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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Lärmschutzeinrichtung
mit einer im Wesentlichen aus bewehrtem oder unbewehrtem Beton ausgebildeten Tragschicht,
wobei auf der Tragschicht wenigstens eine Absorberschicht vorgesehen
ist, und wobei die Absorberschicht aus wenigstens einem mineralischen
Bindemittel, mineralischen Zuschlägen und einem Zuschlagstoff
aus einem hochpolymeren, elastischen, oberflächenmineralisierten
Material ausgebildet ist. Die Erfindung betrifft ferner einen Zuschlagstoff
für die Ausbildung einer Absorberschicht einer Lärmschutzeinrichtung,
wobei der Zuschlagstoff aus einem hochpolymeren, elastischen, oberflächenmineralisierten
Material ausgebildet ist.
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Eine
Lärmschutzeinrichtung und ein Zuschlagstoff der oben genannten
Gattung sind aus der Druckschrift
DE 198 04 770 A1 bekannt. Die Druckschrift
beschreibt eine Lärmschutzwand, die aus zwei Schichten
oder Schalen aufgebaut ist, wobei eine Schicht eine Tragschale aus
Schwerbeton ist, die die statischen Erfordernisse der Lärmschutzwand
erfüllt, während die andere Schicht eine Absorptionsschicht aus
einem schalldämmenden und schallabsorbierenden Beton ist.
Die Absorptionsschicht hat die Funktion einer der Schallquelle zugewandten
Vorsatzschale und ist im Wesentlichen aus einem mit einem hochpolymeren
Zuschlagstoff versetzten Beton ausgebildet.
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Für
die Herstellung der hochpolymeren Zuschlagstoffe verweist die Druckschrift
einerseits auf die Druckschrift
WO
93/16009 , gemäß welcher zerkleinerte
unsortierte Materialien und Materialschnipsel der Kunststoff-, Textil-,
Leder- und Kunstlederindustrie einer schockartigen Wärmestrahlung
ausgesetzt werden, um diese zu innertisieren und zu aktivieren,
bevor sie mit kristallbildenden wässrigen Lösungen
von mineralischen Bindemitteln in einer fotochemischen Behandlung
gemischt werden. Hierzu wird darauf verwiesen, dass die bunte Optik
sowie das ökonomisch aufwendige Verfahren zur Herstellung
derartiger hochpolymerer Zuschlagstoffe nachteilig sind.
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Als
Alternative zur Herstellung der hochpolymeren Zuschlagstoffe wird
das in der Druckschrift
DE 1
96 32 446.7 beschriebene Verfahren angegeben. Hier werden
grob vorzerkleinerte hochpolymere Wertstoffe, insbesondere Textil-
und Kunststoffabfälle der Indust rie, der Haushalte und
des Handels, in einem Agglomerator thermisch aufbereitet, innertisiert
und im Agglomerator verbleibend mit einer kristallbildenden wässrigen
Mineralisierungslösung mindestens einmal geschockt, wobei
die Menge der zugeführten Mineralisierungslösung
so dosiert werden muss, dass diese den Erfordernissen des Schockens und
der Mineralisierung entspricht. Dabei kann es notwendig sein, gegebenenfalls
mehrmalig Mineralisierungslösung innerhalb bzw. außerhalb
des Agglomerators hinzuzugeben, um eine ausreichende Mineralisierung
des Agglomerates zu erreichen. Somit ist auch dieses Verfahren dann,
wenn einen ausreichende Menge an mineralisierten Kristallen mit
der erforderlichen Haftung auf der Oberfläche des Agglomerates
vorliegen soll, relativ aufwendig.
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Bei
den in der Druckschrift
DE
198 04 770 A1 empfohlenen hochpolymeren Zuschlagstoffen
ist es unbedingt erforderlich, dass diese rundum von einem gut haftenden
mineralischen Material umgeben sind. Nur dann kann eine vorteilhafte
Einbindung dieser Zuschlagstoffe in den Beton der Absorptionsschicht erfolgen,
da Erfahrungen zeigen, dass sich unbehandelte hochpolymere Zuschlagstoffe
mit der Zeit aus einem Materialverbund, der Beton enthält,
lösen, so dass derartige Verbundstoffe nicht die entsprechende
Lebensdauer und Haftverbundfestigkeit aufweisen.
