-
Die
Erfindung betrifft eine Betankungs-Schutzvorrichtung, die zur Anordnung
an einem Tank mit einem Tankstutzen geeignet ist, der sich in einem
Innenraum eines Kraftfahrzeugs befindet und ein Verfahren zur Betankung
mittels der Betankungs-Schutzvorrichtung.
-
Um
die strengen Abgasvorschriften in Bezug auf Stickoxide zu erfüllen, werden
Dieselfahrzeuge mit einem Abgasreinigungskonzept ausgestattet, bei dem
ein Dosierventil eine Harnstofflösung
in das Abgas eindüst.
Die Technik der selektiven katalytischen Reduktion bewirkt dabei,
dass gleichzeitig der Dieselmotor bei höheren Temperaturen verbrauchsarm eingestellt
werden kann, und die durch die höheren Verbrennungstemperaturen
bedingt vermehrt entstandenen Stickoxide durch Ammoniak, das aus
der Harnstofflösung
freigesetzt wird, zu Stickstoff reduziert werden. Dadurch werden
die Stickoxid-Emissionen drastisch verringert.
-
Zur
Bereitstellung der Harnstofflösung
sind dabei in den Dieselfahrzeugen zusätzliche Tanks vorgesehen, die über den
Innenraum betankt werden. Abhängig
von der Anordnung des Tanks ist der Innenraum dabei der Kofferraum,
der Motorraum oder der Fahrgastraum. Bei der Betankung dieser Harnstofflösungstanks
lässt sich
dabei eine Verschmutzung des Innenraums durch aus der Tankpistole
tropfende Harnstofflösung,
beispielsweise beim Herausziehen der Tankpistole oft nicht vermeiden.
Dabei kommt es zum Auskristallisieren eines weißen Salzes, das sich nicht
mehr entfernen lässt.
Weiterhin greift die Harnstofflösung
Bauteile aus Aluminium an, führt
zu deren Korrosion, so dass sie unbrauchbar werden. Darüber hinaus
kann die Harnstofflösung
in elektrische Leitungen bis hin zu den Steuergeräten kriechen
und diese zerstören.
Infolgedessen entstehen hohe Reparaturkosten.
-
Ausgehend
von diesem Stand der Technik ist es wünschenswert, eine Betankungs-Schutzvorrichtung
bereit zu stellen, um die Verschmutzung und Korrosion der den Tank
umgebenden Innenraumstrukturen zu vermeiden.
-
Diese
Aufgabe wird durch eine Betankungs-Schutzvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren zur Betankung mittels der
Betankungs-Schutzvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Weiterbildungen sind
in den Unteransprüchen
ausgeführt.
-
Eine
erste Ausführungsform
der Erfindung bezieht sich auf eine Betankungs-Schutzvorrichtung, die
insbesondere zur Betankung mit Harnstoff geeignet ist, und die um
einen Tankstutzen eines Tanks in einem Kraftfahrzeug-Innenraum gelegt
wird. Die Betankungs-Schutzvorrichtung
hat einen Abdeckabschnitt, mit dem ein Bereich des Innenraums abgedeckt
wird, der den Tankstutzen umgibt. Eine trichterförmige Durchtrittsvorrichtung
mit Öffnung
ist in dem Abdeckabschnitt bereitgestellt; die Öffnung kommt in der Gebrauchsstellung
der Betankungs-Schutzvorrichtung während des Ausführens eines
Tankvorgangs um den Außendurchmesser
des Tankstutzens dichtend zur Anlage. Wenn der Tankvorgang beendet ist
und die Betankungs-Schutzvorrichtung entfernt werden kann, wird
die Öffnung
mit einem Verschlussmittel fluiddicht verschlossen, das an dem Innendurchmesser
der trichterförmigen
Durchtrittsvorrichtung vorliegt. Nun kann ein Harnstoff in den Innenraum
dringen. Mit dieser Betankungs-Schutzvorrichtung wird einfach und
zuverlässig
eine Benetzung des Innenraums mit Harnstofflösung vermieden, so dass weder
verschmutzte Teile des Interieurs, noch Aluminiumbauteile oder elektrische
Leitungen sowie Steuergeräte
ausgetauscht werden müssen.
-
Das
Verschlussmittel zum Verschließen
der trichterförmigen
Durchtrittsvorrichtung kann ein Gummizug sein, so dass die Öffnung der
Betankungs-Schutzvorrichtung vorteilhaft mit geringem Kraftaufwand über den
Tankstutzen gezogen und nach dem Betanken abgezogen werden kann,
wobei die Durchtrittsvorrichtung dichtend vollständig geschlossen wird.
