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DE102009007703A1 - Verfahren zum Herstellen eines Kunststoffbauteils mit Verstärkungsstruktur - Google Patents

Verfahren zum Herstellen eines Kunststoffbauteils mit Verstärkungsstruktur Download PDF

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur (12) aufweisenden Kunststoffbauteils, bei welchem die Verstärkungsstruktur (12) mittels einer Greifvorrichtung (14) gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung (15) positioniert wird, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur (12) aufgebracht wird, wobei die Verstärkungsstruktur (12) mittels wenigstens eines Nadelgreifers (16) der Greifvorrichtung (14) gegenüber der Aufbringungsvorrichtung (15) positioniert wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur aufweisenden Kunststoffbauteils, bei welchem die Verstärkungsstruktur mittels einer Greifvorrichtung gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung positioniert wird, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur aufgebracht wird, der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art.
  • Um Bauteile wie beispielsweise Fasermatten mit beispielsweise zweikomponentigen Polyurethan zu imprägnieren, werden die Fasermatten in der heutzutage verwendeten sog. ”Baypreg-Technologie” beidseitig mit einer Polyurethanreaktionsmasse besprüht. Während des Vorgangs der Besprühung werden die Fasermatten dabei maschinell gehandhabt. Hierzu wird eine Glasmatte an zwei Enden von beispielsweise einem Greifer gehalten und nach Besprühung einer ersten Glasmattenoberfläche mittels des Greifers umgedreht, so dass die zweite Glasmattenoberfläche mit der Polyurethanreaktionsmasse besprüht werden kann. Durch das Greifen der Glasmatte mit den Greifern auf beiden Seiten wird zur Handhabung wie oben beschrieben allerdings eine über die Bauteilkontur hinausgehende Mattengröße benötigt, da nach Entnahme des Fertigteils aus dem Greifer in der Kontur nachgearbeitet werden muss. Dies hat zum Nachteil, dass das überstehende Fasermaterial oft als Abfall entsorgt werden muss. Außerdem entstehen durch das Schneiden offene Schnittkanten, welche bei nachfolgenden Prozessschritten wie beispielsweise der Lackierung stören.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur aufweisenden Kunststoffbauteils, bei welchem die Verstärkungsstruktur mittels einer Greifvorrichtung gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung positioniert wird, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur aufgebracht wird, bereitzustellen, welches kostengünstig durchführbar und für die Nachverarbeitung des Bauteils besser gestaltet ist.
  • Um ein Verfahren zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur aufweisenden Kunststoffbauteils, bei welchem die Verstärkungsstruktur mittels einer Greifvorrichtung gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung positioniert wird, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur aufgebracht wird, bereitzustellen, welches kostengünstig und prozessfreundlich ist, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Verstärkungsstruktur mittels wenigstens eines Nadelgreifers der Greifvorrichtung gegenüber der Aufbringungsvorrichtung positioniert wird. Dies ist vorteilhaft für den Folgeprozess, da keine offenen Schnittkanten entstehen, da die Positionierung der Verstärkungsstruktur mittels eines Nadelgreifers gegenüber der Aufbringungsvorrichtung ein vollständigeres Aufbringen des aushärtbaren Stoffes erlaubt. Somit werden Kosten eingespart.
  • In weiterer Ausgestaltung ist es von Vorteil, wenn der aushärtbare Stoff zunächst auf wenigstens eine Oberfläche der Verstärkungsstruktur aufgebracht, insbesondere aufgesprüht wird, dann ein neues Positionieren der Verstärkungsstruktur gegenüber der Aufbringungsvorrichtung mittels wenigstens eines Nadelgreifers stattfindet und im Anschluß der aushärtbare Stoff auf wenigstens eine weitere Oberfläche der Verstärkungsstruktur aufgebracht, insbesondere aufgesprüht wird. Hierdurch werden unterschiedliche Oberflächen der Verstärkungsstruktur besser gleichmäßig und ohne notwendige Nacharbeitung mit dem aushärtbaren Stoff beaufschlagt.
