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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft ein Projektionsbelichtungsverfahren zur Belichtung
eines im Bereich einer Bildfläche eines Projektionsobjektivs
angeordneten, strahlungsempfindlichen Substrates mit mindestens einem
Bild eines im Bereich einer Objektfläche des Projektionsobjektivs
angeordneten Musters einer Maske sowie eine zur Durchführung
des Verfahrens geeignete Projektionsbelichtungsanlage.
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Beschreibung des verwandten
Standes der Technik
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Zur
Herstellung von Halbleiterbauelementen und anderen feinstrukturierten
Bauteilen werden heutzutage überwiegend mikrolithografische
Projektionsbelichtungsverfahren eingesetzt. Dabei werden Masken
(Re tikel) verwendet, die das Muster einer abzubildenden Struktur
tragen, z. B. ein Linienmuster einer Schicht (layer) eines Halbleiterbauelementes. Eine
Maske wird in eine Projektionsbelichtungsanlage zwischen einem Beleuchtungssystem
und einem Projektionsobjektiv im Bereich der Objektfläche
des Projektionsobjektivs positioniert und mit einer vom Beleuchtungssystem
bereitgestellten Beleuchtungsstrahlung beleuchtet. Die durch die
Maske und das Muster veränderte Strahlung läuft
als Projektionsstrahlung durch das Projektionsobjektiv, welches
das Muster der Maske auf das zu belichtende Substrat abbildet, das
normalerweise eine strahlungsempfindliche Schicht (Fotoresist, Fotolack)
trägt.
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Es
gibt unterschiedliche Möglichkeiten, das Bild eines Musters
einer Maske auf das Substrat zu übertragen. Bei einer Variante
wird das gesamte Muster im effektiven Objektfeld des Projektionsobjektivs
platziert und in einer sich über ein Belichtungszeitintervall
erstreckenden Belichtung auf das Substrat abgebildet, wobei sich
die Maske und das Substrat während des Belichtungszeitintervalls
nicht bewegen. Entsprechende Projektionsbelichtungsanlagen werden
im allgemeinen als Wafer-Stepper bezeichnet. Bei alternativen Systemen
werden zeitlich aufeinander folgend unterschiedliche Bereiche des
zu übertragenden Musters auf das Substrat übertragen. Hierzu
wird während eines Beleuchtungszeitintervalls eine Scan-Operation
durchgeführt, bei der die Maske in der Objektfläche
relativ zum effektiven Objektfeld des Projektionsobjektivs bewegt
wird, während das Substrat synchron mit der Bewegung der Maske
im Bereich der Bildfläche relativ zum effektiven Bildfeld
des Projektionsobjektivs bewegt wird. Die Bewegungsgeschwindigkeit
der Maske in ihrer Scanrichtung ist mit der Bewegungsgeschwindigkeit des
Substrats in seiner Scanrichtung über das Vergrößerungsverhältnis β des
Projektionsobjektivs verknüpft, welches bei Reduktionsobjektiven
kleiner als 1 ist. Projektionsbelichtungsanlagen, die für
solche Scan-Operationen eingerichtet sind, werden im allgemeinen
als Wafer-Scanner bezeichnet.
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Damit
beim Belichtungsprozess ein möglichst vorlagengetreues
Abbild des Musters auf das Substrat übertragen wird, sollte
die Substratoberfläche während des Belichtungszeitintervalls
im bildseitigen Fokusbereich des Projektionsobjektivs liegen. Insbesondere
sollte die Substratoberfläche im Bereich der Schärfentiefe
(depth of focus, DOF) des Projektionsobjektivs liegen, die proportional
zur Rayleigheinheit RU liegt, die als RU = λ/NA2 definiert ist, wobei λ die Arbeitswellenlänge
der Projektionsbelichtungsanlage und NA die bildseitige numerische
Apertur des Projektionsobjektivs ist. Die Lithographie im tiefen
Ultraviolett(DUV)-Bereich bei λ = 193 nm erfordert beispielsweise
Projektionsobjektive mit bildseitigen numerischen Aperturen von
0,75 oder größer, um Strukturelemente mit typischen
Größen von 0,2 μm oder weniger zu erzeugen.
In diesem NA-Bereich beträgt die Schärfentiefe
typischerweise einige Zehntel Mikrometer. Im Allgemeinen wird die
Schärfentiefe geringer, je höher das Auflösungsvermögen
des Projektionsobjektivs ist.
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Für
manche Anwendungen werden Lithographie-Prozesse mit relativ großer
Schärfentiefe benötigt. Große Schärfentiefen
sind beispielsweise bei der Herstellung von strukturierten Halbleiterbauelementen
für Logik-Anwendungen gewünscht, um z. B. SRAM-Zellen,
Random Contact Holes oder Contact Holes Through Pitch zu erzeugen.
Große Schärfentiefen können auch bei
sogenannten Double Patterning-Verfahren vorteilhaft sein. Beim Double
Patterning-Verfahren (oder double-exposure-Verfahren) wird ein Substrat,
beispielsweise ein Halbleiterwafer, zweimal hintereinander belichtet
und der Fotoresist danach weiterverarbeitet. In einem ersten Belichtungsprozess
wird eine normale Struktur mit geeigneter Strukturbreite projiziert.
Für einen zweiten Belichtungsprozess wird eine zweite Maske
verwendet, die eine andere Maskenstruktur hat. Insbesondere können
die Strukturen der zweiten Maske um eine halbe Periode gegenüber
den Strukturen der ersten Maske verschoben sein. Im allgemeinen
Fall können insbesondere bei komplexeren Strukturen die
Unterschiede zwischen den Layouts der beiden Masken groß sein.
Durch Double Patterning kann eine Verkleinerung der erzielbaren
Strukturgrößen an Substrat erreicht werden.
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Eine
Möglichkeit zur Vergrößerung der effektiven
Schärfentiefe ist das sogenannte „Focus Drilling”.
