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Die
Erfindung betrifft ein Frontspoilersystem zur Anordnung an einem
Kraftfahrzeug, insbesondere an einem Omnibus.
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Aus
dem Stand der Technik sind verschiedene Spoileranordnungen bekannt,
die zumeist über starr angeordnete Luftleitbleche an der
Frontschürze und auf dem Fahrzeugheck für einen
Abtrieb bei erhöhten Geschwindigkeiten zur Verbesserung
der Fahrstabilität sorgen. Dabei sind die Gestaltungsmöglichkeiten
des Frontspoilers durch den zum Boden einzuhaltenden Mindestabstand
beschränkt. Wird dieser unterschritten, drohen Beschädigungen des
Frontspoilers beispielsweise durch Aufsetzten auf die Straße
bei Unebenheiten oder Kuppen oder durch Anstoßen an Bordsteinkanten.
Für große Fahrzeuge wie Omnibusse und Lastkraftwagen
besteht zusätzlich noch das Problem, dass sie beim Rangieren
sehr viel mehr Platz benötigen als Personenkraftwagen,
da der Wendekreis häufig über 20 m liegt. Darüber
hinaus weisen insbesondere Omnibusse einen großen vorderen Überhang
von 2 bis 3 m zwischen Frontschürze und Vorderachse auf,
so dass unter Umständen bei voller Ausnutzung des zur Verfügung
stehenden asphaltierten Bereichs, das heißt, dass die Räder
der Vorderachse erst am Rand der Fahrbahnbegrenzung zum Stehen kommen,
der Überhang mit dem Gelände in Kontakt tritt,
so dass mit einem ausreichenden Böschungswinkel die Bodenfreiheit
des Fahrzeugs derart ausgelegt sein muss, dass das Fahrzeug nicht
aufsitzt. Aufgrund dessen kann sich ein starr befestigter Frontspoiler
für einen Omnibus hinsichtlich des Aufsetzens als nachteilig
erweisen. Da ein Frontspoiler jedoch den Luftwiderstandsbeiwert
günstig beeinflusst und damit vorteilhaft ein geringerer
Treibstoffverbrauch verbunden ist, kann er nicht entfallen.
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Um
dem Aufsitzen entgegen zu wirken, sind aus dem Stand der Technik
bereits Luftleiteinrichtungen bekannt, die in Abhängigkeit
einer Fahrzeuggeschwindigkeit ihre Neigung verändern.
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So
beschreibt die
DE 28
51 639 A1 eine Vorrichtung zur Leitung der Windströmung
an Fahrzeugen, insbesondere für Sportfahrzeuge und schnell fahrende
Limousinen, bei der ein beweglicher Leitkörper, der in
die Fahrzeugkarosserie integriert ist, durch Ausschwenken aus der
Karosserieebene eine Veränderung des Anströmquerschnitts
und/oder eine Ablenkung des Luftstroms hervorruft. Dazu wird der Luftleitkörper über
eine fernbedienbare Verstellvorrichtung betätigt, die entweder
durch einen Fahrzeuglenker bedient wird oder in Abhängigkeit
der Fahrzeuggeschwindigkeit und/oder der Kühlwassertemperatur
steuerbar ist.
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Hierzu
sind ein Elektromotor sowie ein Kurbelgestänge nötig,
um den Leitkörper zu bewegen. Des Weiteren muss das Ausklappen
der Leitkörper entweder manuell durch den Fahrer nach dessen
Ermessen erfolgen oder alternativ der Leitkörper mittels einer
Steuerungseinrichtung in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit
und/oder der Kühlwassertemperatur betätigt werden,
wobei jedoch die Vielzahl der zusätzlichen elektrischen
und elektronischen Komponenten die Störungsanfälligkeit
erhöht.
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In
der
DE 25 49 493 C2 ist
eine Frontspoileranordnung beschrieben, die in Abhängigkeit
des Fahrtwinds ihre Neigung verändert. Diese Frontspoileranordnung
erstreckt sich dabei in Ruhestellung schräg nach vorn unten
geneigt quer zur Fahrtrichtung über die Breite des Fahrzeugs,
wobei der Spoiler schwenkbar ist, so dass bei Zunahme des Fahrtwindes
die Neigung des Spoilers bis zu einer Maximalneigung veränderbar
ist, die durch einen elastischen Anschlag begrenzt wird. Die Rückstellkraft
des elastischen Anschlags wird nur bei Berührung des Spoilers
mit einem Hindernis überwunden. Die dort berschriebene
Frontspoileranordnung weist auch in Ruhestellung, beziehungsweise
bei langsamer Fahrt, wie im Stadtverkehr oder zum Rangieren, eine
nach vorn unten geneigte Lage auf. Auch in seiner Ruhelage verringert
diese Spoileranordnung den Abstand zur Fahrbahnoberfläche.
