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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Behandlung von Präparaten mit einer Vielzahl von Reagenzbehältern, die in vorgegebenen Positionen angeordnet sind. Ferner umfasst die Vorrichtung einen Transportmechanismus zum Transport von mindestens einem Transportbehälter, der mindestens einen Träger aufnimmt. Auf dem Träger ist mindestens ein Präparat aufgebracht. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Ermitteln des Füllstandes von Reagenzbehältern mit Reagenzien.
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Die Vorrichtung und das Verfahren kommen vorzugsweise in der histologischen Technik zur Anwendung. Die histologische Technik beschäftigt sich mit der Untersuchung von Gewebeproben von Patienten. Die verbreitetste Vorgehensweise ist, dass die Gewebeproben den Patienten entnommen, in Paraffin eingebettet, aus den so entstandenen Probenblöcken mit Hilfe eines Mikrotoms Dünnschnitte geschnitten und jeweils ein Dünnschnitte auf jeweils einem Träger aufgebracht werden. Anschließend werden in einem weiteren Prozess die Präparate behandelt, insbesondere eingefärbt, bevor sie zur diagnostischen Auswertung einem Mikroskop zugeführt werden.
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Bei der Behandlung werden die Träger, auf denen die Präparate aufgebracht sind, mit Hilfe eines Transportbehälters und eines Transportmechanismus in einen mit einer Reagenz befüllten Reagenzbehälter eingetaucht und in diesem eine vorgegebene Zeit belassen, bevor sie aus dem Reagenzbehälter entnommen und mit Hilfe des Transportmechanismus in einen weiteren Reagenzbehälter transportiert werden. Die Steuerung dieses Behandlungsprozesses erfolgt vorzugsweise computergesteuert. Es ist wichtig, dass die Reagenzbehälter jeweils mit der richtigen Menge an Reagenzien befüllt sind. Ist der Reagenzbehälter mit zuviel Reagenz befüllt, so kann es passieren, dass das Reagenz aufgrund der Verdrängung des Reagenzes durch den Transportbehälter und die Träger aus den Reagenzbehälter überläuft. Dies hat zur Folge, dass die Vorrichtung zur Behandlung der Präparate und/oder die Umgebung verschmutzt werden. Besonders kritisch ist es, wenn durch das aus einem zu vollen Reagenzbehälter ausgelaufene Reagenz andere Reagenzbehälter kontaminiert werden. Dies ist insbesondere bei Vorrichtungen der Fall, bei denen die Reagenzbehälter in mehreren Ebenen übereinander angeordnet sind. Um eine solche Kontamination eines Reagenzbehälters durch das Reagenz eines anderen Reagenzbehälters zu verhindern, werden im Stand der Technik Reagenzbehälter mit einem definierten mechanischen Überlauf eingesetzt, durch den bei Überfüllung das Reagenz kontrolliert ablaufen kann und eine Kontamination anderer Reagenzbehälter, der Vorrichtung und/oder der Umgebung vermieden wird. Nachteilig hieran ist, dass durch den mechanischen Überlauf nur bei einer Überfüllung des Reagenzbehälters Abhilfe geschaffen wird. Es ist aber ebenso kritisch, wenn ein Reagenzbehälter nicht mit ausreichend Reagenz befüllt ist, so dass die in den Reagenzbehälter eingetauchten Präparate nicht bzw. nicht vollständig von dem Reagenz bedeckt werden, so dass die gewünschte Behandlung der Präparate nicht gewährleistet ist.
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Aus dem Dokument
EP 1 153 882 A1 ist ein Verfahren zum Steuern eines Füllstandes bekannt, bei dem der zur Füllstandmessung verwendete Sensor innerhalb des Behälters angeordnet ist, dessen Füllstand gemessen werden soll.
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Das Dokument
DE 100 52 833 A1 beschreibt eine Vorrichtung zur Behandlung von Objekten, die mehrere Reagenzienbehälter umfasst, deren Füllstand mit Hilfe mindestens eines Detektors überwacht wird.
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Aus dem Dokument
DE 24 35 663 A1 ist ein Pegelerfassungs- und Stichprobensystem bekannt, bei dem aus einem Gefäß Stichproben mit Hilfe einer Stichprobensonde entnommen werden können.