Beim Focus Drilling wird die relative Positionierung der Oberfläche
des Substrats zur Fokusfläche des Projektionsobjektivs
während des Belichtungszeitintervalls derart verändert,
dass Bildpunkte im effektiven Bildfeld während des Belichtungszeitintervalls
mit unterschiedlichen Fokuslagen des Bildes der Maske belichtet
werden.
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Das
kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die für
die Abbildung genutzte Arbeitswellenlänge der Lichtquelle
verändert wird, so dass sich an der Bildseite des Projektionsobjektivs
unterschiedliche Fokuslagen ergeben. Es ist auch möglich,
ein Projektionsobjektiv zu verwenden, welches ein oder mehrere verstellbare
optische Elemente enthält, so dass die Brennweite des Projektionsobjektivs für
das Focus Drilling verändert werden kann. Das Focus Drilling
kann dann durch Modulierung der Brennweite des Projektionsobjektivs
während des Belichtungszeitintervalls erreicht werden.
Diese Möglichkeiten des Focus Drillings können
bei Wafer-Steppern und bei Wafer-Scannern benutzt werden.
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Bei
Wafer-Scannern ist es auch möglich, ein Focus Drilling
dadurch zu erreichen, dass das Substrat während des Belichtungszeitintervalls
relativ zum Projektionsobjektiv in einer Kipprichtung um eine Kippachse
derart gekippt ist, dass die Substratnormale um einen endlichen
Kippwinkel gegenüber der optischen Achse des Projektionsobjektivs
im Bereich der Bildebene geneigt ist. Zusammen mit einer parallel zur
Kipprichtung verlaufenden Scanbewegung des Substrats führt
das an jedem Bildpunkt zur Überlagerung einer Vielzahl
von Luftbildern bei verschiedenen Fokus-Positionen, wodurch effektiv
die Schärfentiefe des Prozesses vergrößert
wird. Zwar geht die auf diese Weise erreichte Vergrößerung
der Schärfentiefe in der Regel mit einer gewissen Kontrastverminderung einher,
insgesamt kann sich jedoch ein günstigeres Prozessfenster
und damit ein Mehrwert für den Anwender ergeben.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Es
ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Projektionsbelichtungsverfahren
mit Focus Drilling bereitzustellen, welches eine gegenüber
herkömmlichen Verfahren verbesserte Abbildungsqualität
ermöglicht. Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine
zur Durchführung des Projektionsbelichtungsverfahrens geeignete
Projektionsbelichtungsanlage bereitzustellen.
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Diese
Aufgabe wird gelöst durch ein Projektionsbelichtungsverfahren
mit den Merkmalen von Anspruch 1 sowie durch eine Projektionsbelichtungsanlage
mit den Merkmalen von Anspruch 12. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Der
Wortlaut sämtlicher Ansprüche wird durch Bezugnahme
zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
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Bei
dem Verfahren wird das Substrat während eines Belichtungszeitintervalles
mit dem Bild des Musters in einem effektiven Bildfeld des Projektionsobjektivs
belichtet. Dieses effektive Bildfeld ist optisch konjugiert zum
effektiven Objektfeld des Projektionsobjektivs, in welchem sich
das Muster oder ein Teil des Musters befindet. Während
des Belichtungszeitintervalls wird die relative Positionierung zwischen
der als Lichteintrittsfläche dienenden Oberfläche
des Substrats und der Fokusfläche des Projektionsobjektivs
derart verändert, dass die Bildpunkte im effektiven Bildfeld
während des Belichtungszeitintervalls mit unterschiedlichen
Fokuslagen des Bildes der Maske belichtet werden. Es findet also
ein Fokus Drilling statt. Durch eine aktive Kompensation mindestens
eines Teils mindestens eines durch die Änderung der Fokuslagen
induzierten Abbildungsfehlers während des Belichtungszeitintervalls
kann die Qualität der Abbildung verbessert werden.
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Die
Erfinder haben erkannt, dass es beispielsweise aufgrund von Telezentriefehlern
aus dem Beleuchtungssystem und/oder aus dem Projektionsobjektiv
unerwünschte Nebeneffekte geben kann, die zwar die Abbildungsqualität
eines Belichtungsprozesses im Normalbetrieb im Bereich des besten
Fokus nicht stören, die aber bei großen Defokus-Einstellungen
einen nicht zu vernachlässigenden nachteiligen Einfluss
auf die Abbildungsqualität haben können. Die aktive
Kompensation mindestens eines Teiles der durch die Änderung
der Fokuslagen induzierten Abbildungsfehler führt dazu,
dass sich die Abbildungsfehler im Vergleich zu Systemen ohne eine solche
aktive Kompensation weniger stark auf das erzeugte Produkt auswirken,
dessen Qualität somit verbessert werden kann.
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Untersuchungen
der Erfinder haben gezeigt, dass ein Focus Drilling in vielen Fallen
verzeichnungsartige Fehler verursacht, die das Fehlerbudget dominieren
können. Daher ist bei einer Ausführungsform vorgesehen,
dass die aktive Kompensation eine mit der Veränderung der
Relativpositionierung koordinierte Veränderung von Verzeichnungsfehlern
des Projektionsobjektivs während des Beleuchtungszeitintervalls
umfasst.
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Negative
Einflüsse des Focus Drilling auf das Abbildungsverhalten
der Projektionsbelichtungsanlage können bei Wafer-Scannern
oder bei Wafer-Steppern auftreten. Besonders störend können
sie bei Scanner- Systemen sein, bei denen während des Beleuchtungszeitintervalls
eine Scan-Operation durchgeführt wird, bei der die Maske
in der Objektfläche relativ zu einem effektiven Objektfeld
und das Substrat im Bereich der Bildfläche relativ zum
effektiven Bildfeld des Projektionsobjektivs synchron in jeweilige Scanrichtungen
bewegt werden.
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Bei
Scanner-Systemen kann Focus Drilling ohne Veränderungen
am Projektionsobjektiv und/oder an der Lichtquelle dadurch erreicht
werden, dass das Substrat während des Belichtungszeitintervalls
relativ zum Projektionsobjektiv in einer Kipprichtung um eine Kippachse
derart gekippt ist, dass eine Substratnormale um einen endlichen
Kippwinkel gegen eine optische Achse des Projektionsobjektivs im Bereich
der Bildebene geneigt ist. Die Kipprichtung entspricht dabei der
Scanrichtung des Substrats, die Kippachse steht senkrecht dazu.