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Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Lärmschutzeinrichtung
sowie einen Zuschlagstoff für die Ausbildung einer Absorberschicht
einer Lärmschutzeinrichtung mit sehr guten Schallabsorptions-
und Schalldämmeigenschaften zur Verfügung zu stellen,
welche mit einfachen Mitteln kostengünstig herstellbar
ist, sowie eine hohe Lebensdauer und Haftverbundfestigkeit aufweist.
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Die
Aufgabe wird einerseits durch eine Lärmschutzeinrichtung
mit einer Absorberschicht der oben genannten Gattung gelöst,
wobei der Zuschlagstoff zumindest teilweise aus einem Gummigranulat
ausgebildet ist, auf dem eine das Gummigranulat umhüllende,
elastische Schutzschicht und eine auf der elastischen Schutzschicht
vorgesehene mineralische Beschichtung vorgesehen ist.
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Die
Aufgabe wird ferner durch einen Zuschlagstoff der oben genannten
Gattung gelöst, wobei der Zuschlagstoff aus einem Gummigranulat
ausgebildet ist, auf dem eine das Gummigranulat umhüllende,
elastische Schutzschicht und eine auf der elastischen Schutzschicht
vorgesehene mineralische Beschichtung vorgesehen ist.
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Die
erfindungsgemäß vorgesehene, das Gummigranulat
umhüllende, elastische Schutzschicht schafft einerseits
eine gute Anbindung an das Gummigranulat und stellt andererseits
eine optimale Grundlage für die aufzubringende mineralische
Beschichtung zur Verfügung. So kann die elastische Schutzschicht
in zunächst flüssiger Form gut mit dem Gummigranulat
durchmischt werden, wobei das Gummigranulat allseitig durch das
Material der elastischen Schutzschicht benetzt werden kann. Daraufhin
kann dann, wenn eine Erhärtungsreaktion des Materials der
elastischen Schutzschicht stattfindet, ein Material für
die vorgesehene mineralische Beschichtung auf das von dem Material
der elastischen Schutzschicht eingehüllte Gummigranulat
gegeben werden, wodurch die mineralische Beschichtung besonders
gut auf der darunter befindlichen elastischen Schutzschicht haftet.
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Im
Ergebnis kann ein Zuschlagstoff aus einem hochpolymeren, elastischen
Material mit einer hoch haftfesten Oberflächenmineralisierung
zur Verfügung gestellt werden, welcher sich aufgrund der hochqualitativen
mineralisierten Oberfläche sehr gut in den das wenigstens
eine mineralische Bindemittel und die mineralischen Zuschläge
enthaltenden Materialverbund der Absorberschicht einfügt.
Insbesondere geht das erfindungsgemäß mit der
elastischen Schutzschicht und dem mineralischen Material beschichtete
Gummigranulat eine gute Verbindung mit Beton ein, wodurch die ausgebildete
Absorberschicht eine sehr geringe Neigung zur Rissbildung, eine hohe
Dauerhaftigkeit und sehr gute Haftverbundfestigkeit aufweist. Ferner
zeigt die mit dem erfindungsgemäßen Zuschlagstoff
versetzte Absorberschicht einen hohen Widerstand gegen Frost-Taumittel-Beanspruchung,
einen hohen Anprallschutz durch die Elastizität des eingebrachten
Gummis, eine hohe Stoßdämpfung und Steinwurfresistenz,
eine sehr gute Schalldämmung und eine gute Schallabsorption.
Darüber hinaus können durch die mit dem erfindungsgemäßen
Zuschlagstoff versehene Absorberschicht temperaturbedingte Spannungen
im Beton durch die Elastizität des Zuschlagstoffes ausgeglichen
werden.
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Entsprechend
kann eine Lärmschutzeinrichtung, wie beispielsweise ein
Lärmschutzwandsystem, mit einer sehr gut schallabsorbierenden
und zugleich-dämmenden Absorberschicht zur Verfügung gestellt
werden.
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Gemäß einer
vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist das Gummigranulat aus recycelten Altreifen ausgebildet. Auf
diese Weise können Altreifen in zerkleinerter Form umweltgerecht wiederverwendet
werden, wobei das aus recycelten Alt reifen hergestellte Gummigranulat
besonders gute elastische Eigenschaften im Sinne der Erfindung aufweist.
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Hierbei
ist es besonders günstig, wenn die Altreifen Lkw-Altreifen
sind. Lkw-Reifen sind aus einem qualitativ höheren Material
als die Reifen von Pkw's ausgebildet, wodurch das Gummigranulat
in höherer Qualität zur Verfügung gestellt
werden kann.