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Das Dokument
US 2007/0012113 A1 beschreibt ein Detektionssystem, das einen Sensor zur Ermittlung des Füllstandes von Reagenzienbehältern umfasst, wobei der Sensor mit Hilfe eines Transportmechanismus relativ zu den Reagenzbehältern bewegbar ist.
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Aus dem Dokument
EP 1 237 003 A2 ist ein Adapter zum Halten von Probenbehältern bekannt, der einen Sensor zur Ermittlung des Füllstandes der Probenbehälter umfasst, wobei dieser Sensor ortsfest angeordnet ist.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Behandlung von Präparaten und ein Verfahren anzugeben, bei der bzw. bei dem auf einfache Weise der Füllstand von mindestens einem Reagenzbehälter mit Reagenzien ermittelbar ist.
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Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 10 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
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Gemäß der Erfindung umfasst die Vorrichtung zur Behandlung der Präparate mindestens einen Sensor zum Ermitteln des Füllstandes der Reagenzbehälter mit Reagenzien. Der Sensor ist an dem Transportmechanismus zum Transport des Transportbehälters angeordnet. Hierdurch wird erreicht, dass mit Hilfe nur eines Sensors der Füllstand aller in der Vorrichtung angeordneten Reagenzbehälter ermittelbar ist.
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Es ist vorteilhaft, wenn die Ermittlung des Füllstandes mit Hilfe des Sensors berührungslos erfolgt. Hierdurch wird eine Verschmutzung des Sensors vermieden, wodurch eventuellen Fehlern bei der Ermittlung des Füllstandes vorgebeugt wird. Ebenso werden die notwendigen Wartungsarbeiten an dem Sensors reduziert.
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Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Sensor ein Ultraschallsensor ist. Ein solcher Ultraschallsensor ist ein gängiges Normteil und kann somit kostengünstig beschafft werden.
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Des Weiteren ist es vorteilhaft, eine Auswerteeinheit zur Auswertung der mit Hilfe des Sensors ermittelten Informationen vorzusehen. Hierdurch wird erreicht, dass die Vorrichtung zur Behandlung von Präparaten nicht mit einer externen Auswerteeinheit, insbesondere einem Computer, verbunden werden muss. Somit wird eine kompakte, kostengünstige Bauweise der Vorrichtung ermöglicht und die Vorrichtung kann zwischen verschiedenen Einsatzorten transportiert werden, ohne dass weitere Vorrichtungen zur Auswertung der mit Hilfe des Sensors ermittelten Informationen mit transportiert werden müssen bzw. mehrfach vorhanden sein müssen.
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Vorzugsweise ist der Sensor derart an dem Transportmechanismus angeordnet, dass mit Hilfe des Sensors der Füllstand eines Reagenzbehälters ermittelbar ist, bevor der Transportbehälter in diesen Reagenzbehälter hinein bewegt wird. Hierdurch wird erreicht, dass der Transportbehälter mit den Trägern erst gar nicht in die Reagenzbehälter eingetaucht wird, wenn die Auswertung der mit Hilfe des Sensors erzeugten Informationen über den Füllstand des Reagenzbehälters ergibt, dass der Füllstand des Reagenzbehälters nicht in einem vorgegebenen Bereich liegt. Somit wird beispielsweise vermieden, dass die auf den Träger aufgebrachten Präparate nur teilweise eingefärbt werden und somit unbrauchbar sind.
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Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn der Sensor derart an den Transportmechanismus angeordnet ist, dass der vertikale Abstand zu den Reagenzbehältern konstant ist. Hierdurch wird der Aufwand der Ermittlung des Füllstandes der Reagenzbehälter reduziert.
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Ferner ist es vorteilhaft, wenn eine Steuereinheit zum Steuern des Transportmechanismus vorgesehen ist und wenn diese Steuereinheit den Transportmechanismus derart steuert, dass ein Transportbehälter nur dann in einen Reagenzbehälter hineinbewegt wird, wenn der mit Hilfe des Sensors ermittelte Füllstand des Reagenzbehälters mindestens so hoch wie ein vorgegebener Mindestfüllstand ist. Hierdurch wird verhindert, dass die auf den Trägern des Transportbehälters aufgebrachten Präparate nur teilweise behandelt werden und hierdurch unbrauchbar werden.
