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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Kunststoffhohlkörpern durch
Blasformen,
wobei Vorformlinge aus einer Kunststoffschmelze
mit einem sich in Vorformlingslängsrichtung ändernden Wandprofil
gebildet und einer geöffneten
Blasform zugeführt
werden,
wobei die Vorformlinge nach dem Schließen der Blasform
mit einem gasförmigen
Medium zu Hohlkörpern
aufgeweitet werden und
wobei die Vorformlingsbildung geregelt
wird und dazu mittels einer axialen Wanddickenlagensteuerung das
Nettogewicht des Hohlkörpers
sowie eine zweite Regelgröße, welche
die axiale Lage eines ausgewählten
Bereiches des Wandprofils der Vorformlinge bei einem definierten
Prozessablauf des Einformprozesses zum Schließzeitpunkt der Blasform mittelbar
beschreibt, gemessen werden sowie der die Vorformlinge formende
Düsenspalt
und/oder der Massendurchsatz für
die Vorformlingsbildung korrigiert werden, wenn die Messwerte von
Sollwerten abweichen.
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Die
aus einem heißen,
formbaren Kunststoff bestehenden Vorformlinge sind zumeist schlauchförmig und
können
durch kontinuierliche Extrusion oder in Speicherkopfanlagen taktweise
hergestellt werden. Die Materialstärke der Vorformlinge wird in
Vorformlingslängsrichtung
und bei komplexer geformten Hohlkörpern häufig auch in Umfangsrichtung
durch ein Wanddickenprogramm, welches während der Vorformlingsbildung
abläuft,
gesteuert. Entsprechende Verfahren sind in
EP 0 345 474 B1 ,
EP 0 776 752 B1 und
EP 0 693 357 B1 beschrieben.
Die bekannten Verfahren versuchen mit Hilfe von Markierungen, Zeit-
und Längenmessungen
sowie durch das Auswerten von Gewichts messungen Änderungen im Herstellungsprozess
auszuregeln, die sich vor allem aus sich ändernden Eigenschaften der
Kunststoffschmelze ergeben. Die bekannten Verfahren haben sich bewährt, um
mit einem gewissen Maß temperaturbedingte
oder materialbedingte Einflüsse
zu kompensieren.
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Gemäß den bekannten
Verfahren werden vorrangig Gewichtsmessungen genutzt um materialbedingte
Abweichungen festzustellen und zu korrigieren. Dazu werden der Wanddickenlagesteuerung Sollwerte
produktabhängig
und prozessabhängig vorgegeben.
Das dabei bestimmte Gewicht ist ein integrales Maß, welches
Rückschlüsse auf
die in einem Abschnitt des Kunststoffhohlkörpers vorhandene Materialmenge
erlaubt. Genaue Aussagen über die
konkrete Materialverteilung sind in der Regel jedoch nicht möglich.
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Insbesondere Änderungen
des Blasformprozesses, die unbewusst auftreten oder bewusst zur Verfahrensanpassung
vorgenommen werden, können
die Materialverteilung innerhalb des Vorformlings erheblich beeinflussen
und stellen so einen erheblichen Eingriff in das Verfahren dar.
Dabei ist zu berücksichtigen,
dass der aus dem Düsenspalt
austretende Vorformling frei formbar inneren und äußeren Kräften ausgesetzt
ist. Aufgrund des viskoelastischen Verhaltens der Kunststoffschmelze
kann sich die Materialverteilung im Vorformling ändern, beispielsweise durch
Schwankungen der Schmelzetemperatur, des Kunststoffmaterials, der
Extrusionszeit, auf die Schmelze wirkenden Scherbeanspruchungen,
die Ausrichtung des Vorformlings in Bezug auf die Blasform und dergleichen.
Ungenauigkeiten ergeben sich aus dem Wechselspiel der als Schwellen, Schrumpfen
und Auslängen
bezeichneten viskoelastischen Verformung, die im besonderen Maße auch eine
Funktion der Zeit ist.
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Mit
Schwellen bezeichnet man den Effekt, dass der Durchmesser und die
Wandstärke
des aus dem Düsenspalt
austretenden Vorformlings sich infolge einer Desorientierung der
im Fließkanal
ausgerichteten Moleküle ändert. Unter Schrumpfen
versteht man das Relaxieren der Vorformlinge nach dem Austreten
aus dem Düsenspalt.
Das Relaxieren der Polymerketten der Kunststoffschmelze bewirkt
eine Verkürzung
der Vorformlinge, wobei die Wanddicke der Vorformlinge zunimmt.
Auslängen
tritt infolge des Eigengewichts des Vorformlings auf. Unter dem
mit der Extrusion zunehmenden Gewicht des Vorformlings verringern
sich Durchmesser und Wandstärke des
Vorformlings unterhalb des Kopfaustritts. Die Auslängung wird
im Wesentlichen von der Viskosität der
Kunststoffschmelze, dem an einem betrachteten Vorlumenabschnitt
hängenden
Gewicht und der Zeit, die der Volumenabschnitt diesem Gewicht ausgesetzt
ist, bestimmt. Die am Strangpresskopf beobachtete Austrittsgeschwindigkeit
des Vorformlings nimmt entsprechend zu. Die beschriebenen viskoelastischen
Effekte stehen in einer komplexen Wechselwirkung. Mit längerer Extrusionszeit
und höherer Massetemperatur
wird die Auslängung
größer. Wird die
Auslängung
größer, so
nimmt die Schwellung am Kopfaustritt ab. Bei längeren Extrusionszeiten wird schließlich die
Schrumpfung im unteren Bereich des Vorformlings mit größerem Abstand
vom Düsenspalt größer. Des
Weiteren wird das lokale viskoelastische Fließverhalten im besonderen Maße durch
den lokalen Wanddickenprofilverlauf in Längs- und Umfangsrichtung bestimmt.
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Neben
zuvor beschriebenen Verfahren zur Wanddickenlagesteuerung ist aus
der
DE 692 13 307 T2 ein
Verfahren zur Herstellung von Kunststoffhohlkörpern durch Blasformen bekannt,
bei dem Vorformlinge aus einer Kunststoffschmelze gebildet und einer Blasform
zugeführt
werden, wobei die Position des unteren Endes des Vorformlings bestimmt
wird und wobei abhängig
von der Position des Vorformlings die Blasform geschlossen und der
Extrusionsvorgang beendet wird. Gemäß dem beschriebenen Verfahren
kann verhindert werden, dass die Blasform in Bezug auf die Ausdehnung
der Vorformlinge zu früh oder
zu spät
geschlossen wird. Da jedoch der Extrusionsvorgang abhängig von
der Lage des unteren Randes der Vorformlinge beendet wird, kann
ein gleich bleibendes Nettogewicht der gebildeten Kunststoffhohlkörper nicht
gewährleistet
werden.
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Bei
dem bekannten Verfahren, welches insbesondere die Länge der
Vorformlinge als verfahrensbestimmenden Parameter heranzieht, kann auch
die Verteilung der Kunststoffschmelze in Längsrichtung der Vorformlinge
nicht weiter beeinflusst werden.
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Vor
diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zur Herstellung von blasgeformten Hohlkörpern anzugeben,
mit dem es möglich
ist, Vorgabewerte für
das Gewicht und die Wanddickenverteilung der Hohlkörper mit
engen Toleranzen einzuhalten. Insbesondere soll es mit dem Verfahren
möglich
sein, im Herstellungsprozess, die unbewusst auftreten oder bewusst
zur Verfahrensanpassung vorgenommen werden, auszugleichen.