In diesem Fall kann vorgesehen sein, dass die Veränderung
der Verzeichnungsparameter des Projektionsobjektivs eine Änderung
der Verzeichnung parallel zur Kipprichtung umfasst. Wenn der Verzeichnungsfehler
einen Verlauf senkrecht zur Kipprichtung hat, so kann die Veränderung
der Verzeichnungsparameter einen Verlauf eines Verzeichnungsfehlers
senkrecht zur Kipprichtung beinhalten, um eine Vergleichmäßigung
des Fehlers in dieser Richtung zu erzeugen. Hierbei kann insbesondere
ein quadratischer Verlauf der Funktion in eine Richtung parallel
zur Kippachse erzeugt werden.
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Die
aktive Kompensation wenigstens eines Teils von Abbildungsfehlern,
die durch Änderung der Fokuslagen während eines
Belichtungszeitintervalls induziert werden, können vorteilhafterweise
durch eine gezielte Veränderung der Abbildungseigenschaften
des Projektionsobjektivs während des Belichtungszeitintervalls
erreicht werden. Ein entsprechend konfiguriertes Kompensationssystem
kann dementsprechend mindestens einen Manipulator zur Manipulation
mindestens eines optischen Elementes des Projektionsobjektivs sowie
eine Manipulator- Steuereinheit zum Steuern des Manipulators umfassen,
wobei die Manipulator-Steuereinheit und der Manipulator so konfiguriert
sind, dass eine aktive Kompensation mindestens eines Teils von mindestens
einem durch die Änderung der Fokuslage induzierten Abbildungsfehler
während des Belichtungszeitintervalls erzielt wird.
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Ein
Manipulator kann so ausgebildet sein, dass er eine Starrkörperbewegung
mindestens eines optischen Elementes relativ zu anderen optischen Elementen
bewirkt, beispielsweise eine Verlagerung in Richtung der optischen
Achse (z-Manipulator), eine Verlagerung senkrecht zur optischen
Achse (x/y-Manipulator) und/oder eine Verkippung. Bei der Manipulation
können auch gezielte Deformationen ausgewählter
optischer Elemente beteiligt sein, z. B. eine Deformation eines
Spiegels, einer Linse oder einer transparenten Planplatte.
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Die
Steuersignale zur Ansteuerung eines Manipulators können
auf Basis von vordefinierten Werten erzeugt werden, die in einem
Speicher des Kompensationssystems nach Art einer look-up-table gespeichert
sind. Es ist auch möglich, die für die Bewegungen
eines Manipulators erforderlichen Steuersignale von Fall zu Fall
zu berechnen, z. B. auf Basis von Messwerten. Die Eingangswerte
für die Ermittlung von Steuersignalen für die
Ansteuerung eines Manipulators können z. B. aus Informationen über das
Ausmaß der Kippung gewonnen werden oder mit Hilfe von Sensoren,
die Verzeichnungsfehler, Wellenfrontfehler und/oder andere für
die Charakterisierung der Abbildungsqualität geeignete
Eigenschaften erfassen.
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Die
Erfindung betrifft auch eine Projektionsbelichtungsanlage, deren
Komponenten zur Durchführung des Verfahrens konfiguriert
bzw. eingerichtet sind. Insbesondere betrifft die Erfindung somit
eine Projektionsbelichtungsanlage zur Belichtung eines im Bereich
einer Bildfläche eines Projektionsobjektivs angeordneten,
strahlungs empfindlichen Substrats mit mindestens einem Bild eines
im Bereich einer Objektfläche des Projektionsobjektivs
angeordneten Musters einer Maske mit: einer primären Strahlungsquelle
zur Abgabe von Primärstrahlung; einem Beleuchtungssystem
zum Empfang der Primärstrahlung und zur Erzeugung einer
auf die Maske gerichteten Beleuchtungsstrahlung; einem Projektionsobjektiv zur
Erzeugung eines Bildes des Musters im Bereich der Bildfläche
des Projektionsobjektivs; Einrichtungen zum Verändern einer
relativen Positionierung zwischen einer Oberfläche des
Substrats und einer Fokusfläche des Projektionsobjektivs
während eines Belichtungszeitintervalls derart, dass Bildpunkte
im effektiven Bildfeld während des Belichtungszeitintervalls
mit unterschiedlichen Fokuslagen des Bildes der Maske belichtet
werden; und einem Kompensationssystem zur aktiven Kompensation mindestens
eines Teils von mindestens einem durch die Änderung der
Fokuslagen induzierten Abbildungsfehler während des Belichtungszeitintervalls.
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Die
vorstehenden und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen
auch aus der Beschreibung und aus den Zeichnungen hervor, wobei die
einzelnen Merkmale jeweils für sich alleine oder zu mehreren
in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform
der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte
sowie für sich schutzfähige Ausführungsformen
darstellen können. Ausführungsbeispiele der Erfindung
werden in den Zeichnungen dargestellt und im Folgenden näher
erläutert.