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Entsprechend
einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
weist das Gummigranulat eine durchschnittliche Korngröße von
etwa 2 mm bis etwa 7 mm auf. Diese Korngröße garantiert
einerseits eine gute Einbindung in das mineralische Bindemittel
der Absorberschicht, wobei die Korngröße ausreichend
groß ist, um die elastischen Eigenschaften des Gummigranulates
vorteilhaft in dem Bindemittel wirksam werden zu lassen.
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Vorzugsweise
ist die elastische Schutzschicht aus einem polymeren Bindemittel
ausgebildet, das aus der Gruppe der Acrylatharze, einem polyurethan-
oder epoxidhaltigen Bindemittel oder einer Mischung daraus ausgewählt
ist. Diese Materialien sind besonders gut geeignet, um einen elastischen Schichtüberzug über
das Gummigranulat herzustellen, wobei sich die angegebenen Materialien
besonders gut mit dem Gummigranulat verbinden, so dass eine gute
Haltbarkeit der elastischen Schutzschicht auf dem Gummigranulat
gewährleistet ist.
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Es
hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die elastische
Schutzschicht eine Schichtdicke von etwa 50 μm bis etwa
200 μm aufweist. Diese Schichtdicke gewährleistet
einerseits eine gute Umhüllung des Gummigranulats durch
die elastische Schutzschicht und andererseits eine gute Anbindung der
mineralischen Beschichtung an die elastische Schutzschicht während
der Vernetzungsreaktion des Materials der elastischen Schutzschicht.
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Vorzugsweise
ist die mineralische Beschichtung ein Gesteinsmehl mit einer Korngröße
im μm-Bereich. Die Mikrobeschichtung mit Gesteinsmehl erlaubt
eine gute Haftung des Gesteinsmehls an der elastischen Schutzschicht
und damit eine gute Umhüllung des Gummigranulats durch
das Gesteinsmehl.
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Gemäß einem
günstigen Beispiel der Erfindung umfassen die mineralischen
Zuschläge Kies und/oder Sand in Korngrößen
bis etwa 4 mm und/oder Leichtzuschläge. Durch die Auswahl
und Menge der vorgesehenen mineralischen Zuschläge können
die Eigenschaften der Absorberschicht, wie deren Haftverbundfestigkeit
und Dauerhaftigkeit, vorteilhaft beeinflusst werden.
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Vorzugsweise
ist das verwendete mineralische Bindemittel Zement. Somit ist das
Grundmaterial der Absorberschicht Beton, was eine gute Anbindung
der Absorberschicht an die Tragschicht und deren Herstellung in
einer Nass-in-nass-Technologie ermöglicht.
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Gemäß einer
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind in der Absorberschicht
textile Fasern vorgesehen. Die textilen Fasern können als
Kurz-, Lang- oder Endlosfasern oder in Form von einem Gewebe oder
Gewirke in die Absorberschicht eingebunden werden. Die vorgesehenen
textilen Fasern führen zu einer Erhöhung der Biegezugfestigkeit
der Absorberschicht.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante der Erfindung
sind beidseitig der Tragschicht Absorberschichten vorgesehen. Somit
kann ein Lärmschutzelement mit einem Dreischichtaufbau
zur Verfügung gestellt werden, bei welchem jede Seite des
Lärmschutzelementes schallabsorbierende und sogleich dämmende
Eigenschaften aufweist.
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In
einem weiteren günstigen Ausführungsbeispiel der
Erfindung weist die Absorberschicht eine profilierte Oberfläche
auf. Dabei kann die Oberfläche beispielweise ein trapezförmiges
oder wellenförmiges Profil aufweisen. Durch den Einsatz
derartig profilierter Oberflächen können die Schallabsorptions- und
Schalldämmeigenschaften der Absorberschicht und damit der
Lärmschutzeinrichtung weiter erhöht werden.
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Vorteilhafte
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung, deren Funktion,
Aufbau und Eigenschaften, werden im Folgenden anhand der Figuren
der Zeichnung näher erläutert, wobei
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1 schematisch
im Querschnitt einen Grundaufbau eines Partikels eines erfindungsgemäß vorgesehenen,
mehrfach schichtüberzogenen Zuschlagstoffes zeigt;
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2 schematisch
eine mögliche Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Lärmschutzeinrichtung in einer geschnittenen Seitenansicht
zeigt;
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3 schematisch
die Absorberschicht der erfindungsgemäßen Lärmschutzeinrichtung
aus 2 in einer perspektivischen Ansicht zeigt; und
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4 schematisch
eine weitere mögliche Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Lärmschutzeinrichtung mit beidseitig vorgesehenen Absorberschichten
in einer perspektivischen Ansicht zeigt.