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Ausgehend
von einem Verfahren zur Herstellung blasgeformter Kunststoffhohlkörper mit
den eingangs beschriebenen Merkmalen wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass nach der Bildung der Vorformlinge aus einer Kunststoffschmelze
während
eines Einformprozesses die Blasform mit einer gesteuerten Stellbewegung
innerhalb einer vorgegebenen Formschließzeit geschlossen wird, wobei zusätzlich Abweichungen
des Einformprozesses von dem definierten Prozessablauf, welcher
als Referenzgröße herangezogen
wird, erfasst werden und deren Einfluss auf die Materialverteilung
in den blasgeformten Hohlkörper
durch einen Eingriff in den Einformprozess und/oder durch einen
Eingriff in die Vorformlingsbildung korrigiert werden. Einfindungsgemäß ist die Überwachung
des Einformprozesses und der Vergleich mit einem definierten Prozessablauf zusätzlich zu
einer axialen Wanddickenlagensteuerung vorgesehen, welche das Nettogewicht
des Hohlköpers
sowie eine zweite Regelgröße berücksichtigt.
Durch die Kombination der unterschiedlichen Maßnahmen zur Prozessanpassung
können
insgesamt eine Vielzahl von Änderungen
der Parameter bei dem Verfahren zur Herstellung von Kunststoffhohlkörpern festgestellt
und kompensiert werden. Bei der Bestimmung der Einformbedingung
kann es zweckmäßig sein über mehrere
Zyklen eine Mittelung vorzusehen, um ein Aufschwingen der Regelung
zu vermeiden und nur auf Niveauverschiebungen mit einem Regeleingriff
zu reagieren.
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Zu
berücksichtigen
sind insbesondere Abweichungen, die auf Änderungen des Einformprozesses
während
dem Schließen
der Blasform, Änderungen
der Aufblasbedingungen während
der Bildung der Hohlkörper, Änderungen
der Extrusionsbedingungen des Vorformlings, Änderungen des Betriebspunktes
des Blasformprozesses und Änderungen
der Wanddickenprofilkurve, die der Wanddickenlagesteuerung zugrunde
liegt, zurückzuführen sind.
Da erfindungsgemäß Abweichungen
des Einformprozesses in Bezug auf einen definierten Prozessablauf festgestellt
werden, können
diese Änderungen
durch eine angepasste Steuerung der Stellbewegung während des
Einformprozesses unmittelbar korrigiert werden. Der Einformprozess
umfasst dabei den Abschnitt des Blasformprozesses, der damit beginnt, dass
die Vorformlinge eine definierte Länge erreicht haben und/oder
eine vorgegebene Extrusionszeit erreicht wird und endet mit dem
vollständigen
Schließen
der Blasform, bevor der Vorformling durch das gasförmige Medium
in seine endgültige
Form aufgeweitet wird.
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Der
Einformprozess selbst beginnt wie zuvor erläutert üblicherweise mit dem Erreichen
einer definierten Vorformlingslänge,
dem Ablauf einer definierten Extrusionszeit oder dem Erreichen eines
definierten Profilpunktes der Wanddickensteuerung wobei die Blasform
sich in einer definierten Position, beispielsweise der Position
einer Öffnungsbegrenzung oder
vorzugsweise einer Wartestellung befindet. Nachfolgend vollzieht
die Blasform innerhalb der Formschließzeit eine Schließbewegung,
wobei üblicherweise
zunächst
ein schnelles Schließen
und nachfolgend ein langsames Schließen erfolgt. Unmittelbar vor
der Schließstellung
der Blasform erfolgt über
einen vergleichsweise kurzen Weg eine Schließbewegung mit einem erhöhten Schließdruck und
einer typischerweise erhöhten
Schließgeschwindigkeit,
die auch als Nachschlagen bezeichnet wird. Das Nachschlagen dient
hauptsächlich
dazu durch die Er höhung
des Schließdruckes
gebildete Abfallbutzen soweit abzuquetschen, dass diese nach dem Blasformprozess
nur noch durch einen dünnen
Steg mit dem gebildeten Hohlkörper
verbunden sind und so leicht abgetrennt werden können. Die beschriebene Folge
unterschiedlicher Schließbewegungen
ist lediglich exemplarisch. So können
ohne Einschränkung
während
des Schließvorganges
mehr oder weniger Abschnitte mit jeweils unterschiedlichen Schließgeschwindigkeiten
vorgesehen sein. Die beschriebene Folge der Schließgeschwindigkeiten
ist typisch für
hydraulische oder elektrische Antriebe von Blasformen. Bei hybrid
angetriebenen Blasformen wird in der Regel bei dem Umschalten von
elektrischem auf hydraulischen Antrieb eine zusätzliche Änderung der Schließgeschwindigkeit
beobachtet.
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Schließlich sind
auch Verläufe
der Schließgeschwindigkeit
möglich,
bei denen keine fest vorgegebenen Bereiche mit einer jeweils konstanten Schließgeschwindigkeit,
sondern kontinuierliche Änderungen
der Schließgeschwindigkeit
vorgesehen sind.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung des Einformprozesses ist vorgesehen, dass
die Vorformlinge bei der Zuführung
zu der Blasform an ihrem unteren Ende offen sind, wobei während des
Einformprozesses vor dem Beginn der Schließbewegung das offene, untere
Ende der Vorformlinge von einer Spreizvorrichtung gespreizt wird.
Nachdem Spreizfinger der Spreizvorrichtung dann eine vorgegebene
Spreizposition erreicht haben, werden die Vorformlinge jeweils von
einer Schließvorrichtung
an ihrem unteren Ende geschlossen. Je nach Anwendungsfall kann vor
dem Beginn des Spreizvorganges und/oder der Schließvorrichtung
eine gewisse Verzögerung
vorgesehen sein. Nach dem Schließen des Vorformlings ist im
Rahmen der beschriebenen bevorzugten Ausgestaltung üblicherweise
ein Vorblasvorgang vorgesehen, der unter Berücksichtigung einer Verzögerungszeit
und einer vorgegebenen Vorblaszeit durchgeführt wird. Die Verzögerungszeit kann
dabei derart gewählt
werden, dass das Vorblasen vor, mit oder nach dem Beginn der Schließbewegung
einsetzt. Neben der Verzögerungszeit
einerseits und der Vorblaszeit andererseits sind insbesondere der
Vorblasdruck und das Vorblasvolumen als Verfahrensparameter zu berücksichtigen.
Das Vorblasen kann ohne Einschränkung
von unten, über den
Extrusionskopf oder auch über
eine in den Vorformling eingestochene Blasnadel erfolgen.
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Um
in den Einformprozess einzugreifen kann vorgesehen sein während der
Formschließzeit
die im Vorformling enthaltene Gasmenge zu steuern. So kann beispielsweise
wie zuvor beschrieben vorgesehen sein, in einem Intervall innerhalb
der Formschließzeit
ein gasförmiges
Medium in den Vorformling einzuführen,
welches den Vorformling durch Vorblasen weitet, wobei das untere
Ende der schlauchförmigen
Vorformlinge mittels einer Schlauchschließvorrichtung abgequetscht wird,
bevor das Vorblasen beginnt. Eine Steuerung der in jedem der Vorformlinge
enthaltenen Gasmenge ist des Weiteren auch möglich, wenn zum Trennen der
Vorformlinge eine Schneideinrichtung verwendet wird, welche die
Vorformlinge jeweils beim Trennvorgang unten verschließt, wobei
während
der Vorformlingsextrusion üblicherweise
die Zuführung
von Stützluft
durch den Extrusionskopf vorgesehen ist. Zusätzlich oder alternativ zu einer
dauerhaften, gleichmäßigen Zufuhr von
Stützluft
kann dabei auch eine zeitlich gesteuerte Stützluftzufuhr erfolgen. Es ist
zu bedenken, dass die für
den Extrusionsprozess optimale Menge an Stützluft unter Umständen auch
zu einer in Bezug auf den Einformprozess unerwünscht großen Ausdehnung der Vorformlinge
führen
kann. Die Steuerung der in den Vorformlingen enthaltenen Gasmenge
kann grundsätzlich
und unabhängig
davon, ob die Vorformlinge zunächst
an ihrem unteren Ende offen sind und erst durch die Schlauchschließeinrichtung
verschlossen werden oder bei Verwendung einer Schneidvorrichtung
während
der Extrusion an ihrem unteren Ende geschlossen sind, ein Ablassen
oder Absaugen von Gas aus den Vorformlingen umfassen. Die Bildung
von offenen Vorformlingen bei der Verwendung einer Schlauch schließeinrichtung
einerseits und die Bildung geschlossener Vorformlinge bei Verwendung
einer Schneidvorrichtung andererseits unterscheiden sich insbesondere
dadurch, dass im ersten Fall die in dem Vorformling enthaltene Gasmenge
erst während
des Einformprozesses genau eingestellt werden kann, während im
zweiten Fall in den geschlossenen Vorformling während seiner Extrusion Stützluft einzubringen
ist, die nicht entweichen kann und die während des Einformprozesses
in dem Vorformling enthaltene Gasmenge zumindest wesentlich mitbestimmt.
