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DE102009008366B3 - Elektromotorisches Schließsystem mit Einklemmschutz - Google Patents

Elektromotorisches Schließsystem mit Einklemmschutz Download PDF

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DE102009008366B3
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Erwin Kessler
Wolfgang Schulter
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Continental Automotive GmbH
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    • H02GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
    • H02HEMERGENCY PROTECTIVE CIRCUIT ARRANGEMENTS
    • H02H7/00Emergency protective circuit arrangements specially adapted for specific types of electric machines or apparatus or for sectionalised protection of cable or line systems, and effecting automatic switching in the event of an undesired change from normal working conditions
    • H02H7/08Emergency protective circuit arrangements specially adapted for specific types of electric machines or apparatus or for sectionalised protection of cable or line systems, and effecting automatic switching in the event of an undesired change from normal working conditions for dynamo-electric motors
    • H02H7/085Emergency protective circuit arrangements specially adapted for specific types of electric machines or apparatus or for sectionalised protection of cable or line systems, and effecting automatic switching in the event of an undesired change from normal working conditions for dynamo-electric motors against excessive load
    • H02H7/0851Emergency protective circuit arrangements specially adapted for specific types of electric machines or apparatus or for sectionalised protection of cable or line systems, and effecting automatic switching in the event of an undesired change from normal working conditions for dynamo-electric motors against excessive load for motors actuating a movable member between two end positions, e.g. detecting an end position or obstruction by overload signal

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein elektromotorisches Schließsystem (100), bei dem, wenn sich die Ausgangsstellung des Verschließkörpers (2) des Systems bei Erhalt einer Schließanweisung in der kritischen Zone befindet, der Verschließkörper (2) zunächst einen kurzen Weg in Richtung seiner Offenstellung bewegt wird, bevor die Bewegung umgekehrt wird, um den Verschließkörper (2) in seine Geschlossenstellung zu bewegen. In dem Anlaufbereich vom Umkehren der Bewegung des Verschließkörpers (2) bis zum Erreichen der anfänglichen Ausgangsstellung ist ein Einklemmen von Objekten ausgeschlossen, so dass der Einklemmschutzeinrichtung des elektromotorischen Schließsystems (100) Referenzwerte zur Bestimmung der für das Verschieben des Verschließkörpers (2) charakteristischen Antriebsparameter verfügbar sind.

Description

  • Die Erfindung betrifft elektromotorische Schließsysteme und insbesondere fernbedienbare elektromechanische Schließsysteme mit integriertem Einklemmschutz.
  • Im Automobilbau finden elektromotorische Schließsysteme unter anderem als elektrisch betätigbare Fensterheber oder Schiebedachantriebe Verwendung. Die elektromotorischen Schließsysteme bewegen einen Verschließkörper zum Verschließen einer Öffnung. Der Verschließkörper kann dabei in einer Führung verschoben werden, die in oder an der Öffnung ausgebildet ist. Dies trifft z. B. auf Fenster zu, die in einem Fahrzeugfensterrahmen geführt sind, oder auf in einer Fahrzeugdachluke geführte Schiebedächer. Der Verschließkörper kann aber unter anderem auch zum Freigeben der Öffnung durch Kippen oder Falten ausgebildet sein, wie es beispielsweise bei Hubdach- oder Faltdachsystemen der Fall ist. Selbstverständlich gibt es Systeme bei denen unterschiedliche Öffnungs- bzw. Verschließbewegungsarten miteinander kombiniert sind.
  • Der Bereich zwischen der Offenstellung des Verschließkörpers, bei der die maximal mögliche Zugänglichkeit der Öffnung gegeben ist, und der Geschlossenstellung des Verschließkörpers, bei der die Öffnung entweder ganz verschlossen oder soweit als möglich verschlossen ist, wird als Schließbereich bezeichnet.
  • Zum Vermeiden von Personenschäden durch Einklemmen von Körperteilen beim Verschließen der Öffnung mit dem Verschließkörper sind an den elektromotorischen Schließsystemen geeignete Schutzsysteme vorzusehen, die im Gefahrenfall den Schließvorgang anhalten oder die Kraft reduzieren, mit der der Verschließkörper bewegt wird. Prinzipiell werden die Schutzsysteme in zwei Kategorien eingeteilt, direkt messende Systeme und indirekt messende Systeme. Direkt messende Systeme prüfen die Anwesenheit von Objekten im Schließbereich mittels geeigneter Sensoren, indirekt messende Systeme schließen auf die Anwesenheit eines im Schließbereich eingeklemmten Objekts anhand von Rückwirkungen auf den elektromotorischen Antrieb des Schließsystems.