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KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 zeigt
schematische den Aufbau einer Projektionsbelichtungsanlage für
die Mikrolithographie;
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2 zeigt
schematisch das Focus Drilling mit einem in Scanrichtung bewegten,
gekippten Substrat in einer Projektionsbelichtungsanlage für
die Mikrolithographie;
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3 zeigt
schematisch einen Verlauf des Beleuchtungs-Telezentrie-Restfehlers über
das vom Beleuchtungssystem beleuchtete effektive Objektfeld an der
Maske;
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4 zeigt
schematisch den Defokus-Verlauf beim Focus Drilling im effektiven
Bildfeld IF;
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5 zeigt
schematisch die Ortsabhängigkeit des induzierten Overlay-Fehlers
im effektiven Bildfeld IF;
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6 zeigt
schematisch gemittelte Overlay-Fehler, die sich durch Scannen in
y-Richtung aus den in 5 gezeigten Fehlern ergeben;
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7 zeigt in 7A ein
abgebildetes Muster ohne Overlay-Fehler und in 7B,
wie sich der in 6 schematisch dargestellte Overlay-Fehler
bei einem abzubildenden Muster auswirkt; und
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8 zeigt
schematisch die Abwesenheit von Bildverschiebungen im Scan-Betrieb
nach Kompensation durch einen mit Hilfe eines Z3-Manipulators eingeführten,
von der x-Position abhängigen Wellenfrontfehler.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
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In 1 ist
ein Beispiel einer Mikrolithografie-Projektionsbelichtungsanlage
WSC gezeigt, die bei der Herstellung von Halbleiterbauelementen
und anderen feinstrukturierten Bauteilen einsetzbar ist und zur
Erzielung von Auflösungen bis zu Bruchteilen von Mikrometern
mit Licht bzw. elektromagnetischer Strahlung aus dem tiefen Ultraviolettbereich
(DUV) arbeitet. Als primäre Lichtquelle LS dient ein ArF-Excimer-Laser
mit einer Arbeitswellenlänge λ von ca. 193 nm.
Andere UV-Laserlichtquellen, beispielsweise F2-Laser
mit 157 nm Arbeitswellenlänge oder ArF-Excimer-Laser mit
248 nm Arbeitswellenlänge sind ebenfalls möglich.
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Bei
Projektionsbelichtungsanlagen mit ausschließlich reflektiven
Teilsystemen können auch Strahlungsquellen verwendet werden,
die im extremen Ultraviolettbereich (EUV) abstrahlen.
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Ein
der Lichtquelle LS nachgeschaltetes Beleuchtungssystem ILL erzeugt
in seiner Austrittsfläche ES ein großes, scharf
begrenztes und im Wesentlichen homogen ausgeleuchtetes Beleuchtungsfeld,
das an die Telezentrieerfordernisse des im Lichtweg dahinter angeordneten
Projektionsobjektivs PO angepasst ist. Das Beleuchtungssystem ILL
hat Einrichtungen zur Einstellung unterschiedlicher Beleuchtungsmodi
(Beleuchtungs-Settings) und kann beispielsweise zwischen konventioneller
on-axis-Beleuchtung mit unterschiedlichem Kohärenzgrad σ und
außeraxialer Beleuchtung (off-axis illumination) umgeschaltet
werden, wobei die außeraxialen Beleuchtungsmodi beispielsweise
eine annulare Beleuchtung oder eine Dipolbeleuchtung oder eine Quadrupolbeleuchtung
oder eine andere multipolare Beleuchtung umfassen. Der Aufbau geeigneter
Beleuchtungssysteme ist an sich bekannt und wird daher hier nicht
näher erläutert. Die Patentanmeldung US 2007/0165202
A1 (entsprechend WO 2005/026843 A2) zeigt Beispiele für
Beleuchtungssysteme, die im Rahmen verschiedener Ausführungsformen
genutzt werden können.
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Diejenigen
optischen Komponenten, die das Licht des Lasers IS empfangen und
aus dem Licht Beleuchtungsstrahlung formen, die auf das Retikel
M gerichtet ist, gehören zum Beleuchtungssystem ILL der
Projektionsbelichtungsanlage.
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Hinter
dem Beleuchtungssystem ist eine Einrichtung RS zum Halten und Manipulieren
der Maske M (Retikel) so angeordnet, dass das am Retikel angeordnete
Muster in der Objektebene OS des Projektionsobjektives PO liegt,
welche mit der Austrittsebene ES des Beleuchtungssystems zusammenfällt
und hier auch als Retikelebene OS bezeichnet wird. Die Maske ist
in dieser Ebene zum Scannerbetrieb in einer Scan-Richtung (y-Richtung)
senkrecht zur optischen Achse OA (z-Richtung) mit Hilfe eines Scanantriebs
bewegbar.
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Hinter
der Retikelebene OS folgt das Projektionsobjektiv PO, das als Reduktionsobjektiv
wirkt und ein Bild des an der Maske M angeordneten Musters in reduziertem
Maßstab, beispielsweise im Maßstab 1:4 (|β|
= 0.25) oder 1:5 (|β| = 0.20), auf ein mit einer Fotoresistschicht
bzw. Fotolackschicht belegtes Substrat W abbildet, dessen lichtempfindliche
Substratoberfläche SS im Bereich der Bildebene IS des Projektionsobjektivs
PO liegt. Es sind refraktive, katadioptrische oder katoptrische
(z. B. für EUV) Projektionsobjektive möglich.
Andere Reduktionsmaßstäbe, beispielsweise stärkere
Verkleinerungen bis 1:20 oder 1:200, sind möglich.
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Das
zu belichtende Substrat, bei dem es sich im Beispielsfall um einen
Halbleiterwafer W handelt, wird durch eine Einrichtung WS gehalten,
die einen Scannerantrieb umfasst, um den Wafer synchron mit dem
Retikel M senkrecht zur optischen Achse OA in einer Scanrichtung
(y-Richtung) zu bewegen. Je nach Auslegung des Projektionsobjektivs
PO (z. B. refraktiv, katadioptrisch oder katoptrisch, ohne Zwischenbild
oder mit Zwischenbild, gefaltet oder ungefaltet) können
diese Bewegungen von Maske und Substrat zueinander parallel oder
gegenparallel erfolgen. Die Einrichtung WS, die auch als „Waferstage” bezeichnet
wird, sowie die Einrichtung RS, die auch als „Retikelstage” bezeichnet
wird, sind Bestandteil einer Scannereinrichtung, die über
eine Scan-Steuereinrichtung gesteuert wird, welche bei der Ausführungsform
in die zentrale Steuereinrichtung CU der Projektionsbelichtungsanlage
integriert ist.