Entsprechend ergeben sich auch für
beide Fälle
deutlich unterschiedliche Zeitintervalle, in denen die in den Vorformlingen
enthaltene Gasmenge geregelt werden kann.
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Um
eine flexible Anpassung des Einformprozesses zu ermöglichen,
ist gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens innerhalb der
Formschließzeit
eine Formwartezeit vorgesehen, die als Pufferzeit so variiert wird,
dass bei einer sich ändernden
Schließgeschwindigkeit
die Formschließzeit
insgesamt konstant bleibt. Der Begriff Formwartezeit bezieht sich
damit im Rahmen der vorliegenden Erfindung nicht auf die Zeit, in
der die Blasform geöffnet
ist und zunächst
die Vorformlingsbildung abgewartet wird. Die Formwartezeit, während der
die Blasform ruht, kann an beliebiger Stelle der Formschließzeit, insbesondere
auch zu Beginn der Formschließzeit
vorgesehen sein. Des Weiteren besteht die Möglichkeit die Formwartezeit
als Unterbrechung einer schnellen oder langsamen Schließbewegung
oder zwischen einer schnellen und einer langsamen Schließbewegung
vorzusehen. Des Weiteren können
während
einer Formschließzeit
ohne Einschränkung
auch mehrere Formwartezeiten vorgesehen sein. Die Formwartezeit
ergibt sich dabei ausgehend von der gesamten Formschließzeit unter Abzug
der für
die einzelnen Wegstrecken vorgesehenen Zeiten.
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Wenn
der Blasformprozess mit einer Totzeitoptimierung betrieben wird
oder wenn bei der Steuerung der Stellbewegung im Rahmen der Anpassung des Einformprozesses
negative Werte für
die Formwartezeit definiert werden, kann die Formwartezeit nicht
als Puffer verwendet werden. Will man aber dennoch die Formschließzeit konstant
halten, so muss eine geeignete Kompensation zwischen den Teilschritten
erfolgen. So ist beispielsweise aus der Praxis bekannt, dass die
in einem Falltest eines Kunststoffhohlkörpers ermittelte Stoßempfindlichkeit im
besonderen Maße
durch eine Veränderung
der langsamen Schließbewegung
beeinflusst werden kann. Wenn entsprechend zur Verbesserung der Schlagempfindlichkeit
der Weg für
die langsame Schließbewegung
erhöht
und/oder die Geschwindigkeit für
die langsame Schließbewegung
verringert werden, so kann der daraus resultierende Zeitverlust durch
eine Erhöhung
der Schließgeschwindigkeit während des
vorherigen schnellen Schließvorgangs kompensiert
werden. Bei einer Anpassung sind gegebenenfalls auch die Parameter
für das
Vorblasen, d. h. der Zeitpunkt für
den Beginn des Vorblasens sowie die Vorblasdauer, anzupassen. Dabei
kann es zweckmäßig sein
den zeitlichen Abstand vom Beginn des Vorblasens und Ende des Vorblasens
bis zum vollständigen
Schließen
der Blasform und/oder die Wegstrecke vom Beginn des Vorblasens und
Ende des Vorblasens bis zur Position der vollständig geschlossenen Blasform
konstant zu halten. Auch wenn die Formschließzeit konstant gehalten wird, kann
nicht ausgeschlossen werden, dass eine Veränderung der Einzelgeschwindigkeiten
des Einformprozesses eine nicht zu vernachlässigende Auswirkung auf die
Wanddickenverteilung des Vorformlings bzw. die Wanddickenverteilung
des gebildeten Kunststoffhohlkörpers
hat. Entsprechende Veränderungen
sind im Rahmen der Wanddickenlagesteuerung anhand des Nettogewichtes
sowie der zweiten Regelgröße erkennbar,
wobei dann gegebenenfalls eine entsprechende Kompensation bezüglich der
Wanddickenlagesteuerung durchgeführt
werden kann.
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Um
die Formschließzeit
konstant zu halten, wird die Schließbewegung der Blasform vorzugsweise
durch Wegsensoren und Zeitmessungen erfasst und die Schließbewegung
anhand der gewonnenen Messwerte gesteuert. Um wie zu vor beschrieben
zu erreichen, dass entweder der noch verbleibende Schließweg von
Beginn des Vorblasens und dem Ende des Vorblasens oder die noch
verbleibende Schließzeit
von Beginn des Vorblasens und dem Ende des Vorblasens Vorgabewerten
entsprechen ist vorzugsweise vorgesehen, dass das Intervall für das Vorblasen
durch Zeit- oder Wegmessungen gesteuert wird. Schließlich kann
durch eine entsprechende Steuerung auch erreicht werden, dass während des Formschließvorganges
die im Vorformling enthaltene Gasmenge Vorgabewerten entspricht.
Eine entsprechende Vorgehensweise ergibt sich auch bei Vorformlingen,
die bei der Vorformlingsbildung an ihrem unteren Ende geschlossen
sind.
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Bei
der Kombination verschiedener Regelungen kann vorgesehen sein, dass
jeweils ein eigener Regeleingriff ermittelt wird, wobei dann bezogen
auf den jeweiligen Prozessschritt eine Überlagerung der Regeleingriffe
erfolgt. So können
beispielsweise der Steuerkurve einer Wanddickensteuerung Korrekturgrößen überlagert
werden, die jeweils getrennt voneinander bestimmt sind. Gemäß einer
alternativen Ausgestaltung können
jedoch auch Regeleingriffe unter gemeinsamer Berücksichtigung mehrerer Regelgrößen bestimmt
werden. So kann es insbesondere zweckmäßig sein, das Nettogewicht
zusammen mit den entsprechenden Butzengewichten gemeinsam auszuwerten,
da die verschiedenen Gewichte dem gebildeten Hohlkörper einerseits
und verschiedenen Abschnitten des Vorformlings andererseits zugeordnet
werden können.
So kann sich beispielsweise ergeben, dass zur Kompensation einer
Abweichung des Herstellungsprozesses mehrere Regeleingriffe möglich sind,
wobei dann der tatsächlich durchgeführte Regeleingriff
unter Berücksichtigung mehrerer
Regelgrößen bestimmt
wird. Durch eine gemeinsame Betrachtung der Regelgrößen ist
es insbesondere auch möglich,
vergleichsweise große
Abweichungen durch einen Regeleingriff auszugleichen.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ist grundsätzlich
dazu geeignet, in Bezug auf einen definierten Prozessablauf eine
Vielzahl von verschiedensten Abweichungen zu korrigieren. Erhebliche
Abweichungen von einem definierten Prozessablauf ergeben sich insbesondere
bei einem Anfahren des Blasformprozesses nach einer Unterbrechung.