  • Direkt messende Systeme bieten bei geeigneter Auslegung ein Höchstmass an Sicherheit, sind jedoch verhältnismäßig aufwändig und damit auch kostspielig in der Implementierung.
  • Indirekt messende Systeme sind dagegen in der Regel relativ preisgünstig. Da sie üblicherweise die zur Steuerung des elektromotorischen Antriebs bereits vorhandenen Sensoren nutzen, sind häufig auch keine zusätzlichen Sensoren erforderlich. Nachteilig an diesen Systemen ist allerdings, dass sich aus der Rückwirkung der Bewegung eines Verschließkörpers auf den elektromotorischen Antrieb allein nicht unmittelbar erkennen lässt, ob Objekte bzw. Fremdkörper (sogenannte Klemmkörper) im Schließbereich eingeklemmt sind. Dies liegt vor allem daran, dass die beim Bewegen des Verschließkörpers aufzubringenden Kräfte von einer Vielzahl von Faktoren abhängen, von denen viele sich mit der Zeit oder mit sich verändernden Umgebungsbedingungen ändern. Beispielsweise können sich mit der Zeit in der Führung eines Fahrzeugfensters Partikel ansammeln, die das Verschieben des Fensters im Fensterrahmen zunehmend erschweren. Aber auch anderen Faktoren, wie z. B. Luftfeuchtigkeit, sehr hohe oder sehr tiefe Temperaturen, lassen die zum Verschieben oder andersartigen Bewegen des Verschließkörpers erforderliche Kraft von Mal zu Mal variieren. Außerdem verändern sich die Betriebsparameter eines als Antrieb dienenden Elektromotors auch mit dessen Versorgungsspannung, deren Wert beispielsweise zwischen 9 V bei alten, leeren Fahrzeugbatterien und 16 V bei Versorgung durch die Lichtmaschine eines Fahrzeugs schwanken kann.
  • In vielen Ländern existieren Bestimmungen, die eine maximal zulässige Klemmkraft vorschreiben, die unter allen Randbedingungen einzuhalten ist. Insbesondere für die kritische Zone, bei der die aufgrund der unvollständigen Abdeckung der Öffnung durch den Verschließkörper verbliebene Restöffnung in Schließrichtung kleiner oder gleich einem bestimmten Wert ist, dürfen bestimmte Klemmkräfte nicht überschritten werden. In Kapitel S5 der für die Vereinigten Staaten von Amerika gültigen Norm FMVSS118 wird die Öffnungsweite der kritischen Zone beispielsweise mit 20 mm angegeben, und eine maximal zulässige Klemmkraft für diesen Bereich bei einem relativ harten Prüfkörper von 65 N/mm vorgegeben. Bei harten Klemmkörpern wird bereits innerhalb sehr kurzer Verfahrwege eine hohe Klemmkraft ausgebildet. Bei geringem Abstand des Klemmkörpers zum Verschließkörper oder aber, wenn der Klemmkörper bereits eingeklemmt ist, ist die Aktivierung der Schließvorrichtung besonders kritisch.
  • Die höchsten Sicherheitsanforderungen sind an elektromotorische Schließsysteme zu stellen, wenn die Schließung ohne Sichtkontakt des Bedieners vorgenommen wird, und damit keine Kontrolle bezüglich eines eventuellen Einklemmens von Fremdobjekten im Schließbereich gegeben ist. Dies ist insbesondere bei einer Aktivierung des Schließsystems über eine Funkfernbedienung der Fall, aber auch bei einer automatischen Aktivierung von Schließvorgängen durch automatische Systeme, wie z. B. Regensensoren.
  • Die Verantwortung zum Vermeiden von Schäden obliegt daher allein der technischen Ausführung des Schließsystems.