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Wie
in der Einsatzfigur zu 1 schematisch gezeigt, erzeugt
das Beleuchtungssystem ILL in seiner Austrittsebene, in welcher
sich bei Betrieb der Projektionsbelichtungsanlage das Muster das
Maske befindet, ein scharf begrenztes, rechteckförmiges Beleuchtungsfeld,
dessen Form und Größe die Form und Größe
des effektiven Objektfeldes OF des Projektionsobjektivs bestimmt,
welches bei der Projektionsbelichtung genutzt wird. Das schlitzförmige
Beleuchtungsfeld kann bei anderen Ausführungsformen auch
gekrümmt sein. Das effektive Objektfeld enthält all
diejenigen Objektfeldpunkte der Objektfläche, die im gegebenen
Prozess auf das Substrat abgebildet werden sollen. Das effektive
Objektfeld hat eine Länge A* parallel zur Scanrichtung
und eine Breite B* > A*
in einer cross-scan-Richtung senkrecht zur Scanrichtung. Das effektive
Objektfeld ist im Beispielsfall komplett außerhalb der
optischen Achse des Projektionsobjektivs mit Abstand zu diesem angeordnet (off-axis
field). Die Objektfeldpunkte des effektiven Objektfeldes werden
bei der Abbildung in das zum effektiven Objektfeld optisch konjugierte
effektive Bildfeld abgebildet, das gegenüber dem effektiven
Objektfeld um den Abbildungsmaßstab des Projektionsobjektivs
verkleinert ist, jedoch die gleiche Rechteckform mit gleichem Aspektverhältnis
A/B = A*/B* wie das effektive Objektfeld hat.
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Das
Projektionsobjektiv PO kann eine Vielzahl von schematisch angedeuteten
Linsen (typische Anzahl von Linsen sind häufig mehr als
10 oder mehr als 15 Linsen) und gegebenenfalls andere transparente
oder reflektive optische Komponenten haben. Das Projektionsobjektiv
kann ein rein refraktives (dioptrisches) Projektionsobjektiv sein.
Das Projektionsobjektiv kann zusätzlich auch mindestens
einen gekrümmten Spiegel, insbesondere mindestens einen Konkavspiegel
enthalten, so dass ein katadioptrisches Projektionsobjektiv vorliegt.
Reine Spiegelsysteme (katoptrische Systeme) sind ebenfalls möglich.
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Die
Projektionsbelichtungsanlage ist dafür eingerichtet, die
relative Positionierung zwischen der Oberfläche SS des
Substrats und dem Fokusbereich des Projektionsobjektivs PO während
eines Belichtungszeitintervalls derart zu ändern, dass
Bildpunkte im effektiven Bildfeld IF während des Belichtungszeitintervalls
mit unterschiedlichen Fokuslagen des Bildes der Maske belichtet
werden. Dadurch kann mit Hilfe der Technik des Focus Drilling ein
Lithographie-Prozess mit einer effektiven Schärfentiefe durchgeführt
werden, die größer ist als die nominelle Schärfentiefe
des Projektionsobjektivs, welche proportional zur Rayleigheinheit
RU = λ/NA2 ist.
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Je
größer die bildseitige numerische Apertur NA des
Projektionsobjektivs ist, desto kleiner ist die Schärfentiefe,
so dass der Bedarf für ein Focus Drilling in der Regel
hauptsächlich bei hochaperturigen Projektionsobjektiven
vorliegt, beispielsweise mit NA ≥ 0.8 oder NA ≥ 0.9.
Insbesondere kann das Focus Drilling bei der Verwendung von Immersionssystemen
nützlich sein, bei denen bildseitige numerische Aperturen
NA > 1 möglich
sind, beispielsweise NA ≥ 1.1 oder NA ≥ 1.2 oder
NA ≥ 1.3 oder NA ≥ 1.4. Typische Schärfentiefen
bei Anwendungen mit Focus Drilling liegen häufig im Bereich
zwischen 50 nm und 200 nm. Mit derartigen hochaperturigen Projektionssystemen
können je nach Wellenlänge und Prozessparametern
typische Strukturgrößen von deutlich unterhalb
100 nm erzielt werden, beispielsweise mit Strukturgrößen
von 80 nm oder weniger, oder 65 nm oder weniger, oder 45 nm oder
weniger, oder 32 nm oder weniger, oder 22 nm oder weniger.
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Die
Einrichtung WS zum Halten und Bewegen des Substrats W hat eine integrierte
Kippeinrichtung, um das Substrat vor der Belichtung in einer parallel
zur Scanrichtung verlaufenden Kipprichtung um eine senkrecht dazu
(in x-Richtung) verlaufende Kippachse derart zu kippen, dass die
Substratnormale SN um einen endlichen Kippwinkel TW gegen die optische
Achse OA des Projektionsobjektivs im Bereich der Bildebene IS geneigt
ist. Typische Kippwinkel können z. B. in Bereich von 0.01
mrad bis 0.2 mrad liegen. Diese Verkippung in y-Richtung (Substratnormale
liegt in einer y-z-Ebene) erzeugt zusammen mit der parallel zur
y-Richtung verlaufenden Scanbewegung eine Überlagung einer
Vielzahl von Luftbildern bei verschiedenen Fokus-Positionen, was
hier als Focus Drilling bezeichnet wird.
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Das
Projektionsobjektiv PO enthält mindestens einen Manipulator
MAN zur Manipulation mindestens eines manipulierbaren optischen
Elementes OE des Projektionsobjektivs sowie eine an die zentrale
Steuereinrichtung CU angeschlossene oder in diese integrierte Manipulator-Steuereinheit
MCU zur Steuerung des Manipulators. Mit Hilfe des Manipulators ist
es möglich, über eine Einwirkung auf ein oder mehrere
manipulierbare optische Elemente die Abbildungsfähigkeit
des Projektionsobjektives durch Veränderung der vom Projektionsobjektiv
erzeugten Wellenfrontfehler gezielt zu verändern. Im Beispielsfall
ist der Manipulator so aufgebaut, dass über den Manipulator
gezielt Komponenten des Verzeichnungsfehlers parallel zur Scanrichtung,
d. h. parallel zur y-Richtung, verändert werden können.
