-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ein chirurgisches Rückhalteelement
für ein
chirurgisches Retraktionssystem, mit einem Lagerabschnitt zum Lagern
an einem Haltearm des Retraktionssystems und mit einem Rückhalteabschnitt
zum Rückhalten
von Gewebe.
-
Des
Weiteren betrifft die Erfindung ein chirurgisches Retraktionssystem
mit mindestens zwei Haltearmen an denen jeweils mindestens ein chirurgisches
Rückhalteelement
anordenbar ist, welches mindestens eine Rückhalteelement einen Lagerabschnitt
zum Lagern an einem der Haltearme und einen Rückhalteabschnitt zum Rückhalten
von Gewebe aufweist.
-
Chirurgische
Rückhalteelemente
und Retraktionssysteme der eingangs beschriebenen Art werden in
der Chirurgie genutzt, um nach Eröffnen eines Körpers eines
Patienten umliegendes Gewebe vom eigentlichen Operationsgebiet wegzuhalten. Hierbei
ist es bekannt, Rückhalteelemente
in Form von flachen oder geschwungenen Blättern zu verwenden, die das
den Operationssitus umgebende Gewebe zurückhalten. Rückhalteelemente und Rückhaltesysteme
beziehungsweise Retraktionssysteme der eingangs beschriebenen Art
kommen insbesondere auch in der Wirbelsäulenchirurgie zum Einsatz.
Bei den bekannten Systemen ist jedoch das Verstellen einzelner Rückhalteelemente
in der Tiefe, das heißt
in einer Richtung in den Patientenkörper hinein, nicht ohne ein
Lösen eines
Sperrers des Retraktionssystems und Austauschen des Rückhalteelements,
also des oben beschriebenen Blatts, das auch als Valve bezeichnet
wird, möglich.
Rückhalteelemente,
insbesondere Valven, sind nicht in stufenlosen Längen verfügbar, weshalb eine Retraktion
des Gewebes bis zum Grund des Operationssitus in der Regel nicht
erfolgen kann.
-
Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Retraktionssystem
der eingangs beschriebenen Art so zu verbessern, dass das Rückhalten von
Gewebe einfacher wird.
-
Diese
Aufgabe wird bei einem chirurgischen Rückhalteelement der eingangs
beschriebenen Art erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass der Rückhalteabschnitt
mindestens zwei Rückhaltevorsprünge trägt. Die
mindestens zwei Rückhaltevorsprünge, es können auch
drei, vier oder noch mehr sein, können auf einfache Weise mit
dem umliegenden Gewebe in Eingriff gebracht werden und es, anders
als bei glatten Blättern
oder Valven, in definierter Weise zurückhalten. Ein Abrutschen des
umliegenden Gewebes vom Rückhalteabschnitt
kann durch die mindestens zwei Rückhaltevorsprünge verringert
oder sogar ganz vermieden werden.
-
Besonders
einfach wird der Aufbau des Rückhalteelements,
wenn die mindestens zwei Rückhaltevorsprünge konzentrisch
zu einer vom Rückhalteabschnitt
definierten Längsachse
ausgebildet sind. Insbesondere besteht so die Möglichkeit, das Rückhalteelement
zu drehen und unabhängig von
einer derartigen Drehstellung stets die Option zu haben, mit den
mindestens zwei Rückhaltevorsprüngen in
umliegendes Gewebe einzugreifen.
-
Günstigerweise
bilden die mindestens zwei Rückhaltevorsprünge einen
Teil mindestens eines Gewindeabschnitts oder einem Gewindeabschnitt. Zum
einen ist ein solches Rückhalteelement
einfach herzustellen, da der Rückhalteabschnitt
beispielsweise in Form eines Schraubenkörpers ausgebildet werden kann,
welcher einen Gewindeabschnitt oder einen Teil eines solchen trägt. Zum
anderen hat eine solche Ausgestaltung den Vorteil, dass eine Rotation des
Rückhalteabschnitts
um eine von diesem definierte Längsachse
zwangsweise auch zu einer Bewegung des Rückhalteelements bezogen auf
den Haltearm in Längsrichtung
des Rückhalteabschnitts führt, wenn
die mindestens zwei Rückhaltevorsprünge in umliegendes
Gewebe eingreifen. So kann das Rückhalteelement
durch einfache Rotation stufenlos in axialer Richtung positioniert
werden. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass bei sukzessiver
Eröffnung
ei nes Körpers
des Patienten die Rückhalteelemente
des Retraktionssystems unabhängig
voneinander auf unterschiedliche Einstelltiefen einstellbar und
bei Bedarf nachführbar
sind, wodurch das umliegende Gewebe jederzeit während des Eingriffs optimiert
zurückgehalten
werden kann. Zudem ist dabei ein Lösen der Rückhalteelemente von den Armen nicht
erforderlich. Im Sinne dieser Anmeldung weist ein Gewindeabschnitt
mit mindestens einem Gewindegang zwei Rückhaltevorsprünge auf,
die zwar miteinander verbunden sein können, jedoch aufgrund einer
Steigung des Gewindeabschnitts zumindest über einen gewissen Winkelbereich
zwei übereinander
liegende Rückhaltevorsprünge definieren.