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Ausgehend
von diesem Stand der Technik ist es wünschenswert, ein
verbessertes Frontspoilersystem bereit zu stellen, das einfach und
betriebssicher aufgebaut ist und für den Einsatz an einem
Kraftfahrzeug mit großem vorderen Überhang und
Wendekreis, insbesondere an einem Omnibus, geeignet ist.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Frontspoilersystem, das zur Anordnung am
Bodenblech eines Kraftfahrzeugs mit vorderem Überhang geeignet
ist, mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weiterbildungen
sind in den Unteransprüchen ausgeführt.
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Eine
erste Ausführungsform bezieht sich auf ein Frontspoilersystem
für ein Kraftfahrzeug mit einem vorderen Überhang,
wobei sich das Frontspoilersystem an einer Bodenstruktur des Kraftfahrzeugs quer
zur Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs entlang der Breite des Kraftfahrzeugs
erstreckt und einen an der Bodenstruktur des Kraftfahrzeug anliegenden Befestigungsabschnitt,
einen Schwenkabschnitt und einen Anströmabschnitt aufweist,
die gemeinsam vorteilhaft eine „Tasche” bilden,
indem der Befestigungsabschnitt an einem entgegen der Fahrtrichtung weisenden
Ende über den Schwenkabschnitt mit einem entgegen der Fahrtrichtung
weisenden Ende des Anströmabschnitts drehgelenkig verbunden
ist und indem an einem in Fahrtrichtung weisenden Ende des Anströmabschnitts
eine in Richtung einer Fahrbahn weisende Anströmlippe angebracht
ist. Wenn das Frontspoilersystem sich in seiner Ruhestellung befindet,
strömt kein Fahrtwind in die Tasche und der Anströmabschnitt
liegt zumindest an einem Berührpunkt an dem Befestigungsabschnitt
an; die Tasche ist quasi geschlossen. In der Betriebsstellung hingegen
wird die Tasche aufgeweitet, da ein durch anströmende Luft
auf die Anströmlippe bereitgestellter Staudruck den Anströmabschnitt
um den Schwenkabschnitt schwenkt und der Anströmabschnitt
von seinem Berührpunkt abgelöst wird. So wird
vorteilhaft ein passives Frontspoilersystem bereitgestellt, das
gerade bei langsamer Fahrt und beim Rangieren nicht aktiv ist und
insofern am Boden des Fahrzeugs anliegt. Dabei wird vermieden, dass
es beschädigt werden kann. Bei beschleunigter Fahrt nimmt
das Spoilersystem seine Betriebsstellung ein und schafft den erwünschten
Abtrieb.
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Dieses
Frontspoilersystem ist vorteilhaft für den Einsatz an einem
Omnibus geeignet, der einen großen vorderen Überhang
aufweist und bei dem der Böschungswinkel nicht durch Anbauten
eingeschränkt werden darf. Das erfindungsgemäße
Frontspoilersystem bleibt bei geringen Geschwindigkeiten in der
Ruhestellung eingeklappt, und der Böschungswinkel des Omnibusses
bleibt erhalten. Der Fahrer kann damit einen größtmöglichen
Bereich zum Rangieren ausnutzen, ohne dass das Frontspoilersystem beschädigt
wird oder aufsitzt.
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Durch
die Gestaltung des Frontspoilersystems mit der Anströmlippe
wird dabei gleichzeitig ein Luftleitsystem bereitgestellt, das sich
ab einer Grenzgeschwindigkeit selbsttätig ausklappt, so
dass weder ein zusätzliches Gestänge, noch ein
Elektromotor und keine Fernbedienung oder Steuereinheit nötig ist.
Die Grenzgeschwindigkeit ist über die Gestaltung des Frontspoilersystems
derart eingestellt, dass der Anströmabschnitt erst ab einer
Geschwindigkeit ausklappt, bei der sich eine Verringerung des Luftwiderstands
positiv auf den Treibstoffverbrauch auswirkt.