  • In weiterer Ausgestaltung wird dabei ein Polyurethan und/oder ein zumindest ein Polyurethan umfassender Stoff auf die Verstärkungsstruktur aufgebracht.
  • Weiterhin wird der aushärtbare Stoff auf eine Verstärkungsstruktur, welche im Wesentlichen aus Fasern ausgebildet ist, aufgebracht.
  • Die Erfindung betrifft außerdem eine Anlage zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur aufweisenden Kunststoffbauteils, mit einer Greifvorrichtung zum Positionieren der Verstärkungsstruktur gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur aufbringbar ist, wobei die Greifvorrichtung wenigstens einen Nadelgreifer umfasst, mittels welchem die Verstärkungsstruktur gegenüber der Aufbringungsvorrichtung positionierbar ist.
  • Mit der Anlage ist ein Verfahren mit einem der oben beschriebenen Merkmale durchführbar.
  • Dabei ist es von Vorteil, wenn der Nadelgreifer zum Greifen wenigstens eine austauschbare Nadel aufweist. Die Nadeln des Nadelgreifers sind während des Handhabungsvorgangs beschmutzbar. Dies kann zu Ausfällen führen. Eine Austauschbarkeit der Nadeln verhindert auf einfache und kostengünstige Weise entsprechende Ausfälle in der Prozessführung und ermöglicht somit den kontinuierlichen Einsatz des Nadelgreifers im beschriebenen Verfahren.
  • Es ist weiterhin von Vorteil, wenn wenigstens eine Nadel des Nadelgreifers reinigbar ist. Auch durch Reinigung der verschmutzten Nadeln werden Kosten gesenkt. Arbeitsausfälle kommen weniger häufig vor, beziehungsweise die Nadeln müssen weniger häufig ausgewechselt werden.
  • Ebenfalls von Vorteil ist, wenn wenigstens eine Nadel des Nadelgreifers wieder verwendbar ist. Dadurch müssen nicht immer wieder neue Nadeln verwendet werden und während des Prozesses werden Kosten gespart.
  • In weiterer Ausgestaltung ist wenigstens eine Nadel aus einem Stoff gebildet, der eine geringe Haftung an den aushärtbaren Stoff, welcher auf die Verstärkungsstruktur aufbringbar ist, aufweist. Hierdurch können die Nadeln im Nadelgreifer längere Zeit verwendet werden, somit werden weitere Kosten gespart.
  • Zusätzlich oder alternativ weist wenigstens eine Nadel eine Beschichtung auf, welche eine geringe Haftung an den aushärtbaren Stoff, welcher auf die Verstärkungsstruktur aufbringbar ist, aufweist. Wenn die Beschichtung der wenigstens einen Nadel eine geringe Haftung an den aushärtbaren Stoff aufweist, ist die Nadel im Verfahren längere Zeit anwendbar, da eine potentielle Verschmutzung verhindert wird, beziehungsweise weniger stark ist.
  • In weiterer Ausgestaltung ist es von Vorteil, wenn wenigstens eine Nadel spritzgegossen ist. Das Spritzgießen ermöglicht eine vom Benutzer zu definierende Ausgestaltung der Nadel, beispielsweise eine Ausgestaltung zum Greifen. Eine solche Hilfsgeometrie zur verbesserten Aufnahme beziehungsweise Handhabung ist benutzerfreundlich und senkt durch Reduktion eventueller Arbeitsausfälle die Kosten.
  • Gemäß dem Stand der Technik werden Nadelgreifer z. B. für GMT-Verarbeitungsprozesse (Glasmattenverstärkter Thermoplast) verwendet. Dafür werden Stahlnadeln fest in den Greifer eingebaut (Klemmverbindung) und in der Regel unter 45° zur Greifrichtung, gegenläufig, angeordnet.