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Vorzugsweise ist eine Ausgabeeinheit zur Ausgabe mindestens einer in Abhängigkeit von dem Füllstand mindestens eines Reagenzbehälters erzeugten Information an einen Benutzer vorgesehen. Bei dieser Information kann es sich beispielsweise um ein Signal handeln, dass den Benutzer informiert, wenn der Füllstand des Reagenzbehälters, in den der Transportbehälter eingetaucht werden soll, nicht in dem vorgegebenen Bereich liegt, und den Benutzer auffordert, den Füllstand des Reagenzbehälters entsprechend anzupassen. Die Ausgabeeinheit ist vorzugsweise ein Bildschirm.
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Alternativ oder zusätzlich kann mit Hilfe dieser Ausgabeeinheit dem Benutzer der Füllstand eines oder meherer Reagenzbehälter kontinuierlich angezeigt werden, so dass der Benutzer rechtzeitig präventiv eingreifen kann, bevor der Füllstand eines oder mehrerer Reagenzbehälter den zulässigen Bereich verlässt und die Vorrichtung somit nicht oder nur eingeschränkt weiterbetrieben werden kann.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ermitteln des Füllstandes von Reagenzbehältern mit Reagenzien, bei dem mit Hilfe eines Sensors der Füllstand mindestens eines Reagenzbehälters ermittelt wird. Der Sensor wird mit Hilfe eines Transportmechanismus oberhalb der Reagenzbehälter bewegt, deren Füllstand ermittelt werden soll.
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Es ist vorteilhaft, wenn der Sensor jeweils ein Signal mit Informationen über den Füllstand eines jeden Reagenzbehälters erzeugt, das Signal an eine Auswerteeinheit übermittelt und das Signal mit Hilfe der Auswerteeinheit mit einem vorgegebenen Mindestfüllstand verglichen wird. Hierdurch kann auf einfache Weise erkannt werden, wenn ein Reagenzbehälter nicht mehr ausreichend mit Reagenz befüllt ist. Bei dem Signal handelt es sich vorzugsweise um ein elektrisches Signal.
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Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Transportmechanismus mit Hilfe einer Steuereinheit derart gesteuert wird, dass ein Transportbehälter nur dann in den Reagenzbehälter hineinbewegt wird, wenn der mit Hilfe des Sensors ermittelte Füllstand des Reagenzbehälters mindestens so hoch wie der vorgegebene Mindestfüllstand ist. Auf diese Weise wird vermieden, dass Präparate nur teilweise mit Reagenz bedeckt und behandelt werden und somit für die weitere Auswertung nicht mehr brauchbar sind.
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Des weiteren ist es vorteilhaft, wenn der Transportmechanismus mit Hilfe einer Steuereinheit derart gesteuert wird, dass ein Transportbehälter nur dann in den Reagenzbehälter hineinbewegt wird, wenn der mit Hilfe des Sensors ermittelte Füllstand des Reagenzbehälters maximal so hoch wie ein vorgegebener maximaler Füllstand ist. Hierdurch wird ein Überlaufen des Reagenzbehälters vermieden, in den der Transportbehälter eingetaucht wird.
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Ferner ist es vorteilhaft, wenn mit Hilfe einer Ausgabeeinheit mindestens eine in Abhängigkeit von dem Füllstand mindestens eines Reagenzbehälters erzeugte Information an einen Benutzer ausgegeben wird. Es ist besonders vorteilhaft, wenn dem Benutzer der Füllstand mindestens eines Reagenzbehälters ausgegeben wird und/oder dem Benutzer eine Information ausgegeben wird, wenn der mit Hilfe des Sensors ermittelte Füllstand des Reagenzbehälters niedriger ist als der in der Auswerteeinheit hinterlegte Mindestfüllstand. Hierdurch wird erreicht, dass der Benutzer zeitnah eingreifen kann, indem er den bzw. die Reagenzbehälter zumindest so weit mit Reagenz befüllt, dass der Mindestfüllstand erreicht ist und die Behandlung der Präparate nur für kurze Zeit unterbrochen werden muss.
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Das durch den unabhängigen Verfahrensanspruch spezifizierte Verfahren kann in gleicher Weise weitergebildet werden wie die Vorrichtung nach Anspruch 1. Insbesondere kann das Verfahren mit den in den auf die Vorrichtung rückbezogenen abhängigen Patentansprüchen angegebenen Merkmalen bzw. entsprechenden Verfahrensmerkmalen weitergebildet werden.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung, welche in Verbindung mit den beigefügten Figuren die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
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Es zeigen:
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1 eine perspektivische Ansicht einer schematischen Darstellung einer Vorrichtung zur Behandlung von Präparaten; und
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2 eine perspektivische schematische Darstellung eines Ausschnitts der Vorrichtung nach 1.