Zu berücksichtigen
sind insbesondere thermische Effekte, die sich auf sämtliche
Schritte des Verfahrens zur Herstellung von Kunststoffhohlkörpern beziehen
können.
Im Hinblick auf den Extrusionsprozess ist beispielsweise zu berücksichtigen,
dass unmittelbar nach dem Anfahren die Temperatur und die Zusammensetzung
der Kunststoffschmelze möglicherweise
noch keinen stationären
Zustand erreicht haben. Des Weiteren kann die thermische Ausdehnung
der Teile des Extruders und insbesondere der Teile des Extrusionskopfes
mit erheblichen Veränderungen
verbunden sein. Im Hinblick auf den Einformprozess ist zu berücksichtigen, dass
die Stellbewegungen bei dem Schließvorgang üblicherweise hydraulisch erfolgen,
wobei das Hydrauliköl
unmittelbar nach dem Anfahren des Blasformprozesses noch vergleichsweise
kalt und viskos ist. Um die bei dem Anfahren typischerweise auftretenden
Abweichungen in Bezug auf den definierten Prozessablauf ausgleichen
zu können,
ist gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen beim Anfahren
des Blasformprozesses abzufragen, ob der Blasformprozess einen stabilen
Betriebszustand erreicht hat. Wenn dies nicht der Fall ist, kann
der Einfluss von Änderungen
des Einformprozesses auf die Materialverteilung der blasgeformten
Hohlkörper
durch einen Eingriff in den Einformprozess korrigiert werden. Des
Weiteren kann auch vorgesehen sein bei einem Anfahren des Blasformprozesses
den Einfluss von Änderungen
des Extrusionsvorganges auf die Materialverteilung der blasgeformten
Hohlkörper
durch Eingriff in das während
der Vorformlingsextrusion ablaufende Wanddickenprogramm zu korrigieren,
solange noch nicht der stabile Betriebszustand des Blasformprozesses
erreicht ist. Grundsätzlich
können
bei einem Anfahren Korrektureingriffe sowohl in den Einformprozess
als auch in den Extrusionsprozess vorgesehen sein. Des Weiteren
kann in einem gewissen Maße
auch eine durch das Anfahren bedingte Änderung des Einformprozesses
durch eine Anpassung des Extrusionsprozesses und umgekehrt durchgeführt werden.
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Die
durch das erfindungsgemäße Verfahren eröffneten
Möglichkeiten
einer vielseitigen, flexiblen und genauen Korrektur von Abweichungen
sind auch besonders vorteilhaft, wenn eine häufige Umrüstung der verwendeten Blasformanlage
vorgesehen ist. So ist es üblich,
dass eine Blasformanlage zur Herstellung verschiedener Produkte
verwendet wird, wobei dann bei einem Produktwechsel eine Umrüstung erforderlich
ist. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass es bei den Rüstvorgängen zu
Fehlern kommen kann und dass sich zwischen zwei Produktionszyklen
eines Produktes bewusste oder unbewusste Änderungen ergeben können. Erfindungsgemäß kann so
zusätzlich
zu einem produktspezifischen Austausch der Prozessdaten eine bedarfsgerechte
Korrektur mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens durchgeführt werden.
Von besonderem Vorteil ist dabei, dass erfindungsgemäß sowohl
Abweichungen an dem Einformprozess als auch chargenbedingte Änderungen des
Kunststoffrohstoffes erkannt und ausgeregelt werden.
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Beim Übergang
von der Entwicklungsstufe zur Produktionsreife werden die zu fertigenden
Blasformteile von Fachleuten optimiert. Diese Fachleute definieren
nach Abschluss der Optimierungsarbeiten die Sollwerte für eine automatische
Prozessregelung. Die Fachleute sind Spezialisten und in der Regel
nicht Maschinenbediener, die später
die Fertigung überwachen
und korrigierend eingreifen, wenn die Qualität der blasgeformten Teile nicht
den Vorgabewerten entspricht. Die Maschinenbediener sind in der
Regel mit der Überwachung
mehrerer Maschinen gleichzeitig betraut und besitzen vielfach nicht
das Fachwissen der Spezialisten, welche die Prozessregelung optimiert
haben. Erkennt der Maschinenbediener im Zuge der Fertigung ein Problem,
so versucht er dieses durch einen Eingriff in den Blasformprozess
zu kompensieren, ohne dass er den Einfluss dieses Eingriffes auf
den Gesamtprozess überschauen
kann. Durch eine erfindungsgemäß ausgebildete automatische
Prozessregelung wird erreicht, dass bewusste und unbewusste Änderungen
am Blasformprozess durch den Maschinenbediener nicht die Qualität der Fertigung
beeinflussen, dass die Qualität des
Fertigungsprozesses weniger vom Wissensstand der Maschinenbediener
abhängt,
dass eine umfassende Kontrolle des Fertigungsprozesses erfolgen
kann und das eine Beiziehung von Spezialisten nach Abschluss der
Optimierungsphase nicht mehr notwendig ist.
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Der
die Vorformlinge formende Düsenspalt wird
zweckmäßigerweise
mit einem mit der Vorformlingsbildung ablaufenden Wanddickenprogramm
gesteuert, welches das Volumen der für einen Vorformling benötigten Kunststoffschmelze
in eine vorgegebene Anzahl (n) Volumenabschnitte unterteilt und diesen
Volumenabschnitten Düsenspaltstellwerte
zuordnet, welche eine über
die Anzahl (n) der Volumenabschnitte aufgetragene Programmkurve
bilden. Die Gestaltung der Programmkurve berücksichtigt das viskoelastische
Verhalten der Kunststoffschmelze für ein durch eine bestimmte
Temperatur, Massedurchsatz, Material, Düsenspalt, Schneckendrehzahl
und gegebenenfalls weitere Betriebsparameter festgelegten Betriebspunkt
und trägt
einer Durchhängung
der Vorformlinge in diesem Betriebspunkt Rechnung. Weichen die Betriebsparameter
von denen der Auslegung zugrunde gelegten Werten ab, so kann dies Einfluss
auf die Materialverteilung im Vorformling haben mit der Folge, dass
beispielsweise der Abstand zwischen zwei Vorformlingsabschnitten,
die jeweils einem Funktionsmaximum der Programmkurve zugeordnet
sind, sich gegenüber
dem der Auslegung zugrunde gelegten Abstand ändert. Dies stört insbesondere,
wenn sich der Abstand zwischen zwei Vorformlingsabschnitten, die
jeweils einem Funktionsmaximum der Programmkurve zugeordnet sind
und beim Aufweiten der Vorformlinge zu Hohlkörpern kritische Querschnitte
darstellen, ändern.
Schon geringfügige Änderungen
dieses Abstandes können
erhebliche Qualitätseinbußen in Bezug
auf die Stauchwerte, Verzugs- und Festigkeitseigenschaften der daraus
gefertigten Hohlkörper
zur Folge haben. Um Abhilfe zu schaffen, wird die axiale Wanddickenlagesteuerung
unter Berücksichtigung
des Nettogewichtes der Hohlkörper
sowie zumindest einer zweiten Regelgröße betrieben. Zur weiteren
Regelung der Wanddickenlagesteuerung ist im Rahmen der Erfindung
vorzugsweise vorgesehen, dass bei Abweichungen des Einformprozesses
von der Referenzgröße den Düsenspaltstellwerten
der Programmkurve zusätzliche
Korrekturwerte aufgeschaltet werden. Von Vorteil ist, wenn die Wanddickenlagesteuerung unter
Berücksichtigung
aller Korrekturfaktoren und -kurven derart betrieben wird, dass
die für
die Vorformlingsbildung eingesetzte Schmelzemenge konstant bleibt.