  • Dem gegenüber ist eine weitere Ausgestaltung der Erfindung von Vorteil, bei der die Nadel formschlüssig mit dem Halter verbunden ist. Dies hat den Vorteil, dass bei einem Wechsel eine genaue Positionierung einer austauschbaren Nadel im Halter erleichtert wird. Auch das Handling der Nadeln und z. B. das Bevorraten in Magazinen wird hierdurch erleichtert. Bei einer Kunststoffnadel würde darüber hinaus, eine konventionelle Klemmverbindung, wegen Kriecheffekten, eine geringe Betriebsicherheit verursachen.
  • Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
  • 1 eine schematische Schnittansicht einer Anlage zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur aufweisenden Kunststoffbauteils, mit einer Greifvorrichtung zum Positionieren der Verstärkungsstruktur gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur aufbringbar ist, gemäß dem Stand der Technik, wobei die Greifeinrichtung die Verstärkungsstruktur während der Herstellung des Kunststoffbauteils an zwei seitlichen Rändern greift;
  • 2 drei schematische Seitenansichten A, B und C einer Anlage zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur aufweisenden Kunststoffbauteils, mit einer Greifvorrichtung zum Positionieren der Verstärkungsstruktur gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur aufbringbar ist, wobei die Greifvorrichtung wenigstens einen Nadelgreifer umfasst, mittels welchem die Verstärkungsstruktur gegenüber der Aufbringungsvorrichtung positionierbar ist, wobei A, B und C unterschiedliche Zeitpunkte in einem Verfahren zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur aufweisenden Kunststoffbauteils, bei welchem die Verstärkungsstruktur mittels einer Greifvorrichtung gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung positioniert wird, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur aufgebracht wird, wobei die Verstärkungsstruktur mittels wenigstens eines Nadelgreifers der Greifvorrichtung gegenüber der Aufbringungsvorrichtung positioniert wird, darstellen;
  • 3 eine schematische Schnittansicht eines Nadelgreifers einer Greifvorrichtung einer Anlage einer Anlage zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur aufweisenden Kunststoffbauteils, wobei der Nadelgreifer die Verstärkungsstruktur gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung positioniert, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur aufbringbar ist.
  • In 1 ist verdeutlicht, wie im Stand der Technik Polyurethan (PUR) auf eine im Wesentlichen aus Fasern gebildete Verstärkungsstruktur 12 in der Baypreg-Technologie aufgetragen wird. Die Verstärkungsstruktur 12 wird während der Herstellung von einer Greifvorrichtung 14 einer Anlage 10 zum Herstellen von faserverstärktem Polyurethan-Material an jeweiligen seitlichen Rändern 34, 36 der Verstärkungsstruktur 12 gegriffen, beziehungsweise gehalten. Mittels einer Pyramide 38 ist zeichnerisch dargestellt, wie Polyurethan (PUR) im Sprühverfahren mittels einer Aufbringungsvorrichtung 15 auf die Verstärkungsstruktur 12 aufgebracht wird. Bereiche 40, 42, in denen Polyurethan bereits auf die Oberflächen 44, 46 der Verstärkungsstruktur 12 aufgebracht ist, sind ebenfalls zu erkennen. Während des Verfahrens wird die Verstärkungsstruktur 12 mittels der Greifvorrichtung 14 gewendet, um entsprechend Polyurethan auf beide Bereiche 40, 42 im Sprühverfahren aufzubringen. Es wird deutlich, dass an den beiden Rändern 34, 36 der Verstärkungsstruktur 12 weder die Oberfläche 44, noch die Oberfläche 46 mit Polyurethan beaufschlagbar ist, da die entsprechenden Endflächen 48, 50, 52 und 54 durch die Greifvorrichtung 14 verdeckt und somit zum Aufbringen des Polyurethans nicht zugänglich sind.