-
In
einer alternativen Ausführungsform
kann das Verschlussmittel auch eine Verschlussblende oder ein Verschlussventil
sein.
-
Dabei
ist es günstig,
die Betankungs-Schutzvorrichtung aus einem Material zu fertigen,
das gegenüber
Chemikalien, insbesondere gegenüber Harnstoff
resistent ist, wobei vorzugsweise ein Kunststoffmaterial in Frage
kommt.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
kann die Betankungs-Schutzvorrichtung eine Form aufweisen, die in
Bezug auf eine Form des Bereichs des Kraftfahrzeuginnenraums vorkonfektioniert
ist, der den Tankstutzen umgibt. Je nach Anordnung des Tanks mit
dem Tankstutzen in Kofferraum, Motorraum oder Fahrgastraum kann
eine entsprechende Betankungs-Schutzvorrichtung passend bereitgestellt
werden.
-
Dabei
kann die Betankungs-Schutzvorrichtung zumindest in einem Bereich,
der die trichterförmige
Durchtrittsvorrichtung umgibt, aus einem Folienmaterial beschaffen
sein, so dass sich die Betankungs-Schutzvorrichtung den Strukturen
des Innenraums anpassen kann, und einfach zur Entfernung nach dem
Betankungsvorgang zusammengelegt herausgenommen werden kann, so
dass keine Flüssigkeitstropfen
in den Innenraum des Fahrzeugs gelangen.
-
Besteht
die Betankungs-Schutzvorrichtung zumindest teilweise aus einem Folienmaterial,
so kann in einer Ausführungsform
eine Vielzahl von Betankungs-Schutzvorrichtungen zur Einmal-Verwendung
lösbar
aneinandergefügt
sein.
-
In
einer alternativen Ausführungsform
kann die Betankungs-Schutzvorrichtung durch eine flexibel geformte
Wannenvorrichtung bereitgestellt sein. Diese kann dann vorteilhaft
auch mehrfach eingesetzt werden.
-
Schließlich bezieht
sich eine Ausführungsform
der Erfindung auf ein Verfahren zur Betankung eines Tanks über einen
Tankstutzen, der sich in einem Innenraum eines Kraftfahrzeugs befindet.
Die Betankung erfolgt mit einer Tankpistole unter Verwendung der
erfindungsgemäßen Betankungs-Schutzvorrichtung.
Demnach wird in einem ersten Schritt die Schutzvorrichtung in den
Innenraum des Kraftfahrzeugs gelegt, so dass der bereich um den
Tank abgedeckt wird. Die trichterförmige Durchtrittsvorrichtung,
die sich in dem Abdeckabschnitt der Betankungs-Schutzvorrichtung
befindet, wird mit ihrer Öffnung über dem
Tankstutzen positioniert und aufgeweitet. Die Aufweitung der trichterförmigen Durchtrittsvorrichtung,
die zumindest ein Verschlussmittel aufweist, erfolgt bis zu einer
Größe eines
maximalen Innendurchmessers der trichterförmigen Durchtrittsvorrichtung,
die größer als
ein Außendurchmesser
des Tankstutzens ist. In einem weiteren Schritt wird die trichterförmige Durchtrittsvorrichtung dichtend
um den Außendurchmesser
des Tank stutzens angelegt, wobei das Verschlussmittel die Abdichtung
der Durchtrittsvorrichtung am Tankstutzen bereitstellt. Der Bereich
des Innenraums, der den Tankstutzen umgibt, wird durch den Abdeckabschnitt der
Betankungs-Schutzvorrichtung abgedeckt, so dass der Innenraum vor
Benetzung durch eine Betankungsflüssigkeit geschützt ist.
Es erfolgt das Einfüllen
der Betankungsflüssigkeit
mit der Tankpistole, die nach Beendigung der Betankung zurückgezogen wird.
Schließlich
wird die Betankungs-Schutzvorrichtung entfernt, indem die mit dem
Verschlussmittel dichtend an dem Tankstutzen anliegende trichterförmige Durchtrittsvorrichtung
abgezogen wird, wobei das Verschlussmittel die trichterförmige Durchtrittsvorrichtung
fluiddicht verschließt.
Durch dieses Verschließen
der Durchtrittsvorrichtung wird sichergestellt, dass auch hier bei
dem Entfernung der Betankungs-Schutzvorrichtung keine Betankungsflüssigkeit
in den Innenraum gelangt.
-
Figurenbeschreibung
-
Figuren
und Beschreibung dienen dem besseren Verständnis des Gegenstands. Gegenstände oder
Teile von Gegenständen,
die im Wesentlichen gleich oder ähnlich
sind, können
mit denselben Bezugszeichen versehen sein. Die Figuren sind lediglich
eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Erfindung.