Durch die sofortige Anpassung der Wanddickenlagesteuerung können unerwünschte Störungen bei
der Vorformlingsextrusion bzw. bei dem Vorformlingsausstoß und während des
Einformprozesses vermieden werden. Die Korrekturwerte können empirisch
festgelegt und/oder anhand von eingegebenen Materialdaten und/oder
anhand der gemessenen Schmelzetemperatur sowie gegebenenfalls weiterer
Messdaten errechnet und in Abhängigkeit
der Messwerte ständig
angepasst werden.
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Besonders
vorteilhaft ist eine Ausgestaltung des Verfahrens, bei dem bei einem
Auftreten von Abweichungen des Einformprozesses von dem definierten
Prozessablauf einerseits der Programmkurve der Düsenspaltstellwerte Korrekturwerte
aufgeschaltet werden und andererseits ein Eingriff in den Einformprozess
mit der Maßgabe
erfolgt, dass die Formschließzeit
einen durch den definierten Prozess festgelegten Vorgabewert aufweist.
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Die
erfindungsgemäß vorgesehene Überwachung
des Einformprozesses erlaubt auch Abweichungen der Materialverteilung
in den blasgeformten Hohlkörpern
von Vorgabewerten zu erfassen, wenn die Abweichungen auf Änderungen
des Einformprozesses basieren. Entsprechende Zusammenhänge können sowohl
empirisch als auch theoretisch bestimmt werden. Eine ent sprechende
Verknüpfung von Änderungen
des Einformprozesses einerseits und Abweichungen der Materialverteilung
in den blasgeformten Hohlkörpern
andererseits erlaubt durch gezielte Eingriffe in den Blasformprozess und/oder
den Extrusionsprozess eine direkte Korrektur der Materialverteilung
in den blasgeformten Hohlkörpern.
So können
zur Korrektur von Abweichungen der Materialverteilung der Zeitpunkt
des Vorblasens, die Zeitdauer des Vorblasens, der Vorblasdruck oder die
Vorformlingsbildung verändert
werden, wobei die genannten Maßnahmen
einzeln oder in Kombination verwirklicht werden können.
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Gemäß einer
bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens ist dabei vorgesehen, dass
auch Abweichungen der radialen Wanddickenverteilung der Hohlkörper von
einer vorgegebenen Verteilung in Abhängigkeit einer Änderung
des Einformprozesses erfasst und durch einen Eingriff in den Einformprozess korrigiert
werden. Dazu kann insbesondere vorgesehen sein, dass eine Änderung
des Einformprozesses sowie die Änderung
einer Größe, welche
auf das Butzenbild eines am Kopf der Hohlkörper und/oder entlang einer
Nahtstelle im Seitenbereich der Hohlkörper charakteristisch ist,
festgestellt werden und dass zur Korrektur des Butzenbildes die
während
des Einformprozesses in dem Vorformling enthaltene Gasmenge verändert wird.
Um ein gewünschtes
Butzenbild zu erzeugen, können
der Zeitpunkt des Vorblasens und/oder die Zeitdauer des Vorblasens und/oder
der Vorblasdruck korrigiert werden. Zusätzlich oder alternativ kann
die in den Vorformlingen enthaltene Gasmenge durch Entlüften oder
Absaugen reduziert werden, wobei der Entlüftungs- oder Absaugzeitpunkt
und/oder die Zeitdauer des Entlüftens oder
Absaugens oder der Absaugdruck verändert werden, um das gewünschte Butzenbild
zu erzeugen.
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Gemäß einer
weiteren Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen,
dass der Düsenspalt
von einem mit der Vorformlingsbildung ablaufenden Wanddickenprogramm
wie zuvor beschrieben gesteuert wird, wobei für die axiale Wanddickenlagesteuerung
die Materialverteilung in Vorformlingslängsrichtung durch eine dritte
Regelgröße erfasst
und mit Vorgabewerten verglichen wird und wobei zum Zwecke des Ausregelns
einer durch viskoelastische Effekte bedingten Abweichung von der Vorgabe
den Düsenspaltstellwerten
der Programmkurve Korrekturwerte aufgestaltet werden, die das Durchhängen der
Vorformlinge beeinflussen. Auch im Rahmen einer solchen Ausgestaltung
ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Programmkurve bei einer Aufschaltung
der Korrekturwerte so angepasst wird, dass die für die Vorformlingsbildung eingesetzte Schmelzmenge
konstant bleibt. Die für
Bestimmung der dritten Regelgröße herangezogenen
Korrekturwerte können
anhand von eingegebenen Materialdaten und anhand der gemessenen
Schmelztemperatur sowie gegebenenfalls weiteren Messdaten berechnet
und in Abhängigkeit
der Messwerte ständig angepasst
werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ist dazu vorgesehen, durch die Superposition verschiedener Korrekturgrößen ein
zur Wanddickenlagesteuerung vorgesehenes Wanddickenprogramm zu modifizieren
und vorzugsweise auch den erfindungsgemäß überwachten Einformprozess bedarfsgerecht
anzupassen. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass Änderungen
des Verfahrens zur Herstellung von Kunststoffhohlkörpern durch
Blasformen teilweise auf unvorhergesehene Störungen und teilweise auch auf
beabsichtigte Benutzereingriffe zurückzuführen sind. Beabsichtigte Eingriffe
in den Blasformprozess können
mit der Intention erfolgen, aufgetretene Störungen zu kompensieren oder
den Blasformprozess über
den zunächst
festgelegten, vorgesehenen Prozessablauf weiter zu optimieren. Des
Weiteren sind beispielsweise auch bei einer geometrischen Veränderung
der Blasform, einer anderen Zusammensetzung der Kunststoffschmelze
oder einer Änderung der
Wanddickenvorgabe Eingriffe in den Blasformprozess erforderlich.
Sofern diese Veränderungen dauerhaft
beibehalten werden sollen, ist es zweckmäßig, die Veränderungen
nicht als Korrekturwerte oder -funktionen beizubehalten, sondern
die Programmkurve für die
Wanddickenlagesteuerung und/oder den definierten Prozessablauf des
Einformprozesses, der gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
als Referenzgröße herangezogen
wird, anzupassen. Dazu kann auf besonders vorteilhafte Weise vorgesehen
sein, dass bei einer vorgegebenen Änderung der Verfahrensparameter
automatisch ein geeigneter Eingriff in den Einformprozess und/oder
in die Vorformlingsbildung bestimmt wird, wobei die unter Berücksichtigung
des geeigneten Eingriffs ermittelte Programmkurve bzw. der ermittelte
optimale Prozessablauf des Einformprozesses als Vorgabe bzw. Referenzgröße festgelegt
werden. Dabei kann vorgesehen sein, dass zur Übernahme der Werte eine manuelle
Benutzereingabe abgefragt wird. Im Rahmen einer solchen Anpassung
kann beispielsweise vorgesehen sein, den Referenzwert für die Formschließzeit oder
auch die vorgegebenen Parameter für die Dauer und Schließgeschwindigkeiten
in einzelnen Zeitintervallen der Formschließzeit zu verändern.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ist sowohl einsetzbar bei schlauchförmigen Vorformlingen als auch
bei flächigen
Vorformlingen, die in der Blasform während des Blasformprozesses
noch im plastifizierten Zustand vereinigt werden. In Abhängigkeit
der zu fertigenden Hohlkörper
können
die verschiedenen Regelmechanismen miteinander kombiniert werden.
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Auch
bezüglich
der Vorformlingsbildung bestehen keine Einschränkungen. Neben einer kontinuierlichen
Extrusion der Vorformlinge kann insbesondere auch eine diskontinuierliche
Bildung mittels einer Speicherkopfanlage vorgesehen sein.