  • In 2 ist mittels unterschiedlicher Momentaufnahmen A, B und C dargestellt, wie im erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur 12 aufweisenden Kunststoffbauteils, bei welchem die Verstärkungsstruktur 12 mittels der Greifvorrichtung 14 gegenüber der Aufbringungsvorrichtung 15 positioniert wird, Polyurethan und/oder ein wenigstens ein Polyurethan enthaltender Stoff auf die Verstärkungsstruktur 12 aufgebracht wird. Polyurethan soll nur beispielhaft genannt sein, da theoretisch alle möglichen aushärtbaren Stoffe mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens auf die Verstärkungsstruktur 12 aufgebracht werden können. Als Verstärkungsstruktur dienen beispielsweise faserartige Verstärkungsstrukturen, beispielsweise Fasermatten oder dergleichen.
  • Zunächst wird dabei die Oberfläche 44 der Verstärkungsstruktur 12 mit Polyurethan beaufschlagt. Die Beaufschlagung mittels der Aufbringungsvorrichtung 15 ist in 2A zeichnerisch durch die Pyramide 38 dargestellt. Als Aufbringungsvorrichtung 15 dient beispielsweise ein Sprühroboter oder auch eine Sprühglocke oder alle möglichen bekannten Vorrichtungen, um im Sprühverfahren aushärtbare Stoffe zu versprühen. Es wird deutlich, dass die gesamte Oberfläche 44 des Bauteils 12 mit Polyurethan beaufschlagt werden kann, da keine verdeckten Endflächen 48, 50, 52, 54 entstehen.
  • In 2B ist dargestellt, dass die Verstärkungsstruktur 12 mittels der zeichnerisch durch zwei Kreuze dargestellten Nadelgreifer 16 an der Oberfläche 44 zur Ausrichtung bzw. zur Positionierung gegenüber der Aufbringungsvorrichtung 15 gegriffen wird. Dies geschieht, indem die entsprechenden Nadeln 20, welche in 3B nicht im Detail dargestellt sind, in die Verstärkungsstruktur 12 beziehungsweise in die mit Polyurethan beaufschlagte Schicht 40 auf der Oberfläche 44 der Verstärkungsstruktur 12 eindringen und somit die Verstärkungsstruktur 12 greifen. Mittels des Nadelgreifers 16 kann nun ein Positionieren, im dargestellten Ausführungsbeispiel ein Umwenden der Verstärkungsstruktur 12 erfolgen.
  • In 2C ist dargestellt, wie die Verstärkungsstruktur 12 nach dem Wenden mittels der Nadelgreifer 16 bezüglich eines durch die Pyramide 38 dargestellten Polyurethan enthaltenden Strahls neu positioniert ist. Die Oberfläche 44 der Verstärkungsstruktur 12, auf welcher im Bereich 40 bereits Polyurethan aufgebracht ist, befindet sich nun abgewandt von der Aufbringungsvorrichtung 15 und damit vom durch die Pyramide 38 dargestellten Sprühstrahl zum Aufbringen von Polyurethan. Die Verstärkungsstruktur 12 wird dabei noch immer von den Nadelgreifern 16 gegriffen beziehungsweise gehalten. Somit wird nun die Oberfläche 46 des Bauteils 12 vollständig im Sprühverfahren mit einem beispielsweise mehrkomponentigen Polyurethan besprüht und somit Polyurethan auf die Verstärkungsstruktur 12 aufgebracht. Im erfindungsgemäßen Verfahren werden auch die Endflächen 48, 50, 52, 54 mit Polyurethan beaufschlagt.
  • 3 zeigt in detaillierterer Form die Greifvorrichtung 14 der Anlage 10 zum Herstellen eines die Verstärkungsstruktur 12 aufweisenden Kunststoffbauteils. Mittels der Anlage 10 sind beispielsweise einkomponentige oder auch mehrkomponentige Polyurethane auf Verstärkungsstrukturen 12 aufbringbar. Als Greifvorrichtung 14 der Anlage 10 sind Nadelgreifer 16 ausgebildet (siehe 2), von denen einer in 3 vergrößert dargestellt ist. Der Nadelgreifer 16 weist zwei bewegliche Backen 18 auf. Die beweglichen Backen 18 besitzen dabei einen im Querschnitt im Wesentlichen rechteckige Form, allerdings sind auch andere Querschnittsformen für die beweglichen Backen 18 vorstellbar. Zum Greifen der Verstärkungsstruktur 12 weist der Nadelgreifer 16 eine Nadel 20 auf. Die Nadel 20 ist dabei zwischen den zwei beweglichen Backen 18 angeordnet. Es ist auch eine andere Anzahl beweglicher Backen vorstellbar.