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Eine
weitere Ausführungsform bezieht sich darauf, dass die Grenzgeschwindigkeit,
bei der das Frontspoilersystem von der Ruhestellung in die Betriebsstellung überführbar
ist, über eine Neigung einstellbar ist, die die Anströmlippe
in Bezug zu dem Anströmabschnitt aufweist. Gleichzeitig
oder alternativ ist die Grenzgeschwindigkeit über eine
Dimensionierung der Anströmlippe einstellbar.
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Ferner
sieht eine Ausführungsform des Frontspoilersystems zumindest
ein Begrenzungselement vor, das in einem von dem Befestigungsabschnitt
und dem Anströmabschnitt umfassten Raum angeordnet ist
und den Befestigungsabschnitt mit dem Anströmabschnitt
verbindet. Das Begrenzungselement dient der Begrenzung des Öffnungswinkels der
Tasche und stabilisiert die Anordnung der Elemente zueinander; es
kann ein Federelement mit einer Rückstellkraft oder ein
Halteelement sein. Das Begrenzungselement verhindert, dass der Anströmabschnitt
des Frontspoilersystems über die optimale Neigung zur Ablenkung
der Luftströmung hinaus ausgelenkt wird. Ferner kann das
Begrenzungselement derartig gestaltet sein, dass es über
eine Rückstellkraft das Einklappen des Anströmabschnitts in
die Ruhestellung unterstützt.
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In
einer weiteren Ausführungsform umfasst das Frontspoilersystem
eine Heizvorrichtung wie etwa eine Heizschlange oder eine Anzahl
von Heizdrähten. Die Heizvorrichtung ist im Anströmabschnitt, dem
Schwenkbereich oder der Anströmlippe des Frontspoilersystems
angeordnet und erleichtert die Beweglichkeit der Komponenten zueinander
und das Ablösen von Eis und Schnee auch bei entsprechend schlechter
Witterung. Gerade wenn das Frontspoilersystem wie nach einer weiteren
Ausführungsform einstückig aus einem elastischen
Material gefertigt ist, ist zur Erhaltung der Elastizität
bei niedrigen Temperaturen ein Beheizen günstig.
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Nach
einer weiteren Ausführungsform schließlich umfasst
der Schwenkabschnitt ein Federelement mit einer Rückstellkraft,
so dass das Frontspoilersystem in der Ruhestellung vorliegt, wenn
keine Kraft, beziehungsweise kein ausreichender Staudruck auf die
Anströmlippe wirkt, um die Rückstellkraft zu überwinden.
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Figurenbeschreibung
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Figuren
und Beschreibung dienen dem besseren Verständnis des Gegenstands.
Gegenstände oder Teile von Gegenständen, die im
Wesentlichen gleich oder ähnlich sind, können
mit denselben Bezugszeichen versehen sein. Die Figuren sind lediglich
eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der
Erfindung.
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Dabei
zeigen:
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1 eine
Querschnittansicht des Frontspoilersystems in Ruhestellung,
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2 eine
perspektivische Draufsicht auf das Frontspoilersystem in Ruhestellung
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3 eine
perspektivische Ansicht von unten auf die Anordnung des Frontspoilersystems
an der Bodenstruktur des vorderen Überhangs in Ruhestellung,
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4 das
aufgeklappte Frontspoilersystem in perspektivischer Ansicht,
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5 eine
perspektivische Ansicht von unten auf das Frontspoilersystem in
Betriebsstellung,
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6 eine
Frontansicht auf das an der Bodenstruktur angeordnete Frontspoilersystem
in Betriebsstellung,
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7 eine
perspektivische Ansicht eines Omnibusses vor einer Böschung.
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Detaillierte Beschreibung
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung bezieht sich auf
ein Frontspoilersystem für ein Kraftfahrzeug mit einem
vorderen Überhang, insbesondere für einen Omnibus,
einen Lastkraftwagen, einen Geländewagen oder ein Sport
Utility Vehicle, wobei unter „vorderem Überhang” der
Abstand zwischen der Vorderachse und der Fahrzeugfront verstanden
wird. Das Frontspoilersystem erstreckt sich dabei, wie andere dem
Fachmann bekannte Frontspoilersysteme, an einer Bodenstruktur des
Kraftfahrzeugs quer zu dessen Fahrtrichtung entlang einer Breite
des Kraftfahrzeugs. Die Breite des Frontspoilersystems entspricht im
Wesentlichen der Breite des Kraftfahrzeugs und kann dabei mit den
Seitenwänden des Fahrzeugs genau abschließen.