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Zur
weiteren Verfahrensoptimierung kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein für
den Zustand der Kunststoffschmelze kennzeichnender Messwert zur
zusätzlichen
Anpassung des Verfahrens ermittelt wird, wobei der Messwert mit
einem vorgegebenen Referenzwert in Relation gesetzt wird, wobei
ausgehend von der Abweichung zwischen dem Messwert und dem Referenzwert
für den
Vorformling anhand eines numerischen Modells das viskoelastische Fließverhalten
der Kunststoffschmelze und davon ausgehend die räumliche Anordnung mindestens
eines signifikanten Profilpunktes in Abhängigkeit der Zeit bestimmt
werden und dass die bestimmte räumliche
Anordnung des zumindest einen signifikanten Profilpunktes mit einer
Referenzlage verglichen wird, wobei zur Korrektur von Abweichungen
zwischen der Anordnung des zumindest einen Profilpunktes und der
Referenzlage ein Regeleingriff in die Vorformlingsbildung und/oder
den Blasformprozess erfolgt. Insbesondere kann vorgesehen sein,
dass mittels des numerischen Modells bei einer vorgegebenen Änderung
der Verfahrensparameter automatisch eine geeignete Kompensationskurve
bestimmt wird, die von einer vorgegebenen Steuerkurve der Wanddickenlagesteuerung überlagert
wird.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist es von Vorteil, wenn
durch einen Eingriff in die Steuerung einzelne Regelmaßnahmen
deaktiviert werden können.
Wenn bei ansonsten reproduzierbarem Prozessverlauf beispielsweise aufgrund
des numerischen Modells oder einer der zuvor beschriebenen Regelgrößen eine
unerwartet hohe Abweichung bestimmt wird, so kann diese möglicherweise
ein Hinweis auf eine fehlerhafte Bestimmung von Messdaten oder eine
andersartige Störung sein.
Eine Kompensation ausgehend von den ermittelten Daten ist in diesem
Fall nicht sinnvoll, so dass dann das Verfahren ohne die Berücksichtigung
des numerischen Modells bzw. der entsprechenden Regelgröße erfolgt.
Durch die beschriebene Ausgestaltung wird damit ein Notfall-Betriebsmodus
bereitgestellt, der, wenn auch mit reduzierter Genauigkeit, eine
fortgesetzte Herstellung von Hohlkörpern ermöglicht. Um das numerische Modell
oder eine der weiteren Regelgrößen unberücksichtigt
zu lassen kann ein Benutzereingriff und/oder eine Kausalitätsabfrage
im Rahmen der Prozesssteuerung vorgesehen sein.
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Es
zeigen schematisch:
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1 eine
Blasformanlage zur Herstellung von Kunststoffhohlkörpern mit
einer kontinuierlichen Vorformlingsbildung durch Schneckenextrusion,
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2 eine
alternative Ausgestaltung einer Blasformanlage zur Herstellung von
Kunststoffhohlkörpern,
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3 ein
Regelschema zum Betrieb einer Blasformanlage,
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4a und
b Weg-Zeitdiagramme für
die Schließbewegung
einer Blasform,
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5 ein
blasgeformter Hohlkörper
mit einem oberen, einem unteren und einem seitlichen Abfallbutzen
und
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6 Beispiele
zur Illustration des Zusammenhanges zwischen jeweils einem in einer
Ansicht dargestellten Butzenbild und der korrespondierenden, im
Querschnitt dargestellten Wanddickenverteilung eines blasgeformten
Hohlkörpers.
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Zum
grundsätzlichen
Aufbau der in 1 und 2 dargestellten
Blasformanlagen gehören jeweils
eine Plastifiziereinheit 1 zur Herstellung schlauchförmiger Vorformlinge 2 sowie
eine Einrichtung 3 zum Blasformen mit einer aus Formwerkzeugen
bestehenden Blasform 4, einer Spreizeinrichtung 5,
die zur besseren Erkennbarkeit um 90° gedreht dargestellt ist, sowie
einer Schlauchschließvorrichtung 6.
Die schlauchförmigen
Vorformlinge 2 aus heißem,
formbarem Kunststoff werden senkrecht nach unten aus der Plastifiziereinheit 1 extrudiert
und in eine reproduzierbare Lage zur geöffneten Blasform gebracht.
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Während gemäß der 1 die
Schlauchschließvorrichtung 6 und
die Blasform 4 zur Übernahme
des Vorformlings 2 in einer Unterkopfposition unmittelbar
unterhalb des Extrusionskopfes 7 angeordnet sind, zeigt
die 2 eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Extrusion,
bei der die Vorformlinge 2 nach Erreichen einer vorgegebenen
Länge,
nach Ablauf einer vorgegebenen Extrusionszeit oder dem Erreichen
eines definierten Profilpunktes der Wanddickensteuerung unmittelbar
unterhalb des Extrusionskopfes 7 abgetrennt und von einem
Greifer 8 zu der Einrichtung 3 mit der Blasform 4,
der Spreizeinrichtung 5 und der Schlauchschließvorrichtung 6 bewegt werden.
Zur Überprüfung der
Länge der
Vorformlinge 2 kann eine Messeinrichtung, beispielsweise
eine Lichtschranke, vorgesehen sein. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind entsprechende
Messeinrichtungen in den Figuren nicht dargestellt.
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Der
gemäß der 1 unmittelbar
und gemäß der 2 mittels
des Greifers 8 in die Blasform 4 eingeführte Vorformling 2 wird
mittels der Spreizvorrichtung 5 in Quetschnahtrichtung
fixiert und durch Betätigung
der Schlauchschließvorrichtung 6 geschlossen.
Danach wird die Blasform 4 geschlossen und der Vorformling 2 mit
einem gasförmigen Medium,
vorzugsweise Luft, welches durch einen zuvor von oben oder unten
in den Vorformling eingeführten
Blasdorn 9, durch den Extrusionskopf oder durch eingestochene
Nadeln eingeführt
wird, in der Blasform 4 zu einem Hohlkörper 10 aufgeweitet.
Am Kopf und am Boden des Hohlkörpers 10 entstehen Abfallbutzen 11, 12,
die als Abfall von dem blasgeformten Hohlkörper 10 abgetrennt
werden. Das Nettogewicht GN des Hohlkörpers 10, das Gewicht
GUB des unteren Abfallbutzens 11 sowie das Gewicht GOB
des oberen Abfallbutzens 12 werden gemessen und als Regelgrößen in einem
Regelschema 13 verwendet.
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Ein
blasgeformter Hohlkörper 10 mit
einem kopfseitigen oberen Abfallbutzen 12, einem bodenseitigen
unteren Abfallbutzen 11 und einem seitlichen, mittle ren
Abfallbutzen 14 ist in der 5 dargestellt.
Auch das Butzenbild zumindest eines der Abfallbutzen kann erfasst
und als Regelgröße verwendet
werden.
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Gemäß der 1 beginnt
der Einformprozess damit, dass der Vorformling 2 eine definierte Vorformlingslänge erreicht
hat, eine vorgegebene Extrusionszeit abgelaufen ist oder ein definierter
Profilpunkt der Wanddickensteuerung erreicht werden. Wie zuvor erläutert wird
dann im Rahmen des Einformprozesses das untere, offene Ende des
Vorformlings mit der Spreizvorrichtung 5 gespreizt, wobei
der Vorformling 2 von der Schlauchschließvorrichtung 6 geschlossen
wird, nachdem Spreizfinger der Spreizeinrichtung eine Spreizposition
erreicht haben. Der Vorformling 2 wird somit unten gehalten.
Nach dem Schließen
der Schlauchschließvorrichtung 6 beginnt der
Schließvorgang
der Blasform 4. Dabei befindet sich die gesamte Einrichtung 3 mit
der Blasform 4 und der Schlauchschließvorrichtung 6 noch
in der Unterkopfposition (Blasform 4 unter Extrusionskopf 7),
so dass weiterhin Kunststoffschmelze von oben nachgefördert wird.