  • Bei bekannten elektromotorischen Schließsystemen mit indirektem Einklemmschutz wird zur Klemmkraftreduzierung eine Leistungssteuerung der elektromotorischen Antriebe verwendet, die den Schließvorgang mithilfe einer pulsweitenmodulierten Ansteuerung im kritischen Bereich gezielt verlangsamt und die vom Antrieb aufgebrachte Kraft reduziert. Eine solche pulsweitenmodulierte Leistungssteuerung des elektromotorischen Antriebs erfordert jedoch zusätzliche Bauelemente, deren Einsatz mit einem Bedarf an zusätzlichem Bauraum und auch mit Mehrkosten verbunden ist.
  • Die Druckschrift DE 10 2007 030 656 A1 offenbart ein Verfahren sowie eine Verstelleinrichtung zum Erkennen eines Einklemmfalles im Stellweg eines motorisch angetriebenen Stellelements, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, wobei stellwegsabhängig der Wert eines eine Motorbelastung charakterisierenden Betriebsparameter erfasst, der jeweils aktuelle Wert des Betriebsparameters mit jeweils einem dem aktuellen Stellweg zugeordneten, vorgegebenen Schwellwert verglichen und bei Über- oder Unterschreiten des Schwellwerts durch den aktuellen Wert des Betriebsparameters der Motor abgeschaltet und/oder reversierend angetrieben wird.
  • Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein elektromotorisches Schließsystem anzugeben, das einen kostengünstigen und dennoch sicheren Einklemmschutz gewährleistet.
  • Die Aufgabe wird gemäß den unabhängigen Ansprüchen der Erfindung gelöst.
  • Die Erfindung umfasst ein elektromotorisches Schließsystem mit einem elektromotorischen Antrieb zum Bewegen eines Verschließkörpers zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung, einem steuerbaren Schaltelement, das den elektromotorischen Antrieb mit einer Spannungsversorgung verbindet, einem ersten Sensorelement zum Wandeln des Drehwinkels des elektromotorischen Antriebs in eine erste elektrische Messgröße, und einer Steuerung, die ausgebildet ist, die jeweilige Lage des Verschließkörpers zwischen der ersten Stellung und der zweiten Stellung unter Verwendung der ersten elektrischen Messgröße zu bestimmen und das Schaltelement in Abhängigkeit eines Anweisungssignals und der bestimmten Lage des Verschließkörpers zu steuern. Die Steuerung ist ferner dazu ausgebildet, bei Erhalt eines als Verschließanweisung ausgebildeten Anweisungssignals zum Bewegen des Verschließkörpers in Richtung zur zweiten Stellung und wenn die bei Erhalt der Verschließanweisung bestimmte Ausgangslage des Verschließkörpers relativ zur zweiten Stellung einen ersten vorgegebenen Abstand unterschreitet, das Schaltelement in einen ersten Schaltzustand zu steuern, bei dem die Verbindung des elektromotorischen Antriebs mit der Spannungsversorgung ein Bewegen des Verschließkörpers in Richtung der ersten Stellung bewirkt, den Abstand der aktuellen Lage des Verschließkörpers von der Ausgangslage bei Erhalt der Verschließanweisung zu bestimmen und, wenn dieser Abstand einen vorgegebenen zweiten Abstand erreicht oder überschreitet, das Schaltelement in einen zweiten Schaltzustand zu steuern, bei dem die Verbindung des elektromotorischen Antriebs mit der Spannungsversorgung ein Bewegen des Verschließkörpers in Richtung der zweiten Stellung bewirkt, und dabei die Einklemmschutzeinrichtung zur fortlaufenden Überwachung der Antriebsparameter aktiviert.
  • In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die in dieser Beschreibung und den Ansprüchen zur Aufzählung von Merkmalen verwendeten Begriffe ”umfassen”, ”aufweisen”, ”beinhalten”, ”enthalten” und ”mit”, sowie deren grammatikalische Abwandlungen, generell eine nichtabschließende Aufzählung von Merkmalen, wie z. B. Verfahrensschritten, Einrichtungen, Bereichen, Größen und dergleichen bezeichnen, die in keiner Weise das Vorhandensein anderer oder zusätzlicher Merkmale oder Gruppierungen von anderen oder zusätzlichen Merkmalen ausschließt.