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In 1 ist eine schematische Ansicht einer Vorrichtung 10 zur Behandlung von Präparaten gezeigt. Die Vorrichtung 10 umfasst eine Vielzahl von Reagenzbehältern, die in vorgegebenen Positionen angeordnet sind. Einer dieser Reagenzbehälter ist beispielhaft mit den Bezugszeichen 12 bezeichnet. Die Reagenzbehälter 12 werden auch als Küvetten bezeichnet. Die Reagenzbehälter 12 sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel nach 1 in vier Behälterreihen 14a bis 14d angeordnet. Die Reagenzbehälterreihen 14a bis 14d sind parallel zueinander angeordnet, so dass sich insgesamt eine matrixförmige Anordnung der Reagenzbehälter 12 ergibt. Die Reagenzbehälter 12 werden in ihrer Gesamtheit in der matrixförmigen Anordnung auch als Reagenzbehälterfeld oder Küvettenfeld bezeichnet.
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In alternativen Ausführungsformen der Erfindung können die Reagenzbehälter 12 auch anders angeordnet sein. Insbesondere können die Reagenzbehälter 12 in mehreren Ebenen übereinander angeordnet sein.
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Die Reagenzbehälter 12 sind mit Reagenzien gefüllt, die beispielsweise zum Einfärben von Präparaten dienen. Solche Reagenzien können insbesondere Lösemittel, Farbstofflösungen oder Wasser sein.
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Ferner sind in 1 zwei Transportbehälter 16a, 16b gezeigt. Die Transportbehälter 16a, 16b sind vorteilhafterweise Transportkörbe 16a, 16b, die auch als Racks bezeichnet werden. Die jeweilige Breite eines Transportbehälters 16a, 16b entspricht ungefähr der Länge eines Reagenzbehälters 12. Jeder Transportbehälter 16a, 16b umfasst an seinem oberen Ende einen Bügel 18a, 18b. Die Transportbehälter 16a, 16b sind derart ausgebildet, dass der Bügel 18a, 18b aus dem Reagenzbehälter 12 heraussteht, wenn der Transportbehälter 16a, 16b in den Reagenzbehälter 12 eingesetzt ist.
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Die Transportbehälter 16a, 16b können jeweils mindestens einen Träger aufnehmen. Einer dieser Träger ist beispielhaft mit dem Bezugszeichen 20 bezeichnet. Bei den Trägern 20 handelt es sich insbesondere um Glasträger, die auch als Slides bezeichnet werden. Auf jedem Träger 20 ist jeweils mindestens ein zu behandelndes Präparat aufgebracht. Bei diesen Präparaten handelt es sich insbesondere um Dünnschnitte aus biologischem Material.
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Die Behandlung der Präparate, insbesondere das Einfärben von biologischem Material, erfolgt, indem eine Transportbehälter 16a, 16b in einen Reagenzbehälter 12 gesetzt, dort eine vorgegebene Zeit belassen, anschließend aus dem Reagenzbehälter 12 entnommen, zu einem weiteren Reagenzbehälter 12 transportiert und in diesen gesetzt wird. Dieser Vorgang kann während der Behandlung eines Präparates mehrfach erfolgen.
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Der Transport der Transportbehälter 16a, 16b von einem Reagenzbehälter 12 zu einem anderen Reagenzbehälter 12 erfolgt mit Hilfe einer Transporteinheit 22a, 22b. Im dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst die Vorrichtung 10 zwei Transporteinheiten 22a, 22b zum Transport der Transportbehälter 16a, 16b, wobei die beiden Transporteinheiten 22a, 22b zeitgleich Transportbehälter 16a, 16b transportieren können.
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Alternativ kann die Vorrichtung 10 auch nur eine Transporteinheit 22a, 22b umfassen.
