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Die Erfindung betrifft einen elektrischen Schalter nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
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Derartige elektrische Schalter finden vor allem für Elektrohandwerkzeuge Verwendung. Bei diesen Elektrowerkzeugen kann es sich um Bohrmaschinen, Schleifer, Sägen, Hobel, Winkelschleifer o. dgl. handeln.
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Ein solcher elektrischer Schalter besitzt ein Kontaktsystem und ein Betätigungsorgan, beispielsweise in der Art eines Drückers, zum Schalten des Kontaktsystems. Gegebenenfalls kann mittels des Betätigungsorgans die Drehzahl, mit der das Elektrowerkzeug betrieben wird, dessen Drehmoment o. dgl. durch Einwirkung auf einen Sollwertgeber, bei dem es sich beispielsweise um ein Potentiometer handeln kann, einstellbar sein. Am Betätigungsorgan, und zwar insbesondere an dessen Drückerkappe, ist weiter ein drehbares Stellrad angeordnet, das zur Vorwahl einer Drehzahl, eines Drehmoments o. dgl. für das Elektrowerkzeug dient. Und zwar derart daß eine Begrenzung der Drehzahl, des Drehmoments o. dgl. beim Betrieb des Elektrowerkzeugs gegeben ist.
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Derartige Schalter sind aus dem Stand der Technik bekannt.
DE 2 045 832 A zeigt einen Schalter, mit dem der Nutzer die den Motor eines Elektrowerkzeugs zugeführte Energie variieren kann, die bei vollem Ausschlag des Betätigungsorgans einen vorbestimmten einstellbaren Maximalwert annimmt. Die Voreinstellung erfolgt dabei mit einer im Betätigungsorgan verbauten Einstellschraube. In ähnlicher Weise zeigt die
DE 2 444 739 A1 eine Vorrichtung zur Drehzahlsteuerung oder -regelung, die es nach erfolgter Grundeinstellung gestattet, sofort die gewünschte Drehzahl einzustellen. Hierzu weist das Betätigungsorgan ein verrastbares Stellrad auf.
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Die
DE 3 815 883 A1 zeigt einen Geräteschalter mit mehreren in einem Schaltergehäuse beweglich gelagerten Kontaktbrücken, die jeweils mit Drückern betätigbar sind, wobei der Platzbedarf gegenüber älteren Schaltern mit mehreren Drückern und Kontaktbrücken reduziert wird.
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In der
EP 0 011 440 B1 wird ein zweipoliger Drucktaster zur Geschwindigkeitssteuerung eines Elektrowerkzeugs mit einem seitlich angebrachten Stop-Knopf und einem in der Frontseite des Drückers eingelassenen Drehknopf gezeigt, wobei die Knöpfe zum Arretieren des Motors des Werkzeugs benutzt werden.
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Bei diesen Elektrowerkzeugschaltern mit Drückerkappe sowie Stellrad ist die drehbare Verbindung des Stellrades am Betätigungsorgan durch das Einrasten einer Rastwulst am Stellrad über sich verformende Lamellen an der Drückerkappe hergestellt. Diese Verbindung weist folgende Nachteile auf:
- - Die aus einem thermoplastischen Kunststoff bestehende Drückerkappe muß konditioniert werden, was nicht prozeßsicher ist und einen zusätzlichen Kostenfaktor darstellt.
- - Es besteht die Gefahr von angebrochenen Lamellen und/oder von Rissen während der Fertigung, welche bei der Endkontrolle kaum feststellbar sind, so daß ein späterer Funktionsausfall und/oder Reklamationen die Folge sind.
- - Das Spiel zwischen dem Stellrad und der Drückerkappe variiert je nach Verformung der Lamellen, womit die Rastfunktion der einzelnen Positionen des Stellrades teilweise ungenügend ist. Dadurch wird nicht nur der Bedienungseffekt, nämlich das Rasten des Stellrades, sondern unter Umständen auch die Stabilität der Stellrad-Positionen, beispielsweise im Schlagbohrbetrieb o. dgl., beeinträchtigt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verbindung zwischen dem Stellrad und dem Betätigungsorgan zu verbessern.