-
Vorteilhafterweise
bildet der mindestens eine Gewindeabschnitt mindestens einen Teil
eines Gewindegangs. Es ist dabei insbesondere günstig, wenn sich der Gewindeabschnitt
in Umfangsrichtung des Rückhalteabschnitts
nicht über
einen Winkelbereich von 360°,
sondern nur über
einen kleineren Winkelbereich erstreckt, also nur einen Teil eines
Gewindeganges, oder mehrere Gewindegangteile bildet. Dies hat den
Vorteil, dass durch entsprechende Rotation des Rückhalteelements ein rückhaltevorsprungsfreier
Bereich des Rückhalteabschnitts
mit Gewebe in Kontakt gebracht werden kann, so dass auch eine axiale
Verschiebung des Rückhalteelements
relativ zum Haltearm und zum zurückzuhaltenden
Gewebe möglich
ist. So kann insbesondere das Rückhalteelement
bei Bedarf einfach und schnell vom Operationsgebiet herausgezogen
werden, ohne sich mit umliegendem Gewebe zu verhaken.
-
Um
umliegendes Gewebe sicher zurückhalten
zu können,
ist es günstig,
wenn der mindestens eine Gewindeabschnitt mindestens fünf vollständige oder
teilweise ausgebildete Gewindegänge
bildet. Denkbar wäre
es auch, nur drei oder vier oder aber auch mehr als fünf Gewindegänge vorzusehen. Durch
einfache Rotation des Rückhalteabschnitts oder
des gesamten Rückhalteelements
können
so bei vollständig
ausgebildeten Gewindegängen
diese mit dem umliegenden und zurückzuhaltenden Gewebe dauerhaft
in Eingriff bleiben, bei nur teilweise ausgebildeten Gewindegängen können diese
mit dem umliegenden Gewebe in Eingriff gebracht und bei entsprechender
Verdrehung derart, dass die Gewindegänge mit dem umliegenden Gewebe
außer
Eignriff gebracht werden, relativ zum Gewebe bewegt werden, und
zwar jeweils in gewünschter
und definierter Weise.
-
Um
eine Verletzung des zurückzuhaltenden Gewebes
zu vermeiden, ist es günstig,
wenn der mindestens eine Gewindeabschnitt nichtschneidend ausgebildet
ist. Ebenso können
auch die mindestens zwei Rückhaltevorsprünge nichtschneidend
ausgebildet sein.
-
Vorzugsweise
erstrecken sich die mindestens zwei Rückhaltevorsprünge nur über einen
Teil des äußeren Umfangs
des Rückhalteabschnitts.
Sie können
so durch entsprechende Rotation des Rückhalteelements mit umliegendem
Gewebe in Eingriff oder außer
Eingriff gebracht werden. Beispielsweise bei Rückhaltevorsprüngen, die
in einer Ebene quer zu einer vom Rückhalteabschnitt definierten
Längsachse
ausgebildet sind, kann durch eine Rotation derart, dass eine rückhaltevorsprungsfreie
Seitenfläche
des Rückhalteabschnitts
mit dem zurückzuhaltenden
Gewebe in Kontakt gebracht wird, eine axiale Verschiebbarkeit des
Rückhalteelements
relativ zum umliegenden Gewebe ermöglicht werden. Eine Fixierung
bezogen auf das zurückzuhaltende
Gewebe kann dann durch weitere Verdrehung und nochmaliges in Eingriff
bringen der mindestens zwei Rückhaltevorsprünge mit
dem zurückzuhaltenden
Gewebe erfolgen.
-
Besonders
einfach wird der Aufbau des Rückhalteelements,
wenn der Rückhalteabschnitt
einen kreisförmigen,
einen im Wesentlichen kreisförmigen
oder einen ovalen Querschnitt aufweist. Die Querschnittsformen können insbesondere
mit oder ohne Rückhaltevorsprünge die
beschriebenen Formen aufweisen.
-
Vorteilhafterweise
erstreckt sich der Rückhalteabschnitt
ausgehend von einem distalen Ende des Rückhalteelements in proximaler
Richtung. Dies ermöglicht
es, bis zum distalen Ende des Rückhalteelements
umliegendes Gewebe zurückzuhalten.
Das distale Ende kann dann bis zum eigentlichen Operationssitus
bewegt und umliegendes Gewebe zurückgehalten werden.
-
Um
das Rückhaltelement
auf einfache Weise an einem Haltearm lagern oder festlegen zu können, ist
es günstig,
wenn sich der Lagerabschnitt proximalseitig an den Rückhalteabschnitt
anschließt.
-
Vorzugsweise
weist der Lagerabschnitt einen kreisförmigen oder im Wesentlichen
kreisförmigen
Querschnitt auf. Eine solche Ausgestaltung gestattet es, den Lagerabschnitt
auf einfache Weise rotierbar zu lagern, beispielsweise an einem
Haltearm oder an einem mit einem Haltearm verbindbaren Lagerelement.
-
Die
Herstellung des Rückhalteelements
vereinfacht sich weiter, wenn der Lagerabschnitt vorsprungsfrei
ausgebildet ist. Insbesondere kann er so in einer Führungshülse einfach
und sicher rotierbar gelagert werden.
-
Vorteilhafterweise
erstrecken sich die mindestens zwei Rückhaltevorsprünge über einen
Umfangswinkel in einem Bereich von 60° bis 180°. Dies bedeutet im Umkehrschluss,
dass ein rückhaltevorsprungsfreier
Bereich definiert werden kann mit einem Umfangswinkel in einem Bereich
von 180° bis 300°. Insbesondere
kann so eine relative Verschiebbarkeit des Rückhalteelements relativ zum
zurückzuhaltenden
Gewebe verbessert werden.
-
Um
das Rückhalteelement
in gewünschter Weise
bewegen zu können,
ist es günstig,
wenn das Rückhalteelement
ein Betätigungsglied
zum Betätigen
und/oder Bewegen des Rückhalteelements
umfasst.