Natürlich kann, abhängig von sonstigen konstruktiven
Anforderungen, das System auch etwas breiter sein, so dass ein geringer
seitlicher Überstand besteht, oder etwas schmaler sein,
so dass das Frontspoilersystem von den Seitenwänden nach
innen versetzt ist.
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An
der Bodenstruktur des Kraftfahrzeugs liegt ein Befestigungsabschnitt
des Frontspoilersystems an, das ferner einen Schwenkabschnitt und
einen Anströmabschnitt aufweist. Der Befestigungsabschnitt
ist mit dem Schwenkabschnitt, der in Richtung Fahrzeugheck weist,
und einem Anströmabschnitt, eine „Tasche” bildend,
um den Schwenkabschnitt drehgelenkig verbunden; die Öffnung
der Tasche zeigt in Fahrtrichtung und kann, wenn sie entsprechend
angeströmt wird, geöffnet werden. Um das Öffnen
zu fördern und das Maß der Öffnung zu
bestimmen, liegt an dem in Fahrtrichtung weisenden Ende des Anströmabschnitts
eine in Richtung der Fahrbahn weisende Anströmlippe vor.
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Das
Frontspoilersystem nimmt abhängig von der Fahrzeuggeschwindigkeit
eine Ruhestellung ein, wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit unter einer Grenzgeschwindigkeit
liegt, und es nimmt eine Betriebsstellung ein, wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit
gleich oder größer als die Grenzgeschwindigkeit ist.
In der Ruhestellung befindet sich das Frontspoilersystems, wenn
der Anströmabschnitt zumindest teilweise an dem Befestigungsabschnitt
anliegt, und es befindet sich in seiner Betriebsstellung, wenn ein durch
anströmende Luft auf die Anströmlippe bereitgestellter
Staudruck den Anströmabschnitt um den Schwenkabschnitt
auslenkt. Da das Überführen des Systems in die
Betriebsstellung eine Funktion des Staudrucks ist, der wiederum über
die Neigung der Anströmlippe und/oder deren Fläche
einstellbar ist, können Spoiler mit verschieden großen
Anströmlippen oder mit Anströmlippen unterschiedlicher
Neigung bei unterschiedlichen Grenzgeschwindigkeiten betrieben werden.
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Daher
kann die Grenzgeschwindigkeit, bei der das Frontspoilersystem von
der Ruhestellung in die Betriebsstellung überführbar
ist, über eine Dimensionierung der Anströmlippe
fahrzeugspezifisch eingestellt werden. Dabei kann eine Anströmfläche der
Anströmlippe variiert werden, indem die Länge der
Anströmlippe verändert wird, wenn die Breite der Anströmlippe
entsprechend der Breite des Frontspoilersystems vorgegeben ist.
Vorteilhaft ist es, wenn die Anströmlippe sich nicht übermäßig
aus der Ebene der Bodenstruktur des Kraftfahrzeugs nach unten erstreckt.
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Eine
für einen Omnibus geeignete Grenzgeschwindigkeit kann beispielsweise
auf 60 km/h festgelegt werden, so dass der Spoiler im Stadtverkehr und
beim Rangieren in Ruhestellung vorliegt, bei Überlandfahrten
und im Reisebetrieb jedoch zur Optimierung des Luftwiderstands,
um den Treibstoffverbrauch zu verringern, die Betriebsstellung einnimmt.
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Das
erfindungsgemäße Frontspoilersystem kann zumindest
ein Begrenzungselement aufweisen, das in einem von dem Befestigungsabschnitt
und dem Anströmabschnitt umfassten Raum den Befestigungsabschnitt
mit dem Anströmabschnitt verbindet; dabei wird unter einem „Begrenzungselement” ein Element
verstanden, das mit dem Befestigungsabschnitt und dem Anströmabschnitt
verbunden ist und das eine maximale Öffnungsneigung, die
der Anströmabschnitt in Bezug zu dem Befestigungsabschnitt
einnimmt, beschränkt.