  • Die Erfindung umfasst ferner ein Verfahren zum Steuern eines elektromotorischen Antriebs zum Bewegen eines Verschließkörpers eines elektromotorischen Schließsystems zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung, mit Schritten zum Prüfen des Vorhandenseins einer Verschließanweisung zum Bewegen des Verschließkörpers in Richtung zur zweiten Stellung, Prüfen des Abstands der Ausgangslage des Verschließkörpers bei Erhalt der Verschließanweisung relativ zur zweiten Stellung, Steuern des elektromotorischen Antriebs zum Bewegen des Verschließkörpers in Richtung zur ersten Stellung, wenn der Abstand einen ersten vorgegebenen Abstand unterschreitet, und Steuern des elektromotorischen Antriebs zum Bewegen des Verschließkörpers in Richtung zur zweiten Stellung, sobald der Abstand der aktuellen Lage des Verschließkörpers zur Ausgangslage des Verschließkörpers einen zweiten vorgegebenen Abstand erreicht oder überschreitet, wobei gleichzeitig die Einklemmschutzeinrichtung zur fortlaufenden Überwachung der Antriebsparameter aktiviert wird.
  • Die Erfindung ermöglicht einem indirekten Einklemmschutz ein Erkennen von im Schließbereich eines elektromotorischen Schließsystems eingeklemmten Fremdkörpern unabhängig von der lediglich zum Bewegen des Verschließkörpers ohne behindernde Fremdkörper aufzubringenden Verschiebekraft. Dies wird erreicht, indem der Verschließkörper zunächst von der Ausgangslage, um einen bestimmten Betrag in Richtung der Offenstellung bewegt wird um beim anschließenden Zurückführen in die Ausgangslage den Wert der lediglich zum Verschieben des Verschließkörpers erforderlichen Verschiebekraft bestimmen zu können.
  • Die Erfindung wird in ihren abhängigen Ansprüchen weitergebildet.
  • Vorteilhaft wird das Verfahren zum Steuern eines elektromotorischen Antriebs des elektromotorischen Schließsystems dann ausgeführt, wenn die Verschließanweisung von einer Funkfernbedienung an das Schließsystem übertragen wird.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird das Verfahren zum Steuern eines elektromotorischen Antriebs des elektromotorischen Schließsystems vorzugsweise auch dann ausgeführt, wenn die Verschließanweisung in Abhängigkeit von Sensorsignalen generiert wird.
  • Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung erfindungsgemäßer Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den Ansprüchen sowie den Figuren. Die einzelnen Merkmale können bei einer Ausführungsform gemäß der Erfindung je für sich oder zu mehreren verwirklicht sein. Bei der nachfolgenden Erläuterung einiger Ausführungsbeispiele der Erfindung wird auf die beiliegenden Figuren Bezug genommen, von denen
  • 1 ein Prinzipschaltbild eines elektromotorischen Schließsystems mit einer verschiebekraftkompensierten Antriebssteuerung zeigt, und
  • 2 ein Flussdiagramm mit den wesentlichen Schritten eines Verfahren zum Steuern eines elektromotorischen Antriebs zum Bewegen eines Verschließkörpers eines elektromotorischen Schließsystems zeigt.
  • In 1 ist ein Prinzipschaltbild eines elektromotorischen Schließsystems 100 mit einer verschiebekraftkompensierten Antriebssteuerung dargestellt. Das elektromotorische Schließsystem 100 weist einen elektromotorischen Antrieb 1 auf, der einen Elektromotor 1b und ein Getriebe 1a umfasst. Das Getriebe 1a dient der Übersetzung einer Drehung des Motors 1b in eine Bewegung des Verschließkörpers 2. Die Ausbildung des Verschließkörpers 2 sowie die Art seiner durch das Getriebe 1a bewirkten Bewegung sind durch konkrete Funktion und Ausbildung des jeweils eingesetzten Verschließkörpers bestimmt. Ist der Verschließkörper 2 beispielsweise als Fensterscheibe eines Fahrzeugfensters ausgeführt, so kann die Bewegung in einer Verschiebung der Fensterscheibe innerhalb des Fensterrahmens bestehen. Das Getriebe 1a ist in diesem Fall als Fensterheber ausgebildet. Bei Ausbildung des Verschließkörpers 2 als Schiebedach kann die Bewegung sowohl in einem Verschieben des Schiebedachs hin zu oder relativ zu einer Fahrzeugdachluke bestehen, als auch und eventuell zusätzlich in einer Kippbewegung.