-
Einfach
und sicher betätigen
lässt sich
das chirurgische Rückhalteelement,
wenn das Betätigungsglied
in Form eines Knopfes ausgebildet ist. Es kann so von einer Bedienperson
einfach und sicher gegriffen werden, insbesondere auch dann, wenn
die Bedienperson Handschuhe trägt.
-
Die
Ergonomie des Rückhalteelements
lässt sich
noch weiter verbessern, wenn der Knopf in Form eines Quaders oder
eines Trapezoids ausgebildet ist. So kann insbesondere ein Abrutschen
von Fingern einer Bedienperson vom Betätigungsglied auf einfache Weise
vermieden werden.
-
Das
Betätigungsglied
ist für
eine Bedienperson besonders leicht zugänglich und erreichbar, wenn
es ein proximales Ende des Rückhalteelements
bildet.
-
Um
eine maximale Einführtiefe
des Rückhalteelements
vorgeben zu können,
die keinesfalls überschritten
werden kann, ist es günstig,
wenn das mindestens eine Rückhalteelement
einen Tiefenanschlag umfasst.
-
Der
Aufbau des Rückhalteelements
wird besonders einfach, wenn das Betätigungsglied den Tiefenanschlag
bildet. Es kann so zum einen genutzt werden, um das Rückhalteelement
zu bewegen, insbesondere relativ zu einem Haltearm und zu dem zurückzuhaltenden
Gewebe, und zum anderen, um als Anschlag zum Begrenzen einer Einführtiefe
des Rückhalteelements
in einen Patientenkörper
zu dienen.
-
Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung kann ferner eine Führungseinrichtung für den Lagerabschnitt
zum Führen
einer Bewegung des Rückhalteelements
vorgesehen sein. Das Rückhalteelement
kann insbesondere direkt an der Führungseinrichtung gelagert
sein, wodurch eine von einer Bedienperson gewünschte Bewegung des Rückhalteelements
geführt
werden kann.
-
Insbesondere
bei einem im Querschnitt kreisförmigen
Lagerabschnitt kann die Führungseinrichtung
besonders einfach ausgebildet werden, wenn sie eine an einem Haltearm
eines Retraktionssystems anordenbare Führungshülse umfasst. Eine solche Führungshülse ermöglicht insbesondere
eine freie Rotation des Rückhalteelements,
beispielsweise durch Führen
des Lagerabschnitts in der Führungshülse.
-
Zur
Verminderung einer möglicherweise
auftretenden Reibung zwischen der Führungseinrichtung und dem Rückhaltelement
ist es günstig,
wenn die Füh rungseinrichtung
eine in der Führungshülse gehaltene
und/oder rotierbar gelagerte Lagerhülse umfasst. So kann insbesondere
eine Relativbewegung zwischen der Lagerhülse und der Führungshülse genutzt
werden, um das Rückhalteelement
relativ zu einem Haltearm oder zur Führungseinrichtung zu verstellen.
-
Besonders
einfach und kostengünstig
herstellen lässt
sich die Führungseinrichtung,
wenn sie mindestens teilweise aus einem Kunststoff hergestellt ist.
Insbesondere kann ein Kunststoff gewählt werden, um eine Gleitpaarung
mit besonders geringer Reibung auszubilden. Beispielsweise kann
als Kunststoff PTFE oder PEEK gewählt werden. Denkbar ist es
auch, die Führungseinrichtung
aus einem Metall herzustellen und ganz oder teilweise mit einer Kunststoffbeschichtung
zu versehen.
-
Das
Rückhalteelement
lässt sich
zusammen mit der Führungseinrichtung
bei Bedarf auch von einem Haltearm lösen, wenn eine Kupplungseinrichtung
zum kraft- und/oder formschlüssigen
Koppeln der Führungseinrichtung
mit einem Haltearm eines Retraktionssystems vorgesehen ist. Das
Rückhalteelement
kann dann an der Führungseinrichtung
gelagert oder gehalten bleiben und zusammen mit dieser vom Haltearm
gelöst
und bei Bedarf auch wieder mit diesem verbunden werden.
-
Die
Kupplungseinrichtung lässt
sich besonders einfach ausbilden, wenn sie erste und zweite Kupplungsglieder
umfasst, welche einerseits an der Führungseinrichtung und andererseits
an dem Haltearm angeordnet oder ausgebildet sind, und wenn die ersten
und zweiten Kupplungsglieder in einer Kupplungsstellung kraft- und/oder
formschlüssig
in Eingriff stehen.
-
Auf
einfache Weise lässt
sich das Rückhalteelement
relativ zum Haltearm oder zur Führungseinrichtung
bewegen, wenn der Lagerabschnitt in der Lagerhülse rotierbar und/oder verschiebbar
gelagert ist.
-
Die
eingangs gestellte Aufgabe wird ferner bei einem chirurgischen Retraktionssystem
der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass
der Rückhalteabschnitt
mindestens zwei Rückhaltevorsprünge trägt.
-
Die
mindestens zwei Rückhaltevorsprünge können in
der bereits oben beschriebenen Weise mit zurückzuhaltendem Körpergewebe
in Eingriff gebracht werden und dieses dann sicher von einem Operationsgebiet
zurückhalten.
-
Um
einen möglichst
flexiblen Einsatz des Retraktionssystems gewährleisten zu können, ist
es günstig,
wenn die zwei Haltearme in einer Justagestellung relativ zueinander
bewegbar und in einer Rückhaltestellung
relativ zueinander in definierter Weise, insbesondere auch aneinander,
festlegbar sind. So kann insbesondere ein Abstand zwischen den Haltearmen
auf einfache Weise verändert
werden, indem die Haltearme beispielsweise in der Justagestellung
relativ zueinander verschoben oder verschwenkt werden. Um die Haltearme
in der eingestellten Position zu halten, ist es vorteilhaft wenn
sie relativ zueinander festlegbar sind.