Im unteren Bereich des Vorformlings 2, der durch die Schlauchschließvorrichtung 6 gehalten
wird, ergeben sich nur noch geringfügige Änderungen bezüglich des
dort vorhandenen Materialvolumens. Dieser Bereich bestimmt später maßgeblich
die Form und das Gewicht des unteren Abfallbutzens 11.
Dagegen wird durch die noch nachgeförderte Kunststoffschmelze und
die Durchhängung
des Vorformlings 2 infolge des Eigengewichtes und des viskoelastischen
Fließverhaltens
das Nettogewicht GN aber vor allem das Gewicht GOB und das Butzenbild
des oberen Abfallbutzens 12 sowie das Gewicht GMB und das
Butzenbild des mittleren Abfallbutzens 14 in Abhängigkeit
der Einformbedingungen, beispielsweise der Weg-Zeitsteuerung der
Blasform 4, beeinflusst. So ist bei einer Veränderung
des Einformprozesses gegebenenfalls der Durchsatz von Kunststoffschmelze
durch den Extrusionskopf 7 anzupassen. Wird beispielsweise
eine insgesamt längere
Schließzeit
vorgesehen, ist zweckmäßigerweise der
Durchsatz entsprechend zu reduzieren. Wenn die Blasform 4 geschlossen
ist, wird die gesamte Einrichtung 3 in eine Blasposition
gefahren und die Extrusion eines neuen Vorformlings 2 begonnen.
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Gemäß dem Ausführungsbeispiel
der 2 verbleibt die Einrichtung 3 mit der
Blasform 4, der Spreizeinrichtung 5 und der Schlauchschließvorrichtung 6 dauerhaft
in der Blasposition. Dabei ist zum Transport der Vorformlinge 2 vom
Extrusionskopf 7 zu der Blasform 4 der Greifer 8,
der beispielsweise Teil eines Roboters sein kann, vorgesehen. Wenn eine
vorbestimmte Schlauchlänge
nach einer vorgegebenen Extrusionszeit erreicht ist oder durch entsprechende
Messeinrichtungen, beispielsweise in Form von Lichtschranken, ermittelt
wird, übernimmt der
Greifer 8 den Vorformling 2 vom Extrusionskopf 7 und
trennt ihn dabei ab. Der Greifer 8 transportiert den Vorformling 2 zu
der Einrichtung 3, wobei das Spreizen des Vorformlings 2 am
unteren Ende mittels der Spreizeinrichtung 5 erst erfolgt,
wenn der Greifer 8 seine Zielposition erreicht hat, wobei
dann der Vorformling 2 an seinem oberen Ende von dem Greifer 8 verschlossen
wird. Grundsätzlich
kann auch das Weg-Zeitverhalten des Greifers 8 in die Steuerung
integriert werden. Nachfolgend wird dann wie zuvor beschrieben der
Vorformling unten durch die Schlauchschließvorrichtung 6 geschlossen
und ist wie auch bei der Ausführung
gemäß der 1 unten
gehalten. Bei dem dann folgenden Schließvorgang der Blasform 4 wird
jedoch im Gegensatz zu der Ausführung gemäß der 1 keine
Kunststoffschmelze mehr nachgefördert,
wobei der Vorformling 2 sich noch aufgrund der Durchhängung verformt.
Die Durchhängung
des Vorformlings 2 beeinflusst in Abhängigkeit der Schließgeschwindigkeit
der Blasform neben dem Nettogewicht GN vor allem das Gewicht GOB
und das Butzenbild des oberen Abfallbutzens 12 sowie das
Gewicht GMB und das Butzenbild des mittleren Abfallbutzens 14.
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Aus
den beschriebenen Ausführungsbeispielen
zu der 1 und der 2 ist unmittelbar
ersichtlich, dass zusätzlich
zu den bekannten Methoden zur Beein flussung der Wanddickensteuerung
die genaue Lage der einzelnen Volumenabschnitte durch den Schließvorgang
maßgeblich
verändert werden
kann.
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Neben
den beschriebenen Maßnahmen
zur Kompensation des Einflusses von sich ändernden Einformbedingungen
durch einen Eingriff in den Einformprozess und/oder die Vorformlingsbildung
sind grundsätzlich
auch Maßnahmen
denkbar, die zur Kompensation einer auftretenden Lageverschiebung mechanisch
Einfluss nehmen. So können
beispielsweise Lichtschranken, welche die Länge des Vorformlings 2 messen,
der Abstand zwischen Extrusionskopf und Blasform 4, der
Abstand zwischen der Schlauchschließvorrichtung 6 und/oder
der Spreizvorrichtung 5 zur Blasform 4 oder, sofern
die Abtrennung der Vorformlinge 2 mit einer Schneidvorrichtung vorgesehen
ist, der Abstand zwischen der Schneidvorrichtung und dem Extrusionskopf 7 automatisch angepasst
werden.
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Die
Vorformlinge 2 werden aus der Kunststoffschmelze mit einem
sich den Vorformlingslängsrichtung ändernden
Wanddickenprofil, welches mindestens einen Bereich 15 mit
einer erhöhten
Wanddicke aufweist, gebildet. 3 zeigt
die schematische Darstellung eines Regelschemas. An eine Vorformlingsextrusion
schließt
ein Blasformprozess an, der zunächst
den zuvor beschriebenen Einformprozess umfasst. Erfindungsgemäß ist eine
Erfassung 16 der Einformbedingungen und ein nachfolgender
Vergleich 17a der Einformbedingungen mit einem definierten
Prozessablauf vorgesehen, welcher als Referenzgröße herangezogen wird. Wenn
die Abweichungen des Einformprozesses unterhalb einer vorgegebenen
Schwelle liegen, ist kein weiterer Regeleingriff vorgesehen. Anschließend ist
eine Kausalitätsabfrage 17b vorgesehen.
Wenn die erfassten Einformbedingungen sehr weit von den Referenzgröße abweichen
und eine vorgegebene Maximalabweichung übersteigen, kann dies ein Hinweis
auf eine fehlerhafte Messung oder eine gravierende Störung des Einformprozesses
sein. Ein Regeleingriff ist dann unter Umständen nicht zweckmäßig. Bei
dem Überschreiten
der Maximalabweichung können
unterschiedliche Maßnahmen
vorgesehen sein. So kann beispielsweise der in dem jeweiligen Blasformprozess
gebildete Hohlkörper 10 aussortiert,
ein Fehlersignal ausgegeben oder sogar der gesamte Prozess angehalten
werden. Dabei ist es denkbar für
die unterschiedlichen Maßnahmen
unterschiedliche Schwellen vorzusehen. Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist es grundsätzlich
auch vorteilhaft, die ermittelten Einformbedingungen zu speichern
und diese Informationen bei Bedarf einem Benutzer zur Verfügung zu
stellen, beispielsweise um im Nachhinein eine Fehleranalyse oder
Prozessoptimierung durchzuführen.
Ansonsten, d. h. wenn aufgrund der bestimmten Abweichungen ein Regeleingriff
vorgesehen ist, erfolgt eine Abfrage 18, ob sich der Blasformprozess
nach einem Anfahren in einem noch nicht stabilen Betriebszustand
befindet. Wenn dies der Fall ist, erfolgt eine Kompensationsregelung
für das
Anfahren 19. Wenn dagegen der Blasformprozess einen stabilen
Betriebszustand erreicht hat, erfolgt eine Prüfung 20, ob es für die Kompensation
der im Rahmen des Einformprozesses festgestellten Abweichungen erforderlich
ist, auch durch die Bereitstellung von Korrekturwerten in die Wanddickenlagesteuerung
einzugreifen. Wenn dies nicht der Fall ist, erfolgt eine Kompensationsregelung 21,
die eine Änderung
der Parameter des Einformprozesses bewirkt. Sofern ein Eingriff
in die Wanddickenlagesteuerung erforderlich ist, kann auch hier,
wie durch die gestrichtelte Linie angedeutet, optional eine Kompensationsregelung 21 erfolgen.