  • In der in 1 dargestellten beispielhaften Ausführungsform ist der Motor 1b als Gleichstrommotor ausgebildet, der durch Anlegen der von der Fahrzeugbatterie 4 bereitgestellten Bordspannung in Drehung gesetzt wird. Die jeweilige Lage des Verschließkörpers 2 zwischen den beiden Endstellungen, d. h. zwischen der Offenstellung, bei welcher der Verschließgegenstand die von ihm abgedeckte Öffnung maximal freigibt, und der Geschlossenstellung, bei der der Verschließkörper 2 die Öffnung ganz oder soweit als möglich verschließt, kann über die Drehung des Motors 1b festgestellt werden. Die Motordrehung wird über einen Sensor 5 erfasst, beispielsweise ein Hallsensor, mit dem der Drehwinkel des Motors 1b bestimmt bzw. gemessen werden kann.
  • Die Drehrichtung des Motors 1b beim Überführen des Schließkörpers 2 in die Geschlossenstellung ist der beim Überführen des Schließkörpers 2 in die Offenstellung entgegengesetzt. Das als Reversieren bezeichnete Umkehren der Motordrehrichtung wird bei der in 1 dargestellten beispielhaften Ausführungsform durch Umpolen der dem Motor 1b zugeführten Spannung erreicht.
  • Die Umpolung erfolgt mit dem steuerbaren Schaltelement 3, das drei Schaltstellungen einnehmen kann. In einer ersten Schaltstellung des Schaltelements 3 sind die zum Motor 1b führenden Leitungen mit den in 1 jeweils oben gelegenen Anschlüssen zur Fahrzeugbatterie 4 verbunden. In der zweiten Schaltstellung verbindet das Schaltelement 3 die zum Motor 1b führenden Leitungen jeweils mit den in 1 unten gelegen dargestellten Leitungen zur Fahrzeugbatterie 4. In der in 1 dargestellten dritten Schaltstellung besteht keine elektrische Verbindung zwischen der Fahrzeugbatterie 4 und dem Motor 1b.
  • Die Steuereinrichtung umfasst eine (in 1 nicht dargestellte) Einklemmschutzeinrichtung 14, um die vom Schließkörper 2 auf einen Klemmkörper ausgeübte Klemmkraft auf einen vorgegebenen maximalen Wert zu begrenzen. Die Ermittlung der Klemmkraft durch die Einklemmschutzeinrichtung 14 kann auf der Grundlage des vom Antrieb 1 aufgenommenen Motorstroms erfolgen. In diesem Fall kann im Motorstromkreislauf, wie in dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel gezeigt ist, ein Messwiderstand 6 zur Messung des vom Motor 1b aufgenommen Stroms vorgesehen sein. Der vom Motorstrom am Messwiderstand 6 verursachte Spannungsabfall wird dann über eine Spannungsmesseinrichtung 7 erfasst. Spannungsmesseinrichtung 7 und Messwiderstand 6 bilden zusammen einen Strommesssensor, der über die Signalleitung 12 mit der Steuereinrichtung 10 des elektromotorischen Schließsystems 100 verbunden ist. Abweichend vom dargestellten Ausführungsbeispiel kann die Einklemmschutzeinrichtung 14 auch auf anderen Verfahren zum indirekten Erfassen einer Einklemmsituation beruhen, insbesondere auf solchen, die Antriebsparameter zur Charakterisierung der vom Antrieb 1 aufgebrachten Kraft ermitteln.
  • Die vom Drehwinkelsensor 5 bereitgestellten Messsignale werden von der Steuereinrichtung 10 über die Signalleitung 11 erhalten. Die Steuerung des Schaltelements 3 durch die Steuerung 10 erfolgt über die Steuerleitung 13.
  • Die vorliegende Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass die Klemmkraft, mit der ein Fremdkörper vom Schließkörper 2 im Schließbereich des elektromotorischen Schließsystems 100 eingeklemmt wird, nur dann zuverlässig bestimmt werden kann, wenn die zum Bewegen des Schließkörpers allein erforderliche Kraft bekannt ist.