-
Vorzugsweise
ist das mindestens eine Rückhalteelement
des Retraktionssystems ausgebildet in Form eines der oben beschriebenen
Rückhalteelemente.
Das Retraktionssystem insgesamt weist dann die oben im Zusammenhang
mit bevorzugten Ausführungsformen
von Rückhalteelementen
beschriebenen Vorteile auf.
-
Um
ein Operationsgebiet möglichst
individuell frei zugänglich
präparieren
zu können,
ist es günstig,
wenn an mindestens einem der mindestens zwei Haltearme mindestens
zwei Rückhalteelemente
anordenbar sind. Selbstverständlich
können
auch an beiden Haltearmen zwei, drei, vier, fünf oder noch mehr Rückhalteelemente
anordenbar. So kann je nach Art des zurückzuhaltenden Gewebes die entsprechend
erforderliche Zahl von Rückhalteelementen
vorgesehen werden, um das das Operationsgebiet umgebende Gewebe
zurückzuhalten.
-
Vorzugsweise
ist das mindestens eine Rückhalteelement
rotierbar an einem der mindestens zwei Haltearme gelagert. Es kann
dann beispielsweise so verdreht werden, dass die mindestens zwei
Rückhaltevorsprünge des
Rückhalteelements
mit umliegendem Gewebe in Eingriff oder außer Eingriff gebracht werden
können.
-
Vorteilhafterweise
ist das mindestens eine Rückhalteelement
verschiebbar an einem der mindestens zwei Haltearme gelagert. Dies
ermöglicht
es, dass das mindestens eine Rückhalteelement
parallel zu einer von ihm definierten Längsachse verschoben und so
bei Bedarf in den Körper
des Patienten hineingeschoben oder auch aus diesem herausgezogen werden
kann. Bei einer verschiebbaren und rotierbaren Lagerung des mindestens
einen Rückhalteelements
an einem der Haltearme kann somit eine Relativbewegung des Lagerabschnitts
zum Haltearm definiert werden, beispielsweise durch die Ausbildung
der Rückhaltevorsprünge, insbesondere
wenn diese einen Gewindeabschnitt oder einen Teil desselben bilden.
Der Lagerabschnitt des Rückhalteabschnitts
kann dann in Abhängigkeit
einer Bewegung des Rückhalteabschnitts
relativ zum umliegenden Gewebe uneingeschränkt relativ zum Haltearm bewegt
werden.
-
Um
ein Operationsgebiet mit unterschiedlich tiefen Bereichen von umliegendem
Gewebe freihalten zu können,
ist es vorteilhaft wenn das Retraktionssystem mindestens zwei Rückhalteelemente
umfasst, deren Rückhalteabschnitte
und/oder Lagerabschnitte unterschiedlich lang sind.
-
Grundsätzlich wäre es möglich, das
mindestens eine Rückhalteelement
direkt an einem der mindestens zwei Haltearme zu halten beziehungsweise bewegbar
zu lagern. Um die Rückhalteelemente auch
an vorhandenen Haltearmen festlegen zu können, ist es günstig, wenn
das Retraktionssystem eine Führungseinrichtung
zum Führen
einer Bewegung des mindestens einen Rückhalteelements relativ zu mindestens
einem der mindestens zwei Haltearme umfasst. Die Führungseinrichtung
kann so insbesondere als Interface zwischen einem erfindungsgemäßen Rückhalteelement
und aktuell bei chirurgischen Eingriffen eingesetzten Haltearmen
genutzt werden. Ferner ist es so auch möglich, beispielsweise das Rückhalteelement
zusammen mit der Führungseinrichtung
von einem Haltearm zu lösen
oder mit diesem zu verbinden. Die Führungseinrichtung ermöglicht es
insbesondere auch, einen Abstand des Rückhalteelements relativ zum
Haltearm zu variieren durch Verwendung von Führungseinrichtungen mit unterschiedlichen
Abmessungen.
-
Eine
besonders gute Führung
insbesondere des Lagerabschnitts des Rückhalteelements kann erreicht
werden, wenn die Führungseinrichtung
eine am Haltearm angeordnete Führungshülse umfasst. Diese
eignet sich insbesondere für
im Querschnitt kreisförmige
oder im Wesentlichen kreisförmige
Lagerabschnitte.
-
Um
eine Gleitpaarung mit besonders guten Gleiteigenschaften ausbilden
zu können,
ist es vorteilhaft, wenn die Führungseinrichtung
eine in der Führungshülse gehaltene
und/oder rotierbar gelagerte Lagerhülse umfasst.
-
Besonders
optimierte Gleitpaarungen können
ausgebildet werden, wenn die Führungseinrichtung
mindestens teilweise aus einem Kunststoff hergestellt ist. Es ist
insbesondere denkbar, Kunststoffe einzusetzen, die nur einen besonders
geringen oder keinen Abrieb beim Zusammenwirken mit anderen Kunststoffen
oder Metallen aufweisen.
-
Vorteilhafterweise
ist die Führungseinrichtung
mit mindestens einem der mindestens zwei Haltearme lösbar verbindbar.
Dies gestattet es, die Führungseinrichtung
je nach Bedarf an bestimmten Positionen des Haltearms mit diesem
zu verbinden und gegebenenfalls auch wieder zu lösen, optional auch zusammen
mit einem Rückhaltelement.