Gemäß dem in 3 dargestellten
Regelschema 13 werden nach dem Blasformprozess das Gewicht
GOB eines oberen Abfallbutzens 12, das Gewicht GUB eines
unteren Abfallbutzens 11 sowie das Nettogewicht GN des Hohlkörpers 10 bestimmt.
Zunächst
wird aus der Summe der Gewichte GOB, GN und GUB das Bruttogewicht
GB ermittelt. Aus dem Bruttogewicht ergibt sich unmittelbar die
Gesamtmenge der für
die Bildung eines Hohlkörpers 10 eingesetzten
Kunststoffschmelze. Weicht der Messwert IW des Bruttogewichtes GB
von einem Vorgabewert SW ab, wird der Massedurchsatz m durch Änderung
der Schneckendrehzahl der Plastifiziereinheit 1 angepasst.
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Gemäß dem in 3 dargestellten
Regelschema wird der Düsenspalt
s geregelt, wenn der Messwert IW des Nettogewichts GN der blasgeformten
Hohlkörper 10 von
einem vorgegebenen Sollgewicht SW abweicht. Zur Änderung des Düsenspaltes s
werden die Düsenspaltstellwerte 22 unmittelbar
erhöht
oder verringert.
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Als
weitere Regelgröße wird
das Gewicht GOB des oberen Abfallbutzens 12 mit Vorgabewerten
verglichen. Wenn dabei die Abweichungen außerhalb vorgegebener Toleranzen
liegen, werden geeignete Korrekturwerte bzw. -kurven 23 bestimmt,
die dann zur Steuerung der Vorformlingsextrusion durch Superposition
den Düsenspaltwerten 22 überlagert werden.
Des Weiteren werden auch bei der zuvor erläuterten Prüfung 20 während der Überwachung
des Einformprozesses der eigene Korrekturwert bzw. -kurven 23 bestimmt,
die dann jedoch gegebenenfalls mit den Korrekturwerten bzw. -kurven
aufgrund einer Abweichung des Gewichtes GOB des oberen Butzens abzustimmen
sind.
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Zur
weiteren Steuerung wird gemäß dem exemplarisch
in 3 dargestellten Regelschema 13 das Butzenbild
BB zumindest eines Abfallbutzens 11, 12, vorzugsweise
des oberen Abfallbutzens 12 bestimmt. Wenn das Butzenbild
BB außerhalb
von Vorgabewerten liegt, erfolgt eine Anpassung 24 der
während
der Schließbewegung
der Blasform 4 in den Vorformlingen 2 enthaltenen
Gasmenge. So kann beispielsweise vorgesehen sein die bei einem Vorblasen
der Vorformlinge 2 vorgesehene Gasmenge zu erhöhen oder
zu verringern. Alternativ kann es aber auch erforderlich sein zur
Steuerung der Gasmenge Gas aus den Vorformlingen 2 abzulassen oder
abzusaugen. Wie durch die gestrichelte Linie angedeutet, können bei
Abweichungen des Butzenbildes BB auch Korrekturwerte 23 ermittelt
werden.
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Der
Zusammenhang zwischen dem Butzenbild und der korrespondierenden
Wanddickenverteilung in dem blasgeformten Hohlkörpern ist in 6 für einige
Beispiele dargestellt. Eine vergleichende Betrachtung der in 6 dargestellten
Beispiele macht deutlich, dass das Butzenbild als Maß für die radiale
Wanddickenverteilung herangezogen werden kann. Im Beispiel A der 6 entsprechen
das Butzenbild und die Wanddickenverteilung in der Schnittebene
A-A den Vorgabewerten. In den Beispielen B und C weist das Butzenbild
des am Kopf der Hohlkörper
gebildeten oberen Abfallbutzens 12 von dem Vorgabewert
ab. Die Abweichungen korrelieren mit Ungleichmäßigkeiten bezüglich der
radialen Wanddickenverteilung des blasgeformten Hohlkörpers.
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Die 4a und 4b zeigen
exemplarisch Weg-Zeitdiagramme der Blasformvorrichtung 4.
Die Formschließzeit
tgesamt für den Weg zwischen einer Öffnungsbegrenzungsposition
und einer Position, in der die Blasform 4 vollständig geschlossen
ist, ergibt sich aus den einzelnen Zeiten t1,
tw , t2 , t3 und t4 , wobei t1 die Zeit für das Schließen der
Blasform von der Öffnungsbegrenzungsstellung
in eine Formwartestellung, tw eine Formwartezeit,
bei der die Blasform nicht bewegt wird, t2 die
Zeit für
ein schnelles Schließen,
t3 die Zeit für ein langsames Schließen und
t4 die Zeit für ein Nachschlagen ist. Nachdem
die Blasform 4 ausgehend von der Öffnungsbegrenzungsposition eine
Formwartestellung erreicht hat, schließt zunächst die Formwartezeit tw an, in der die Blasform nicht bewegt wird.
Die Formwartezeit tw kann beispielsweise
dazu vorgesehen sein um abzuwarten, bis der Vorformling 2 eine
vorgegebene Länge
erreicht hat. Des Weiteren kann die Formwartezeit tw aber
auch in beliebigen Intervallen der Gesamtzeit tgesamt vorgesehen
sein und dient als Puffer, um einen Eingriff in den Einformprozess
zu ermöglichen.
Während
des schnellen Schließens
setzt nach einer vorgegebenen Verzögerung Δvb das
Vorblasen ein, welches über
die Dauer der Vorblaszeit tvb erfolgt. In
der 4a ist strichpunktiert eine durch einen Regeleingriff
modifiziert Kurve des zeitabhängigen
Schließweges dargestellt,
wobei die Formwartezeit erhöht
ist. Um dennoch die vorgegebene Formschließzeit tgesamt einhalten
zu können,
ist im Intervall t3 die Schließgeschwindigkeit
leicht erhöht.
In Bezug auf das Vorblasen sind insbesondere der Zeitabstand zwischen dem
Beginn des Vorblasens und dem vollständigen Schließen der
Blasform 4 einerseits und der Zeitabstand zwischen dem
Ende des Vorblasens und dem vollständigen Schließen der
Blasform 4 ausschlaggebend. So bleiben ausgehend von einer
konstanten Formschließzeit
tgesamt die Verzögerung für das Vorblasen Δvb und
die Vorblaszeit tvb unverändert, so dass
auch die insgesamt bereitgestellte Gasmenge im Wesentlichen unverändert ist.
Durch die Anpassung der Schließgeschwindigkeiten ändert sich
dabei der während
des Vorblasens zurückgelegte
Weg der Blasform 4.
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Die 4b zeigt
ein Weg-Zeitdiagramm, bei dem keine Formwartezeit tw vorgesehen
ist. In Bezug auf eine Referenzkurve a zeigt die Kurve b einen Verlauf,
bei dem der Vorgang des langsamen Schließens über einen längeren Zeitraum bei einer geringeren Geschwindigkeit
erfolgen soll. Entsprechend wird die Geschwindigkeit des schnellen
Schließvorgangs
erhöht.
Die Kurve c zeigt einen schließzeitoptimierten Verlauf,
bei dem die Geschwindigkeit des schnellen Schließvorganges erhöht und damit
die Formschließzeit
tgesamt verringert wird.
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Wenn
der Einformprozess dauerhaft mit einem schließzeitoptimierten Verlauf betrieben
werden soll, ist es zweckmäßig, diesen
Verlauf als neue Referenz zu übernehmen.