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Anhand
der 3 bis 7 wird nun
ein Problem erläutert, welches z. B. beim Focus Drilling
in einem Wafer-Scanner mit gekipptem Substrat auftreten kann. Beleuchtungssysteme
und Projektionsobjektive für Mikrolithographie-Projektionsbelichtungsanlagen
sind, wie alle realen optischen Systeme, nicht völlig frei
von Restfehlern, sondern derart korrigiert, dass die relevanten
Fehler unterhalb anwendungsspezifischer Grenzwerte bleiben. Im Beispielsfall
hat das Beleuchtungssystem u. a. einen Telezentrie-Restfehler. 3 zeigt
ein Beispiel für einen Verlauf des Beleuchtungs-Telezentrie-Restfehlers über das
vom Beleuchtungssystem beleuchtete effektive Objektfeld OF an der
Maske. Die Pfeile geben die Richtung des Telezentriefehlers und
die Länge der Pfeile das Ausmaß (bzw. den Betrag)
des Telezentriefehlers für eine Anzahl ausgewählter
Feldpunkte an. Es ist erkennbar, dass ein Rest-Telezentriefehler in
y-Richtung vorliegt. In der Mitte des Feldes (Feldmitte FC) verschwindet
der Telezentrie-Restfehler, in y-Richtung ergibt sich ein antisymmetrischer
Verlauf mit entgegengesetzten Vorzeichen des Telezentriefehlers
bei positiven bzw. bei negativen y-Positionen bezogen auf die Feldmitte.
In der senkrecht zur y-Richtung (Scanrichtung) verlaufenden cross-scan-Richtung
(x-Richtung) ergibt sich etwa ein quadratischer Verlauf, wobei das
Ausmaß des Telezentriefehlers zu den Feldrändern
in x-Richtung etwa gemäß einer parabolischen Funktion
zunimmt.
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4 zeigt
schematisch den Defokus-Verlauf beim Focus Drilling im effektiven
Bildfeld IF. Das Focus Drilling erzeugt einen linearen Defokus-Verlauf
mit großen Defokus-Beträgen entlang der Scanrichtung
(y-Richtung) über das beleuchtete Feld am Wafer. Das Ausmaß der
Variation des Defokus wird bei dem Beispielssystem durch die Größe
des Kippwinkels TW und die Länge A* des effektiven Objektfeldes
bestimmt. In der Regel ist der Defokus am Anfang und am Ende der
Scanbewegung betragsmäßig am größten,
wobei der Defokus jedoch unterschiedliche Vorzeichen hat.
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Der
durch das Beleuchtungssystem in die Abbildung eingeführte
Telezentriefehler führt in Verbindung mit der Änderung
der Fokuslage während des Scannens zu einem Overlay-Fehler
(image placement error), der im Wesentlichen proportional mit dem
Ausmaß des Defokus und mit dem Ausmaß des Telezentrie-Fehlers
skaliert. In 5 ist schematisch die Ortsabhängigkeit
des Overlay-Fehlers im effektiven Bildfeld IF gezeigt, wobei die
Pfeile Richtung und Betrag des Overlay-Fehlers repräsentieren.
Im Beispielsfall ergeben sich Bildverschiebungen in die positive
y-Richtung sowohl für positive, als auch für negative
y-Positionen (bezogen auf die Feldmitte). Im Bereich der Feldmitte
(um y = 0) ergibt sich keine Verschiebung. In x-Richtung ergibt
sich der vom Verlauf des Telezentriefehlers herrührende
quadratische Verlauf des Ausmaßes der Verschiebung.
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Die
Scan-Operation, d. h. das Scannen in der y-Richtung, führt
zur Mittelung der in 5 gezeigten Effekte für
alle y-Positionen. Als Resultat ergibt sich ein in 6 schematisch
dargestellter gemittelter Overlay-Fehler, der innerhalb des Scan-Feldes
in y-Richtung konstant ist und der hier bezüglich der x-Achse
einen quadratischen Verlauf hat, also zu beiden Seiten der Mitte
nach außen hin parabolisch zunimmt.
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7 zeigt schematisch, wie sich der in 6 schematisch
dargestellte Overlay-Fehler bei einem abzubildenden Muster auswirkt.
Hierzu zeigt 7A ein Beispiel für
abgebildete Strukturen auf einem Substrat in einem idealen System
ohne Overlay-Fehler. Die dunklen Quadrate können beispielsweise
Kontaktlöcher repräsentieren. Tritt aufgrund des
Telezentrie-Restfehlers in Verbindung mit dem Focus Drilling ein
Overlay-Fehler auf, so kann die Struktur etwa wie in 7B gezeigt
aussehen, mit einem von der Position in x-Richtung abhängigen Overlay-Fehler
in y-Richtung. Mit anderen Worten, das Ausmaß des Overlay-Fehlers
ist bei und nahe der in x-Richtung gesehenen Feldmitte verschwindend
gering, während der Overlay-Fehler zu einer Relativverschiebung
der abgebildeten Struktur relativ zu den idealen Positionen in y-Richtung
führt, wobei das Ausmaß der Verschiebung in x-Richtung
einen etwa quadratischen Verlauf hat.
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Bei
der Projektionsbelichtungsanlage werden diese Overlay-Fehler aktiv
kompensiert, so dass sie nicht oder nur in einem wesentlich geringeren Ausmaß auftreten.
Das hierfür vorgesehene Kompensationssystem erlaubt eine
Verschiebung der abgebildeten Strukturen über eine Einstellung
bestimmter Wellenfrontfehler des Projektionsobjektivs mit Hilfe
mindestens eines Manipulators MAN, der auf mindestens ein optisches
Element des Projektionsobjektivs derart einwirkt, dass eine Veränderung
eines Wellenfrontfehlers erzeugt wird, welche die Verschiebung der
Struktur teilweise oder vollständig kompensiert. Im dargestellten
Beispiel wird die Verschiebung der abgebildeten Strukturen in y-Richtung
durch Einstellen eines Zernike-Z3-Wellenfrontfehlers kompensiert.
Speziell wird der in x-Richtung quadratische Overlay-Verlauf durch
Einstellung eines quadratischen Wellenverlaufs eines Z3-Wellenfrontfehlers kompensiert.