  • Zum Vermeiden eines Einklemmens von Objekten in der kritischen Zone, wird zunächst festgestellt, ob sich die Ausgangslage des Verschließkörpers 2 in der kritischen Zone befindet. Ist dies der Fall, so wird der Verschließkörper 2 zunächst über einen begrenzten Bereich in die Offenstellung bewegt, wodurch sich die Öffnung vergrößert. Im Anschluss daran wird die Bewegungsrichtung des Verschließkörpers 2 umgekehrt und der Verschließkörper 2 in Richtung der Geschlossenstellung zur Ausgangslage zurück bewegt. Da der Verschließkörper 2 zuvor in Richtung der Offenstellung zurückgezogen wurde, kann dessen Bewegung zurück zu seiner Ausgangsstellung nicht durch Fremdkörper behindert sein. In diesem Anlaufbereich beginnend mit dem Übergang in die Schließbewegung bis zum Erreichen der Ausgangsposition kann somit kein Einklemmen vorliegen. Hierdurch kann die Einklemmschutzeinrichtung die Betriebsparameter des Antriebs 1 bzw. des Motors 1b bestimmten, die einer ungehinderten Bewegungen des Verschließkörpers 2 zuzuordnen sind. Eine Veränderung dieser Betriebsparameter während des weiteren Schließvorgangs lässt somit auf eine Behinderung der Bewegung des Verschließkörpers 2 und somit auf einen Einklemmvorgang schließen.
  • In dem Flussdiagramm der 2 sind die wesentlichen Schritte des von der Steuerung 10 ausgeführten Verfahrens zur oben beschriebenen verschiebekraftkompensierten Steuerung des elektromotorischen Antriebs eines in 1 dargestellten elektromotorischen Schließsystems gezeigt.
  • Nach Erhalt einer Schließanweisung über eine in 1 nicht dargestellte Signalleitung in Schritt S0 prüft die Steuereinrichtung 10 in Schritt S1 den Abstand der aktuellen Lage des Schließkörpers 2 zu seiner Geschlossenstellung. Die Prüfung erfolgt wie oben angegeben vorzugsweise über eine fortgesetzte Überwachung der Motordrehung. Im nächstfolgenden Schritt S2 wird überprüft, ob der in Schritt S1 festgestellte Abstand kleiner ist als ein vorgegebener Abstand. Wird der vorgegebene Abstand nicht unterschritten, dann befindet sich der Verschließköper 2 nicht in der kritischen Zone. In diesem Fall wird das Verfahren mit Schritt S4 fortgeführt und der Verschließkörper 2 in Richtung seiner Geschlossenstellung bewegt. Während dieses Schließvorgangs ist die Einklemmschutzeinrichtung aktiv, wodurch bei Erkennen eines Einklemmzustands der Antrieb reversiert wird, um den Schließkörper 2 um einen bestimmten Betrag in Richtung der Offenstellung zu verfahren.
  • Wird in Schritt S2 jedoch festgestellt, dass der vorgegebene Abstand unterschritten ist, der Verschließkörper sich somit in der kritischen Zone befindet, so wird in Schritt S3 der Schließkörper zunächst um einen vorgegebenen Betrag in Richtung seiner Offenstellung bewegt. Mit anderen Worten, wird die über den Verschließkörper 2 gesteuerte Freigabe der Öffnung vergrößert. Im darauffolgenden Schritt S4 wird die Bewegung des Verschließkörpers 2 umgekehrt, d. h. der Verschließkörper wird in Richtung seiner Geschlossenstellung bewegt, wobei gleichzeitig die Einklemmschutzeinrichtung aktiviert ist.
  • Die vorliegende Erfindung ermöglicht der Einklemmschutzeinrichtung eine zuverlässige Überwachung von Schließvorgängen mit den Vorzügen einer hohen Robustheit gegen Fehlreversieren bei gleichzeitiger zuverlässiger Einklemmerkennung insbesondere dann, wenn der Abstand zwischen dem Verschließkörper und dem Klemmkörper sehr gering oder sogar null ist.