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Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen elektrischen Schalter durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
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Beim erfindungsgemäßen elektrischen Schalter ist das Stellrad mittels einer Bajonett-Verbindung am Betätigungsorgan drehbar befestigt. Eine solche Verbindung zwischen dem Stellrad und der Drückerkappe gestattet vorteilhafterweise, daß das Stellrad positioniert sowie kraftlos bei der Montage zugefügt werden kann. Dadurch werden die genannten Nachteile vermieden. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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In einer Weiterbildung besitzt das Stellrad eine Drehachse. Am Betätigungsorgan ist eine Lagerfläche zur Lagerung des Stellrades befindlich. Die Bajonett-Verbindung umfaßt wenigstens einen Zapfen an der Drehachse sowie wenigstens einen zum Zapfen korrespondierenden Durchbruch in der Lagerfläche, derart daß das Stellrad in einer Drehstellung an der Lagerfläche einsetzbar ist. Bevorzugt ist dabei, daß mehrere Zapfen an der Drehachse angeordnet sind sowie mehrere korrespondierende Durchbrüche in der Lagerfläche befindlich sind. Ein Herausfallen des Stellrades in den weiteren Drehstellungen ist jedoch durch das Zusammenwirken des Zapfens mit der dem Stellrad abgewandten Seite der Lagerfläche verhindert. Es handelt sich hierbei um eine einfache und kompakte Ausgestaltung.
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Zur Festlegung eines bestimmten Stellbereiches für das Stellrad, beispielsweise eines solchen von in etwa 260 Grad, weist das Stellrad einen Anschlag auf. Am Betätigungsorgan ist ein Gegenanschlag angeordnet, derart daß der Anschlag und der Gegenanschlag zur Begrenzung des Drehwinkels für die Verdrehung des Stellrades zusammenwirken. Zweckmäßigerweise sind der Anschlag in der Art eines Rastnockens und der Gegenanschlag in der Art eines Steges ausgestaltet. Selbstverständlich können auch umgekehrt der Gegenanschlag in der Art eines Rastnockens und der Anschlag in der Art eines Steges ausgestaltet sein. Damit wird beim Drehen des Stellrades durch die Rastnocken am Stellrad und den entsprechenden Stegen an der Drückerkappe beziehungsweise umgekehrt zugleich der Stellbereich mittels des Anschlages festgelegt. Bevorzugterweise bilden dabei zwei Stege eine Art von Gabel, derart daß der Rastnocken zwischen den Stegen der Gabel aufnehmbar ist. Falls gewünscht, kann der beispielsweise aus Kunststoff bestehende Steg beziehungsweise die Gabel federnd ausgestaltet sein, um dem Benutzer einen weichen Anschlag zu bieten, es sei denn die relativ kleinen Abmessungen für den Steg stehen dem entgegen.
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Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß eine Kostenersparnis erreicht wird. Außerdem ist eine verbesserte Prozeßsicherheit bei der Montage des Schalters erreicht, womit vorzeitige Ausfälle wirksam verhindert sind. Außerdem bietet die Erfindung eine bessere Rastfunktion für die einzelnen Positionen des Stellrades.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit verschiedenen Weiterbildungen und Ausgestaltungen ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- 1 einen elektrischen Schalter in schematischer Darstellung,
- 2 die Verbindung des Stellrades am Betätigungsorgan in schematischer Art, und zwar vorliegend mit mehreren Zapfen am Stellrad sowie mehreren korrespondierenden Durchbrüchen an dem als Drückerkappe ausgestalteten Betätigungsorgan,
- 3 eine weitere Ausführung der Verbindung des Stellrades am Betätigungsorgan und
- 4 eine Ausgestaltung zur Drehwinkelbegrenzung für das Stellrad.
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In 1 ist ein elektrischer Schalter 1 für ein Elektrowerkzeug zu sehen. Bei dem Elektrowerkzeug kann es sich um eine Bohrmaschine, einen Schleifer, eine Säge, einen Hobel, einen Winkelschleifer o. dgl. handeln. Der Schalter 1 besitzt ein Gehäuse 2, in dem ein Kontaktsystem 3, sowie ein aus einem Potentiometer bestehender Sollwertgeber 4 angeordnet ist. Der Schalter 1 besitzt weiterhin ein in der Art eines Drückers oder einer Drückerkappe ausgestaltetes Betätigungsorgan 5, das über einen aus dem Gehäuse 2 herausragenden Stößel 15 auf das Kontaktsystem 3 sowie das Potentiometer 4 einwirkt. Das Betätigungsorgan 5 dient aufgrund entsprechender Einwirkung durch den Benutzer somit zum Schalten des Kontaktsystems 3, womit das Ein- und/oder Ausschalten des Elektrowerkzeugs erfolgt. Desweiteren wird bei Bewegung des Betätigungsorgans 5 durch den Benutzer das Potentiometer 4 dementsprechend verstellt. Der vom Potentiometer 4 aufgrund der Verstellung erzeugte Sollwert wird einer Elektronik zugeführt, die wiederum eine entsprechende Einstellung der Drehzahl, des Drehmoments o. dgl. für das Elektrowerkzeug vornimmt. Unter den Begriff Potentiometer fällt somit auch ein sonstiger Sollwertgeber, beispielsweise ein Sensor und/oder eine digital arbeitende Wegabfrage. Am Betätigungsorgan 5 ist ein drehbares Stellrad 6 angeordnet, mit dessen Hilfe eine Begrenzung des Verstellweges für das Betätigungsorgan 5 voreinstellbar ist. Dadurch ist mit Hilfe des Stellrades 6 die Vorwahl einer Drehzahl-, Drehmoment- o. dgl. Begrenzung für das Elektrowerkzeug ermöglicht. In bekannter Art kann diese Voreinstellung bestimmten Rastpositionen des Stellrades 6 zugeordnet sein.