-
Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung kann das Retraktionssystem eine Kupplungseinrichtung
zum kraft- und/oder formschlüssigen
Koppeln der Führungseinrichtung mit
dem mindestens einen der mindestens zwei Haltearme umfassen. Die
Kupplungseinrichtung ermöglicht somit
ein einfaches Verbinden und wieder voneinander Lösen der Führungseinrichtung mit dem mindestens
einen der mindestens zwei Haltearme.
-
Besonders
einfach herstellen und ausbilden lässt sich die Kupplungseinrichtung,
wenn sie erste und zweite Kupplungsglieder umfasst, welche einerseits
an der Führungseinrichtung
und andererseits an dem mindestens einen der mindestens zwei Haltearme
angeordnet oder ausgebildet sind, und wenn die ersten und zweiten
Kupplungsglieder in einer Kupplungsstellung kraft- und/oder formschlüssig in Eingriff
stehen. Beispielsweise können
die Kupplungsglieder in Form von korrespondierenden Ausnehmungen
und Vorsprüngen
ausgebildet sein, die in der Kupplungsstellung in Eingriff stehen
und zum Lösen
der Führungseinrichtung
von einem Haltearm außer
Eingriff bringbar sind.
-
Vorteilhafterweise
ist der Lagerabschnitt in der Lagerhülse rotierbar und/oder verschiebbar
gelagert. So ist es möglich,
das Rückhalteelement
in definierter Weise relativ zum Lagerabschnitt zu bewegen.
-
Um
mit dem Retraktionssystem Operationsgebiete unterschiedlicher Formen
von umliegendem Gewebe freihalten zu können, ist es günstig, wenn die
Haltearme geradlinig oder gekrümmt
ausgebildet sind. Sie können
insbesondere auch teilweise geradlinig und teilweise gekrümmt ausgebildet
sein. Grundsätzlich
ist es möglich,
Haltearme unterschiedlicher Form miteinander zu kombinieren und
zu verbinden zur Ausbildung eines Retraktionssystems.
-
Grundsätzlich wäre es denkbar,
die Haltearme verschwenkbar relativ zueinander, optional auch aneinander,
zu lagern. Günstig
ist es jedoch, wenn die Haltearme parallel zueinander verschiebbar
ausgebildet sind. So kann ein Abstand zwischen den Haltearmen auf
einfache und sichere Weise definiert geändert werden.
-
Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung kann vorgesehen, dass der Rückhalteabschnitt und/oder der
Lagerabschnitt des min destens einen Rückhalteelements in ihrer Länge parallel
zu einer vom Rückhalteelement
definierten Längsachse
veränderbar
sind. Insbesondere können der
Rückhalteabschnitt
und/oder der Lagerabschnitt telekopierbar ausgebildet sein. Denkbar
ist es, die jeweiligen Abschnitte durch ineinander verschiebbare Schaft-
und/oder Hülsenabschnitte
zu formen. Um relative Auszugsstellungen eines derart in seiner Länge veränderbaren
Rückhalteelements
beibehalten zu können,
sind vorzugsweise Sicherungselemente einer Sicherungseinrichtung
vorgesehen, die die einzelnen Teile der in ihrer Länge veränderbaren Rückhalteabschnitte
beziehungsweise Lagerabschnitte in definierten Auszugsstellungen
oder aber auch stufenlos sichern.
-
Die
nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung
dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
-
1:
eine schematische Ansicht eines mit einem Retraktionssystem freigehaltenen
Operationssitus an einem Patienten;
-
2:
eine perspektivische Gesamtansicht eines chirurgischen Retraktionssystems;
-
3:
eine ausschnittsweise Ansicht des Retraktionssystems aus 2 in
teilweise zerlegtem Zustand
-
4:
eine Schnittansicht längs
Linie 4-4 in 3; und
-
5:
eine Schnittansicht längs
Linie 5-5 in 3.
-
In
den 1 bis 3 ist ein insgesamt mit dem
Bezugszeichen 10 bezeichnetes chirurgisches Retraktionssystem
dargestellt welches zwei Haltearme 12 und 14,
die jeweils im Wesentlichen geradlinig ausgebildet sind und Längsachsen 16 und 18 definieren,
umfasst. Am Haltearm 12 ist eine Zahnstange 20 senkrecht
zur Längsachse 16 abstehend
angeordnet, die ein ein Lagerelement 22 bildendes freies Ende
des Haltearms 14 durchsetzt. In einer Bohrung 24 des
Lagerelements 22 ist eine Welle in Form eines Schraubbolzens,
der in den Figuren nicht dargestellt ist, lagerbar, welcher eine
zur Zahnstange 20 kompatible Außenverzahnung aufweist. In
Folge einer Rotation des Schraubbolzens in der Bohrung 24 kann
der Haltearm 14 relativ zur Zahnstange 20 und
damit relativ zum Haltearm 12 bewegt werden. Das Lagerelement 22 ist
derart angeordnet und ausgebildet, dass die Längsachsen 16 und 18 parallel
verlaufen. Insgesamt definieren die Zahnstange 20 und die
Haltearme 12 und 14 eine nicht näher bezeichnete
Halteebene.
-
Die
Haltearme 12 und 14 sind im Wesentlichen identisch
ausgebildet, so dass deren Aufbau im Detail im Zusammenhang mit 3 anhand
des Haltearms 12 näher
erläutert
wird.