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Die beiden Transporteinheiten 22a, 22b sind auf zwei Schienen 24a, 24b gelagert. Die Schienen 24a, 24b sind parallel zueinander an zwei gegenüberliegenden Seiten des Küvettenfeldes angeordnet. Jede Transporteinheit 22a, 22b umfasst jeweils eine erste Linearachse 26a, 26b. An den Enden der ersten Linearachse 26a, 26b ist jeweils ein Schlitten 28a bis 28d angeordnet. Jeweils ein Schlitten 28a, 28c einer jeden Transporteinheit 22a, 22b liegt auf der ersten Schiene 24a auf. Der jeweils am gegenüberliegenden Ende der jeweiligen Linearachse 26a, 26b angeordnete Schlitten 28b, 28d liegt auf der anderen Schiene 24b auf. Durch ein Verschieben der Schlitten 28a bis 28d auf den Schienen 24a, 24b können die Transporteinheiten 22a, 22b in Richtung einer x-Achse bewegt werden. Die Linearachsen 26a, 26b verlaufen orthogonal zur x-Achse in Richtung einer y-Achse.
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Die Transporteinheiten 22a, 22b umfassen jeweils einen Transportschlitten 30a, 30b, der in Richtung der y-Achse verschiebbar auf der jeweiligen Linearachse 26a, 26b gelagert ist. Die Transportschlitten 30a, 30b umfassen jeweils an der der jeweils anderen Transporteinheit 22a, 22b zugewandten Seite einen Greifer 32a, 32b. Die Greifer 32a, 32b sind in Richtung einer z-Achse, die orthogonal zur x-Achse und orthogonal zur y-Achse verläuft, verschiebbar.
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Soll ein Transportbehälter 16a, 16b transportiert werden, so wird der Greifer 32a, 32b derart bewegt, dass sich zumindest ein Teil des Greifers 32a, 32b unterhalb des Bügels 18a, 18b des zu transportierenden Transportbehälters 16a, 16b befindet. Anschließend wird der Greifer 32a, 32b angehoben, wobei der Greifer 32a, 32b unter den Bügel 18a, 18b des zu transportierenden Transportbehälters 16a, 16b greift. Der zu transportierende Transportbehälter 16a, 16b wird mit Hilfe des Greifers 32a, 32b anschließend so lange angehoben, bis sich das untere Ende des Transportbehälters 16a, 16b oberhalb des Reagenzbehälters 12 befindet, aus dem der Transportbehälter 16a, 16b entnommen wurde. Anschließend wird der Transportbehälter 16, 16b mit Hilfe der jeweiligen Transporteinheit 22a, 22b in Richtung der x- und/oder y-Achse bewegt, bis er sich oberhalb des Reagenzbehälters 12 befindet, in dem der Transportbehälter 16a, 16b eingetaucht werden soll. Der Greifer 32a, 32b und der durch ihn gehaltene Transportbehälter 16a, 16b werden so lange in Richtung der z-Achse in Richtung des Reagenzbehälters 12 hinab bewegt, bis der Transportbehälter 16a, 16b auf dem Boden des Reagenzbehälters 12 aufsetzt. Der Greifer 16a, 16b wird vorzugsweise noch ein wenig weiter hinab bewegt und anschließend in Richtung der x-Achse unterhalb des Bügels 18a, 18b des Transportbehälters 16a, 16b hinausbewegt.
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Bei dem im Ausführungsbeispiel durch die beiden Schienen 24a, 24b und die beiden Transporteinheiten 22a, 22b gebildeten Transportmechanismus handelt es sich um einen linearen Transportmechanismus mit drei jeweils orthogonal aufeinander stehenden Linearachsen. Alternativ sind auch andere Transportmechanismen möglich.
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Jede Transporteinheit 22a, 22b umfasst jeweils einen Sensor 34. Der Sensor des ersten Transportmechanismus 22a ist in 1 nicht sichtbar, da er durch den Transportschlitten 30a verdeckt ist. Mit Hilfe des Sensors 34 kann der Füllstand von Reagenzbehältern mit Reagenz ermittelt werden. Beim Einfärben der auf den Trägern 20 aufgebrachten Präparaten ist es wichtig, dass die jeweiligen Reagenzbehälter 12 jeweils mit der richtigen Menge an Reagenz befüllt sind. Enthält ein Reagenzbehälter 12 zuviel Reagenz, so kann der Reagenzbehälter 12 beim Einsetzen des Transportbehälters 16a, 16b aufgrund der Verdrängung des Reagenzes durch den Transportbehälter 16a, 16b und den in dem Transportbehälter 16a, 16b enthaltenen Trägern 20 überlaufen. Hierdurch kann es zur Verschmutzung der Vorrichtung 10 und/oder der Umgebung kommen. Bei Vorrichtungen, bei denen Reagenzbehälter 12 in mehreren Ebenen übereinander angeordnet sind, kann es durch das Überlaufen eines Reagenzbehälters 12 zu einer Kontamination des in einem darunter angeordneten Reagenzbehälters 12 befindlichen Reagenzes kommen.