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1 zeigt
schematisch im Querschnitt einen Partikel eines erfindungsgemäß vorgesehenen, mehrfach
schichtüberzogenen Zuschlagstoffes 1. Der gezeigte
Partikel des Zuschlagstoffes 1 weist innen ein Korn aus
einem hochpolymeren elastischen Material auf. In dem in 1 gezeigten
Beispiel ist das hochpolymere elastische Material ein elastisches Gummigranulat 2,
das aus recycelten Altreifen, vorzugsweise Lkw-Altreifen, hergestellt
ist. Ein derartiges Gummigranulat kann beispielsweise durch Zerkleinerung
von Altreifen in einem Warmmahlextruder hergestellt werden. Das
Gummigranulat 2 weist eine durchschnittliche Korngröße
d von etwa 2 mm bis etwa 7 mm auf.
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Um
das Korn des Gummigranulats 2 ist eine Umhüllung
aus einer elastischen Schutzschicht 3 vorgesehen. In dem
in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die
elastische Schutzschicht 3 aus Polyurethan ausgebildet.
In anderen, nicht gezeigten Ausführungsvarianten der Erfindung
kann die elastische Schutzschicht 3 auch aus einem anderen
polymeren Bindemittel, wie einem Bindemittel aus der Gruppe der
Acrylatharze, einem polyurethan- oder epoxidhaltigen Bindemittel
oder einer Mischung daraus ausgewählt sein. Die elastische
Schutzschicht 3 weist in dem gezeigten Beispiel eine Schichtdicke
von etwa 50 μm bis etwa 200 μm auf. In anderen,
nicht gezeigten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kann
die elastische Schutzschicht 3 auch eine andere Dicke besitzen.
Die elastische Schutzschicht 3 ist fest an die Oberfläche 21 des
Korns aus Gummigranulat 2 angebunden.
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Um
die elastische Schutzschicht 3 weist der Zuschlagstoff 1 eine
mineralische Beschichtung 4 auf, die in dem gezeigten Beispiel
aus einem Gesteinsmehl mit einer Korngröße im μm-Bereich
ausgebildet ist. Die mineralische Beschichtung 4 ist fest an
die elastische Schutzschicht 3 gebunden.
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Der
Zuschlagstoff 1 kann durch seine mineralische Umhüllung
besonders gut in ein mineralisches Bindemittel, wie Beton, eingebunden
werden, wodurch die elastischen Ei genschaften des in dem Zuschlagstoff 1 befindlichen
Gummigranulats 2 vorteilhaft in eine das mineralische Bindemittel
bzw. Beton enthaltende Schicht eingebunden werden können.
Somit eignet sich der Zuschlagstoff 1 insbesondere für
eine Einbindung in eine Absorberschicht 5, 7, wie
sie beispielsweise in den nachfolgend beschriebenen 2, 3 und 4 gezeigt
ist.
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2 zeigt
schematisch in einer geschnittenen Seitenansicht einen möglichen
Aufbau einer Lärmschutzeinrichtung 10. Die Lärmschutzeinrichtung 10 von 2 ist
als Lärmschutzwandsystem mit einer Tragschicht 6 und
einer darauf vorgesehenen Absorberschicht 5 ausgebildet.
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Die
Tragschicht 6 ist in dem in 2 gezeigten
Beispiel eine Betonschicht mit Abstandshaltern und einer Bewehrung 8.
In anderen, nicht gezeigten Ausführungsbeispielen der vorliegenden
Erfindung kann die Tragschicht 6 auch eine unbewehrte Betonschicht
in Abhängigkeit der statisch-konstruktiven Erfordernisse
sein.
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Auf
die Absorberschicht 5 ist die Tragschicht 6 vorzugsweise
in einer Nass-in-nass-Technologie aufgebracht. Die Absorberschicht 5 ist
aus wenigstens einem mineralischen Bindemittel, wie beispielsweise
Beton 9 ausbildendendem Zement, mineralischen Zuschlägen 12 und
dem in der 1 schematisch gezeigten Zuschlagstoff 1 aus
einem hochpolymeren, mit einer elastischen Schutzschicht 3 und
einer Oberflächenmineralisierung 4 vorgesehenen
Material ausgebildet.
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Die
mineralischen Zuschläge 12 können Normalzuschläge,
wie Kies und/oder Sand, in Korngrößen von 0 bis
etwa 4 mm und/oder Leichtzuschläge umfassen.