-
Dabei
zeigen:
-
1 eine
perspektivische Ansicht eines Tanks in einem Fahrzeugkofferraum,
der nach dem Stand der Technik mittels einer Tankpistole betankt wird,
-
2 eine
perspektivische Ansicht eines Fahrzeugkofferraums, in dem eine Betankungs-Schutzvorrichtung
angeordnet ist, und
-
3 eine
perspektivische Ansicht eines Details der Betankungs-Schutzvorrichtung.
-
Detaillierte Beschreibung
-
Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
ist eine Betankungs-Schutzvorrichtung, die zur Anordnung an einem
Tank mit einem Tankstutzen geeignet ist. Der Tankstutzen des Tanks
befindet sich in einem Innenraum des Kraftfahrzeugs. Die Betankungs-Schutzvorrichtung
besteht aus einem Abdeckabschnitt, der den Bereich des Innenraums
abdeckt, der den Tankstutzen umgibt. In dem Abdeckabschnitt ist
eine trichterförmige
Durchtrittsvorrichtung vorgesehen, deren maximaler Innendurchmesser
so bemessen ist, dass die Öffnung
der trichterförmigen
Durchtrittsvorrichtung um einen Außendurchmesser des Tankstutzens dichtend
angelegt werden kann, wenn die Betankungs-Schutzvorrichtung gebraucht
wird. Das an dem Innendurchmesser der trichterförmigen Durchtrittsvorrichtung
bereitgestellte Verschlussmittel, das dazu dient, die Öffnung fluiddicht
zu verschließen,
wenn die Betankungs-Schutzvorrichtung nicht mehr gebraucht wird und
abgezogen werden soll, kann dabei ein Gummizug sein, wenn die trichterförmige Durchtrittsvorrichtung
aus einem flexiblen Material gefertigt ist, das sich zusammenziehen
lässt.
-
Alternativ
kann dieses Verschlussmittel auch eine Verschlussblende sein, die
zur Anordnung auf dem Tankstutzen über einen zusätzlichen
Betätigungsmechanismus
geöffnet
werden kann, während sie
bei Entfernung der Betankungs-Schutzvorrichtung von dem Tankstutzen
automatisch schließt. Denkbar
ist auch ein Verschlussventil als Verschlussmittel sein, das mittels
geeigneter Adaptervorrichtungen auf den Tankstutzen aufgesetzt wird,
das während
des Betankens mit der Tankpistole öffnet und bei Ablösen von
dem Tankstutzen automatisch schließt.
-
Die
Betankungs-Schutzvorrichtung ist dabei aus einem Material bereitgestellt,
das resistent gegen Chemikalien, insbesondere gegen Harnstoff ist. Dieses
Material ist vorzugsweise ein Kunststoffmaterial, so dass die Betankungs-Schutzvorrichtung
flexibel einsetzbar und günstig
herzustellen ist.
-
Zum
optimalen Schutz des Innenraums des Kraftfahrzeugs kann die Betankungs-Schutzvorrichtung
eine Form aufweisen, die so vorkonfektioniert ist, dass sie der
Form des Innenraumbereichs, der den Tankstutzen umgibt, entspricht.
Dabei kann die Betankungs-Schutzvorrichtung
zumindest in einem Bereich, der die trichterförmige Durchtrittsvorrichtung umgibt,
aus einem Folienmaterial beschaffen sein, welches sich an die den
Tankstutzen umgebenden Innenraumstrukturen anpasst.
-
Eine
Vielzahl von aus Folienmaterial gefertigten Betankungs-Schutzvorrichtungen
kann dabei zur Einmal-Verwendung lösbar aneinander gefügt bereitgestellt
sein. Denkbar ist dabei eine Rolle ähnlich einer Rolle für Müllbeutel,
von der jeweils eine Betankungs-Schutzfolie
mit der verschließbaren trichterförmigen Durchtrittsvorrichtung
abgerissen werden kann. Alternativ zur Betankungs-Schutzvorrichtung
aus Folienmaterial kann auch eine flexibel geformte Wannenvorrichtung
vorgesehen sein, die dann auch zur Mehrfach-Verwendung geeignet ist.
-
Um
einen Tank über
einen Tankstutzen, der sich in einem Innenraum eines Kraftfahrzeugs
befindet, durch eine Tankpistole mit einer Betankungsflüssigkeit
zu füllen,
wird wie folgt vorgegangen: Zunächst
wird die Betankungs-Schutzvorrichtung in den Innenraum eingelegt,
so dass ein den Tankstutzen umgebender Bereich des Innenraums abgedeckt wird.