Der Manipulator MAN ist entsprechend dafür eingerichtet
und positioniert, um solche Z3-Wellenfrontfehler zu erzeugen bzw.
deren Betrag gezielt zu verändern.
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Bekanntlich
können Wellenfrontaberrationen, die im optischen System
verursacht werden und/oder durch externe Einflüsse induziert
werden, als Linearkombinationen von Polynomen beschrieben werden.
Im Bereich der Optik gibt es unterschiedliche Polynombeschreibungen
für Aberrationen, beispielsweise die Seidel-Polynome oder
die Zernike-Polynome. In dieser Anmeldung werden Zernike-Polynome
verwendet, um Wellenfronten zu repräsentieren, die wiederum
bestimmte Abbildungsfehler von optischen Systemen beschreiben. Durch Zernike-Polynome
können beispielsweise Aberrationen wie Defokus, Astigmatismus,
Verzeichnung, Koma, sphärische Aberration etc. bis zu höheren
Ordnungen beschrieben werden. Eine Aberration kann als Linearkombination
einer ausgewählten Anzahl von Zernike-Polynomen dargestellt
werden. Zernike-Polynome bilden einen Satz von kompletten orthogonalen
Polynomen, die auf einem Einheitskreis definiert sind. In der Regel
werden Polarkoordinaten verwendet, beispielsweise ρ für
den normierten Radius und θ für den Azi mutwinkel
(Winkel in Umfangsrichtung). Eine Wellenfrontaberration W(ρ,θ)
kann in Zernike-Polynome expandiert werden als Summe von Produkten
von Zernike-Termen und entsprechenden Gewichtsfaktoren (siehe z.
B. see e. g. Handbook of Optical Systems: Vol. 2, Physical
Image Formation, ed. H Gross, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Kapitel
20.2, (2005)).). In einer Zernike-Darstellung haben die
Zernike-Polynome Z1, Z2, Z3 usw. bestimmte Bedeutungen, die entsprechende Beiträge
zu einer Gesamtaberration repräsentieren. Beispielsweise
entspricht Z1 = 1 einem konstanten Term (Zylinderterm), Z2 = ρcosθ entspricht
einer Verzeichnung in x-Richtung, Z3 = ρsinθ entspricht
einer Verzeichnung in y-Richtung, Z4 = 2ρ2 – 1
entspricht dem parabolischen Teil eines Defokus, Z5 = ρ2cos2θ entspricht einem Astigmatismus
dritter Ordnung usw.
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Zernike-Polynome
können auch dazu verwendet werden, Abweichungen einer optischen Oberfläche,
beispielsweise einer Linsenoberfläche oder Spiegeloberfläche,
von einer Normfläche zu beschreiben, beispielsweise von
einer sphärischen Normfläche.
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Für
den Beispielsfall einer Verzeichnung in y-Richtung ist zu beachten,
dass der Zusammenhang zwischen dem Z3-Betrag und der Bildverschiebung
in y-Richtung linear ist. Der lineare Zusammenhang ergibt sich aus
der Gleichung: Δy = Z3·λ/NA, wobei Δy
die Bildverschiebung in y-Richtung, λ die Wellenlänge,
NA die bildseitige numerische Apertur des Projektionsobjektivs und
Z3 der Koeffizient des Zernike-Polynoms Z3 ist. Hierbei wird die
Definition des Zernike-Polynoms Z3 in Fringe-Normierung verwendet,
nämlich Z3 = ρsinθ mit den Pupillenkoordinaten ρ und θ.
Dieser Zusammenhang gilt unabhängig von der verwendeten
Beleuchtungsverteilung und auch unabhängig vom abzubildenden
Muster.
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Für
Aberrationen höherer Ordnungen, die ebenfalls Bildverschiebungen
bewirken, beispielsweise Z8, Z15, Z24 etc., ist der Zusammenhang
zwischen Zernike-Koeffizient und Bildverschiebung ebenfalls linear,
jedoch hängt der Proportionalitätsfaktor von der
Beleuchtungsverteilung und vom abzubildenden Muster ab. Der Zusammenhang
wird daher in der Regel durch Simulation bestimmt. Für
die praktische Anwendung bedeutet dies unter anderem, dass durch
Hinzunahme höherer Zernike-Ordnungen, beispielsweise Z8,
Z15, Z24 etc. in die Manipulation eines oder mehrerer optischer
Elemente im Projektionsobjektiv auch etwaige strukturabhängige Overlay-Fehler
kompensiert werden können.
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Diese
Zusammenhänge werden bei der beschriebenen Ausführungsform
wie folgt genutzt. Wie beschrieben, ist die Projektionsbelichtungsanlage
für einen Scan-Betrieb mit gekipptem Substrat eingerichtet,
um auf diese Weise ein Focus Drilling zu erzielen. An der Steuereinheit
CU kann hierzu der gewünschte Kippwinkel für das
Substrat oder eine damit im Zusammenhang stehende Größe
vorgegeben werden, beispielsweise der gewünschte Fokus-Scanbereich.
Aus diesen Angaben wird die benötigte Größe
des Wellenfrontfehlers berechnet, der die aufgrund des Focus Drillings
zu erwartenden Verzeichnungsfehler kompensieren würde.
Der benötigte Wellenfrontfehler soll im Wesentlichen eine
entgegengesetzt gleiche Bildverschiebung erzeugen wie das Focus
Drilling. Entsprechende Werte können in der Steuerung beispielsweise
in Form einer Look-up-Tabelle hinterlegt sein. Auf Basis dieser
Angabe werden Steuersignale für einen oder mehrere Manipulatoren
ermittelt, die danach entsprechend angesteuert werden, um im Beispielsfall
die Feldverläufe in x-Richtung von 1-zähligen
Wellenfrontfehlern in der y-Richtung (Z3 sowie höhere Ordnungen
Z8, Z15, Z24, etc.) zu erzeugen.
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Das
erzielbare Ergebnis ist in 8 schematisch
dargestellt. Analog zu 7 zeigt diese
Abbildung die Bildverschiebung im Scan-Betrieb nach Kompensation
durch den von der x-Position abhängigen Wellenfrontfehler.