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Als
mineralisches Bindemittel wird vornehmlich Zement eingesetzt, es
können jedoch auch andere mineralische Bindemittel zum
Einsatz kommen.
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Zusätzlich
können in der Absorberschicht 5 auch textile Fasern
als Kurz-, Lang- oder Endlosfasern oder in Form von einem Gewebe
oder Gewirke zur Erhöhung der Biegezugfestigkeit der Absorberschicht 5 eingebunden
sein. Ferner sind weitere Zusatzmittel zur Verbesserung der betontechnologischen
Eigenschaften sowohl in der Tragschicht 6 als auch in der
Absorberschicht 5 möglich.
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Wie
in 2 schematisch dargestellt, verteilen sich die
mineralischen Zuschläge 12 sowie der das Gummigranulat 2 enthaltende
Zuschlagstoff 1 gleichmäßig in dem Material
der Absorberschicht 5, wobei beide Materialien aufgrund
ihrer mineralisierten bzw. mineralischen Oberflächen eine
gute Einbindung in das mineralische Material 9 der Absorberschicht 5 erlauben.
Bedingt durch das im Kern des Zuschlagstoffes 1 befindliche
Gummigranulat 2 werden die betontechnischen Eigenschaften
der Absorberschicht 5 deutlich verbessert. Insbesondere
zeigt die Absorberschicht 5 eine deutlich verringerte Rissbildung
im Vergleich zu anderen bekannten Schallabsorptions- bzw. Schalldämmvorsatzschalen
auf Betontragschichten. Ferner ergibt sich durch die Verwendung
des mineralisch beschichteten Gummigranulats 2 eine Erhöhung
der Dauerhaftigkeit, eine enorme Steigerung des Widerstandes gegenüber Frost-Taumittel-Beanspruchung
der Lärmschutzeinrichtung 10, eine Verbesserung
der Elastizität, ein verbesserter Anprallschutz durch die
Elastizität des Gummigranulats 2, eine Erhöhung
der Stoßdämpfung, eine sehr gute Steinwurfresistenz,
eine sehr gute Haftverbundfestigkeit, eine gute Schallabsorption
sowie eine sehr gute Schalldämmung. Darüber hinaus
können temperaturbedingte Spannungen im Beton durch die
Elastizität des eingesetzten Gummigranulats 2 ausgeglichen
werden.
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Die
Struktur aus 2 kann folgendermaßen
hergestellt werden: Zunächst wird das Gummigranulat 2 beispielsweise
aus Altreifen, vorzugsweise aus Lkw-Altreifen, in Korngrößen
von etwa 2 mm bis etwa 7 mm hergestellt. Das Gummigranulat 2 wird daraufhin
in einen Mischer, beispielsweise einen Betonmischer, eingebracht.
Dort wird dem Gummigranulat 2 ein polymeres Bindemittel,
wie beispielsweise Polyurethan, in flüssiger Form zugegeben.
Das polymere Bindemittel läuft gleichmäßig
in dem Mischer um die Gummipartikel des Gummigranulats 2.
Die Gummipartikel werden solange mit dem eingebrachten polymeren
Bindemittel in dem Mischer durchmischt, bis alle Gummipartikel des
Gummigranulats 2 mit dem polymeren Bindemittel benetzt
sind. Danach erfolgt eine Zugabe von Wasser, um die Vernetzungsreaktion
des polymeren Bindemittels zu beschleunigen. Die Wassermenge wird
dabei in Abhängigkeit von der bestehenden Luftfeuchte gewählt. Wenn
die Vernetzungsreaktion, d. h. die Erhärtungsreaktion des
polymeren Bindemittels bzw. Polyurethans, gestartet ist, wird in
den Mischer Gesteinsmehl hinzugegeben. Die Vernetzungsreaktion muss
bereits begonnen haben, darf jedoch noch keineswegs abgeschlossen
sein.
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Die
Menge an zugegebenem Gesteinsmehl ist so auszuwählen, dass
eine vollständige Umhüllung des Gummigranulats 2 gewährleistet
wird, aber keine lose Steinmehlmi schung in dem Mischer verbleibt.
Das Gesteinsmehl wird vorzugsweise chargenweise in den Mischer eingebracht,
um ein genaues Dosieren und ein arbeitsschutzgerechtes Arbeiten bei
geringer Staubentwicklung zu ermöglichen.