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Das
Begrenzungselement kann ein Federelement mit einer Rückstellkraft
oder ein starres Halteelement sein, dessen Wirkung erst eintritt,
wenn der Anströmabschnitt durch den anstehenden Staudruck auf
die Anströmlippe bereits deutlich von dem Befestigungsabschnitt
des Frontspoilersystems beabstandet ist. Das Befestigungselement
kann aus einem oder mehreren bandförmigen, gestängeartigen,
seilartigen Strukturen oder aus einer durch Ausnehmungen unterbrochenen
flächigen Struktur bestehen. Diese können durch
geeignete Materialauswahl eine Flexibilität aufweisen,
beispielsweise aus Elastomeren hergestellt sein und damit zwischen
Befestigungsabschnitt und Anströmabschnitt flexibel angeordnet
sein. Ein starres Material wie etwa ein Metallband oder ein Seil,
das alternativ oder zusätzlich eingesetzt wird, entfaltet
seine Wirkung, wenn der Anströmabschnitt so weit um den
Schwenkabschnitt ausgelenkt wurde, dass das Band oder Seil zwischen dem
Befestigungsabschnitt und dem Anströmabschnitt gespannt
vorliegt.
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Der
Schwenkabschnitt der erfindungsgemäßen Vorrichtung
kann ferner ein Federelement sein. Ein Federelement mit seiner inhärenten
Rückstellkraft bewirkt, dass ein Öffnen der „Tasche” und
somit eine Betriebsstellung des Spoilersystems erst erreicht wir,
wenn der Staudruck auf die Anströmlippe groß genug
ist, um die Rückstellkraft des Federelements zu überwinden.
Entsprechend bewirkt die Rückstellkraft, dass das Frontspoilersystem
in der Ruhestellung vorliegt, wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit niedriger
als die Grenzgeschwindigkeit ist.
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Die
Beweglichkeit des Schwenkabschnitts kann dabei durch eine Mehrzahl
von Rippen und Nuten bereitgestellt sein, die entlang einer Breite
des Schwenkabschnitts angeordnet sind. Denkbar ist auch eine Mehrzahl
von Ausnehmungen, die sich in einem von dem Schwenkabschnitt umfassten
Abschnitt befinden und in verschiedenen Formen wie Schlitzen, Kreisen
oder Ovalen ausgestaltet sein können. Alternativ kann der
Schwenkabschnitt über seine Breite eine Zone mit verringerter
Materialstärke aufweisen, so dass Beweglichkeit gegeben
ist und so dass, materialabhängig, eine Rückstellkraft
bereitgestellt sein kann.
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Das
Frontspoilersystem aus dem Befestigungsabschnitt, dem Schwenkabschnitt,
dem Anströmabschnitt und der Anströmlippe kann
einstückig gefertigt sein. Dabei muss zumindest der Schwenkabschnitt
flexibel sein, so dass eine Überführung des Frontspoilersystems
aus der Ruhestellung in die Betriebsstellung und umgekehrt erfolgen
kann. Geeigneter Weise kann das einstückige Frontspoilersystem
aus einem Elastomer gefertigt sein; es können auch unterschiedliche
Elastomere für die verschiedenen Abschnitte Befestigungsabschnitt, Schwenkabschnitt,
Anströmabschnitt und Anströmlippe zu einem einheitlichen
Element verbunden werden; entsprechend können zwei oder
mehrere der Abschnitte unterschiedliche Shore-Härten und/oder unterschiedliche
Materialstärken aufweisen.
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Ferner
kann zumindest eine der Komponenten Anströmabschnitt, Anströmlippe
oder Schwenkabschnitt eine Heizvorrichtung, insbesondere zumindest
einen Heizdraht aufweisen, wodurch das Abschmelzen von Schnee und
Eis bei entsprechender Witterung ermöglicht wird und die
Funktionsfähigkeit des passiven Frontspoilersystems auch
bei ungünstiger Witterung unterstützt wird.
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Das
erfindungsgemäße Frontspoilersystem kann auf einfache
Weise über seinen Befestigungsabschnitt an der Bodenstruktur
des Kraftfahrzeugs angebracht werden; neben geeigneten Schraubverbindungen,
Schweißverbindungen, Lötverbindungen, Klebverbindungen
oder Steckverbindungen kennt der Fachmann weitere Möglichkeiten
der Befestigung.
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Alternativ
zu der einstückigen Ausführung kann das Frontspoilersystem
aus mehreren Teilen bestehen; einer oder mehrere der das Frontspoilersystem
bildenden Abschnitte können separat geformt und mit den
jeweils anderen Abschnitten verbunden werden.