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Befindet sich in einem Reagenzbehälter 12 zu wenig Reagenz, so kann es sein, dass die auf den Trägern 20 aufgebrachten Präparate nicht bzw. nicht vollständig von dem Reagenz bedeckt werden, wenn die Träger 20 mit Hilfe des Transportbehälters 16a, 16b in den Reagenzbehälter 12 eingebracht sind. Hierdurch wird das Präparat nicht oder zumindest nicht vollständig gefärbt und ist für eine weitere Verwendung, insbesondere die mikroskopische Untersuchung, nicht mehr geeignet. Gründe für einen zu niedrigen Füllstand eines Reagenzbehälters können beispielsweise sein, dass das Reagenz aufgebraucht wurde oder dass eine Bediener vergessen hat, den Reagenzbehälter 12 zu befüllen oder den falschen Reagenzbehälter 12 befüllt hat. Der Füllstand eines Reagenzbehälters 12 muss somit zwischen einem vorgegebenen Mindestfüllstand und einem ebenfalls vorgegebenen maximalen Füllstand sein.
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Der Sensor 34 ist derart an dem Transportschlitten 30b der zweiten Transporteinheit 22b angeordnet, dass mit Hilfe des Sensors 34 Daten mit Informationen über den Füllstand eines Reagenzbehälter 12 erzeugbar sind, bevor ein Transportbehälter 16a, 16b in diesen Reagenzbehälter 12 eingetaucht wird. Die Ermittlung der Daten mit Informationen über den Füllstand des Reagenzbehälters 12 erfolgt berührungslos. Auf diese Weise werden Verschmutzungen des Sensors 34 vermieden und Reinigungs- und Wartungsarbeiten minimiert. Bei dem Sensor 34 zur Ermittlung des Füllstandes handelt es sich insbesondere um einen Ultraschallsensor 34. Die durch den Ultraschallsensor 34 ausgesandten Ultraschallwellen sind in 1 durch die Linien 36 angedeutet. Durch die Anordnung des Sensors 34 an dem Transportschlitten 30b wird erreicht, dass der Abstand zwischen dem Sensor 34 und den Reagenzbehältern 12 konstant ist. Auf diese Weise kann der Füllstand des Reagenzbehälters 12 mit geringem Aufwand ermittelt werden.
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Die obigen Ausführungen gelten entsprechend für die erste Transporteinheit 22a.
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Bei alternativen Ausführungsformen der Erfindung können an einem Transportschlitten 30a, 30b mehrere Sensoren 34 zur Ermittlung des Füllstandes angeordnet sein. Ebenso ist alternativ möglich, dass der Sensor 34 an der Linearachse 26a, 26b angeordnet ist.
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Bei einer weiteren alternativen Ausführungsform der Erfindung kann der Sensor 34 mit Hilfe eines eigenen Transportmechanismus oberhalb des Reagenzbehälterfeldes bewegt werden.
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Ferner umfasst jede Transporteinheit 22a, 22b eine Auswerteeinheit 38. Die Auswerteeinheit 38 ist ebenfalls am Transportschlitten 30a, 30b angeordnet und mit dem Sensor 34 über eine geeignete Leitung 40 zur Übermittlung der von dem Sensor 34 erzeugten Daten mit den Informationen über den Füllstand des Reagenzbehälters 12 verbunden. Bei den mit Hilfe des Sensors erzeugten Daten handelt es sich insbesondere um elektrische Signale, welche über eine elektrische Leitung 40 an die Auswerteeinheit 38 übermittelt werden. Dieses elektrische Signal liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 4 und 20 mA und ist proportional zu der vorgegebenen maximalen Füllhöhe.