Dann wird die Betankungs-Schutzvorrichtung positioniert, wobei die
trichterförmige
Durchtrittsvorrichtung mit einer Öffnung die einen maximalen
Innendurchmesser einer Größe hat,
der dem Außendurchmesser
des Tankstutzens entspricht, dichtend um den Tankstutzen gelegt.
Dann wird der Tank mittels Tankpistole betankt und die Tankpistole
nachfolgend zurückgezogen.
Es folgt das Lösen
der um den Außendurchmesser
des Tankstutzens anliegenden trichterförmigen Durchtrittsvorrichtung
mit der Öffnung
von dem Tankstutzen und zugleich das fluiddichte Verschließen der Öffnung mit
einem Verschlussmittel. Dann kann die Betankungs-Schutzvorrichtung
aus dem Kraftfahrzeug-Innenraum entfernt werden, ohne dass Tankflüssigkeit
in den Innenraum tropft.
-
1 zeigt
einen im Kofferraum 8 eines Fahrzeugs angeordneten Tank 4 für Harnstofflösung, die
nach dem Stand der Technik mittels einer Tankpistole 7 eingefüllt wird.
Da sich ein Nachtropfen der Harnstofflösung nach Beendigung des Tankvorgangs nicht
vermeiden lässt,
kommt es beim Zurückziehen der
Tankpistole 7 zur Verschmutzung des Tanks 4 oder
des Kofferraums 8 mit den zuvor beschriebenen Nachteilen.
Desgleichen kann hier bei der Anordnung des Tanks 4 im
Kofferraum eine Verschmutzung der Ladekante sowie des hinteren Stoßfängers nicht ausgeschlossen
werden.
-
Abhilfe
wird durch die in 2 dargestellte Betankungs-Schutzvorrichtung 1 geschaffen,
die sowohl den gesamten Kofferraum 8, der den Tankstutzen
des Tanks 4 umgibt, als auch die Ladekante und die Stoßstange
abdeckt. Der Abdeckabschnitt 2 ist dabei aus einem Folienmaterial
gefertigt, so dass sich der Abdeckabschnitt 2 über den
Tank und die Kofferraumstrukturen legt. Die Öffnung 3' der trichterförmigen Durchtrittsvorrichtung 3 umgibt
den Tankstutzen 5, wie insbesondere aus der Detailansicht
in 3 deutlich wird, so dass die Tankpistole 7 über die
trichterförmige
Durchtrittsvorrichtung 3 in den Tankstutzen 5 mündet und
der Tank 4 (in 2 durch die Betankungs-Schutzvorrichtung 1 verdeckt)
gefüllt werden
kann. Die beim Zurückziehen
der Tankpistole 7 heraustropfende Tankflüssigkeit
tropft auf den Abdeckabschnitt 2 oder in die trichterförmige Durchtrittsvorrichtung 3 der
Betankungs-Schutzvorrichtung 1, wobei sich bei Entnahme
der Betankungs-Schutzvorrichtung 1 die Trichteröffnung 3' selbsttätig verschließt, so dass
kein Austreten von Betankungsflüssigkeit
erfolgt und der Kofferraum vor Verschmutzung und Korrosion geschützt ist.
-
In 3 ist
detailliert die trichterförmige Durchtrittsvorrichtung 3 mit
der Öffnung 3' dargestellt,
die sich in einem dem Tankstutzen 5 entsprechenden Bereich
des Abdeckabchnitts 2 der Betankungs-Schutzvorrichtung 1 befindet.
Der Tankstutzen 5 wird von der trichterförmigen Durchtrittsvorrichtung 3 umgeben
und ein in der Öffnung 3' vorgesehener Gummizug 6 sorgt
für die
fluiddichte Abdichtung an dem Tankstutzen 5.
-
Durch
die Vorspannung des Gummizugs ist die trichterförmige Öffnung in der Betankungs-Schutzvorrichtung
aus Folienmaterial vor Gebrauch geschlossen. Durch ein manuelles
oder automatisches Aufweiten entgegen der Vorspannung des Gummizugs
kann der Innendurchmesser der trichterförmigen Öffnung bis zu einer Größe gedehnt
werden, dass sie auf den Tankstutzen aufgezogen werden kann. Durch
die Vorspannung legt sich der Gummizug der trichterförmigen Öffnung abdichtend
um den Tankstutzen. Nach dem Tankvorgang wird die Betankungs-Schutzvorrichtung
entfernt, indem die trichterförmige Öffnung mit
dem Gummizug abgezogen wird. Wieder sorgt die Vorspannung des Gummizugs
dafür,
dass die trichterförmige Öffnung sofort verschlossen
wird, so dass keine Tropfen der Betankungsflüssigkeit austreten können.