  • Im bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Nadel 20 spritzgegossen. Dabei ist in der Nadel 20 ein Formkörper 22 integriert. Ein oberer Abschnitt 24 der Nadel 20 ist dabei zumindest teilweise von den beiden beweglichen Backen 18 umschlossen. Ein unterer Abschnitt 26 der Nadel 20 ragt hingegen aus den beweglichen Backen 18 hervor. Dabei ist im unteren Abschnitt 26 der Nadel 20 eine Nadelspitze 28 ausgeformt. Insbesondere mittels der Nadelspitze 28 der Nadel 20 kann die Greifvorrichtung 14 die Verstärkungsstruktur 12 aufgreifen, um sie gegenüber der Aufbringungsvorrichtung 15 zu positionieren. Dieses Aufgreifen mittels der Nadel 20 beziehungsweise der Nadelspitze 28 kann durch entsprechende Ausformungen der Nadel 20 beziehungsweise der Nadelspitze 28 erleichtert sein. So können spezifische Hilfsgeometrien zur verbesserten Aufnahme der Verstärkungsstruktur 12 durch die Nadel 20 dienen. Dabei sind alle möglichen Ausformungen vorstellbar, beispielsweise kleine Haken oder auch zusätzliche Spitzen.
  • Im oberen Abschnitt 24 weist die Nadel 20 zudem eine im Querschnitt rechteckige Ausformung 30 zur Befestigung der Nadel 20 an den beweglichen Backen 18. Mittels dieser Ausformung 30 kann die Nadel 20 formschlüssig mit entsprechenden backenseitigen Mulden 32 interagieren. Somit kann die Nadel 20 mittels der beweglichen Backen 18 gut und sicher geführt werden. Die Ausformung 30 und die korrespondierende Mulde 32 müssen dabei nicht die in 3 dargestellte Form besitzen. Wichtig ist nur, dass die formschlüssig ineinander passen und der Nadel 20 damit die benötigte Stabilität verleihen.
  • Dabei ist die Nadel 20 im dargestellten Ausführungsbeispiel in den beweglichen Backen 18 austauschbar. Wenn beispielsweise die Nadel 20 durch häufige Anwendung im Rahmen eines Aufbringverfahrens von Polyurethan (PUR) verbraucht ist, kann sie so einfach gegen eine andere, eventuell neue Nadel 20 ausgetauscht werden. Die kontaminierten Nadeln 20 sind wieder zu reinigen und wiederverwendbar. Gegebenenfalls müssen bzw. können sie aber als Abfall entsorgt werden. Als Nadelmaterial bieten sich Stoffe an, die eine geringe Haftung zu den aushärtbaren Stoffen, welche auf die Verstärkungsstruktur 12 aufgebracht werden, besitzen. Wird Polyurethan und oder ein Polyurethan umfassender Stoff aufgebracht, so kann dies zum Beispiel Polyethylen, Polypropylen, Stahl oder auch ein ähnliches Material sein. Alternativ oder zusätzlich können die Nadeln 20 beschichtet sein. Auch hierbei bietet sich an, die Beschichtung mit einen der genannten Stoffe beziehungsweise Materialien vorzunehmen, um eine geringe Haftung der PUR-Reaktionsgemische an der Nadel 20 zu gewährleisten.
  • Zum Austausch der Nadeln 20 im Nadelgreifer 16 kann beispielsweise auch ein Magazin vorhanden sein, so dass kontaminierte Nadeln eventuell nach jedem Handhabungsvorgang einfach aus dem Magazin ausgeworfen und durch neue Nadeln 20 ersetzt werden.