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Das Stellrad 6 ist mittels einer Bajonett-Verbindung 7, welche in 2 schematisch gezeigt ist, am Betätigungsorgan 5 drehbar befestigt. Das Stellrad 6 besitzt eine Drehachse 8, um in bekannter Art mittels eines Gewindes einen korrespondierenden Anschlag für die Wegbegrenzung des Betätigungsorgans 5 entsprechend der Drehzahl-, Drehmoment- o. dgl. Vorwahl zu verstellen. Am Betätigungsorgan 5 ist eine Lagerfläche 9 zur Lagerung des Stellrades 6 befindlich. Die Bajonett-Verbindung 7 umfaßt wenigstens einen Zapfen 10 an der Drehachse 8 sowie wenigstens einen zum Zapfen 10 korrespondierenden Durchbruch 11 in der Lagerfläche 9. Dadurch ist das Stellrad 6 in einer Drehstellung an der Lagerfläche 9 einsetzbar. Ein Herausfallen des Stellrades 6 in den weiteren Drehstellungen ist jedoch durch das Zusammenwirken des Zapfens 10 mit der dem Stellrad 6 abgewandten Seite 12 der Lagerfläche 9 verhindert. Selbstverständlich können auch mehrere Zapfen 10 sowie Durchbrüche 11 in der Bajonett-Verbindung 7 zur Verwendung kommen, was ebenfalls anhand von 2 zu erkennen ist. Während in 2 die Zapfen 10 eine abgerundete, dornartige Gestalt aufweisen, ist in 3 eine weitere Ausgestaltung der Bajonett-Verbindung 7 gezeigt, bei der die Zapfen 10 eine längliche Gestalt besitzen. Die Durchbrüche 11 in der Lagerfläche 9 sind hierzu korrespondierend ausgebildet.
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Zur Begrenzung des Drehwinkels für die Verdrehung des Stellrades 6 weist das Stellrad 6 einen Anschlag 13 auf, wie in 4 gezeigt ist. Am Betätigungsorgan 5 ist ein Gegenanschlag 14 angeordnet, derart daß der Anschlag 13 und der Gegenanschlag 14 zur Drehwinkelbegrenzung dementsprechend zusammenwirken. Wie man weiter der 4 entnimmt, kann der Gegenanschlag 14 in der Art eines Rastnockens und der Anschlag 13 in der Art eines Steges ausgestaltet sein. Selbstverständlich ist auch die umgekehrte Anordnung möglich, bei der der Anschlag in der Art eines Rastnockens am Betätigungsorgan 5 und der Gegenanschlag in der Art eines Steges am Stellrad 6 ausgestaltet sind. Wie ebenfalls der 4 zu entnehmen ist, bilden dort zwei Stege 13, 13' eine Art von Gabel, derart daß der Rastnocken 14 zwischen den Stegen 13, 13' in der Endposition des Stellrades 6 aufnehmbar ist. Um dem Benutzer einen weichen Endanschlag zu bieten, können die Stege 13, 13' gegebenenfalls federnd ausgestaltet sein.
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Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene und dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Sie umfaßt vielmehr auch alle fachmännischen Weiterbildungen im Rahmen der durch die Patentansprüche definierten Erfindung. So kann eine derartige Bajonett-Verbindung 7 nicht nur bei Elektrowerkzeugschaltern sondern auch an elektrischen Schaltern für Hausgeräte, Gartengeräte o. dgl. Verwendung finden.
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Bezugszeichenliste
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- 1:
- (elektrischer) Schalter
- 2:
- Gehäuse
- 3:
- Kontaktsystem
- 4:
- Sollwertgeber / Potentiometer
- 5:
- Betätigungsorgan
- 6:
- Stellrad
- 7:
- Bajonett-Verbindung
- 8:
- Drehachse (von Stellrad)
- 9:
- Lagerfläche (an Betätigungsorgan)
- 10:
- Zapfen (für Bajonett-Verbindung)
- 11:
- Durchbruch (für Bajonett-Verbindung)
- 12:
- Seite (an Lagerfläche)
- 13,13':
- Anschlag (am Stellrad) / Steg
- 14:
- Gegenanschlag (am Betätigungsorgan) / Rastnocken
- 15:
- Stößel