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Das
Gemisch aus Gummigranulat 2, dem daran gebundenen polymeren
Bindemittel und dem zugegebenen Gesteinsmehl wird solange gemischt,
bis ein rieselfähiges, mineralisch beschichtetes Gummigranulat
bzw. der in 1 schematisch dargestellte Zuschlagstoff 1 entsteht.
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Zur
Herstellung der Absorberschicht 5 werden das oberflächenmineralisierte
Gummigranulat bzw. der Zuschlagstoff 1, mineralische Zuschläge 12 und
Zement mit Wasser gemischt. Das Mischen erfolgt ähnlich
wie bei einem Betonmischvorgang, jedoch intensiver und länger.
Damit wird vermieden, dass sich der erfindungsgemäße
Zuschlagstoff 1 entmischt. Im Ergebnis wird eine homogene
Verteilung des Zuschlagstoffs 1 und der mineralischen Zuschläge 12 in
dem Beton 9 der Absorberschicht 5 erreicht.
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Das
Materialgemisch wird in eine Form bzw. Schalung eingebracht. Die
Form kann eine Profilierung aufweisen, so dass die Absorberschicht 5 beispielsweise
mit einer trapez- oder wellenförmigen Oberfläche,
je nach geforderter Schallabsorption, zur Verfügung gestellt
werden kann.
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Nachfolgend
erfolgt eine Verdichtung der Materialmischung durch Vibration und
Druck, beispielsweise durch Anwendung einer Rüttelplatte.
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Daraufhin
wird in einer Nass-in-nass-Technologie die Tragbetonschicht 6 auf
die Absorberschicht 5 aufgebracht. Hierfür werden
zunächst Abstandshalter und die Bewehrung 8 in
die Form eingebracht. Dann wird der Beton für die Tragbetonschicht 6 lose
in die Form eingefüllt. Abschließend wird auch die
Tragbetonschicht 6 verdichtet.
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3 zeigt
schematisch die Absorberschicht 5 der Lärmschutzeinrichtung 10 aus 2 in
einer perspektivischen geschnittenen Seitenansicht. Hierbei ist
nochmals deutlich das trapezförmige Profil der Oberfläche 51 der
Absorberschicht 5 erkennbar, wodurch eine besonders gute
Schallabsorption und Schalldämmung erreichbar ist.
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4 zeigt
schematisch eine weitere mögliche Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Lärmschutzeinrichtung 11.
Die Lärmschutzeinrichtung 11 ist ebenso wie die
Lärm schutzeinrichtung 10 aus 2 ein
Lärmschutzwandsystem, welches hier jedoch aus einer zwischen
zwei Absorberschichten 5, 7 eingebetteten Tragschicht 6 ausgebildet
ist. Die Tragschicht 6 aus 4 weist
die gleichen Eigenschaften wie die Tragschicht 6 aus 2 auf,
weshalb hier auf die oben gemachten Ausführungen zu der
Tragschicht 6 verwiesen wird. Ebenso ist jede der Absorberschichten 5, 7 ähnlich
wie die Absorberschicht 5 der Lärmschutzeinrichtung 10 aus 2 ausgebildet,
weshalb auch hier auf die obigen Ausführungen hierzu verwiesen
wird.
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Ebenso
wie die in 2 dargestellte Lärmschutzeinrichtung 10 wird
die Lärmschutzeinrichtung 11 aus 4 vorzugsweise
in einer Nass-in-nass-Technologie hergestellt. Hierfür
wird auf ähnliche Weise, wie oben zu 2 beschrieben, vorgegangen.
Die weitere Absorberschicht 7 wird dabei schließlich
Nass-in-nass auf die Tragbetonschicht 6 aufgebracht. Auch
die Lärmschutzeinrichtung 11 zeigt gegenüber
herkömmlichen Lärmschutzvorrichtungen deutlich
verbesserte Eigenschaften durch die Einbindung des mineralisierten
elastischen Gummigranulats 2 und dessen optimale Einbindung
in den Beton 9 der Absorberschichten 5 und 7.
Der schichtenweise Aufbau der Lärmschutzeinrichtung 11 erlaubt
zudem eine besonders einfache Herstellung der Lärmschutzeinrichtung 11,
wobei zahlreiche Modifikationen hinsichtlich der Schichtfolge, der
Oberflächenprofilierung, der Schichtdicke usw. der Lärmschutzeinrichtung 11,
je nach geforderter Schallabsorption, möglich sind.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 19804770
A1 [0002, 0005]
- - WO 93/16009 [0003]
- - DE 19632446 [0004]