  • Durch Vergleich der 1 und 2 wird ersichtlich, welchen Vorteil der Einsatz einer erfindungsgemäßen Anlage 10 in einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur 12 aufweisenden Kunststoffbauteils, bei welchem die Verstärkungsstruktur 12 mittels einer Greifvorrichtung 14 gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung 15 positioniert wird, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur 12 aufgebracht wird, im Gegensatz zum im Stand der Technik beschriebenen Verfahren bietet.
  • 10
    Anlage
    12
    Verstärkungsstruktur
    14
    Greifvorrichtung
    15
    Aufbringungsvorrichtung
    16
    Nadelgreifer
    18
    Backen
    20
    Nadel
    22
    Formkörper
    24
    Abschnitt
    26
    Abschnitt
    28
    Nadelspitze
    30
    Ausformung
    32
    Mulden
    34
    Rand
    36
    Rand
    38
    Pyramide
    40
    Bereich
    42
    Bereich
    44
    Oberfläche
    46
    Oberfläche
    48
    Endfläche
    50
    Endfläche
    52
    Endfläche
    54
    Endfläche

Claims (13)

  1. Verfahren zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur (12) aufweisenden Kunststoffbauteils, bei welchem die Verstärkungsstruktur (12) mittels einer Greifvorrichtung (14) gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung (15) positioniert wird, mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur (12) aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsstruktur (12) mittels wenigstens eines Nadelgreifers (16) der Greifvorrichtung (14) gegenüber der Aufbringungsvorrichtung (15) positioniert wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Aufbringen, insbesondere Aufsprühen des aushärtbaren Stoffes auf wenigstens eine Oberfläche (44, 46) der Verstärkungsstruktur (12), neues Positionieren der Verstärkungsstruktur (12) gegenüber der Aufbringungsvorrichtung (15) mittels wenigstens eines Nadelgreifers (16), Aufbringen, insbesondere Aufsprühen des aushärtbaren Stoffes auf wenigstens eine weitere Oberfläche (44, 46) der Verstärkungsstruktur (12).
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Polyurethan und/oder ein ein Polyurethan umfassender Stoff auf die Verstärkungsstruktur (12) aufgebracht wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der aushärtbare Stoff auf eine Verstärkungsstruktur (12), welche im Wesentlichen aus Fasern ausgebildet ist, aufgebracht wird.
  5. Anlage (10) zum Herstellen eines eine Verstärkungsstruktur (12) aufweisenden Kunststoffbauteils, mit einer Greifvorrichtung (14) zum Positionieren der Verstärkungsstruktur (12) gegenüber einer Aufbringungsvorrichtung (15), mittels welcher ein aushärtbarer Stoff auf die Verstärkungsstruktur (12) aufbringbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifvorrichtung (14) wenigstens einen Nadelgreifer (16) umfasst, mittels welchem die Verstärkungsstruktur (12) gegenüber der Aufbringungsvorrichtung (15) positionierbar ist.
  6. Anlage (10) nach Anspruch 5, mittels welcher ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 durchführbar ist.
  7. Anlage (10) nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Nadel (20) des Nadelgreifers (16) austauschbar ist.
  8. Anlage (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Nadel (20) des Nadelgreifers (16) reinigbar ist.
  9. Anlage (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Nadel (20) des Nadelgreifers (16) wiederverwendbar ist.
  10. Anlage (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Nadel (20) des Nadelgreifers (16) aus einem Stoff gebildet ist, der eine geringe Haftung an den aushärtbaren Stoff, welcher auf die Verstärkungsstruktur (12) aufbringbar ist, aufweist.
  11. Anlage (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Nadel (20) des Nadelgreifers (16) eine Beschichtung aufweist, welche eine geringe Haftung an den aushärtbaren Stoff, welcher auf die Verstärkungsstruktur (12) aufbringbar ist, aufweist.
  12. Anlage (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Nadel (20) des Nadelgreifers (16) spritzgegossen ist, wobei die Nadel (20) zumindest eine Ausgestaltung zum Greifen aufweist.
  13. Anlage (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Nadel (20) formschlüssig mit dem Nadelgreifer (16) verbunden ist.
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