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Mit Hilfe der Auswerteeinheit 38 werden die mit Hilfe des Sensors 34 erzeugten Informationen ausgewertet. Insbesondere wird der mit Hilfe des Sensors 34 ermittelte Füllstand mit dem in der Auswerteeinheit hinterlegten vorgegebenen Mindestfüllstand und dem ebenfalls in der Auswerteeinheit hinterlegten vorgegebenen maximalen Füllstand verglichen. Ergibt der Vergleich des ermittelten Füllstandes mit dem Mindestfüllstand und dem maximalen Füllstand, dass der Reagenzbehälter 12, in den der Transportbehälter 16a, 16b hineingetaucht werden soll, zu voll oder zu niedrig mit Reagenz befüllt ist, wird der Transportbehälter 16a, 16b nicht in den Reagenzbehälter 12 eingetaucht. Vorzugsweise erfolgt die Verhinderung des Eintauchens des Transportbehälters 16a, 16b in den Reagenzbehälter 12 automatisch, indem ein Programm gestoppt wird, welches durch eine nicht dargstellte Steuereinheit zur Steuerung der Vorrichtung 10 abgearbeitet wird, und in dem hinterlegt ist, in welcher Reihenfolge welche Transportbehälter 16a, 16b in welche Reagenzbehälter 12 eingetaucht werden müssen und wie lange die jeweiligen Transportbehälter 16a, 16b in den jeweiligen Reagenzbehältern 12 belassen werden müssen. Die Behandlung der in dem Transportbehälter 16a, 16b angeordneten Präparaten wird erst dann vorgesetzt, wenn der Füllstand des Reagenzbehälters 12 dahingehend korrigiert wurde, dass der Füllstand zwischen dem Mindestfüllstand und dem maximalen Füllstand liegt.
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Zusätzlich oder alternativ kann eine in Abhängigkeit von dem ermittelten Füllstand erzeugte Information über eine nicht dargestellte Ausgabeeinheit an einen Benutzer ausgegeben werden. Insbesondere kann dem Benutzer angezeigt werden, wenn der Füllstand eines Reagenzbehälters 12 unterhalb des Mindestfüllstandes oder oberhalb des maximalen Füllstandes liegt und der Benutzer kann aufgefordert werden, den Füllstand des jeweiligen Reagenzbehälters 12 entsprechend zu ändern. Zusätzlich oder alternativ kann der Benutzer durch ein akustisches Signal informiert werden.
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Ebenso kann dem Benutzer zusätzlich oder alternativ der Füllstand eines Reagenzbehälters oder mehrerer Reagenzbehälter mit Hilfe der Ausgabeeinheit ausgegeben werden. Bei der Ausgabeeinheit handelt es sich vorzugsweise um einen Bildschirm. Auf diese Weise wird dem Benutzer kontinuierlich der aktuelle Füllstand der jeweiligen Reagenzbehälter 12 angezeigt, so dass dieser präventiv eingreifen kann, bevor der Füllstand eines Reagenzbehälters 12 den Mindestfüllstand unterschreitet. Durch ein rechtzeitiges Nachfüllen dieses Reagenzbehälters 12 kann vermieden werden, dass die Behandlung des Präparats unterbrochen werden muss. Auf diese Weise können Stillstandzeiten der Vorrichtung 10 vermieden oder zumindest reduziert werden.
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Des Weiteren kann der Füllstand der Reagenzbehälter 12 zusätzlich oder alternativ an eine nicht dargestellte zentrale Auswerteeinheit übermittelt werden und somit der weiteren Bearbeitung zugänglich gemacht werden.
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In 2 ist eine perspektivische schematische Darstellung eines Ausschnitts der Vorrichtung 10 nach 1 gezeigt. Elemente mit gleichem Aufbau oder gleicher Funktion haben die gleichen Bezugszeichen.
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Der Reagenzbehälter 12 ist mit einem Reagenz 42 befüllt. Der Füllstand des Reagenzbehälters 12 mit dem Reagenz 42 ist durch die Linie 44 angedeutet. Mit Hilfe des Ultraschallsensors 34 wird der Füllstand des Reagenzbehälters 12 ermittelt, bevor die Träger 20 in den Reagenzbehälter 12 eingetaucht werden.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Vorrichtung
- 12
- Reagenzbehälter
- 14a, 14b, 14c, 14d
- Reagenzbehälterreihe
- 16a, 16b
- Transportbehälter
- 18a, 18b
- Bügel
- 20
- Träger
- 22a, 22b
- Transporteinheit
- 24a, 24b
- Schienen
- 26a, 26b
- Linearachse
- 28a, 28b, 28c, 28d
- Schlitten
- 30a, 30b
- Transportschlitten
- 32a, 32b
- Greifer
- 34
- Sensor
- 36
- Ultraschallwellen
- 38
- Auswerteeinheit
- 40
- Verbindung
- 42
- Reagenz
- 44
- Füllstand