Die Abwesenheit von Pfeilen, welche die Richtung und die Größe
der Bildverschiebung angeben, soll andeuten, dass die Kompensation
für die gesamte Breite des Bildfeldes wirksam ist. Eine
Projektionsbelichtung mit eingeschalteter Kompensation würden
dementsprechend abgebildete Strukturen ohne Overlay-Fehler erzeugen,
wie sie beispielhaft in 7A dargestellt
sind.
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Eine
Quantifizierung erzielbarer Aberrationskorrekturen wird im Folgenden
anhand eines katadioptrischen Projektionsobjektivs beschrieben,
das in der Patentanmeldung US 2008/0174858 A1 der Anmelderin in 3 gezeigt
und im Zusammenhang mit dieser Figur im Detail beschrieben ist.
Die diesbezügliche Offenbarung dieses Dokumentes wird durch
Bezugnahme zum Inhalt der vorliegenden Beschreibung gemacht. Bei
einer Simulation wurde dieses Projektionsobjektiv in einem Verfahren
mit Focus Drilling betrieben, das durch Kippung eines Substrats in
Verbindung mit einer Scan-Bewegung des Substrats erzeugt wurde.
Die Parameter der Focus Drilling-Simulation waren so gewählt,
dass sich ein Verlauf des Overlay-Fehlers über das Feld, ähnlich
wie in 5 gezeigt, ergab, der durch den Mittlungseffekt bei
der Scan-Operation zu einem gemittelten Overlay-Fehler entsprechend 6 führte,
der an den Rändern in x-Richtung ein Maximalwert von 10
nm und in der Feldmitte einen Wert von 0 hatte.
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Zur
Kompensation wurde eine Gruppe von Manipulatoren aktiviert, um die
Linsen 1, 4, 7, 13, 14, 16 und 20 (gesehen
in Durchstrahlungsrichtung von der Objektebene zur Bildebene) parallel
zur optischen Achse, d. h. in z-Richtung, zu verschieben und auch
zu verkippen. Auf diese Weise konnte die ursprüngliche
Störung etwa um einen Faktor 20 von dem Maximalwert 10
nm auf einen Maximalwert von ca. 0,5 nm reduziert werden.
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Bei
einer weiteren Simulation wurde eine andere Gruppe von Manipulatoren
aktiviert, um die Linsen 7, 9, 10 und 14 parallel
zur optischen Achse zu verschieben und gleichzeitig zu kippen. Zusätzlich wurden
die Linsen 1 und 6 zweiwellig deformiert. Hierdurch
konnte der Fehler noch weitergehend reduziert werden, und zwar von
ursprünglich 10 nm auf ca. 0,08 nm.
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Diese
Beispiele zeigen anschaulich das große Potential des Verfahrens
zur Kompensation zumindest eines Teils von Abbildungsfehlern, die
durch Änderung der Fokuslagen während eines Belichtungszeitintervalls,
d. h. beim Focus Drilling, entstehen können.
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Wichtige
Aspekte der Erfindung wurden hier beispielhaft anhand eines Wafer-Scanners
erläutert, bei dem Focus Drilling durch eine Verkippung
des zu belichtenden Substrats herbeigeführt wird, welche
in Kombination mit der Scan-Bewegung zu den verzeichnisartigen Abbildungsfehlern
führt, die einen Overlay-Fehler bewirken. Die Erfindung
ist nicht auf derartige Systeme beschränkt. Ein Focus Drilling
ist auch durch Ändern der Brennweite eines Projektionsobjektivs
mit Hilfe verstellbarer optischer Elemente (Manipulatoren) möglich.
Hier können die beschriebenen verzeichnungsartigen Abbildungsfehler auftreten,
wenn die zeitliche Modulierung einer Defokussierung nicht völlig
synchron mit der Scan-Bewegung erfolgt. Bei Abweichungen von der
Synchronizität kann sich am belichteten Substrat ein vom
Wert 0 verschiedener gemittelter Defokus ergeben, und eventuelle
Telezentriefehler aus den Beleuchtungssystemen und/oder Projektionsobjektiven
können sich in Overlay-Fehler für die abgebildeten
Strukturen übersetzen. Eine Kompensation wäre
analog der beschriebenen Ausführungsbeispiele durch Einstellen
eines vorgebbaren Aberrationsprofiles möglich, wobei das
Aberrationsprofil beispielsweise im Wesentlichen einem Z3 mit einem
Feldverlauf entsprechen könnte, der dem Feldverlauf eines
eventuellen Telezentriefehlers entspricht, wobei auch das zur Kompensation
eingebrachte Aberrationsprofil zeitlich moduliert. Bei Wafer-Steppern,
bei denen keine Scan-Bewegung des Substrats stattfindet, können sich
aufgrund von Brennweiten-Modulierungen während eines Belichtungszeitintervalls
verzeichnungsartige Abbildungsfehler ergeben, wenn die zeitliche Modulierung
nicht mit dem Belichtungsintervall synchronisiert ist. In diesem
Fall könnte ein mittlerer Defokus ungleich 0 resultieren,
der in analoger Weise, wie bereits beschrieben, kompensiert werden
kann.
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Ein
Focus Drilling kann bei Wafer-Steppern und Wafer-Scannern auch durch Ändern
der Wellenlänge innerhalb des Belichtungszeitintervalls
erreicht werden. Wird hierbei statisch nur die Bandbreite der Primärstrahlung
geändert, ergeben sich in der Regel keine zu kompensierenden
Effekte. Wenn jedoch das Focus Drilling über Verändern
der Wellenlänge selbst, gegebenenfalls ohne Verändern
der Bandbreite erfolgt, so führt eine zeitliche Modulation
der Wellenlänge zu einer zeitlichen Modulierung des Defokus
und es können prinzipiell die gleichen Effekte wie beim
Focus Drilling über Ändern der Brennweite auftreten,
die entsprechend kompensiert werden können.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - Handbook of
Optical Systems: Vol. 2, Physical Image Formation, ed. H Gross,
Wiley-VCH Verlag GmbH & Co.
KGaA, Kapitel 20.2, (2005) [0048]