-
Der
Haltearm 12 ist aus einem langgestreckten flachen Metallquader 26 ausgebildet,
welcher insgesamt mit sieben äquidistant
zueinander angeordneten Bohrungen 28 versehen ist. Zwischen
den Bohrungen 28, deren Längsachsen parallel zueinander
und senkrecht zur Längsachse 16 ausgerichtet sind,
sind in einer Oberseite 30 des Haltearms 12 sechs
Ausnehmungen ausgebildet, die etwa knapp halb so tief sind wie der
Metallquader 26 dick ist. Sie erstrecken sich einerseits
bis zu einer sich parallel zur Längsachse 16 erstreckenden
schmalen Seitenfläche 34 und
in die entgegengesetzte Richtung bis etwas über die Mitte der Haltearms 12 hinaus.
In der von der Seitenfläche 34 weg
weisenden Richtung ist eine innere Seitenfläche 36 der Ausnehmung 32 in Form
einer halben Innenfläche
eines Hohlzylinders ausgebildet. Eine schmalere, jedoch zur Ausnehmung 32 ähnlich geformte
Aussparung 38 ist der parallel zur Seitenfläche 34 verlaufenden
Seitenfläche 40 des
Haltearms 12 hin gerichtet ausgebildet. Anders als die
Ausnehmung 32 durchsetzt sie jedoch den Haltearm 12 von
der Oberseite 30 bis zu dessen Unterseite 42,
die im Bereich der Ausnehmung 32 Ober- und Unterseite 30, 42 gerade
nicht miteinander verbindet.
-
An
den Haltearmen 12, 14 beweglich gelagert sind
mehrere Rückhalteelemente 44,
die nachfolgend auch als Valven bezeichnet werden. Die Rückhalteelemente 44 umfassen
jeweils einen Rückhalteabschnitt 46,
welcher sich ausgehend von einem distalen Ende 48 erstreckt,
sowie einen sich daran proximalseitig anschließenden Lagerabschnitt 50,
an dessen proximalem Ende wiederum ein Betätigungsglied 52 in
Form eines Knopfes 54 angeformt ist. Der Knopf 54 weist
bei den in den Figuren dargestellten Rückhalteelementen 44 die
Form eines Trapezoids auf. Denkbar ist auch die Form eines Quaders
oder eines Würfels,
welche insbesondere eine Orientierung des Rückhalteelements 44 für eine Bedienperson
anzeigen können.
Das Betätigungsglied 52 bildet
beziehungsweise umfasst somit ein proximales Ende 56 des
Rückhalteelements 44.
-
Das
Rückhalteelement 44 ist
vorzugsweise einstückig
ausgebildet, wobei der Lagerabschnitt 50 in Form eines
massiven zylindrischen Schaftabschnitts 58 ausgebildet
ist.
-
Der
Rückhalteabschnitt 46 umfasst
mehrere, beispielsweise fünf
oder sechs Rückhaltevorsprünge 60,
welche in Form von Gewindegangabschnitten 62 ausgebildet
sind, die sich über
einen Umfangswinkel 64 in einem Bereich von 60° bis 180° erstrecken,
bei den Rückhalteelementen 44,
wie sie in den 1 bis 3 dargestellt
sind, etwa über
den Umfangswinkel 64 von 120°. Entsprechend ist ein rückseitiger
Bereich 66 des Rückhalteabschnitts 46 rückhaltevorsprungsfrei,
und zwar über
einen Umfangswinkelbereich 68 ergänzend zum Umfangswinkel 64 von
180° bis
300°.
-
Der
Rückhalteabschnitt 46 kann
insbesondere hergestellt werden durch Schneiden eines Außengewindes 70 in
den ursprünglich
massiven zylindrischen Rückhalteabschnitt 46 und
anschließend
teilweises Entfernen des Außengewindes 70 im
Bereich 66. Durch die einseitige Ausbildung der Rückhaltevorsprünge 60 ist
der Rückhalteabschnitt 46 insgesamt
etwas exzentrisch bezogen auf eine vom Lagerabschnitt 50 definierte
Längsachse 72 ausgebildet. Ein
maximaler Außendurchmesser
des Rückhalteelements 44 wird
definiert durch einen Außendurchmesser
des Lagerabschnitts 50. Das Betätigungsglied 52 weist
Abmessungen auf, die zumindest einseitig größer sind als ein Außendurchmesser
des Lagerabschnitts 50, so dass das Betätigungsglied 52 einen
proximalen Anschlag 74 definiert zum Begrenzen einer Bewegung
des Betätigungsglieds 52 in
Richtung auf den Haltearm 12 hin.
-
Das
Rückhalteelement 44 ist
am Haltearm 12 rotierbar und axial verschiebbar gelagert.
Zu diesem Zweck ist in jede Bohrung 28 eine Führungshülse 76 eingesetzt,
die aus Metall oder einem Kunststoff hergestellt sein kann. Sie
weist zwei Abschnitte mit unterschiedlichen Außendurchmessern auf, wobei
ein distaler Abschnitt 78 den kleineren Außendurchmesser
aufweist, welcher an den Innendurchmesser der Bohrung 28 angepasst
ist, so dass die Führungshülse 76 mit
dem Abschnitt 78 in die Bohrung 28 eingesetzt
werden kann. Vorzugsweise wird die Führungshülse 76 fest mit dem
Haltearm 12 verbunden.
-
In
die Führungshülse 76 eingesetzt
ist eine zylindrische Lagerhülse 80 mit
einer koaxial zur Bohrung 28 ausgerichteten Längsbohrung 82,
die einen Innendurchmesser aufweist, welcher dem Außendurchmesser
des Schaftabschnitts 58 entspricht. Ein Außendurchmesser
der Lagerhülse 80 entspricht etwa
einem Innendurchmesser der Führungshülse 76.