  • 100
    elektromotorisches Schließsystem
    1
    elektromotorischer Antrieb
    1a
    Elektromotor
    1b
    Getriebe
    2
    Verschließkörper
    3
    Schaltelement
    4
    Fahrzeugbatterie
    5
    Drehwinkelsensor
    6
    Messwiderstand
    7
    Spannungsmesseinrichtung
    10
    Steuereinrichtung
    11
    Signalleitung
    12
    Signalleitung
    13
    Steuerleitung
    14
    indirekte Einklemmschutzeinrichtung
    S0–S4
    Verfahrensschritte

Claims (4)

  1. Elektromotorisches Schließsystem mit – einem elektromotorischen Antrieb (1) zum Bewegen eines Verschließkörpers (2) zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung, – einem steuerbaren Schaltelement (3), das den elektromotorischen Antrieb (1) mit einer Spannungsversorgung (4) verbindet, – einem ersten Sensorelement (5) zum Wandeln des Drehwinkels des elektromotorischen Antriebs in eine erste elektrische Messgröße, – einer Steuerung (10), die ausgebildet ist, die jeweilige Lage des Verschließkörpers (2) zwischen der ersten Stellung und der zweiten Stellung unter Verwendung der ersten elektrischen Messgröße zu bestimmen und das Schaltelement in Abhängigkeit eines Anweisungssignals und der bestimmten Lage des Verschließkörpers zu steuern, und – einer Einklemmschutzeinrichtung, die zur Überwachung der von dem Verschließkörper auf einen Klemmkörper ausgeübten Klemmkraft anhand von Antriebsparametern ausgebildet ist, wobei die Steuerung (10) ferner dazu ausgebildet ist, bei Erhalt eines als Verschließanweisung ausgebildeten Anweisungssignals zum Bewegen des Verschließkörpers (2) in Richtung zur zweiten Stellung und wenn die bei Erhalt der Verschließanweisung bestimmte Ausgangslage des Verschließkörpers relativ zur zweiten Stellung einen ersten vorgegebenen Abstand unterschreitet, – das Schaltelement (3) in einen ersten Schaltzustand zu steuern, bei dem die Verbindung des elektromotorischen Antriebs (1) mit der Spannungsversorgung (4) ein Bewegen des Verschließkörpers in Richtung der ersten Stellung bewirkt, – den Abstand der aktuellen Lage des Verschließkörpers (2) von der Ausgangslage bei Erhalt der Verschließanweisung zu bestimmen und, wenn dieser Abstand einen vorgegebenen zweiten Abstand erreicht oder überschreitet, – das Schaltelement (3) in einen zweiten Schaltzustand zu steuern, bei dem die Verbindung des elektromotorischen Antriebs (1) mit der Spannungsversorgung ein Bewegen des Verschließkörpers (2) in Richtung der zweiten Stellung bewirkt, und dabei die Einklemmschutzeinrichtung zur fortlaufenden Überwachung der Antriebsparameter aktiviert.
  2. Verfahren zum Steuern eines elektromotorischen Antriebs zum Bewegen eines Verschließkörpers (2) eines elektromotorischen Schließsystems (100) zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung, wobei das Verfahren Schritte umfasst zum – Prüfen der Anwesenheit einer Verschließanweisung zum Bewegen des Verschließkörpers (2) in Richtung zur zweiten Stellung (S0), – Prüfen des Abstands der Ausgangslage des Verschließkörpers (2) bei Erhalt der Verschließanweisung relativ zur zweiten Stellung (S1), – Steuern des elektromotorischen Antriebs (1) zum Bewegen des Verschließkörpers (2) in Richtung zur ersten Stellung, wenn der Abstand einen ersten vorgegebenen Abstand unterschreitet (S2), – Steuern des elektromotorischen Antriebs (1) zum Bewegen des Verschließkörpers (2) in Richtung zur zweiten Stellung, wenn der Abstand der aktuellen Lage des Verschließkörpers (2) zur Ausgangslage des Verschließkörpers (2) einen zweiten vorgegebenen Abstand erreicht oder überschreitet, und aktivieren einer Einklemmschutz einrichtung zur fortlaufenden Überwachung von Betriebsparametern des Antriebs (1).
  3. Verfahren nach Anspruch 2, worin die Verschließanweisung von einer Funkfernbedienung an das Schließsystem (100) übertragen wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, worin die Verschließanweisung in Abhängigkeit von Sensorsignalen generiert wird.
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