einer
Schichtdicke oberhalb von 25 nm im Wesentlichen farbneutral erscheint.
-
Der
Effekt der Farberzeugung durch eine sehr dünne Metallschicht
als selektiv absorbierendes optisches Element wird erfindungsgemäß mit
dielektrischen Schichten kombiniert, um einerseits die Farbe zu
verstärken und andererseits zusätzlich einen Farbkippeffekt
zu realisieren. Besonders starke Effekte werden dabei erreicht,
wenn zwei unterschiedliche dieelektrische Schichten mit einer dieelektrische
Grenzfläche vorgesehen werden, die einen Teil des Licht
möglichst effizient zurück auf die Metallschicht
lenkt, um eine mehrfache Absorption in einem Lichtpfad zu bewirken,
wie beispielsweise bei den oben in Zusammenhang mit den 6 und 7 beschriebenen
Gestaltungen.
-
9 zeigt dazu die Ergebnisse einer numerischen
Simulation für eine dünne Silberschicht (d = 25 nm),
die über einer niedrigbrechenden Dielektrikumsschicht in
Form einer 500 nm dicken MgF2-Schicht, einer hochbrechenden
Dielektrikumsschicht in Form einer 50 nm dicken ZnS-Schicht und
einem Dielektrikum mit n = 1,5 angeordnet ist. Der der Simulation
zugrundeliegende Aufbau entspricht weitgehend dem Durchsichtssicherheitselement 60 der 6,
allerdings mit umgekehrter Schichtenfolge des Dünnschichtelements 62,
so dass die Aufsicht auf die dünne Silberschicht erfolgt.
-
Die 9(a) bis (f) stellen die Helligkeit und
Farbigkeit dieser Schichtenfolge in Abhängigkeit von der Lichteinfallsrichtung,
ausgedrückt durch den Polarwinkel θ für
Betrachtung in Reflexion (linke Figurenhälfte, 9(a), (b), (c)) bzw. in Transmission (rechte
Figurenhälfte, 9(d), (e),
(f)) dar.
-
Wie
bei 8 zeigten die 9(a) und
(d) jeweils den Farbort in der CIE-xy-Farbtafel, die 9(b) und (e) den Anteil des reflektierten
Lichts R bzw. transmittierten Lichts T und die 9(c) und
(f) die Farbigkeit F des reflektierten bzw. transmittierten Lichts,
ausgedrückt durch den Abstand des jeweiligen Farborts vom Weißpunkt
W in der CIE-xy-Farbtafel.
-
Mit
Bezug zunächst auf die 9(b) und
(e) geben die Kurven 124 und 126 den Anteil des
reflektierten Licht bzw. des transmittierten Lichts an. Der Anteil
des reflektierten Lichts liegt dabei für Einfallswinkel
zwischen 0° (senkrechter Einfall) und 60° stets
zwischen 70% und 80% (Kurve 124), der Anteil des transmittierten Lichts
liegt zwischen 15% und etwas über 25% (Kurve 126).
-
Die
Farbigkeit des transmittierten Lichts und der Farbkippeffekt ist
aus den 9(d) und (f) zu erkennen.
Der in 9(d) durch die Kurve 134 angegebene
Farbort ändert von dem Anfangspunkt 136 im Blauen, der
senkrechter Einfallsrichtung (θ = 0°) entspricht,
mit zunehmendem Kippwinkel über die Purpur- und Rottöne
bis zum Endpunkt 138 im gelben Spektralbereich, der einer
schrägen Betrachtungsrichtung (θ = 60°)
entspricht. Wie aus der Farbabstandskurve 130 der 9(f) zu erkennen, ist der Farbabstand
des transmittierten Lichts vom Weißpunkt W dabei bis zu
einem Kippwinkel von etwa 45° stets größer
als 0,10, in Teilbereichen sogar größer als 0,15.
Die angegebene Schichtenfolge zeigt daher in Transmission kräftige
Farben und einen deutlich ausgeprägten Farbkippeffekt.
-
Dagegen
sind die Farbigkeit und die Farbänderung des reflektierten
Lichts deutlich geringer, wie in den 9(a) und
(c) gezeigt. Der in 9(a) durch die
Kurve 132 angegebene Farbort ändert sich von einem
entsättigten orangen Farbort bei senkrechter Einfallsrichtung
mit zunehmendem Kippwinkel über schwache Grüntöne
bis zu einem blassen Blau nahe des Weißpunkts W bei schräger
Betrachtungsrichtung. Wie aus der Farbabstandskurve 128 der 9(c) zu erkennen, ist der Farbabstand
des reflektierten Lichts vom Weißpunkt W dabei stets kleiner
als 0,08, zum größten Teil sogar kleiner als 0,05.