Proximalseitig ist an der Lagerhülse 80 ein
Ringflansch 84 ausgebildet, welcher bei in die Führungshülse 76 eingesetzter
Lagerhülse 80 an
einer in proximaler Richtung weisenden Stirnkante 86 der
Führungshülse 76 anliegt.
Benachbart zu einem distalen Ende der Lagerhülse 80 ist auf einer
Außenseite
derselben eine Ringwulst 88 angeformt, die einen Außendurchmesser
aufweist, welcher größer ist
als ein Außendurchmesser
des Abschnitts 78. Um die Lagerhülse 80 mit der Ringwulst 88 von
proximal her kommend in die Führungshülse 76 einführen zu
können,
sind ausgehend vom distalen Ende vier in Umfangsrichtung um 90° versetzte
Einschnitte 90 ausgebildet, die sich in etwa über ein
Drittel einer Gesamtlänge
der Lagerhülse 80 erstrecken.
So werden vier federnde Abschnitte mit sich etwa über einen Umfangswinkel
von 90° erstreckenden
Ringwulstabschnitten ausgebildet, die beim Einführen der Lagerhülse 80 in
die Führungshülse 76 etwas
in Richtung auf die Längsachse 72 hin
ausfedern können
und nach au ßen
zurückschnappen
und verrasten, wenn die Ringwulst 88 über eine distalseitige Stirnkante 92 der
Lagerhülse 80 hinausragt.
Die Lagerhülse 80 kann
so rastend mit der Führungshülse 76 verbunden und
bei Bedarf ausgetauscht werden.
-
Das
Rückhalteelement 44 kann
von proximal her kommend mit seinem distalen Ende 48 in
die Lagerhülse 80 eingeführt werden
und ist relativ zu dieser frei verschiebbar und um die Längsachse 72 rotierbar,
insbesondere dann, wenn das Rückhalteelement 44 im
Bereich des Lagerabschnitts 50 in der Lagerhülse 80 geführt ist.
Die Lagerhülse 80 ist
vorzugsweise aus einem Kunststoff ausgebildet, um eine Reibung zwischen
dem Rückhalteelement 44 und
der Führungshülse 76 möglichst
gering zu halten.
-
Eine
maximale Einführtiefe
des Rückhalteelements 44 in
der Lagerhülse 80 wird
begrenzt durch den Anschlag 74, denn das Rückhalteelement 44 kann
nur so weit in distaler Richtung in die Lagerhülse 80 eingeführt werden,
bis der Knopf 54 am Ringflansch 84 anschlägt.
-
Alternativ
zu der direkt am Haltearm 12 angeordneten Führungshülse 76 kann
auch eine Führungseinrichtung 94 vorgesehen
sein, die mit dem Haltearm 12 und in analoger Weise auch
mit dem Haltearm 14 mittels einer Kupplungseinrichtung 96 verbunden
werden kann. Erste Kupplungsglieder 98 und 100 der
Kupplungseinrichtung 96 werden definiert durch den Haltearm 12 im
Bereich der Ausnehmung 32 sowie die Aussparung 38.
Die Führungseinrichtung 94 umfasst
einen im Wesentlichen quaderförmigen
Lagerarm 102. Parallel zum Lagerarm 102 und mit
einem Abstand, welcher einer Dicke des Haltearms 12 entspricht,
erstreckt sich ein flacher Schenkel 113 in Richtung auf
die Seitenfläche 34 zurück, so dass
eine nutförmige
Aussparung 104 zwischen dem Lagerarm 102 und dem
Schenkel 113 gebildet wird. Der Lagerarm 102 und
der Schenkel 113 sind über
einen von einer Unterseite des Lagerarms 102 abstehenden
Vorsprung 112 miteinander verbunden. In eine Bohrung 108 des
Lagerarms 102, die sich auch durch den Schenkel 113 hindurch
erstreckt, ist ein zylindrischer Zapfen 110 eingesetzt,
welcher die Aussparung 104 durch setzt und in die Aussparung 138 in
deren ausgerundetem Bereich eingreifen kann. Die Führungseinrichtung 94 umgreift
dabei den Haltearm 12, wobei der Vorsprung 112 einen
seitlichen Anschlag der Führungseinrichtung 94 bildet, der
in einer Kupplungsstellung an der Seitenfläche 40 anliegt, wie
insbesondere in 3 gut zu erkennen. Zweite, mit
den ersten Kupplungsgliedern 98 und 100 zusammenwirkende
Kupplungsglieder 106 und 107 werden definiert
durch die Aussparung 104 im Bereich bis zum Zapfen 110 sowie
durch den Bolzen 110. Die Kupplungsglieder 98 und 106 sowie 100 und 107 stehen
in der Kupplungsstellung miteinander in Eingriff.
-
Der
Lagerarm 102 ist etwa doppelt so lang wie der Haltearm 12 breit
ist, wobei eine Breite definiert wird durch einen Abstand der Seitenflächen 34 und 40 voneinander.
Der Lagerarm 102 steht somit über die Seitenfläche 34 über. An
seinem überstehenden
Ende ist ein Hülsenabschnitt 114 angeformt, der
die Funktion einer Führungshülse 116 analog
der Führungshülse 76 übernimmt.
In die Führungshülse 116 ist
eine mit der Lagerhülse 80 identisch
ausgebildete Lagerhülse 80 eingesetzt,
die zur reibungsarmen Lagerung des Rückhalteelements 44 im
Bereich des Lagerabschnitts 50 dient.