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Hierbei
kann das Material, aus dem Befestigungsabschnitt, Schwenkabschnitt,
Anströmabschnitt und Anströmlippe gefertigt sind,
auch ein Nicht-Elastomer sein und aus Metallen, Legierungen und/oder
Kunststoffen ausgewählt werden. In diesem Fall kann der
Schwenkabschnitt als ein Scharnierelement ausgestaltet sein, das
zusätzlich mit einem Federelement gekoppelt sein kann,
um die Vorspannung für die Ruhestellung bereitzustellen.
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1 zeigt
das erfindungsgemäße Frontspoilersystem 1,
das ein einstückiges Elastomer-Bauteil 2, das
in die Abschnitte Befestigungsabschnitt 11, Schwenkabschnitt 12,
Anströmabschnitt 13 und Anströmlippe 3 unterteilt,
umfasst. Die Längsausdehnung der Anströmlippe 3 in
Fahrtrichtung, sowie der Winkel α, den die Anströmlippe 3 mit
dem Anströmelement 13 bildet, bestimmen dabei
den Staudruck, bei dem das Frontspoilersystem 1 von seiner Ruhestellung
(wie in 1 gezeigt), bei der die Kante
Anströmelement-Anströmlippe an dem gegenüberliegenden
Befestigungsabschnitt 11 anliegt, in eine Betriebsstellung
(wie in 4 und 5 gezeigt) übergeht,
und der Anströmabschnitt ausschwenkt. Indem die Kante Anströmelement-Anströmlippe
an dem Befestigungsabschnitt 11 anliegt, ist die Öffnung
der Tasche in geschlossener Position.
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Ferner
ist die Anordnung eines als Blattfederelement ausgestalteten Begrenzungselements 4 an
dem Befestigungsabschnitt 11 und dem Anströmabschnitt 13 dargestellt.
Zur Aufrechterhaltung der Funktionalität des Systems bei
Eis und Schnee sind in der Anströmfläche 4 Heizdrähte 5 angeordnet, die
zum Abschmelzen von in der Tasche, die zwischen dem Begrenzungselements 4 und
dem Befestigungsabschnitt 11 gebildet ist, festgesetztem
Gefrorenen betätigt werden können.
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Ebenfalls
im Ruhezustand ist in 2 perspektivisch ein Ausschnitt
des einstückigen Elastomer-Bauteils 2 mit dem
Befestigungsabschnitt 11, dem Schwenkabschnitt 12,
dem Anströmabschnitt 13 und der Anströmlippe 3 gezeigt.
Entsprechend Pfeil a wird der Anströmabschnitt 13 mit
der Anströmlippe 3 von dem Befestigungsabschnitt 11 weggeschwenkt.
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In 3 ist
ein Ausschnitt eines Fahrzeugs mit Frontspoilersystems 1 an
der Bodenstruktur 7 unterhalb der Fahrzeugfront 6 perspektivisch
dargestellt; das Frontspoilersystem 1 befindet sich in
Ruhestellung. Die Anströmlippe 3 weist in Richtung
einer Fahrbahn; also nach unten.
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4 bis 6 zeigen
das Frontspoilersystems 1 im Betriebszustand. In 4 ist
der Staudruck, der auf die Anströmlippe 3 wirkt,
so groß, dass er den Anströmabschnitt 13 von
dem Befestigungsabschnitt 11 beabstandet, bis die Begrenzungselemente 4 gespannt
sind und eine weitere Auslenkung des Anströmabschnitts 13 durch
die Begrenzungselemente, die hier gespannte Drähte sind,
verhindert wird. In dem ausgeschwenkten Frontspoilersystem 1 ist
hier daher der maximale Öffnungswinkel β erreicht.
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5 zeigt
die Anordnung an der Bodenstruktur 7 unter der Fahrzeugfront 6 in
einer perspektivischen Ansicht, und 6 verdeutlicht
das System in einer Frontansicht. 8 zeigt
die Problematik des Rangierens mit Omnibussen, die vorne einen großen Überhang 8 aufweisen,
der zumeist zwischen zwei und drei Metern liegt, wenn beim Rangieren
die Fahrbahnbegrenzung oder eine Böschung 14 erreicht wird.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 2851639
A1 [0004]
- - DE 2549493 C2 [0006]