Die angegebene Schichtenfolge zeigt daher in Reflexion nur sehr
schwache, fast vollständig entsättigte Farben,
die vor dem Hintergrund der metallischen Reflexion visuell kaum
auffallen. Aufgrund der geringen Abweichung der Farborte vom Weißpunkt
tritt auch die Farbänderung der entsättigten Farben
beim Kippen praktisch nicht in Erscheinung.
-
Weitere
Einsatzmöglichkeiten erfindungsgemäßer
Durchsichtssicherheitselemente werden nunmehr mit Bezug auf die 10 bis 15 kurz
beschrieben.
-
10 zeigt
eine Polymerbanknote 140 mit einem Druckbereich 142 und
einem transparenten Bereich 144, in dem ein erfindungsgemäßes
Durchsichtssicherheitselement 150 mit dem oben beschriebenen Auflicht/Durchlicht
Effekt aufgebracht ist.
-
Mit
Bezug insbesondere auf die 11, die
einen Schnitt durch die Polymerbanknote 140 der 10 entlang
der Linie XI-XI zeigt, weist das Durchsichtssicherheitselement 150 ein
releasefähiges Foliensubstrat 158 auf, das mit
einer Prägelackschicht 155 mit einer Hologrammprägestruktur
und einem Dünnschichtelement 152 versehen ist.
Das Dünnschichtelement 152 weist einen Dreischichtaufbau
auf mit der Schichtfolge: semitransparente Metallschicht 164,
beispielsweise aus Aluminium oder Silber, niedrigbrechende Dielektrikumsschicht 166,
beispielsweise aus MgF2 oder SiO2, und hochbrechende Dielektrikumsschicht 168,
beispielsweise aus ZnS.
-
Die
semitransparente Metallschicht 164 kann auch Aussparungen 162 in
Form von Mustern, Zeichen oder einer Codierung, beispielsweise der
in 10 gezeigten Buchstabenfolge „PL”,
aufweisen. Das Dünnschichtelement 152 ist mit
einer Schutzlackschicht 154 versehen und über
eine Kleberschicht 156 im transparenten Bereich 144 auf
die Polymerbanknote 140 aufgebracht. Nach dem Transfer
wird das Foliensubstrat 158 abgezogen, wie durch das Bezugszeichen 160 angedeutet.
-
Die 12 und 13 zeigen
zwei Varianten, bei denen erfindungsgemäße Durchsichtssicherheitselemente
mit Hybridsubstraten, wie etwa Folienverbundbanknoten, kombiniert
sind. 12 zeigt eine Folienverbundbanknote 170 mit
einer ersten PET-Folie 172, einer Papierlage 174 und
einer zweiten PET-Folie 176. Ein Durchsichtssicherheitselement 180 der
oben beschriebenen Art ist in einem Fensterbereich 178 der
Folienverbundbanknote 170 in die Papierlage 174 eingebettet.
-
Bei
der in 13 gezeigten Variante ist das
Durchsichtssicherheitselement 180 im Bereich des Fensters 178 auf
die zweite PET-Folie 176 der Folienverbundbanknote 170 aufgebracht.
Das Durchsichtssicherheitselement 180 enthält
ein releasefähiges Foliensubstrat 182, das nach
dem Transfer abgezogen wird, wie durch das Bezugszeichen 184 angedeutet.
-
Erfindungsgemäße
Durchsichtssicherheitselemente können auch bei Karten eingesetzt
werden, sofern diese zumindest teilweise transparent sind. 14 zeigt
dazu eine Karte 190, bei der ein Durchsichtssicherheitselement 180 der oben
beschriebenen Art in einem transparenten Bereich auf die Oberfläche
der Karte 190 aufgebracht ist. Das releasefähige
Foliensubstrat 182 des Durchsichtssicherheitselements 180 wird nach
dem Transfer abgezogen (Bezugszeichen 184). In anderen
Gestaltungen kann ein erfindungsgemäßes Durchsichtssicherheitselement 192 auch
in eine innere Schicht 194 der Karte 190 eingebettet
sein, wie in 15 gezeigt.
-
In
den beschriebenen Ausführungsbeispielen wurde das erfindungsgemäße
Durchsichtssicherheitselement zumeist beispielhaft mit einer Hologrammstruktur
kombiniert. Es versteht sich jedoch, dass diese Variante nur der
Illustration dient und dass auch Kombinationen mit anderen diffraktiven
Mikrostrukturen, wie etwa holographischen Gitterbildern oder hologrammähnlichen
Beugungsstrukturen, infrage kommen, oder mit mikrooptischen Reliefstrukturen,
wie etwa geblazten Gittern, Fresnel-Strukturen, Linsen- oder Mikrospiegelstrukturen.
Neben Mikroreliefstrukturen in der Größenordnung
der Lichtwellenlänge kommen auch Mikrostrukturen mit kleineren
Strukturelementen für eine solche Kombination in Betracht,
wie etwa Subwellenlängengitter oder Mottenaugenstrukturen,
deren Strukturelemente auch kleiner als 100 nm sein können.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - WO 03/070482
A1 [0042, 0042]