-
Zum
Verbinden der Führungseinrichtung 94 mit
dem Haltearm 12 wird der Lagerarm 102 mit seiner
Unterseite auf die Oberseite 30 aufgesetzt derart, dass
die Ringwulst 88 in die Ausnehmung 32 eingreift.
Anschließend
kann der Lagerarm 102 verschoben werden bis der Vorsprung 112 an
der Seitenfläche 40 anschlägt. Die
Lagerhülse 80 ist
nun frei zugänglich
und das Rückhalteelement 44 kann
in sie eingesetzt werden. Das in die Lagerhülse 80 eingeführte Rückhalteelement 44 bildet
gleichzeitig auch ein Sicherungselement, denn solange das Rückhalteelement 44 in
der Lagerhülse 80 gehalten
ist, kann die Führungseinrichtung 94 aufgrund
ihrer besonderen Konstruktion nicht mehr vom Haltearm 12 entfernt
werden und ist an ihm gesichert.
-
Der
Lagerarm 102 kann mit oder ohne Rückhalteelement 44 mit
dem Haltearm 12 beziehungsweise 14 verbunden oder
auch wieder von diesen gelöst
werden. Die Führungseinrichtung 94 ermöglicht es,
die Rückhalteelemente 44 nicht
nur längs
einer Linie in den Lagerhülsen 80 der
Führungshülsen 76 an
den Haltearmen 12 und 14 zu lagern, sondern auch
beabstandet von den Haltearmen 12, 14, insbesondere
um die Rückhalteelemente 44 bei
einem vorgegebenen Abstand der Haltearme 12 und 14 voneinander
dichter und näher
zum jeweils anderen Haltearm 12, 14 anordnen zu
können.
Die Länge
der Lagerarme 102 kann grundsätzlich beliebig variieren, ebenso
auch eine Länge
der Rückhalteelemente 44. Beispielsweise
sind in 3 unterschiedliche Rückhalteelemente 44 dargestellt
mit unterschiedlich langen Lagerabschnitten 50, jedoch
identisch langen Rückhalteabschnitten 46.
Denkbar ist es auch, Rückhalteelemente 44 mit
unterschiedlich langen Lagerabschnitten 50 und unterschiedlich
langen Rückhalteabschnitten 46 vorzusehen.
-
Die
Funktion des Retraktionssystems 10 wird nachfolgend kurz
erläutert.
-
Nach
Eröffnen
eines Patientenkörpers 118 kann
das Retraktionssystem 10 an einem nicht dargestellten Haltesystem
in einem Operationssaal angeordnet und außerhalb des Schnittes gehalten
werden. Die Haltearme 12 und 14 werden vorzugsweise so
justiert, dass sie mit einem einer Breite des freizulegenden Operationsgebiets
entsprechenden Abstand voneinander beabstandet sind. Der Operationssitus
kann nun sukzessive präpariert
werden. Je nach Bedarf können
die Rückhalteelemente 44 in
die an den Haltearmen 12 und 14 vorgesehenen Lagerhülsen 80 eingesteckt
werden. Werden die Rückhalteelemente 44 so
verdreht, dass die Bereiche 66 mit den Operationssitus 120 umgebendem
Gewebe 122 in Kontakt treten, dann können die Rückhalteelemente 44 parallel
zur Längsachse 72 praktisch
ungehindert relativ zur Lagerhülse 80 verschoben
werden. Werden die Rückhalteelemente 44 verdreht,
insbesondere um 180°,
so dass die Rückhaltevorsprünge 60 mit
dem Gewebe 122 in Eingriff kommen, so halten sie das Gewebe 122 in
definierter Weise zurück. Je
tiefer der Körper
des Patienten eröffnet
wird, umso tiefer sollten auch die Rückhalteabschnitte 46 der Rückhalteelemente 44 das
Gewebe 122 im Patientenkörper 118 zurückhalten.
Diese können
stufenlos bewegt werden durch Verdrehen und optionales Vorschieben.
Ein Lösen
der Rückhalteelemente 44,
um sie an den präparierten
Operationssitus anzupassen, wie dies bei aus dem Stand der Technik
bekannten Rückhalteelementen
von den Haltearmen 12 beziehungsweise 14 erforderlich
ist, ist bei den erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Rückhalteelementen 44 gerade
nicht erforderlich. Durch die Teile des Außengewindes 70 bildenden
Gewindegangabschnitte 62 können die Rückhalteelemente 44 quasi
in das Gewebe 122 hineingeschraubt werden und halten dieses
automatisch und in gewünschter
Weise sicher zurück,
um den Operationssitus für
den eigentlichen chirurgischen Eingriff freizuhalten.
-
Die
Rückhalteelemente 44 gemäß der vorliegenden
Erfindung weisen eine im Vergleich zu bei bekannten Retraktionssystemen
verwendeten Rückhalteelementen
nur geringe Rückhaltefläche auf.
Dadurch wird insgesamt auf eine geringere Gewebefläche ein
Druck ausgeübt
und somit ein Nekroserisiko verringert. Die Rückhalteelemente 44 können während des
chirurgischen Eingriffs jederzeit, ohne die beiden Haltearme 12 und 14 entfernen
zu müssen, im
Bereich des Operationssitus eingebracht und gegebenenfalls entfernt
werden, beispielsweise zum Austauschen kürzerer Rückhaltelemente 44 gegen längere Rückhalteelemente 44.
-
Die
Haltearme 12 und 14 sowie die Rückhalteelemente 44 sind
vorzugsweise auf einem Instrumentenstahl gefertigt und sterilisierbar
ausgebildet. Optional wäre
es denkbar, die Rückhalteelemente 44 ganz
oder teilweise aus einem Kunststoff zu fertigen.